DE19733763A1 - Laufzeitabhängige Brennkraftmaschinensteuerung - Google Patents
Laufzeitabhängige BrennkraftmaschinensteuerungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft die Auswahl von Betriebsparametern
einer Brennkraftmaschinensteuerung abhängig von der Laufzeit
der Brennkraftmaschine.
Aus der DE 28 00 433 ist eine Einrichtung zur
Drehzahlbegrenzung einer Brennkraftmaschine bekannt, bei der
die zulässige Höchstdrehzahl abhängig von einem
Fahrstrecken- und/oder Zeitsignal steuerbar ist. Dies
erlaubt die Begrenzung der Höchstdrehzahl in der
Einfahrphase auf dort vergleichsweise niedrige Werte ohne
das für die volle Leistungsentfaltung im eingefahrenen
Zustand nutzbare Drehzahlspektrum zu beschneiden. Die
genannte Begrenzung zielt auf einen Schutz der
Brennkraftmaschine vor erhöhtem Verschleiß, der bis zur
Zerstörung gehen kann,ab. Eine Anpassung von
Steuerparametern an den Verschleiß des Motors ist aus der
US 4 181 944 bekannt, nach der der Verschleiß über den
Brennraumdruck erfaßt wird oder aus dem Signal eines
Wegstreckenzählers abgeschätzt wird.
Herkömmliche Brennkraftmaschinensteuerungen sehen eine
Vielzahl von Betriebsparametern im Bereich der
Kraftstoff/Luft-Gemischbildung und der Zündung vor, die die
Leistung, den Verbrauch und die Abgasemissionen
beeinflussen. Ein Beispiel einer solchen Motorsteuerung wird
in der Veröffentlichung "Automotive Elektric/Electronic
Systems", VDI Verlag, 1988 auf den Seiten 262-303
beschrieben. Bei bekannten Systemen orientiert sich die
Festlegung der Betriebsparameter am Bedarf des noch nicht
eingelaufenen Motors. D.h.: die Datensätze sind auf den
vergleichsweise hohen Reibleistungsverlust eines neuen
Motors abgestimmt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der weiteren
Verbesserung der bekannten Brennkraftmaschinensteuerung,
insbesondere mit Blick auf den Kraftstoffverbrauch und die
Schadstoffemissionen. Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen
der unabhängigen Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
Der Kern der Erfindung besteht darin, die für das
Fahrverhalten, die Abgasemission und insbesondere den
Verbrauch relevanten Datensätze abhängig vom Einlaufzustand
des Motors zu verändern. Dabei kann der Einlaufzustand
vorteilhafterweise durch Daten, die ohnehin in der
Brennkraftmaschinensteuerung vorliegen oder leicht gebildet
werden können, modelliert werden. Beispiele solcher Daten
sind:
- - die Summe der seit einem Urstart, also dem ersten Start der Brennkraftmaschine nach deren Fertigung erfolgten Zündungen,
- - die Summe der Betriebszeiten,
- - die zurückgelegte Fahrstrecke,
- - die Summe der Einspritzzeiten,
- - das Integral der durchgesetzten Luftmasse über der Betriebszeit,
- - das Integral der Drosselklappenstellung,
- - das Integral der Fahrzeuggeschwindigkeit, jeweils vom Urstart an berechnet und/oder die Summe der seit dem Urstart erfolgten Startvorgänge in der Brennkraftmaschine.
Besonders vorteilhaft, weil wenig aufwendig, ist eine
Berücksichtigung der Reibleistung des Motors und damit der
Laufzeit durch Auswerten eines Startzählers.
