DE19710060C2 - Vorrichtung zum Richten zylindrischer Werkstücke - Google Patents

Vorrichtung zum Richten zylindrischer Werkstücke

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    • B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
    • B21D—WORKING OR PROCESSING OF SHEET METAL OR METAL TUBES, RODS OR PROFILES WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
    • B21D3/00—Straightening or restoring form of metal rods, metal tubes, metal profiles, or specific articles made therefrom, whether or not in combination with sheet metal parts
    • B21D3/02—Straightening or restoring form of metal rods, metal tubes, metal profiles, or specific articles made therefrom, whether or not in combination with sheet metal parts by rollers

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Richten zylindrischer Werkstücke, mit in gleichem Drehsinn rotierenden und in achsparallelem Abstand zur Längsachse des Werkstückes vorgese­ henen Richtscheiben, wobei an einer Seite des Werkstückes minde­ stens eine Richtscheibe vorhanden ist, auf der dieser gegenüber­ liegenden Seite des Werkstückes mindestens zwei in Abstand zu­ einander angeordnete Richtscheiben vorhanden sind und die sich gegenüberliegenden Richtscheiben versetzt zueinander angeordnet sind, und mit im Bereich zwischen den Richtscheiben vorgesehenen Mitteln zur Abstützung des Werkstückes, wobei das Werkstück während des Richtvorgangs infolge des Reibkontaktes zwischen dem Werkstück und den Richtscheiben in Drehung versetzt und mit von den Richtscheiben hervorgerufenen Richtkräften beaufschlagt ist.
Eine derartige Vorrichtung zum Richten ist aus der deutschen Patentschrift DE-PS 9 54 837 bekannt. Die dort beschriebene Vor­ richtung ist speziell für das Richten von Ventilen für Brennkraft­ maschinen vorgesehen. Dazu wird das Ventil mit seinem Schaft während des Richtvorgangs auf ein Stützlineal gelegt. Zu beiden Seiten und achsparallel zur Längsachse des Ventilschafts sind versetzt zueinander einzelne scheibenartige Rollen angeordnet. Sämtliche Scheiben drehen sich. Gegen den Ventilschaft liegen auf der einen Seite ortsfeste Richtscheiben und auf der gegenüber­ liegenden Seite hydraulisch gegen den Schaft anstellbare Druck­ scheiben an. Die Druckscheiben werden gegen den Ventilschaft angedrückt, bis dieser gegenüber den Richtscheiben leicht durchge­ drückt ist. Dann wird der Anpressungsdruck der Druckscheiben lang­ sam zurückgenommen.
An derjenigen Seite des Ventilschaftes, an der sich die Richt­ scheiben befinden, liegt gegen den Ventilteller eine weitere Scheibe an, die mit einem dem Ventilsitz entsprechenden Schräg­ bund versehen ist. Dieser Schrägbund bewirkt, daß der Ventil­ teller nicht nur im Außendurchmesser konzentrisch zum Ventil­ schaft gerichtet wird, sondern daß auch der Schlag in Richtung der Ventilachse, also die Taumelbewegung beseitigt wird. Ein den Ventilteller abstützendes Widerlager verhindert ein Ausweichen des Ventils in Richtung der Ventilachse.
Die bekannte Vorrichtung ermöglicht, gleichzeitig den Schaft und den Teller eines Ventils für eine Brennkraftmaschine zu richten. Die Vorrichtung hat aber den in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht sehr erheblichen Nachteil, daß für die Verfahrbewegungen der Druckscheiben eine aufwendige hydraulische Einrichtung er­ forderlich ist. Ferner sieht die Vorrichtung nur kreisscheiben­ förmige, konzentrisch um ihre Drehachse rotierende Richt- und Druckscheiben vor. Für den Richtvorgang müssen die Druckscheiben daher so weit gegen den Ventilschaft drücken, daß dieser gegenüber den Richtscheiben durchgedrückt ist. Die erforderlichen Druck­ kräfte sind demnach allein von der Hydraulik aufzubringen. Dies bedeutet aber, daß die hydraulische Einrichtung maßgeblich über den gewünschten Erfolg des Richtvorgangs entscheidet und hierzu sehr genau und sensibel arbeiten muß.
Außerdem ist zu berücksichtigen, daß bei der bekannten Vorrichtung mindestens zwei Druckscheiben vorgesehen sind, die von der Hydrau­ lik gleichzeitig bewegt werden. Eine Verfahrbewegung einer einzel­ nen Druckscheibe ist nicht vorgesehen.
Die bekannte Vorrichtung ist somit kompliziert und teuer, sie ist demnach in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht als nachtei­ lig anzusehen.
Der Erfindung liegt daher gegenüber dem Stand der Technik die Aufgabe zugrunde, mit relativ einfachen Mitteln die bekannte Vorrichtung der eingangs genannten Art so weiterzuentwickeln, daß zum einen die vorgenannte hydraulische Verfahrreinrichtung ent­ fallen kann und zum anderen durch eine individuelle Beeinflussung jeder einzelnen Richtscheibe mit einfachen Mitteln bestimmt werden kann, in welcher Weise das Werkstück unter Berücksichti­ gung seiner Gestalt und werkstofflichen Eigenschaften durch besonders günstige plastische Verformung gerichtet wird.
Gelöst wird diese Aufgabe bei einer Vorrichtung der eingangs ste­ henden Art erfindungsgemäß dadurch, daß die Richtscheiben gegenüber ihrer Drehachse exzentrisch angeordnet oder ausgebildet sind.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird nicht mehr eine aufwen­ dige und sensible hydraulische Einrichtung benötigt. Ferner kann durch das Maß der exzentrischen Anordnung oder Ausbildung jeder einzelnen Richtscheibe der Richtvorgang in Abhängigkeit von der Geometrie sowie den werkstofflichen Eigenschaften und Gegebenhei­ ten des Werkstückes, die unter Umständen über das gesamte Werk­ stück gesehen unterschiedlich sein können, individuell festgelegt werden und hinsichtlich der plastischen Verformung des Werkstückes optimal erfolgen. Beides stellt zusammen einen wesentlichen Vor­ teil der Erfindung gegenüber dem Stand der Technik dar, da die dort beschriebene Vorrichtung eine derartige individuelle Berück­ sichtigung im Werkstück anzutreffender unterschiedlicher Verhält­ nisse nicht ermöglicht und weil im übrigen bei Richtmaschinen in der Regel hydraulische Zustellbewegungen vorgesehen sind.
