DE19728693C2 - Halbleitermodul - Google Patents
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Description
Halbleitermodule bestehen in der Regel aus einem Halbleiter-
Chip, der auf einem Träger angeordnet ist. Weiterhin weist
der Halbleiter-Chip einen oder mehrere Kontakte, sogenannte
Kontakt-Pads, auf. Nunmehr wird üblicherweise der Halbleiter-
Chip auf den Träger mit der Rückseite zum Beispiel durch
Kleben befestigt. Die Vorderseite, auf der sich die Kontakt-
Pads befinden ist dem Träger abgewandt. Um den Halbleiter-
Chip betreiben zu können, weist der Träger wiederum
Kontaktierungseinrichtungen auf, die bisher in der Regel
mittels Draht-Bondtechnik mit den Kontakt-Pads verbunden
sind.
Unabhängig davon, ob eine derartige Anordnung in einem
Gehäuse untergebracht wird oder direkt in einer Anordnung
eingebaut wird, wie beispielsweise in einer Chipkarte,
Multimediakarte, Taschenrechner in Scheckkartengröße usw.,
besteht zum einen das Bedürfnis, derartige Anordnungen
möglichst dünn zu gestalten. Hierzu bestehen derzeit die
größten Entwicklungsmöglichkeiten darin, den Halbleiter-Chip
möglichst dünn zu schleifen bzw. zu ätzen. Andererseits
besteht die Notwendigkeit den Halbleiter-Chip bzw. Bonddrähte
zu schützen. Zu diesem Zweck wird die Oberseite bzw. es
werden die Bonddrähte mit einer Abdeckung versehen. Da die
Rückseite direkt auf dem Träger aufsitzt braucht diese nicht
gesondert geschützt zu werden.
Seit einiger Zeit findet eine geänderte Montageanordnung
Anwendung. Bei dieser wird der Halbleiter-Chip mit der Seite,
auf der sich die Kontakt-Pads befinden auf dem Träger
angeordnet. Dabei müssen dem Kontakt-Pads gegenüberliegend
Kontaktgegenstücke vorgesehen sein, die mit den
Anschlußkontakten des Substrats elektrisch verbunden sind.
Diese Anordnung weist den Vorteil auf, daß das Herstellen der
zweistufigen Chip- und Draht-Bondverbindungen entfällt,
wodurch die Montagezeit verkürzt wird. Gleichzeitig wird in
der Gesamtdicke der Anordnung ein großer Teil eingespart, da
die von den Bonddrähten gebildeten Drahtschleifen einen
erheblichen Raumbedarf einnehmen. Bei dieser Art der Montage
liegt die Rückseite des Halbleiter-Chips frei. Sie müßte
eigentlich nicht extra gegen Feuchte oder gegen Chemikalien
geschützt werden, da sie nur aus dotiertem Halbleiter
material, üblicher Weise Silizium (Einkristall) besteht.
Silizium ist allerdings ein bei Raumtemperatur sprödes,
bruchempfindliches Material, das an der Oberfläche nicht
beschädigt werden darf, da sonst die mechanische Festigkeit
drastisch abnimmt. Bei vielen Anwendungen, die eine extrem
geringe Dicke des Halbleiter-Chips voraussetzen besteht
jedoch gleichzeitig die Anforderung an hohe mechanische
Festigkeit, da die Halbleiter-Chips in der Regel bei
derartigen Anwendungen einer Biege- und/oder Torsionsbe
lastung ausgesetzt werden können.
Aus der DE 44 24 396 A1 ist beispielsweise ein Modul zum Einbau
in Chipkarten oder anderen Datenträgern bekannt. Bei diesen
erfolgt die Montage im sogenannten "controlled collapse chip
connection"-Technik oder der sog. C4-Technik. Bei dieser
Anordnung ist kein zusätzlicher Schutz der Chiprückseite
vorgesehen, so daß zur Gewährleistung der notwendigen
mechanischen Stabilität der Halbleiter-Chip eine Mindestdicke
von typischerweise 280 µm aufweisen muß. Nachteil dieser
Anwendung ist, daß sich mechanische Beschädigungen an der
Oberfläche eines Halbleiter-Chips, der beispielsweise aus
Silizium besteht, durch den gesamten Kristall bis zur
gegenüberliegenden Oberfläche ausdehnen können.
Aus der US 5,155,068 ist ein Halbleitermodul gemäß Oberbe
griff des Patentanspruchs 1 bekannt. Die Dicke des Halbleiter-Chips ist so dünn ge
wählt, daß er bei externer Belastung nicht bricht.
Bei diesem Modul liegt
die Oberfläche der Halbleiterrückseite wie bei der zuvor
genannten DE 44 24 396 A1 frei.
