DE19918449A1 - Verfahren und Lasthebesystem zur Feinpositionierung und aktiven Pendeldämpfung von Lasten - Google Patents
Verfahren und Lasthebesystem zur Feinpositionierung und aktiven Pendeldämpfung von LastenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Lasthebesystem mit mehreren zusammenwirkenden Lasthebemitteln zur Feinpositionierung und aktiven Pendeldämpfung von Lasten, wobei sich die Lasten in allen 6 Freiheitsgraden, abhängig von äußeren und inneren Einflüssen, bewegen können. DOLLAR A Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß einige oder alle der einzelnen 6 Freiheitsgrade möglicher Lastbewegungen entkoppelt und in separat getrennten Kanälen gesteuert werden. DOLLAR A Das Lasthebesystem ist dadurch gekennzeichnet, daß für jeden einzelnen Freiheitsgrad jeweils ein Regelungssystem und ein Regler zur Feinpositionierung der Last und ein Regler zur Pendeldämpfung der Last angeordnet sind.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Lasthebesystem mit mehreren zusam
menwirkenden Lasthebemitteln zur Feinpositionierung und aktiven Pendeldämpfung
von Lasten.
Insbesondere bei Hubeinrichtungen für den vollautomatischen Containerumschlag
dienen solche verstellbaren Lasthebesysteme dazu, die Behälter mittels Feinposi
tionierung zielgenau und in kürzester Zeit abzusetzen, aufzunehmen und zu stapeln,
obwohl äußere Störeinflüsse, wie z. B. Windkräfte, Massenträgheitskräfte (beim
Beschleunigen oder Bremsen von Kran- oder Katzfahrwerk) und exzentrische Bela
dung die Behälter in alle beliebige Raumrichtungen verschieben, verdrehen und
zum Pendeln anregen können.
Bekannt sind z. B. Krane mit einem sogenannten Seilschacht, bei dem mehrere
Hubseile schräg verspannt sind. Wegen dieser schrägen Seilverspannungen haben
Hebesysteme mit Seilschacht schon eine natürliche Steifigkeit und Stabilität in alle
Raumrichtungen, sie genügen aber trotzdem noch nicht ganz den Anforderungen für
einen vollautomatischen Lastumschlag, wo es auf schnelle und präzise Lastpositio
nierung trotz Pendelneigung und Störkräften ankommt. Daher gibt es die verschie
densten Bemühungen, durch Verstellmechanismen (Stellglieder), z. B. durch Hy
draulikzylinder, Gewindespindelantriebe, verstellbare Umlenkrollen, Kipphebel, ver
schiebbare Gestelle o. ä. die Seile zu beeinflussen und damit die Last genau zu
positionieren und Lastpendelungen zu dämpfen.
Dazu ist eine Vielzahl der verschiedensten Lösungen bekannt. Jedes einzelne die
ser bekannten Systeme hat aber für sich genommen bestimmte Nachteile, die den
Erfordernissen eines präzisen und schnellen automatischen Containerumschlags
entgegenstehen:
Es gibt viele Systeme, welche die Problemstellung zwar von unterschiedlichen
Richtungen her angehen, z. B. Seilführungen, Stellglieder, Sensorik, Pendeldämp
fung usw. und die in Teilbereichen Verbesserungen gebracht haben, ohne jedoch
die Problematik in ihrer Gesamtheit zu sehen und ein übergeordnetes Gesamtsy
stem anzugeben. Sie sind daher nur als Teilsysteme für bestimmte Anforderungen
geeignet.
Bekannt sind diverse Sensorsysteme zur Lageerkennung der Last mittels Ka
meras und Bildverarbeitungssystemen, Laserstrahlen, Radarsystemen oder Mi
krowellenmeßeinheiten, z. B. DE 44 27 138 A1, EP 0 822 158 A1, EP 0 869 096
A2, DE 196 31 623 C2, DE 196 14 248 A1, DE 38 16 988.6. Sie ermitteln zwar
die Istwerte der Lastposition bzw. deren Abweichung vom Ziel für bestimmte
Raumkoordinaten, machen aber nur sehr unzureichende Angaben dazu, wie
man damit die Last rasch und präzise entgegen den Störeinflüssen positionieren
kann.
Andere Anmeldungen wie DE 195 21 066. 2, EP 0866 022 A2
beschränken sich auf ausführliche Angaben zu möglichen Seilführungen und
Stellgliedern, machen aber keine Angaben dazu, wie die einzelnen Stellglieder
für eine präzise Feinpositionierung anzusteuern sind. Insbesondere die für einen
automatischen Containerumschlag notwendigen geschlossenen Regelschleifen,
die mittels einer Sensorik die Abweichungen der Last aus ihrer Sollposition er
kennen und die einzelnen Stellglieder permanent nachregeln, um Seildeh
nungsänderungen wegen Störkräften (z. B. Windtasten) und Änderungen der
Seilgeometrie bei unterschiedlichen Hubhöhen auszugleichen, werden dort nicht
angegeben.
Wieder andere Anmeldungen sind reine Pendeldämpfungssysteme ohne Fein
positionierung der Last. Auslenkungen wegen Windlasten oder exzentrischer
Beladung werden nicht kompensiert, ein vollautomatischer Umschlag der Last ist
also kaum möglich. Sie haben außerdem oft eine aufwendige Hydraulik oder Me
chanik (zusätzliche Stabilisierungsseile, verschiebbare Gelenkrahmen, bewegli
che Zusatzmassen auf dem Lastaufnahmemittel), siehe
DE 31 26 206, DE 197 21 136, DE 42 36 696, EP 0 841 296.