Es ist darauf hinzuweisen, daß die in gleichem Drehsinn rotieren­ den Richtscheiben der erfindungsgemäßen Vorrichtung über ihren Drehwinkel betrachtet infolge des sich verändernden Maßes der Exzentrizität betragsmäßig stetig zunehmende oder abnehmende Richtkräfte und damit entsprechende Umlaufbiegespannungen erzeu­ gen. Die geometrischen Bedingungen des Werkstückes und der Richt­ scheiben sowie die Einstellungen der Vorrichtung sind so zu wählen, daß die Umlaufbiegespannungen stellenweise die Streck­ grenze des Werkstoffes des Werkstückes übersteigen, um so bei dem Werkstück die gewünschte plastische Verformung zu bewirken.
Die Einleitung der Energie für die plastische Verformung erfolgt allein durch Reibkontakt zwischen dem Werkstück und den exzentri­ schen Richtscheiben. Für das durch die Rotation der Richtscheiben verursachte Drehen des Werkstückes im elastischen Verformungsbe­ reich, das heißt ohne daß eine plastische Verformung des Werk­ stückes stattfindet, ist abgesehen von der Roll- und sonstigen Reibung theoretisch keine Energie erforderlich. Die eingebrachte Energie wird demnach in die zum Richten erforderliche plastische Verformung umgesetzt.
Die exzentrische Anordnung oder Ausbildung der Richtscheiben ermöglicht in vorteilhafter Weise zunächst ein ungehindertes Einbringen eines zu richtenden Werkstückes zwischen die Richt­ scheiben und in Anlage an die Mittel zum Abstützen des Werkstückes. Das Einbringen des Werkstückes erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem der Abstand zwischen den Richtscheiben aufgrund ihrer exzentri­ schen Stellung gerade am größten ist.
Bei einem Weiterdrehen der Richtscheiben verringert sich der Abstand der an beiden Seiten des Werkstückes vorhandenen, das heißt der bezüglich des Werkstückes gegenüberliegenden Richtschei­ ben, bis deren einander zugewandten Mantelflächenabschnitte in Kontakt mit der Werkstückmantelfläche gelangen. Durch die weitere Drehung der Richtscheiben verringert sich deren Abstand zueinander. Dementsprechend verbiegen sie das Werkstück im Bereich ihrer Richt­ druckangriffspunkte aufgrund der plastischen Verformung desselben zunehmend, bis ein Zustand erreicht wird, an dem der durch die Exzentrizität der Richtscheiben bedingte Abstand derselben am geringsten ist. In diesem Moment ist auch ein Zustand größter Durchbiegung des Werkstückes gegeben. Es ist darauf hinzuweisen, daß die plastische Verformung des Werkstückes dort beginnt, wo das Werkstück aufgrund seiner ursprünglichen Krümmung am weitesten von seiner theoretischen Längsachse (neutrale Faser) abweicht.
Bei mehreren zu beiden Seiten des Werkstückes angeordneten Richt­ scheiben ergibt sich im Augenblick der größten Durchbiegung des Werkstückes ein Zick-Zack- bzw. wellenförmiger Verlauf.
Nachdem der Zustand größter Durchbiegung erreicht wurde, verbiegen die Richtscheiben im weiteren Verlauf ihrer Drehung das sich infolgedessen ebenfalls weiterdrehende Werkstück in abnehmendem Maße, das heißt durch die geringer werdende Exzentrizität bzw. den sich wieder vergrößernden Abstand der Richtscheiben werden die Durchbiegungen allmählich reduziert. Sobald das Werkstück gerade gerichtet ist, bewirken die Richtscheiben nur noch dessen Drehung ohne weitere plastische Verformung. Nach einer vollen Umdrehung der Richtscheiben ist der Richtvorgang beendet, und das Werkstück kann der Vorrichtung wieder entnommen werden.
Es ist klar, daß in Anpassung an die besondere Geometrie eines Werkstückes die Drehachse einer an einer Seite desselben befindli­ chen Richtscheibe nicht unbedingt in Verlängerung der Drehachse einer weiteren auf derselben Seite des Werkstückes angeordneten Richtscheibe gleichen Außendurchmessers liegen muß. Dies bedeutet zum Beispiel, daß die Drehachse einer Richtscheibe, die in einem Bereich des Werkstückes in Eingriff gelangt, der einen größeren Außendurchmesser als der übrige Teil des Werkstückes aufweist, in einem entsprechend größeren parallelen Abstand von der Längsachse verlaufen kann.
Es ist auch möglich, Richtscheiben mit unterschiedlichen Außen­ durchmessern zu verwenden. Die Umfangsgeschwindigkeiten der Richt­ scheiben sind in diesem Falle entsprechend aufeinander abzustimmen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die an einer Seite des Werkstückes vorgesehenen Richtscheiben auf einer gemeinsamen Antriebswelle befestigt sind. Diese Ausfüh­ rungsform stellt eine besonders günstige Bauweise für einen gemeinsamen Antrieb der Richtscheiben dar. Diese Bauweise ist auch kostengünstig hinsichtlich der Fertigung und Montage der Vorrichtungsteile. Sie erweist sich zudem als sehr stabil. Trotz der Anordnung der Richtscheiben auf einer Antriebswelle kann die exzentrische Anordnung oder Ausbildung derselben, in Anpassung an die Gegebenheiten des Werkstückes, durchaus unterschiedlich sein.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen oder der vorgenannten Ausführungsform der Erfindung ergibt sich dadurch, daß jede Richtscheibe kreisscheibenförmig ausgebildet und gegen­ über ihrer Drehachse derart rechtwinklig verstellbar ist, daß sich eine exzentrische Einstellung der Richtscheibe gegenüber der Drehachse ergibt. Bei der Ausführungsform mit einer Antriebswelle für mehr als eine Richtscheibe stimmt die Drehachse der Richt­ scheibe mit der Längsachse der Antriebswelle zusammen. Bei Verwen­ dung einer kreisrunden Richtscheibe wird durch deren exzentrische Einstellung gegenüber ihrer Drehachse der radiale Abstand der Umfangsfläche der Scheibe von der Drehachse verändert. Durch das auf diese Weise einstellbare Maß der exzentrischen Anordnung oder Ausbildung jeder einzelnen Richtscheibe kann der Richtvorgang in Abhängigkeit von der Geometrie und den werkstofflichen Eigenschaf­ ten des Werkstückes individuell festgelegt werden.
