DE19709111A1 - Schienenkammerfüllelement zum maschinellen Einbau an Schienen sowie Einbauverfahren und -vorrichtung - Google Patents

Schienenkammerfüllelement zum maschinellen Einbau an Schienen sowie Einbauverfahren und -vorrichtung

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Schienenkammerfüllelement nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie auf ein Verfahren zum Einbau von Schienenkammerfüllelementen an Schienen und eine Vorrichtung zur Durchführung des Einbauverfahrens.
Ein Schienenkammerfüllelement nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der DE-PS 40 04 208 bekannt. Die Füllelemente werden an der Baustelle in die Schienenkammer eingeklebt. Zwischen den parallel verlaufenden Schienen werden gewöhnlich Spurstangen angeschraubt, und es gibt Aussparungen in den Füllelementen für diese und andere Befestigungsmittel. Keine dieser Aussparungen läuft entlang der gesamten Eingriffsseite des Füllelements.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schienenkammerfüllelement zu schaffen, das zum maschinellen Einbau an Schienen geeignet ist.
Die gestellte Aufgabe wird aufgrund der Maßnahmen des Anspruchs 1 gelöst. Anspruch 5 gibt ein Einbauverfahren an und Anspruch 7 eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Im einzelnen erstreckt sich ein durchgehender Schlitz entlang der Einbauseite des Füllelements, so daß zwei federnde Wände oder Rippen gebildet werden, und die Querschnittsabmessung des Füllelements wird etwas größer als die Querschnittsabmessung der Kammer gemacht, so daß die federnden Rippen etwas nachgeben, wenn das Füllelement in die Kammer hineingepreßt wird. In dieser Stellung wird das Füllelement einige Sekunden gehalten, so daß normalerweise beim Lösen des Montagedrucks das Füllelement in der Kammer bleibt. Das Füllelement wird auf diese Weise schrittweise in die Kammer gepreßt. Wenn der Füllkörper infolge seiner Federeigenschaft ganz oder teilweise aus der Kammer herausspringt, wird er erneut schrittweise unter Montagedruck gesetzt.
Einzelheiten der Erfindung werden anhand der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Schiene und zwei zugehörige Schienenkammerfüllelemente und
Fig. 2 eine Preßzwinge in schematischer Darstellung.
In Fig. 1 ist der Querschnitt einer Straßenbahnschiene 1 dargestellt, die einen Kopf 2, eine Rille 3, eine Leitschiene 4, einen Steg 5 und einen Fuß 6 aufweist. Zwischen dem Kopf 2, dem Steg 5 und dem Fuß 6 erstreckt sich eine Außenkammer 7 und zwischen Leitschiene 4, Steg 5 und Fuß 6 eine Innenkammer 8. Die Kammer 7 wird durch ein stangenartiges Füllelement 10 und die Kammer durch ein stangenartiges Füllelement 20 weitgehend ausgefüllt. Das Füllelement 10 weist eine Oberseite 11, eine Unterseite 12, eine Eingriffsseite 13 und eine Straßenanschlußseite 14 auf. Die Eingriffsseite 13 wird durch einen längslaufenden Schlitz 15 in zwei Wände oder Rippen 16, 17 unterteilt, um das Element 10 zwischen dem Kopf 2 und dem Fuß 6 federnd nachgiebig zu machen. Diese Federeigenschaften basieren darauf, daß das Füllelement 10 vorwiegend aus recyceltem gummielastischem Material besteht, das durch Polyurethan gebunden ist. Wie ersichtlich, ist der Umriß des Füllelements 10 im großen und ganzen rechteckförmig­ keilförmig, und die Unterseite 12, die Eingriffsseite 13 sowie Teile der Oberseite 11 folgen dem Umriß der Kammer 7, wenn man von dem Schlitz 15 absieht. Es wird jedoch ein geringes Übermaß eingehalten, das man beispielsweise durch einen keilförmigen Streifen 18 an der Unterseite 12 erzeugen kann, der in einem Ausführungsbeispiel 2 mm betrug.