- 1. Es sind aber auch Gesamtsysteme zum zielgenauen Positionieren und Stapeln von Behältern bekannt. Diese haben meistens einen sehr großen mechanischen bzw. maschinenbaulichen Aufwand, der stör- und verschleißanfällig ist und er hebliche, unerwünschte Zusatzlasten auf der Krankatze oder dem Lastaufnah memittel aufweist. Hierzu einige Beispiele:
Bekannt sind z. B. Krane, bei denen Feinpositionierung und Pendeldämpfung der
Last mit schräg verspannten zusätzlichen Hilfs- und Stabilisierungs- oder Führungs
seilen geschehen.
PCT WO 97/08094 zeigt so ein System, das wegen seiner Hilfsseile recht aufwen
dig ist. DE 43 25 946 C2 bzw. EP 0 638 510 A1 zeigt 2 Varianten: Einmal ebenfalls
mit zusätzlichen Führungsseilen mit eigenen Seiltrommeln und Antrieben, zum an
deren durch Verstellung der Tragseile mit zwei zusätzlichen Verschiebeplatten, die
an einem von der Katze abgehängten Gestell erheblicher Größe und Gewichtes
angebracht sind und die durch Hydraulikzylinder verschoben werden. Beide Vari
anten sind ebenfalls mechanisch sehr aufwendig.
Als Gesamtsystem bekannt ist auch DE 44 23 797 A1, bei welchem mittels einer
Sensorik die Lage des Behälters erfasst wird und in einem geschlossenen Positi
onsregelkreis die durch Störkräfte verursachten Abweichungen kontinuierlich aus
geregelt werden. Bei diesem System befindet sich jedoch der Stellmechanismus
ungünstig auf dem Lastaufnahmemittel statt auf der Katze und verstellt das Lastauf
nahmemittel anstatt der Seile. Dabei gibt bei Verstellung der Last der Seilschacht
nach, da der Schwerpunkt der Last sich immer zur tiefstmöglichen Stelle zurückbe
wegt. Dieser Effekt wirkt dann der der eigentlich gewollten Verstellung entgegen und
kann zur Folge haben, das die Last nicht mehr waagrecht hängt, einzelne Seile des
Seilschachtes schlaff werden und der Seilschacht u. U. sogar kippen kann. Außer
dem erhöhen die Stellmechanismen und die zugehörige Hydraulikstation auf dem
Lastaufnahmemittel das Gewicht, so daß das Hubwerk stärker ausgelegt werden
muß.
Weiterhin ist in EP 0 865 406 A1 ebenfalls ein Gesamtsystem angeben, bestehend
aus Seilschacht, Stellgliedern, Elektronischer Steuerung/ Regelung und Sensorik
zur Positionserfassung. Während der Seilschacht sehr genau beschrieben ist und
seine natürliche Steifigkeit hervorgehoben wird, sind jedoch die Ansprüche für Stell
glieder, Steuerung/Regelung und Sensorik ganz allgemein gehalten und nicht weiter
beschrieben. Selbst versierte Fachleute werden an Hand dieser Schrift ein solches
System nicht ohne weiteres bauen können. Außerdem sind die Seilführungen äu
ßerst aufwendig und kompliziert über eine sehr große Zahl von Umlenkrollen ge
führt, wie z. B. die Fig. 4 und 8 der angegebenen Anmeldung EP 0 865 406 A1
zeigen. Der mechanische Aufwand ist also kaum tragbar.
- 1. Außerdem können die bekannten Lösungen die Last meistens nur in einigen we
nigen der 6 möglichen Freiheitsgrade der Lastbewegung beeinflussen. Die Frei
heitsgrade sind bekanntlich:
1. Freiheitsgrad: z (Verschiebung vertikal in z-Richtung, Hubrichtung)
2. Freiheitsgrad: x (Verschiebung horizontal in Richtung Querachse der Last, Katzfahrrichtung)
3. Freiheitsgrad: y (Verschiebung horizontal in Richtung Längsachse der Last, Kranfahrrichtung)
4. Freiheitsgrad: phi (Drehung um die z-Achse, Gieren, engl.: Skew oder Yaw)
5. Freiheitsgrad: psi (Drehung um die x-Achse, Nicken, engl.: Trim oder Roll)
6. Freiheitsgrad: rho (Drehung um die y-Achse, Rollen, engl.: List oder Pitch)
Im folgenden einige Beispiele hierzu:
DE 38 30 429 C2 beschreibt ein rein hydraulisches System, welches wegen seiner
speziellen Seilführung nur die Drehbewegungen phi, psi und rho verstellen und die
entsprechenden Drehschwingungen bedämpfen kann. Außerdem ist keine Sensorik
zur Positionserfassung der Last und damit keine Rückkopplung zur präzisen Fein
positionierung vorhanden.
DE 195 21 066. 2 verstellt nur x, y und phi.
PCT WO 97/08094 positioniert und dämpft ebenfalls nur x, y, und phi.
DE 43 25 946 C2 bzw. EP 0 638 510 A1 dämpft und verstellt nur x und y, also kei
nerlei Drehbewegungen oder Drehschwingungen.
