Die Erfindung betrifft erstens eine Aufnahme-, Verarbeitungs- und Übertragungsvor
richtung eines ersten Typs zum Speichern, Verarbeiten und Übertragen von Audio-
Signalen, mit einem analogen Audio-Signaleingang, insbesondere einem Mikrophon
oder einem Mikrophoneingangsanschluß, einer Konvertierungseinrichtung zum Ver
arbeiten analoger Audio-Signale in digitale Audio-Daten und einem Speichermedium
zum Speichern der digitalen Audio-Daten.
Zweitens betrifft die Erfindung eine Aufnahme-, Verarbeitungs- und Übertragungs
vorrichtung eines zweiten Typs zum Speichern, Verarbeiten und Übertragen von
Audio-Daten, mit einem Eingangsanschluß für digitale Audio-Daten und einem Spei
chermedium zum Speichern der digitalen Audio-Daten.
Drittens betrifft die Erfindung eine Wiedergabevorrichtung zum Wiedergeben von
Audiosignalen mit einem Kopfhörer oder Kopfhöreranschluß, einer Konvertierungs
einrichtung zum Verarbeiten digitaler Audio-Daten in analoge Audiosignale und
einem Speichermedium zum Speichern der digitalen Audio-Daten.
Es sind derartige Vorrichtungen bekannt, bei welchen analoge Signale digitalisiert
und anschließend auf einem digitalen Speichermedium gespeichert werden. Solche
Vorrichtungen können in der Regel ebenfalls digital eingespeiste Audio-Daten direkt
auf das digitale Speichermedium aufnehmen. Außerdem sind solche Vorrichtungen
bekannt, bei welchen die digital gespeicherten Audio-Daten nach einer Digital/Ana
log-Wandlung über einen analogen Audio-Ausgang, insbesondere einem Kopfhörer
oder Kopfhöreranschluß, wiedergegeben werden können.
Derartige Vorrichtungen sind mit unterschiedlichem Funktionsumfang beispielsweise
im HiFi-Bereich eingesetzt. Je nach Ausstattung der Vorrichtung eignen sich der
artige HiFi-Geräte zur Aufnahme, Verarbeitung und/oder Wiedergabe der Audiosig
nale. In Abhängigkeit von dem genutzten Aufnahmestandard werden unterschiedli
che Speichermedien benötigt. Bei dem DAT-Standard (Digital Audio Tape) und bei
dem DCC-Standard (digitale Compact-Cassette) ist das Speichermedium zum Spei
chern der digitalen und datenreduzierten Audio-Daten ein Magnetband. Bei einem
weiteren Standard, der MD (Mini-Disc), werden magneto-optische Speicherplatten
als Speichermedium zum Speichern der digitalen, unter psychoakustischen Ge
sichtspunkten datenreduzierten Audio-Daten verwendet.
Bei den gattungsgemäßen Aufnahme-, Verarbeitungs-, Übertragungs- und Wiederga
bevorrichtungen werden die Audio-Signale in digitalisierter Form auf dem Spei
chermedium gespeichert und können durch Abspielen bei gleichzeitig erneutem Auf
nehmen mittels einer weiteren Vorrichtung verarbeitet und/oder bearbeitet werden.
Das Speichermedium, auf dem die Audio-Daten gespeichert sind, kann aus der Vor
richtung entnommen und für eine spätere Verwendung verwahrt werden, wenn die
gespeicherten Audio-Daten momentan nicht benötigt werden. Durch Löschen und
Überspielen nicht mehr benötigter Audio-Daten oder die Verwendung eines noch
nicht genutzten Speichermediums können neue Audio-Daten gespeichert werden.
Für den Fall, daß die gespeicherten Audio-Daten an einem anderen Ort benötigt
werden, wird überwiegend das Speichermedium, wie beispielsweise die Cassette
oder Disc, an den gewünschten Ort gebracht. Dort angekommen, wird das Spei
chermedium in eine entsprechende Wiedergabevorrichtung eingelegt, so daß die
gespeicherten digitalen Audio-Daten verarbeitet oder nach einer Digital/Analog-
Wandlung als analoge Audio-Signale wiedergegeben werden können.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die gattungsgemäßen Vorrichtungen
derart weiterzubilden, daß insbesondere die Verarbeitung und Übertragung von
Audio-Daten beschleunigt und die Bedienung der Vorrichtung erleichtert wird.
