DE19829452C2 - Kraftfahrzeugscheinwerfer mit einer Umschaltvorrichtung zum Umschalten zwischen unterschiedlichen Leuchtfunktionen - Google Patents

Kraftfahrzeugscheinwerfer mit einer Umschaltvorrichtung zum Umschalten zwischen unterschiedlichen Leuchtfunktionen

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Description

Stand der Technik
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kraftfahrzeugscheinwerfer mit einer Umschaltvorrichtung zum Umschalten zwischen unterschiedlichen Leuchtfunktionen, einer Lichtquelle und einem Reflektor, der das Licht der Lichtquelle auf die Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug reflektiert, wobei die Umschaltvorrichtung mindestens ein zwischen lichtundurchlässig und lichtdurchlässig umschaltbares Umschaltelement aus einem Material aufweist, dessen chemische und/oder physikalische Eigenschaften zum Umschalten des Umschaltelements durch Anlegen einer elektrischen Spannung veränderbar sind.
Nach dem Stand der Technik sind Umschaltvorrichtungen bekannt, die zum Umschalten des Kraftfahrzeugscheinwerfers zwischen einer Stellung für Abblendlicht und einer Stellung für Fernlicht oder zwischen einer Stellung für Rechtsverkehr und einer Stellung für Linksverkehr dienen. In der Stellung für Fernlicht werden die Lichtstrahlen der Lichtquelle im Vergleich zum Abblendlicht fokussiert und angehoben. In der Stellung für Rechtsverkehr wird der rechte Fahrbahnrand und in der Stellung für Linksverkehr der linke Fahrbahnrand stärker ausgeleuchtet.
Ein Kraftfahrzeugscheinwerfer, bei dem mittels einer Umschaltvorrichtung zwischen Abblendlicht und Fernlicht umgeschaltet werden kann, ist bspw. aus der DE 40 02 576 A1 bekannt. Bei dem dort offenbarten Scheinwerfer weist die Umschaltvorrichtung in einer ersten Ausführungsform eine Blende aus lichtundurchlässigem Material auf. In der Stellung für Abblendlicht ist die Blende in den Strahlengang des Scheinwerfers hochgeklappt und schirmt von dem unteren Reflektorbereich reflektierte Lichtstrahlen ab. In der Stellung für Fernlicht wird die Blende aus dem Strahlengang des Scheinwerfers heraus nach unten geklappt und lässt die von der Lichtquelle zum unteren Reflektorbereich ausgesandten bzw. von diesem reflektierte Lichtstrahlen passieren.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform des in der DE 40 02 576 A1 offenbarten Kraftfahrzeugscheinwerfers weist die Umschaltvorrichtung eine Kappe aus lichtundurchlässigem Material auf. In der Stellung für Abblendlicht wird die Kappe in den Strahlengang des Scheinwerfers gebracht und schirmt von der Lichtquelle zum unteren Reflektorbereich ausgesandte Lichtstrahlen ab. In der Stellung für Fernlicht wird die Kappe aus dem Strahlengang des Scheinwerfers entfernt und lässt diese Lichtstrahlen passieren.
Zum Umschalten der Umschaltelemente (Blende bzw. Kappe) zwischen Abblendlicht und Fernlicht bedarf es eines geeigneten Stellelements, welches mit den Umschaltelementen verbunden ist. Als Stellelemente kommen bspw. Schrittmotoren oder Elektromagnete zur Anwendung. Die Umschaltelemente können entweder translatorisch verschoben oder rotatorisch verschwenkt werden.
Diese bekannten Kraftfahrzeugscheinwerfer haben jedoch den Nachteil, dass die Umschaltvorrichtung mechanisch zwischen der Stellung für Abblendlicht und der Stellung für Fernlicht umgeschaltet wird. Eine mechanische Umschaltvorrichtung ist relativ großbauend und bedarf viel Platz innerhalb des Scheinwerfer. Außerdem sind für die mechanisch betätigte Umschaltvorrichtung relativ viele Bauteile notwendig um die Umschaltfunktion zu erfüllen.