Wegen Bodenunebenheiten schräg stehende Container müssen jedoch auch auf
genommen werden können. Lasten, die wegen exzentrischer Beladung schräg hän
gen, müssen zum Stapeln waagrecht ausgerichtet werden können. Dazu sind auch
die Verstellungen der Freiheitsgrade psi und rho notwendig. Für einen vernünftigen
vollautomatischen Containerumschlag ist also eine Beeinflussung aller 6 Freiheits
grade erforderlich.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung ein Verfahren und ein Lasthebesystem zu ent
wickeln, das eine funktionssichere Feinpositionierung und aktive Pendeldämpfung
von Lasten realisiert, die sich in allen 6 Freiheitsgraden, abhängig von äußeren und
inneren Einflüssen, bewegen können.
Die Aufgabe wird durch die Patentansprüche 1 und 9 gelöst. Vorteilhafte Ausge
staltungen sind in den Ünteransprüchen beschrieben.
Mit der Erfindung werden folgende Vorteile realisiert:
- 1. Die Last wird in allen 6 möglichen Freiheitsgraden ihrer Bewegung kontrolliert, d. h. in allen Achsen verstellt, wichtige Positionsabweichungen durch Rückkopp lung von Sensorsignalen genau ausregelt und Pendelungen gedämpft.
- 2. Der mechanische Aufwand ist dafür deutlich geringer und die Seilführungen ein facher gegenüber bisher bekannten Systemen.
- 3. Dadurch sind die Zusatzlasten auf der Laufkatze und dem Lastaufnahmemittel ebenfalls klein.
- 4. Das System erlaubt im Prinzip beliebige Seilführungen.
- 5. Der Seilschacht wird trotz Verstellung in allen Seilen stabil gehalten, so daß er nicht kippt.
- 6. Die Komplexitäten des Systems verlagern sich von der Mechanik oder Hydraulik weg in eine elektronische Steuerung, wo notwendige Struktur- oder Parameter anpassungen des Systems, z. B. während der Inbetriebnahme oder bei der Pro jektierung weiterer, modifizierter Krane, wesentlich einfacher durchzuführen sind.
Die Erfindung wird im folgenden an einem Ausführungsbeispiel beschrieben.
Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipskizze mit Stellgliedern und Seilführungen,
Fig. 2 eine Seitenansicht,
Fig. 3 eine Steuerung bei optischer Erfassung der Lastposition und
Fig. 4 eine Steuerung bei optischer Erfassung der Lastposition und zusätzlicher
Seilkraftmessung.
In der beispielhaften Ausführung besteht das Lasthebesystem eines Containerkra
nes aus einem Seilschacht mit 8 schrägverspannten Seilen, deren Seilendpunkte
über Umlenkrollen am Lastaufnahmemittel nach oben zur Laufkatze zurückgeführt
und dort an 8 Hydraulikzylindern 1-8 befestigt sind. Die Seilenden können also mit
den Hydraulikzylindern verstellt werden.
Somit sind die Hydraulikzylinder die Stellglieder für die Lastpositionierung. Jeder
einzelne dieser Zylinder 1-8 hat eine eigene Positionsregelung für seine Kolben
stellung, bestehend aus Lagegeber, Positionsregler 31-38 und elektrisch ansteuer
barem Proportional- oder Servoventil. Die Positionsregler 31-38 für die Hydraulikzy
linder sind als Software in einer speicherprogrammierbaren Steuerung implemen
tiert.
Die Istposition der Last wird entweder relativ zur Katze oder relativ zum Transport
mittel von einem Sensorsystem erfasst, welches, wie z. B. in EP 0 822 158 A1 be
schrieben, aus Bildverarbeitungskameras, Entfernungsmessern, Laserscannern o. ä.
besteht. Es sind auch andere Meßeinrichtungen nach anderen Prinzipien mög
lich. Wichtig ist nur, daß die Istpositionen der Last 82-84 in Form ständig aktuali
sierte Zahlen in der speicherprogrammierbaren Steuerung zur Verfügung stehen,
und zwar für diejenigen Freiheitsgrade, die in einem geschlossenen Regelkreis prä
zise ausgeregelt werden sollen. In praktischen Anwendungen sind das meistens die
Freiheitsgrade x, y und phi. Das im Beispiel verwendete Sensorsystem liefert genau
diese Istwerte für die x-Verschiebung 82, y-Verschiebung 83 und die Verdrehung
um die Vertikalachse 84, denn diese sind für den vollautomatischen Containerum
schlag die wichtigsten.
Die übrigen 3 Freiheitsgrade z, psi und rho können im angegebenen Beispiel auch
gesteuert werden, es gibt jedoch für sie keine Rückkopplung von der Sensorik in
diesem Beispiel. Bei Erweiterung der Sensorik, z. B. durch Lastmeßbolzen für die
Seilkräfte, können aber auch diese Freiheitsgrade in geschlossenen Regelschleifen
mit Rückkopplung betrieben werden.
Diese Variante wird weiter unten beschrieben. Die Steuerung der 3 sensorlosen
Freiheitsgrade geschieht, indem man die Stellsollwerte 61, 65 und 66 für diese
Freiheitsgrade durch eine Handsteuerung verändert. Das wird dann notwendig sein,
wenn sich wegen Alterung der Seile unterschiedliche Seillängungen ergeben haben,
die dann ab und zu von Hand ausgeglichen werden müssen. Mit der Handsteuerung
kann dann das Lasthebemittel wieder in eine waagrechte Position gebracht werden.
