DE19821309C2 - Kompositmembran sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents
Kompositmembran sowie ein Verfahren zu ihrer HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kompositmembran aus einer
mikroporösen Trägermembran und einer darauf aufge
brachten Trennschicht aus regenerierter Cellulose sowie
ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung.
Aus der EP-A-0 562 378 ist ein Verfahren zur Herstellung
von dünnen Polyglukanregeneratfilmen bzw. Cellulosefil
men bekannt. Die Filmbildung erfolgt dabei nach dem
Langmuir-Blodgett-Verfahren oder durch Spin-Coating.
Danach schließt sich eine Entsilylierung an. Diese
bekannten Verfahren zur Herstellung von Filmen sind
allerdings mit erheblichen Nachteilen behaftet. Bei dem
Langmuir-Blodgett-Verfahren wird der sehr dünne Film auf
einer Wasseroberfläche erzeugt. Es ist aber nicht ohne
weiteres möglich, diesen dünnen Film so von der Wasser
oberfläche zu entfernen, daß er dabei nicht beschädigt
wird. Erst recht ist es nicht möglich, einen derart her
gestellten Film auf eine übliche Trägermembran aufzu
bringen.
Gleiches gilt für das Spin-Coating-Verfahren, mit dem
zwar ebenfalls sehr dünne Filme hergestellt werden
können, die jedoch auf glatten Oberflächen ausgebildet
werden. Auch in diesem Falle ist es außerordentlich
schwierig, den Film ohne Beschädigung von der glatten
Oberfläche zu entfernen. Ein Aufbringen auf eine Träger
membran ist nicht möglich.
Auch sind bereits Cellulosemembranen bekannt, die durch
Ausfällen von gelöster, chemisch modifizierter Cellulose
und anschließende Regenerierung hergestellt werden. Zu
den bekanntesten derartigen Verfahren zählen das soge
nannte Viskose- und das Cuoxamverfahren. Beim Viskose
verfahren wird die Cellulose aus einer Cellulosexantho
genat-Lösung regeneriert. Bei diesem Cellulosexanthoge
nat handelt es sich um ein Reaktionsprodukt der Cellu
lose mit Schwefelkohlenstoff. Beim Cuoxamverfahren wird
die Cellulose in ammoniakalischer Kupfersulfatlösung
gelöst, anschließend ausgefällt und mit Säure regene
riert.
Die meisten Cellulosemembranen werden heutzutage durch
Verseifen von asymmetrischen Celluloseacetatmembranen
hergestellt. Eine derartige Vorgehensweise ist bei
spielsweise beschrieben in dem US-Patent 5 522 991.
Dabei werden in der Regel stark alkalische Lösungen zur
Anwendung gebracht.
Cellulose ist normalerweise hochkristallin und in den
meisten üblichen Lösungsmitteln unlöslich. Nur wenige
Lösungsmittel können Cellulose lösen, beispielsweise
durch Komplexbildung. Zu diesen Lösungsmitteln zählen
DMAC mit 5-8% LiCl und DMSO/Paraformaldehyd oder
besondere Kupfersalzlösungen.
Die Unlöslichkeit von Cellulose hat nun einerseits den
Vorteil, daß sie als Membran Anwendung finden kann, wenn
eine hohe chemische Beständigkeit erforderlich ist.
Andererseits wird natürlich die Membranherstellung
äußerst aufwendig, da keine geeigneten Lösungsmittel
dafür zur Verfügung stehen. Diese Lösungsmittel sind
zudem meist aggressiv und umweltschädlich.
Die Herstellung von Kompositmembranen mit dünnen und
deshalb hochpermeablen, selektiven Schichten ist mit den
bisher bekannten konventionellen Verfahren nicht mög
lich. Werden indirekte Verfahren zum Einsatz gebracht,
bei denen beispielsweise Celluloseacetat als Ausgangs
material Anwendung finden, dann ist es erforderlich,
stark alkalische und aggressive Herstellungsbedingungen
zu wählen.
Ein weiterer Nachteil der meisten Cellulosemembranen
ist ihr deutlicher Rückgang des Wasserflusses nach dem
Trocknen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Kompo
sitmembran aus einer per se bekannten Trägermembran und
einer darauf aufgebrachten, dünnen Cellulosetrennschicht
sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser Kompositmem
bran bereitzustellen.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die Lehre der Ansprüche.
Für die erfindungsgemäße Kompositmembran wird eine
Tri-(C1-C6)-alkylsilylcellulose eingesetzt. Unter einem
-(C1-C6)-Alkylrest wird dabei ein gerader oder ver
zweigter Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen ver
standen, beispielsweise ein Methyl-, Ethyl-, Propyl-,
Butyl-, Pentyl- und Hexyl-Rest und auch die entspre
chenden Iso-Reste, wie Isopropyl- und Isobutyl-Reste
usw. Die Alkylreste können dabei gleich oder verschieden
sein. Vorzugsweise wird dabei Trimethylsilylcellulose
(TMSC) eingesetzt. Dieses Polymer (TMSC) selbst wird
dabei hergestellt aus einer Celluloselösung in Dimethyl
acetamid mit LiCl. Die gelöste Cellulose reagiert mit
Hexamethylsilazan nach einem bekannten Verfahren, das
von W. Schempp, Th. Krause, U. Seifried und A. Koura in
"Das Papier" 38, 607 (1984) beschrieben ist.