Aus dem Stand der Technik sind auch Kraftfahrzeugscheinwerfer bekannt, bei denen mittels einer Umschaltvorrichtung zwischen Rechtsverkehr und Linksverkehr umgeschaltet werden kann. Die Umschaltvorrichtung dieser bekannten Scheinwerfer wird bspw. durch Verschieben oder Umklappen einer Blende mechanisch umgeschaltet. Um in einem Kraftfahrzeug eingebaute Scheinwerfer, die nicht zwischen Rechts- und Linksverkehr umschaltbar sind, dem Rechts- oder Linksverkehr anpassen zu können, ist es bekannt, die Streuscheiben der Scheinwerfer mit lichtundurchlässigem Material entsprechend abzukleben. In diesem Fall besteht die Umschaltvorrichtung also in einer auf die Streuscheiben der Scheinwerfer manuell aufklebbaren Blende. Eine als Blende ausgebildete Umschaltvorrichtung hat den Nachteil, daß durch den Einsatz der Blende auch die Leuchtleistung der Scheinwerfer reduziert wird.
Aus der US 5,681,103 ist ein Kraftfahrzeugscheinwerfer mit einer Lichtquelle, einem Reflektor und einer Umschaltvorrichtung zum Umschalten des Kraftfahrzeugscheinwerfers zwischen unterschiedlichen Leuchtfunktionen bekannt. Die Umschaltvorrichtung weist ein zwischen lichtundurchlässig und lichtdurchlässig umschaltbares Umschaltelement auf. Das Umschaltelement besteht im Wesentlichen aus einer lichtdurchlässigen Schicht, an deren Außenseite ein aufgerolltes lichtundurchlässiges Abschirmelement durch Anlegen einer elektrischen Spannung abgerollt wird. Aufgrund der mechanischen Betätigung des Abschirmelements weist das Umschaltelement ein relativ träges Umschaltverhalten auf. Außerdem arbeitet das Umschaltelement nicht besonders zuverlässig, da es aufgrund der mechanischen Betätigung relativ störanfällig ist. Fremdkörper auf der Außenseite der lichtdurchlässigen Schicht können ein Auf- oder Abrollen des Abschirmelements verhindern.
Aus der US 4,906,075 ist ein Rückspiegel eines Kraftfahrzeugs bekannt, der ein lichtdurchlässiges Trägerelement aufweist, auf dem eine zwischen reflektierend und lichtdurchlässig umschaltbare Schicht aufgebracht ist. Auf diese Weise kann der Spiegel zwischen hintereinander angeordneten, unterschiedlich gekrümmten Spiegelflächen umgeschaltet werden.
Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Kraftfahrzeugscheinwerfer der eingangs genannten Art dahingehend auszugestalten und weiterzubilden, dass er auf möglichst einfache und zuverlässig Weise zwischen unterschiedlichen Leuchtfunktionen umgeschaltet werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ausgehend von dem Kraftfahrzeugscheinwerfer der eingangs genannten Art vor, dass das Umschaltelement als ein zwischen reflektierend und lichtdurchlässig umschaltbarer Spiegel ausgebildet ist, wobei zum Umschalten des Umschaltelements die chemischen Eigenschaften des Materials des Spiegels durch Anlegen einer elektrischen Spannung veränderbar sind.
Vorzugsweise dient die Umschaltvorrichtung zum Umschalten zwischen Abblendlicht und Fernlicht und ist zwischen einer Stellung für Abblendlicht, in der sie von der Lichtquelle zum unteren Reflektorbereich ausgesandte bzw. von diesem reflektierte Lichtstrahlen abschirmt, und einer Stellung für Fernlicht, in der sie diese Lichtstrahlen passieren läßt, umschaltbar.
Bei der Umschaltvorrichtung des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugscheinwerfers wird ganz auf bewegbare Teile verzichtet. Dadurch wird die Ausfallgefahr des Scheinwerfers erheblich vermindert. Die Erfindung schafft einen Scheinwerfer, dessen Umschaltvorrichtung schnell und zuverlässig auch bei extremen Betriebsbedingungen zwischen einer Stellung für Abblendlicht und einer Stellung für Fernlicht umschaltbar ist.
