DE19628043C2 - Gefacheelement - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Gefacheelement gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und ein Verfahren zur
Herstellung eines Gefacheelements.
Die Fachwerkbauweise wird bereits seit einigen Jahrhun
derten zur Erstellung von Wohnhäusern verwendet, wobei ein
Fachwerkfeld durch Vertikalstäbe, Querstäbe (Untergurt,
Obergurt) und gegebenenfalls Diagonalstäbe gebildet ist,
die mit geeigneten Wandungs- oder Gefacheelementen ausge
facht werden. Während der Fachwerkrahmen nach statischen
Gesichtspunkten ausgelegt sind, werden die Gefacheelemente
in der Regel auf optimale Wärmedämmung ausgelegt. Bei den
alten Fachwerkbauten wurden diese Gefacheelemente aus Ton-
/Ziegelelementen oder anderen mineralischen Baustoffen ge
bildet.
Heutzutage findet man die Fachwerkbauweise noch bei
Holzbauten, wobei der Fachwerkrahmen aus massiven Holzbal
ken gefertigt wird, während die Gefacheelemente üblicher
weise aus zwei im Abstand zueinander stehenden plattenarti
gen Deckschichten bestehen und der Zwischenraum zwischen
diesen Deckschichten durch eine Isolierung aus einer Schüt
tung oder durch Ausschäumen ausgefüllt wird.
Zur Erstellung der Fachwerkträger für den Fachwerkrah
men werden Balken aus kerngetrenntem Schwachholz verwendet,
so daß eine bestimmte Mindeststärke des Baumstammes erfor
derlich ist, um einen Balken mit den vorbestimmten Abmes
sungen und mit der vorbestimmten Festigkeit herstellen zu
können. Zu diesem Zweck müssen die Außenschichten des Bau
mes abgesägt werden, bis sich die quaderförmige Grundform
des Balkens mit glattflächigen Außenflächen ergibt. Diese
Fertigungsmethode birgt den Nachteil in sich, daß erhebli
che Mengen an Schnittholz anfallen, das üblicherweise al
lenfalls noch verkleinert und zu Spanplatten oder sonstigen
minderwertigen Produkten verarbeitet wird.
Die Fachwerkbauweise in der herkömmlichen Form erfor
dert des weiteren eine sorgfältige Trocknung der kernge
trennten Schwachhölzern, da bei mangelhaft getrockneten
Fachwerkträgern die Gefahr besteht, daß sich diese bei Tem
peratur- und Feuchtigkeitsschwankungen verziehen, so daß
die Fachwerkwände Risse bekommen.
Ein Nachteil der bei der herkömmlichen Holz-Fachwerk
bauweise verwendeten Gefacheelemente besteht darin, daß le
diglich eine mangelnde Festigkeit erzielbar ist. Bei Isola
tionsschüttungen und Isolationsausschäumungen kann es vor
kommen, daß nicht der gesamte Zwischenraum ausgefüllt wird,
so daß nur eine unzureichende oder ungleichmäßige Isolati
onswirkung erzielbar ist. Insbesondere mit Schüttungen aus
gefüllte Gefacheelemente lassen sich nachträglich nur mit
äußersten Schwierigkeiten nachbearbeiten, da bei einem
Schneiden des Gefacheelements die Schüttung zumindest teil
weise austreten kann. Ein weiterer Nachteil der bekannten
Gefacheelemente besteht darin, daß Kleintiere, wie bei
spielsweise Marder oder Kleinnager, in den Zwischenraum
zwischen den beiden Deckschichten eindringen können.
Die Druckschrift DE 40 39 551 A1 betrifft ein Fachwerk
haus, bei dem die Gefacheelemente einen mehrschichtigen
Aufbau aufweisen. Diese haben zwei außenliegende Deck
schichten, die beispielsweise durch eine Gipskartonplatte,
Mineralputz oder ähnliches gebildet sind. Zwischen diesen
Außenschichten sind zwei Isolierschichten und eine Gasbe
tonschicht ausgebildet, die jeweils von durchgehenden Span
platten getrennt werden. Das Gefacheelement wird in ein
Fachwerk eingesetzt.