Die Aufgabe wird bei den Aufnahme-, Verarbeitungs- und Übertragungsvorrichtun
gen und bei der Wiedergabevorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsge
mäß dadurch gelöst, daß das Speichermedium für einen ständigen Verbleib in der
jeweiligen Vorrichtung vorgesehen ist und die Vorrichtung jeweils eine Schnittstelle
für eine Übertragung der digitalen Audio-Daten zu einer vorrichtungsexternen Ver
arbeitungseinrichtung aufweist.
Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere darin, daß die Audio-Daten über die
Schnittstelle in einfacher Weise übertragen werden können. Die digitalen Audio-
Daten können dabei in einem ersten Schritt zu einem Computer übertragen werden,
um anschließend in einem zweiten Schritt über eine Daten-Fernübertragungsleitung
oder mittels eines elektronischen Mail-Systems an weiter entfernte Orte übermittelt
zu werden. Es ist dadurch vorteilhafterweise nicht mehr nötig, das Speichermedium
selbst von einem Ort an den anderen zu transportieren. Die Zeitspanne von dem
Zeitpunkt einer Aufnahme eines Audio-Signals, beispielsweise mittels einer Vor
richtung des ersten oder zweiten Typs, bis zum Zeitpunkt einer Wiedergabe des auf
genommenen Audio-Signals, beispielsweise mittels einer Vorrichtung des dritten
Typs, wird erheblich reduziert. Außerdem besteht nicht mehr die Gefahr, daß das
Speichermedium während des Transportes der Audio-Daten beschädigt wird oder
verloren geht.
Die erfindungsgemäße Ausführung kann mit einer kabellosen oder kabelbehafteten
Schnittstelle ausgeführt werden.
Darüber hinaus werden bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung zahlreiche feinme
chanischen Bauteile eingespart, welche ein Auswechseln des Speichermediums bei
den bekannten Vorrichtungen ermöglichen. Durch die Einsparung der feinmechani
schen Bauteile wird der Fertigungsaufwand der Vorrichtung verringert. Gleichzeitig
erhöht sich die Zuverlässigkeit der Vorrichtung, da insbesondere die feinmechani
schen Bauteile einer Vorrichtung Ursache für Ausfälle und Probleme sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Vorrichtung des
ersten Typs einen analogen Hochpegel-Eingangsanschluß und/oder einen digitalen
Eingangsanschluß für Audiosignale auf. Diese Anschlüsse ermöglichen, daß die er
findungsgemäße Vorrichtung ebenfalls Signale von herkömmlichen analogen oder
digitalen Aufnahme- und Wiedergabevorrichtungen aufnehmen, verarbeiten und
übertragen kann.
Besonders bevorzugt sind bei den erfindungsgemäßen Vorrichtungen des ersten und
zweiten Typs eine Konvertierungseinrichtung zum Verarbeiten digitaler Audio-Daten
in analoge Audio-Daten vorgesehen, um eine Wiedergabe der gespeicherten digita
len Audio-Daten als analoge Audio-Signale zu ermöglichen.
In einer zweckmäßigen Weiterbildung weisen die erfindungsgemäßen Vorrichtungen
einen Kopfhörer oder wenigstens einen Kopfhörerausgangsanschluß auf, damit sich
die gespeicherten Audio-Daten nach einer Digital/Analog-Wandlung akustisch wie
dergeben lassen.
Der benötigte Speicherplatz zur Speicherung der digitalen Audio-Daten läßt sich
besonders bevorzugt dadurch reduzieren, daß die digitalen Audio-Daten in ein da
tenreduziertes Format konvertiert werden. Dazu weisen die erfindungsgemäßen Vor
richtungen eine Konvertierungseinrichtung zum Konvertieren der digitalen Audio-
Daten in ein datenreduziertes Format, z. B. nach dem MPEG, AC3 oder ATRAC-
Standard, auf.
Die nachfolgend beschriebenen, bevorzugten Ausführungsformen beziehen sich so
wohl auf die erfindungsgemäßen Aufnahme-, Verarbeitungs- und Übertragungsvor
richtungen des ersten und zweiten Typs als auch auf die erfindungsgemäße Wie
dergabevorrichtung.
Bei den erfindungsgemäßen Vorrichtungen ist das Speichermedium bevorzugt ein
Flash-RAM oder ein dynamisches RAM. Durch den Einsatz derartiger RAM-Baustei
ne werden weitere feinmechanische Bauteile eingespart. Dadurch erhöht sich die
Zuverlässigkeit der Vorrichtungen aus den vorstehend genannten Gründen weiter.
