DE19628124C2 - Verfahren und Anordnung zur Zuglängenmessung - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur ZuglängenmessungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung
zur Zuglängenmessung (Integritätsprüfung).
Die Zuglängenmessung(Integritätsprüfung)dient der wieder
holten oder fortlaufenden Überprüfung der Vollständigkeit
eines Zuges mit einer Mehrzahl von Wagen und ist insbeson
dere für Güterzüge von Bedeutung.
Die Zuglängenmessung kann beispielsweise indirekt durch an
der Strecke angeordnete Achszähleinrichtungen erfolgen,
was aber einen erheblichen Infrastrukturaufwand sowie eine
Koordination von Meßdaten verschiedener Einrichtungen er
fordert.
Aus DE 44 36 983 A1 ist ein Verfahren zur Zuglängenmessung mit
tels Radar bekannt, bei welchem von einem Zugteil (Leitfahrzeug)
aus Hochfrequenzsignale SAF parallel zur Zuglängsachse an das
Schlußfahrzeug ausgesendet werden. Dort wird ein Antwortsignal
SAW erzeugt, welches das Leitfahrzeug empfängt. Aus dem Lauf
zeitunterschied zwischen den beiden Signalen SAF und SAW wird
eine Information über die Zuglänge abgeleitet.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein mit geringem Auf
wand durchführbares Verfahren zur Zuglängenmessung sowie eine
Anordnung zur Durchführung eines solchen Verfahrens anzugeben.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die Anordnung zur Durchfüh
rung eines solchen Verfahrens sind in den unabhängigen Ansprü
chen beschrieben. Die Unteransprüche enthalten vorteilhafte Aus
gestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung.
Die Erfindung macht sich zunutze, daß bei fahrendem Zug die
Echosignale von Zugteilen sich aufgrund verschwindender Relati
vitätsgeschwindigkeit auf einfach Weise durch Ausfiltern von
Signalanteilen bei der Dopplerfrequenz fD = 0 vom Umgebungsechos
oder Bodenechos unterscheiden lassen. Während der Fahrt stammen
Echosignale bei fD = 0 ausschließlich von Zugteilen.
Aus den Echosignalen der maximalen Echolaufzeit läßt sich z. B.
durch Bestimmen der maximalen Zielentfernung die tatsächliche
Zuglänge oder durch Vergleich mit vorausgegangen Messungen auch
nur die Vollständigkeit des Zuges ermitteln. Vorteilhafterweise
ist die Erfindung allein von der Lokomotive aus durchführbar
ohne Hilfseinrichtungen an dem Wagen.
Durch die Möglichkeit einer großen Zahl von Einzelmessungen kann
eine hohe Zuverlässigkeit der Messung erreicht werden. Eine
Langzeitintegration der Echosignale oder daraus abgeleiteter
Signale bewirkt die beschriebene Ausfilterung der Anteile bei
fD = 0 und leistet somit eine
Empfindlichkeitssteigerung sowie eine Unterdrückung von
seitlichen Störern. Das Integrationsintervall liegt für
den benötigten Eindeutigkeitsbereich typischerweise im
Millisekundenbereich.
Zur Durchführung des Verfahrens wird vorzugsweise eine
Pulsradar-Anordnung mit z. B. 50-100 GHz Sendefrequenz, ei
ner Entfernungsauflösung von 1 m bis 10 m und einem Eindeu
tigkeitsbereich von ca. 1-2 km eingesetzt. Als kompakte
Sende-Empfangs-Einheit kann dabei vorteilhafterweise eine
selbstschwingende Mischstufe vorgesehen sein. Die verwen
dete Antennenanordnung zeigt ein scharf gebündeltes
Antennendiagramm und ist vorzugsweise als Gruppenantenne
(phased Array), insbesondere als fest verdrahtetes Patch-
Phased-Array ausgeführt. Durch die scharfe Bündelung mit
einer Diagramm-Halbwertbreite von vorzugsweise kleine 1 Grad,
in horizontaler und/oder vertikaler Richtung kann
einer unerwünschten Aufspreizung von Echolaufzeiten begeg
net werden.
Die Messung erfolgt vorzugsweise von einer an einem Ende
des Zuges befindlichen Lokomotive aus.
Die Abbildungen zeigen zwei bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung.
Bei der in Fig. 1 skizzierten Ausführung ist die Antennen
anordnung A1 am Unterboden einer an einem Zugende befind
lichen Lokomotive L befestigt und so ausgerichtet, daß das
scharf gebündelte Antennen-Richtdiagramm D1 möglichst par
allel zur Zuglängsrichtung in den Bereich B zwischen
Zugunterboden und Gleisstrang G gerichtet ist. Die Sende
signale und Echosignale werden in diesem Bereich B ge
führt, insbesondere durch Spiegelung am Gleisstrang,
Schwellen und ebenen Flächen des Zugunterbodens. Echosi
gnale bei fD = 0 entstehen hauptsächlich durch Reflexionen
am Zugunterboden. Durch die Signalführungseigenschaft des
Bereichs B ist eine Messung auch in Kurven und auf nicht
ebenen Strecken möglich.