Das Umschaltelement ist als zwischen reflektierend und lichtdurchlässig umschaltbarer Spiegel ausgebildet. In der Stellung reflektierend ist der Spiegel lichtundurchlässig. Die abgeschirmten Lichtstrahlen werden nicht einfach absorbiert oder gestreut, sondern können gezielt zur Verstärkung der Leuchtleistung des Abblendlichts oder zur Veränderung der Lichtverteilung des Abblendlichts genutzt werden. Dazu ist es vorteilhaft, wenn der Spiegel relativ zu einer senkrecht zur optischen Achse des Kraftfahrzeugscheinwerfers verlaufenden Ebene derart geneigt ist, dass er die abgeschirmten Lichtstrahlen auf den oberen Reflektorbereich reflektiert. Von dem oberen Reflektorbereich aus werden die Lichtstrahlen dann gezielt auf die Fahrbahn vor dem Fahrzeug reflektiert.
Der Spiegel weist vorteilhafterweise ein lichtdurchlässiges Trägerelement auf, auf dem eine zwischen reflektierend und lichtdurchlässig umschaltbare Schicht aufgebracht ist. In der Stellung für Abblendlicht ist die umschaltbare Schicht des Spiegels auf reflektierend und in der Stellung für Fernlicht auf lichtdurchlässig geschaltet. In der Stellung für Abblendlicht werden die von der Lichtquelle zum unteren Reflektorbereich ausgesandten bzw. von diesem reflektierten Lichtstrahlen abgeschirmt. In der Stellung für Fernlicht können die Lichtstrahlen die auf lichtdurchlässig geschaltete Schicht und das lichtdurchlässige Trägerelement passieren.
Die umschaltbare Schicht besteht vorteilhafterweise aus einem lichtundurchlässigem Material, das mit Wasserstoff eine chemische Verbindung eingeht, die lichtdurchlässig ist. Die Wasserstoffatome dringen in die Gitterstruktur des lichtundurchlässigen Materials ein und bilden eine Verbindung, die lichtdurchlässig ist. Durch das Anlegen einer elektrischen Spannung kann die Diffusion der Wasserstoffatome in das lichtundurchlässige Material gesteuert werden.
Um den Spiegel innerhalb kurzer Zeit von reflektierend auf lichtdurchlässig und umgekehrt umschalten zu können, weist das Material der umschaltbaren Schicht vorteilhafterweise einen hohen Diffusionskoeffizient auf. Die Wasserstoffatome können in Materialien mit einem hohen Diffusionskoeffizienten schneller eindringen und mit diesem eine Verbindung eingehen, so dass das an sich lichtundurchlässige Material lichtdurchlässig wird.
Die umschaltbare Schicht besteht vorteilhafterweise aus einem Element der seltenen Erden, insbesondere aus Yttrium. Beim Umschalten eines Spiegels aus Yttrium wird der nachfolgende Prozess durchlaufen: Die Wasserstoffatome dringen in das Metallgitter des Yttrium ein, und es bildet sich zunächst YH2, das immer noch metallisch und spiegelnd ist. YH2 geht anschließend in YH3 über. Diese Verbindung hat Halbleiter-Eigenschaften und ist lichtdurchlässig, da die vorher freien Elektronen ungebunden sind. Durch das Anlegen einer elektrischen Spannung kann dabei die Diffusion der Wasserstoffatome ins Yttrium gesteuert werden. Ein umschaltbarer Spiegel aus Yttrium ermöglicht ein schnelles und zuverlässiges Umschalten der erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugscheinwerfers zwischen Abblendlicht und Fernlicht.
