DE19800643C2 - Elektrisch betätigte Betriebs- und Feststellbremse für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Elektrisch betätigte Betriebs- und Feststellbremse für ein KraftfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine elektrisch betätigte Be
triebs- und Feststellbremse für ein Kraftfahrzeug gemäß Pa
tentanspruch 1.
Feststellbremsen für Kraftfahrzeuge dienen dazu, ein halten
des oder abgestelltes Fahrzeug gegen Wegrollen zu sichern.
Insbesondere bei geneigter Fahrbahn muß das Wegrollen sicher
verhindert werden.
Ausgehend von einer Trommel-Betriebsbremse sind bei herkömm
lichen Feststellbremsen zwei Bremsbacken der hydraulischen
Betriebsbremse mechanisch gegen die Innenwand einer Brems
trommel gedrückt; im Falle der DE 196 20 344 A1 bzw. der
DE 39 41 400 C2 sind dazu die Bremsbacken zur Feststellbrem
sung in einer Bremsstellung durch elektrische Betätigung me
chanisch verriegelbar. Ausgehend von einer Scheiben-Betriebs
bremse sind herkömmlich die Feststellbremsen als zusätzlich
angebrachte Bremssättel realisiert, die von Hand über Seilzü
ge und Spannhebel gegen die Bremsscheibe gedrückt und in die
ser Stellung arretierbar sind.
Der Aufwand für solche Feststellbremsen, die ausschließlich
über die Reibkraft wirken, ist relativ hoch.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit geringem Auf
wand eine zuverlässige und wirksame Feststellbremse für
Kraftfahrzeuge zu schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die elektrisch betä
tigte Betriebs- und Feststellbremse nach Anspruch 1 gelöst.
Zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der
Unteransprüche.
Erfindungsgemäß ist durch die von der elektrisch betätigten
Betriebsbremse konstruktiv und funktionell unabhängige Fest
stellbremse mit einfachen Mitteln, insbesondere unter Mitbe
nutztung einer an sich bereits vorhandenen Raddrehsignal-Er
fassung, eine Sicherung gegen ein ungewolltes Wegrollen des
Fahrzeuges gewährleistbar. Bevor das Kraftfahrzeug sich in
Bewegung setzt, müssen die Feststellbremsen von der Bremsen
steuerung durch ein elektrisches
Steuersignal gelöst werden. Es ist gewährleistet, daß das
Kraftfahrzeug sich auch bei einem Stromausfall nicht unbeab
sichtigt in Bewegung setzen kann.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand
der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: eine elektrische Bremsanlage eines Kraftfahrzeugs
mit einer Feststellbremse;
Fig. 2: ein erstes Ausführungsbeispiel einer
Feststellbremse in einer auseinander geklappten
Darstellung;
Fig. 3: die Feststellbremse nach Fig. 2 in einer seitlichen
Teilansicht;
Fig. 4: ein zweites Ausführungsbeispiel einer
Feststellbremse in einer seitlichen Teilan
sicht und
Fig. 5: die Feststellbremse nach Fig. 4 in einer Teilan
sicht von vorn.
Eine Bremsanlage 1 (Fig. 1) für ein Kraftfahrzeug mit vier
Rädern, das hier nicht weiter dargestellt ist, schließt vier
Bremsen 2 ein, die je eine Bremsscheibe 3 und eine Betäti
gungsvorrichtung in Gestalt eines Radbremsaktors 4 - im fol
genden auch als Radbremsaktuator oder nur Aktor bezeichnet -
aufweisen. Die Radbremsaktoren 4 sind in je einen zugehörigen
Bremssattel 5 integriert, das heißt mit ihm zu einer Einheit
zusammengefaßt. Der Bremssattel 5 ist als Schwimmsattel aus
gebildet, über Bremsbeläge 6 wird bei Betätigung des Rad
bremsaktors 4 ein Bremsmoment auf die Bremsscheibe 3 ausge
übt. Die Bremsanlage 1 kann aber - ohne die Erfindung zu be
einträchtigen - auch anders ausgebildet sein.
Die Radbremsaktoren 4 werden von einer Batterie 8 über Ver
sorgungsleitungen 9 mit elektrischer Energie versorgt. Ein
elektronisches Steuergerät (ECU) 10 wertet Signale von Rad
drehzahlsensoren 12 aus, die an jedem Rad vorgesehen sind.
Deren Signale gelangen über Signalleitungen 14 zu dem Steuer
gerät 10.
Das Steuergerät 10 ist auch mit einem Bremswertgeber oder Pe
dalsimulator 15 verbunden, der von dem Fahrer des Kraftfahr
zeugs über ein Pedal 16 betätigt wird. Der Pedalkraftsimula
tor 15 setzt die Bewegung des Bremspedals 16, das heißt die
von dem Fahrer wie gewohnt ausgeübte Kraft, und den Pedalweg
in elektrische Signale um. Die Pedalbetätigung wird durch
mehrere Sensoren, zum Beispiel einem oder zwei Wegsensoren 18
und einem oder zwei Drucksensoren 19 in elektrische Signale
umgewandelt, die über Signalleitungen 20 zu dem Steuergerät
10 gelangen und dort ausgewertet werden.
