DE19638542C2 - Lagerungsmatte für einen Abgaskatalysator - Google Patents
Lagerungsmatte für einen AbgaskatalysatorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Lagerungsmatte für einen
Abgaskatalysator. Unter einem Abgaskatalysator ist da
bei eine Vorrichtung zur Entgiftung von Abgasströmen
insbesondere von Kraftfahrzeugen zu verstehen. Sie
umfassen u. a. ein Gehäuse, in dem ein katalytisch wir
kender Katalysatorkörper gelagert ist. Katalysatorkör
per aus keramischen Werkstoffen, sogenannte Monolit
he, müssen aufgrund ihrer Bruchempfindlichkeit beson
ders gut im Gehäuse gelagert werden. Zu ihrer Lage
rung werden Mineralfasermatten verwendet, die expan
dierbare Partikel, beispielsweise Blähglimmer (z. B. Ver
miculit) oder Graphitsalze enthalten. Solche, im folgen
den Quellmatten genannte Lagerungsmatten sind in ei
nem zwischen Monolith und Gehäusewandung vorhan
denen Spaltraum verpreßt angeordnet. Aufgrund ihrer
elastischen Rückstellkräfte üben sie eine Haltekraft auf
den Monolith aus.
Bei Abgaskatalysatoren für Kraftfahrzeuge tritt das
Problem auf, daß durch die heißen Abgase der gesamte
Abgaskatalysator erhitzt wird. Da die Monolithe eine
geringere Wärmeausdehnung aufweisen als Metallge
häuse, vergrößert sich der Spaltraum während des Be
triebs des Fahrzeuges. Diesem Effekt wirken die in einer
Quellmatte vorhandenen expandierbaren Partikel,
meist Blähglimmerplättchen entgegen. Ab einer Expan
sionstemperatur etwa von 300°-350°C spaltet sich in
den Zwischenschichten der Blähglimmerpartikel gebun
denes Wasser irreversibel ab, geht in den Dampfzustand
über und bläht gewissermaßen die dicht an dicht anein
anderliegenden Einzelschichten des Blähglimmers zieh
harmonikaartig auf. Durch diese Expansion der Bläh
glimmerpartikel wird die Lagerungsmatte im heißen Be
triebszustand des Abgaskatalysators expandiert. Die
Spaltraumvergrößerung wird dadurch ausgeglichen.
Um die Handhabbarkeit der Matten bei der Montage
eines Abgaskatalysators zu erleichtern, enthalten sie ein
Bindemittel, das die Fasern zusammenhält. Als Binde
mittel werden z. B. Latex-Acryl-Binder oder vergleich
bare polymere Stoffe verwendet. Diese Stoffe dürfen
jedenfalls bei Raumtemperatur nicht fest sondern müs
sen elastisch sein, damit die Quellmatten flexibel und
insbesondere noch komprimierbar sind. Sie werden
nämlich in dem zwischen Monolith und Gehäuse vor
handenen Spaltraum unter Verpressung und dement
sprechend unter elastischer Verformung eingebaut. D. h.
ihre Dicke im nichtverbauten Zustand ist größer als das
Spaltmaß des Spaltraumes. Auf diese Weise wird eine
durch die Rückstellkräfte der Quellmatte hervorgerufe
ne Anfangshalterung des Monolithen im Katalysatorge
häuse bewirkt.
Bei den herkömmlichen Quellmatten tritt nun folgen
des Problem auf: Das aus Mineralfasern, expandierba
ren Partikeln und einer Matrix in Form eines elastischen
Binders bestehende System übt zwar bei Raumtempera
tur eine genügend große Haltekraft auf den Katalysator
und die Gehäuseinnenwandung aus. Wird der Abgaska
talysator aber von heißen Abgasen durchströmt, er
wärmt sich die Quellmatte und die elastischen Rückstell
kräfte des Binders verringern sich bei Temperaturen
von etwa ab 100°C zusehends. Erst wenn im Katalysator
bzw. in der Quellmatte eine Temperatur beispielsweise
von etwa 300°-350°C herrscht, expandieren die Bläh
glimmerpartikeln und der zuvor geschilderte negative
Effekt wird kompensiert. Zwischen einer Temperatur
von etwa 100°C bis etwa 350°C ist also der Monolith
nicht mehr sicher gelagert. Je nach Fahrweise oder Aus
legung des jeweiligen Motors kann es unter Umständen
recht lange dauern, bis nach der Erst-Inbetriebnahme
die Expansionstemperatur für den Blähglimmer erreicht
ist. Besonders kritisch ist dieses Problem bei Dieselfahr
zeugen, bei denen die Abgastemperaturen im Teillast
bereich nur zwischen 150° und 300°C liegen. Dies könn
te unter Umständen dazu führen, daß die Expansion
stemperatur erst nach sehr langem Gebrauch des Fahr
zeugs oder überhaupt nicht erreicht wird. Der Monolith
kann sich dann wegen der ungenügenden Haltekraft der
Quellmatte aus seiner Verankerung lösen, was zu einem
Ausfall des Abgaskatalysators führen kann.
Erfindungsgemäß wird nun vorgeschlagen, anstelle
der bisherigen, bereits ab 100°C ihre elastischen Rück
stelleigenschaften verlierenden Bindemittel solche Bin
demittel, nämlich Hochtemperaturbindemittel zu ver
wenden, bei denen eine Elastizitätsverringerung erst in
einem mit der Expansionstemperatur beginnenden
Temperaturbereich auftritt. Als Bindemittel können bei
spielsweise Silikone, Hochtemperatur-Elastomere, PU-
Elastomere oder Epoxid-Elastomere eingesetzt werden.