Entweder alternativ oder zusätzlich zum Umschalten zwischen einer Stellung für Abblendlicht und für Fernlicht dient die Umschaltvorrichtung zum Umschalten zwischen Rechtsverkehr und Linksverkehr und ist zwischen einer Stellung für Linksverkehr, bei der der linke Fahrbahnrand stärker ausgeleuchtet wird, und einer Stellung für Rechtsverkehr, bei der der rechte Fahrbahnrand stärker ausgeleuchtet wird, umschaltbar. Ein derartiger Kraftfahrzeugscheinwerfer hat den Vorteil, dass er sowohl in Kraftfahrzeugen für den Linksverkehr als auch in Kraftfahrzeugen für den Rechtsverkehr eingesetzt werden kann. Es müssen nicht mehr gesonderte Scheinwerfer für Linksverkehr bzw. für Rechtsverkehr entwickelt, hergestellt und in Kraftfahrzeuge eingebaut werden. Vielmehr kann der erfindungsgemäße Kraftfahrzeugscheinwerfer unabhängig von Rechts- oder Linksverkehr in sämtlichen Kraftfahrzeugen eingebaut werden. Daraus ergibt sich ein Kostenvorteil durch die Reduzierung der Bauteile der Kraftfahrzeugscheinwerfer.
Durch die Möglichkeit, die Kraftfahrzeugscheinwerfer zwischen einer Stellung für Linksverkehr und einer Stellung für Rechtsverkehr umschalten zu können, kann ein für Linksverkehr ausgelegtes Kraftfahrzeug problemlos auch im Rechtsverkehr und umgekehrt ein für Rechtsverkehr ausgelegtes Kraftfahrzeug im Linksverkehr betrieben werden. Diese Flexibilität ist besonders auf Urlaubsfahrten ein entscheidender Vorteil. Zum Wechsel von Linksverkehr auf Rechtsverkehr oder umgekehrt muss lediglich die Umschaltvorrichtung bspw. durch einen entsprechenden Schalter im Inneren des Kraftfahrzeugs, in die entsprechende Stellung gebracht werden.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Umschaltvorrichtung zwei in Richtung der optischen Achse hintereinander angeordnete umschaltbare Spiegel aufweist, die jeweils ein lichtdurchlässiges Trägerelement aufweisen, auf dem eine umschaltbare Schicht aufgebracht ist, wobei die Schicht auf dem ersten Spiegel für Linksverkehr im oberen Bereich des Spiegels eine Aussparung aufweist, die links ihre größte Ausdehnung hat und nach rechts spitz zuläuft, und die Schicht auf dem zweiten Spiegel für Rechtsverkehr im oberen Bereich des Spiegels eine Aussparung aufweist, die rechts ihre größte Ausdehnung hat und nach links spitz zuläuft. Durch Anlegen einer elektrischen Spannung an die Schicht auf dem ersten Spiegel wird ein Abblendlicht für den Linksverkehr erzeugt. An der Schicht auf dem zweiten Spiegel für Rechtsverkehr liegt keine elektrische Spannung an; der zweite Spiegel ist somit lichtdurchlässig. Die Lichtstrahlen der Lichtquelle werden von der Schicht auf dem ersten Spiegel reflektiert und passieren den zweiten Spiegel. Alternativ kann die Aussparung nicht nur in der umschaltbaren Schicht sondern auch in dem lichtdurchlässigen Trägerelement ausgebildet sein. D. h. die umschaltbaren Spiegel weisen genau die Form der benötigten Blenden zum Umschalten zwischen Rechts- und Linksverkehr auf.
Die obere Kante der Spiegel bzw. die obere Kante der aufgebrachten lichtundurchlässigen Schicht wird auf der Fahrbahn als Hell-Dunkel-Übergang abgebildet. Durch die Form der Aussparung der Schicht auf dem ersten Spiegel wird der Verlauf der oberen Kante derart verändert, dass der linke Fahrbahnrand stärker ausgeleuchtet wird. Ebenso wird Abblendlicht für den Rechtsverkehr erzeugt, wenn an der Schicht auf dem zweiten Spiegel für Rechtsverkehr eine elektrische Spannung angelegt wird. Wenn an keinem der beiden Spiegel eine elektrische Spannung angelegt wird, kann das Licht der Lichtquelle die Spiegel ungehindert passieren; der Scheinwerfer strahlt Fernlicht aus.
