DE19821607C2 - Verfahren zur Trocknung von Ziegeln, insbesondere von Dachziegeln - Google Patents

Verfahren zur Trocknung von Ziegeln, insbesondere von Dachziegeln

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trocknung von Ziegeln, insbesondere von Dachziegeln, nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Bekannte Verfahren zur Trocknung von Ziegeln, insbesondere Dachziegeln, die vornehmlich in Großanlagen angewandt werden, sehen eine Trocknung der Ziegel bis auf einen Restfeuchtegehalt von 1% vor, die Trocknungszeit dauert ca. 20 bis 30 Stunden. Anschließend an die Trocknung werden die Ziegel teils engobiert und dann gebrannt, z. B. in einem Tunnelofen nach der DE 39 18 746 A1. Bei diesem Ofen ist eine externe, als Wärmetauscher ausgebildete Leitung vorgesehen, über die Umwälzgase aus der Aufheizzone im Kreislauf rückführbar sind, wobei die Leitung auch in einen Trockner, den die Produkte vor Eintritt in den Behandlungskanal durchlaufen, geleitet ist. Durch diese Rückführleitung bleiben die Umwälzgase von der Atmosphäre im Trockner getrennt. Es wird vermieden, dass Volumen und Zusammensetzung der Umwälzgase durch Wasserdampf oder Warmluft aus dem Trockenprozess verfälscht werden, oder dass Schadstoffe aus den Umwälzgasen sich durch Kondensation auf der nassen, kalten Oberfläche der Rohlinge absetzen können.
Bevorzugt ist der Trockner als Tunneltrockner mit einem oder mehreren Kanälen oder als Kammertrockner mit mehreren Kammern ausgebildet.
Zudem ist dort vorgesehen, dass der Tunnelofen und Trockner in einem gemeinsamen Baukörper angeordnet werden. Vorteile sind ein geringerer Wandverlust, ein niedrigerer Wärmeverbrauch bei beiden Einheiten, kürzeste Wege für den Wärmetransport vom Ofen zum Trockner, ein geringstmöglicher Platzbedarf und niedrige Baukosten für beide Einheiten. Diese Vorteile führen jedoch nicht zur Reduzierung der bereits anfangs genannten langen Trocknungszeit.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens, das eine wesentliche Senkung der Trocknungszeiten ermög­ licht und des weiteren eine Verbesserung der an einen Ziegel, insbesondere an einen Dachziegel, gestellten Qualitätsmerkmale bewirkt.
Die Aufgabe löst ein Verfahren zur Trocknung von Ziegeln, insbesondere Dachziegeln, gemäß dem Patentanspruch 1 mit den genannten Merkmalen.
Von den Erfindern wurde erkannt, dass nur durch Verlassen der in der Fachwelt vorherrschenden Auffassung, dass Ziegel in dem dem Brennen vorgelagerten Prozeß der Trocknung auf einmal auf mindestens 1% Restfeuchte, möglichst auf einen noch geringeren Wert, zu trocknen sind, die gestellte Aufgabe lösbar ist.
Das neue Trocknungsverfahren geht von bekannten Verfahren aus, bei denen die Ziegel auf einer sogenannten Palette mit Abstand zueinander platziert sind und zur Trocknung in einen Trockner, der vorzugsweise Bestandteil der Großanlage zur Herstellung von Ziegeln ist, gegeben werden. Neuartig und erfinderisch ist hier nun, dass die Ziegel im Trockner nur bis auf eine Restfeuchte von 4% bis 6%, vorzugsweise bis auf 4,8% bis 5,3% getrocknet werden. Zudem wird in den Trockner, vorzugsweise ein Tunneltrockner, nur eine sogenannte Schiebeluft eingeblasen, die die Feuchtluft abführt und nur eine sehr geringe Strömungsgeschwindigkeit aufweist. Die notwendige Trocknungswärme wird vorzugsweise durch Wärmestrahler auf die Ziegel übertragen. Die weitere Absenkung der Restfeuchte der Ziegel bis auf den für das Brennen notwendigen Wert von ca. max. 1%, erfolgt durch konvektionell angeregte normale Ausdunstung während des Aufenthaltes der Ziegel in dem zwischen dem Trockner und dem Brennofen gelegenen Bereich, dem sogenannten Zustellbereich, wobei in spezieller Ausführung in diesem besagten Bereich ein Restwassertrockner vorgesehen ist. Vorteilhaft ist dies unter anderem dann, wenn unter Umständen von der Konzeption der gesamten Großanlage her der besagte Zustellbereich für die weitere Absenkung der Restfeuchte nicht ausreichen sollte.
Eine weitere spezielle Ausführung des neuen Verfahrens besteht nun noch darin, dass der vor dem Brennofen eingesetzte Restwassertrockner und/oder die Aufheizzone des Brennofens zur Restwassertrocknung eingesetzt werden.
Das neue Verfahren zur Trocknung von Ziegeln ist zudem besonders vorteilhaft für engobierte Ziegel einsetzbar. In Weiterbildung der Erfindung ist hier speziell vorgesehen, dass die Engobe nach der ersten Trockungsphase auf die noch etwas feuchten Ziegel aufgegeben wird, bevor in der zweiten Trocknungsphase die Ausdunstung bis auf ca. 1% Restfeuchte erfolgt.
Der Auftrag der Engobe auf die noch etwas feuchte Oberfläche der Ziegel bringt weitere wesentliche Qualitätsverbesserungen für die Ziegel, da hier keine zusätzlichen Aufquellungen an der Ziegeloberfläche auftreten, wie sie beim Auftrag der Engobe auf einen trockenen Ziegel mit einer Restfeuchte von 1% bzw. unter 1% vorkommen.
Die Trocknung im Trockner ist quasi die Haupttrocknung, die im nachgeordneten Bereich, dem sogenannten Zustell­ bereich, die Resttrocknung, die u. a. auch Endtrocknung genannt wird.
Die wesentlichen Vorteile der Erfindung sind u. a. eine schonende Trocknung, ein geringerer Energieeinsatz sowie die Verbesserung der an einen Ziegel, insbesondere an einen Dachziegel und dessen Engobe gestellten Qualitätsmerkmale.