Wichtig ist die psi- und rho- Verstellung auch, wenn ein wegen Bodenunebenheiten
schräg stehender Container aufgenommen werden soll, denn dann muß das Last
aufnahmemittel entsprechen schräg gestellt werden, oder wenn eine wegen exzen
trischer Beladung schräg hängende Last gestapelt werden soll und dazu waagrecht
ausgerichtet werden muß. Den Stellsollwert 61 für die Vertikalposition z wird man so
vorgeben, daß die Zylinderkolben möglichst eine mittlere Position einnehmen und
so nach oben und unten ausreichender Stellweg für die automatischen Regler
bleibt.
Die Istwerte 82, 83, 84 der Lastposition (von den Meßkameras) werden mit den
Sollwerten für die Lastposition 122, 123, 124 verglichen und die Differenz den Posi
tionsreglern 102, 103, 104 zur Feinpositionierung vorgegeben. Deren Ausgangs
signale, also die Stellgrößen der Feinpositionierung 142, 143, 144 werden durch
einen Lastfaktor 163 dividiert. Der Lastfaktor wird aus dem Istwert des Lastgewichts
161 über einen Tiefpassfilter 162 gebildet und repräsentiert die träge Masse der
angehängten Gesamtlast. Damit werden bei schweren, trägen Lasten die Stellglie
der 1-8 weniger schnell verstellt als bei leichten, und die Selbsterregung von
Schwingungen wegen zu nervösen Reglern bei schweren Lasten wird vermieden.
Zur Pendeldämpfung existiert für jeden geregelten Freiheitsgrad ein eigener Dämp
fungsregler 112, 113, 114. Dazu wird zunächst für jeden Freiheitsgrad die Pendel
abweichung 92, 93, 94 errechnet, indem man die von der Sensorik gemessenen
lstpositionen der Last 82, 83, 84 mit den Istwerten der Seilverstellungen 72, 73, 74
vergleicht. Die Differenz gibt an, um wieviel die Last momentan gegenüber der
Stellung der Seilfestpunkte ausgelenkt ist, also pendelt. Eine eigenen Sensorik zur
Erfassung der Pendelungen wird in diesem Fall also nicht gebraucht. Die Pendel
dämpfungsregler 112, 113, 114 errechnen aus den Istwerten der Pendelabweichun
gen 92, 93, 94 Dämpfungsstellsignale 152, 153, 154 für die einzelnen Freiheitsgra
de, welche dann den Stellsignalen 142, 143, 144 der Feinpositionsregler 102, 103,
104 überlagert werden. Damit erhält man die Stellsollwerte für die Seilverstellungen
62, 63, 64 in den cartesischen, rechtwinkligen Raumkoordinaten für diese geregel
ten Freiheitsgrade. Die Dämpfungsregler 112, 113, 114 beeinflussen die Seilver
stellung über die Hydraulikzylinder 1-8 derart, daß die Seilverstellungen den Pen
delabweichungen 92, 93, 94 entgegenwirken und damit Lastpendelungen, die durch
Störkräfte angeregt worden sind, sehr rasch abklingen lassen.
Auch für die übrigen 3 Freiheitsgrade sind Pendeldämpfungen möglich, wenn für
diese Freiheitsgrade Istwerte vorliegen, die von einer Sensorik gemessen werden.
Diese Variante wird weiter unten beschrieben.
Die Stellsollwerte 61-66 müssen nun in Sollpositionen 21-28 für die Stellglieder
1-8 umgerechnet werden.
Die Verstellung der Seilfestpunkte durch die Hydraulikzylinder 1-8 bewirkt eine Ver
stellung der an den Seilen hängenden Last, die von der Seillänge (also der Hubhö
he) und den Seilwinkeln (also der Geometrie des Seilschachtes) abhängt. Mathe
matisch gesehen, bedeutet das eine Koordinatentransformation vom rechtwinkligen
Koordinatensystem in ein schrägwinkliges Koordinatensystem, welches durch die
Seilwinkel gegeben ist. Es ist vorteilhaft, sich dazu der Matrizenrechnung zu bedie
nen, welche sich in modernen speicherprogrammierbaren Steuerungen sehr leicht
programmieren läßt und die sehr übersichtlich ist, sobald man erst einmal die
Transformationsmatrix erstellt hat. Die Koordinatentransformation mittels Matrizen
rechnung hat den Vorteil, das alle Freiheitsgrade sehr anschaulich in den gewohn
ten rechtwinkligen Koordinaten x, y, z und phi, psi, rho geregelt und gerechnet wer
den können und nur bei Ausgabe der Stellsignale an die schrägen Stellglieder um
gerechnet werden müssen.
Die Stellsignale 61-66 für die 6 Freiheitsgrade, die in den cartesischen Raumkoordi
naten vorliegen, werden also durch Matritzenmultiplikation mit einer Transformati
onsmatrix in Stellkoordinaten 21-28 für die 8 hydraulischen Stellglieder 1-8 trans
formiert und ihnen als Sollwerte 21-28 für die Kolbenstellung vorgegeben:
v = T.u
wobei
v der Spaltenvektor der 8 Stellpositionen 21-28 für die Stellglieder,
u der Spaltenvektor der 6 Stellgrössen 41-46 für die 6 Freiheitsgrade, und
T die Transformationsmatrix der Dimension 8 × 6 ist.
v der Spaltenvektor der 8 Stellpositionen 21-28 für die Stellglieder,
u der Spaltenvektor der 6 Stellgrössen 41-46 für die 6 Freiheitsgrade, und
T die Transformationsmatrix der Dimension 8 × 6 ist.
