DE19924857A1 - Einrichtung zur Zubereitung und Verpackung von bakteriologisch, krebserzeugenden und kontaminationsgefährlichen Substanzen - Google Patents
Einrichtung zur Zubereitung und Verpackung von bakteriologisch, krebserzeugenden und kontaminationsgefährlichen SubstanzenInfo
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Abstract
Mobiles Verpackungssystem zur Verpackung von bakteriologisch, krebserzeugenden und kontaminationsgefährlichen Substanzen wie z. B. CMR-Substanzen (Zytostatika Virostatika) oder deren personengefährdenden Abfälle. DOLLAR A Der Packsit wird an der Frontscheibe der Sicherheitswerkbank mittels Saugfüße angebracht und durch die Betätigung eines Fußschalters klappt der Abwurfteil des Packsit herunter. Während dieses Vorganges klappt automatisch (durch die Schwerkraft) die Tütenauflage heraus. Die Tütenauflage steht in einem Winkel von 135 Grad zum Abwurfelement, so daß die Tüte beim Befüllen abgestützt wird. Durch das gleiche Prinzip klappt die Tütenauflage beim Hochklappen des Abwurfteils wieder zusammen und wird wie das Abwurfelement selbst, in die Geräteverkleidung des Packsits eingebracht. Das Hochklappen des Abwurfteils funktioniert elektrisch (durch ein weitere Betätigen des Fußschalters). DOLLAR A Funktion des Fußschalters: einmaliges Drücken: Packsit klappt in die Funktionsstellung DOLLAR A nochmaliges Drücken: Abwurfteil klappt hoch in die Ausgangsposition DOLLAR A Die zur Verwendung notwendige Spezialtüte (aus Polyäthylen) wird in die seitliche Schiebevorrichtung eingeschoben und befindet sich somit in der befüllbaren Position. DOLLAR A Nach abgeschlossener Befüllung wird die Spezialtüte aus der Schiebevorrichtung gezogen und mittels der seitlich an der Tüte angehefteten Verklebelasche wird die Öffnung der Tüte dichtend verklebt und geschlossen. Dadurch kann die Spezialtüte gefahrlos und ohne ...
Description
Die Erfindung betrifft die Verpackung von bakteriologisch und kontaminationsgefährlichen
Substanzen wie z. B. CMR-Substanzen (Zytostatika - Virostatika) und deren Abfälle.
Die appliktionsfertige Zubereitung solcher Substanzen für den klinischen Bereich und
den üblichen Apothekenbetrieb erfolgt üblicherweise in Sicherheitswerkbänken nach
DIN 12950/10 od. DIN 12980. Diese bestehen aus einem Arbeitsraum der im Unterdruck
steht und der durch eine Frontscheibe mit Armeingriffsöffnug zur Bedienungsperson hin
abgeschirmt ist und von Luft laminar durchströmt wird. Mittels Hochleistungsschwebstoffilter
wird die Luft im Umluftverfahren gereinigt, so daß ein optimaler Schutz für die Bedienungs
person erzielt wird. (vergl. Prospekt der Firma Berner International "Zytostatika
Schutzsysteme Sicherheitswerkbank H-130"). Die bei der Zubereitung entstehenden
gesundheitsgefährlichen Abfälle werden einem Sondermüllbehälter zugeführt und dort in
einem Folienschlauch eingeschweißt.
