DE19629017A1 - Hochelastischer und leichter Preßkork - Google Patents
Hochelastischer und leichter PreßkorkInfo
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Description
Nach dem Stand der Technik wird Preßkork für statische und dynamische Beanspruchung so herge
stellt, daß geschroteter Kork hauptsächlich im Kornbereich von ca. 0,5 bis mehreren Millimetern
mittels interner oder externer Kleber zu massiven Körpern verbunden wird. Dabei können die Körper
nach dem Umformen bereits Endformen darstellen, wie z. B. bei Schuhsohlen, oder diese Endformen
werden aus Vorformlingen wie Blöcken oder Zylindern durch mechanische Bearbeitung zu Formteilen
oder Flachzeug umgearbeitet. Je nach späterem Einsatzbereich und den notwendigen technischen
und wirtschaftlichen Aspekten benützt man die dem Rohstoff Kork innewohnenden wärmeaktivier
baren Harze oder extern zugegebenen Binder z. B. auf Latexbasis, auf thermoplastischer Basis wie
Ethylen-Vinylacetat, PVC, TPE o. ä., oder chemisch vernetzte Kunststoffe z. B. Polyurethane.
Keines dieser traditionellen Systeme ermöglicht es, Preßkork herzustellen, der die häufigsten
Wünsche an Dichte, Härte, Elastizität, Biegebruchsicherheit, Bruchdehnung, Biegewechselfestigkeit,
Abrieb usw. gleichzeitig erfüllen kann.
Die Erfindung bezieht sich auf Preßkork mit einer Dichte von ca. 0,2 bis 0,3 g/cm³ (korkschrot
abhängig), einer Härte von ca. 45 ShoreA, einer Bruchdehnung < 15%, hoher Rückstellung, Knick
bruchsicherheit, Biegewechselfestigkeit, Hautverträglichkeit, Entsorgbarkeit u.ä., wie es bei dyna
misch beanspruchten Teilen wie z. B. bei Schuhsohlen gewünscht wird.
Für manche Anwendungen ist die gegebene Antistatik und Nichtschmelzbarkeit bei hochtouriger
Bearbeitung ein Kriterium in der Anwendung.
Alle vorgenannten Eigenschaften können erreicht werden durch den erfindungsgemäßen Einsatz von
hydrophilem Polyurethan-Prepolymer-Schaum als Binder für Korkschrot und ggf. zusätzlichen
Füllstoffen wie Fasern etc.
Dabei ist es unerheblich, welches der auf dem Markt befindlichen hydrophilen Polyurethan-
Prepolymer-Schäume verwendet wird, sei es ein System auf Basis von Toluoldiisocyanat (TDI) oder
Diphenylmethandiisocyanat (DMI) o. ä.
Für die Herstellung hochwertigen Preßkorks ist die erfindungsgemäße Anwendung eines hydrophilen Systems mit ca. 100 Gewichtsanteilen Wasser auf 100 Gewichtsanteile Harz wesentlich günstiger als der Einsatz der viel bekannteren 2-komponentigen hydrophoben Systeme mit 2 bis 5 Gewichts anteilen Wasser, insbesondere bei Berücksichtigung des sehr leichten und voluminösen Korkschrots als Hauptkomponente.
Für die Herstellung hochwertigen Preßkorks ist die erfindungsgemäße Anwendung eines hydrophilen Systems mit ca. 100 Gewichtsanteilen Wasser auf 100 Gewichtsanteile Harz wesentlich günstiger als der Einsatz der viel bekannteren 2-komponentigen hydrophoben Systeme mit 2 bis 5 Gewichts anteilen Wasser, insbesondere bei Berücksichtigung des sehr leichten und voluminösen Korkschrots als Hauptkomponente.
Wichtig ist, daß ein möglichst hoher CO₂-Gasdruck vor der Vernetzung entsteht. Der relativ hohe
innere Gasdruck von ca. 0,8 bar ist wesentlich für eine hervorragende Bindung der Korkschrot-
Partikel. Die Expansion des durch loses Mischen eingebrachten oben beschriebenen Polyurethan-
Prepolymers bewirkt eine sehr innige druckbedingte Umschließung der naturgemäß zerklüfteten
Oberfläche der Korkpartikel. Die Schaum-Kleber-Bindung ist im Mikroskop deutlich erkennbar
gegenüber Bindungen nichtgeschäumter Binder. Die sehr hohe Dehnung bis ca. 600% und die
Weichheit des entstandenen Schaums sind entscheidend für die hohe Qualität dieses Verbund
systems.
Sollte in besonderen Fällen z. B. die zeitlich begrenzte Schaumbildung ein Anwendungshindernis
sein, kann bei sonst gleichartigen Bedingungen auch eine nicht gasende Formulierung gewählt
werden, ggf. unter Qualitätseinbuße.