Aus der DE 195 41 039 Al ist ebenfalls ein solches Halb
leitermodul bekannt, bei dem die Möglichkeit der alternativen
Verwendung eines Klebers bzw. Lots zusätzlich genannt ist.
Aus der FR 2 740 906 A1 ist weiterhin bekannt, bei einem
Halbleitermodul ein Harz und darauf eine Schicht zur me
chanischen Stabilisierung vorzusehen.
Schließlich ist aus der JP 4-74447 A und der JP 3-4543 A ein
Halbleitermodul bekannt, das auf einem Träger einen
Halbleiter-Chip aufweist, und das auf der dem Halbleiterchip
gegenüberliegenden Seite des Trägers ein Verstärkungselement
aufweist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Halb
leitermodul vorzusehen, das bei minimaler Gesamtdicke mit
möglichst geringem Aufwand eine hohe Zuverlässigkeit
aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den im Patentanspruch
1 angegebenen Mitteln gelöst. Dadurch, daß der Halbleiter-
Chip mit der Seite, die die Kontakt-Pads aufweist direkt
gegen den Träger befestigt ist, wird für das Halbleitermodul
der Raum für die Bondverbindung eingespart. Dadurch, daß der
Halbleiter-Chip auf der Rückseite eine Schutzschicht
aufweist, kann auf das nachträgliche Auftragen einer
Versiegelung, die nach der Montage des Halbleiter-Chips auf
dem Träger zu erfolgen hätte, verzichtet werden, wobei der
Halbleiter-Chip trotz verminderter Dicke eine ausreichende
mechanische Stabilität aufweist.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in
den untergeordneten Ansprüchen angegeben.
Insbesondere durch die Verwendung einer anorganischen
nichtmetallischen Schicht, wie zum Beispiel die Ormocere,
aber auch Glaslote, die einen an Silizium angepaßten
thermischen Ausdehnungskoeffizienten aufweisen, ist eine gute
Verträglichkeit mit dem Material des Halbleiter-Chips
gewährleistet, wobei dieses Material gleichzeitig eine
ausreichende Festigkeit aufweist, um den notwendigen
mechanischen Schutz zu gewährleisten.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines
Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung
erläutert.
In der Figur ist ein Halbleiter-Chip 1 an einem Träger 2
befestigt. Auf der Oberfläche des Trägers 2 sind Kontakte 3
vorgesehen. Diese Kontakte erstrecken sich über den Bereich
des Halbleiter-Chips 1 hinaus. In der Figur nicht
dargestellte Kontaktflächen des Halbleiter-Chips 1 bzw.
Kontakt-Pads sind auf der dem Träger 2 zugewandten Oberfläche
des Halbleiter-Chips 1 vorgesehen. Diese sind mittels einer
elektrisch leitenden Verbindung 4 mit den über den Pads
liegenden Kontakten 3 verbunden.
Die elektrisch leitende Verbindung 4 kann entweder aus einem
elektrisch leitendem Kleber oder einem üblichen Lotmaterial
bestehen. Gleichzeitig kann der Halbleiter-Chip 1 mittels
Klebetechnik an dem Träger 2 befestigt sein.
Auf der dem Träger 2 abgewandten Seite des Halbleiter-Chips
1, der eine Dicke von ca. 350 µm aufweist, ist eine
Versiegelungsschicht 5 von etwa 10-100 µm aufgetragen. Hierbei
handelt es sich um eine anorganische nichtmetallische
Schicht, deren thermische Ausdehnung in der Nähe von
einkristallinem Silizium liegt. Diese Schicht ist auf dem
Halbleiterwafer vor dem sägetechnischen Vereinzeln
aufgeschleudert und durch Abkühlung ausgehärtet. Vorzugsweise
handelt es sich bei dem im sogenannten Spinn-Coat-Verfahren
aufgebrachten Schicht um ein Glas mit niedriger
Erweichungstemperatur. Gläser mit zum Silizium angepaßten
thermischen Ausdehnungskoeffizienten sind sogenannte
Borosilikat-Gläser bzw. Omocere. Durch Dotierung mit Selten-
Erd-Oxid-Verbindungen oder Schwermetall-Oxiden können diese
in ihrer Erweichungstemperatur unter 400°C reduziert werden.
Man spricht bei diesen Glaslegierungen von Glasloten. 400°C
stellt die höchste thermische Belastungsgrenze von
strukturierten Halbleiterscheiben dar, ohne daß eine
nennenswerte Veränderung der Eigenschaften des
Halbleiterbauelementes durch Diffusion zum Beispiel
auftreten. Das Glas bzw. Glaslot kann auch durch einen PVD-
Schritt, z. B. mittels Sputtern aufgebracht werden. Auch
andere Verfahren, wie anodisch Bonden sind denkbar. Bei
diesem Verfahren wird eine etwa 50 µm Dicke Floatglasschicht
aufgetragen. Ein Dotieren dieses Glases zur Erniedrigung der
Erweichungstemperatur ist nicht notwendig, da der
Schichtauftrag nicht aus der Flüssig-Phase auf dem wafer
erfolgt sondern eine Bondtemperatur von ca. 254-400°C
genügen, um nach wenigen Sekunden durch ein elektrisches Feld
Innendiffusion zwischen Glas und Silizium zu erzeugen.