Bei der bekannten Konstruktion werden durchgehende
Spanplattenschichten verwendet, so daß eine im Holzhausbau
erforderliche H2O-Diffusion unterbunden wird. Durch die
Wasserdampfundurchlässigkeit kann es zu einem Verwerfen des
Wandbauelementes aufgrund einer übermäßigen Austrocknung
kommen. Des weiteren werden bei dem bekannten Gefacheele
ment vergleichsweise hochwertige Schichten aus Preßspan
oder ähnlichem verwendet, die aufgrund der verarbeiteten
Bindemittel eine gesonderte Entsorgung erfordern.
In der CH 680 600 A5 ist ein Holzbauwerk offenbart, bei
dem die Wandelemente als mit eine Isolation gefüllte Hohl
kastenprofile ausgeführt sind. Die Außenwandungen sind ent
weder aus Sperrholz oder aus durchgehenden Planken gebil
det. Diese Konstruktion weist die gleichen Nachteile auf,
wie die in der DE 40 39 651 A1 beschriebenen Gefacheelemen
te.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Fachwerk und Gefacheelement für ein derartiges Fachwerk
zu schaffen, bei denen mit minimalem Materialaufwand eine
hinreichende Festigkeit und Wärme-/Schalldämmung erzielbar
ist.
Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Gefacheelements
durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Der Pa
tentanspruch 7 betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Gefacheelements.
Das erfindungsgemäße Gefacheelement hat einen Mehr
schichtaufbau, wobei jede Schicht aus einer Bretterlage,
einer darauf ausgebildeten Isolationslage und einer Di
stanzlattenlage besteht. Auf dieser Distanzlatten- oder
Dielenlage wird dann wieder die nächste Schicht aus einer
Bretterlage, einer Isolationslage und einer weiteren Di
stanzlattenlage abgestützt.
Dabei kann die Distanzlattenlage auf der Isolationslage
aufliegen, so daß letztere vollflächig auf der Bretterlage
aufgebracht werden kann.
Die beiden Deckschichten der Gefacheelemente werden in
einer bevorzugten Ausführungsform jeweils durch eine Bret
terlage gebildet, wobei durch die Distanzlatten oder Dielen
gewährleistet ist, daß stets der vorbestimmte Abstand der
Bretterlagen gewährleistet ist. Da die Isolationsschicht
vollflächig aufgebracht und durch die Distanzlatten gehal
ten wird, ist auch ein Verschieben der Isolation und somit
eine ungleichmäßige Isolationswirkung ausgeschlossen.
Die Distanzlatten haben den weiteren Vorteil, daß
Kleintiere nicht in die Zwischenräume zwischen den Deck
schichten eindringen können.
Zur Erstellung der Bretterlagen können wiederum
Schwachhölzer der Klasse II und III verwendet werden, so
daß die Materialkosten zur Herstellung des Gefacheelements
wesentlich niedriger als bei herkömmlichen Gefacheelementen
liegen dürften, bei denen entweder hochwertige Hölzer als
Deckschichten verwendet wurden oder aber billige Preßmate
rialien, die weder hinsichtlich der Festigkeit noch hin
sichtlich der Isolationswirkung mit der erfindungsgemäßen
Bretterlage vergleichbar sind.
Je nach Anwendungsfall können auf einer oder beiden
Deckschichten (äußere Bretterlagen) weitere Abschlußschich
ten als Sichtflächen ausgebildet werden. In dieser Ab
schlußschicht können dann Ausnehmungen zur Aufnahme von Sa
nitär-/Klima-/Elektroeinrichtungen ausgebildet werden.
Die Verbindung der einzelnen Schichten und Lagen eines
Gefacheelements erfolgt vorteilhafterweise durch geeignete
Verbindungsmittel wie beispielsweise Nägel oder Klammern.
Der nebengeordnete Patentanspruch 7 betrifft ein be
sonders einfaches Verfahren zur Herstellung des vorgenann
ten erfindungsgemäßen Gefacheelements.
Bei diesem Verfahren wird für Altbauten vorzugsweise
ein Montagerahmen verwendet, auf den zunächst eine erste
Bretterlage aufgelegt wird. Bei Neubauten wird eine bereits
vorgefertigte Wandstruktur als Montagerahmen verwendet. Auf
dieser Bretterlage wird dann eine Isolationsschicht aufge
bracht, die vorzugsweise als Isolationsmatte ausgebildet
ist. Anschließend werden die Distanzlatten aufgelegt, wobei
deren Längsachse quer zur Längsachse der Bretter verläuft.