Die erfindungsgemäß eingesetzte Trialkylsilylcellulose
und insbesondere das TMSC lösen sich in mehreren Lö
sungsmitteln, beispielsweise Kohlenwasserstofflösungs
mitteln wie Hexan, Cyclohexan, Tetrahydrofuran und
Isooctan. Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Kompo
sitmembran wird eine poröse Trägermembran bzw. ein
poröser Träger mit einer verdünnten
Trialkylsilylcelluloselösung und insbesondere mit einer
TMSC-Lösung (mit normalerweise weniger als 3% Polymer)
durch "Dip Coating" beschichtet. Das Lösungsmittel
wird dann bei Raumtemperatur oder mit heißer Luft
abgedampft. Die trockene Membran wird in eine saure
Lösung, insbesondere eine HCl-Lösung (etwa 1 molar), für
ca. 5 min eingetaucht und danach mit Wasser gespült.
Möglich ist auch eine alkoholische Hydrolyse. Dadurch
werden die Silylgruppen an der Cellulosekette hydroly
siert. Es bildet sich eine Cellulosetrennschicht an der
Membranoberfläche und somit auf der Trägermembran aus.
Bei der mikroporösen Trägermembran bzw. bei dem porösen
Träger handelt es sich um eine per se bekannte Träger
membran, vorzugsweise aus Polyetherimid, Polysulfon,
Polyvinylidenfluorid und Polyacrylonitril. Auch Copoly
mere aus den genannten Polymeren mit anderen Polymeren
können zum Einsatz gebracht werden.
Die erfindungsgemäße Kompositmembran kann auf die
beschriebene Weise mit einer sehr dünnen Cellulosetrenn
schicht ausgestattet werden, die vorzugsweise < 2 µm und
insbesondere < 1 µm ist.
Für die Herstellung der erfindungsgemäßen Kompositmem
bran können somit harmlose organische Lösungsmittel zum
Einsatz gebracht werden. Es ist im Gegensatz zum Stand
der Technik nicht erforderlich, stark alkalische Lösung
für die Verseifung einzusetzen.
Die erfindungsgemäße Kompositmembran kann zudem
getrocknet werden, beispielsweise bei 50 bis 70°C
insbesondere bei ca. 60°C, ohne daß ein wesentlicher
Rückgang des Wasserflusses beobachtet wird.
Nach der Hydrolyse ist die Cellulosetrennschicht unlös
lich in üblichen Lösungsmitteln. Die erfindungsgemäße
Kompositmembran kann daher auch in organischen Lösungs
mitteln eingesetzt werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Beispiele
näher erläutert.
Es wurden mehrere Membranen bei verschiedenen Bedin
gungen hergestellt. Dazu wurden drei verschiedene
asymmetrische poröse Träger, die standardmäßig für die
Herstellung von Kompositmembranen eingesetzt werden,
verwendet. Es handelt sich dabei um Poly(etherimid)-
(PEI), Poly(acrylonitril)- (PAN) und Poly(vinylidenfluo
rid)- (PUDF)träger. Diese Träger wurden in einer Tauch
wanne mit einer Trimethylsilylcelluloselösung (TMSC-Lö
sung) beschichtet. Dabei wurden verschiedene Konzentra
tionen und Lösungsmittel verwendet, nämlich Hexan (Hex),
Cyclohexan (Ch)/Toluol (Tol) und Tetrahydrofuran (THF).
Das Lösungsmittel wurde bei Raumtemperatur abgedampft.
In Abhängigkeit von Konzentration der TMSC-Lösung ließen
sich verschiedene Schichtdicken der trennaktiven Schicht
und verschiedene Trenngrenzen der Kompositmembran
einstellen.
Die trockenen Membranen wurden 15 min in eine 1 m
HCl-Lösung getaucht. Dabei wurde die Beschichtung
hydrolysiert und in Cellulose umgewandelt bzw. Cellulose
wurde regeneriert.
Die Wasserpermeabilität der Membranen und ihre
Poly(ethylenglycol) (PEG)-Rückhaltung wurden in einer
"dead-end" Ultrafiltrationszelle gemessen. Dabei wurden
folgende PEG-Lösungen mit folgenden Molekulargewichten
als "Feed" eingesetzt: 40, 10, 6, 3 und 1,5 kg/mol.
Die Zusammensetzung von Permeat und Retentat wurde
gelchromatographisch bestimmt. Die dabei erhaltenen
Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 1 aufge
führt. Das für die Membranherstellung verwendete Lö
sungsmittel Hexan als Lösungsmittel für die TMSC führt
zu Membranen mit einem hohen Fluß und einer hohen
Selektivität.
