DE19830082C1 - Längssandfang mit einer längsgerichteten Strömungswalze in Kläranlagen, Wasserreinigungsanlagen und dergleichen - Google Patents
Längssandfang mit einer längsgerichteten Strömungswalze in Kläranlagen, Wasserreinigungsanlagen und dergleichenInfo
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Abstract
Längssandfang (1) mit einer längsgerichteten Strömungswalze (5) in Kläranlagen, Wasserreinigungsanlagen und dergleichen, gebildet aus einer kanalartigen, längsdurchströmten Beckenwandung (2), wobei die Strömungswalze (5) durch geeignete Strömungsmittel erzeugt wird und bei welcher die Rotationsgeschwindigkeit der Walze wesentlich höher als die Längsgeschwindigkeit der Beckendurchströmung ist. Im Kernbereich der Strömungswalze (5) sind eine oder mehrere, über die Länge des Sandfangs (1) verteilte Platten (6) angeordnet. Teile der Platte (6) oder die ganze Platte (6) sind beidseitig ausschwenkbar oder verfahrbar ausgebildet.
Description
Die Erfindung betrifft einen Längssandfang gemäß des
Oberbegriffs des Anspruch 1.
Bei derartigen Sandfängen, die zum Beispiel aus der DE 32 07 658 A2
bekannt sind, wird die Strömungswalze durch geeignete
Strömungsmittel erzeugt und hierbei ist die Rotations
geschwindigkeit der Walze wesentlich höher als die Längs
geschwindigkeit der Beckendurchströmung. Die üblichen
Strömungsmittel sind entweder seitliche Belüftungseinricht
ungen oder Propeller und/oder Leitvorrichtungen. Die Größe
der Strömungswalze ist nur von der Wirkung des Strömungs
mittels, nicht aber von der Größe der sogenannten Beschic
kung, das heißt vom Durchfluß durch den Sandfang, abhängig.
Da die Sandabscheidung im wesentlichen eine Funktion der
Strömungsgeschwindigkeit ist, kann mit dieser annähernd
gleichmäßigen Rotationsgeschwindigkeit die entsprechende
Sandabscheidung bestimmt, beziehungsweise können der
Sandfang und die Sandfangleistung bemessen werden. Dieses
Verfahren stellt eine hervorragende Lösung für das Problem
einer gleichmäßigen Abscheidung bei ungleichmäßiger, vor
allem bei sehr schwankender Durchströmung dar.
Hierbei wird davon ausgegangen, daß die Längsgeschwindigkeit
der Strömung in erster Näherung gleichmäßig über dem
Durchflußquerschnitt verteilt vorliegt. Mittels numerischer
Strömungssimulationen wurde nachgewiesen, daß dieser Ansatz
unrichtig ist, weil sich im Kernbereich der Strömungswalze
eine Durchschußströmung einstellt.
Erfindungsaufgabe war, das Prinzip der Strömungswalze bei
einem Längssandfang so zu verbessern, daß sich die
vorausgesetzte und gewünschte gleichmäßige Längsströmung
mehr oder weniger über den ganzen Sandfangquerschnitt
einstellt.
Die Erfindungsaufgabe wird mit einem Längssandfang nach
Anspruch 1 gelöst, wodurch die Durchschußströmung verringert
oder verhindert wird.
Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den
Ansprüchen 2 bis 10 genannt.
Die mit dem Erfindungsgedanken erreichten Vorteile liegen in
der wesentlich verbesserten hydraulischen Ausnutzung einer
bestimmten Sandfanggröße. Zum einen können bei Neubauten
derartige Sandfänge bei gleicher Bauwerksgröße mit
verbesserter Sandabscheidung oder bei kleinerer
Bauwerksgröße mit gleicher Sandabscheidung geplant werden.
Zum anderen kann die Sandabscheidung in Sanierungsfällen
bestehender Sandfänge in einfacher Weise und mit
verhältnismäßig sehr geringem Aufwand verbessert werden.
Im folgenden wird abwechselnd von einer oder mehreren
Platten gesprochen. Die im einzelnen Anwendungsfall
erforderliche Zahl der Platten muß berechnet werden, um in
wirtschaftlicher Weise die gewünschte hydraulische
Verbesserung zu erreichen, nämlich die Durchschußströmung zu
verringern oder zu verhindern.