Es hat sich nun gezeigt, daß trotz der bekannten Schutzmaßnahmen immer noch gewisse
Gefahren dadurch bestehen, daß die bei der Zubereitung mit den Substanzen gefüllten
Behältnisse wie z. B. Infusionsflaschen-Infusionsbeutel oder Perfusorspritzen und dgl. auch
auf ihrer äußeren Oberfläche Spuren dieser Substanz aufweisen, weshalb bei der Hand
habung dieser Behältnisse weiterhin ein gesundheitsgefährdendes Restrisiko bleibt.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zu Grunde, die zubereiteten Substanzen und Abfälle
so aus der Werkbank zu entnehmen und zu verpacken, daß es zu keinerlei Kontaminationen
des Umfeldes (Arbeitsplatz) und dadurch zu keinen gesundheitsgefährdenden Einflüsse
mehr kommen kann.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruches gelöst. Hierbei wird die Zubereitung
der bakteriologisch gefährlichen oder krebserregend und erbgutschädigenden Substanzen
zunächst in bekannter Weise in einer Sicherheitswerkbank durchgeführt, wobei die
Substanzen hinter einer Schutzscheibe z. B. in Infusionsflaschen oder Beutel abgefüllt
werden. Durch die erfindungsgemäße zusätzliche Verpackung der aufbereiteten Substanzen
und den dabei entstandenen Abfällen wird auf einfache Weise erreicht, daß eine Gefährdung
durch die auf der Oberfläche der Flaschen - Beutel und Spritzen od. dgl. haftenden Spuren
von den Substanzen ausgeschlossen wird. Das Gerät mit dem Verpackungsmaterial ist
platzsparend ausgebildet und erlaubt ein preisgünstiges herstellen. Nach Anspruch 2 kann
das Gerät durch Saugfüßchen (Saugknöpfe) ohne großen Aufwand an der Frontscheibe der
Werkbank so befestigt werden, daß die Öffnung in dem Gerät zum Durchreichen der
zubereiteten Substanzen oder deren Abfälle für die Bedienungsperson gut erreichbar ist.
Nach Anspruch 3 besteht das Gerät aus einem Tragteil, einem Schwenkteil und einer
Schürze, die im zusammengeklappten Zustand eine kompakte Einheit bilden. In aufge
klappter Stellung ist die Schürze teleskopartig ausziehbar, wobei durch eine leichtgängige
Ausbildung der Schürze das Ausziehen auch allein durch die Schwerkraft möglich ist.
Das Aufklappen des Gerätes in die Betriebsstellung erfolgt nach Anspruch 4 motorisch, es
versteht sich aber von selbst, daß dies auch von Hand möglich ist. Nach Anspruch 5 ist das
Schwenkteil mit Führungsnuten versehen, in die der Träger des Verpackungsmaterials auf
grund einer entsprechenden Ausbildung einschiebbar ist. Dadurch kann auf besonders
einfache Weise das Verpackungsmaterial - wenn immer erwünscht oder notwendig - ausge
tauscht werden, wobei das Verpackungsmaterial vorteilhaft ein Kunststoffbeutel ist, der
durch die Schürze abgestützt wird (Anspruch 6). Nach Anspruch 7 ist ferner eine Folie vor
gesehen, die auf dem Träger für das Verpackungsmaterial derart schwenkbar befestigt ist,
daß die Folie in der einen Schwenkstellung seitlich entlang dem Kunststoffbeutel verläuft und
die diesen zur Lagestabilisierung lösbar - z. B. mit einem Klebstreifen - geheftet ist und in
der anderen Schwenkstellung über die Öffnung des Trägers mit dem Kunststoffbeutel gelegt
wird, wodurch der Kunststoffbeutel durch die Folie bleibend dicht verschlossen wird. Dies
kann z. B. dadurch bewirkt werden, daß die Folie auf der dem, Träger mit der Öffnung des
Kunststoffbeutels zugewandten Seite eine selbstklebende Beschichtung aufweist. Der Kunst
stoffbeutel kann immer dann derart verschlossen werden, wenn die gewünschte Füllung des
Beutels erreicht ist. Da der Beutel dicht verschlossen ist, können die darin befindlichen auf
bereiteten Substanzen ohne Gefahr transportiert und ausgeliefert werden.
In der Regel wird das Gerät mit dem Verpackungsmaterial in Verbindung mit den, hierfür her
kömmlichen Sicherheitswerkbänken eingesetzt werden. Es ist aber auch möglich, das Ver
packungsmaterial auch unabhängig von Werkbänken in Krankenzimmern, Labore oder dgl.
zur Aufnahme und sicheren Verpackung gefährlicher Substanzen (durchgelaufene Infusions
flaschen-Beutel und deren Systeme, die noch mit Restsubstanzen behaftet sind) zu
verwenden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Einrichtung gemäß der Erfindung im aufgeklappte
Zustand ohne Verpackungsmaterial
Fig. 2a und 2b ein Schiebeteil mit einem Kunststoffbeutel als Verpackungs
material
Fig. 3a-c das Gerät in drei verschiedenen Stufen des Aufklappens.
