DE19709733C2 - Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht - Google Patents
Vorrichtung zum rotierenden Richten von DrahtInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht
gemäß den Merkmalen im Oberbegriff von Patentanspruch 1.
Die bekannte Praxis des Richtens von Draht mit einem rotierenden Richtwerk geht von fol
gender Arbeitsweise aus (Verein Deutscher Eisenhüttenleute (Hrsg): Herstellung von
Stahldraht, Teil 1, S. 336ff, Verlag Stahleisen, Düsseldorf 1969):
Ein Richtrotor weist mehrere Richtdüsen auf, die in einer definierten Distanz zueinander
angebracht sind und sich mit Hilfe von Einstellschrauben aus der Mittelachse auslenken
lassen, so daß der Draht beim Durchlaufen verschiedene Biegewechsel durchführt. Diese
Biegewechsel finden oberhalb der Elastizitätsgrenze des Werkstoffes statt, so daß durch
die daraus resultierenden plastischen Verformungen der Draht gerichtet wird.
Wird der Drahtdurchmesser gewechselt, müssen die Richtdüsen in dem Betrag der Auslen
kung aus der Mittelachse nachgestellt werden, um die Biegespannungen in der Zugzone
des Drahtes dem neuen Durchmesser anzupassen. Da der Abstand der Richtdüsen zuein
ander fest ist, überdeckt jedes Richtwerk nur einen begrenzten Durchmesserbereich. Bei
Drahtabmessungen ausserhalb dieses Durchmesserbereiches muß das komplette Richt
werk gewechselt werden.
In DE-GM 75 17 197 wird eine Maschine zum Richten von Draht mit Hilfe einer rotierenden
Richteinrichtung beschrieben. Die Richteinrichtung besteht aus einer einzigen Hohlwelle, in
der die Richtdüsen untergebracht sind. Erfindungsgegenstand ist eine Verstelleinrichtung,
mit der sich die mittlere Richtdüse radial verschieben lässt.
In DE 43 11 566 A1 wird ebenfalls eine Maschine zum Richten von Draht mit Hilfe einer
rotierenden Richteinrichtung beschrieben. Die Richteinrichtung besteht aus einem einzigen
Gehäuse, in der die Richtdüsen untergebracht sind. Erfindungsgegenstand ist eine Stellein
richtung aus Schubelementen, mit der sich alle Richtdüsen radial verstellen lassen.
Ein Richtrotor wird z. B. in einer Richt- und Abschneideanlage, die der Herstellung von Stä
ben dient, eingesetzt.
Bei Richtvorgängen, bei denen die Drahtdurchmesser in Kampagnen gerichtet werden,
kann die Rüstzeit, die bei einem Durchmesserwechsel erforderlich wird, verkraftet werden.
Ein abmessungsbezogenes Arbeiten im Rahmen einer Produktion von gerichteten Stäben
ist also ohne grosse Nachteile möglich.
In vielen Bereichen ist es aber mittlerweile üblich, listenbezogen, d. h., nach Kommissionen
geordnet, zu arbeiten. Eine Liste erhält immer mehrere Drahtdurchmesser, so daß an der
Richtanlage die Durchmesser laufend gewechselt werden müssen. Es fallen also erhebliche
Rüstzeiten an, die die Produktivität der Anlage stark herabsetzen. Als weiterer Nachteil er
weist sich, daß das Rüsten der Anlage von Hand erfolgen muß, weil sich das Verstellen der
Richtdüsen nicht automatisieren lässt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorstehend genannten Nachteile zu beseiti
gen und eine Vorrichtung zu schaffen, in der das Anpassen der Richtdüsen an die ver
schiedenen Drahtdurchmesser automatisiert werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale von Patentanspruch 1 gelöst. Weitere Ausgestal
tungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Erreicht ist dieses Ziel dadurch (Fig. 1), daß das rotierende Richtwerk aus drei verschiede
nen Einheiten besteht:
- - einem Einlaufteil (1), das mehrere Richtdüsen (4, 7), die in Form und Abmessung einem bestimmten Drahtdurchmesser zugeordnet sind, aufweist
- - einem Mittelteil (2), das eine oder mehrere Richtdüsen (6, 8) aufweist
- - einem Auslaufteil (3), das mehrere Richtdüsen (4, 5), die in Form und Abmessung einem bestimmten Drahtdurchmesser zugeordnet sind, aufweist
Der Richtprozess erfolgt für einen bestimmten Drahtdurchmesser in der Weise, daß
- - das Einlaufteil (1) mit der/den entsprechenden Richtdüse(n) in Arbeitsposition gebracht wird, z. B. durch Drehen
- - das Mittelteil (2), das eine oder mehrere Richtdüsen aufweist, in Arbeitsposition ge bracht wird, z. B. durch Schwenken
- - das Auslaufteil (3) mit der/den entsprechenden Richtdüse(n) in Arbeitsposition gebracht wird, z. B. durch Drehen
Während die Richtdüsen (4, 5, 7) von Einlauf- und Auslaufteil (1, 3) während des Richtvor
ganges feststehen und damit nicht um den Draht (9) rotieren, rotiert/rotieren die in Arbeits
position befindliche(n) Richtdüse(n) (6, 8) des Mittelteils (2) mit hoher Drehzahl um den
Draht (9).
