DE19810133C2 - Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren unter Verwendung eines Sol-Gel-Prozesses - Google Patents
Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren unter Verwendung eines Sol-Gel-ProzessesInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Sol-Gel-Prozeß und bezieht sich insbe
sondere auf ein Verfahren zur Herstellung eines Kieselglasmonolithes, der ein hochrei
nes und hochverdichtetes Silikamaterial enthält zur Verwendung bei der Herstellung
eines eine Lichtleitfaser bildenden Glases.
Im allgemeinen wurden viele Verfahren vorgeschlagen, um einen Glasmonolith durch
einen Sol-Gel-Prozeß herzustellen. Kieselglas, das durch die Verwendung von
begastem Silikapulver erzielt wird, ist während einer Trocknungsstufe hinsichtlich einer
Rißbildung anfällig, so daß es bei seiner allgemeinen Verwendung versagt. In einem Sol-
Gel-Prozeß unter Verwendung eines Silizium-Alkoxids, ist ein Glaskörper homogen und
transparent, hat aber eine sehr hohe Schwindrate (d. h. höher als 60%), welches es
erschwert, den Glaskörper für ein großes sekundäres Glasrohr zur Herstellung von
Lichtleitfasern zu verwenden.
Bei dem herkömmlichen Verfahren, bei dem begaste Silikapartikel verwendet werden,
wie in Fig. 1 gezeigt ist, wird ein erstes Sol durch Dispergieren der begasten Silikapartikel
in entionisiertem Wasser gebildet, um eine Rißbildung zu verhindern, wird geliert,
getrocknet und pulverisiert, und ein zweites Sol wird durch thermische Behandlung des
Silikapulvers und Redispergieren des thermisch behandelten Silikapulvers in
entionisiertem Wasser gebildet, erstarrt, getrocknet und gesintert, so daß die so erzielten
Pulverpartikel größer als die ursprünglichen Pulverpartikel sind, wobei die Größe der
Poren zwischen den Partikeln vergrößert wird und somit ein rißfreier Kieselglasmonolith
erzielt wird. Dieses Verfahren ist jedoch nicht zur Erzielung des Zweckes effektiv, und
erfordert eine Gelbildungsstufe des ersten Sols.
Wenn ein großer Glasmonolith bei dem oben erläuterten herkömmlichen Verfahren her
gestellt wird, können auch die beiden Soldispersionsstufen keine Rißbildung während
der Trocknungsstufen verhindern, und eine lange Zeitdauer ist erforderlich, um das erste
Sol zu gelieren.
Unter Bezugnahme auf Fig. 2 werden feinkörnige Partikel aus hochdichtem Silikama
terial, bevorzugterweise begastes Silikapulver (das eine gewünschte Größe von 7-40 nm
aufweist), erhalten durch Reaktion von Siliziumtetrachlorid mit Sauerstoff, welches mit
Wasser, bevorzugterweise entionisiertem Wasser, in einem Gewichtsverhältnis von 1 : 1
bis 1 : 3 in einem Hochschermischer gemischt wird. Dann wird ein homogen gemischtes
erstes Sol durch eine Kugelmühle gebildet, entsprechend dem Kieselglasmonolith-
Herstellungsverfahren der vorliegenden Erfindung. Der pH-Wert des ersten Sols ist in
dem Bereich zwischen 9 und 11 durch Zusetzen einer geeigneten Menge an
Ammoniaklösung zu dem ersten Sol ohne Gelbildung des ersten Sols eingestellt. Dann
wird das erste Sol bei oder oberhalb von 100°C in einem Elektroofen getrocknet oder
schnell in einem Mikrowellenofen getrocknet. Die Partikel werden durch Koagulation
durch thermische Behandlung des getrockneten ersten Sols bei einer Temperatur von
600-1200°C gezüchtet. Die gezüchteten Partikel werden in der gleichen Weise wie zur
Bildung des ersten Sols redispergiert, wodurch ein zweites Sol gebildet wird. Während
der Bildung des zweiten Sols kann ein wässriges organisches Bindemittel, wie z. B.
