DE19822011C1 - Austragvorrichtung für Getreidetrockner - Google Patents
Austragvorrichtung für GetreidetrocknerInfo
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Abstract
Austragvorrichtung für Getreidetrockner, mit mindestens einem am unteren Ende eines Trocknungsbehälters (10) ausgebildeten Austragschlitz (14) und einem pendelnd in oder unter dem Austragschlitz angeordneten Austragorgan (16), dadurch gekennzeichnet, daß das Austragorgan (16) ein plattenförmiges Verschlußelement ist, das um seine Mittelachse (18) in eine den Austragschlitz (14) verschließende Position schwenkbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Austragvorrichtung für Getreide- oder Schüttgut
trockner, mit mindestens einem am unteren Ende eines Trocknungsbehälters
ausgebildeten Austragschlitz und einem pendelnd in oder unter dem Austrag
schlitz angeordneten Austragorgan in der Form eines plattenförmigen Ver
schlußelements, das um seine Mittelachse in eine den Austragschlitz verschlie
ßende Position schwenkbar ist und das drehfest auf einer Welle montiert ist, die
über einen Hebel und ein Antriebsgestänge durch einen Kurbeltrieb antreibbar
ist, so daß das Austragorgan bei gleichsinniger Drehung der Kurbelwelle abwech
selnd in entgegengesetzte Richtungen aus der Schließposition verschwenkt wird.
Eine solche Austragvorrichtung ist aus dem DE-GM 19 51 082 und in ähnlicher
Form aus der GB-PS 1 324 307 bekannt und dient zum Austragen des Produk
tes aus den Trocknungsbehältern von Trocknem, beispielsweise von Dächer
trocknern, sowie zur Dosierung des Produktflusses durch den Trocknungsbehäl
ter.
Andere bekannte Austragvorrichtungen arbeiten nach dem Prinzip der sogenann
ten Pendelaustragung. Das Austragorgan ist in diesem Fall pendelnd unterhalb
des Austragschlitzes aufgehängt. Unterhalb des Austragorgans ist eine trogartige
Wanne angeordnet, die das auslaufende Produkt aufhält. Wenn das Austragor
gan unbeweglich in vertikaler Lage gehalten wird, baut sich auf der Wanne ein
Schüttkegel auf, der den Austragschlitz verschließt, so daß kein weiteres Produkt
mehr ausläuft. Zum dosierten Austragen des Produkts wird das Austragorgan
abwechselnd in entgegengesetzte Richtungen geschwenkt, so daß es jeweils eine
bestimmte Menge des Produkts über den Rand der Wanne auswirft. Damit im
Trocknungsbehälter eine gleichmäßige Fließgeschwindigkeit des Produkts er
reicht wird, muß der abwechselnde Auswurf des Produkts nach beiden Seiten
der Wanne im zeitlichen Mittel symmetrisch erfolgen.
Diese Vorrichtungen haben den Vorteil, daß zum Antrieb nur ein einfacher Kur
beltrieb benötigt wird, der die pendelnde Bewegung mehrerer zusammengekop
pelter Austragorgane unter mehreren parallelen Austragschlitzen erzeugt. Ein
weiterer Vorteil besteht in einer weitgehenden Unempfindlichkeit gegenüber
Fremdkörpern, die in dem getrocknetem Getreide enthalten sein können.
Nachteilig ist jedoch, daß auch bei vollständiger Entleerung des Trocknungsbe
hälters eine gewisse Menge an Trocknungsgut in der Wanne zurückbleibt. Bei ei
nem Produktwechsel muß deshalb die Wanne mit Hilfe eines relativ aufwendigen
Mechanismus zur Seite geschwenkt werden, damit eine vollständige Produkttren
nung erreicht wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine einfach aufgebaute Austragvorrichtung zu
schaffen, die ohne zusätzliche Maßnahmen eine vollständige Entleerung des
Trocknungsbehälters ermöglicht und dennoch unempfindlich gegenüber Fremd
körpern ist.
