DE19745312A1 - Anteuerschaltung für einen bürstenlosen Gleichstrommotor - Google Patents
Anteuerschaltung für einen bürstenlosen GleichstrommotorInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ansteuerschaltung
für einen bürstenlosen, elektronisch kommutierten Gleich
strommotor, wobei in Reihe mit jedem Wicklungsstrang des
Motors ein elektronisches Schaltelement angeordnet ist und
die Schaltelemente in Abhängigkeit von einem - insbesondere
als digital schaltender Hall-IC ausgebildeten - Rotor-Dreh
stellungssensor angesteuert werden, und wobei jeder Wick
lungsstrang über jeweils eine Auskoppeldiode mit einem
gemeinsamen Schaltungspunkt verbunden ist.
Solche Ansteuerschaltungen sind seit langem bekannt; ledig
lich beispielsweise sei auf das Fachbuch "Elektrische
Kleinstmotoren und ihr Einsatz" von Helmut Moczala u. a.,
expert verlag/VDE-Verlag 1979, und darin vor allem Seiten
174 und 183, hingewiesen. Die Auskoppeldioden dienen dabei
dazu, aus den jeweils stromlosen Wicklungssträngen die auf
grund der Rotation induzierte Spannung abzuleiten, die als
rein drehzahlabhängiges Steuersignal (Tachometerspannung)
zur Drehzahlregelung einem Regler zugeführt werden kann
(Drehzahl-Istwertsignal). Als Rotor-Drehstellungssensoren
werden heute bevorzugt digital schaltende Hall-IC verwendet
und nur noch seltener analoge Hall-Generatoren. Aufgrund
des digitalen Schaltverhaltens werden jeweils im Abschalt
moment in dem jeweiligen Wicklungsstrang auch durch Selbst
induktion (Gegeninduktion) sehr hohe Spannungsspitzen
U = - L (di/dt) erzeugt, die in mehrfacher Hinsicht nach
teilig sind. Vor allem führen sie zu einer hohen Verlust
leistung in den elektronischen Schaltelementen, so daß
diese entsprechend größer bzw. leistungsstärker ausgelegt
werden müssen, als es eigentlich für die jeweilige Motor
leistung erforderlich wäre. Dies führt nachteiligerweise zu
höheren Bauteilkosten.
Grundsätzlich wäre es möglich, einen größeren Glättungs
kondensator für die Steuerspannung vorzusehen, wodurch aber
die Regeldynamik verschlechtert werden würde. Ein ebenfalls
bekannter Lösungsversuch, eine Bedämpfung der Schaltelemen
te durch sogenannte Miller-Kondensatoren jeweils von Kol
lektor nach Basis vorzusehen, führt zu einem verschlechter
ten Wirkungsgrad, da die bewirkte Schaltverzögerung bei der
Rotation des Motors zu Bremsströmen führt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, zur
Lösung der geschilderten Probleme eine gattungsgemäße An
steuerschaltung so zu verbessern, daß unter Verwendung von
einfachen und preiswerten Bauteilen ein guter Wirkungsgrad
und - falls eine Regelung vorgesehen ist - auch eine gute
Regeldynamik gewährleistet sind.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß parallel zu
den Wicklungssträngen und den zugehörigen Auskoppeldioden
eine Schutztransistorbeschaltung angeordnet ist, die derart
ausgelegt ist und über den gemeinsamen Schaltungspunkt der
art angesteuert wird, daß induktionsbedingte Spannungs
spitzen eliminiert (kurzgeschlossen) werden. Erfindungs
gemäß wird somit bei Auftreten eines steilen Spannungsan
stieges U = - L (di/dt) im über die Auskoppeldiode aus dem
jeweiligen Wicklungsstrang abgeleiteten Signal über die
Schutztransistorbeschaltung die Spannungsspitze kurzge
schlossen bzw. auf den eigentlichen Wert der im jeweils
stromlosen Wicklungsstrang induzierten EMK begrenzt. Kon
kret wird dies bevorzugt dadurch erreicht, daß ein Schutz
transistor mit seiner Kollektor-Emitter-Strecke parallel zu
den Wicklungssträngen und den zugehörigen Auskoppeldioden
geschaltet ist, wobei seine Basis über einen Steuerkonden
sator mit dem gemeinsamen Schaltungspunkt verbunden ist.
Der Steuerkondensator kann vorteilhafterweise eine geringe
Kapazität besitzen, so daß es sich um ein preisgünstiges
Bauteil handelt (insbesondere in Relation zu einem sonst
eventuell erforderlichen, sehr viel größeren Glättungs
kondensator). Aufgrund des Verstärkungsfaktors des Schutz
transistors wirkt aber virtuell eine sehr viel größere, und
zwar um den Verstärkungsfaktor größere Kapazität, dies je
doch vorteilhafterweise auch ohne entsprechend viel Energie
zu speichern. Dies wirkt sich sehr günstig für das dynami
sche Verhalten aus. Wenn sich beispielsweise durch den
Schutztransistor ein Verstärkungsfaktor von etwa 400 er
gibt, wirkt virtuell eine Kapazität, die um den Faktor 400
größer als der Steuerkondensator ist.