Polyvinylalkohol, wenn erforderlich, zugesetzt werden, um eine mögliche Rißbildung
während einer Trocknungsstufe zu verhindern. Nachfolgend wird das zweite Sol eine
homogene Mischung durch die Kugelmühle und wird in einer Form geliert, die bevorzug
terweise leicht von einem Gel abtrennbar ist. Bevorzugterweise werden Bläschen aus
dem Gemisch abgetrennt, bevor dieses in das zweite Sol in der Form gegossen wird
durch Vermindern des Umgebungsdruckes des Gemisches unterhalb eines atmosphä
rischen Druckes. Nach der Gelbildung wird das feuchte Gel von der Form entnommen
und getrocknet. Bei oder unterhalb 1100°C wird in einem Niedertemperaturofen eine
OH-Gruppe von dem getrockneten Gel, das frei von Rissen ist, abgetrennt unter
Verwendung von Cl-Gas, und das verbleibende Cl und das beigefügte Bindemittel
werden gleichzeitig unter Verwendung von He-Gas abgetrennt. Dann wird das Gel
gesintert und zwischen 1100°C und einem Glasschmelzpunkt in einem
Hochtemperaturofen in einen Glaszustand gebracht. Das Kieselglasmonolith-
Herstellungsverfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung wird unter Bezugnahme
auf die Ausführungsform in der besten Art und Weise nachstehend beschrieben.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren
unter Verwendung eines Sol-Gel-Prozesses zu schaffen, welches beachtlich die Zeit
dauer verringern kann, die erforderlich ist, um eine zweite Soldispersionsstufe zu errei
chen durch schnelles Trocknen eines ersten Sols ohne eine Gelbildungsstufe durch die
Steuerung des pH des ersten Sols, welches eine Rißbildung verhindern kann, die durch
einen Kapillardruck während einer Trocknungsstufe bewirkt wird, durch Erhöhen der
Größe der Pulverpartikel und somit der Größe der Poren zwischen den Partikeln und
welches eine Rißbildung während einer Trocknungsstufe des zweiten Sols durch
Hinzufügen einer geeigneten Menge an einer wässrigen organischen Verbindung
während der Trocknungsstufe des zweiten Sols verhindern kann.
Das obige Ziel wird erreicht durch ein Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren unter
Verwendung eines Sol-Gel-Prozesses. Bei dem Verfahren wird ein erstes Sol durch
Mischen von 100 Gewichtsteilen von einem Pulver aus hochdichtem Silikamaterial mit
100-300 Gewichtsteilen von entionisiertem Wasser gebildet und schnell getrocknet,
währenddessen der pH-Wert des ersten Sols in den Bereich zwischen 9 und 11
gesteuert wird. Das getrocknete erste Sol wird bei oder oberhalb von 600°C thermisch
behandelt, und ein zweites Sol wird durch Mischen des thermisch behandelten ersten
Sols mit 100-200 Gewichtsteilen von entionisiertem Wasser gebildet. Das zweite Sol wird
in einer Form geliert, getrocknet, thermisch behandelt und gesintert. Somit wird ein
hochreiner Kieselglasmonolith erzielt.
Das obige Ziel und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden im einzelnen durch
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die
beigefügten Zeichnungen ersichtlicher, wobei
Fig. 1 ein Flußdiagramm eines herkömmlichen Kieselglasherstellungsverfahrens
unter Verwendung eines Sol-Gel-Prozesses ist, und
Fig. 2 ein Flußdiagramm eines Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahrens unter
Verwendung des Sol-Gel-Prozesses entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist.
Ein erstes Sol, das 25 Gew.-% Silikamaterial enthält, wird durch Mischen von 2200 g
begastem Silikapulver, das eine spezifische Oberfläche von 50 m2/g aufweist, und
hochverdichtetes Silikamaterial mit 6600 g von entionisiertem Wasser und 50 ml von
28% Ammoniaklösung gebildet. Um ein homogenes erstes Sol zu erzielen, werden diese
mit 18 kg Silikakugeln, die einen Durchmesser von 10 mm haben, bei 90 Umdrehungen
pro Minute 24 Stunden lang in einer Kugelmühle gemischt. Dann wird das erste Sol in
einem Trockenmittel bei 120°C 24 Stunden lang getrocknet, gemahlen, nach der Korn
größe in einem Sieb mit Maschenzahl 20 getrennt, und thermisch bei 1100°C eine
Stunde lang in einem Wärmebehandlungsofen, der eine Temperaturanstiegsgeschwin
digkeit von 300°C/h hat, thermisch behandelt. Das thermisch behandelte Pulver wird mit
entionisiertem Wasser in einem Gewichtsverhältnis von 1 : 1,2 gemischt, 15 Minuten lang
vermengt und 24 Stunden lang mit zusätzlichen 20 g Polyvinylalkohol in der Kugelmühle
unter den gleichen Bedingungen wie bei der ersten Behandlung in der Kugelmühle
behandelt. Hierbei werden 4,4 g an Ammoniumfluorid zu der resultierenden Mischung 20
Minuten, bevor die zweite Behandlung der Kugelmühle abgeschlossen ist, zugesetzt.
Dann wird das so gebildete Sol in einer Form 48 Stunden lang geliert. Die Form ist aus
Teflon gebildet und in einen oberen Bereich, einen unteren Bereich, einen äußeren
rohrförmigen Bereich und einen Mittelstab unterteilt. Die Abmessungen eines Objektes,
das durch die Form formbar ist, haben einen inneren Durchmesser von 35 mm, einen
äußeren Durchmesser von 71 mm und eine Länge von 1,3 m. Nach der Gelbildung wird
der Stab aus der Form entnommen, das Gel wird in der Form 2 bis 3 Tage lang getrock
net, und die Form wird von dem Gel abgetrennt. Das rohrförmige Gel wird bei Raumtem
peratur und einer relativen Feuchte von 80% 10 Tage lang, bei 40°C 24 Stunden lang,
bei 60°C 24 Stunden lang und dann bei 80°C 24 Stunden lang getrocknet. Die verblei
bende Feuchtigkeit und das organische Material werden von dem getrockneten Gel bei
900°C 5 Stunden lang in einem Wärmebehandlungsofen, der eine Temperaturanstiegs
geschwindigkeit von 100°C/h hat, abgetrennt. Das thermisch behandelte Gel wird in
einem Ofen bei einer Atmosphäre von He- und Cl-Gasen in einen Glaszustand ge
bracht. Hierbei werden Dehydroxylierung und Glasifikation bei 600-1000°C 5 Stunden
lang und bei 1400°C eine Stunde lang ausgeführt. Das in den Glaszustand gebrachte
und gesinterte Rohr hat einen Innendurchmesser von 21 mm, einen Außendurchmesser
von 41 mm und eine Länge von 1 m und zeigt eine Schwindrate von etwa 25%.