Vorzugsweise ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung, bei der an einer Seite des Werkstückes vorhandene Richtscheiben auf einer gemeinsamen Antriebswelle befestigt sind und jede dieser Richtscheiben kreisscheibenförmig ausgebildet sowie gegenüber ihrer Drehachse derart rechtwinklig verstellbar ist, daß sich eine exzentrische Einstellung derselben gegenüber der Drehachse ergibt, mit einer Vierkantprofilwelle als Antriebswelle vorzusehen. Dabei weist jede Richtscheibe für ihre Anordnung an der Antriebs­ welle in ihrer Mitte eine dieser Welle entsprechend bemessene, ein exzentrisches Verstellen der Richtscheibe ermöglichende Vierkant-Öffnung auf. Ferner sind Mittel zum Fixieren der exzen­ trischen Einstellung vorhanden. Dies können beispielsweise beizu­ fügende bzw. wegzunehmende Distanzbleche, Stellspindeln und Stellkeile sein. Eine in dieser Weise konstruierte erfindungsge­ mäße Ausführungsform der Vorrichtung bietet eine besonders vorteil­ hafte Möglichkeit, um die exzentrische Einstellung kreisrunder Richtscheiben zu verwirklichen. Vierkantprofilwellen sind im Handel als Normteile erhältlich und wirken sich daher günstig auf die Fertigungs- bzw. Herstellungskosten der Vorrichtung aus. Eine solche Ausführungsform ermöglicht somit ohne aufwendige Mittel eine einfache, zuverlässige und genaue exzentrische Einstellung und Fixierung der exzentrischen Einstellung der Richtscheiben.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen oder der vorgenannten Ausführungsform der Erfindung, bei der an einer Seite des Werkstückes vorhandene Richtscheiben auf einer gemein­ samen Antriebswelle befestigt sind, ergibt sich dadurch, daß die Richtscheiben als Kurvenscheiben ausgebildet sind. Die Verwendung von Kurvenscheiben ist insofern von Vorteil, als eine exzentrische Einstellung der Richtscheiben rechtwinklig gegenüber ihrer Dreh­ achse nicht erforderlich ist. Je nach Art, Geometrie und Beschaf­ fenheit der Werkstücke können entsprechend günstig ausgebildete Kurvenscheiben eingesetzt werden. Die Montage dieser Kurvenschei­ ben ist mangels exzentrischer Einstellung schnell und einfach, insbesondere bei der Ausführungsform mit einer Antriebswelle.
Die vorstehend beschriebene Ausführungsform der Vorrichtung mit Kurvenscheiben kann noch dadurch vorteilhaft weitergebildet sein, daß die als Kurvenscheiben ausgebildeten Richtscheiben in ihrer äußeren Kontur nach Art einer archimedischen Spirale geformt sind. Diese aus einer bekannten mathematischen Formel ableitbare Kurven­ form ermöglicht in bestimmten Fällen einen günstigen Verlauf der auf das Werkstück über dessen Umfang wirkenden Umlaufbiegespan­ nungen.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der vorgenannten Ausführungs­ formen mit Kurvenscheiben ergibt sich dadurch, daß zur Bildung der Kurvenscheiben der Kurvenform entsprechende, auswechselbare Formstücke vorgesehen sind. Auf diese Weise muß gegebenenfalls nicht die gesamte Kurvenscheibe ausgewechselt werden. Es ist vielmehr möglich, lediglich ein gewünschtes Formstück an der Richtscheibe anzubringen. Dies ist insbesondere bei der Ausfüh­ rungsform der Vorrichtung mit einer Antriebswelle günstig, da in diesem Fall nicht unbedingt andere auf der Antriebswelle befind­ liche Richtscheiben abgenommen werden müssen, um eine Richtscheibe auszutauschen.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung, insbesonde­ re der vorstehend genannten Ausführungsformen mit einer Antriebs­ welle, wird vorgeschlagen, daß die Richtscheiben in Richtung der Längsachse des Werkstückes versetzbar sind. Dies ermöglicht mit äußerst einfachen Mitteln eine individuelle Positionierung der Angriffspunkte der Richtscheiben an dem Werkstück. Auf diese Weise kann auf den Richtvorgang in Abhängigkeit von Art, Geometrie und werkstofflichen Eigenschaften zusätzlich Einfluß genommen werden.
Die Vorrichtung gemäß der Erfindung sowie die erfindungsgemäßen Weiterbildungen derselben sehen zweckmäßigerweise drehbare Rollen zur Abstützung des Werkstückes vor, deren Drehachsen parallel zur Längsachse des Werkstückes verlaufen. Die Mittel zur Abstützung des Werkstückes derart auszubilden, ist zunächst deswegen vorteil­ haft, weil die durch die Rollen gebildete Auflagefläche das Werk­ stück während des Richtvorgangs genau in Position hält. Die hierzu erforderliche konstruktive Ausführung ist auch verhältnis­ mäßig einfach und preisgünstig. Zugleich wird das infolge des Reibkontaktes zwischen dem Werkstück und den Richtscheiben in Rotation versetzte Werkstück bei Verwendung von Stützrollen besonders wirkungsvoll gerichtet. Das Werkstück steht nämlich in Rollreibungskontakt mit den Richtscheiben und den Stützrollen. Dies wirkt sich, anders als bei einem Stützlineal oder derglei­ chen, auf die Verformung und das dadurch erzielte Richten des Werkstückes positiv aus. Denn bei Verwendung zum Beispiel eines Stützlineals wirkt sich die dann zustandekommende Gleitreibung bremsend und damit ungünstig auf die Drehbewegung des Werkstückes aus.
Indem sich die von den Rollen gebildete Abstützfläche für das Werkstück in einem einstellbaren Abstand von einer durch die Drehachsen der Richtscheiben gebildeten Ebene befindet, ist das Werkstück während des Richtvorgangs von den Richtscheiben und den Rollen vollständig umgeben. Praktische Versuche haben gezeigt, daß der Richtvorgang bei dieser Ausführungsform besonders wirkungs­ voll und günstig erfolgt. Durch die Einstellbarkeit des Abstandes der Rollen ist es mit einfachen baulichen Mitteln unter anderem möglich, eine Abstimmung, insbesondere eine Feinabstimmung der Vorrichtung vorzunehmen, ohne die exzentrische Einstellung der Richtscheiben zu verändern. Auch dies ist vorteilhaft.
Wenn sich die von den Rollen gebildete Abstützfläche für das Werkstück unterhalb der durch die Drehachsen der Richtscheiben gebildeten Ebene befindet, liegt das Werkstück infolge seiner Schwerkraft auf den Rollen auf. Die Vorrichtung ist demnach so ausgebildet, daß die Rollen das Werkstück von unten abstützen. Dies ist deswegen zweckmäßig, weil infolgedessen das einzelne Werkstück unter Einwirkung seiner Schwerkraft von oben auf die Rollen und damit zwischen die Richtscheiben gelangen kann, um dann gerichtet zu werden. Besondere Mittel wie zum Beispiel Greifer, Schieber oder dergleichen zur Einbringung des Werkstückes werden folglich nicht benötigt. Diese Ausführungsform ist aus diesem Grunde in konstruktiver Hinsicht einfach, kostengünstig und energiesparend.