Die in Fig. 2 skizzierte Ausführungsform sieht zwei an ge
genüberliegenden Seiten der Lokomotive L angebrachte Teil-
Antennenanordnungen A2, A3 vor, die wiederum scharf gebün
delte und annähernd parallel zur Zuglängsrichtung ausge
richtete Antennen-Richtdiagramme D2, D3 aufweisen. Bereits
in leichten Kurven ergibt sich von der jeweils bezüglich
der Schienenstrangkrümmung innenliegenden Teil-
Antennenanordnung, in der Skizze beispielsweise A2, eine
direkte Sichtlinie zum Zugende. Prinzipiell genügt auch
eine einzelne Antennenanordnung A2 oder A3, die Messung
ist dann auf eine Kurvenrichtung beschränkt.
Die Auswertung der Echosignale kann wie bei der ersten
Ausführung erfolgen.
In Fig. 3 sind in einer Frontansicht der Lokomotive L Mög
lichkeiten der Anbringung von Antennenanordnungen A1, A2,
A3 skizziert.
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Beispiele
beschränkt. Insbesondere können andere Antennenanordnungen
und Radarverfahren zum Einsatz kommen. Die Dopplerauswer
tung von Radar-Echosignalen ist allgemein bekannt.
Claims (8)
1. Verfahren zur Zuglängenmessung mittels Radar, bei wel
chem während der Fahrt von einem Zugteil aus Hochfrequenz
signale parallel zur Zuglängsrichtung abgestrahlt werden
und aus den Anteilen der empfangenen Echosignale ohne
Dopplerverschiebung eine Information über die Zuglänge ab
geleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bestimmung der Echosignalanteile ohne Dopplerverschie
bung durch Langzeitintegration der Echosignale oder daraus
abgeleiteter Signale erfolgt.
3. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach An
spruch 1, gekennzeichnet durch eine Antennenanordnung mit
einem stark gebündelten Diagramm das annähernd parallel
zur Zuglängsrichtung ausgerichtet ist.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Antennenanordnung (A1) am Unterboden eines Zugteils
angeordnet und das Diagramm (D1) in den Bereich zwischen
Zugunterboden und Gleisstrang gerichtet ist.
5. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Antennenanordnung seitlich an einem Zugteil angeordnet
und das Diagramm parallel zur Zuglängsrichtung ausgerich
tet ist.
6. Anordnung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch zwei
Teilantennen (A2, A3), die an gegenüberliegenden Seiten
eines Zugteils angeordnet sind, und deren Diagramme (D2,
D3) jeweils annähernd parallel zur Zuglängsrichtung ausge
richtet ist.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Antennenanordnung als Phased-Ar
ray-Antenne ausgeführt ist.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß sie eine selbstschwingende Mischstufe
als Sende-Empfangseinheit enthält.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19628124A DE19628124C2 (de) | 1996-07-12 | 1996-07-12 | Verfahren und Anordnung zur Zuglängenmessung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19628124A DE19628124C2 (de) | 1996-07-12 | 1996-07-12 | Verfahren und Anordnung zur Zuglängenmessung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19628124A1 DE19628124A1 (de) | 1998-01-15 |
| DE19628124C2 true DE19628124C2 (de) | 2003-04-10 |
Family
ID=7799643
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19628124A Expired - Fee Related DE19628124C2 (de) | 1996-07-12 | 1996-07-12 | Verfahren und Anordnung zur Zuglängenmessung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19628124C2 (de) |
Families Citing this family (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US8688297B2 (en) | 2010-11-10 | 2014-04-01 | Lockheed Martin Corporation | Methods and systems for continually measuring the length of a train operating in a positive train control environment |
| US8918237B2 (en) | 2013-03-15 | 2014-12-23 | Lockheed Martin Corporation | Train integrity and end of train location via RF ranging |
| US9174657B2 (en) | 2013-03-15 | 2015-11-03 | Lockheed Martin Corporation | Automated real-time positive train control track database validation |
| DE102016001189A1 (de) | 2016-02-03 | 2016-08-11 | Daimler Ag | Verfahren zur Rückraumüberwachung bei einem Gespann |
| ES2910774T3 (es) | 2017-12-08 | 2022-05-13 | Thales Man & Services Deutschland Gmbh | Red de control de trenes, método de comunicación y método para controlar la integridad de trenes |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4238034C1 (de) * | 1992-11-11 | 1994-03-31 | Michael Dipl Ing Sartori | Verfahren und Vorrichtung zum inspektierenden, berührungslosen Abtasten der unmittelbaren Umgebung einer Gleisstrecke hinsichtlich bestimmter Meßkriterien |
| DE4436983A1 (de) * | 1994-10-06 | 1996-04-11 | Siemens Ag | Verfahren zum Bestimmen des Abstandes zwischen einem Bezugspunkt und einem Fahrzeug und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
-
1996
- 1996-07-12 DE DE19628124A patent/DE19628124C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19628124A1 (de) | 1998-01-15 |
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