In der Praxis gibt es mindestens drei Arten der Herstellung des erfindungsgemäßen hochelastischen
und leichten Preßkorks mittels der erfindungsgemäßen Rezeptur:
1. Die drei Hauptanteile
Korkschrot,
PU-Prepolymer,
Wasser
Korkschrot,
PU-Prepolymer,
Wasser
werden in einem Intensivmischer schnell und heftig ca. 1 Minute gemischt und diese fertige,
lose, leicht klebrige Masse in die entsprechende Preßform gegeben und mit einem Stempel
mit einem Druck von ca. 1 bar bei Raumtemperatur beaufschlagt. Die Mischung ist prinzipiell
in Ordnung, wenn unmittelbar nach dem Schließen der Form klares Wasser aus den
Schließspalten dringt. Der erste Teil des Wassers ist verdrängtes Überschußwasser, nach
folgend ist es Wasser aus der Expansion des sich bildenden Schaums. Der ansteigende
innere Expansionsdruck von ca. 0,8 bar ist an einer Druckwaage leicht ablesbar. Im Normal
fall und ohne mögliche Beschleuniger ist ein Formteil nach ca. 8 Minuten so weit vernetzt,
daß es der Form entnommen und getrocknet werden kann.
2. Die drei Hauptanteile
Korkschrot,
PU-Prepolymer,
Wasser
Korkschrot,
PU-Prepolymer,
Wasser
werden nacheinander wie folgt vermischt: der Kork mit der rezeptmäßig vorgeschriebenen
Menge Wasser; dieser lagerfähige feuchte Korkschrot wird unmittelbar vor der Verfüllung mit
dem Prepolymer vermischt. Die folgenden Abläufe sind wie unter 1.
3. Die drei Hauptanteile
Korkschrot,
PU-Prepolymer,
Wasser
Korkschrot,
PU-Prepolymer,
Wasser
werden nacheinander wie folgt vermischt: zuerst Korkschrot mit Prepolymer; unmittelbar vor
der Verfüllung erfolgt die Wasserzugabe. Die folgenden Abläufe sind wie unter 1.
In der Praxis hat sich die unter 3. beschriebene Variante am besten bewährt, da das meist hoch
viskose PU-Prepolymer ohne Schaden zu nehmen mehrere Minuten sehr intensiv zu homogener
Verteilung gebracht werden kann, und sich das Wasser dann schnell und gleichmäßig einmischen
läßt.
Beispielhafte Rezepturvorschläge zur Herstellung hochelastischer und leichter Preßkork-Frässohlen:
100 Gewichtsteile hochwertiger heller Korkschrot im Längen/Durchmesserverhältnis von ca. 1 : 3 bis 2 : 5 mm
75 Gewichtsanteile Polyurethan-Prepolymer in schaumbildender Formulierung abgeleitet von Toluoldiisocyanat
100 Gewichtsteile Leitungswasser.
100 Gewichtsteile hochwertiger heller Korkschrot im Längen/Durchmesserverhältnis von ca. 1 : 3 bis 2 : 5 mm
75 Gewichtsanteile Polyurethan-Prepolymer in schaumbildender Formulierung abgeleitet von Toluoldiisocyanat
100 Gewichtsteile Leitungswasser.
Die Komponenten werden bei Raumtemperatur nach einer der oben beschriebenen Methoden
verarbeitet.
Claims (6)
1. Hochelastischer und leichter Preßkork, der durch Zugabe von chemisch vernetzenden Bindern zu
geschrotetem Naturkork hergestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß als Binder ein hydrophiler
Polyurethan-Prepolymer-Schaum verwendet wird.
2. Verfahren zur Herstellung des hochelastischen und leichten Preßkork nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Korkschrotpartikel und der hydrophile Polyurethan-Prepolymer-Schaum
unter Zugabe von Wasser miteinander vermischt und unter Druck bei Raumtemperatur geformt
wird.
3. Verfahren zur Herstellung des hochelastischen und leichten Preßkork nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß alle drei Hauptbestandteile Korkschrot, Polyurethan-Prepolymer und Wasser
nach Portionierung und vor der Verfüllung gleichzeitig intensiv vermischt werden.
4. Verfahren zur Herstellung des hochelastischen und leichten Preßkork nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß von den drei Hauptbestandteilen Korkschrot, Polyurethan-Prepolymer und
Wasser zuerst der Korkschrot mit dem Wasser vermischt wird, und diesem lagerfähigen Gemisch
erst unmittelbar vor der Verfüllung das Polyurethan-Prepolymer zugemischt wird.
5. Verfahren zur Herstellung des hochelastischen und leichten Preßkork nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß von den drei Hauptbestandteilen Korkschrot, Polyurethan-Prepolymer und
Wasser zuerst der Korkschrot mit dem Polyurethan-Prepolymer vermischt wird, und diesem
bedingt lagerfähigem Gemisch erst unmittelbar vor der Verfüllung das Wasser zugemischt wird.
6. Verwendung des Preßkork nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dieser der Herstellung
von Halbzeug wie Platten, Folien, Zylindern u.ä. und der Herstellung von Formteilen wie
Schuhsohlen, Handgriffen u.ä. dient.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19629017A DE19629017A1 (de) | 1996-07-18 | 1996-07-18 | Hochelastischer und leichter Preßkork |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19629017A DE19629017A1 (de) | 1996-07-18 | 1996-07-18 | Hochelastischer und leichter Preßkork |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19629017A1 true DE19629017A1 (de) | 1998-01-22 |
Family
ID=7800190
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19629017A Ceased DE19629017A1 (de) | 1996-07-18 | 1996-07-18 | Hochelastischer und leichter Preßkork |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19629017A1 (de) |
Cited By (6)
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