Daran schließen sich dann weitere Schichten an, wobei es
bevorzugt ist, daß insgesamt drei Schichten aus Brettern,
Isolationslage und Distanzlattenlage vorgesehen werden. Auf
die Distanzlattenlage der n-ten Schicht wird dann eine ab
schließende Bretterlage als Deckschicht aufgebracht. Nach
Ausbilden dieser Mehrschichtenstruktur wird diese mit einem
Druck beaufschlagt, so daß die Isolationslagen leicht zu
sammengedrückt werden, wobei vorgesehen ist, daß jede Iso
lationslage um etwa 5 bis 10 mm zusammengedrückt wird. Die
derart komprimierte Mehrschichtenstruktur wird dann durch
geeignete Verbindungsmittel, wie beispielsweise Klammern
oder Nägel, fixiert, so daß nach Druckentlastung die durch
den Preßvorgang aufgezwungene Struktur beibehalten wird.
In einem abschließenden Arbeitsgang kann das Gefachee
lement auf Maß geschnitten werden, wobei durch die ganzflä
chige Isolationslage und durch die Vielfachunterteilung
über die Distanzlatten praktisch keine unausgefüllten Hohl
räume entstehen können und auch die erforderliche Festig
keit erhalten bleibt.
Das erfindungsgemäße Gefacheelement läßt sich be
sonders vorteilhaft als Wand-, Decken- oder Dachplatten
einsetzen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind
Gegenstand der sonstigen Unteransprüche.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im
folgenden anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines
Holzfachwerkhauses;
Fig. 2 den Eckbereich einer Fachwerkkonstrukti
on;
Fig. 3 eine dreidimensionale Darstellung eines
Eckbereichs einer Fachwerkkonstruktion;
Fig. 4 einen Montagerahmen für die Stäbe des
Fachwerkrahmens aus Fig. 3 bis 5;
Fig. 5 den Schichtbauaufbau eines ersten Aus
führungsbeispiels eines Gefacheelements für das Fach
werk aus Fig. 1;
Fig. 6 eine dreidimensionale Darstellung des
Gefacheelements aus Fig. 5;
Fig. 7 ein weiteres Ausführungsbeispiel dieses
Gefacheelements als nichttragende Wand;
Fig. 8 ein Ausführungsbeispiel als Außenwand;
Fig. 1 zeigt eine stark vereinfachte dreidimensionale
Darstellung eines in Fachwerkbauweise gefertigten Holzhau
ses 1.
Die Wandungen des Holzhauses 1 sind durch eine Fach
werkkonstruktion 2 gebildet, so daß eine Vielzahl von Fach
werkrahmen oder Fachwerkfeldern gebildet werden, die durch
Gefacheelemente 4 ausgefacht sind. Wie aus den strichpunk
tierten Linien in Fig. 1 hervorgeht, können auch Abschnitte
der Dachkonstruktion durch erfindungsgemäße Gefacheelemente
4 gebildet werden. Selbstverständlich können auch der Bo
den- sowie die Deckenkonstruktionen (Erdgeschoß, Oberge
schoß) aus dem erfindungsgemäßen Fachwerk ausgebildet wer
den, das durch eine geeignete Ausführungsform mit Gefachee
lementen 4 ausgefacht wird.
Ein Fachwerkrahmen zur Abstützung eines einzelnen Gefa
cheelements 4 hat zwei Querstäbe (Obergurt, Untergurt), die
die obere bzw. untere Begrenzung des Fachwerkrahmens bil
den. Die beiden Querstäbe sind durch Vertikalstäbe verbun
den.
Die Vertikal- und Querstäbe haben bei einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel einen Dreilagenaufbau aus drei Dielen-
oder Brettlagen aufweisen. Die Verbindung der Dielen er
folgt durch geeignete Verbindungsmittel, wie beispielsweise
Nägel oder Klammern (nicht gezeigt).
Diese Konstruktionsvariante eröffnet auch die Möglich
keit, kurze Schwachhölzer einzusetzen, so daß bis zu 70%
eines entrindeten Baumes, der unter die Schwachhölzer der
Klasse II und III fällt, für die Herstellung des Fachwerks
ausgenutzt werden können.