Die Erfindung ist in der Abbildung schematisch anhand eines
Sandfangquerschnittes dargestellt. Es zeigen die Figur
verschiedene Ausbildungen der Platte:
Fig. 1: eine aus zwei Einzelplatten bestehende Platte, die
mit einer Verschlußplatte versehen ist,
Fig. 2: eine an Gelenken seitlich aufgehängte Platte
Fig. 3: eine an einer seitlichen Aufhängung befestigte
Platte
Fig. 4: eine verfahrbare Platte.
In Fig. 1 wird der Sandfang (1) durch die Beckenwandung (2)
gebildet. Die Flüssigkeit weist einen offenen Flüssigkeits
spiegel (3) auf. In diesem Fall wird die Strömungswalze (5)
durch eingeblasene Luft aus einer Luftleitung (4) erzeugt.
Dabei transportiert in bekannter Weise die aufsteigende Luft
die Flüssigkeit mit nach oben. Aus Kontinuitätsgründen und
begünstigt durch die Form des Beckenquerschnitts wird die
Flüssigkeit in der genannten Strömungswalze auf der gegen
überliegenden Beckenseite wieder nach unten geführt.
Bestimmungsgemäß ist die Rotationsgeschwindigkeit der Walze
wesentlich höher als die Längsgeschwindigkeit der Becken
durchströmung und daher für die Abscheidewirkung maßgeblich.
Im Kern der Strömungswalze (5) ist eine Platte (6)
angeordnet, welche verhindert, daß in diesem Bereich die
Strömung ungewünscht durch den Sandfang hindurchschießt.
Die Platte (6) weist gegenüber der Beckenwandung (2) und dem
Flüssigkeitsspiegel (3) einen derartigen Abstand auf, daß
der verbleibende Strömungsquerschnitt eine Geschwindigkeit
der Längsströmung und der Strömungswalze (5) nach den
Auslegungskriterien erlaubt. Vorteilhaft werden hierbei die
Ecken der Platte (6) annähernd gemäß der Stromlinien der
Strömungswalze (5) abgeschrägt oder abgerundet.
Üblicherweise wird der abgeschiedene Sand mittels einer auf
der Beckenwandung (2) verfahrbaren Räumvorrichtung abgezogen
oder ausgeräumt. Hierfür ist eine freie Durchfahrt der den
Sandfangquerschnitt bestreichenden Räumvorrichtung erforder
lich. Erfindungsgemäß werden daher verschiedene Mittel
vorgeschlagen, einerseits den Kernbereich der Strömungswalze
(5) für die Längsströmung weitgehend verschlossen zu halten,
andererseits die Durchfahrt der Räumvorrichtung zu
gewährleisten.
In Fig. 1 besteht die Platte (6) aus zwei voneinander
beabstandeten Einzelplatten. Durch diese Ausbildung bleibt
der Kernbereich der Strömungswalze (5) für die Längsströmung
im wesentlichen verschlossen. Als weitere Verbesserung wird
in einer vorteilhaften Weiterbildung des Erfindungsgedankens
der Zwischenraum (8) zwischen den beiden Einzelplatten mit
einer oder mehreren, in beide Längsrichtungen ausschwenkbare
Verschlußplatten (9) verschlossen. Diese Verschlußplatte (9)
besteht vorteilhaft entweder mindestens teilweise aus
elastischem Material oder sie ist gelenkig an der Platte (6)
oder der Einzelplatte und mit einer hier nicht gezeigten
Rückstellvorrichtung befestigt.
Je nach der Geometrie von Beckenquerschnitt und
Räumvorrichtung kann vorteilhaft in ähnlicher Weise die
Verschlußplatte (9) mit den genannten Merkmalen auch
seitlich entweder an der ungeteilten Platte (6) oder an der
Beckenwandung (2) selbst angebracht sein.
In Fig. 2 ist eine insgesamt ausschwenkbare Platte (6)
gezeigt, die mittels Gelenken (11) an der Beckenwandung (2)
befestigt ist und ebenfalls vorteilhaft durch eine Rück
stellvorrichtung in der verschlossenen Lage gehalten wird.
In Fig. 3 ist eine ähnliche Anordnung der Platte (6) ge
zeigt, welche jedoch mindestens teilweise aus elastischem
Material besteht und daher in einfacher Weise in Auf
hängungen (7) in der Beckenwandung (2) gelagert werden kann.