Die Transformationsmatrix wird vom Konstrukteur aus der Geometrie des Seil
schachtes, insbesondere den Seilwinkeln, bestimmt und im Speicher der SPS ab
gelegt. Aus der gewählten Seilführung kann man also die Elemente der Transfor
mationsmatrix errechnen. Aus den Rollendurchmessern und Rollenabständen zu
den Seilfestpunkten wird eine trigonometrische Formel abgeleitet, die angibt, um
wieviel man den Seilfestpunkt in Seilrichtung verstellen muß, um unten am Lastauf
nahmemittel eine bestimmte Verstellung der Last zu erhalten. Diese mathematische
Funktion ist abhängig von der Hubhöhe. Im beispielhaften Seilschacht sind alle
Seile symmetrisch angeordnet und haben bei jeder beliebigen Hubhöhe alle den
gleichen Winkel. Damit ist der Hubhöheneinfluß für alle Seile gleich und kann aus
den Elementen der Transformationsmatrix herausgezogen werden. Als Elemente
der Transformationsmatrix bleiben dann höhenunabhängige Konstanten übrig.
Im allgemeinen Fall jedoch kann der Krankonstrukteur den Seilschacht im Prinzip
beliebig im Rahmen der Physik auf optimale Statik, Dynamik und Wirtschaftlichkeit
hin ausgelegen, ohne zunächst die spätere Steuerung berücksichtigen zu müssen,
denn im Prinzip kann zu jeder beliebigen Seilführung eine Transformationsmatrix
bestimmt werden. Für die hier beschriebene Steuerungsmethode muss also die
Seilführung nicht unbedingt so wie im gezeigten Beispiel sein, sondern sie kann
beliebig sein, d. h. also, auch die "trapezoiden" Seilführungen von EP 0 865 406 A1,
oder die "prismen-, quader- oder pyramidenstumpfförmigen" Seilführungen von DE
195 21 066.2 oder sonst eine günstige Seilführung. Eine symmetrische Anordnung
der Seile hat zwar den Vorteil, daß die Matrix zur Koordinatentransformation sehr
einfach wird, sie ist aber nicht zwingend notwendig.
Da sich also die Seilwinkel und damit die Wirkungsrichtung der Stellglieder mit der
Hubhöhe ändern, wird in die Stellsignale 61-66 ein Höheneinflußfaktor 166 einge
rechnet, welcher sich wiederum als Funktion der aktuellen Hubhöhe 164 errechnen
läßt, die von den Drehgebern an den Seiltrommeln hergeleitet wird. Damit erhält
man die Sollverstellungen für die Zylinder 41-46 in cartesischen Koordinaten. Diese
werden, wie angegeben, über eine Koordinatentransformation 170 mit Matritzen
rechnung in die Positionssollwerte 21-28 für die Stellglieder umgerechnet.
Die Istwerte der Zylinderpositionen 11-18, also der Seilverstellungen, werden über
eine Koordinatenrücktransformation 171 in cartesische Koordinaten zurückgerech
net. Die Matrix R zur Rücktransformation kann ebenfalls aus der Geometrie der
Seilführung bestimmt werden.
Die Pendelsollwerte 132, 133, 134 können dazu dienen, durch Störgrößenaufschal
tung der Beschleunigungen von Katz- oder Kranfahrwerk, die man den Antriebs
reglern entnehmen kann, die Pendelauslenkung so vorzusteuern, daß die Anfangs
auslenkung der Pendelung bei Beschleunigungen minimal bleibt.
Alle Regler und die Koordinatentransformation sind als Software in einer üblichen
speicherprogrammierbaren Steuerung implementiert. Die Regelung erfolgt quasi
kontinuierlich mit einer Zykluszeit im Bereich zwischen 20 und 200 msec.
Eine weitere vorteilhafte Variante des erfundenen Lasthebesystems ergibt sich,
wenn die einzelnen Seilkräfte z. B. durch Lastmeßbolzen gemessen werden und als
Istwerte vorliegen. Diese können dann ebenfalls rücktransformiert und auf auf die
Regler rückgekoppelt werden. Dann kann die Pendelung der übrigen 3 Freiheitsgra
de (z, psi, rho) ebenfalls gedämpft werden, so daß alle 6 Freiheitsgrade eine Pen
deldämpfung haben. Dabei ist besonders vorteilhaft, daß Schwingungen des Kran
tragwerkes und der Laufkatze, die über die Seile auf die Last übertragen werden,
ebenfalls von den Lastmeßbolzen erfaßt und dann von den Reglern gedämpft wer
den (Fig. 3).