Datensätze, die für die Nachführung oder Umschaltung in
Frage kommen sind beispielsweise die Basiswerte für die
- - Kraftstoffeinspritzmengen,
- - Faktoren für die Übergangskompensation bei Beschleunigungsvorgängen, insbesondere aber die
- - Gemischanreicherungsfaktoren für die Nachstart- und Warmlaufgemischanreicherung. Weitere Beispiele sind Daten
- - für Lastwechselschlagmaßnahmen in Gemisch und Zündung, wie eine Drehmomentzurücknahme über Zündungsspätverstellung. Weiterhin kommt auch eine Anwendung auf
- - kaltstartrelevante Daten eines Dieselmotors in Frage. Letzteres umfaßt bspw. das Ausmaß der Drehzahlerhöhung als Funktion der Motortemperatur und/oder eine Spritzbeginnverstellung in Richtung früherer Einspritzzeitpunkte.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung mit
Bezug auf die Zeichnungen beschrieben.
Fig. 1 zeigt das technische Umfeld der Erfindung. Fig. 2
offenbart verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung in
Funktionsblockdarstellung.
Die 1 in der Fig. 1 repräsentiert einen Verbrennungsmotor
in einem Fahrzeug mit einer Vielzahl 2 von Sensoren und
einer Vielfalt 3 von Stellgliedern. Die Sensoren 2 liefern
Eingangssignale x an ein Steuergerät 4, das daraus
Ausgangssignale y zur Ansteuerung der Stellglieder 3 bildet.
Die Vielfalt von Sensoren umfaßt beispielsweise Mittel zum
Bestimmen der Ansaugluftmenge, der Drosselklappenstellung,
der Drehzahl, der Fahrgeschwindigkeit, der zurückgelegten
Wegstrecke und dergleichen. Die Variable x repräsentiert
dementsprechend die Vielfalt der von diesen Sensoren
gelieferten Signale. Ganz analog repräsentiert die Variable
y die Vielfalt der Stellgrößen, beispielsweise die
ausgegebenen Einspritzimpulsbreiten zur Ansteuerung von
Einspritzventilen, die ausgegebenen Zündsignale sowie
ausgegebene Steuerbefehle für ein elektronisch gesteuertes
Leistungsstellglied, beispielsweise eine Drosselklappe.
Fig. 2a zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung
als Funktionsblockdarstellung des erfindungsgemäßen
Steuergerätes 4. Die Blöcke 2a1 und 2a2 stellen Mittel zur
Bereitstellung von Ausgangsgrößen y als Funktion von
Eingangsgrößen x dar. Diese Blöcke können als Kennlinien-
oder Kennfeldspeicher realisiert sein oder als Rechenmittel,
die y abhängig von x gegebenenfalls unter Rückgriff auf
weitere Daten berechnen.
Die Blöcke 2a1 und 2a2 repräsentieren damit im weitesten
Sinne Datensätze zur Motorsteuerung. Der Datensatz 2a1 ist
auf die Verhältnisse, insbesondere den erhöhten
Reibleistungsverlust eines neuen Motors abgestimmt, während
der Datensatz 2a2 an die Verhältnisse eines eingelaufenen
Motors angepaßt ist. Mit dem Schalter 2a3 kann von dem
einen auf den anderen Datensatz umgeschaltet werden. Der
Schalter 2a3 wird vom Block 2a4 betätigt, dem wenigstens ein
Signal aus der x-Gruppe und/oder ein Signal aus der y-Gruppe
zugeführt wird. Aus den zugeführten Signalen bildet der
Block 2a4 ein Maß L für die Laufleistung des Motors, bzw.