Darüber hinaus ist durch den Einsatz von RAM-Bausteinen eine Verwendung eines
Motors zum Transport eines Magnet-Speicher-Bandes oder einer magneto-optischen
Platte unnötig, so daß während des Betriebs außerdem noch Energie eingespart
wird.
Die Schnittstelle für eine kabellose Übertragung der digitalen Audio-Daten zu einer
vorrichtungsexternen Verarbeitungseinrichtung ist besonders bevorzugt für eine bi
direktionale Datenübertragung vorgesehen. Es lassen sich somit nicht nur digitale
Daten von den Vorrichtungen auf externe Verarbeitungseinrichtungen übertragen,
sondern ebenfalls von den externen Verarbeitungseinrichtungen auf die erfindungs
gemäßen Vorrichtungen.
Bevorzugt handelt es sich bei der Schnittstelle um eine Infrarot-Schnittstelle, welche
eine hohe Datenübertragungsrate bei gleichzeitig guter Übertragungsqualität bietet.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtungen werden die digi
talen Audio-Daten in dem datenreduzierten Format in dem Speichermedium gespei
chert. Dies ermöglicht eine bessere Ausnutzung der in dem Speichermedium vor
handenen Speicherkapazität. Besonders bevorzugt werden die digitalen Audio-Daten
ebenfalls in dem datenreduzierten Format über die kabellose Übertragungsschnitt
stelle übertragen. Hierdurch wird die Übertragung der Audio-Daten zu einer vor
richtungsexternen Verarbeitungseinrichtung deutlich beschleunigt.
Desweiteren ist bevorzugt an den Vorrichtungen ein analoger Hochpegel-Ausgangs
anschluß und/oder digitaler Ausgangsanschluß für Audio-Signale vorgesehen. Dies
ermöglicht eine Datenübertragung in analoger oder digitaler Form an bekannte Auf
nahme- und Wiedergabevorrichtungen.
Bevorzugt weisen die erfindungsgemäßen Vorrichtungen ebenfalls eine Konvertie
rungseinrichtung zum Dekodieren datenreduzierter Audio-Daten auf, damit neben
der Datenreduktion vor dem Speichern der Audio-Daten ebenfalls ein Dekodieren der
datenreduzierten Audio-Daten möglich ist, bevor diese an den digitalen Ausgangs
anschluß oder an die Digital/Analog-Verarbeitungseinheit übermittelt werden.
Für eine Eingabe von Steuerbefehlen zur Steuerung der Vorrichtungen verfügen die
erfindungsgemäßen Vorrichtungen bevorzugt über eine Eingabeeinrichtung. Um ent
sprechende Status- oder Steuerinformationen anzuzeigen, weisen die Vorrichtungen
ebenfalls bevorzugt eine Anzeigeeinrichtung auf.
Damit die erfindungsgemäße Aufnahme-, Verarbeitungs- und Übertragungsvorrich
tungen und die erfindungsgemäße Wiedergabevorrichtung vielseitig einsetzbar sind,
sind diese vorteilhafterweise tragbar, in einem kompakten und leichten Gehäuse,
ausgeführt.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteran
sprüche gekennzeichnet.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung beispielhaft erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Eingabeeinrichtung der Vorrich
tung nach Fig. 1; und
Fig. 3 ein Zeit-Darstellungsdiagramm einer Audio-Aufnahme.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung 1 umfaßt drei Vorrichtungsbereiche, nämlich
einen analogen Signalverarbeitungsbereich 3, einen digitalen Signalverarbeitungs
bereich 5 und einen digitalen Schnittstellenbereich 7.
Der analoge Signalverarbeitungsbereich 3 umfaßt einen Line-In-Eingangsanschluß
9, einen Mikrophoneingangsanschluß 11 welcher mit einem Mikrophonvorverstär
ker 13 verbunden ist, einen ersten Umschalter 15, mit welchem ein nachfolgender
Eingangsverstärker 17 entweder mit dem Mikrophonvorverstärker oder dem Line-In-
Eingangsanschluß verbunden wird, einen zweiten Umschalter 19, mit welchem eine
Quelle für einen nachfolgenden Kopfhörerverstärker 21 bzw. Line-Out-Ausgangsan
schluß 23 ausgewählt werden kann und einen Kopfhörerausgangsanschluß 22.