Zusätzliche Vorteile ergeben sich bei einer weiteren Variante, bei der aus den Kraf
tistwerten und den bekannten Seilelastizitäten die aktuellen Seildehnungen berech
net werden. Sind die Anforderungen an die Genauigkeit der Feinpositionierung nicht
übermäßig groß, so kann auf Kamerasysteme zur Erfassung der Lastposition ganz
verzichtet werden. Die Lastposition wird dann für jeden Freiheitsgrad aus der Sum
me von rücktransformierter Seildehnung und rücktransformierten Istwerten der Seil
verstellung gebildet. Als einzige Sensoren für eine Pendeldämpfung und Feinposi
tionierung sind dann nur die gegenüber Kameras sehr robusten Lastmeßbolzen in
jedem Seil notwendig. Da die Seilelastizitäten einem Alterungsprozeß unterworfen
sind, ist es dann notwendig, ab und zu die Seilelastizitäten neu zu bestimmen und in
der Steuerungssoftware abzuspeichern. Dies geschieht durch ein "Automatisches
Eichen" des Seilschachtes, in dem das Lastaufnahmemittel waagrecht an festen
Referenzpunkten befestigt wird und die Zylinderkraft über eine Kraftregelung
gleichmäßig erhöht wird. Die Zylinderstellwege und die zugehörigen Kraftistwerte
werden abgespeichert, so daß dann die neuen Seilkennlinien und Seilelastizitäten in
der SPS vorliegen.
Mit solchen Lasthebesystemen, wie hier in 3 Varianten gezeigt, ist eine präzise und
schnelle Feinpositionierung und Pendeldämpfung der Last in allen Bewegungsrich
tungen (6 Freiheitsgrade) und somit ein erheblich verbesserter vollautomatischer
Lastumschlag möglich.
1
Hydraulikzylinder
1
mit Proportionalventil und Weggeber
2
Hydraulikzylinder
2
mit Proportionalventil und Weggeber
3
Hydraulikzylinder
3
mit Proportionalventil und Weggeber
4
Hydraulikzylinder
4
mit Proportionalventil und Weggeber
5
Hydraulikzylinder
5
mit Proportionalventil und Weggeber
6
Hydraulikzylinder
6
mit Proportionalventil und Weggeber
7
Hydraulikzylinder
7
mit Proportionalventil und Weggeber
8
Hydraulikzylinder
8
mit Proportionalventil und Weggeber
9
Lastaufnahmemittel
10
Laufkatze
11
Kolbenposition - Istwert Zylinder
1
12
Kolbenposition - Istwert Zylinder
2
13
Kolbenposition - Istwert Zylinder
3
14
Kolbenposition - Istwert Zylinder
4
15
Kolbenposition - Istwert Zylinder
5
16
Kolbenposition - Istwert Zylinder
6
17
Kolbenposition - Istwert Zylinder
7
18
Kolbenposition - Istwert Zylinder
8
21
Sollposition Zylinder
1
22
Sollposition Zylinder
2
23
Sollposition Zylinder
3
24
Sollposition Zylinder
4
25
Sollposition Zylinder
5
26
Sollposition Zylinder
6
27
Sollposition Zylinder
7
28
Sollposition Zylinder
8
31
Positionsregler Zylinder
1
32
Positionsregler Zylinder
2
33
Positionsregler Zylinder
3
34
Positionsregler Zylinder
4
35
Positionsregler Zylinder
5
36
Positionsregler Zylinder
6
37
Positionsregler Zylinder
7
38
Positionsregler Zylinder
8
41
Soll-Verstellung der Zylinder in z-Richtung
42
Soll-Verstellung der Zylinder in x-Richtung
43
Soll-Verstellung der Zylinder in y-Richtung
44
Soll-Verstellung der Zylinder in phi-Richtung
45
Soll-Verstellung der Zylinder in psi-Richtung
46
Soll-Verstellung der Zylinder in rho-Richtung
51
Ist-Verstellung der Zylinder in z-Richtung
52
Ist-Verstellung der Zylinder in x-Richtung
53
Ist-Verstellung der Zylinder in y-Richtung
54
Ist-Verstellung der Zylinder in phi-Richtung
55
Ist-Verstellung der Zylinder in psi-Richtung
56
Ist-Verstellung der Zylinder in rho-Richtung
61
Soll-Verstellung der Last in z-Richtung
62
Soll-Verstellung der Last in x-Richtung
63
Soll-Verstellung der Last in y-Richtung
64
Soll-Verstellung der Last in phi-Richtung
65
Soll-Verstellung der Last in psi-Richtung
66
Soll-Verstellung der Last in rho-Richtung
71
Ist-Verstellung der Last in z-Richtung
72
Ist-Verstellung der Last in x-Richtung
73
ist-Verstellung der Last in y-Richtung
74
Ist-Verstellung der Last in phi-Richtung
75
Ist-Verstellung der Last in psi-Richtung
76
Ist-Verstellung der Last in rho-Richtung
81
82
Lastposition x (Istwert von Kameras)
83
Lastposition y (Istwert von Kameras)
84
Lastposition phi (Istwert von Kameras)
91
92
Pendelabweichung in Richtung x
93
Pendelabweichung in Richtung y
94