Die Erfindung und alle vorstehend vorgeschlagenen Ausführungsfor­ men können weiter verbessert werden, indem jede an einer der beiden Seiten des Werkstückes vorgesehene Richtscheibe an ihrem Umfang je eine Aussparung aufweist, die bei Erreichen des Werk­ stückes dieses aufnimmt und durch die Weiterdrehung der Richtschei­ be an den das Werkstück abstützenden Mitteln vorbei eine Ausgabe des Werkstückes ermöglicht. Diese Ausgestaltung ermöglicht nach abgeschlossenem Richtvorgang ohne Einsatz besonderer Mittel eine sehr einfache und zuverlässige, vor allem aber eine äußerst schnel­ le Entfernung des Werkstückes aus der Vorrichtung, der dann wieder das nächste Werkstück zugeführt werden kann. Auf diese Weise kann ein hoher Werkstückdurchsatz realisiert werden.
Es wird ferner eine Ausführungsform der Erfindung vorgeschlagen, die sich in besonders vorteilhafter Weise zum Richten zylin­ drischer Werkstücke eignet, bei denen an einem ihrer Enden ein Kopf vorhanden ist. Werkstücke dieser Art können zum Beispiel Schrauben mit einem Schraubenkopf oder Ventile mit einem Ventil­ teller sein. Die für derartige Werkstücke vorgeschlagene Aus­ führungsform sieht vor, daß sich die Vorrichtung in einer gegen­ über der Waagerechten geneigten Lage befindet, daß das Werkstück bei dem Richtvorgang mit seinem Kopf nach oben weist und daß es dabei durch zwei unterhalb des Kopfes befindliche gegenüber­ liegende Richtscheiben an einem Abrutschen gehindert wird. Eine derart ausgebildete Vorrichtung hat den Vorteil, daß das in die Vorrichtung gelangte Werkstück durch die beiden gegenüberliegenden Richtscheiben und ohne weitere Mittel in der für den Richtvorgang erforderlichen Lage gehalten wird, ohne infolge seiner Schwerkraft nach unten zu rutschen.
Die vorgenannte Ausführungsform ist besonders dann vorteilhaft, wenn die Werkstücke der Vorrichtung von oben zugeführt werden und ein hoher Werkstückdurchsatz erzielt werden soll. Es wird dazu erfindungsgemäß vorgeschlagen, im Bereich oberhalb der Richt­ scheiben eine Zuführeinheit vorzusehen, in welcher die Werkstücke mit ihrem Kopf nach oben weisend bereitgestellt sind und von der jedes Werkstück einzeln nur unter Einwirkung seiner Gewichtskraft, das heißt ohne Beteiligung von Greifern, Schiebern oder der­ gleichen, in die für den Richtvorgang erforderliche Lage zwischen den Richtscheiben gelangt. Insbesondere bei der vorgenannten Ausführungsform der Vorrichtung, bei der jede an einer der beiden Seiten des Werkstückes vorgesehene Richtscheibe an ihrem Umfang je eine Aussparung aufweist, ergibt sich dann der Vorteil, daß die von oben zugeführten Werkstücke in Verlängerung der Zuführ­ richtung auf einfachste Weise und schnell abgeführt werden können.
Vorzugsweise werden die Werkstücke in der Zuführeinheit an ihrem Kopf hängend bereitgestellt. Durch entsprechend übliche Mittel wird jedes Werkstück von der Zuführeinheit freigegeben. Infolge seiner Schwerkraft bewegt sich das Werkstück nach unten zwischen die Richtscheiben und gegen die Mittel zu seiner Abstützung. Diese Ausführungsform zeichnet sich daher durch eine einfache Konstruk­ tion und eine energiesparende Arbeitsweise aus.
Zweckmäßigerweise wird die Zuführeinheit nach Art einer Rutsche mit einer Einrichtung zur Freigabe jeweils eines Werkstückes für die Zuführung zu den Richtscheiben ausgebildet.
Praktische Versuche haben ergeben, daß eine Anordnung der Dreh­ achsen der Richtscheiben in einer gegenüber der Waagerechten um einen Winkel von 60° geneigten Lage günstig ist. Vor allem bei den vorgenannten Ausführungsformen mit einer oberhalb der Richtschei­ ben vorgesehenen Zuführeinheit ist die Einbringung eines Werkstüc­ kes in die in dem genannten Sinne um 60° geneigte Vorrichtung vorteilhaft.
In einer bevorzugten Weiterbildung der Ausführungsform der Vorrich­ tung mit einer als Rutsche ausgebildeten Zuführeinheit und um 60° gegenüber der Waagerechten geneigten Drehachsen der Richtscheiben ist die Rutsche im wesentlichen in einem rechten Winkel zu den Drehachsen der Richtscheiben angeordnet. Die sich dadurch ergeben­ de Rutschrichtung der Werkstücke sorgt dafür, daß die Werkstücke besonders gleichmäßig zwischen die Richtscheiben gelangen.
Schließlich ist es noch vorteilhaft, eine Richtscheibe, die in einem Bereich des Werkstückes angeordnet ist, der vor Beschädi­ gungen infolge der von der Richtscheibe hervorgerufenen Richtkräf­ te besonders geschützt werden muß, zumindest an ihrem Umfang aus einem entsprechend beschaffenen Material vorzusehen. Zweckmäßiger­ weise wird in einem solchen Fall ein Kunststoff-Material verwendet. Besonders zu schützende Bereiche des Werkstückes können zum Beispiel bei einer Schraube das Gewinde sein.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht, teilweise in einer Schnittdarstellung, von oben auf eine Ausführungsform der Vorrichtung mit einem darin befindlichen Werkstück vor dem Richtvorgang,
Fig. 2 eine Ansicht der Vorrichtung in einer Schnittdarstellung nach Linie A-B gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine der Fig. 1 entsprechende Ansicht der Vorrichtung mit einem darin während des Richtvorgangs befindlichen Werk­ stück, dargestellt in dessen Zustand größter Durchbiegung,
Fig. 4 eine der Fig. 2 entsprechende Ansicht der Vorrichtung in einer Schnittdarstellung nach Linie C-D gemäß Fig. 3,
Fig. 5 eine Seitenansicht der Vorrichtung gemäß den Fig. 1 bis 4 mit einem darin befindlichen Werkstück nach abgeschlosse­ nem Richtvorgang, teilweise in einer Schnittdarstellung entlang der Linie E-F gemäß Fig. 3,
Fig. 6 eine als Kurvenscheibe unter Verwendung eines Kurveneinsatz­ stückes ausgebildete Richtscheibe in einer Ansicht in Rich­ tung ihrer Drehachse und
Fig. 7 die Richtscheibe gemäß Fig. 6 in einer Ansicht von oben.