Ein an dem Mikrophoneingangsanschluß 11 anliegendes Mikrophonsignal wird durch
den Mikrophonvorverstärker 13 auf den Pegel angehoben, welcher für den Line-In-
Eingangsanschluß 9 typisch ist. Der erste Umschalter 15 wählt aus, ob das Mikro
phonsignal oder das am Line-In-Eingangsanschluß 9 liegende Signal als Eingangs
signal weitergeleitet wird. Der erste Umschalter 15 wird durch einen Mikrocontroller
25 gesteuert, welcher funktional dem digitalen Schnittstellenbereich 7 zuzuordnen
ist. Der Eingangsverstärker 17 dient zum Einpegeln des Eingangssignals, wobei der
Pegel des Eingangssignals mittels einer im Eingangsverstärker 17 vorgesehene Pe
gelsteuerung 18 über den Mikrocontroller 25 erfolgt. Eine nachgeschaltete Peak-
LED 27 kann dabei vor einer Übersteuerung eines nachgeschalteten, zu dem digi
talen Signalverarbeitungsbereich 5 gehörenden, Analog/Digital-Wandlers 29 warnen.
Der zweite Umschalter 19, welcher ebenfalls über den Mikrocontroller 25 gesteuert
wird, wählt aus, welches analoge Signal dem Kopfhörerverstärker 21 und gleichzei
tig dem Line-Out-Ausgangsanschluß 23 zugeführt wird. Dies kann entweder das
von dem Eingangsverstärker 17 kommende Signal oder das analoge Signal eines
Digital/Analog-Wandlers 31 sein, welcher ebenfalls Bestandteil des digitalen
Signalverarbeitungsbereichs 5 ist.
Der Kopfhörerverstärker 21 dient zur Versorgung eines angeschlossenen externen
Kopfhörers (nicht dargestellt), wobei die Lautstärke mittels einer in Kopfhörer
verstärker integrierten Pegelsteuerung 20 ebenfalls durch den Mikrocontroller 25
erfolgt.
Der digitale Signalverarbeitungsbereich 5 umfaßt den Analog/Digital-Wandler 29,
den Digital/Analog-Wandler 31, einen digitalen Eingangsanschluß 33, einen digitalen
Ausgangsanschluß 34, den digitalen Signalprozessor 25 (DSP) und einen dritten
Umschalter 37.
Der Analog/Digital-Wandler wandelt das von dem Eingangsverstärker 17 kommende
Signal in ein lineares Digitalsignal um, welches an den digitalen Signalprozessor 35
übermittelt wird. Der Digital/Analog-Wandler 31 wandelt ein von dem digitalen Sig
nalprozessor 35 stammendes lineares Digitalsignal, welches ebenfalls am digitalen
Ausgangsanschluß 34 anliegt, in ein analoges Ausgangssignal um, welches einem
Anschluß des zweiten Umschalters 19 zugeführt wird. Als Analog/Digital-Wandler
29 und Digital/Analog-Wandler 31 können beispielsweise die 24-Bit-Wandler von
Crystal eingesetzt werden. Der digitale Eingangsanschluß 33 und der digitale
Ausgangsanschluß 34 entsprechen in ihren Eigenschaften dem aus der Consumer-
Technik stammenden Sony/Philips-Standard.
Der digitale Signalprozessor 35 ist für die Wandlung von und in ein datenreduziertes
Format verantwortlich. Dabei wird insbesondere das MPEG-Audio-Format favori
siert, da dieses ein bereits weit verbreitetes Audio-Format darstellt. Als digitaler
Signaprozessor 35 eignet sich beispielsweise der Motorola-56302-DSP-Baustein.
Der dritte Umschalter 37 verbindet den Signaleingang des digitalen Signalprozessors
35 entweder mit dem Ausgang des Analog/Digital-Wandlers 29 oder mit dem digita
len Eingangsanschluß 33. Eine Steuerung des dritten Umschalters 37 erfolgt dabei
wiederum durch den Mikrocontroller 25.
Der digitale Schnittstellenbereich 7 umfaßt eine Anzeigeeinrichtung 39, eine Ein
gabeeinrichtung 41, ein Speichermedium 43, als kabellose Schnittstelle eine Infra
rot-Schnittstelle 45 und den Mikrocontroller 25. Auch die Ausführung einer Schnitt
stelle mit Kabel ist selbstverständlich möglich.