Claims (10)

1. Verfahren zur Trocknung von Ziegeln, insbesondere Dachziegeln, bei dem auf sogenannte Paletten mit Abstand zueinander plazierte Ziegel zur Trocknung in einen Trockner gegeben werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Ziegel im Trockner in einer ersten Trocknungsphase bis auf eine Restfeuchte von 4% bis 6% getrocknet werden und anschließend in einem einem Brennofen vorgelagerten Bereich in einer zweiten Trocknungsphase eine weitere Absenkung der Restfeuchte auf mindestens 1% erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Absenkung der Restfeuchte in der zweiten Trocknungsphase bei normaler Temperatur durch Ausdunstung erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Absenkung der Restfeuchte in der zweiten Trocknungsphase bei erhöhter Temperatur durch konvektionell angeregte Ausdunstung erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Trocknungsphase zur weiteren Absenkung der Restfeuchte auf mindestens 1% in einem Restwassertrockner erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der zweiten Trocknungsphase zusätzlich zur Ausdunstung bei normaler Temperatur in einem dem Brennofen unmittelbar vorgelagerten Restwasser­ trockner durch konvektionell angeregte Ausdunstung bei erhöhter Temperatur der Restfeuchtewert von mindestens 1% eingestellt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren mit kontinuierlich arbeitenden Trocknern durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknung mit mindestens einem Tunneltrockner durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Engobe vor der ersten Trocknungsphase auf die feuchten Ziegel aufgetragen wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Engobe nach der ersten Trocknungsphase auf die noch feuchten Ziegel aufgetragen wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Engobe vor der zweiten Trocknungsphase auf die noch feuchten Ziegel aufgetragen wird.
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