Diese Aufgabe wird bei einer Austragvorrichtung der eingangs genannten Art ge
löst durch eine Steuereinrichtung mit einem Last- oder Kraftsensor oder einer
Zeitschaltung, die anhand eines übermäßigen Widerstands oder einer Verzöge
rung bei der Bewegung des Austragorgans erkennt, wenn sich ein Fremdkörper
zwischen dem Austragorgan und den Wänden des Austragschlitzes verklemmt
hat, und die daraufhin die Antriebsrichtung der Kurbelwelle umkehrt.
Für den Fall, daß sich Fremdkörper zwischen dem Austragelement und den
Wänden des Austragschlitzes verklemmen, wird die Antriebsrichtung und damit
die Bewegungsrichtung des Austragelements umkehrt, so daß der Fremdkörper
wieder freigegeben wird und mit ausgetragen werden kann.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprü
chen.
Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der
Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Schnitt durch eine Austragvorrichtung in
geschlossenem Zustand;
Fig. 2 einen Schnitt durch die Austragvorrichtung nach Fig. 1 in
geöffnetem Zustand; und
Fig. 3 einen schematischen Schnitt durch eine Austragvorrichtung
gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel.
Die in Fig. 1 gezeigte Austragvorrichtung befindet sich am unteren Ende des
Trocknungsbehälters 10 eines Dächertrockners. Der Trocknungsbehälter enthält
eine Vielzahl parallel nebeneinander und versetzt übereinander angeordneter Dä
cher 12, die sich senkrecht zur Zeichenebene in Fig. 1 erstrecken. In der Zeich
nung sind Teile der einander zugewandten Flanken zweier solcher Dächer 12
dargestellt, die zusammen einen von mehreren Auslaufschächten des
Trocknungsbehälters begrenzen und nach unten zu einem Austragschlitz 14 zu
sammenlaufen.
In Höhe des Austragschlitzes 14 ist ein Austragorgan 16 angeordnet, das in Fig.
1 eine waagerechte Position einnimmt und den Austragschlitz verschließt. Das
Austragorgan ist auf einer als Vierkant ausgebildeten Welle 18 montiert, die mit
tig in Längsrichtung des Austragschlitzes 14 verläuft. Die Welle 18 ist um ihre
Längsmittelachse drehbar, die mit der Mittelachse des plattenförmigen Austra
gorgans zusammenfällt. Das Austragorgan weist im gezeigten Beispiel zwei sand
wichartig miteinander verschraubte Tafeln 20 auf, zwischen denen zwei Flügel 22
gehalten sind. Die Flügel 22 sind in Langlöchern derart verstellbar, daß sie den
Austragschlitz bis auf schmale Spalte abdichten, deren Breite so an die Korngrö
ße des Trocknungsgutes angepaßt ist, daß das Trocknungsgut nicht hindurch
rieselt.
Am Ende der Welle 18 ist ein Hebel 24 angebracht, der gelenkig mit einem waa
gerecht verlaufenden Antriebsgestänge 26 verbunden ist.
Obgleich in der Zeichnung nur ein einziger Austragschlitz 14 dargestellt ist, bil
det die untere Reihe der Dächer 12 eine Vielzahl paralleler Austragschlitze, die
jeweils ein Austragorgan 16 in der in Fig. 1 gezeigten Weise aufnehmen. Die zu
gehörigen Hebel 24 sind durch das Antriebsgestänge 26 miteinander verbunden.
Mit Hilfe eines Kurbeltriebes 28 wird das Gestänge 26 vorwiegend in horizontaler
Richtung oszillierend bewegt, so daß die Hebel 24 und die Austragorgane 16 ge
meinsam um ihre jeweiligen Schwenkachsen (Wellen 18) verschwenkt werden.
Ein Fühler 30 tastet zwei vorgegebene, um 180° verdrehte Winkelstellungen der
Kurbelwelle 32 ab. Diese Winkelstellungen entsprechen jeweils der in Fig. 1 ge
zeigten Schließstellung des Austragorgans 16. Das Signal des Fühlers 30 wird in
einer Steuerschaltung 34 ausgewertet, die einen Antriebsmotor 36 für die Kur
belwelle 32 steuert.