Das Steuergerät 10 ermittelt aus den Sensorsignalen Sollwerte
für die Bremsbetätigung und übermittelt sie über Steuerlei
tungen 22 an die einzelnen Radbremsaktoren 4. Zum Berechnen
der Sollwerte für die Radbremsaktoren bei einem Eingriff von
Antiblockier- oder Fahrstabilitätsregelungen werden von dem
Steuergerät 10 weitere Sensorsignale ausgewertet, zum Bei
spiel die Signale der Raddrehzahlsensoren 12 und Signale von
Querbeschleunigungs- und Gierwinkelgeschwindigkeitssensoren,
die hier, da sie für sich bekannt sind, nicht weiter erläu
tert werden.
Die Radbremsaktoren 4 können an jedem Rad oder auch nur an
Gruppen von Rädern vorgesehen sein. Sie werden elektrisch
kontinuierlich betätigt oder gestellt und sie erzeugen für
jedes Rad oder für jede Radgruppe einen unabhängigen Brems
druck.
In dem elektronischen Steuergerät 10 werden auch Befehle des
Fahrers ausgewertet, die dieser über einen Schalter oder der
gleichen eingibt, um die Feststellbremse (siehe Fig. 2 bis
5) zu betätigen oder um sie wieder zu lösen. Bei Empfang ei
nes Einrückbefehls für die Feststellbremse prüft das Steuer
gerät 10, ob das Kraftfahrzeug sich nicht mehr bewegt, und
gibt erst dann einen Steuerbefehl an die Feststellbremse, um
diese zu betätigen oder einzurücken.
Bei einem ersten Beispiel einer Feststell
bremse 24 (Fig. 2 und 3) ist die Bremsscheibe 3 an einer
Radnabe 25 befestigt. Diese Radnabe weist an ihrer Stirnseite
26 entlang ihres äußeren Umfangs verteilte Vertiefungen oder
Bohrungen 28 auf. Ein Verriegelungsbolzen, im folgenden als
Bolzen 29 bezeichnet, wird durch eine Feder 30 in Richtung
auf die Radnabe 25 gedrückt und kann in eine der Vertiefungen
oder Bohrungen 28 eindringen, wenn diese ihm gegenübersteht.
An einem Radträger oder Bremsenträger 34 ist ein Elektro-Hub
magnet 32 mit magnetischer Haltung befestigt, in dem der Bol
zen 29 beweglich geführt ist. Der Bolzen ist gegen die magne
tische Haltung durch die Feder 30 vorgespannt. Wird der Hub
magnet ausgelöst, drückt die Feder 30 den Bolzen 29 gegen die
Radnabe 25. Trifft der Bolzen nicht direkt in eine Vertiefung
oder Bohrung 28, kann sich das Rad nach dem Lösen der Be
triebsbremse nur noch ein kleine Stück weiterdrehen, bis der
federbelastete Bolzen in die nächste Vertiefung oder Bohrung
28 einrastet.
Die Form des Bolzens 29 und die der Vertiefungen oder Bohrun
gen 28 ist so ausgebildet, daß die Reibkraft zwischen Bolzen
und Vertiefung zusammen mit der Druckkraft der Feder 30 ein
selbsthemmendes System bilden; damit ist gewährleistet, daß
sich einerseits die Verriegelung nicht selbsttätig öffnen
kann und andererseits zum Entriegeln nur eine geringe Kraft
benötigt wird, die der Hubmagnet 32 ohne weiteres aufbringen
kann. Vor dem Aktivieren der Feststellbremse 24, muß das
Steuergerät 10 sicher festgestellt haben, daß sich die Räder
nicht mehr drehen. Zum Lösen der Feststellbremse wird der
Hubmagnet 32 aktiviert und zieht den Bolzen 29 gegen die Fe
derkraft aus der Vertiefung oder Bohrung 28 heraus, um ihn
dann in seiner Ruhestellung mit magnetischer Haltung zu arre
tieren.
Die Funktion der magnetischen Haltung in Ruhestellung und
Verriegelungskraft mit Feder kann auch umgekehrt werden, so
daß die Ruhestellung durch die Federkraft gehalten und die
Verriegelung durch die magnetische Haltung bewirkt wird.
Die Bremsscheibe 3 und die Radnabe 25 sind an eine Achswelle
33 befestigt und drehen sich mit dem zugehörigen (hier nicht
dargestellten) Rad. Der Hubmagnet 32 und der Bolzen 29 hinge
gen sind an einem sich nicht drehenden Teil des Fahrgestells,
zum Beispiel an einem Radträger oder Bremsenträger 34, befe
stigt.
Bei einer anderen Feststellbremse 36
(Fig. 4 und 5) weist eine mit der Bremsscheibe 3 und der Achs
welle 33 verbundene Radnabe 38 an ihrem äußeren Umfang eine
Verzahnung 39 auf. Eine schwenkbar gelagerte Sperrklinke 40
wird durch eine Feder 41 von außen in Richtung auf die Ver
zahnung 39 gedrückt. Sie weist einen Vorsprung 42 auf, der in
eine Zahnlücke 44 eindringen kann, wenn er ihr gegenüber
liegt. Die Sperrklinke 40 wird mit ihrem Vorsprung 42 erst
dann in eine Zahnlücke 44 eindringen, wenn ein Hubmagnet mit
magnetischer Haltung 45 elektrisch ausgelöst wird.