Als Fasern kommen allgemein Hochtemperatur-Fasern
zum Einsatz, also etwa Keramikfasern, Aluminiumoxid
fasern, Glasfasern und Quarzfasern. Es ist auch denkbar,
daß herkömmliche Bindemittel mit Hochtemperatur
bindemitteln gemischt werden. Ob die erfindungsgemäß
vorgeschlagenen Bindemittel sich später bei den Be
triebstemperaturen des Abgaskatalysators zersetzen
oder nicht spielt keine Rolle. Wesentlich ist nur, daß eine
gegebenenfalls stattfindende Zersetzung in einem Tem
peraturbereich stattfindet, bei dem der Blähglimmer be
reits in seinem expandierten Zustand vorliegt oder in
diesen Zustand übergeht.
Anhand des den Anmeldeunterlagen beigefügten
Diagramms sollen die Unterschiede zwischen her
kömmlichen und erfindungsgemäßen Quellmatten
nochmal verdeutlicht werden. Um die Veränderung der
elastischen Eigenschaften bzw. der Haltekraft von
Quellmatten im Verlauf ihrer Erwärmung und Abküh
lung abschätzen zu können ist es üblich, Quellmatten-
Zuschnitte mit einem konstanten Gewicht zu belasten
und deren Dickenänderung Δd in Abhängigkeit von der
Temperatur zu messen. Im vorliegenden Beispiel wur
den scheibenförmige Zuschnitte von etwa 11 mm
Durchmesser verwendet. Ihre Dicke betrug im belaste
ten Zustand (Preßstempel mit 7 mm Durchmesser und
250 g Masse) 5 mm. Wie aus dem Diagramm hervorgeht,
halten herkömmliche Quellmatten (durchgezogene Li
nie) ab einer Temperatur von etwa 100°C bis etwa
350°C dem Druck des Preßstempels nicht mehr stand
und sinken in sich zusammen. Dies rührt daher, daß das
Bindemittel zusehends seine elastischen Rückstelleigen
schaften verliert. Der Anstieg von Δd bei etwa 350°C
kommt durch die beginnende Expansion des Blähglim
mers zustande. Die Aufheizphase einer Quellmatte läßt
sich somit in zwei Temperaturbereiche I und II untertei
len. Im Temperaturbereich I kommt es ab etwa 100°C
zu einem dramatischen Verlust an Haltekraft, der sein
Maximum im Bereich zwischen 300° und 350°C er
reicht. Die Dickenabnahme des Quellmattenzuschnittes
beträgt hier zwar nur 15%. Dies entspricht aber einer
Abnahme der Haltekraft der Matte von 70-80%. Eine
Haltefunktion von herkömmlichen Matten ist hier prak
tisch nicht mehr gegeben. Wird dagegen eine erfin
dungsgemäße Quellmatte mit einem Hochtemperatur
binder eingesetzt, tritt keine Verringerung der elasti
schen Rückstelleigenschaften bzw. der Haltekraft auf.
Im Versuch zeigt die Dickenänderung Δd eines Zuschnittes
aus einer erfindungsgemäßen Quellmatte den
durch die strichpunkierte Linie im Diagramm angedeu
teten Verlauf. Trotz Erwärmung behält die Quellmatte
ihre Haltekraft im Temperaturbereich I bei. Eine Halte
kraftsenke im Temperaturbereich I wie bei herkömmli
chen Quellmatten tritt dagegen nicht auf. Das Bindemit
tel ist 50 gewählt, daß frühestens im Temperaturbereich
II nennenswerte Rückstellkraft- bzw. Haltekrafteinbu
ßen auftreten. In diesem Temperaturbereich wird näm
lich dieser negative Effekt durch die Expansion der
Blähglimmerpartikel überkompensiert. Die erfindungs
gemäßen Quellmatten gewährleisten daher von Anfang
an eine lückenlose und von der Fahrweise oder der Art
des Motors bzw. der Abgastemperaturen unabhängige
Haltefunktion.
Claims (6)
1. Quellmatte für einen Abgaskatalysator mit
- - Hochtemperaturfasern, wie Keramikfasern, Aluminiumoxidfasern, Glasfasern oder der gleichen,
- - einem die Fasern zusammen haltenden Bin demittel und
- - Expansionspartikel, die während des Auf heizens des Abgaskatalysators durch die Ab gase in einem bei Raumtemperatur beginnen den ersten Temperaturbereich (I) ein konstan tes Volumen aufweisen und in einem sich an den ersten Temperaturbereich anschließenden zweiten, höheren Temperaturbereich (II) in ei nen expandierten Zustand übergehen,
2. Quellmatte nach Anspruch 1 dadurch gekenn
zeichnet; daß das Bindemittel ein Silikon ist.
3. Quellmatte nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel ein
Hochtemperatur-Elastomer ist.
4. Quellmatte nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel ein
PU-Elastomer ist.
5. Quellmatte nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel ein
Epoxid-Elastomer ist.
6. Quellmatte nach einem der Ansprüche 1-5, da
durch gekennzeichnet, daß die Expansionspartikel
Blähglimmer- oder Graphitsalz-Teilchen sind.
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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Also Published As
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