In Fig. 1 ist nur schematisch eine an sich bekannte Sicherheitswerkbank 1 mit einem
Arbeitsraum dargestellt, der durch eine Frontscheibe 2 zur Bedienungsperson hin abge
schirmt ist. Unterhalb der Frontscheibe 2 ist ein Spalt 3 offengelassen, der als Armeingriffs
öffnung für die Bedienungsperson dient. Der üblicherweise weiterhin vorgesehene Sondermüll
behälter für Abfälle, die bei der Zubereitung von gefährlichen Substanzen entstehen, ist hier
nicht dargestellt.
Auf der Frontscheibe 2 der Werkbank 1 ist ein Gerät 4 z. B. durch nicht dargestellte Saugfüß
chen (Saugknöpfe) angehaftet, wobei das Gerät 4 aus einem Tragteil 4a mit einem nur an
gedeuteten Schwenkmotor, einem am Tragteil 4a angelenkten und aus diesem heraus-
schwenkbaren Schwenkteil 4b und einer am Schwenkteil 4b aufklappbar befestigten
Schürze 7 besteht, die teleskopartig ausziehbar ist. Hierzu kann bei entsprechend leicht
gängiger Ausführung allein die Schwerkraft ausreichen, doch kann die Schürze 7 auch von.
Hand ausgezogen bzw. zusammengeschoben werden.
Das Schwenkteil 4b weist eine Öffnung 5 auf sowie Führungsnuten 8 auf, deren Bedeutung
in Verbindung mit den Fig. 2a und 2b noch erläutert wird.
Die Fig. 2a und 2b zeigen ein Schiebeteil 9 in Form eines rechteckigen oder quadratischen
flachen Kartons oder Kunststoffteils oder dgl. Das Schiebeteil 9 ist mit einer Öffnung 5' ver
sehen und trägt Verpackungsmaterial 6, das ein Kunststoffbeutel sein kann. Auf dem
Schiebeteil 9 ist ferner eine Folie 10 aus Papier, Pappe, Kunststoff oder dgl. in den Pfeilrich
tungen schwenkbar angebracht. Das Schiebeteil 9 wird in die Führungsnuten 8 (Fig. 1) ge
schoben, wobei das Schiebeteil 9 und die Führungsnuten entsprechend bemessen sind. Im
eingeschobenen Zustand ist die Öffnung 5 des Schwenkteils 4b und die Öffnung 5' das
Schiebeteils 9 koaxial ausgerichtet. Die Folie 10 verläuft beim Befüllen des Kunststoffbeu
tels 6 längs desselben (Fig. 2a) und stützt ihn ab. In dieser Position der verschiedenen
Teile des Gerätes 4 werden die zubereiteten Substanzen sowie deren Abfälle direkt von der
Sicherheitswerkbank aus durch die Öffnungen 5, 5' in den Kunststoffbeutel 6 eingegeben.
Am Ende des Befüllens wird das Schiebeteil 9 wieder aus den Führungsnuten abgezogen
und die Folie 10 von dem Kunststoffbeutel 6 gelöst und in der Pfeilrichtung (Fig. 2a) um das
Schiebeteil 9 herum über dessen Stirnfläche und die Öffnung 5' geschwenkt und dichtend
befestigt. Hierzu kann die betreffende Seite der Folie 10 durch einen selbstklebenden Belag
oder dgl. beschichtet sein. Auf diese Weise wird der Kunststoffbeutel 6 samt Inhalt ohne jede
Gefahr für das Bedienungspersonal, Pflegekräfte, Ärzte, Apothekenpersonal und Lieferanten
usw. transportabel. Die zusätzliche Verpackung 6 schütz vor der personengefährdenden
Beeinträchtigung durch die Substanzen sowie deren Aerosolen.