Fig. 2 zeigt einen Eckbereich einer Fachwerkkonstrukti
on, wobei ein Eckelement 34 durch einen Vertikalstab 10 mit
einem Längszapfen 26 sowie durch einen Vertikalstab 28 mit
einem Längsschlitz 30, in den der Längszapfen 26 eintaucht,
ausgebildet wird.
An die am Vertikalstab 10 ausgebildete Anlagefläche 36
schließt sich dann ein in Fig. 2 lediglich angedeutetes Ge
facheelement 4 an, das sich wiederum bis zu einem Mittel
stab 32 erstreckt.
An der Anlagefläche 38 des Vertikalstabes 28 kann opti
mal eine Distanzdiele 40 vorgesehen werden, an die sich
wiederum ein Gefacheelement 4 anschließt, dessen Aufbau im
folgenden näher beschrieben wird. Zwischen der Distanzdiele
40 und dem Gefacheelement 4 bzw. der Anlagefläche 36 und
dem Gefacheelement 4 kann eine geeignete Zwischenschicht,
wie beispielsweise eine Mineralfaserschicht oder PU-Schaum,
vorgesehen werden.
Der obere Abschluß des in Fig. 2 dargestellten Eckbe
reiches erfolgt wiederum durch Querstäbe 6, die mit ihren
Schlitzen (18-20'') auf die zugeordneten Zapfen 24 aufge
schoben werden.
Das in Fig. 2 dargestellte Gefacheelement ist mit einer
Außenschale 45 versehen, die im folgenden noch näher be
schrieben wird.
In Fig. 3 ist ein Eckbereich dreidimensional von der
Innenseite her dargestellt. Genau wie bei dem vorher be
schriebenen Fachwerkbereich ist das Eckelement 34 durch den
Vertikalstab 10 mit Längszapfen 26 und einem Vertikalstab
28' mit einem Längsschlitz 30 ausgebildet.
Die Zapfen 24 des Vertikalstabs 12 werden in die zuge
ordneten Ausnehmungen 20 des unteren linken (Fig. 3) Quer
stabes 8 eingeführt. Der in Fig. 3 waagerecht verlaufende
Querstab 8 liegt bündig an der Anlagefläche 38 des Verti
kalstabes 28' an. In die Ausnehmung 20' dieses Querstabes 8
wird der Zapfen 24 eines Mittelstabes 32 eingefügt, so daß
das Gefacheelement 4 zwischen Mittelstab 32 und Vertikal
stab 28 und der oberen (Fig. 3) Fläche des Querstabes 8
eingefügt werden kann.
Fig. 4 zeigt einen Montagetisch 44, mit dessen Hilfe
die dargestellten Vertikalstäbe und die Querstäbe 6 und 8
herstellbar sind.
Dieser Montagetisch 44 ist aus Vierkantprofilen in Kas
settenbauweise hergestellt, wobei Längsprofile 46 und Quer
profile 48 gemeinsam einen Auflagerost für die Dielen der
Stäbe bilden.
Auf den Endabschnitten der Querprofile 48 sind etwa
parallel zu den Längsprofilen 46 verlaufende Endteile 50
bis 53 ausgebildet.
Diese Endteile haben zwei im Parallelabstand und in
Längsrichtung (parallel zum Längsprofil) verlaufende An
schlagleisten 54, 56, zwischen denen ein Zwischenraum aus
gebildet ist, der der Wandstärke einer Mitteldiele 12 ent
spricht. Die Tiefe T der Anschlagleisten 54 entspricht der
Länge der Zapfen 24.
Um unterschiedliche Stablängen herstellen zu können,
sind die Endteile 51 und 53 verschiebbar auf den zugeordne
ten Querprofilen 48 angeordnet.
