DE19904864C2 - Verwendung eines Druckluftschlauchs - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung eines Druckluftschlauchs mit einem an
der Schlauchwandung anliegenden, dem Schlauch Torsionsfestigkeit verleihenden
Stützkorsett.
Geräte mit einem pneumatisch hin- und herbewegten Schlagkolben, beipielsweise
Rammbohrgeräte, wie sie in der deutschen Patentschrift DE 195 30 972 C2 beschrieben
sind, haben sich zum grabenlosen Verlegen von Leitungen im Erdreich oder beim zer
störenden Ersetzen erdverlegter Leitungen außerordentlich bewährt, sie bedürfen ei
ner Umsteuerung, um beispielsweise Blindbohrungen herstellen zu können oder ein
durch ein unüberwindbares Bodenhindernis aufgehaltenes Gerät nicht ausgraben zu
müssen, sondern im Rückwärtsbetrieb aus der von ihre bereits geschaffenen Erdboh
rung herausbewegen zu können.
Für die Umsteuerung sind zahlreiche Systeme bekannt, die sämtlich darauf beruhen,
die Schlagenergie des im Gerätegehäuse axial beweglichen Schlagkolbens nicht in
Vortriebsrichtung in das Gerätegehäuse einzuleiten, sondern in der Gegenrichtung mit
Hilfe eines rückwärtigen Gehäuseanschlags für den Schlagkolben. Dies geschieht auf
einfache Weise dadurch, daß durch Verstellen eines beispielsweise hülsenförmigen
Steuerschiebers im Gerätegehäuse diejenigen Steuerkanten axial verlegt werden, die
den Zeitpunkt des Entlüftens des vor dem Schlagkolben im Bereich der Gerätespitze
befindlichen Arbeitsraumes bestimmen.
Soweit bei den bekannten Geräten das Umsteuern von Vorlauf auf Rückwärtslauf
und umgekehrt im Wege eines mechanischen Verstehens beispielsweise eines Steu
erschiebers oder einer Steuerhülse geschieht, bietet sich der Versorgungsschlauch
zum Zuführen der Druckluft zum Gerät für ein Betätigen des Steuerelements von au
ßerhalb der Erdbohrung an. Hierfür gibt es zahlreiche Beispiele, die darin überein
stimmen, daß das Umschalten
von einer auf die andere Bewegungsrichtung durch Drehen am Versor
gungsschlauch geschieht.
Bekannt ist aus der PCT-Offenlegungsschrift WO 94/05941 A1 auch ein Bohr
gerät mit einem Lenkkopf, der beispielsweise als Kegel ausgebildet und
drehbar im Gerätegehäuse gelagert ist; seine Drehachse verläuft geneigt in
bezug auf die Gehäuselängsachse. Gleichzeitig verlaufen die sich senkrecht
zur Drehachse erstreckenden, aneinanderliegenden Berührungsflächen von
Lenkkopf und Gehäuse ebenfalls winklig in bezug auf die Gehäuselängs
achse. Auf diese Weise ist es möglich, das Gerätegehäuse um seine
Längsachse zu drehen, während das Erdreich den Lenkkopf festhält. Durch
eine solche Gehäusedrehung läßt sich der Lenkkopf in eine exzentrische
Lage gegenüber dem Gerätegehäuse bringen, in der eine Kurvenfahrt
stattfindet.
Um das Rammbohrgerät von einer Geradeausfahrt auf eine bestimmte Kur
venbahn zu bringen, muß das Gerätegehäuse daher mit Hilfe des Druckluft
schlauchs so weit gedreht werden, bis das Gerät die erforderliche Winkel
lage (Ausgangslage) für die gewünschte Kurvenbahn erreicht hat.
Ein solches Drehen ist nur mit Hilfe des am rückwärtigen Geräteende ange
schlossen Druckluftschlauchs möglich. Das bringt jedoch erhebliche Pro
bleme mit sich, weil der Druckluftschlauch nicht biegesteif sein darf und da
her auch nicht torsionsfest sein kann. Hinzu kommt, daß das Rammbohr
gerät beim Drehen die auf sein Gehäuse wirkende Erdreichreibung überwin
den muß. Diese Reibung kann - je nach der Bodenbeschaffenheit sowie
dem Außendurchmesser und der Länge des Geräts - sehr erheblich sein, so
daß es bei einer fortgeschrittenen Bohrung bzw. beim Drehen an einer dem
entsprechend langen Druckmittelleitung (Druckluftschlauch) häufig gar nicht
mehr möglich ist, das Gehäuse im Erdreich zu drehen oder die dafür erfor
derlichen Kräfte aufzubringen.