Auf ein manuell eingegebenes Signal oder ein Signal der Trocknersteuerung hin
setzt die Steuerschaltung 34 den Motor 36 in Betrieb, so daß die Kurbelwelle um
180° gedreht wird. Nach einem Kurbelwinkel von 90° ist die in Fig. 2 gezeigte
Totpunktstellung erreicht, in der der Hebel 24 maximal verschwenkt ist und das
Austragorgan 16 in seine maximale Öffnungsstellung gekippt ist, so daß das
Trocknungsgut aus dem Austragschlitz 14 herausrieselt. Bei der weiteren Dre
hung der Kurbelwelle bewegt sich das Austragorgan 16 wieder in die Schließstel
lung. Wenn der Fühler 30 das Erreichen eines Drehwinkels von 180° abtastet,
wird das Austragorgan in der Schließstellung wieder angehalten, so daß sein
nächster Zyklus beginnen kann. Auf das nächste Auslösesignal hin wird die Kur
belwelle erneut um 180° gedreht, und der Hebel 24 und das Austragorgan 16
werden diesmal zur entgegengesetzten Seite geschwenkt.
Wahlweise kann die Steuerschaltung 34 auch so programmiert werden, daß sie
auf jedes Auslösesignal hin eine vollständige Drehung der Kurbelwelle um 360°
veranlaßt, so daß das Austragorgan 16 einmal nach rechts und unmittelbar da
nach nach links kippt und erst dann wieder in der Schließstellung anhält.
Ein in die Steuerschaltung 34 integriertes Zeitglied mißt die Zeit, die seit dem
Auslösesignal vergangen ist. Wenn diese Zeit größer ist als die Zeit, die normaler
weise für eine halbe Kurbelwellendrehung benötigt wird, und noch kein neues Si
gnal vom Fühler 30 eingetroffen ist, so deutet dies darauf hin, daß das Austra
gorgan 16 bzw. eines der zusammengekoppelten Austragorgane durch einen im
Austragschlitz 14 verklemmten Festkörper blockiert wurde. Daraufhin kehrt die
Steuerschaltung 34 die Drehrichtung des Motors 36 um, so daß sich das Austra
gorgan in entgegengesetzter Richtung bewegt und den eingeklemmten Festkörper
freigibt. Das Erreichen der Schließstellung am Ende des Zyklus wird wieder
durch den Fühler 30 erfaßt.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist die Welle 18 und damit die
Schwenkachse des Austragorgans 16 in Abstand unterhalb des Austragschlitzes
14 angeordnet. Das Austragorgan 16 weist eine durchgehende flache Platte 38
mit leicht nach oben angewinkelten Rändern 40 auf, deren Breite deutlich größer
ist als die Breite des Austragschlitzes 14. Wenn sich das Austragorgan in der
waagerechten Schließstellung befindet, baut sich auf der Platte 38 ein Schüttke
gel auf, der das Nachlaufen von Trocknungsgut durch den Austragschlitz 14 ver
hindert. In der Zeichnung sind zwei Schüttkegel 42, 44 für unterschiedliche Ma
terialien dargestellt. Bei Trocknungsgut mit flachem Schüttwinkel, beispielsweise
bei Raps, wird durch die angewinkelten Ränder 40 der Platte 38 die erforderliche
Breite der Platte 38 und damit die Gesamthöhe der Austragvorrichtung (in der
Öffnungsstellung) begrenzt. Wahlweise kann die Platte 38 auch insgesamt leicht
gewölbt sein.
Der Antriebsmechanismus für die Welle 18 und das zugehörige Steuersystem
können analog zu Fig. 1 ausgebildet sein. Bei einem Austragvorgang kippt die
Platte 38 abwechselnd in die Stellungen, die in Fig. 3 gestrichelt bzw. punktiert
dargestellt sind. Die Ränder 40 nehmen in diesen Stellungen eine waagerechte
Lage ein, so daß das Trocknungsgut wie über eine Rampe über diese Ränder hin
wegrutschen kann.