In den Fig. 1 bis 5 ist eine Ausführungsform der Vorrichtung 1 ge­ zeigt, in der nacheinander jeweils ein zylindrisches Werkstück 2 gerade gerichtet werden kann. Bei dem Werkstück 2 handelt es sich um eine lange Schraube mit einem Schaft 3, einem Kopf 4 und einem nicht näher dargestellten Gewinde. Zu der Vorrichtung 1 gehört eine Zuführeinheit 6, welche die Werkstücke 2 bereitstellt und einzeln von oben dem Teil der Vorrichtung 1 zuführt, in dem der Richtvorgang erfolgt. Aus den Fig. 1 und 2 geht ein der Vorrich­ tung 1 zugeführtes Werkstück 2 hervor, daß noch gerichtet werden muß. Es ist in Fig. 1 zu erkennen, daß das Werkstück 2 einen gegen­ über seiner Mittellängsachse bzw. neutralen Faser gekrümmten Ver­ lauf hat. Diese Krümmung soll durch den Einsatz der Vorrichtung 1 behoben werden.
Wie in Fig. 5 erkennbar ist, ist die Vorrichtung 1 auf einem Ge­ stell 7 angeordnet, das an einer Bodenplatte 8 befestigt ist. Das Gestell 7 umfaßt einen Rahmen 9. In diesem Rahmen 9 sind in achs­ parallelem Abstand zueinander zwei Antriebswellen 10, 11 angeord­ net (Fig. 1-4), die von einem nicht abgebildeten Motor in gleichem Drehsinn und mit gleicher Geschwindigkeit angetrieben werden. Die Antriebswellen 10, 11 sind gegen ein Verschieben in axialer Rich­ tung gesichert, was keiner näheren Erläuterung bedarf.
Die Antriebswellen 10, 11 sind als Vierkantprofilwellen mit je einer Längs- bzw. Drehachse 13, 14 ausgebildet. Beide Antriebs­ wellen 10, 11 haben einen quadratischen Querschnitt. Bezogen auf diesen Querschnitt haben gemäß Fig. 2 die Antriebswelle 10 Kanten 15-18 und die Antriebswelle 11 Kanten 19-22. Wegen des quadra­ tischen Querschnittes sind die Profilkanten 15-22 alle gleich lang. Auf den Antriebswellen 10, 11 sitzen kreisrunde Richt­ scheiben 23-28. Sämtliche Richtscheiben 23-28 haben den gleichen Außendurchmesser.
Wie aus der Fig. 1 ersichtlich ist, befinden sich die Antriebswel­ len 10, 11 und damit die Richtscheiben 23-28 zu beiden Seiten des Werkstückes 2. Auf der einen Seite des Werkstückes 2 sind die Richtscheiben 23-25 und deren gemeinsame Antriebswelle 10, auf der gegenüberliegenden Seite sind die Richtscheiben 26-28 und deren gemeinsame Antriebswelle 11 befestigt.
Die Richtscheiben 23-28 weisen in ihrem Zentrum jeweils eine Vierkantöffnung 31, 33 mit rechteckigem Querschnitt auf. Bezogen auf diesen Querschnitt hat die Vierkantöffnung 31 Kanten 43-46 (siehe Fig. 2), die senkrecht zu der Drehachse 13 verlaufen.
Die Vierkantöffnungen 31, 33 sind so bemessen, daß die Richt­ scheiben 23-28 damit auf ihre Vierkant-Antriebswellen 10, 11 passen. Wie nachfolgend am Beispiel der in den Fig. 1 und 2 dar­ gestellten Richtscheibe 25 erläutert wird, sind die Kanten 43-46 der Vierkantöffnung 31 so bemessen, daß eine gegenüber ihrer Drehachse 13 exzentrische Einstellung der Richtscheibe 25 möglich ist.
In Fig. 2 ist zu erkennen, daß die Länge der zueinander parallelen Kanten 16, 18 der Antriebswelle 10 und der zueinander parallelen Kanten 44, 46 der Vierkantöffnung 31 der Richtscheibe 25 gleiche Länge besitzen. Dagegen sind die zueinander parallelen Kanten 15, 17 der Antriebswelle 10 kürzer als die zueinander parallelen Kan­ ten 43, 45 der Vierkantöffnung 31. Diese geometrischen Verhält­ nisse erlauben es, wie Fig. 2 veranschaulicht, die Richtscheibe 25 exzentrisch, das heißt rechtwinklig zu ihrer Drehachse 13 bzw. in paralleler Richtung zu den Kanten 15, 17 bzw. 43, 45 der An­ triebswelle 10 bzw. der Vierkantöffnung 31 zu verschieben.
In dem in den Fig. 1 und 2 dargestellten Zustand der Richtscheibe 25 ist zwischen den benachbarten Kanten 18 und 46 ein Spalt 63 vorhanden, auf der gegenüberliegenden Seite der Antriebswelle 10 sind zwischen den dort benachbarten Kanten 16 und 44 zwei auswech­ selbare Distanzbleche 64a, 64b angeordnet. Die Gesamtdicke dieser beiden Bleche 64a, 64b entspricht dem Maß der vorliegend einge­ stellten Exzentrizität der Richtscheibe 25. Diese exzentrische Einstellung ist mit zwei in Fig. 1 erkennbaren Feststellschrauben 65, 66 fixiert, um ein unbeabsichtigtes Verstellen der Scheibe zu verhindern. Im Hinblick auf den vorhandenen Spalt 63 könnte das Maß der exzentrischen Einstellung der Richtscheibe 25 sogar noch vergrößert werden, sofern dies für den Richtvorgang erforderlich sein sollte. Andererseits könnte das Maß der Exzentrizität auch verringert werden, indem zum Beispiel eines der beiden Distanz­ bleche 64a, 64b entfernt würde.
Jede Richtscheibe 23-28 kann auch in Richtung der Drehachse 13, 14 ihrer Antriebswelle 10, 11, das heißt in axialer Richtung, versetzt werden. Hierzu müssen zum Beispiel an der Richtscheibe 25 zuvor die Feststellschrauben 65, 66 gelöst werden. Die Richt­ scheibe 25 wird dann in dem gewünschten Maße axial auf der An­ triebswelle 10 verschoben und dann wieder mit den Schrauben 65, 66 fixiert.
Vor einer Inbetriebnahme der Vorrichtung 1 sind die Richtscheiben 23-28, soweit erforderlich, in der vorstehend beschriebenen Weise sowohl in axialer als auch in radialer (exzentrischer) Richtung genau einzustellen und zu fixieren. Dabei ist die Geometrie, ins­ besondere der Außendurchmesser, des Werkstückes 2 zu berücksich­ tigen. Es kann auch sein, daß in einem Bereich des Werkstückes 2 andere werkstoffliche Bedingungen gegeben sind, zum Beispiel ein höherer Steifigkeitsgrad infolge vorher an dem Werkstück 2 durch­ geführter Behandlungs- oder Bearbeitungsverfahren. Derartigen Unterschieden kann durch eine entsprechende axiale und/oder radia­ le Einstellung der Richtscheiben 23-28 Rechnung getragen werden.