Alternativ schlägt die Erfindung gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung vor, dass die Umschaltvorrichtung einen umschaltbaren Spiegel aufweist, der ein lichtdurchlässiges Trägerelement aufweist, auf dem beidseitig eine umschaltbare Schicht aufgebracht ist, wobei die Schicht auf der ersten Seite für Linksverkehr im oberen Bereich des Spiegels eine Aussparung aufweist, die links ihre größte Ausdehnung hat und nach rechts spitz zuläuft, und die Schicht auf der zweiten Seite für Rechtsverkehr im oberen Bereich des Spiegels eine Aussparung aufweist, die rechts ihre größte Ausdehnung hat und nach links spitz zuläuft. Bei dieser Ausführungsform wird in vorteilhafter Weise nur ein Spiegel verwendet, der jedoch auf beiden Seiten mit einer umschaltbaren Schicht beschichtet ist. Um ein Abblendlicht für Linksverkehr zu erzeugen, wird an die erste Schicht eine elektrische Spannung angelegt. Um dagegen ein Abblendlicht für Rechtsverkehr zu erzeugen, muss eine elektrische Spannung an die zweite Schicht angelegt werden. Wenn an keine der beiden Schichten eine elektrische Spannung angelegt wird, kann das Licht der Lichtquelle den umschaltbaren Spiegel ungehindert passieren; der Scheinwerfer strahlt Fernlicht aus.
Schließlich ist gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung die Lichtquelle als eine Gasentladungslampe ausgebildet.
Nachfolgend werden zwei bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugscheinwerfer in einer ersten Ausführungsform;
Fig. 2 einen ersten und einen zweiten Spiegel des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugscheinwerfers gemäß Fig. 1;
Fig. 3 einen erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugscheinwerfer in einer zweiten Ausführungsform und
Fig. 4 eine erste und eine zweite Seite eines Spiegels des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugscheinwerfers aus Fig. 3.
In Fig. 1 ist ein Kraftfahrzeugscheinwerfer in seiner Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 1 gekennzeichnet. Der Scheinwerfer 1 weist ein Gehäuse 2 auf, in dem eine Lichtquelle 3 und ein Reflektor 4 angeordnet sind. Die Lichtquelle 3 ist als Gasentladungslampe ausgebildet. Der Reflektor 4 weist einen oberen Reflektorbereich 4a und einen unteren Reflektorbereich 4b auf. Der Reflektor 4 reflektiert das Licht der Lichtquelle 3 auf die Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug. Der Scheinwerfer 1 ist zwischen einer Stellung für Abblendlicht und einer Stellung für Fernlicht umschaltbar. Für das Abblendlicht werden lediglich die Lichtstrahlen benötigt, welche von dem oberen Reflektorbereich 4a reflektiert werden. Für das Fernlicht wird das gesamte von dem Reflektor 4, d. h. von dem oberen Reflektorbereich 4a und dem unteren Reflektorbereich 4b, reflektierte Licht der Lichtquelle 3 benötigt.
Zum Umschalten zwischen Abblendlicht und Fernlicht weist der Kraftfahrzeugscheinwerfer 1 eine Umschaltvorrichtung 5 auf. In dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 1 besteht die Umschaltvorrichtung 5 aus zwei in Richtung der optischen Achse 6 hintereinander angeordneten umschaltbaren Spiegeln 7a, 7b. Die Spiegel 7a, 7b bestehen aus einem lichtdurchlässigen Trägermaterial, auf dem eine zwischen reflektierend und lichtdurchlässig umschaltbare Schicht 8a, 8b aufgebracht ist. Die umschaltbaren Schichten 8a, 8b bestehen aus Yttrium. Yttrium ist ein lichtundurchlässiges Element der seltenen Erden. Bei Zimmertemperatur dringen Wasserstoffatome in das Metallgitter des Yttrium ein und es bildet sich zunächst YH2, das immer noch metallisch und spiegelnd ist. YH2 geht anschließend in YH3 über. Diese Verbindung hat Halbleiter-Eigenschaften und ist lichtdurchlässig, da die vorher freien Elektronen nun gebunden sind. Durch das Anlegen einer elektrischen Spannung kann dabei die Diffusion der Wasserstoffatome ins Yttrium gesteuert werden.