Pendelabweichung in Richtung phi
101
102
Positionsregler für x-Richtung
103
Positionsregler für y-Richtung
104
Positionsregler für phi-Richtung
111
112
Pendeldämpfungsregler für x-Richtung
113
Pendeldämpfungsregler für y-Richtung
114
Pendeldämpfungsregler für phi-Richtung
121
122
Sollposition x
123
Sollposition y
124
Sollposition phi
131
Pendel-Sollwert in z-Richtung
132
Pendel-Sollwert in x-Richtung
133
Pendel-Sollwert in y-Richtung
134
Pendel-Sollwert in phi-Richtung
135
Pendel-Sollwert in psi-Richtung
136
Pendel-Sollwert in rho-Richtung
141
142
Positionierverstellung x
143
Positionierverstellung y
144
Positionierverstellung phi
151
Dämpfungsverstellung z
152
Dämpfungsverstellung x
153
Dämpfungsverstellung y
154
Dämpfungsverstellung phi
155
Dämpfungsverstellung psi
156
Dämpfungsverstellung rho
161
Gesamtgewicht von Lastmessung
162
Tiefpassfilter (P-T1-Verzögerung)
163
Massenträgheitsfaktor
164
Hubhöhen-Istwert (von Gebern an den Seiltrommeln)
165
Kennlinie Hubhöheneinfluß
166
Hubhöheneinflußfaktor
167
Multiplizierer
168
Dividierer
170
Koordinatentransformation von rechtwinkligen in schrägwinklige Koordinaten
171
Koordinaten-Rücktransformation von schrägwinkligen in rechtwinklige Koordinaten
201
Seilkraftmesseinrichtung Seil
1
202
Seilkraftmesseinrichtung Seil
2
203
Seilkraftmesseinrichtung Seil
3
204
Seilkraftmesseinrichtung Seil
4
205
Seilkraftmesseinrichtung Seil
5
206
Seilkraftmesseinrichtung Seil
6
207
Seilkraftmesseinrichtung Seil
7
208
Seilkraftmesseinrichtung Seil
8
211
Seilkraftistwert Seil
1
212
Seilkraftistwert Seil
2
213
Seilkraftistwert Seil
3
214
Seilkraftistwert Seil
4
215
Seilkraftistwert Seil
5
216
Seilkraftistwert Seil
6
217
Seilkraftistwert Seil
7
218
Seilkraftistwertf Seil
8
221
Kraftistwert z
222
Kraftistwert x
223
Kraftistwert y
224
Drehmoment-Istwert phi
225
Drehmoment-Istwert psi
226
Drehmoment-Istwert rho
231
Kraftistwert z (höhenkorrigiert)
232
Kraftistwert x (höhenkorrigiert)
233
Kraftistwert y (höhenkorrigiert)
234
Drehmoment-Istwert phi (höhenkorrigiert)
235
Drehmoment-Istwert psi (höhenkorrigiert)
236
Drehmoment-Istwert rho (höhenkorrigiert)
241
Kraftsollwert z
242
Kraftsollwert x
243
Kraftsollwert y
244
Drehmoment-Sollwert phi
245
Drehmoment-Sollwert psi
246
Drehmoment-Sollwert rho
Claims (15)
1. Verfahren zur Feinpositionierung und aktiver Pendeldämpfung von Lasten beim
Stapeln von Behältern, bei dem mehrere mechanisch einfache Lasthebemittel zu
sammenwirken, deren Seile an unterschiedlichen Angriffspunkten und in unter
schiedliche Richtungen an einer Last oder einem Lastaufnahmemittel angreifen, und
deren Seile über Stellglieder einzeln verstellt werden können, mit mindestens einer
Sensorik zur Lageerkennung der Last, und einem Regelsystem, welches die Lage
abweichung der Last durch kontinuierliches Nachstellen der einzelnen Stellglieder
entgegen den Störkräften ausregelt und dabei das Lastpendeln dämpft,
dadurch gekennzeichnet,
daß einige oder alle der einzelnen 6 Freiheitsgrade möglicher Lastbewegungen,
nämlich:
Verschiebung horizontal in x-Richtung
Verschiebung horizontal in y-Richtung
Verschiebung vertikal in z-Richtung (Hubrichtung)
Drehung um die x-Achse (Nicken, engl.: Trimm)
Drehung um die y-Achse (Rollen, engl.: List)
Drehung um die z-Achse (Gieren, engl.: Skew)
entkoppelt, d. h. separat in getrennten Kanälen und damit einfach und anschaulich, und überlagert, d. h. in mehreren Bewegungsrichtungen gleichzeitig, gesteuert wer den, indem die Steuersignale für die einzelnen Bewegungen (Freiheitsgrade) von den rechtwinkligen Raumkoordinaten in das schrägwinklige (affine) Koordinatensy stem, welches durch die Wirkungsrichtungen der Stellglieder gegeben ist, transfor miert werden, wobei zur Koordinatentransformation die einzelnen Steuersignale (vorteilhafterweise mit Hilfe der Matrizenrechnung) multiplikativ gewichtet und ein ander additiv überlagert werden und dann diese transformierten Steuersignale den einzelnen Stellgliedern als Verstellsollwerte vorgegeben werden, und wobei die Transformationsmatrix aus der Geometrie der Seilanordnung bestimmt werden kann.
