DE19629151A1 - Verkleidungsleistensystem - Google Patents
VerkleidungsleistensystemInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verkleidungsleistensystem für Rohre, Leitungen,
Kanäle oder dergleichen in Räumen.
Bekannt sind Leisten zur Verkleidung für Rohre, Leitungen, Kanäle oder
dergleichen in Räumen, deren Grundkörper aus Kunststoff, Holz sowie Kork
besteht.
Zur Befestigung von Leisten aus Kunststoffen ist naheliegend und - neben der
Möglichkeit Leistenhalterungen an der Wand zu befestigen - üblich,
Rohrhalterungen gleichfalls mit zu nutzen. Der jeweilige Abstand der
Leiste zur Wand im Bereich der Halterung ist damit fest vorgegeben.
Durch Ansetzen oder Einlegen von Dichtlippen an die Leisten wird angestrebt,
die Bildung breiter und unregelmäßiger Spalten an Wandunebenheiten zu
verhindern. Dies ist jedoch auf die Breite des elastischen Teiles der
Dichtlippen begrenzt.
Bekannt sind auch Halterungen mit großflächigem Auflager, welche dadurch
Abweichungen der Wandebene im Bereich der Auflagefläche kompensieren. Vor allem
im Altbau häufig auftretende kurze, deutlich sichtbare Ein- und Ausbuchtungen
der Wand sind jedoch mit diesem Verfahren auch nicht kaschierbar. Außerdem ist
bei dem verwendeten Verrieglungssystemen zur Montage die Leiste in die
Halterungen und gegen die Auflagefläche um mindestens das Maß der Widerhaken
oder Rastnasendicke zu drücken, um nach Einrastung anschließend in
entgegengesetzter Richtung, also gelockert, die Endlage einzunehmen. Dieses
Einrücken ist oft, ebenso wie die Verlegung an Außen- und Innenecken, eine
aufwendige, nur mit ausgeprägten Geschick durchführbare Arbeitshandlung.
Davon ausgehend, daß Verkleidungen von Rohren, Leitungen, Kanälen oder
dergleichen in Räumen vorrangig ein ansprechendes aussehen - welches dem
Geschmack des Nutzers unterliegt - aufweisen sollte, muß eine leichte
Abnehmbarkeit der Leisten gegeben sein, um bei Bedarf problemlos den Belag
ändern zu können. Durch die Einrasttechnik, aber auch durch die relativ große
Ausdehnung der Kunststoffe bei Wärmeeinwirkung, treten jedoch erhebliche
Verspannungen auf, so daß eine Demontage der Leisten für den ungeübten Nutzer
meist unzumutbar ist.
Insbesondere gilt dies für Verkleidung an krummen Wänden, da die Leisten dann
erhöhte Biegespannungen aufnehmen müssen, und verstärktes Verhaken der
Verriegelungsorgane vorliegt. Starke Verspannungen können auch unangenehme
Geräuschbildung bewirken.
Die Ausführung aus Holz oder Kork sind kostenintensiv bzw. es sind die
Entwicklung bezüglich Stabilität und Halterungstechnik nicht zufriedendstellend
gelöst.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, zur Verkleidung von Rohren,
Leitungen, Kanälen oder dgl. unter Verwendung eines preiswerten Materials ein
soweit wie nötig befestigtes, den Belastungen entsprechendes aber leicht zu
montierendes sowie auch problemlos demontierbares, formschönes Leistensystem
mit größtmöglicher Anzahl an Gestaltungsvariationen zu entwickeln.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale der
Patentansprüche gelöst.
Vorteilhafte Weiterentwicklungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
gekennzeichnet.
Die Erfindung betrifft Verkleidungsleistensysteme in Räumen für Eckbereich,
Wand/Fußboden und Wand/Wand zur Verkleidung von Rohren, Leitungen, Kanäle oder
dergleichen mit Halterung zur Befestigung und dessen raumseitigen Leisten
flächen gestaltbar sind, wobei erfindungsgemäß die Leistenelemente aus Gips
bestehen, zur Fixierung der Leistenelemente (1) an den Rohren, Leitungen,
Kanälen oder dergleichen sowie wahlweise zusätzlich an Wand und Fußboden/Wand
liegende geformte Distanzstücke (2) verwendet werden und eine federnde
Halterung der Leistenelemente (1) mittels Verbinder (3) erreicht wird.