Die Anzeigeeinrichtung 39 kann dabei durch ein LC-Compact-Display mit einer
Punktmatrix, beispielsweise durch das PG12232-D von Actron, ausgeführt sein. Die
Ansteuerung der Anzeigeeinrichtung 39 erfolgt dabei direkt durch den Mikrocon
troller 25. Die Eingabeeinrichtung kann aus Drucktastern bestehen, welche über
eine Matrix an den Mikrocontroller 25 angeschlossen sind. Das Speichermedium 43,
bei welchem es sich entweder um ein Flash-RAM oder ein dynamisches RAM (SD-
RAM) handelt, sollte mindestens eine Speicherkapazität von 30 Megabyte aufwei
sen. Das Speichermedium 43 ist dabei fest in die Vorrichtung integriert, wobei ein
nachträglicher Ausbau nicht vorgesehen oder möglich ist. Eine Erweiterung der
Speicherkapazität des Speichermediums 43 kann allerdings durch nachträgliches
Einsetzen anderer Speicherbausteine durch geeignetes Personal erfolgen.
Die Infrarot-Schnittstelle 45 dient zum Laden und Entladen der Audio-Daten und
arbeitet direkt mit einer externen Verarbeitungsvorrichtung, beispielsweise mit
einem Personal-Computer (PC) (nicht dargestellt), zusammen. Die Infrarot-Schnitt
stelle entspricht dabei bevorzugt dem IrDA 1.1 Standard und weist eine Datenüber
tragungsrate von 115 kBit/s bis 4 MBit/s auf. Bei einer Anbindung über einen PC
hat die Vorrichtung 1 den Status eines Slave-Device. Die Initiative zum Verbin
dungsaufbau erfolgt immer vom PC aus, d. h. die Schnittstelle ist zwar stets emp
fangsbereit, sendet aber nur, wenn sie aufgefordert wird. Während die Vorrichtung
mit dem PC kommuniziert, wird diese vom PC aus mit Hilfe eines geeigneten Com
puter-Programmes gesteuert. Als Baustein für die Infrarot-Schnittstelle kann
beispielsweise die Sharp RY5HDO1 IrDA Communication Unit verwendet werden.
Der Mikrocontroller 25 steuert die unterschiedlichen Bauteile der Vorrichtung 1. Als
Baustein eignet sich für den Mikrocontroller 25 beispielsweise ein Typ der 8051er
Familie (8-Bit-Mikrocontroller) bis hin zu den Motorola 16-Bit-Controllern der
68000er Serie.
Als Energieversorgung (nicht dargestellt) ist bei der Vorrichtung 1 eine (wieder
aufladbare) Batterievorgesehen. Bei der Verwendung von dynamischen RAM-Bau
steinen versorgt die Batterie diese auch im Stand-By-Modus. Um einen Spannungs
ausfall während eines Auswechselns der Batterie zu verhindern, ist im Fall, daß
dynamische RAM-Bausteine eingesetzt sind, eine zusätzliche Batterie, beispiels
weise eine Knopfzelle, vorgesehen. Bei der Verwendung von Flash-RAM-Bausteinen
ist diese Maßnahme nicht erforderlich. Desweiteren ist an der Vorrichtung 1 eine
Möglichkeit vorgesehen, Energie über ein externes Netzteil zuzuführen. Bei der
Auswahl aller Bauteile wird stets auf einen möglichst geringen Energieverbrauch
geachtet. Bauteile für eine Versorgungsspannung von 3 V sind bevorzugt einzu
setzen.
Im Aufnahmemodus werden in Abhängigkeit der Schalterstellung des dritten Um
schalters 37 entweder die digitalen Audio-Daten des digitalen Eingangsanschlusses
33 oder die digitalen Audio-Daten von dem Analog/Digital-Wandler 29 an den Ein
gang des digitalen Signalprozessors 35 geschaltet. Die digitalen Audio-Daten wer
den durch den digitalen Signalprozessor 35 in ein datenreduziertes Format, bei
spielsweise in einen MPEG-Datenstrom, umgewandelt und über einen Ausgang des
digitalen Signalprozessors 35 an den Mikrocontroller 25 weitergeleitet und von
diesem in Blöcken in dem Speichermedium 43 abgelegt. Dabei wird die freie Spei
cherkapazität des Speichermediums 43 ständig überprüft und in der Anzeigeein
richtung 39 dargestellt.