Die Platten (6) oder die Einzelplatten beziehungsweise die
Verschlußplatten (9) werden durch die hindurchfahrende
Räumvorrichtung ausgelenkt und selbstätig entweder durch
ihre elastische Rückstellung oder durch die getrennte
Rückstellvorrichtung wieder in ihre Verschlußposition
geführt.
In Fig. 4 sind schließlich die Platten (6) in einem Wagen
(12) auf der Beckenwandung (2) verfahrbar gelagert.
1
Sandfang
2
Beckenwandung
3
Flüssigkeitsspiegel
4
Luftleitung
5
Strömungswalze
6
Platte
7
Aufhängung
8
Zwischenraum
9
Verschlußplatte
10
Ecken
11
Gelenke
12
Wagen
Claims (10)
1. Längssandfang mit einer längsgerichteten Strömungswalze in
Kläranlagen, Wasserreinigungsanlagen und dergleichen, ge
bildet aus einer kanalartigen, längsdurchströmten Becken
wandung, wobei die Strömungswalze durch geeignete
Strömungsmittel erzeugt wird und wobei die Rotations
geschwindigkeit der Walze wesentlich höher als die
Längsgeschwindigkeit der Beckendurchströmung ist, dadurch
gekennzeichnet,
daß im Kernbereich der Strömungswalze (5) eine oder mehrere
Platten (6) angeordnet sind, wobei bei der Anordnung von
mehreren Platten diese über die Länge des Sandfangs (1)
verteilt sind.
2. Längssandfang nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Strömungmittel in an sich bekannter Weise als eine
gelochte Luftleitung (4) gebildet sind.
3. Längssandfang nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Kontur der Platte (6) derart an die Strömungswalze
(5) angepaßt ist, daß die Ecken (10) der Platte (6)
abgeschrägt oder abgerundet sind.
4. Längssandfang nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Platte (6) aus zwei Einzelplatten besteht und die
Einzelplatten mit einem Zwischenraum (8) zueinander quer zur
Längsrichtung des Sandfangs angeordnet sind.
5. Längssandfang nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zwischenraum (8) zwischen den Einzelplatten (6) oder
der Zwischenraum zwischen den Einzelplatten (6) und der
Beckenwandung (2) durch eine oder mehrere, in beide
Längsrichtungen ausschwenkbare Verschlußplatte(n) (9)
zeitweise verschlossen ist/sind.
6. Längssandfang nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verschlußplatte (9) mindestens teilweise aus einem
elastischen Material besteht und an einer der beiden Einzel
platten (6) oder an der Beckenwandung (2) befestigt ist.
7. Längssandfang nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verschlußplatte (9) mittels Gelenken (11) an einer
der Einzelplatten (6) oder an der Beckenwandung (2)
befestigt und mittels einer Rückstellvorrichtung in der
geschlossenen Stellung gehalten ist.
5. Längssandfang nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Platten (6) an der Beckenwandung (2) mittels
Gelenken (11) befestigt sind und mittels einer Rückstell
vorrichtung in der geschlossenen Stellung gehalten werden.
9. Längssandfang nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Platten (6) mindestens teilweise aus einem
elastischen Material bestehen und an der Beckenwandung (2)
mittels einer Aufhängung (7) befestigt sind.
10. Längssandfang nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Platten (6) mittels einem oder mehreren Wagen (12)
auf der Beckenwandung (2) verfahrbar gelagert sind.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19830082A DE19830082C1 (de) | 1998-07-06 | 1998-07-06 | Längssandfang mit einer längsgerichteten Strömungswalze in Kläranlagen, Wasserreinigungsanlagen und dergleichen |
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| DE19830082A Expired - Fee Related DE19830082C1 (de) | 1998-07-06 | 1998-07-06 | Längssandfang mit einer längsgerichteten Strömungswalze in Kläranlagen, Wasserreinigungsanlagen und dergleichen |
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|---|---|
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Cited By (8)
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-
1998
- 1998-07-06 DE DE19830082A patent/DE19830082C1/de not_active Expired - Fee Related
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| DE102009013763A1 (de) | 2009-03-18 | 2010-09-23 | Botsch, Bertram, Dipl.-Ing. | Sandfang für Kläranlagen, Wasserreinigungsanlagen und dergleichen |
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