In zunächst probeweise durchgeführten Richtvorgängen kann ermit­ telt werden, welche Einstellungen bei bestimmten gleichartigen Werkstücken 2 zu einem optimalen Ergebnis führen.
Den Fig. 2, 4 und 5 ist zu entnehmen, wie die Werkstücke 2 in der Zuführeinheit 6 bereitgestellt und von dieser einzeln zwischen die Richtscheiben 23-28 gelangen. Fig. 5 veranschaulicht, daß in der Zuführeinheit 6 noch drei jeweils an ihrem Kopf 4 hängende Werkstücke 2 bereitgestellt sind. Diese Zuführeinheit 6 ist nach Art einer Rutsche 67 ausgebildet, die im wesentlichen aus zwei parallelen Schienen 68, 69 besteht. Der Abstand dieser Schienen 68, 69 ist etwas geringer als der mittlere Durchmesser des Werk­ stückkopfes 4, jedoch etwas größer als der Durchmesser des Werk­ stückschaftes 3. Ein zur Zuführeinheit 6 gehörender Freigabestift 70 verhindert ein Herunterrutschen der noch in Bereitstellung befindlichen Werkstücke 2 entlang der Rutsche 67 bzw. der Schienen 68, 69 infolge der Gewichtskraft der Werkstücke 2. Durch eine ex­ terne, nicht dargestellte Steuerungseinrichtung kann der Frei­ gabestift 70 den Spalt zwischen den Schienen 68, 69 kurz freigeben mit der Folge, daß nur ein einziges Werkstück 2 abrutscht und das nachfolgende Werkstück 2 wieder von dem Stift 70 gehalten wird.
Aus Fig. 5 geht hervor, daß die Schienen 68, 69 in einem rechten Winkel zu den Drehachsen 13, 14 der Richtscheiben 23-28 angeordnet sind. Außerdem ist zu erkennen, daß sich die Drehachsen 13, 14 in einer gegenüber der Bodenplatte 8 um den Winkel α = 60° geneigten Lage befinden. Diese geneigte Anordnung der Vorrichtung 1 bedingt, daß auch das Werkstück 2 während des Richtvorgangs zwischen den Richtscheiben 23-28 um den Winkel α = 60° geneigt liegt, wobei sein Kopf 4 dann nach oben weist. Um ein infolgedessen mögliches Abrutschen des Werkstückes 2 zu verhindern, sind unterhalb seines Kopfes 4 die zwei gegenüberliegende Richtscheiben 23 und 26 ange­ ordnet (Fig. 1, 3 und 5). Diese beiden Richtscheiben 23, 26 sind anders als die übrigen Richtscheiben 24, 25, 27 und 28 nicht ver­ setzt zueinander angeordnet und verhindern somit ein Abrutschen des Werkstückes 2.
Bei der Zuführung eines Werkstückes 2 von der Zuführeinheit 6 rutscht dieses über die Schienen 68, 69 der Rutsche 67 entlang hinab in Richtung auf die Richtscheiben 23-28. Wegen deren Scheibenform kann das Werkstück 2 ohne Schwierigkeiten zwischen die Richtscheiben 23-28 gelangen. Die zu diesem Zeitpunkt ein­ ander zugewandten Mantelflächenabschnitte 23a, 25a und 27a der Richtscheiben 23-28 bilden nämlich eine keilartige Verengung (Fig. 2) für das Werkstück 2. Aus Fig. 5 wird deutlich, daß der nach oben weisende Werkstückkopf 4 wegen der oberhalb der Richt­ scheiben 23, 26 befindlichen Auslaufenden 68a der Schienen 68, 69 oberhalb der Richtscheiben 23, 26 zwischen diese gelangt.
Unterhalb der durch die Drehachsen 13, 14 der beiden Antriebswel­ len 10, 11 gebildeten Ebene befinden sich vier frei drehbare, nicht motorisch angetriebene Abstützrollen 72-75 für die Abstüt­ zung des Werkstückes 2 von unten. Diese Abstützrollen 72-75 sind auf Rollenhaltern 76-79 angebracht, welche an dem Gestellrahmen 9 befestigt sind (Fig. 1-3). Die Abstützrollen 72-75 sind in ihrem Abstand gegenüber der vorgenannten Ebene einzeln oder gemeinsam verstellbar. Die konstruktive Ausführung dieser Verstellbarkeit ist in den Zeichnungen nicht näher dargestellt und bedarf auch keiner besonderen Erläuterung.
Ein von oben zwischen die Richtscheiben 23-28 fallendes Werkstück 2 wird durch die Abstützrollen 72-75 an einem weiteren Durchfal­ len gehindert. Das Werkstück 2 kann die Abstützrollen aber nur dann erreichen, wenn die Richtscheiben 23-28 zu diesem Zeitpunkt so eingestellt sind, daß zwischen ihnen ein Abstand vorhanden ist. Dies ist gemäß Fig. 2 dann der Fall, wenn die erforderliche exzentrische Einstellung der Richtscheiben 23-28 gegeben ist und die Richtscheiben 23-28 in der gerade den Abstand bildenden Posi­ tion stehen.
Nachdem das Werkstück 2 zwischen die Richtscheiben 23-28 und auf die Abstützrollen 72-75 gemäß Fig. 2 gelangt ist, kann der Richt­ vorgang beginnen. Hierzu werden die gleichsinnig und gleich schnell angetriebenen Richtscheiben 23-28 weitergedreht, und zwar in Richtung der in Fig. 2 eingezeichneten Pfeile. Die exzentrische Einstellung der Richtscheiben 23-28 ist, wie aus Fig. 2 ersicht­ lich, so gewählt, daß bei einem Weiterdrehen derselben deren achs­ paralleler Abstand zunehmend geringer wird. Daher werden die Man­ telflächenabschnitte der Richtscheiben 23-28 in einem bestimmten Zeitpunkt, der von dem Maß der ursprünglichen Geradheitsabweichun­ gen des Werkstückes 2 abhängt, das Werkstück 2 berühren. Im Ver­ lauf der Drehung der Richtscheiben 23-28 wird das Werkstück 2 zwischen diesen und der von den Abstützrollen 72-75 gebildeten Auflagefläche in eine rollende Drehbewegung versetzt und dann zuerst elastisch, später plastisch verformt.