Wie oben beschrieben wurde, vermindert das Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren
unter Verwendung eines Sol-Gel-Prozesses entsprechend der vorliegenden Erfindung
eine Prozeßzeit durch schnelles Trocknen eines ersten Sols ohne eine Gelbildungsstufe
und unterdrückt eine Rißbildung während einer Trocknungsstufe durch Zusetzen von
einem wässrigen organischen Bindemittel, verglichen mit dem herkömmlichen Verfahren
(siehe Fig. 1), das zwei Soldispersionsstufen und zwei Solgelbildungsstufen einschließt.
Zusätzlich wird das erste Sol sehr schnell ohne die erste Gelbildungsstufe getrocknet,
und somit wird die Zeit, die erforderlich ist; um die zweite Soldispersionsstufe zu
erreichen, vermindert, weil das erste Sol gebildet wird, während dessen pH-Wert mit
einem zusätzlichen alkalischen Material alkalisch gesteuert wird. Das erste Sol wird aus
einem ursprünglichen Pulver gebildet, getrocknet und thermisch so behandelt, daß die
Größe der Pulverpartikel und somit die Größe der Poren zwischen den Partikeln erhöht
wird. Als ein Ergebnis dessen wird eine Rißbildung, die durch einen Kapillardruck
induziert wird, während der Trocknungsstufe verhindert. Ferner werden die Porengröße
und die Adhäsionskraft zwischen den Partikeln durch Zusetzen einer geeigneten Menge
an einem wässrigen organischen Bindemittel während der zweiten Geltrocknungsstufe
gesteuert, wodurch eine mögliche Rißbildung während der zweiten Geltrocknungsstufe
verhindert wird.
Claims (5)
1. Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren unter Verwendung eines Sol-Gel-
Prozesses, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
Bilden eines ersten Sols durch Mischen von 100 Gewichtsteilen eines Pulvers aus hoch verdichtetem Silikamaterial mit 100-300 Gewichtsteilen von entionisiertem Wasser,
schnelles Trocknen des ersten Sols, währenddessen der pH-Wert des ersten Sols in dem Bereich zwischen 9 und 11 gesteuert wird, ohne Gelbildung des ersten Sols,
thermisches Behandeln des getrockneten ersten Sols bei oder oberhalb 600°C,
Bilden eines zweiten Sols durch Mischen des thermisch behandelten ersten Sols mit 100-200 Gewichtsteilen von entionisiertem Wasser,
Gelieren des zweiten Sols in einer Form, und
Trocknen, thermisches Behandeln und Sintern des zweiten Gels, um dadurch einen hochreinen Kieselglasmonolith zu bilden.
Bilden eines ersten Sols durch Mischen von 100 Gewichtsteilen eines Pulvers aus hoch verdichtetem Silikamaterial mit 100-300 Gewichtsteilen von entionisiertem Wasser,
schnelles Trocknen des ersten Sols, währenddessen der pH-Wert des ersten Sols in dem Bereich zwischen 9 und 11 gesteuert wird, ohne Gelbildung des ersten Sols,
thermisches Behandeln des getrockneten ersten Sols bei oder oberhalb 600°C,
Bilden eines zweiten Sols durch Mischen des thermisch behandelten ersten Sols mit 100-200 Gewichtsteilen von entionisiertem Wasser,
Gelieren des zweiten Sols in einer Form, und
Trocknen, thermisches Behandeln und Sintern des zweiten Gels, um dadurch einen hochreinen Kieselglasmonolith zu bilden.
2. Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren unter Verwendung eines Sol-Gel-Prozesses
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Pulver aus hochverdichtetem Sili
kamaterial ein begastes Silikamaterial ist, das durch Reagieren von Siliziumtetrachlorid
mit Sauerstoff erzielt wird, und wobei das Wasser entionisiertes Wasser ist.
3. Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren unter Verwendung eines Sol-Gel-Prozesses
nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein rohrförmiger
Glasmonolith erhalten wird.
4. Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren unter Verwendung eines Sol-Gel-Prozesses
nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine wässrige orga
nische Verbindung zu dem zweiten Sol zugesetzt wird.
5. Kieselglasmonolith-Herstellungsverfahren unter Verwendung eines Sol-Gel-Prozesses
nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Bläschen aus dem
Gemisch durch Vermindern des Umgebungsdruckes des Gemisches unterhalb eines
atmosphärischen Druckes abgetrennt werden, bevor das zweite Sol in die Form gegos
sen wird.
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