DE196675C - - Google Patents
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Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bekanntlich wirken mit Quecksilberdampf gefüllte Glas- oder Metallgefäße als Ventilwiderstände
derart, daß sie nur Strom in einer Richtung durchlassen. Diese Tatsache wird bei vorliegender Erfindung für die elektrische
Beleuchtung von Eisenbahnzügen oder allgemein da verwertet, wo der Stromerzeuger mit
veränderlicher Geschwindigkeit oder auch veränderlicher Drehrichtung angetrieben wird.
ίο Als Stromerzeuger wird eine Maschine für
ein- oder mehrphasigen Wechselstrom bzw. Drehstrom verwendet, und der von ihr erzeugte
Strom wird nun mit oder ohne Zwischenschaltung von Transformatoren mit Hilfe der hier als Gleichrichter benutzten Quecksilberdampfwiderstände
ganz oder zum Teil in Gleichstrom verwandelt und in dieser Form Lampen, Stromsammlern oder anderen Stromverbraüchern
zugeführt. Auf diese Weise wird ohne Benutzung beweglicher Teile oder rotierender Umformer der Vorteil, den die
Wechselstromerzeuger durch die Unabhängigkeit von der Drehrichtung und den Fortfall
des Stromwenders gegenüber den Gleichstromerzeugern gerade für Zwecke der Zugbeleuch-.
tung bieten, vereinigt sowohl mit der einfachen Regelbarkeit des Wechselstroms einerseits
als auch mit der Aufspeicherungsfähigkeit des Gleichstroms und seiner sonstigen
Vorzüge andererseits.
Welcher Art dabei der Wechselstromerzeuger ist und wie sein Antrieb erfolgt, ist unerheblich.
Auch soll die Möglichkeit nicht ausgeschlossen sein, die als Gleichrichter benutzten
Quecksilberdampfwiderstände gleichzeitig zu Beleuchtungszwecken zu verwenden, wobei man ihrem Mangel an gelben und roten
Strahlen dadurch abhelfen kann, daß man statt reinen Quecksilbers flüssige Amalgame
oder statt reinen Glases oder Bergkristalls gelb bzw. rot fluoreszierende Gläser verwendet
oder die Strahlen durch eine in dieser Weise fluoreszierende Flüssigkeitsschicht gehen
läßt oder sonstwie Strahlen kleinerer Schwingungszahl beimengt.
Die Eigentümlichkeit des Bahnbetriebes bringt es mit sich, daß bei wachsender Geschwindigkeit
die Periodenzahl der Wechselströme und somit bei unveränderter Erregung auch deren Spannung wächst. Unterhalb
einer gewissen Spannung,, die von den Abmessungen des Quecksilbergleichrichters abhängt,
läßt dieser daher überhaupt keinen Strom durch; er wirkt also als Ausschalter.
Umgekehrte Drehung des Wechselstromerzeugers bleibt auf den Gleichrichter ohne Einfluß.
Nur muß in bekannter, z. B. in irgendeiner bei Quecksilberlampen üblichen Weise dafür gesorgt werden, daß nach jedesmaliger
Unterbrechung.die Gasstrecke, die den eigentliehen
Widerstand bildet, wiederhergestellt wird. Die Polarität an den Klemmen der Stromsammler oder an den etwa von einer
bestimmten Polarität abhängigen Strömverbrauchern kann stets dadurch festgelegt werden,
daß die negative Klemme oder Kathode an der zerstäubenden Quecksilberelektrode liegt.
Dieses, den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren kann in mannigfaltiger
Weise ausgeführt werden.
Beispielsweise kann man zunächst den Strom von dem Wechselstromerzeuger D (Fig. 1) zu
einer Drosselspule A führen, die in Reihe zu
JL
den Hauptleitungen liegt und deren Windungszahl durch Verschiebung oder Verdrehung
des Kontaktes B mit oder ohne Verstellung eines Eisenkerns veränderlich oder sonstwie
regelbar ist. Die Veränderung kann von Hand oder selbsttätig z. B. durch einen Fliehkraftregler
oder durch ein Solenoid derart bewirkt werden, daß mit wachsender Umdrehungszahl
oder Spannung auch die Induktanz und somit auch die Gegen-E. M. K. der
Drosselspule wächst. Alsdann erhalten die Induktionsspulen ax, bv a.2, b.2 oder die Primärspulen
a3, b3, aA, b4 von Transformatoren Wechselspannungen,
die weniger rasch zu- oder abnehmen als die Frequenz, deren Änderung also der Frequenz nicht proportional ist.