Das Schienenkammerfüllelement 20 ist an die Innenkammer 8 angepaßt und weist eine Oberseite 21, eine Unterseite 22, eine Eingriffsseite 23, eine Straßenanschlußseite 24 sowie einen längsverlaufenden Schlitz 25 auf. Dadurch werden zwei federnde Rippen oder Wände 26 und 27 gebildet. Ein keilförmiger Streifen 28 sorgt für ein Übermaß von 2 mm.
Die Füllelemente 10 und 20 weisen nicht dargestellte, querverlaufende Aussparungen auf, nämlich zur Aufnahme von Schienenbefestigungsteile, mit denen der Schienenfuß 6 am Unterbau befestigt wird. Das Füllelement 20 weist eine nicht dargestellte Aussparung zur Aufnahme der Spurstange auf. Die Spurstange ist am Steg 5 mittels Schrauben befestigt, wobei die Schraubenköpfe in den sich längs erstreckenden Schlitz 15 hineinreichen, der deshalb ausreichend breit gemacht wird.
Zum Einbau der Kammerfüllelemente 10, 20 geht man wie folgt vor: Die Kammern 7, 8 und/oder die Eingriffsseite der Füllelemente werden mit Klebstoff versehen, und die Füllelemente werden in ihre jeweilige Kammer 7 oder 8 eingelegt, so daß sie eine fortlaufende Reihe bilden. Nunmehr wird eine Preßzwinge 30 über die Einbaustelle gefahren, und es wird kurzzeitig Druck auf die Seiten 14 und 24 gegeben. Dabei federn die Wände oder Rippen 16, 17 bzw. 26, 27 etwas zurück, und das jeweilige Füllelement 10 oder 20 gelangt in komplette Anlage an diese Kammer 7 bzw. 8. Nach wenigen Sekunden hat der Klebstoff so weit angezogen, daß im allgemeinen das montierte Füllelement 10 bzw. 20 in seiner Einbaustellung bleibt. Wenn eines der Füllelemente 10 oder 20 aus seiner Kammer 7 oder 8 herausrutscht, wird erneut Druck angelegt und das betreffende Element in die Kammer zurückgeschoben. Man verfährt die Preßzwinge 30 um ein Stück längs der Schiene 1, beispielsweise um 25 bis 30 cm und legt erneut Druck an die Außenseiten 14 und 24 an. Auf diese Weise werden die Füllelemente 10 und 20 schrittweise in ihre Kammern 7 oder 8 hineingepreßt und montiert.
Es kann auch ohne Klebstoff gearbeitet werden.
Hierbei klemmen die Kammerfüllelemente 10, 20 in ihren Kammern 7, 8, wenn die Preßzwinge 30 betätigt worden ist. Für den dauernden Halt sorgt in diesem Fall der Straßenkörper, der als Betonschicht und/oder Asphaltschicht alsbald eingebaut wird und das Herausrutschen der Kammerfüllelemente bei Erschütterungen verhindert.
Fig. 2 zeigt einen Teil der Vorrichtung zur Durchführung des beschriebenen Montageverfahrens. Die Preßzwinge enthält einen Druckluftzylinder 31 mit Kolben 32 und einem Bügel 33, mit denen ein beweglicher Preßbacken 35 und ein bügelfester Preßbacken 36 betätigt werden können. Der Bügel 33 weist ein zwischen Anschlägen verschiebbares Rad 34 auf, mit dem er in die Rille 3 der Straßenbahnschiene 1 eingreift, um beim Arbeiten entlang der Schiene verfahren zu werden. Ansonsten ist der Bügel 33 am Gehäuse des Druckluftzylinders 31 befestigt, so daß es zu einer Relativverschiebung zwischen den beiden Preßbacken 35 und 36 kommt, wenn der Kolben 32 ausgefahren wird. Der Druckluftzylinder 31 ist über einen nicht dargestellten Haltearm mit einem Fahrzeug verbunden. Der Haltearm ist zum Manövrieren der Preßzwinge 30 ausgebildet, was nicht näher beschrieben werden muß. Der Vorrichtung wird Druckluft über einen Preßluftschlauch von einer Liefereinrichtung, beispielsweise einem Kompressor, zugeführt, um die Preßzwinge 30 zu betätigen. Es sind ferner Steuereinrichtungen zum Betätigen der Preßzwinge 30 und zum Manövrieren der Haltevorrichtung für die Preßzwinge vorgesehen, was nicht im einzelnen dargestellt wird.