Bei der Herstellung der Stäbe wird zunächst eine Außen
diele 14 auf die Längsprofile 46 aufgelegt, wobei die Länge
der Außendiele 14 dem Abstand der Endteile 50 und 51 ent
spricht, so daß die Stirnseiten der Außendiele 14 an der
Anschlagleiste 56 anliegen. Anschließend wird eine Mittel
diele 12 in Pfeilrichtung Z zwischen die beiden Anschlag
leisten 54, 56 eingeschoben, bis diese in der vorbestimmten
Relativanordnung auf der bereits positionierten Außendiele
14 angeordnet ist. D. h., in dieser Bezugsposition tauchen
die beiden Endabschnitte der Mitteldiele 12 in den Zwi
schenraum zwischen den beiden Anschlagleisten 54 und 56
ein. Anschließend wird eine Außendiele 16 zwischen die End
teile 50, 51 eingelegt, mit Bezug zur Mitteldiele 12 und
zur Außendiele 14 positioniert und anschließend durch ge
eignete Verbindungsmittel (Kleber, Nagel, Klammer) verbun
den. Durch den erfindungsgemäßen Rahmen ist gewährleistet,
daß die Dielen 12, 14, 16 maßhaltig und in der vorbestimm
ten Relativposition zueinander ausgebildet werden, so daß
keinerlei Nachbearbeitung mehr erforderlich ist. Um die
Winkligkeit zu gewährleisten, kann der Rahmen noch mit ei
nem Queranschlag 58 versehen werden, an dem die Längskanten
der Dielen in Anschlag bringbar sind.
In den Fig. 5 und 6 ist ein erstes Ausführungsbei
spiel eines erfindungsgemäßen Gefacheelementes 4 darge
stellt.
Fig. 5 zeigt eine Explosionsdarstellung eines Mehr
schichtengefacheelementes mit drei Schichten.
Jede Schicht S besteht aus einer Bretterlage 60, die
aus einer Vielzahl von aneinander anliegenden Brettern 62
ausgebildet ist, die wiederum aus Schwachholz hergestellt
sind. Auf die Bretterlage 60 wird eine Isolationslage 64,
beispielsweise herkömmliches mattenförmiges Isolationsmate
rial der Firma Rockwool® oder Naturstoffe, wie beispiels
weise Schafwolle oder Strohplatten etc., aufgebracht. Die
Isolationslage 64 kann desweiteren mit einer Dampfsperre
versehen sein.
Auf diese Isolationslage 64 werden dann eine Vielzahl
von im Parallelabstand zueinander angeordneten Distanzlat
ten 68 aufgelegt, deren Längsachse quer zur Längsachse der
Bretter 62 verläuft. An diese Schicht S schließen sich dann
zwei weitere Schichten S' und S" an, die wiederum den glei
chen Aufbau wie die Schicht S haben. Die äußere Deckschicht
des Gefacheelementes 4 wird durch eine abschließende Bret
terlage 68 gebildet, deren Aufbau den anderen drei Bretter
lagen des Gefacheelementes 4 entspricht.
Wie bereits eingangs erwähnt, wird diese Mehrschichten
struktur durch eine geeignete Preßvorrichtung zusammenge
drückt und anschließend durch Nägel 71 oder andere geeig
nete Verbindungselemente zusammengefügt, wobei diese die
Bretter 62, die Distanzlatten 66 und die Isolationslage 64
durchsetzen.
Da die Isolationslage 64 durchgängig ausgebildet ist,
ist die Kältebrückenbildung zwischen den benachbarten Bret
terlagen 60 auf ein Minimum reduziert, so daß eine hervor
ragende Wärmedämmung erzielbar ist. Aufgrund des mehr
schichtigen Aufbaus und der vergleichsweise großen Masse
wird durch die erfindungsgemäßen Gefacheelemente 4 auch ei
ne hervorragende Schalldämmung erzielt.
Das fertige Gefacheelement 4 ist in Fig. 6 dargestellt,
wobei die äußeren Deckschichten durch die Bretterlage 60
bzw. die abschließende Bretterlage 68 ausgebildet wird. Wie
aus Fig. 6 hervorgeht, sind die Isolationslagen 64 bei die
sem Ausführungsbeispiel durchgängig ausgebildet, wobei sich
im Bereich der Distanzlatten 66 zwar eine geringere
Schichtdicke einstellt, die jedoch lediglich zu einer ver
nachlässigbaren Verschlechterung der Isolationswirkung
führt. Durch das Vorsehen der Distanzlatten 66 können
Kleintiere nicht in die Zwischenräume zwischen den Bretter
lagen 60 eindringen, so daß auch die diesbezüglichen Nach
teile des Standes der Technik ausgeräumt sind. Die Gefa
cheelemente 4 lassen sich in beliebigen Größen herstellen,
wobei ein Standardelement eine Länge von 2400 mm, eine
Breite von 600 mm und eine Dicke (im fertigen Zustand) von
ca. 190 mm aufweist. Ein derartiges Gefacheelement 4 hat
ein Gewicht von etwa 68 kg/m2. Der Wärmedurchgangswert K
liegt bei 2,76 W/m2 . K. Das Gefacheelement entspricht der
Brandschutzklasse F30.