Die erfindungsgemäßen Leistenelemente (1) aus Gips können wahlweise aus Baugips
bestehen, ummantelt oder verbunden mit anderen Materialien, bewehrt oder mit
Fasern versehen, mit oder ohne Imprägnierung.
Die zur Fixierung der Leistenelemente besonders ausgeführten Distanzstücke (2)
bestehen aus Kunststoff, Kunst-Schaumstoff, Gips oder aus Kork.
Die Verbinder (3) ermöglichen eine federnde Halterung der Leistenelemente, indem
das verstellbare Federsystem als Klemmpunkt das anliegende Rohr oder
dergleichen oder ein Einraststück (4) nutzt.
Wahlweise besteht die Möglichkeit, daß der Verbinder (3) zur stufenlosen
Verstellung mit einem Schlitz oder Langloch im Befestigungsschenkel der Feder
(33) versehen ist und die Feder am Steg (31) verschraubt wird. Alternativ
besteht die Möglichkeit, daß der Steg (31) des Verbinders (3) zur abgestuften
Verstellung der Feder (33) mit seitlich angeordneten Schlitzen zur Einrastung
versehen ist.
Die Verkleidungsleistensysteme werden vorteilhafterweise zur Anbringung von
Teppich-Boden- oder Korkbelag mit einer U-förmigen Kunststoffschiene (12), die
an die Leistenelemente (1) geklebt wird, versehen.
Um den Stoß zwischen Leistenelement (1) und der Wand abzudecken, kann eine L-för
mige Kunststoff- oder Metallschiene (11) eingeschoben werden.
Die mit der erfindungsgemäßen Nutzung erzielbaren Vorteile bestehen
insbesondere in dem äußerst geringen Montageaufwand.
Eine Anpassung der Leisten an Unebenheiten der Auflageflächen ist durch
Materialabtrag oder durch Verfugen problemlos gegeben. Nach Anpassung der
Leisten können diese tapeziert, gestrichen, geputzt, mit Fußbodenbelag versehen
oder mit Fliesen verkleidet werden.
Einen Wechsel des Leistenbelages auszuführen, ist mit geringen Kraftaufwand zur
Demontage der Leiste und auf einfachste Weise durchführbar.
Desweiteren wird ein kostengünstiges und leicht zu bearbeitendes Material
hervorragender Stabilität verwendet.
Der Grundstoff des Leistenelementes ist nicht brennbar, baubiologisch günstig
und wirkt wärme- und schalldämmend.
Im Bedarfsfall, z. B. bei Überprüfung oder Reparaturen, ist ein schneller
Zugang zu den verkleideten Rohren und Leitungen möglich.
Durch das einstellbare Verklemmen der Leisten an den Rohrleitungen oder dgl.
wird das System unabhängig davon, welcher Belag bestimmter Dicke auf den
Fußboden verlegt wird. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, da zum
Zeitpunkt der Rohrleitungsmontage - bekannte Systeme verlangen ein Aufsetzen
der Halterung auf dem Belag - oft die Entscheidung noch nicht vorliegt, bzw.
sollte damit gerechnet werden, daß der Nutzer einen anders gearteten
Fußbodenbelag wünscht.
Letztlich ist das System auch für den nachträglichen Anbau der Verkleidung an
bereits verlegte Rohre oder Leitung geeignet.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles, an der
beigefügten Zeichnungen ausführlich erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 Eine Schnittdarstellung von Leiste und Distanzstück zur Verkleidung
von Heizungsrohren.
Fig. 2 Eine Schnittdarstellung von der Verkleidungsleiste mit einer ein
gelegten L-förmigen Kunststoffschiene und einer zur Aufnahme des
Belages angeklebten U-förmigen Kunstsoffschiene sowie die Seiten
ansicht eines montierten Einraststückes.