Die Reibung zwischen Gehäuse und Erdreich läßt sich zwar vermeiden,
wenn der vordere Teil des Gerätes einen größeren Durchmesser besitzt als
der Rest des Gehäuses. Das scheitert jedoch daran, daß die Reibung zwi
schen Gehäuse und Erdreich unerläßlich ist, damit das Erdreich die entge
gen der Bohrrichtung gerichteten Reaktionskräfte aufnehmen kann.
Zur Verminderung des von dem umgebenden Erdreich ausgehenden Rei
bungswiderstandes kann das Gerätegehäuse drehfest mit dem Versor
gungsschlauch verbunden und drehbar in einem Hüllrohr gelagert sein. Bei
einem Verdrehen des Schlauchs dreht sich das Gerät dann reibungsarm in
dem Hüllenrohr.
Ein weiterer Nachteil besteht bei den bekannten Geräten mit Druckluft
schlauch darin, daß sich infolge der Torsion des Druckluftschlauchs von
außerhalb der Erdbohrung nicht, zumindest nicht mit der notwendigen Ge
nauigkeit feststellen läßt, wann sich die Steuerhülse oder das Rammbohrge
rät zu drehen beginnt, um welchen Winkel sie sich tatsächlich drehen und
nach welchem Winkel die Drehung beendet ist.
Da ein zielgenaues Bohren jedoch nur dann möglich ist, wenn der Lenkkopf,
die Steuerhülse oder ein verstellbares Lenkelement eine vorgegebene Win
kelstellung zum Gehäuse des Rammbohrgeräts einnimmt, kommt es in der
Praxis entscheidend darauf an, das Gerätegehäuse jeweils nur solange und
soweit zu drehen, bis der vorgegebene Lenkwinkel erreicht ist.
Mit zunehmender Distanz bzw. Schlauchlänge macht sich jedoch die Tor
sion des Schlauches immer mehr nachteilig bemerkbar. Dies kann soweit
gehen, daß es schon bei Schlauchlängen ab 20 m zu einem Abquetschen
bzw. Abschnüren des Schlauchs kommt und die Druckluftzufuhr bis zu einer
vollen Unterbrechung beeinträchtigt wird. Diese Gefahr ist bei sommerlichen
Temperaturen besonders groß, weil dann die umgebungswarme, mit hoher
Geschwindigkeit an der Schlauchwandung vorbeiströmende Druckluft einen großen
Teil ihrer fühlbaren Wärme an den Schlauch abgibt.
Aus der deutschen Auslegeschrift DE 28 32 763 B2 ist es andererseits bekannt, den
Strömungsquerschnitt insbesondere dünnwandiger Schläuche mit Hilfe einer
Stützwendel aufrechtzuerhalten und ein leichtes Montieren dieser Stützwendel zu er
möglichen.
In dieselbe Richtung geht auch die deutsche Offenlegungsschrift DE 35 02 445 A1 mit
einem eine Stützkonstruktion aus Draht aufweisenden Schlauch zum Fördern flüssiger
oder gasförmiger Medien mit einem unrunden, im wesentlichen ellipsenförmigen freien
Querschnitt, dessen einzelne Abschnitte sich ohne Krümmer um Abwinklungen oder
Kurven verlegen lassen sollen.
Schließlich beschreibt auch die deutsche Offenlegungsschrift DE 24 03 397 A1 eine Art
Schlauch, der als luftführender Leitungskanal dient, dessen spiralförmiges Verstär
kungselement erkennbar ebenfalls dem Zweck dient, den Strömungsquerschnitt des
Schlauchs im Falle einer radialen Beanspruchung aufrechtzuerhalten.
In all diesen Fällen handelt es sich um Schläuche, die ausschließlich einer radialen
Beanspruchung - von innen oder von außen - ausgesetzt sind und bei denen es dar
um geht, fluide Medien unter Aufrechterhaltung des vorgesehenen Strömungsquer
schnitts fortzuleiten sowie das Verlegen, den Transport oder die Montage einer
Stützwendel zu erleichtern.