Die Erfindung eignet sich vor allem für eine Ansteuerschal
tung mit Regler, wobei das über die Auskoppeldioden gewon
nene Signal (EMK) als drehzahlabhängige Tachometerspannung
einem Regler zugeführt wird. Die Erfindung ist jedoch auch
ohne Regler sehr vorteilhaft, weil durch die Eliminierung
der schädlichen Spannungsspitzen als Kommutierungs-Schalt
elemente vergleichsweise einfache und preiswerte Transisto
ren mit geringer Leistung verwendet werden können. Denn die
erfindungsgemäße Schutztransistorbeschaltung begrenzt die
Kollektor-Emitter-Spannung UCE der Kommutierungstransistoren
optimal auf UB und UE = UCE. Miller Kondensatoren oder der
gleichen zum Verlangsamen der Schaltflanken sind vorteil
hafterweise nicht erforderlich, so daß auch die Verlustlei
stung der Kommutierungstransistoren reduziert und der
Motorwirkungsgrad verbessert wird.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmerkmale der Erfindung
sind in den Unteransprüchen sowie der folgenden Beschrei
bung enthalten.
Anhand von zwei in der Zeichnung dargestellten, bevorzugten
Ausführungsbeispielen soll im folgenden die Erfindung näher
erläutert werden. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Ansteuerschaltung mit
Regler und
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Ansteuerschaltung ohne
Regler.
Die Ausführungsbeispiele beziehen sich auf einen bürsten
losen Gleichstrommotor mit zwei Wicklungssträngen L1 und L2.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf einen zweisträngigen
Motor beschränkt. In Reihe mit jedem Wicklungsstrang L1, L2
ist ein elektronisches Schaltelement T1, T2 angeordnet. Zur
Kommutierung der Wicklungsstränge werden sie Schaltelemente
T1, T2 in Abhängigkeit von den Ausgangssignalen eines Rotor-
Drehstellungssensors 2 angesteuert. Dieser Drehstellungs
sensor 2 ist bevorzugt als digital schaltender Hall-IC aus
gebildet. Der Drehstellungssensor 2 steuert die Schaltele
mente T1, T2 direkt bzw. über einen Inverter 4 (Transistor
plus Widerstand) an. Hierdurch können die Wicklungsstränge
L1 oder L2 zur Kommutierung alternativ eingeschaltet werden,
wodurch dann aufgrund der Betriebsspannung UB ein Motorstrom
fließt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist ein (Drehzahl-)
Regler vorgesehen, dem als drehzahlabhängiges Signal E die
in dem jeweils stromlosen Wicklungsstrang induzierte Gegen-
EMK zugeführt wird. Dieses Signal wird aus den Wicklungs
strängen L1 bzw. L2 über Auskoppeldioden D1, D2 abgeleitet
und über einen gemeinsamen Schaltungspunkt 8 dem Regler 6
zugeführt. Der Regler 6 ist mit einem Regeltransistor TR
verbunden, der im dargestellten Ausführungsbeispiel nach
Fig. 1 bevorzugt als Längsregler mit seiner Kollektor-
Emitter-Strecke in Reihe zu den Schaltelementen T1, T2
angeordnet ist.
Erfindungsgemäß ist nun eine Schutztransistorbeschaltung 10
vorgesehen, die parallel zu den Wicklungssträngen L1, L2 und
den zugehörigen Auskoppeldionen D1, D2 geschaltet ist. Die
Schutztransistorbeschaltung 10 weist einen Schutztransistor
TS auf, der mit seiner Kollektor-Emitter-Strecke C-E paral
lel zu den Wicklungssträngen und den zugehörigen Auskoppel
dioden geschaltet ist. Die Basis B des Schutztransistors TS
ist über einen Steuerkondensator CS mit dem gemeinsamen
Schaltungspunkt 8 zwischen den Auskoppeldioden verbunden.
Zudem liegt parallel zur Basis-Emitter-Strecke B-E des
Schutztransistors TS ein Widerstand R. Erfindungsgemäß ist
nun vorgesehen, daß der Steuerkondensator CS und/oder der
Schutztransistor TS derart ausgelegt sind/ist, daß induk
tionsbedingte, d. h. jeweils im Moment des Abschaltens des
jeweiligen Wicklungsstranges durch Gegen-Induktion auf
tretende Spannungsspitzen U = - L (di/dt) über den Schutz
transistor TS eliminiert, d. h. kurzgeschlossen werden.
Hierdurch wird die verbleibende Spannung auf die jeweils
induzierte EMK begrenzt.
Wie sich ferner aus Fig. 1 ergibt, kann parallel zur
Kollektor-Emitter-Strecke C-E des Schutztransistors TS ein
Glättungskondensator CG angeordnet sein. Aufgrund der er
findungsgemäßen Schutztransistorbeschaltung 10 kann dieser
Glättungskondensator CG eine vergleichsweise geringe Kapa
zität aufweisen oder sogar gänzlich entbehrlich sein.