Sollen Audio-Daten wiedergegeben werden, werden zuerst die Audio-Daten block
weise aus dem Speichermedium 43 ausgelesen und durch den Mikrocontroller 25
an den digitalen Signalprozessor 35 übergeben. Eine Ausgabe der Audio-Daten er
folgt nun über den digitalen Ausgangsanschluß 34 und nach einer Digital/Analog-
Wandlung als analoges Audiosignal ebenfalls über den Line-Out-Ausgangsanschluß
23 und den Kopfhörerausgangsanschluß 22.
Beim Senden und Empfangen von Daten über die Infrarot-Schnittstelle 45 werden
die digitalen Audio-Daten in dem datenreduzierten Format, beispielsweise im MPEG-
Format, an einen angeschlossenen PC übertragen oder von diesem empfangen.
Fig. 2 zeigt schematisch eine Eingabeeinrichtung 41, welche auch in der Vorrich
tung 1 aus Fig. 1 eingesetzt werden kann. Die Eingabeeinrichtung besteht aus
Drucktastern, die über eine Matrix an einen Mikrocontroller angeschlossen sind. Die
Eingabeeinrichtung umfaßt in der dargestellten Ausführungsform eine REC-, STOP-,
PLAY-, PAUSE-, NEXT-, PREV-, SET MARKER-, LOCK-, UP-, DOWN- und eine
SELECT-Taste. Im Funktionsablauf der Vorrichtung 1 ist im wesentlichen jeder
Taste ein Modus zugeordnet, der den Betriebszustand bezeichnet, in dem sich die
Vorrichtung befindet, nachdem die entsprechende Taste gedrückt wurde. Die Vor
richtung kann in ihrem Funktionsablauf insbesondere einen REC-, STOP-, PLAY-,
REC-PAUSE-, PLAY-PAUSE, NEXT-, PREV-, SET MARKER-, LOCK-, UP-, DOWN-
oder SELECT-Modus einnehmen. Weitere Modi sind möglich, wenn die Vorrichtung
mittels einer Menu-Steuerung betätigt wird. In Abhängigkeit des aktuellen Modus
sind nur bestimmte Drucktaster aktiviert und können zur Steuerung der Vorrichtung
benutzt werden.
Die REC-Taste läßt sich im REC-PAUSE- oder STOP-Modus betätigen und dient zum
Starten einer Aufnahme. Jede neue Aufnahme wird als ein neuer Beitrag gekenn
zeichnet. Während die Aufnahme läuft, befindet sich die Vorrichtung 1 im REC-
Modus. Im REC-Modus lassen sich die STOP-Taste und die SET MARKER-Taste be
tätigen. Durch Betätigen der STOP-Taste wird die aktuelle Aufnahme beendet; die
Vorrichtung nimmt den STOP-Modus ein. Das Drücken der SET MARKER-Taste,
welches auch im PLAY-Modus möglich ist, markiert die Stelle, die gerade durch die
Vorrichtung aufgenommen (REC-Modus) oder wiedergegeben (PLAY-Modus) wird.
Eine derartig gesetzte Markierung wird zusammen mit den Audio-Daten in der Spei
chereinrichtung gespeichert und dient zum leichten Wiederfinden der entsprechend
markierten Stellen.
Ein Druck auf die PAUSE-Taste unterbricht die Aufnahme und bringt die Vorrichtung
in den REC-PAUSE-Modus. Dieser Modus kann die Vorrichtung ebenfalls einneh
men, wenn im STOP-Modus gleichzeitig die REC- und die PAUSE-Taste gedrückt
werden. In diesem Modus ruht die Aufnahme, es ist aber möglich ein Eingangssig
nal auf einen gewünschten Pegel auszusteuern. Durch Drücken der STOP-Taste
wird in den STOP-Modus, durch Drücken der REC-Taste oder der PAUSE-Taste in
den REC-Modus zurückgekehrt. Wird aus dem REC-PAUSE-Modus in den REC-
Modus gesprungen, wird kein neuer Beitrag kreiert, sondern die Aufnahme des
aktuellen Beitrages fortgesetzt.