für den mit zunehmender Betriebsdauer abnehmenden
Reibleistungsbedarf des Motors und vergleicht dieses Maß mit
einem vorbestimmten Schwellwert. Ein Durchlaufen des
Schwellwertes löst dann eine Betätigung des Schalters 2a3
aus, der dann den zweiten Datensatz 2a2 mit den
Stellgliedern verbindet. Fig. 2b zeigt ein zweites
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Dieses zeichnet sich
durch eine stetige Überführung des Datensatzes 2a1 in den
Datensatz 2a2 aus. Zu diesem Zweck wird zunächst abhängig
vom Maß L für den Einlaufzustand ein Wichtungsfaktor F(L)
aus dem Block 2b1 ausgelesen und im Block 2b3 multiplikativ
mit der Differenz y1-y2 verknüpft, die im Block 2b2 gebildet
wird. Anschließend wird die mit F gewichtete Differenz im
Block 2b4 zum Steuersignal y2 hinzu addiert. Die letztlich
ausgegebene Stellgröße y berechnet sich daher zu
y = y2 + F.(yl-y2). F ist dabei eine Zahl, die mit
zunehmendem L, also mit zunehmender Laufleistung des Motors
stetig vom Wert 1 auf den Wert 0 sinkt. D.h. für einen neuen
Motor ist F = 1 und y berechnet sich zu y = y1. Für einen
eingelaufenen Motor mit F = 0 berechnet sich y zu y2. Mit
anderen Worten: Dieses Ausführungsbeispiel bewirkt einen
stetigen Übergang vom Steuerdatensatz y1 für den neuen Motor
zum Steuerdatensatz y2 für den eingelaufenen Motor. Im
folgenden wird ausgeführt, wie der Einlaufzustand L leicht
modelliert werden kann. Ein Zähler, der im
batteriegepufferten RAM des Steuergerätes abgelegt ist, wird
bei jedem Start des Motors nach Ablauf eines Zeitkriteriums
inkrementiert. Das Zeitkriterium könnte z. B. der
Nachstartzähler sein. Der Nachstartzähler wird nach einem
Start auf einen bestimmten Wert gesetzt und im folgenden
Betrieb auf den Wert Null heruntergezählt. Solange der Wert
des Nachstartzählers von Null abweicht ist eine
Nachstartgemischanreicherung aktiv. Der Startzähler wird
inkrementiert, wenn der Nachstartzähler den Wert 0 erreicht.
In der Initialisierungsphase wird der Startzähler mit einer
applizierbaren Schwelle verglichen. Ist der Wert des
Startzählers kleiner als die Schwelle, schließt man auf
einen neuen Motor mit hoher Reibleistung. In diesem Fall
werden für das Nachstart- und Warmlaufgemisch Faktoren aus
einem Satz 1 eingerechnet. Hat der Startzähler die Schwelle
überschritten, dann hat der Motor schon eine gewisse
Laufzeit vorzuweisen und damit eine reduzierte Reibleistung.
Jetzt ist der Gemischfaktorensatz 2 einzurechnen. Gegenüber
den herkömmlichen Programmen ist durch Auswerten eines
Startzählers oder durch eine andere Modellierung des
Einlaufzustandes eine Berücksichtigung der Reibleistung des
Motors und damit der Laufzeit möglich. Das Auswerten des
Startzählers ist besonders wenig aufwendig und modelliert
den Einlaufzustand gut, da die Startvorgänge wesentlich zum
Einlaufen beitragen. Jetzt kann der eingelaufene Motor
entsprechend seinem Bedarf mit Kraftstoff versorgt werden
und die Auslegung muß sich nicht mehr am neuen Motor mit
hoher Reibleistung als warst case orientieren. Dadurch
lassen sich die Abgasemissionen und der Kraftstoffverbrauch
in der Nachstart und Warmlaufphase reduzieren.