Fig. 3 Die Seitenansicht eines Verbinders mit stufenlos einstellbarer
Feder.
Fig. 4 Die Seitenansicht eines Verbinders mit in Stufen einstellbarer
Feder.
Fig. 5 Die perspektivische Ansicht eines Einraststückes mit Durchbruch
und Langloch.
Gemäß dem Ausführungsbeispiel wird ein preiswertes und leicht zu bearbeitendes
Material, vorzugsweise mit Fasern versehener Baugips verwendet. Solche
Materialien finden zur Vorwandbeplankung bereits breite Anwendung.
Die Systemelemente des Verkleidungsleistensystems werden als Formteile oder
Segmente und Einzelteile durch Kleben miteinander verbunden. Dabei werden die
Materialien auch in kartonierter Form eingesetzt. Außeneck- und Inneneckteile
werden ebenso wie Endteile vorgefertigt und vor Ort den baulichen
Gegebenheiten angepaßt. Ausbuchten der Anflageflächen können leicht durch
Materialabtragung an der Leiste ausgeglichen werden.
Einbuchtungen oder starke Abrundungen der Anflageflächen sind durch
Hinterlegen von Kreppstreifen und anschließenden Ausfugen kaschierbar. Eine
unerwünschte Verbindung zur Wand wird dabei ausgeschlossen.
Nach erfolgter Anpassung der Leisten können diese tapeziert, gestrichen, mit
Fußboden- oder Korkbelag oder mit einer Borde versehen, geputzt oder mit
Fliesen verkleidet werden.
Auch millimetertiefe Ausarbeitung auf der Leiste zur wirkungsvollen Gestaltung
des Sockelbereiches eines Raumes sind möglich.
Gestaltet werden die Leisten auch aus fertigungstechnischen Gründen im Profil
mit einer Phase oder mit einer Abrundung.
Zur Erreichung eines besonders optisch gefälligen Überganges am Stoß zwischen
Leiste und Wand kann zusätzlich eine Winkelschiene (11) aus Kunststoff einge
schoben werden.
Zwischen Leiste und Wand sind in bestimmten, von den Gegebenheiten abhängigen
Abständen, Distanzstücke (2) einzulegen. Diese Distanzstücke aus vorzugsweise
geschäumten Polystyrol sind äußert preiswert herzustellen, leicht bearbeitbar
und unter Druck geringfügig nachgebend.
Der untere Steg der Distanzstücke wird in seiner Länge so gewählt bzw.
bearbeitet, daß dieser an der Wand anliegt. Der obere Bereich wird
beispielsweise durch vorhandene Rohrleitung gestützt. Die Distanzstücke sind
längs der Leiste verschiebbar, so daß günstige Stellen zur Einlage wählbar
sind.
Zur Halterung der Leisten dienen Verbinder (3), welche in die Fugen der Stöße
gesteckt werden und über ihre Abdeckung den Anpressdruck auf die Leisten
bewirken.
In einer ersten Ausführung, welche insbesondere für die Verkleidung von Rohren
oder Leitungen geeignet ist, wird mittels einer Blattfeder eine federnde
Verbindung zwischen Verbinder und Rohr oder Leitung erreicht. Befestigt wird
die Feder durch Schrauben am Steg des Verbinders. Der Befestigungsschenkel der
Feder ist geschlitzt oder mit einem Langloch versehen, so daß eine stufenlose
Verstellung in vertikaler Richtung möglich ist.
Eine andere Befestigung der Feder in einer weiteren Ausführungsform wird
erreicht, indem im Steg seitlich angeordnete Schlitze vorgesehen werden,
welche eine abgestufte Verstellung ermöglichen. Die Arretierung der Feder
erfolgt hierbei durch seitliches Eindrücken in die Schlitze.
Eine Montage von Einraststücken wird in einer weiteren Ausführung erforderlich,
wenn durch die Gegebenheiten eine Einrastung am Rohr oder dergleichen nicht
vorliegt.