Es wurden mehrere Membranen nach dem im Beispiel 1
beschriebenen Verfahren hergestellt. Allerdings wurde
nach Beschichtung mit der Silylcelluloselösung sofort
mit heißer Luft (ca. 80 bis 90°C) getrocknet.
Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 2
dargestellt. Die Selektivität der so hergestellten
erfindungsgemäßen Membranen ist deutlich erhöht im
Vergleich zu den Membranen gemäß des Beispiels 1, man
vergleiche die Werte in der Tabelle 1. Die Wasserflüsse
sind leicht erniedrigt.
Für Vergleichszwecke wurden bekannte, kommerziell
erhältliche Membranen bei den gleichen Bedingungen
vermessen. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden
Tabelle 3 dargestellt.
11 Membranen wurden wie im Beispiel 2 aus einer 1,6%
Silylcelluloselösung in Hexan auf PAN-Träger herge
stellt. Nach der Hydrolyse wurden 3 Membranen bei
Raumtemperatur getrocknet und wie vorher charakteri
siert. 3 Membranen wurden vor der Trocknung in einer 20%
Glycerin/Wasser-Lösung für 5 min eingetaucht wie in
Patent GB 1 349 394 für Cellulosemembranen vorgeschla
gen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 dargestellt. Auch
ohne Vorbehandlung mit Glycerin wurde nach der Trocknung
keine wesentliche Veränderung beobachtet. Im Vergleich
zu kommerziellen Membranen bedeutet das einen großen
Vorteil.
Membranen wurden wie im Beispiel 2 aus einer 1,6%
Silylcellulose-Lösung in Hexan auf PAN-Träger herge
stellt. Ihre Beständigkeit in sauren und alkalischen
Lösungen und auch in Hexan wurde untersucht. Für diesen
Zweck wurden Membranen ca. 6 Tage bei pH 1 und 13 und
auch in Hexan und Isopropanol gelagert. Die Ergebnisse
sind in den Tabellen 5-7 dargestellt und zeigen die
hohe Beständigkeit der Membranen. Hexan ist ein gutes
Lösungsmittel für Silylcellulose. Die hohe Beständigkeit
der Membran beweist auch, daß die Hydrolyse vollständig
ist.
Claims (10)
1. Kompositmembran aus einer mikroporösen Trägermembran
und einer darauf aufgebrachten Trennschicht aus regene
rierter Cellulose, dadurch erhältlich, daß eine in einem
Lösungsmittel gelöste Tri-(C1-C6)-alkylsilylcellulose
auf die Trägermembran aufgebracht, das Lösungsmittel
danach abgedampft und die Tri-(C1-C6)-alkylsilylcellu
lose dann unter Bildung von regenerierter Cellulose
sauer hydrolysiert werden.
2. Kompositmembran nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß es sich bei der Tri-(C1-C6)-alkylsilyl
cellulose um Trimethylsilylcellulose handelt.
3. Kompositmembran nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Substitutionsgrad der Tri-
(C1-C6)-alkylsilylcellulose 2,5 bis 3 beträgt.
4. Kompositmembran nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der
mikroporösen Trägermembran um eine per se bekannte
Trägermembran auf Basis von Polyetherimid, Polysulfon,
Polyvinylidenfluorid und/oder Polyacrylonitril sowie
gegebenenfalls zusätzlich eines weiteren Copolymers oder
mehrerer Copolymere handelt.
5. Verfahren zur Herstellung einer Kompositmembran aus
einer mikroporösen Trägermembran und einer darauf
aufgebrachten Trennschicht aus regenerierter Cellulose,
dadurch gekennzeichnet, daß eine in einem Lösungsmittel
gelöste Tri-(C1-C6)-alkylsilylcellulose auf die per se
bekannte Trägermembran aufgebracht, das Lösungsmittel
danach abgedampft und die Tri-(C1-C6)-alkylsilylcellulo
se dann unter Bildung von regenerierter Cellulose sauer
hydrolysiert werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß Trimethylsilylcellulose als Tri-(C1-C6)-alkylsilyl
cellulose eingesetzt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Tri-(C1-C6)-alkylsilylcellulose mit
einem Substitutionsgrad von 2, 5 bis 3 eingesetzt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Membran insbesondere bei 50 bis
70°C getrocknet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß als Lösungsmittel ein Kohlenwasserstoff, ein Kohlen
wasserstoffgemisch oder ein kohlenwasserstoffhaltiges
Lösungsmittelgemisch eingesetzt wird.
10. Verwendung einer Kompositmembran nach einem der
Ansprüche 1 bis 4 oder einer nach einem der Ansprüche 5
bis 9 erhältlichen Kompositmembran für die Ultra- und
Nanofiltration oder für die Abtrennung von Wasserdampf
aus gasförmigen Gemischen.
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Effective date: 20111201 |