In Fig. 2 ist die Ansteuerschaltung ohne Regler darge
stellt. Das über den gemeinsamen Schaltungspunkt 8 abge
griffene Signal wird hierbei folglich nicht als Tachometer
spannung benötigt, sondern es dient ausschließlich im
Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Schutztransistor
beschaltung 10 dazu, die schädlichen Spannungsspitzen zu
eliminieren. Die Schutztransistorbeschaltung 10 entspricht
hierbei der Ausführung nach Fig. 1.
Im folgenden sei beispielhaft ein konkreter Anwendungsfall
erläutert. Bei einem z. B. für ein Handrührgerät vorgesehe
nen Motor mit 24 V Betriebsspannung UB und ca. 150 mA Strom
aufnahme hat der Steuerkondensator CS bevorzugt eine Kapazi
tät von etwa 100 nF, und der Widerstand R beträgt etwa 12
kΩ. Als Schutztransistor TS kann ein sehr preiswerter Klein
signaltransistor verwendet werden, beispielsweise BC 847.
Dieser Transistor wird thermisch kaum belastet, weil er die
meiste Zeit gesperrt ist und nur für die kurze Zeit der
Wicklungsstrang-Abschaltspitze leitend wird.
Falls gemäß Fig. 1 auch ein Glättungskondensator CG vorge
sehen ist, so hat dieser bevorzugt ebenfalls eine Kapazität
von etwa 100 nF. Hierzu sei bemerkt, daß ohne die erfin
dungsgemäße Maßnahme an dieser Stelle ein Glättungskonden
sator mit einer sehr viel höheren, im µF-Bereich liegenden
Kapazität (beispielsweise 2,2 µF) erforderlich wäre.
Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschrie
benen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern umfaßt auch
alle im Sinne der Erfindung gleichwirkenden Ausführungen.
Ferner ist die Erfindung bislang auch noch nicht auf die im
Anspruch 1 definierte Merkmalskombination beschränkt, son
dern kann auch durch jede beliebige andere Kombination von
bestimmten Merkmalen aller insgesamt offenbarten Einzel
merkmalen definiert sein. Dies bedeutet, daß grundsätzlich
praktisch jedes Einzelmerkmal des Anspruchs 1 weggelassen
bzw. durch mindestens ein an anderer Stelle der Anmeldung
offenbartes Einzelmerkmal ersetzt werden kann. Insofern
ist der Anspruch 1 lediglich als ein erster Formulierungs
versuch für eine Erfindung zu verstehen.
Claims (6)
1. Ansteuerschaltung für einen bürstenlosen, elektro
nisch-kommutierten Gleichstrommotor, wobei in Reihe
mit jedem Wicklungsstrang (L1, L2) des Motors ein elek
tronisches Schaltelement (T1, T2) angeordnet ist und
die Schaltelemente (T1, T2) in Abhängigkeit von einem -
insbesondere als digitaler Hall-IC ausgebildeten -
Rotor-Drehstellungssensor (2) angesteuert werden, und
wobei jeder Wicklungsstrang (L1, L2) über jeweils eine
Auskoppeldiode (D1, D2) mit einem gemeinsamen Schal
tungspunkt (8) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, daß pa
rallel zu den Wicklungssträngen (L1, L2) und den zuge
hörigen Auskoppeldioden (D1, D2) eine Schutztransistor
beschaltung (10) angeordnet ist, die derart angesteu
ert wird, daß induktionsbedingte Spannungsspitzen eli
miniert werden.
2. Ansteuerschaltung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Schutztransistorbeschaltung (10) einen Schutztransi
stor (T2) aufweist, der mit seiner Kollektor-Emitter-
Strecke (C-E) parallel zu den Wicklungssträngen (L1,
L2) und den zugehörigen Auskoppeldioden (D1, D2) ge
schaltet ist, und dessen Basis (B) über einen Steuer
kondensator (CS) mit dem gemeinsamen Schaltungspunkt
(8) verbunden ist.
3. Ansteuerschaltung nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch einen zur
Basis-Emitter-Strecke (B-E) des Schutztransistors (T2)
parallelen Widerstand (R).
4. Ansteuerschaltung nach einem oder mehreren der An
sprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der
gemeinsame Schaltungspunkt (8) mit einem Steuerspan
nungseingang (+E) eines Reglers (6) verbunden ist.
5. Ansteuerschaltung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Regler (6) einen Regel-Endstufentransistor (TR) auf
weist, der insbesondere als Längsregler in Reihe mit
den Schaltelementen (T1, T2) geschaltet ist.
6. Ansteuerschaltung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
parallel zur Kollektor-Emitter-Strecke (C-E) des
Schutztransistors (T2) ein Glättungskondensator (CG)
angeordnet ist.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: EBM-PAPST ST. GEORGEN GMBH & CO. KG, 78112 ST. GEO |
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| 8141 | Disposal/no request for examination |