Dieses Gefacheelement 4 wurde auch in die Fachwerkkon
struktion gemäß Fig. 3 eingefügt.
Eine der außen liegenden Bretteranlagen 60, 68 kann mit
einer Außenschale 45 (siehe Fig. 2) versehen werden. Die
Außenschale 45 kann beispielsweise aus einer Spanplatte 70
(siehe Fig. 2) einer darauf angeordneten Konterlattung 74
und daran befestigten Paneelen 76 bestehen, deren Fugen
durch Stoßblenden 78 abgedeckt werden. Da derartige Außen
schalen 45 bereits aus dem Stand der Technik bekannt sind,
sind weitergehende Erläuterungen entbehrlich.
Fig. 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines er
findungsgemäßen Gefacheelementes 4, das beispielsweise zur
Ausbildung von nichttragenden, leichten Innenwänden verwen
det werden kann. Bei diesem leichten Gefacheelement 4 ist
lediglich eine Schicht S ausgebildet, wobei diese wiederum
aus einer Bretterlage 60, Distanzlatten 66, einer Isolati
onslage 64 sowie einer abschließenden Bretterlage 68 be
steht. Im Unterschied zum vorher beschriebenen Ausfüh
rungsbeispiel ist die Isolationslage 64 nicht durchgehend
über die gesamte Querschnittsfläche der Bretterlage 60, 68
ausgebildet, sondern lediglich zwischen den benachbarten
Distanzlatten 66, so daß im Bereich der Distanzlatten keine
Isolation vorgesehen ist. Jede Distanzlatte 66 oder Diele
kann durch zwei aufeinanderliegende Distanzlattenelemente
66', 66" ausgebildet werden.
Die Herstellung des Gefacheelementes gemäß Fig. 7 er
folgt in der gleichen Weise wie bei dem vorher beschriebe
nen Gefacheelement 4, so daß auf weitere Ausführungen ver
zichtet werden kann.
Fig. 8 zeigt eine Außenwandung, die mit erfin
dungsgemäßen Gefacheelementen ausgebildet ist. D. h., der
Fachwerkrahmen ist seitlich durch zwei Vertikalstäbe 26, an
seinem oberen Endabschnitt durch einen Querstab 6 und an
seinem - unteren Endabschnitt durch eine nicht sichtbaren
Querstab 8 bestimmt, wobei die Breite der Fachwerkfelder
durch Mittelstäbe 24 begrenzt ist, die an den Querstäben 6,
8 befestigt sind.
Die auf diese Weise ausgebildeten Fachwerkfelder sind
durch drei Gefacheelemente 4 ausgefacht. Durch die Bretter
lagen 68 der drei Gefacheelemente 4 und den benachbarten
Seitenflächen der Stäbe 6, 8, 26, 24 wird eine bündige,
weitestgehend ebene Außenfläche definiert, auf der eine
Konterlattung 74 befestigt wird, die quer zur Längsrichtung
der Bretterlage 68 verläuft. Auf der Konterlattung wird ei
ne Außenpaneelschicht 80 befestigt, wobei die Trennfugen
der Außenpaneelplatten durch Blenden 82 überdeckt werden,
die ein Fachwerk andeuten.
Zur Stabilisierung des Verbundes können noch die Aufla
gefläche für die Konterlattung 74 überstreckende Windris
penbänder 84 aufgebracht werden, die bei dem in Fig. 13
dargestellten Ausführungsbeispiel in Diagonalrichtung ver
laufen.
Es können auch andere Wandungen, wie beispielsweise ein
Dachelement 86 aus mehreren Gefacheelementen 4, 4', 4" ge
bildet sein.