Die Anoden der Quecksilbergleichrichter C1, C2
sind dann an entsprechend gewählte Punkte C1, dx, C2, d.2, die auch mit av bx oder a2, b.2
zusammenfallen können, angeschlossen, während die Anoden der Stromsammler. E1, E2
von den Punkten ' fx,f% der Induktionsspulen
abgezweigt sind. Die Kathoden der Stromsammler liegen an den Kathoden glt g.2 der
Gleichrichter C1, C2. Die Stromsammler können
dann mit oder ohne Zuhilfenahme von Einfach- oder Doppelzellenschaltern· \ mit
Lampen L, Motoren M oder anderen Stromverbrauchern W in Verbindung stehen, wobei
alle Schalt-, Meß- oder Sicherheitsapparate, die in bekannter Weise bei elektrischen Anlagen
mit Wechselstrom, Gleichstrom oder Stromsammlern .benutzt zu werden pflegen,
als für den Gegenstand der vorliegenden Erfindung unerheblich, weggelassen sind.
Es können auch die passend gewählten Sekundärspulen Ot3, n3, m4, K4 der Transformatoren
an die Anoden der Gleichrichter C3, C4 angeschlossen und diese selbst auf der
Wechselstrom- und auf der Gleichstromseite parallel, und zwar auf ersterer primär und
sekundär parallel, betrieben werden, wie es in Fig. ι schematisch angedeutet ist. Die Kathoden
ga und gi liegen hier unter Zwischenschaltung
von Widerständen r parallel zueinander an den negativen Polen eines oder
mehrerer Stromsammler E3, Eit während deren
positive Pole von der Mitte fs einer Hilfsdrosselspule
a5, bh oder von den Mitten 0 der
Primärspulen a3, b3, a4, b4 der Transformatoren
abgezweigt werden können. Die Widerstände r können entweder nur in die Zuleitungen
zu g3, gi oder nur in die Zuleitungen
zu den Stromsammlern E3, E4 oder schließlich
in beide zugleich eingeschaltet werden. Letzterer Fall ist in Fig. 1 dargestellt, wobei die
negative Hauptleitung etwa in der Mitte von r abgezweigt gedacht ist. Es ist zweckmäßig,
diese Widerstände, die kräftig hemmend auf ein übermäßiges Anwachsen des Ausgleichstromes
zwischen den Gleichrichtern oder den Stromsammlern wirken sollen, aus Eisendrähten
herzustellen, die unter anderem auch in eine Wasserstoff atmosphäre eingebettet sein
können.
Die Spannung, die an den Klemmen der Stromsammler bei gegebener Höchstgeschwindigkeit
des Zuges herrschen kann, soll durch die Drosselspule A, die hauptsächlich für
diesen Zweck angeordnet ist, nach oben begrenzt werden. Es soll jedoch, obgleich dies
nicht in der Zeichnung dargestellt ist, auch ohne weiteres als in den Rahmen der vorliegenden
Erfindung fallend angesehen werden, wenn die Anschlußstellen fx ,f.2,fh der
Sammleranoden zum Zweck weiterer Regelung von Hand oder selbsttätig verschoben
werden.
In der schematischen Darstellung der Fig. I sind die Kathoden gx bis gi der Gleichrichter
horizontal ausgeführt gezeichnet, während bei der praktischen Verwendung solcher Quecksilbergleichrichter
die Quecksilberkathode an der tiefsten Stelle des Gefäßes zu liegen pflegt, entsprechend den zur Herstellung der
Gasstrecke nach etwaiger Unterbrechung gebräuchlichenVorrichtungen.
Wird zur Stromerzeugung eine Drehstrommaschine verwendet, so kann man mit oder
ohne Zwischenschaltung eines Transformators Gleichrichter nach Cooper-Hewitt in der
Weise "benutzen, daß man vor jede der drei Anoden A1, h2, h3 (Fig. 2) eine Drosselspule
A1, A2, A3 schaltet und die Kathode des Stromsammlers
E mit der Kathode g des Gleichrichters, die Anode des Sammlers dagegen
mit dem neutralen Punkt ο des Drehstromerzeugers verbindet, wobei man, falls dieser
überhaupt keinen oder keinen zugänglichen neutralen Punkt besitzt, in bekannter Weise
einen solchen schaffen kann. Im übrigen kann die weitere Schaltung auch bei Drehstrom
nach dem Schema der Fig. 1 oder irgendeines Teils dieser Figur oder einer der
anderen Figuren erfolgen.