Die PLAY-Taste läßt sich im PLAY-PAUSE- oder STOP-Modus betätigen und dient
zum Starten einer Wiedergabe. Während die Wiedergabe läuft befindet sich die
Vorrichtung 1 im PLAY-Modus. Im PLAY-Modus lassen sich die STOP-Taste und
wie vorstehend beschrieben die SET MARKER-Taste betätigen. Durch das Betätigen
der STOP-Taste wird die Wiedergabe beendet; die Vorrichtung nimmt wieder den
STOP-Modus ein. Ein Druck auf die PAUSE-Taste unterbricht die Wiedergabe und
bringt die Vorrichtung in den PLAY-PAUSE-Modus. Durch Drücken der STOP-Taste
wird in den STOP-Modus, durch Drücken der PLAY-Taste oder der PAUSE-Taste in
den PLAY-Modus zurückgekehrt.
Die NEXT-Taste und die PREV-Taste sind im STOP-, PLAY- und PLAY-PAUSE-
Modus aktiviert und dienen dazu, von einem gespeicherten Beitrag zum nächsten
oder vorhergehenden zu springen. Im PLAY-Modus kann bei der Betätigung der
PLAY-Taste auch ein schneller Vorlauf mit akustischer Kontrolle vorgesehen sein,
bei welchem jeder n-te Audio-Frame wiedergegeben wird.
Die LOCK-Taste, die auch als rastender Schalter ausgeführt sein kann, dient dazu,
alle Funktionen und die Infrarot-Schnittstelle zu sperren.
Mit den UP-, DOWN-, und SELECT-Tasten werden weitere Funktionen, beispielswei
se die Pegelsteuerung, das Löschen einzelner oder aller Beiträge, das Springen zu
einzelnen Markierungen, das Löschen einzelner oder aller Markierungen und das
Setzen oder Verändern einer Zeitüberwachung für einzelne Beiträge betätigt. Die
Auswahl der einzelnen Funktionen erfolgt dabei im wesentlichen menu-gesteuert.
Die Drucktaster sind in drei Gruppen unterteilt, wobei jeder Gruppe eine Prioritäts
stufe zugeordnet ist. In der ersten Gruppe Prio_1 befinden sich die Drucktaster, die
beim Bedienen 'blind' gefunden und bedient werden. Dies sind die RECORD-, die
STOP- und die SET-MARKER-Taste. Die zweite Gruppe Prio_2 umfaßt die Druck
taster, die mit einer festen Funktion belegt sind. Darunter fallen die PLAY-, die
PAUSE-, die NEXT, die PREV- und die LOCK-Taste. Die dritte Gruppe Prio_3 bilden
die Multifunktions-Drucktaster, denen in Abhängigkeit des Betriebszustandes des
Systems oder der Menu-Steuerung unterschiedliche Funktionen zugeordnet sind.
Die momentan diesen Drucktastern zugeordneten Funktionen werden entsprechend
in der Anzeigeeinrichtung angezeigt. Zu dieser Gruppe zählen die UP-, die DOWN-
und die SELECT-Taste. Statt der UP- und der DOWN-Taste könnte auch ein Winkel
geber-Bedienrad eingesetzt werden.
Um zu gewährleisten, daß die Drucktaster der Gruppe Prio_1 'blind' gefunden und
bedient werden können, sind diese für einen Benutzer leicht zugänglich an der
Vorrichtung angeordnet. Auch die Größe und Form dieser Drucktaster kann ein
leichtes Finden und Betätigen erleichtern. Die Drucktaster der Gruppen Prio_2 und
Prio_3 sind so angeordnet, daß diese nicht versehentlich betätigt werden können
oder elektronisch deaktiviert. Auch eine mechanische Abdeckung dieser Tasten
kann vorgesehen sein.