Claims (10)

1. Schienenkammerfüllelement mit folgenden Merkmalen:
das Schienenkammerfüllelement (10, 20) besteht vorwiegend aus recyceltem, gummielastischem Material, das durch Polyurethan gebunden ist;
das Schienenkammerfüllelement (10, 20) weist eine vorgegebene Länge, eine Oberseite (11), eine Unterseite (12), eine Einbauseite (13) und eine Straßenanschlußseite (14) auf;
der Umriß des Schienenkammerfüllelements (10, 20) ist im großen und ganzen rechteckförmig-keilförmig und folgt an der Unterseite, an der Eingriffsseite und in Teilen der Oberseite dem Schienenumriß zwischen Schienenkopf (2) und Schienenfuß (6);
im Schienenkammerfüllelement (10, 20) sind Aussparungen für Befestigungsmittel, die zur Befestigung der Schiene (1) dienen, vorgesehen;
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
längs der Einbauseite (13, 23) erstreckt sich ein durchgehender Schlitz (15, 25), der die Einbauseite in zwei federnde Rippen oder Wände (16, 17; 26, 27) unterteilt;
die Querschnittsabmessung des Schienenkammerfüllelements (10, 20) übersteigt um ein geringes Maß die Querschnittsabmessung der Schienenkammer (15, 25), für die das Füllelement vorgesehen ist.
2. Schienenkammerfüllelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Übermaß als keilförmiger Streifen (18, 28) längs der Unterseite (12, 22) des Füllelements ausgebildet ist.
3. Schienenkammerfüllelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke des keilförmigen Streifens (18, 28) 1 bis 3 mm beträgt.
4. Schienenkammerfüllelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz (15) eine passende Breite zur Aufnahme von Schraubköpfen zur Befestigung von Spurstangen aufweist.
5. Verfahren zum Einbau von Schienenkammerfüllelementen an Schienen, gekennzeichnet durch folgende Schritte:
  • a) Schienenkammerfüllelemente (10, 20) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 werden bereitgestellt;
  • b) die Schienenkammerfüllelemente (10, 20) werden aneinander angrenzend in die Schienenkammern (7, 8) eingelegt;
  • c) eine Preßzwinge (30) wird über den Schienenkopf (2) an die eingelegten Schienenkammerfüllelemente (10, 20) herangefahren;
  • d) durch Betätigen der Preßzwinge (30) werden die Schienenkammerfüllelemente (10, 20) vollends in die Kammern (7, 8) geschoben;
  • e) die Preßzwinge (30) wird gelöst und um ein Stück entlang der Schiene (1) gefahren, um einen Bereich der Schienenkammerfüllelemente zu erreichen, der noch nicht vollends in Kammern (7, 8) hineingeschoben worden ist;
  • f) die Schritte d) und e) werden wiederholt, bis alle Schienenkammerfüllelemente eingebaut sind.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in Schritt a) Klebstoff an der Einbauseite und/oder in den Schienenkammern (7, 8) aufgetragen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in Schritt d) die Schienenkammerfüllelemente (10, 20) einige Sekunden unter Spannung gehalten werden.
8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schienenkammerfüllelemente (10, 20) durch Klemmung in ihren Kammern (7, 8) vorläufig und durch den Straßeneinbaukörper dauerhaft gehalten werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schritt d) wiederholt wird, wenn nach Lösen der Preßzwinge (30) das oder die Füllelemente aus ihrer Kammer herausgesprungen sind.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 5 bis 9 mit folgenden Merkmalen:
eine Preßzwinge (30) umfassend
einen Halter (33), einen Druckluftzylinder (31) mit einem Kolben (32) und einem Gehäuse und zwei sich gegenüberstehende Preßbacken (35, 36), wobei der Halter (33) an einem Ende mit dem Gehäuse des Druckluftzylinders verbunden und am anderen Ende mit einem der Preßbacken (36) versehen ist, und der andere Preßbacken (35) mit dem Kolben (32) verbunden ist;
ein schwenkbarer, heb- und senkbarer Haltearm zum Manövrieren der Preßzwinge (30), und
Steuereinrichtungen zum Betätigen der Preßzwinge und Manövrieren des Haltearms.
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