So stellt Fig. 3 das Beispiel einer Anordnung vor, bei welcher außer den Drosselspulen
A11A2, A3 noch Widerstände R1, R2, R3 vor
die Gleichrichteranoden und andere Widerstände r und w zwischen den parallel ge- no
schalteten Batterien angeordnet sind. Auch ist in dieser Figur die Schaffung eines neutralen
Punktes 0 schematisch angedeutet.
Bei passender Wahl der Widerstände r und w kann dann innerhalb weiter Geschwindigkeitsgrenzen
konstante Gleichspannung ohne besondere Nach regelung aufrecht erhalten werden, besonders wenn auch die Lampen
selbst mit Vorschaltwiderständen ν in bekannter Weise versehen werden. Es ist zweckmäßig,
alle Ausgleichwiderstände so zu wählen , daß sie bei übermäßigem Strom stark
anwachsen, also sie z. B. aus Eisendraht herzustellen.
• Fig. 4 zeigt eine Anordnung mit Reihenschaltung
der Gleichrichter in verschiedenen Ausführungsformen. Die Induktionsspule avbx
liegt zum Gleichrichter direkt parallel, bei der Induktionsspule a2, b.2 gilt dies nur für den
Teil c2, d2, und die Spule a3, b3 ist endlich
als Sekundärspule eines Transformators gedacht, an dessen Primär- oder Sekundärspule
die Anode des Sammlers geführt werden kann, j Der Betrieb erfolgt bei dieser Reihenschaltung
zweckmäßig mit Einzelschaltung der Strömsammler, die von den Gleichrichtern aus be-
trieben werden, gegebenenenfalls unter Zwischenschaltung von Eisenwiderständen r. Jedoch
ist auch unter Anwendung entsprechender Vorsichtsmaßregeln Parallelbetrieb auf der
Gleichstromseite möglich.
Dieses System der Reihenschaltung kann noch weiter selbstregelnd gemacht werden,
indem man von irgendeinem bekannten Regelungsverfahren Gebrauch macht oder indem
man die Induktanz des Stromkreises bei wachsender Periodenzahl erhöht. Dies kann unter
anderem dadurch geschehen, daß man ein Solenoid mit zwei Bewickelungen S1 und S2
(Fig. 5) verwendet, von denen die eine (S1)
in Reihe zu den Drosselspulen liegt, während die zweite (S2) mit den Klemmen des Stromerzeugers
verbunden ist und mit wachsender Spannung einen Eisenkern K einer Federkraft
F entgegen anzieht, wodurch die Induktanz und damit die elektromotorische
Gegenkraft der Spule S1, also auch des Verbrauchsstromkreises,
erhöht wird.
Claims (6)
1. Verfahren zur elektrischen Zugbeleuchtung, dadurch gekennzeichnet, daß
der erzeugte ein- oder mehrphasige Wechselstrom mit Hilfe von Quecksilberdampfwiderständen
ganz oder teilweise in Gleichstrom verwandelt und in dieser Form Stromverbrauchern oder Stromsammlern
zugeführt wird.
2. Bei dem in Anspruch 1 genannten Verfahren die Parallelschaltung der Quecksilberdampfwiderstände
unter Benutzung von Ausgleichswiderständen.
3. Bei dem in Anspruch 2 genannten Verfahren die Herstellung der Ausgleichswiderstände aus Material mit hohem Temperaturkoeffizienten,
z. B. aus Eisen in Wasserstoff. . .
•4. Bei dem in Anspruch 1 genannten Verfahren die Reihenschaltung der Quecksilberdampfwiderstände.
5. Bei dem in Anspruch 1 genannten Verfahren die teilweise Reihen- und teilweise
Parallelschaltung der Quecksilberdampfwiderstände.
6. Bei dem in Anspruch 1 genannten Verfahren die gleichzeitige Benutzung von
Quecksilberdampfwiderständen zu Beleuchtungszwecken mit oder ohne künstliche Beimengung von Strahlen kleinerer Schwingungszahl.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE196675C true DE196675C (de) |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE196675C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1988008380A1 (fr) * | 1987-04-29 | 1988-11-03 | Robert Bosch Gmbh | Alimentation d'appareils electroniques, et notamment d'appareils de securite pour vehicules a moteur |
-
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