Es ist ferner möglich und zweckmäßig, wenn die erfindungsgemäße Aufnahme-,
Verarbeitungs- und Übertragungsvorrichtung bereits vor Betätigung der als REC-
Taste ausgebildeten Aufnahmeeingabeeinrichtung in den Aufnahmezustand versetzt
ist. Das bedeutet, daß Audiosignale aufgenommen und nach dem FIFO-Prinzip (Fist-
In-First-Out) für einen vorbestimmten Zeitraum (-Vorlaufzeit) gespeichert werden,
wenn die REC-Taste noch gar nicht betätigt worden ist. Beispielsweise kann vor
gesehen werden, daß stets die Audioinformationen eines vorbestimmten vergange
nen Zeitraums, z. B. der letzten fünf Minuten, aufgezeichnet und in dem Speicher
festgehalten werden. Wird nun die REC-Taste gedrückt, werden die Audio-Daten,
die während des Zeitraums vor Betätigung der REC-Taste aufgenommen wurden,
weiter gespeichert und bilden einen Teil der gesamten Aufnahme, welche durch die
REC-Taste bestimmt ist. Die vorstehende Maßnahme hat den Vorteil, daß dann,
wenn der Benutzer der Aufzeichnungseinrichtung einmal die REC-Taste zu spät ge
drückt haben sollte, dennoch gewährleistet ist, daß die gesamte gewünschte
Aufnahme zustande kommt und somit trotz verspäteter Betätigung der REC-Taste
keine Audioinformationen der gewünschten Aufzeichnung verpaßt werden. Selbst
verständlich ist es auch möglich, daß die Vorlaufzeit, also die Zeiteinheit der ständig
gespeicherten Informationen vom Benutzer auch individuell mittels der Eingabemittel
einstellbar ist. Regelmäßig ist die Voraufnahmezeit erheblich kürzer als die Zeit, für
die in der Aufnahmeeinrichtung Audiosignale gespeichert werden können. Wenn
beispielsweise in der Aufnahmevorrichtung Audiosignale für eine Stunde gespei
chert werden können, kann die Voraufnahmezeit im Bereich von 30 sek bis 5 Minu
ten liegen. In Fig. 3 ist dargestellt, wie sich dann im zeitlichen Aufriß der Inhalt
mehrerer Aufzeichnungsbeiträge darstellt, wenn mehrmals und zu verschiedenen
Zeiten durch Betätigung der REC-Taste Aufzeichnungen getätigt wurden.
Aus der Fig. 3 ergibt sich, daß dann, wenn zu verschiedenen Zeiten die REC-Taste
betätigt worden ist, stets auch ein kurzer Zeitraum vor der Betätigung der REC-
Taste-VT-Vorlaufzeit (Aufzeichnung noch gespeichert) die Aufzeichnung wie das
eigentliche Aufzeichnungsstück T (Track) erhalten bleibt. Die Aufnahme, welche vor
der Vorlaufzeit liegt, wird nach dem FIFO-Prinzip gelöscht. FIFO bedeutet hierbei,
daß die einkommenden Audio-Daten eines bestimmten Zeitraums nach dem First-In-
First-Out-Prinzip gespeichert und gelöscht werden.
Sowohl die Zeitpunkte und Zeiträume VTL, VT als auch REC können mittels der Ein
gabemittel mit einer Markierung (Index) versehen werden, damit sie wieder auffind
bar sind und auch der tatsächliche Track-Anfang editierbar ist.
Als weiteres Merkmal der Aufnahme-, Verarbeitungs- und Übertragungseinrichtung
ist ein schneller Vor-/Rücklauf vorgesehen. Hierbei ist es auch möglich, ver
schiedene Stufen eines schnellen Vor-/Rücklaufs vorzusehen. Beim schnellen
Vor-/Rücklauf wird nur jedes n-te Frame wiedergegeben, wobei n eine Zahl größer
als 2 ist. Beim schnellen Vor- bzw. Rücklauf erhält auch der Decoder einen schnel
leren Arbeitstakt, so daß das Tonsignal in einer höheren Tonhöhe abgespielt wird.
Es ist aber auch möglich, beim schnellen Vor- und Rücklauf die Tonhöhe der Wie
dergabe beizubehalten bzw. die Tonhöhe des Tonsignals nicht unter Abtastung der
Original-Tonhöhe anzupassen.
Schließlich ist es mit den Eingabemitteln der Aufnahme- und Übertragungsvorrich
tung auch möglich, den aufzuzeichnenden Audiosignalen Informationen über Adreß
daten, wie beispielsweise ISDN- oder e-mail-Daten einzugeben, so daß diese Adreß
dateninformationen, die den aufzuzeichnenden Audiosignalen zugeordnet sind, von
dem Mikrocontroller 25 oder der externen Verarbeitungseinrichtung ausgewertet
werden können, so daß beispielsweise die aufgezeichneten Aufzeichnungsinforma
tionen automatisch an die gewünschte Adresse versendet werden.
Die beschriebene Aufnahme-, Verarbeitungs und Übertragungseinrichtung eignet
sich in besonders guter Weise als Aufzeichnungsgerät für Journalisten, welche die
Audioaufzeichnung mit möglichst guter Aufnahmequalität schnell und sicher an ihre
Redaktion versenden möchten, damit der Beitrag so schnell wie möglich in den Me
dien publiziert werden kann.