In den Fig. 3 und 4 ist der aufgrund der plastischen Verformung erreichte Zustand stärkster Durchbiegung des Werkstückes 2 dargestellt. Wegen der versetzt zueinander angeordneten Richt­ scheiben 24, 25, 27 und 28 hat das Werkstück 2 nun einen Zick- Zack- bzw. wellenförmigen Verlauf. Sämtliche in der so einge­ stellten Vorrichtung 1 bearbeiteten Werkstücke 2 weisen diesen dargestellten Verlauf auf. Bei einem Vergleich der Fig. 2 und 4 wird deutlich, daß dieser Zustand nach einer halben Antriebs­ wellenumdrehung erreicht wird. Gemäß Fig. 4 sind jetzt die Mantel­ flächenabschnitte 23c und 25c der Richtscheiben 23-25 den Mantel­ flächenabschnitten 26c und 27c der Richtscheiben 26-28 zugewandt. In gleicher Weise, nur unterhalb der von den Drehachsen 13, 14 gebildeten Ebene, sind dann die Mantelflächenabschnitte 23b, 24b und 25b der Richtscheiben 23-25 den Mantelflächenabschnitten 26d, 27d und 28d der Richtscheiben 26-28 zugewandt. Die letztgenannten Mantelflächenabschnitte 23b, 24b und 25b sowie 26d, 27d und 28d schließen mit den Abstützrollen 72-75 das Werkstück ganz ein.
Es ist zu beachten, daß nur die Mantelflächenabschnitte 23b, 23c, 24b, 25b, 25c bzw. 26c, 26d, 27c, 27d und 28d eine plastische Verformung des Werkstückes 2 infolge des Reibkontaktes zwischen dem Werkstück 2 und den Richtscheiben 23-28 und Abstützrollen 72-75 bewirken.
Es folgt nun die letzte Phase des Richtvorgangs. Ausgehend vom Zustand gemäß Fig. 4 werden hierzu die Antriebswellen 10, 11 bzw. die Richtscheiben 23-28 um eine Vierteldrehung weitergedreht, wodurch der Abstand der gegenüberliegenden Richtscheiben 23-28 aufgrund ihrer vorgegebenen exzentrischen Einstellung wieder größer wird. Das Werkstück 2 steht im Verlauf dieser Vierteldre­ hung nur noch mit den Mantelflächenabschnitten 23b, 24b und 25b sowie 26c und 27c in Kontakt.
Die exzentrische Einstellung bewirkt nun eine allmähliche Entla­ stung des Werkstückes 2 infolge der Abnahme der Richtdruckkräfte bzw. Umlaufbiegespannungen. Die jeweilige exzentrische Einstellung der Richtscheiben 23-28 sorgt in dieser Entlastungsphase zugleich dafür, daß der vorher erzeugte Zick-Zack- bzw. wellenförmige Ver­ lauf nach und nach soweit zurückgeführt wird, bis das Werkstück 2 vollkommen gerade gerichtet ist. Dies ist dann der Fall, wenn die Mantelfächenabschnitte 26c und 27c die von den Drehachsen 13, 14 gebildete Ebene vollständig überstrichen haben.
Es sind Aussparungen 80-82 in den Mantelflächenabschnitten 26b, 27b, 28b der Richtscheiben 26-28 vorgesehen (Fig. 4). Sobald diese Aussparungen 80-82 das fertig gerichtete Werkstück 2 erreichen, rollt dieses unter Einwirkung seiner Gewichtskraft von den Abstütz­ rollen 72-75 seitlich nach unten in diese Aussparungen 80-82 hinein. Da sich alle Richtscheiben 23-28 weiterdrehen, nehmen die Aussparungen 80-82 das Werkstück 2 mit und führen es auf diese Weise an den Abstützrollen 72-75 vorbei nach unten ab. So kann es zum Beispiel in eine nicht dargestellte Sammeleinrichtung gelangen.
In diesem Moment ist eine ganze Antriebswellenumdrehung erfolgt. Dies bedeutet, daß erneut der in den Fig. 1 und 2 gezeigte Zustand erreicht ist. Das nächste von der Zuführeinheit 6 bereitgestellte und zugeführte Werkstück 2 ist bereits zwischen die Richtscheiben 23-28 und auf die Abstützrollen 72-75 gelangt. Der Richtvorgang für dieses Werkstück 2 kann beginnen.
Die Vorrichtung 1 ermöglicht somit einen kontinuierlichen Prozeß. Für den Richtvorgang eines jeden Werkstückes 2 wird eine volle Antriebswellenumdrehung benötigt. Nachdem das fertig gerichtete Werkstück 2 nach unten abgeführt wurde, kann das nächste Werkstück 2 wieder eingebracht werden. Bei einer entsprechend genauen Ab­ stimmung aller Einstellparameter kann ein sehr hoher Werkstück­ durchsatz erzielt werden.
Aus den Fig. 6 und 7 geht noch eine als Kurvenscheibe ausgebildete Richtscheibe 83 hervor. Deren in Fig. 6 dargestellte Lage ent­ spricht der in Fig. 4 gezeigten Lage der Kurvenscheibe 27 der Vorrichtung 1. Die Richtscheibe 83 hat ebenfalls eine der Ausspa­ rung 81 der Richtscheibe 27 entsprechende Aussparung 84. Die An­ triebswelle 11 der Vorrichtung 1 könnte anstelle der kreisrunden Richtscheiben 26-28 mit solchen Kurvenscheiben 83 bestückt werden. Anstelle der Richtscheiben 23-25 könnten der Richtscheibe 83 ent­ sprechend ausgebildete Richtscheiben Verwendung finden, allerdings unter Weglassung der bei dieser vorgesehenen Aussparung 84. Der Richtvorgang erfolgt bei Verwendung von Kurvenscheiben prinzipiell in gleicher Weise wie bei der im einzelnen beschriebenen Verwen­ dung der kreisrunden Richtscheiben 23-28.
Bei einer Kurvenscheibe nach Art der Richtscheibe 83 entfällt jedoch die exzentrische Einstellung, die bei den Richtscheiben 23-28 der Vorrichtung 1 erforderlich ist. Daher hat die Kurven­ scheibe 83 eine Vierkantöffnung 85, deren Kantenmaße mit den Kan­ tenmaßen der Antriebswellen 10, 11 übereinstimmen.