Aufgrund einer geeigneten Kombination von sowohl Distanz zueinander (Maß x), Form (6)
und Abmessung (7) als auch Abstand zur Mittelachse (Maß y) der feststehenden (4, 5, 7)
und rotierenden Richtdüsen (6, 8) und einer geeigneten Rotationsdrehzahl der Richtdüsen
(6, 8) des Mittelteiles lassen sich für jeden Drahtdurchmesser optimale Richtergebnisse
erzielen.
In der Zeichnung Fig. 2 (Querschnitt und Längsschnitt) ist der Erfindungsgegenstand in
einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
Das Richtwerk besteht aus einem Einlaufteil (1), einem Mittelteil (2) und einem Auslaufteil.
(3). Ein- (1) und Auslaufteil (3) sind als Drehteller ausgebildet und weisen einen Zahnkranz
auf, in den ein Zahnritzel (16) eingreift. Die Drehteller drehen sich um eine Achse (13), so
daß sich verschiedene Richtdüsen (10, 11, 12) in die Arbeitsposition bringen lassen (9).
Der Drehantrieb (16) von Einlauf- (1) und Auslaufteil (3) kann getrennt oder gemeinsam
erfolgen. Das Mittelteil (2) kann ebenfalls um eine Achse (13) gedreht werden, so daß die in
einem Rotationskörper (27) angeordneten Richtdüsen (6) in Arbeitsposition (9) gebracht
werden können. Das Mittelteil (2) kann einen oder mehrere solcher Rotationskörper (27)
aufweisen. Der Rotationskörper (27) wird über einen Riementrieb (15) von einem Motor (14)
angetrieben, so daß die Richtdüsen (6) des Mittelteils (2) um den Draht (9) mit einer be
stimmten Drehzahl rotieren können.
Der Rotationskörper (27) ist mit Führungselementen (28) ausgestattet, um den Drahtkopf
störungsfrei zwischen den Richtdüsen durchschieben zu können.
Wie eine derartige Vorrichtung in einer Richtanlage integriert werden kann, zeigt Fig. 3.
Es handelt sich um eine Produktionsanlage zu Herstellung von Stäben aus Betonstahldraht.
Die Richtanlage besteht aus den Baugruppen
- - Drahthaspel (17, 18)
- - Vorrichtrollenwerk (19)
- - Richtvorschub mit Schub- (20) und Zugrollenpaar (22)
- - Richtrotor mit Einlauf- (1), Mittel- (2) und Auslaufteil (3). Das Mittelteil (2) weist zwei Ro tationskörper (27) auf, die jeweils über einen Riementrieb (15) von einem der beiden Motore (14, 21) angetrieben werden. Der Verstellmechanismus des Mittelteils (2) ist in dieser Darstellung nicht gezeichnet. Die Verstellung von Ein- bzw. Auslaufteil (1, 3) er folgt über Ritzel (16), die von einem Motor (26) angetrieben werden.
- - Schere (23)
- - Stabauslaufbahn (24) mit Stabsammelmulde (25)
Um Draht eines bestimmten Durchmessers (18) zu richten, werden die entsprechenden
Richtdüsen (10) des Einlaufteils (1), der entsprechende Rotationskörper (27) des Mittelteils
(2) und die Richtdüsen des Auslaufteils (3) in Arbeitsposition gebracht.
Der Draht (9) wird von den Zugrollen (20) vom Haspel (18) abgezogen, durch die festste
henden Richtdüsen (10) des Einlaufteils (2) geschoben, anschließend weiter durch den
Rotationskörper (27), der mit hoher Drehzahl um den Draht rotiert; dann läuft der Draht
durch die Richtdüsen des Auflaufteils (3) und gelangt anschließend zur Schere (23), die
den gerichteten Draht auf eine bestimmte Fixlänge schneidet. Die Stäbe werden in einer
Mulde gesammelt (25).
Da alle Drahtdurchmesser (17, 18) in der Richtanlage bis zum Schubrollenpaar (20) perma
nent eingezogen sind, muß bei einem Durchmesserwechsel die "alte" Drahtabmessung
durch den Richtrotor zurückgezogen, die drei Einheiten (1, 2, 3) des Richtrotors verstellt
und die "neue" Drahtabmessung vorgeschoben werden.
Mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung kann die Verstellung des Richtrotors und damit
der Durchmesserwechsel automatisiert werden und so bei der Herstellung von Gittern er
hebliche Rationalisierungsvorteile erzielt werden.
Claims (15)
1. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht (9) mit einem aus mehreren Einhei
ten (1, 2, 3) bestehenden Richtwerk, durch welches der zu richtende Draht (9) hindurchge
führt wird, wobei die Einheiten (1, 2, 3) des Richtwerkes aus einem Einlaufteil (1), einem
Mittelteil (2) und einem Auslaufteil (3) mit jeweils wenigstens einer Richtdüse (4, 5, 6, 7, 8)
bestehen, wobei wenigstens eine Einheit (1, 2, 3) des Richtwerkes in radialer Richtung für
das Richten verschiedener Drahtdurchmesser verstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
- 1. alle drei Einheiten (1, 2, 3) des Richtwerkes unabhängig voneinander verstellbar sind,
- 2. die Einheiten (1, 2, 3) des Richtwerkes jeweils eine oder mehrere Richtdüsen (4, 5, 6, 7, 8) aufweisen, die sowohl eine unterschiedliche Form und Abmessung, Distanz (x) zu einander als auch Abstand (y) zur Mittelachse aufweisen können und eine Auswahl die ser Richtdüsen (4, 5, 6, 7, 8) jeweils in einer Arbeitsposition (9) für einen bestimmten Drahtdurchmesser kombinierbar ist und
- 3. die Richtdüsen (4, 5, 7) des Einlaufteiles (1) und des Auslaufteiles (3) während des Richtens des Drahtes (9) feststehen, während die Richtdüsen (6, 8) des Mittelteiles (2) in einem Rotationskörper (27) um die Mittelachse des Richtwerkes mit einer vorgebba ren Drehzahl rotieren.
2. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittelteil (2) mehrere Rotationskörper (27) aufweist.
3. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß Ein- bzw. Auslaufteil (1, 3) drehbar oder verschiebbar sind.
4. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittelteil (2) drehbar oder verschiebbar ist.
5. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1 und einem oder
mehreren der Ansprüche 2 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
daß die Richtdüsen (4, 5, 6, 7, 8) in dem Ein- (1), Mittel- (2) bzw. Auslaufteil (3) axial in der
Mittelachse verschiebbar sind.
6. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1 und einem oder
mehreren der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Richtdüsen (4, 5, 6, 7, 8) in dem Ein- (1), Mittel- (2) bzw. Auslaufteil (3) in ihrem
Abstand zur Mittelachse radial verstellbar sind.
7. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 5 und Anspruch 6
dadurch gekennzeichnet,
daß die axiale Verschiebung bzw. radiale Verstellung stufenlos erfolgen kann.
8. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1 und einem oder
mehreren der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheiten (1, 2, 3) Führungselemente (28) aufweisen, um den Drahtkopf zwischen
den Richtdüsen durchführen zu können.
9. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1 und einem oder
mehreren der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehzahl des Rotationskörpers (27) des Mittelteiles (2) variiert werden kann.
10. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1 und einem oder
mehreren der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Richtdüsen (4, 5, 6, 7, 8) aus einem verschleißfestem Werkstoff bestehen.
11. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1 und einem oder
mehreren der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Durchmesser der Richtdüsen im Mittelteil (2) unterschiedlich sind zu den Durch
messern der Richtdüsen im Einlauf- (1) bzw. Auslaufteil (3), jeweils auf die Arbeitsposition
(9) bezogen.
12. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 10
dadurch gekennzeichnet,
daß die Richtdüsen aus gesintertem Wolframkarbid bestehen.
13. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1 und einem oder
mehreren der Ansprüche 2 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Einlauf- (1) und/ oder Auslaufteil (3) einen Zahnkranz aufweisen, über den sich
diese Teile mit Hilfe eines Ritzels (16) verstellen lassen.
14. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1 und einem oder
mehreren der Ansprüche 2 bis 13
dadurch gekennzeichnet,
daß Einlauf- (1) und Auslaufteil (3) jeweils mindestens drei verschiedene Richtdüsen (4,
5, 7) aufweisen.
15. Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht nach Anspruch 1 und einem oder
mehreren der Ansprüche 2 bis 14
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rotationskörper (27) des Mittelteils (2) entweder eine Richtdüse (8) oder drei Richt
düsen (6, 8) aufweisen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997109733 DE19709733C2 (de) | 1997-03-10 | 1997-03-10 | Vorrichtung zum rotierenden Richten von Draht |
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Publications (2)
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| DE (1) | DE19709733C2 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| EP1952906A2 (de) | 2007-02-02 | 2008-08-06 | Schumag AG | Richtrotor, Rotorrichter sowie Richtverfahren |
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1997
- 1997-03-10 DE DE1997109733 patent/DE19709733C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE19709733A1 (de) | 1998-09-24 |
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