Claims (10)
1. Vorrichtung zur Steuerung eines Verbrennungsmotors (1)
mit Steuermitteln (3), die wenigstens einen für den
Kraftstoffverbrauch des Verbrennungsmotors relevanten
Steuerparameter beeinflussen und mit Mitteln (2, 3, 4) zur
Bildung eines Maßes L für Einlaufzustand des
Verbrennungsmotors, gekennzeichnet durch Mittel (4), die
Ansteuersignale y der Steuermittel (3) abhängig vom
genannten Maß L in vorbestimmter Weise verändern.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
- - daß die Mittel 4 wenigstens zwei Sätze y1, y2 von Ansteuersignalen bereithalten wobei der Satz y1 zur Steuerung des neuen Motors und der Satz y2 zur Steuerung des eingelaufenen Motors dient,
- - daß das Maß L mit einem vorbestimmten Schwellwert verglichen wird und
- - daß die Mittel 4 von dem einen auf den anderen Satz von Ansteuersignalen umschalten, wenn das Maß L den vorbestimmten Schwellwert passiert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Steuerdatensatz y1 für den neuen Motor stetig in den
Steuerdatensatz y2 für den eingelaufenen Motor überführt
wird.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch Mittel, die zur Bildung des Maßes L
wenigstens eine der folgenden Größen verarbeiten:
- - die Summe der seit einem Urstart, also dem ersten Start der Brennkraftmaschine nach deren Fertigung erfolgten Zündungen,
- - die Summe der seit dem Urstart verstrichenen Betriebszeiten,
- - die seit dem Urstart zurückgelegte Fahrstrecke,
- - die Summe der Einspritzzeiten seit dem Urstart,
- - das Integral der durchgesetzten Luftmasse über der Betriebszeit seit dem Urstart,
- - das Integral der Drosselklappenstellung seit dem Urstart,
- - das Integral der Fahrzeuggeschwindigkeit seit dem Urstart
- - oder die Summe der seit dem Urstart erfolgten Startvorgänge in der Brennkraftmaschine.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß als Datensätze y
- - Basiswerte für die Kraftstoffeinspritzmenge,
- - Faktoren für die Übergangskompensation
- - Gemischanreicherungsfaktoren für die Nachstart- und/oder Warmlaufphase,
- - Gemisch- und/oder Zündeingriffe für Lastwechselschlagmaßnahmen oder
- - kaltstartrelevante Daten eines Dieselmotors verwendet werden.
6. Verfahren zur Steuerung eines Verbrennungsmotors (1) mit
Steuermitteln (3), die wenigstens einen für den
Kraftstoffverbrauch des Verbrennungsmotors relevanten
Steuerparameter beeinflussen und mit Mitteln (2, 3, 4) zur
Bildung eines Maßes L für Einlaufzustand des
Verbrennungsmotors, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ansteuersignale y der Steuermittel (3) abhängig vom
genannten Maß L in vorbestimmter Weise verändert werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
- - daß die Mittel 4 wenigstens zwei Sätze y1, y2 von Ansteuersignalen bereithalten wobei der Satz y1 zur Steuerung des neuen Motors und der Satz y2 zur Steuerung des eingelaufenen Motors dient,
- - daß das Maß L mit einem vorbestimmten Schwellwert verglichen wird und
- - daß dann von dem einen auf den anderen Satz von Ansteuersignalen umgeschaltet wird, wenn das Maß L den vorbestimmten Schwellwert passiert.
8. Verfahren Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Steuerdatensatz y1 für den neuen Motor stetig in den
Steuerdatensatz y2 für den eingelaufenen Motor überführt
wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Bildung des Maßes L wenigstens
eine der folgenden Größen verarbeitet wird:
- - die Summe der seit einem Urstart, also dem ersten Start der Brennkraftmaschine nach deren Fertigung erfolgten Zündungen,
- - die Summe der seit dem Urstart verstrichenen Betriebszeiten,
- - die seit dem Urstart zurückgelegte Fahrstrecke,
- - die Summe der Einspritzzeiten seit dem Urstart,
- - das Integral der durchgesetzten Luftmasse über der Betriebszeit seit dem Urstart,
- - das Integral der Drosselklappenstellung seit dem Urstart,
- - das Integral der Fahrzeuggeschwindigkeit seit dem Urstart
- - oder die Summe der seit dem Urstart erfolgten Startvorgänge in der Brennkraftmaschine.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß als Datensätze y
- - Basiswerte für die Kraftstoffeinspritzmenge,
- - Faktoren für die Übergangskompensation
- - Gemischanreicherungsfaktoren für die Nachstart- und/oder Warmlaufphase,
- - Gemisch- und/oder Zündeingriffe für Lastwechselschlagmaßnahmen oder
- - kaltstartrelevante Daten eines Dieselmotors verwendet werden.
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