Die Kurvenscheibe 83 enthält ein auswechselbares Formstück 86, welches die Mantelflächenabschnitte 83c, 83d aufweist und mit Schrauben 87-90 am Richtscheibenkörper 91 befestigt ist. Während die Mantelflächenabschnitte 83a, 83b konzentrisch, das heißt mit konstantem Radius zur Richtscheibendrehachse 92 angeordnet sind, haben die Mantelflächenabschnitte 83c, 83d des Formstückes 86 einen sich verändernden, das heißt abnehmenden bzw. zunehmenden Radius bzw. Abstand bezüglich der Drehachse 92. In Fig. 6 ist erkennbar, daß der Radius des genau ein Viertel der Kurvenscheibe 83 einnehmenden Mantelflächenabschnittes 83c in der durch den Pfeil dargestellten Drehrichtung zunimmt. Es folgt dann in Dreh­ richtung gesehen ein kleiner Mantelflächenabschnitt 83e mit kon­ stantem Radius. Zwischen diesem Abschnitt 83e und dem Abschnitt 83a befindet sich der in Drehrichtung einen abnehmenden radialen Abstand aufweisende Mantelflächenabschnitt 83d.

Claims (20)

1. Vorrichtung zum Richten zylindrischer Werkstücke, mit in gleichem Drehsinn rotierenden und in achsparallelem Abstand zur Längsachse des Werkstückes vorgesehenen Richtscheiben, wobei an einer Seite des Werkstückes mindestens eine Richt­ scheibe vorhanden ist, auf der dieser gegenüberliegenden Seite des Werkstückes mindestens zwei in Abstand zueinander angeordnete Richtscheiben vorhanden sind und die sich gegen­ überliegenden Richtscheiben versetzt zueinander angeordnet sind, und mit im Bereich zwischen den Richtscheiben vorgese­ henen Mitteln zur Abstützung des Werkstückes, wobei das Werkstück während des Richtvorgangs infolge des Reibkontaktes zwischen dem Werkstück und den Richtscheiben in Drehung versetzt und mit von den Richtscheiben hervorgerufenen Richt­ kräften beaufschlagt ist, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Richtscheiben (23-28; 83) gegenüber ihrer Drehachse (13, 14; 92) exzentrisch angeordnet oder aus­ gebildet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die an einer Seite des Werkstückes (2) vorhandenen Richtscheiben (23-25, 26-28; 83) auf einer gemeinsamen Antriebswelle (10, 11) befestigt sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede Richtscheibe (23-28) kreisscheibenförmig ausgebildet und gegenüber ihrer Drehachse (13, 14) derart rechtwinklig verstellbar ist, daß sich eine exzentrische Einstellung der Richtscheibe (23-28) gegenüber der Drehachse (13, 14) ergibt.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeich­ net, daß die Antriebswelle (10, 11) als eine Vierkantprofilwel­ le ausgebildet ist, jede Richtscheibe (23-28) für ihre Anord­ nung an der Antriebswelle (10, 11) in ihrer Mitte eine dieser Welle (10, 11) entsprechend bemessene, ein exzentrisches Ver­ stellen der Richtscheibe (23-28) ermöglichende Vierkant-Öff­ nung (31, 33) aufweist und Mittel (64a, 64b; 65, 66) zum Fixie­ ren der exzentrischen Einstellung vorhanden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Richtscheiben als Kurvenscheiben (83) ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die als Kurvenscheiben (83) ausgebildeten Richtscheiben in Form einer archimedischen Spirale ausgebildet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung der Kurvenscheiben (83) der Kurvenform ent­ sprechende, auswechselbare Formstücke (86) vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Richtscheiben (23-28; 83) in Richtung der Längsachse des Werkstückes (2) versetzbar sind.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Abstützung des Werkstückes (2) drehba­ re Rollen (72-75) vorgesehen sind, deren Drehachsen parallel zur Längsachse des Werkstückes (2) verlaufen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß sich die von den Rollen (72-75) gebildete Abstützfläche für das Werkstück (2) in einstellbarem Abstand von einer durch die Drehachsen (13, 14; 92) der Richtscheiben (23-28; 83) gebilde­ ten Ebene befindet.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß sich die von den Rollen (72-75) gebildete Abstützfläche für das Werkstück (2) unterhalb der durch die Drehachsen (13, 14; 92) der Richtscheiben (23-28; 83) gebildeten Ebene befindet.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jede an einer der beiden Seiten des Werk­ stückes (2) vorgesehene Richtscheibe (26-28; 83) an ihrem Umfang je eine Aussparung (80-82; 84) aufweist, die bei Errei­ chen des Werkstückes (2) dieses aufnimmt und durch die Weiter­ drehung der Richtscheibe (26-28; 83) an den das Werkstück (2) abstützenden Mitteln (72-75) vorbei eine Ausgabe des Werkstüc­ kes (2) ermöglicht.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche zum Rich­ ten zylindrischer Werkstücke, bei denen an einem ihrer Enden ein Kopf vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Vorrichtung (1) in einer gegenüber der Waagerechten geneigten Lage befindet, daß das Werkstück (2) bei dem Richtvorgang mit seinem Kopf (4) nach oben weist und daß das Werkstück (2) durch zwei unterhalb des Kopfes (4) befindliche gegenüberlie­ gende Richtscheiben (23, 26) an einem Abrutschen gehindert ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich oberhalb der Richtscheiben (23-28; 83) eine Zuführ­ einheit (6) vorgesehen ist, in welcher die Werkstücke (2) mit ihrem Kopf (4) nach oben weisend bereitgestellt sind und von der jedes Werkstück (2) einzeln unter Einwirkung seiner Ge­ wichtskraft in die für den Richtvorgang erforderliche Lage zwischen den Richtscheiben (23-28; 83) gelangt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkstücke (2) in der Zuführeinheit (6) an ihrem Kopf (4) hängend bereitgestellt sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführeinheit (6) nach Art einer Rutsche (67) mit einer Einrichtung (70) zur Freigabe jeweils eines Werk­ stückes (2) für die Zuführung zu den Richtscheiben (23-28; 83) ausgebildet ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch ge­ kennzeichnet, daß sich die Drehachsen (13, 14; 89) der Richt­ scheiben (23-28; 83) in einer gegenüber der Waagerechten um einen Winkel von 60° geneigten Lage befinden.
18. Vorrichtung nach den Ansprüchen 16 und 17, dadurch gekennzeich­ net, daß die Rutsche (67) im wesentlichen in einem rechten Winkel zu den Drehachsen (13, 14; 92) der Richtscheiben (23-28; 83) angeordnet ist.
19. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Richtscheibe (23-28; 83), die in einem Bereich des Werkstückes (2) angeordnet ist, der vor Beschädigungen infolge der von der Richtscheibe (23-28; 83) hervorgerufenen Richtkräfte besonders geschützt werden muß, zumindest an ihrem Umfang aus einem entsprechend beschaffenen Material besteht.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß eine Richtscheibe (23-28; 83), die in einem Bereich des Werk­ stückes (2) angeordnet ist, der vor Beschädigungen infolge der von der Richtscheibe (23-28; 83) hervorgerufenen Richt­ kräfte besonders geschützt werden muß, zumindest an ihrem Umfang aus einem Kunststoff-Material besteht.
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