Zur Erreichung einer günstigen Klemmwirkung ist die Feder so einzustellen, daß
der Angriffspunkt am Rohr oder dgl. oder am Einraststück im gespannten Zustand
im Bereich um 45° liegt.
Geringe Montageungenauigkeiten, die z. B. bei der Befestigung von
Rohrhalterungen auftreten, gleicht die Feder unmittelbar aus. Größere
Abweichungen können durch die Verstellbarkeit der Feder kompensiert
werden.
Claims (9)
1. Verkleidungsleistensystem in Räumen für Eckbereich Wand/Fußboden und
Wand/Wand zur Verkleidung von Rohren, Leitungen, Kanäle oder dergleichen mit
Halterung zur Befestigung und dessen raumseitigen Leistenflächen gestaltbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leistenelemente (1) aus Gips bestehen, zur Fixierung der
Leistenelemente an Rohren, Leitungen, Kanälen o. dgl. sowie wahlweise
zusätzlich an Wand und Fußboden/Wand liegende, geformte Distanzstücke (2)
verwendet werden und eine federnde Halterung mittels Verbinder (3) erreicht
wird.
2. Verkleidungsleistensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Leistenelemente (1) aus Baugips, ummantelt oder verbunden mit anderen
Materialien, bewehrt oder mit Fasern versehen, mit oder ohne Imprägnierung
bestehen.
3. Verkleidungsleistensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Distanzstücke (2) aus Kunstoff, Kunst-Schaumstoff, Gips oder aus Kork
bestehen.
4. Verkleidungsleistensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Verbinder (3) mit einem in vertikaler Richtung verstellbaren Federsystem
ausgestattet ist.
5. Verkleidungsleistensystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
das verstellbare Federsystem als Klemmpunkt das anliegende Rohr o. dgl. oder
ein Einraststück (4) besitzt.
6. Verkleidungsleistensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Verbinder (3) zur stufenlosen Verstellung mit einem Schlitz oder einem
Langloch im Befestigungsschenkel der Feder (33) versehen ist und die Feder
am Steg (31) verschraubt wird.
7. Verkleidungsleistensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Steg (31) des Verbinders (3) zur abgestuften Verstellung der Feder (33)
mit seitlich angeordneten Schlitzen zur Einrastung versehen ist.
8. Verkleidungsleistensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Anbringung von Teppichboden- oder Korkbelag eine U-förmige
Kunststoffschiene (12) an die Leistenelemente (1) geklebt wird.
9. Verkleidungsleistensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
wahlweise am Stoß zwischen Leistenelemente (1) und Wand eine L-förmige
Kunststoff- oder Metallschiene (11) eingeschoben werden kann.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996129151 DE19629151A1 (de) | 1996-07-19 | 1996-07-19 | Verkleidungsleistensystem |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1996129151 DE19629151A1 (de) | 1996-07-19 | 1996-07-19 | Verkleidungsleistensystem |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19629151A1 true DE19629151A1 (de) | 1998-01-22 |
Family
ID=7800274
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996129151 Withdrawn DE19629151A1 (de) | 1996-07-19 | 1996-07-19 | Verkleidungsleistensystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19629151A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2090717A1 (de) | 2008-02-18 | 2009-08-19 | Natural Faber, S.L. | Basiselement mit einem Verschlusselement und Verfahren für Installation auf einer Verkleidungswand |
| EP4311895A1 (de) * | 2022-07-29 | 2024-01-31 | Daniel Belec | Sockelleiste sowie herstellungsverfahren |
-
1996
- 1996-07-19 DE DE1996129151 patent/DE19629151A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2090717A1 (de) | 2008-02-18 | 2009-08-19 | Natural Faber, S.L. | Basiselement mit einem Verschlusselement und Verfahren für Installation auf einer Verkleidungswand |
| EP4311895A1 (de) * | 2022-07-29 | 2024-01-31 | Daniel Belec | Sockelleiste sowie herstellungsverfahren |
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8181 | Inventor (new situation) |
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