Die pro Zyklus ausgetragene Trocknungsgutmenge kann bei beiden Ausfüh
rungsformen dadurch variiert werden, daß die Drehzahl des Antriebsmotors
und/oder der die Hublänge des Kurbeltriebes verstellt wird.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 besteht die Gefahr eines Blockierens des
Austragorgans 16 allenfalls dann, wenn sich ein Fremdkörper zwischen der ge
neigten Platte 38 und dem Rand des Austragschlitzes verklemmen sollte, wäh
rend sich die Platte 38 ihrer maximal gekippten Stellung annähert. Wenn analog
zu Fig. 1 ein Zeitgeber verwendet wird, um solche Blockierungen zu erkennen,
so müßte hier die Zeit erfaßt werden, die nach dem Auslösesignal bis zum Errei
chen der nächsten Totpunktstellung der Kurbelwelle vergeht. Der Fühler 30 soll
te in diesem Fall in der Lage sein, Winkelinkremente von 90° zu erfassen.
Als Alternative zu der beschriebenen Zeitsteuerung ist es jedoch auch möglich,
im Antriebszug zwischen dem Motor 36 und der Welle 18 oder im Motor einen
Kraft- bzw. Lastsensor vorzusehen, der bei Überlast eine Umkehr der Antriebs
richtung auslöst.
Claims (7)
1. Austragvorrichtung für Getreide- oder Schüttguttrockner, mit mindestens ei
nem am unteren Ende eines Trocknungsbehälters (10) ausgebildeten Austrag
schlitz (14) und einem pendelnd in oder unter dem Austragschlitz angeordneten
Austragorgan (16) in der Form eines plattenförmigen Verschlußelements, das um
seine Mittelachse in eine den Austragschlitz (14) verschließende Position
schwenkbar ist und das drehfest auf einer Welle (18) montiert ist, die über einen
Hebel (24) und ein Antriebsgestänge (26) durch einen Kurbeltrieb (28) antreibbar
ist, so daß das Austragorgan (16) bei gleichsinniger Drehung der Kurbelwelle (32)
abwechselnd in entgegengesetzte Richtungen aus der Schließposition ver
schwenkt wird, gekennzeichnet durch eine Steuereinrichtung (34) mit einem
Last- oder Kraftsensor oder einer Zeitschaltung, die anhand eines übermäßigen
Widerstands oder einer Verzögerung bei der Bewegung des Austragorgans er
kennt, wenn sich ein Fremdkörper zwischen dem Austragorgan und den Wänden
des Austragschlitzes verklemmt hat, und die daraufhin die Antriebsrichtung der
Kurbelwelle (32) umkehrt.
2. Austragvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drehzahl und/oder der die Hublänge des Kurbeltriebes (28) verstellbar ist.
3. Austragvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuereinrichtung (34) Signale von einem Fühler (30) erhält, der vorgegebene
Winkelstellungen der Kurbelwelle (32) erfaßt, und daß die Steuereinrichtung das
Blockieren des Austragorgans (16) erkennt, wenn die zwischen zwei aufeinander
folgenden Fühlersignalen oder zwischen dem Beginn der Kurbelwellendrehung
und dem nächsten Fühlersignal vergangene Zeit einen vorgegebenen Schwellen
wert überschreitet.
4. Austragvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Schwenkachse (Welle 18) des Austragorgans (16) in Höhe
des Austragschlitzes (14) liegt.
5. Austragvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
äußeren Ränder des Austragorgans (16), die dessen Breite bestimmen, durch
verstellbare Flügel (22) gebildet werden.
6. Austragvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schwenkachse (Welle 18) des Austragorgans (16) unterhalb
des Austragschlitzes (14) liegt und daß die Breite des Austragorgans (16) größer
ist als die Breite des Austragschlitzes (14).
7. Austragvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
Austragorgan (16) aufwärts angewinkelte Ränder (49) hat.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998122011 DE19822011C1 (de) | 1998-05-15 | 1998-05-15 | Austragvorrichtung für Getreidetrockner |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998122011 DE19822011C1 (de) | 1998-05-15 | 1998-05-15 | Austragvorrichtung für Getreidetrockner |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19822011C1 true DE19822011C1 (de) | 1999-11-04 |
Family
ID=7867995
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998122011 Expired - Lifetime DE19822011C1 (de) | 1998-05-15 | 1998-05-15 | Austragvorrichtung für Getreidetrockner |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19822011C1 (de) |
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- 1998-05-15 DE DE1998122011 patent/DE19822011C1/de not_active Expired - Lifetime
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|---|---|---|---|
| 8100 | Publication of the examined application without publication of unexamined application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
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