Verschiebung horizontal in x-Richtung
Verschiebung horizontal in y-Richtung
Verschiebung vertikal in z-Richtung (Hubrichtung)
Drehung um die x-Achse (Nicken, engl.: Trimm)
Drehung um die y-Achse (Rollen, engl.: List)
Drehung um die z-Achse (Gieren, engl.: Skew)
entkoppelt, d. h. separat in getrennten Kanälen und damit einfach und anschaulich, und überlagert, d. h. in mehreren Bewegungsrichtungen gleichzeitig, gesteuert wer den, indem die Steuersignale für die einzelnen Bewegungen (Freiheitsgrade) von den rechtwinkligen Raumkoordinaten in das schrägwinklige (affine) Koordinatensy stem, welches durch die Wirkungsrichtungen der Stellglieder gegeben ist, transfor miert werden, wobei zur Koordinatentransformation die einzelnen Steuersignale (vorteilhafterweise mit Hilfe der Matrizenrechnung) multiplikativ gewichtet und ein ander additiv überlagert werden und dann diese transformierten Steuersignale den einzelnen Stellgliedern als Verstellsollwerte vorgegeben werden, und wobei die Transformationsmatrix aus der Geometrie der Seilanordnung bestimmt werden kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die von Sensoren ge
messenen Istwerte, z. B. die Istpositionen der Stellglieder oder die einzelnen, durch
Lastmesseinrichtungen gemessenen Seilkräfte durch eine Koordinaten-
Rücktransformation in die anschaulichen rechtwinkligen Koordinaten des cartesi
schen Koordinatensystems für die 6 Freiheitsgrade der Lastbewegung zurücktrans
formiert werden, wobei ebenfalls vorteilhafterweise die Matrizenrechnung ange
wandt wird, und wobei die Transformationsmatrix zur Rücktransformation ebenfalls
aus der Geometrie der Seilanordnungen bestimmt werden kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für jeden erforderli
chen Freiheitsgrad der Lastbewegung ein seperates Regelungssystem arbeitet,
dem jeweils ein Sollwert für die Lastposition zugeführt wird und von einer Sensorik
gemessene und rücktransformierte Istwerte rückgekoppelt werden, und dann für
diesen Freiheitsgrad entsprechend der ermittelten Regelabweichungen ein Stellsi
gnal vom Regelsystem ausgegeben wird, welches über die Koordinatentransforma
tion auf die einzelnen Stellglieder verteilt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Koordinatentrans
formationen und Rücktransformationen per Software in einer herkömmlichen spei
cherprogrammierbaren Steuerung oder einem Rechner geschehen.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Bilderkennungs
einrichtung mit Kameras die Istwerte der Lastposition erfaßt und als Signal an die
Regler weitergibt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mit Lastmesseinrich
tungen die einzelnen Seilkräfte gemessen werden und daraus resultierende Signale
zur Pendeldämpfung der Last verarbeitet werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lastposition aus
den einzelnen Seilkräften und den bekannten Seilelastizitäten errechnet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß Seilelastizitäten
bzw. Seilkennlinien bei einem automatischen Eichablauf bestimmt und gespeichert
werden.
9. Lasthebesystem mit Feinpositionierung und aktiver Pendelkämpfung von Lasten
beim Stapeln von Behältern, bestehend aus mehreren zusammenwirkenden me
chanisch einfachen Lasthebemitteln, deren Seile an unterschiedlichen Angriffs
punkten und in unterschiedlichen Richtungen an einer Last oder einem Lastaufnah
memittel angreifen, und deren Seile über Stellglieder einzeln verstellt werden kön
nen, mindestens einer Sensorik zur Lageerkennung der Last und einem Regelsy
stem, welches die Lageabweichung der Last durch kontinuierliches Nachstellender
einzelnen Stellglieder entgegen den Störkräften ausregelt und das Lastpendeln
dämpft,
dadurch gekennzeichnet, daß für jeden einzelnen Freiheitsgrad jeweils ein Rege
lungssystem und ein Regler zur Feinpositionierung der Last und ein Regler zur
Pendeldämpfung der Last angeordnet sind.
10. Lasthebesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Regelsy
stem als Software-Regler in einer speicherprogrammierbaren Steuerung oder in
einem Rechner implementiert ist.
11. Lasthebesystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Lasthebe
mittel Seilhubwerke oder Flaschenzüge mit schräg verspannten Seilen (Seilschacht)
sind.
12. Lasthebesystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß alle Stellglie
der elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch verstellbare Kolben oder Stangen,
motorgetriebene Trommeln oder sonstige Positionierantriebe sind.
13. Lasthebesystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellglieder
an über Umlenkrollen zurückgeführten Seilenden angreifen.
14. Lasthebesystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Sensorik
zur Lageerkennung der Last und damit zur Erzeugung der Istwerte der Lastposition
für die Regler eine Bilderkennungseinrichtung mit Kameras angeordnet ist.
15. Lasthebesystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Sensorik
zur Pendeldämpfung der Last Lastmesseinrichtungen zur Messung der einzelnen
Seilkräfte angeordnet sind, die auf das Regelsystem rückgekoppelt werden.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29923565U DE29923565U1 (de) | 1999-04-23 | 1999-04-23 | Lasthebesystem zur Feinpositionierung und aktiven Schwingungsdämpfung |
| DE19918449A DE19918449C2 (de) | 1999-04-23 | 1999-04-23 | Lasthebesystem zur Feinpositionierung und aktiven Schwingungsdämpfung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19918449A DE19918449C2 (de) | 1999-04-23 | 1999-04-23 | Lasthebesystem zur Feinpositionierung und aktiven Schwingungsdämpfung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19918449A1 true DE19918449A1 (de) | 2000-11-02 |
| DE19918449C2 DE19918449C2 (de) | 2001-09-13 |
Family
ID=7905608
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19918449A Revoked DE19918449C2 (de) | 1999-04-23 | 1999-04-23 | Lasthebesystem zur Feinpositionierung und aktiven Schwingungsdämpfung |
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| Country | Link |
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Owner name: NOELL CRANE SYSTEMS GMBH, 97080 WUERZBURG, DE |
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: NOELL MOBILE SYSTEMS & CRANES GMBH, 97080 WUERZBURG |
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| 8331 | Complete revocation |