Zum Anlegen der Spannung an die umschaltbaren Schichten 8a, 8b sind diese über Leitungen 9 und Schalter 10 mit Spannungsquellen U1, U2 verbunden.
Die umschaltbaren Spiegel 7a, 7b sind vergrößert und in Draufsicht in Fig. 2 dargestellt. Die Spiegel 7a, 7b bestehen aus einem Trägerelement 11 aus lichtdurchlässigem Material. Auf dem Trägerelement 11 ist die umschaltbare Schicht 8a, 8b aufgebracht. Die nachfolgenden Richtungsangaben beziehen sich auf die Ausfallrichtung 6a der Lichtstrahlen aus dem Scheinwerfer 1. Die Schicht 8a auf dem ersten Spiegel 7a für Linksverkehr weist im oberen Bereich des Spiegels 7a eine Aussparung 12a auf, die links ihre größte Ausdehnung hat und nach rechts spitz zuläuft. Die Schicht 8b auf dem zweiten Spiegel 7b für Rechtsverkehr weist im oberen Bereich des Spiegels 7b eine Aussparung 12b auf, die rechts ihre größte Ausdehnung hat und nach links spitz zuläuft. Alternativ können die Aussparung 12a, 12b nicht nur in den umschaltbaren Schichten 8a, 8b sondern auch in den lichtdurchlässigen Trägerelementen 11 ausgebildet sein. D. h. die umschaltbaren Spiegel 7a, 7b weisen genau die Form der benötigten Blenden zum Umschalten zwischen Rechts- und Linksverkehr auf.
Im Gegensatz zu dem Kraftfahrzeugscheinwerfer 1 aus Fig. 1 weist der Kraftfahrzeugscheinwerfer 1 aus Fig. 3 lediglich einen umschaltbaren Spiegel 7 auf. Der Spiegel 7 besteht aus einem lichtdurchlässigen Trägerelement 11, auf dem beidseitig eine umschaltbare Schicht 8a, 8b aufgebracht ist. Um die Schichten 8a, 8b umschalten zu können, sind sie über Verbindungsleitungen 9 und Schalter 10 mit Spannungen U1, U2 verbunden.
In Fig. 4 sind die beiden Seiten des umschaltbaren Spiegels 7 aus Fig. 3 vergrößert dargestellt. Die Schicht 8a auf der ersten Seite für Linksverkehr weist im oberen Bereich des Spiegels 7 eine Aussparung 12a auf, die links ihre größte Ausdehnung hat und nach rechts spitz zuläuft. Die Schicht 8b auf der zweiten Seite für Rechtsverkehr weist im oberen Bereich des Spiegels 7 eine Aussparung 12b auf, die rechts ihre größte Ausdehnung hat und nach links spitz zuläuft.
Die Spiegel 7a, 7b aus Fig. 1 bzw. der Spiegel 7 aus Fig. 3 können gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung auch relativ zu einer senkrecht zu der optischen Achse 6 des Scheinwerfers 1 verlaufenden Ebene derart geneigt sein, dass die Spiegel 7, 7a, 7b die abgeschirmten Lichtstrahlen der Lichtquelle 3 auf den oberen Reflektorbereich 4a reflektieren. Diese Lichtstrahlen gehen somit nicht durch Absorption oder Streuung verloren, sondern können gezielt zur Gestaltung der Lichtverteilung des Abblendlichts herangezogen werden.