Sowohl bei der Feststellbremse 24 als auch bei der Feststell
bremse 36 werden die Hubmagneten 32 bzw. 45 von dem Steuerge
rät 10 gesteuert. Dieses wertet die Signale der Raddrehzahl
sensoren 12 aus und ist deshalb jederzeit darüber informiert,
ob sich die Räder noch drehen oder ob das Kraftfahrzeug
stillsteht. Nur bei Stillstand gibt das Steuergerät 10 die
Hubmagneten 32 oder 45 frei. Der Bolzen 29 wird dann durch
die Feder 30 in eine der Bohrungen 28 hinein gedrückt, wo
durch das Kraftfahrzeug in einfacher und wirksamer Weise ge
gen ein Wegrollen gesichert ist.
Bei der Feststellbremse 36 gibt das Steuergerät 10, wenn es
einen Stillstand des Kraftfahrzeugs erkennt und einen ent
sprechenden Fahrerbefehl erhält, den Hubmagneten 45 frei und
damit kann der Vorsprung 42 der Sperrklinke 40 in eine Zahn
lücke 44 eindrücken, wodurch das Kraftfahrzeug ebenfalls ge
gen ein Wegrollen gesichert ist.
Vor dem Wiederanfahren muß die Feststellbremse durch einen
Fahrerbefehl gelöst werden. Das Steuergerät 10 empfängt den
Fahrerbefehl und steuert den Hubmagneten 32 oder den Hubma
gneten 45. Damit werden der Bolzen 29 oder die Sperrklinke 40
von der Radnabe 25 bzw. 38 weggezogen und das Rad kann sich
wieder frei drehen.
In der Regel genügt es, zwei der Räder des Kraftfahrzeugs,
vorzugsweise die hinteren Räder, mit einer Feststellbremse 24
oder 36 zu versehen. Da der Aufwand für diese Bremsen aber
gering ist, kann jedes Rad mit einer solchen Feststellbremse
versehen werden.
Im Falle eines Stromausfalls im Kraftfahrzeug können die Hub
magneten 32 und 45 nicht ausgelöst oder bestromt werden, die
Feststellbremse bleibt eingerückt und das Kraftfahrzeug kann
sich nicht ungewollt in Bewegung setzen.
Ein Vorteil der Feststellbremsen 24 und 36 ist, daß sie eine
formschlüssige und nicht nur eine reibschlüssige Verbindung
zwischen den Rädern und dem Fahrgestell ergeben, und daß da
durch die Feststellbremse wartungsfrei und zuverlässiger so
wie nicht so störanfällig wie herkömmliche Feststellbremsen
ist. Sie kann an jeder beliebigen Stelle der Radnaben eines
Kraftfahrzeugs angebracht werden. Der zusätzliche Einbau ei
ner Handbremse entfällt.
Claims (4)
1. Elektrisch betätigte Betriebs- und Feststellbremse für ein
Kraftfahrzeug
- 1. mit einer elektrisch gesteuerten Betriebsbremse (2) und einem elektronischen Steuergerät (10), das Raddrehsignale auswertet und die Betriebsbremse (2) steuert,
- 2. mit einer Feststellbremse (24), bei deren Betätigung ein fahrgestellseitiger Vorsprung (29) in zumindest eine Aus sparung (28; 39) eines mit einem Rad verbundenen Teils ein geführt ist,
- 3. mit einer durch das Steuergerät (10) verhinderten Einfüh rung des Vorsprungs (29) in die Aussparung (28; 39) bei ei nem die Drehung des Rades signalisierenden Raddrehsignal.
2. Elektrisch betätigte Betriebs- und Feststellbremse nach
Anspruch 1
- 1. mit über den Umfang einer Radnabe (25) verteilten Ausspa rungen in Form von Vertiefungen oder Bohrungen (28),
- 2. mit einer Ausbildung des Vorsprungs (29) in Form eines Bolzen, der durch eine Feder (30) in Richtung der Vertie fung oder Bohrung (28) vordrückbar und durch einen elek trischen Hubmagneten (32) von der Vertiefung oder Bohrung (28) rückziehbar ist.
3. Elektrisch betätigte Betriebs- und Feststellbremse nach
Anspruch 1
- 1. mit über den Außenumfang einer Radnabe (25) verteilten Aussparungen in Form von Verzahnungen (39),
- 2. mit einer Ausbildung des Vorsprungs (29) in Form einer Sperrklinke (40), die durch eine Feder (41) in Richtung auf die Verzahnung (39) vordrückbar und durch einen elek trischen Hubmagneten (45) von der Verzahnung (39) rück ziehbar ist.
4. Elektrisch betätigte Betriebs- und Feststellbremse nach
Anspruch 3
- 1. mit einer Ausbildung des Hubmagneten (32; 45) in Form eines Elektromagneten mit magnetischer Haltung.
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
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