Der Erfindung liegt dagegen das Problem zugrunde, die Torsionssteifigkeit her
kömmlicher Versorgungsschläuche für Rammbohrgeräte in einer Weise zu erhöhen,
die ein sicheres Versfellen und ein zielgenaues Bohren erlaubt.
Die Lösung dieses Problems besteht darin, zum Verstellen von Lenkelementen an
einem Erdbohrgerät mit pneumatisch hin- und herbewegtem Schlagkolben und/oder
zum Umschalten des Geräts von Vorwärtslauf auf Rückwärtslauf durch Drehen am
Schlauch einen Schlauch mit einem an der Schlauchwandung innen und/oder außen
anliegenden Stützkorsett zu verwenden. Dieses Stützkorsett verhindert ein Kollabie
ren des Schlauches und kann aus einer Federdrahtspirale oder aus einem Drahtge
webe bestehen; es verleiht dem Schlauch ein hohes Maß an Torsionsfestigkeit und
Formstabilität. Dennoch reicht die Flexibilität aus, um ihn für einen Transport aufwic
keln zu können. Besonders geeignet zur Schlauchstabilisierung sind expandierbare
Drahtgewebe-Schläuche, die beim Ziehen an den beiden Enden ihren Durchmesser
zugkraftabhängig verringern und bei einer Zugentlastung ihren Durchmesser bis zu
einem maximalen Durchmesser vergrößern.
Derartige Stützschläuche lassen sich - gegebenenfalls auf der Baustelle - besonders
leicht in einen herkömmlichen Druckluftschlauch einziehen, weil sich beim Einziehen
ihr Durchmesser unter dem Einfluß der Zugkraft deutlich verringert. Ist der maximale
Durchmesser des Stützschlauchs im entlasteten Zustand größer als der Innendurch
messer des Druckluftschlauchs, dann legt sich ein solcher Stützschlauch dicht und
insbesondere verschiebefest an die Innenwandung des Versorgungsschlauchs.
Über größere Distanzen kommen üblicherweise Versorgungsschläuche aus mehre
ren, an ihren Enden mit Schlauchkupplungen versehene Schlauchabschnitte zur Ver
wendung. In diesen Fällen erstreckt sich das Stützkorsett von Kupplung zu Kupplung
eines Schlauchabschnitts. Das Stützkorsett ist dabei vorzugsweise an den Schlauch
kupplungen befestigt, so daß auch bei
einer Dehnung der Schlauch auf seiner ganzen Länge abgestützt bleibt. Die
Befestigung an den Kupplungen verhindert zudem, daß sich das Stützkor
sett, beispielsweise eine Spiralfeder im Betrieb verkürzt. Zum Befestigen
kann das Stützkorsett an seinen Schlauchenden einen Haken besitzen, der
sich in eine Öffnung an der Schlauchkupplung einhängen läßt.
Die Stabilisierung des Versorgungsschlauchs mit Hilfe eines Stützkorsetts
wirkt sich dann besonders vorteilhaft aus, wenn durch den Versorgungs
schlauch nicht nur Druckluft zum Bohrgerät strömt, sondern im Schlauch
noch ein weiterer Schlauch verläuft, über den das Rammbohrgerät bei
spielsweise mit Steuerluft zum Verstellen einer Steuerhülse beim Umschal
ten von Vorlauf auf Rückwärtslauf und umgekehrt versorgt wird.