Claims (12)

1. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) mit einer Umschaltvorrichtung (5) zum Umschalten zwischen unterschiedlichen Leuchtfunktionen, einer Lichtquelle (3) und einem Reflektor (4), der das Licht der Lichtquelle (3) auf die Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug reflektiert, wobei die Umschaltvorrichtung (5) mindestens ein zwischen lichtundurchlässig und lichtdurchlässig umschaltbares Umschaltelement aus einem Material aufweist, dessen chemische und/oder physikalische Eigenschaften zum Umschalten des Umschaltelements durch Anlegen einer elektrischen Spannung veränderbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Umschaltelement als ein zwischen reflektierend und lichtdurchlässig umschaltbarer Spiegel (7, 7a, 7b) ausgebildet ist, wobei zum Umschalten des Umschaltelements die chemischen Eigenschaften des Materials des Spiegels durch Anlegen einer elektrischen Spannung veränderbar sind.
2. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Spiegel (7, 7a, 7b) ein lichtdurchlässiges Trägerelement (11) aufweist, auf dem eine zwischen reflektierend und lichtdurchlässig umschaltbare Schicht (8a, 8b) aufgebracht ist.
3. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die umschaltbare Schicht (8a, 8b) aus einem lichtundurchlässigen Material besteht, das mit Wasserstoff eine chemische Verbindung eingeht, die lichtdurchlässig ist.
4. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Material der umschaltbaren Schicht (8a, 8b) einen hohen Diffusionskoeffizient aufweist.
5. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die umschaltbare Schicht (8a, 8b) aus einem Element der Seltenen Erden besteht.
6. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die umschaltbare Schicht (8a, 8b) aus Yttrium besteht.
7. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Spiegel (7, 7a, 7b) relativ zu einer senkrecht zu der optischen Achse (6) des Kraftfahrzeugscheinwerfers (1) verlaufenden Ebene derart geneigt ist, daß er die abgeschirmten Lichtstrahlen auf den oberen Reflektorbereich (4a) reflektiert.
8. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltvorrichtung (5) zwischen einer Stellung für Abblendlicht, in der sie von der Lichtquelle (3) zum unteren Reflektorbereich (4b) ausgesandte bzw. von diesem reflektierte Lichtstrahlen abschirmt, und einer Stellung für Fernlicht, in der sie diese Lichtstrahlen passieren läßt, umschaltbar ist.
9. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltvorrichtung (5) zwischen einer Stellung für Linksverkehr, bei der der linke Fahrbahnrand stärker ausgeleuchtet wird, und einer Stellung für Rechtsverkehr, bei der der rechte Fahrbahnrand stärker ausgeleuchtet wird, umschaltbar ist.
10. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltvorrichtung (5) zwei in Richtung der optischen Achse (6) hintereinander angeordnete umschaltbare Spiegel (7a, 7b) aufweist, die jeweils ein lichtdurchlässiges Trägerelement (11) aufweisen, auf dem eine umschaltbare Schicht (8a, 8b) aufgebracht ist, wobei die Schicht (8a) auf dem ersten Spiegel (7a) für Linksverkehr im oberen Bereich des Spiegels (7a) eine Aussparung (12a) aufweist, die links ihre größte Ausdehnung hat und nach rechts spitz zuläuft, und die Schicht (8b) auf dem zweiten Spiegel (7b) für Rechtsverkehr im oberen Bereich des Spiegels (7b) eine Aussparung (12b) aufweist, die rechts ihre größte Ausdehnung hat und nach links spitz zuläuft.
11. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltvorrichtung (5) einen umschaltbaren Spiegel (7) aufweist, der ein lichtdurchlässiges Trägerelement (11) aufweist, auf dem beidseitig eine umschaltbare Schicht (8a, 8b) aufgebracht ist, wobei die Schicht (8a) auf der ersten Seite für Linksverkehr im oberen Bereich des Spiegels (7) eine Aussparung (12a) aufweist, die links ihre größte Ausdehnung hat und nach rechts spitz zuläuft, und die Schicht (8b) auf der zweiten Seite für Rechtsverkehr im oberen Bereich des Spiegels (7) eine Aussparung (12b) aufweist, die rechts ihre größte Ausdehnung hat und nach links spitz zuläuft.
12. Kraftfahrzeugscheinwerfer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtquelle (3) als eine Gasentladungslampe ausgebildet ist.
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