Als Ormocere sind im einzelnen SiO2, P2O5-FeO2, Al2O3-SiO2 und
K2O2-Al2O3-SiO2 zu nennen.
Der besondere Vorteil von Glas ist nicht nur im mechanischen
Schutz des darunterliegenden einkristallinen Siliziums zu
sehen, sondern auch in der dilathermischen Verwandtschaft der
beiden Materialien, zu dem läßt sich Glas in gleicher Weise
mit annähernd gleichen Prozeßparametern und Equipment sägen.
Durch die rein amorphe Struktur des Glases wird verhindert,
daß sich Anrisse im Glas, die zu Durchrissen bis zur
Phasengrenze Glas-Silizium führen, nicht in das Grundmaterial
des einkristallinen Siliziums fortsetzen. Der zuvor
beschriebene Schutz schützt den Halbleiter-Chip nicht nur bei
der endgültigen Anwendung vor Bruch durch Biegen bzw.
Torsion, sondern auch bei der Herstellung des
Halbleitermoduls, z. B. beim Abpicken von der Sägefolie und
überall dort, wo mechanische Belastungen verursacht durch
physikalische Kontakte dem Chip Vorschäden zuführen können.
Zusätzlich kann die Glasschicht oberflächengehärtet werden,
zum Beispiel durch einen Dotierungsgradienten quer durch die
Schichtdicke oder ähnlich wie bei kratzschutzfesten Gläsern,
durch spezielle Führung eines Temperaturgradientens.
Zur Vermeidung von Waferdurchbiegungen kann bei der Chip-
Herstellung die anorganische nichtmetallische Schicht
beidseitig auf dem Wafer bzw. Chip aufgetragen werden,
wodurch mechanische Spannungskompensationen erzielbar sind.
Claims (6)
1. Halbleitermodul mit einem Halbleiter-Chip (1), der mit
einer Oberfläche, an der Kontakt-Pads angeordnet sind, an
einem Träger (2) befestigt ist, und mit zumindest einem
Kontakt (3), der auf einer dem Halbleiter-Chip (1)
gegenüberliegenden Seite des Trägers (2) angeordnet ist,
wobei zumindest ein Bereich des zumindest einen Kontaktes (3)
sich mit dem Halbleiter-Chip (1) überschneidet, und wobei dem
zumindest einen Kontakt (3) zumindest ein Kontakt-Pad auf dem
Halbleiter-Chip (1) zugeordnet und mit diesem elektrisch
verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Halbleiterchip (1) auf der Rückseite eine mechani
schen Schutz und ausreichende mechanische Stabilität gewähr
leistende Schutzschicht (5) aufweist.
2. Halbleitermodul nach Anspruch 1, wobei die elektrische
Verbindung zwischen dem Kontakt (3) und dem zugeordneten
Kontakt-Pad mittels eines leitenden Klebers erfolgt.
3. Halbleitermodul nach Anspruch 1, wobei die elektrische
Verbindung zwischen dem Kontakt (3) und dem zugeordneten
Kontakt-Pad mittels Lötverbindung erfolgt.
4. Halbleitermodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Schutzschicht (5) des Halbleiter-Chips (1) eine
anorganische nichtmetallische Schicht ist.
5. Halbleitermodul nach Anspruch 4, wobei die anorganische
nichtmetallische Schicht ein Material aus der Gruppe der
Ormocere ist.
6. Halbleitermodul nach Anspruch 4 oder 5, wobei die anor
ganische nichtmetallische Schicht beidseitig auf dem HL-Chip
aufgetragen ist.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE19728693A DE19728693C2 (de) | 1997-07-04 | 1997-07-04 | Halbleitermodul |
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Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19728693A DE19728693C2 (de) | 1997-07-04 | 1997-07-04 | Halbleitermodul |
Publications (2)
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|---|---|
| DE19728693A1 DE19728693A1 (de) | 1999-01-14 |
| DE19728693C2 true DE19728693C2 (de) | 1999-04-29 |
Family
ID=7834705
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19728693A Expired - Lifetime DE19728693C2 (de) | 1997-07-04 | 1997-07-04 | Halbleitermodul |
Country Status (2)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE19728693C2 (de) |
| WO (1) | WO1999001897A1 (de) |
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|---|---|
| WO1999001897A1 (de) | 1999-01-14 |
| DE19728693A1 (de) | 1999-01-14 |
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