Derartige Dachelemente haben den Vorteil, daß die In
nenseite des Daches nicht mehr verschalt werden muß. Auf
der die Außenwandung bildenden Bretterlage muß dann nur
noch eine Lattung zur Aufnahme der Dachziegel oder eine an
dere Dachabdeckung vorgesehen werden.
Selbstverständlich kann in bekannter Weise auf der in
neren Bretterlage eine Dampfsperre ausgebildet werden und
auf der äußeren Bretterlage eine diffusionsoffene Folie
aufgebracht werden, so daß eine optimale Feuchtigkeitsiso
lierung gewährleistet ist.
Zwischen die Dielen der Stäbe können Dämmaterial
und/oder Brandschutzstreifen (Brandschutzverhalten nach DIN
4102) eingefügt werden.
Die vorbeschriebenen Gefacheelemente 4 lassen sich
selbstverständlich auch zur Ausfachung herkömmlicher Fach
werkkonstruktionen und insbesondere bei der Renovierung von
Altbauten einsetzen.
Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Systems
besteht darin, daß der Bauherr einen erheblichen Anteil an
Eigenleistung erbringen kann und daß durch die Verwendung
von Schwachholz die Materialkosten auf ein Minimum redu
zierbar sind. Durch die Verwendung des erfindungsgemäßen
Fachwerksystemes mit den erfindungsgemäßen Gefacheelementen
wird ein Markt für die bisher praktisch nutzlosen Schwach
hölzer geschaffen, wobei diese sofort nach Anfall weiter
verarbeitet werden können und nicht mehr im Wald gelagert
werden müssen. Durch diese verringerten Lagerzeiten haben
Schädlinge, wie beispielsweise der Holzbock oder die Holz
wespe, keine Zeit mehr, die Schwachhölzer anzugreifen, so
daß eine Behandlung der Schwachhölzer mit Pestiziden ent
fallen kann.
Claims (7)
1. Gefacheelement mit einer ersten Deckschicht (60) und
einer zweiten Deckschicht (68), zwischen denen zumindest
zwei Innenschichten (8) mit jeweils einer Isolationslage
(64), einer Bretterlage aus einer Vielzahl von parallel zu
einander angeordneten Brettern (62) und Distanzlatten (66)
angeordnet sind, und mit Verbindungsmitteln (71) zum Ver
binden der Bretterlage, der Distanzlatten (66) und der
Deckschichten (60, 68), wobei die Distanzlatten (66) in ei
ner Innenschicht fluchtend zu den Distanzlatten (66) der
benachbarten Innenschicht angeordnet sind und die benach
barten Bretterlagen voneinander sowie die Deckschichten
(60, 68) von den jeweils benachbarten Bretterlagen beab
standen.
2. Gefacheelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Distanzlatten (66) auf der Isolationslage (64)
aufliegen.
3. Gefacheelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Deckschicht aus einer Bretterlage (60)
gebildet ist.
4. Gefacheelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß auf einer oder beiden Deckschich
ten (60, 68) Abschlußschichten (70, 74, 76, 78, 80, 82) an
geordnet sind.
5. Gefacheelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß in einer Abschlußschicht (70, 74, 76, 78, 80, 82)
Ausnehmungen zur Installation von Sanitär- und/oder Klima-
und/oder Elektroeinrichtungen ausgebildet sind.
6. Gefacheelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß die Verbindungsmittel Nägel (71),
Klammern oder dgl. sind.
7. Verfahren zur Herstellung eines Gefacheelements (4)
gemäß einem der vorhergehenden Patentansprüche mit den
Schritten:
- a) Auflegen einer ersten Deckschicht (60) auf eine Montagefläche, vorzugsweise einem Montagetisch,
- b) Auflegen einer Isolationslage (64),
- c) Auflegen von Distanzlatten (66),
- d) Auflegen einer Bretterlage aus einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten Brettern (62),
- e) Ausbilden von zumindest einer weiteren Innenschicht gemäß den Schritten b) bis d), wobei die Distanzlatten (66) der weiteren Innenschichten fluchtend zu denjenigen der vorher ausgebildeten Innenschicht angeordnet werden,
- f) Ausbilden einer zweiten Deckschicht (68),
- g) Verbinden der Bretterlagen, Distanzlatten (66) und der Deckschichten (60, 68).
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