Die Fig. 3a bis 3c zeigen das Halteteil 4a, das Schwenkteil 4b und z. T. auch die Schürze 7
in drei verschiedenen Aufklappstellungen, wobei Fig. 3c die Arbeitsstellung darstellt. Es ist
erkennbar, daß die Schürze in Fig. 3c so angeordnet ist, daß sie bei eingelegtem Verpack
ungsmaterial dieses abstützt und dadurch vor Beschädigungen schützt.
Claims (8)
1. Einrichtung zur Zubereitung und Verpackung von bakteriologisch, krebserzeugenden
und kontaminationsgefährlichen Substanzen, bestehend aus
- - einer Sicherheitswerkbank (1) mit einem Arbeitsraum, der Unterdruck verhältnisse aufweist und der durch eine Frontscheibe (2) mit Armeingriffs öffnung (3) zur Bedienungsperson hin abgeschirmt ist und von durch Filter gereinigter Luft laminar durchströmt wird,
- - einem Sondermüllbehälter mit einem Folienschlauch zum Einschweißen der gesundheitsgefährdenden Abfälle, die bei der Zubereitung entstanden sind, dadurch gekennzeichnet, daß
- - an der Sicherheitswerkbank (1) ein Gerät (4) angeordnet ist, in dem Ver packungsmaterial (6) vorgesehen ist,
- - das Gerät (4) ein Schwenkteil (4b) mit einer Öffnung (5) aufweist, das im aufgeklappten Zustand des Schwenkteils (4b) dem Arbeitsraum der Werk bank (1) zugewandt ist und zum Durchreichender zubereiteten Substan zen und deren Abfälle aus dem Arbeitsraum der Werkbank dient,
- - die zubereiteten Substanzen oder den angefallenen Abfällen nach dem Durchreichen durch die Öffnung (5) vom anschließend vorgesehenen Verpackungsmaterial (6) aufgenommen wird.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät (4) über Saug
füßchen (Saugknöpfe) an der Frontscheibe (2) der Sicherheitswerkbank (1) befestigt
ist.
3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät
(4) aus einem Trageteil (4a), dem daran angeordneten Schwenkteil (4b) mit der
Öffnung (5) und einer Schürze (7) an dem Schwenkteil (4b) befestigt sowie teles
kopartig ausziehbar ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwenkteil (4b)
durch einen im Tragteil(4a) eingebauten Motor von der Schließstellung in die Arbeits
stellung und zurück verschwenkbar ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkteil (4b)
Führungsnuten (8) enthält, in die ein flaches, das Verpackungsmaterial (6) tragendes
Schiebeteil (9) einführbar ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verpackungs
material (6) in Form eines Kunststoffbeutels ausgebildet ist, der an dem Schiebeteil(9)
befestigt ist und in eingeführter Stellung hinter der Öffnung (5) positioniert ist und von
der Schürze (7) abgestützt wird.
7. Einrichtung nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß an dem
Schiebeteil (9) eine Halte- und Dichtfolie (10) schwenkbar angeordnet ist, die
während des Befüllens des Kunststoffbeutels, seitlich zu diesem ausgerichtet sowie
daran lösbar angehaftet ist und nach dem Füllvorgang und dem Herausziehen des
Schiebeteils (9) herum bewegt, über die Öffnung (5) des Schiebeteils gelegt sowie
mit dem Schiebeteil (9) so verklebt wird, daß die im Kunststoffbeutel befindlichen
zubereiteten Substanzen oder die bei der Zubereitung entstehenden Abfälle darin
dicht eingeschlossen sind.
8. Verwendung des Gerätes (4) nach einem der vorstehenden Ansprüche auch unab
hängig von einer Werkbank (1) in Krankenzimmern, Krankenhauslaboren oder dgl.
zur Aufnahme und Verschließung gefährlicher Substanzen im Kunststoffbeutel.
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|---|---|
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| DE19924857C2 (de) | 2002-08-14 |
| DE29909954U1 (de) | 1999-12-16 |
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Owner name: KEUCHEL, JOSEF, 82288 KOTTGEISERING, DE |
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