Die erfindungsgemäße Verwendung eines Stützkorsetts erlaubt ein sicheres
Verstellen von Lenkelementen am Bohrgerät oder ein Umschalten des
Geräts von Vorwärtslauf auf Rückwärtslauf, wie es sich bislang nur mit Hilfe
eines Gestänges erreichen läßt. Dies ist auch bei der Verwendung eines
handelsüblichen Versorgungsschlauchs möglich, weil sich das Stützkorsett
insbesondere im Falle eines Gewebeschlauchs leicht in einen solchen
Schlauch einbringen, aber auch wieder daraus entfernen läßt. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, daß sich der erfindungsgemäße Versorgungsschlauch
aufwickeln und daher als Bund transportieren läßt. Außerdem läßt sich das
Stützkorsett, beispielsweise eine Federdrahtspirale auch zur Datenübertra
gung zwischen Bohrgerät und einem oberirdischen Empfänger oder Steuer
gerät verwenden. Schließlich kann das Stützkorsett auch in die
Schlauchwandung integriert sein.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestell
ten Ausführungsbeispiels des näheren erläutert. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 ein im Erdreich befindliches Rammbohrgerät mit seinem Versor
gungsschlauch,
Fig. 2 einen zugehörigen Schlauchabschnitt,
Fig. 3 einen Schlauchabschnitt mit einem Stützgewebe.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten, im Erdreich 1 befindlichen Rammbohrgerät 2
erstreckt sich ein Versorgungsschlauch 3 durch eine Baugrube 4 bis zu
einem nicht dargestellten oberirdischen Kompressor. Der Schlauch wird
dabei zweimal um 90° umgelenkt und unterliegt mit fortschreitendem Vor
trieb des Rammbohrgeräts 2 im Erdreich 1 in zunehmendem Maße dem
Einfluß der Erdreichreibung, da er zwischen dem Rammbohrgerät 2 und
dem Kanalschacht 4 in der vom Rammbohrgerät geschaffenen Bohrung mit
einem Teil seines Umfangs auf dem mehr oder minder rauhen und zerklüf
teten Erdreich der Bohrung liegt.
Der Versorgungsschlauch 3 besteht aus mehreren Abschnitten 5, an deren
Enden sich Kupplungsstücke 6 und 7 befinden. Diese Kupplungsstücke
ragen mit einem Nippel 8, 9 in das Schlauchinnere und sind im Bereich ihres
Nippels mit Hilfe je einer Hülse 10, 11 mit den Schlauchenden verquetscht.
Im Innern des Schlauchabschnitts 5 erstreckt sich zwischen den beiden Nip
peln 8, 9 der Kupplungsstücke 6, 7 ein Stützkorsett in Gestalt einer Spirale
12, deren Windungen an der Schlauchwandung dicht und bei weichem
Schlauchmaterial auch leicht formschlüssig anliegen und diese soweit fixie
ren und abstützen, daß eine Torsion weitestgehend unterbunden und ein
Abquetschen des Schlauchs auch bei kleinen Krümmungs- bzw. Biegera
dien unmöglich ist.
An die Stelle der Spirale kann auch ein expandierbares Stützgewebe 13 aus
Draht treten, das den Vorteil besitzt, daß es sich in den Schlauch einziehen
läßt und dabei auch mehrere Schlauchabschnitte 5 bzw. Kupplungen 6, 7
überbrücken kann. Des weiteren erstreckt sich durch den Schlauchabschnitt
5 bzw. dem Versorgungsschlauch eine Steuerluftleitung 14. Die Windungen
der Stützspirale und die Gewebedrähte können mit Hilfe eines reibungsver
mindernden Kunststoffilms miteinander verbunden sein.
Claims (9)
1. Verwendung eines Druckluftschlauchs (3) mit einem an der
Schlauchwandung anliegenden, dem Schlauch Torsionsfestigkeit
verleihenden Stützkorsett (12; 13) zum Verstellen von Lenkelementen
an einem Erdbohrgerät (2) mit pneumatisch hin- und herbewegtem
Schlagkolben und/oder zum Umschalten des Geräts von Vorwärtslauf
auf Rückwärtslauf durch Drehen am Schlauch.
2. Verwendung nach Anspruch 1, bei der sich das Stützkorsett (12; 13) im
Schlauchinnern befindet.
3. Verwendung nach Anspruch 1, bei der das Stützkorsett (12; 13) den
Schlauch (3) umgibt.
4. Verwendung nach Anspruch 3, bei der das Stützkorsett in
Kunststoffolie eingehüllt ist.
5. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der das
Stützkorsett aus einer Spirale (12) besteht.
6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der das
Stützkorsett aus einem Drahtgewebe (13) besteht.
7. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der der Schlauch
aus mehreren Abschnitten (5) mit drehfest mit dem Schlauch
verbundenen Schlauchkupplungen (6, 7) an den Enden besteht und
sich das Stützkorsett (12; 13) von Kupplung zu Kupplung erstreckt.
8. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der sich durch den
Schlauch (3; 5) mindestens ein weiterer Schlauch (14) erstreckt.
9. Verwendung nach Anspruch 7 oder 8, bei der das Stützkorsett (12; 13)
mit den Schlauchkupplungen (6, 7) verbunden ist.
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