DE19931224A1 - Überrollschutzsystem für ein Fahrzeug - Google Patents
Überrollschutzsystem für ein FahrzeugInfo
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Abstract
Ein Überrollschutzsystem für ein Fahrzeug weist wenigstens einen Überrollbügel (2) auf, der über ein Deformationselement (5, 6) mit der Karosserie (1) des Fahrzeugs verbunden ist. Der Überrollbügel (2) besteht aus einem spröden Werkstoff, beispielsweise einem faserverstärkten Kunsstoff. Das Deformationselement (5, 6) verformt sich im Belastungsfall so weit, daß ein Bruch des Überrollbügels (2) sicher vermieden wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Überrollschutzsystem für ein Fahrzeug mit wenigstens
einem Überrollbügel.
Derartige Überrollschutzsysteme werden insbesondere für oben offene Personen
kraftwagen eingesetzt, um im Fall eines Überschlages das Verletzungsrisiko für die
Insassen zu minimieren.
Aufgabe der Erfindung ist es, die bekannten Überrollschutzsysteme weiterzuent
wickeln.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Überrollbügel bekannter Überrollschutzsysteme bestehen in vielen Fällen aus Stahl
und haben demzufolge ein vergleichsweise hohes Gewicht. Durch den Einsatz von
Leichtmetallen, wie beispielsweise Aluminiumlegierungen, kann eine Gewichtsre
duzierung erzielt werden.
Zur weiteren Gewichtseinsparung bei gleichzeitiger Erhöhung der Steifigkeit können
Überrollbügel aus faserverstärkten Kunststoffen gebildet werden, wie an sich aus
der DE 298 07 322 U1 bekannt. Um zu vermeiden, daß ein derartiger Überrollbügel
unter Überlast bricht und hierdurch scharfkantige Bruchflächen entstehen, die die
Insassen des Fahrzeuges gefährden könnten, ist erfindungsgemäß zwischen dem
Überrollbügel und der Fahrzeugkarosserie wenigstens ein Deformationselement
vorgesehen, das sich im Belastungsfall so weit verformt, daß ein Bruch des Über
rollbügels nicht mehr stattfinden kann. Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf
faserverstärkte Kunststoffe beschränkt, sondern auf alle Arten spröder Materialien
für Überrollbügel anwendbar.
Zwar ist aus der DE 255 38 22 C2 ein Überrollschutzsystem für ein land- und forst
wirtschaftlich nutzbares Fahrzeug bekannt, dessen Fahrerkabine und/oder Über
rollbügel über Deformationselemente in Form von Lagerböcken mit dem Fahrgestell
verbunden ist. Bei einem Umsturz des Fahrzeuges wird hierbei ein großer Teil der
durch den Aufprall einwirkenden Energie durch Verformung der Lagerböcke ver
braucht, so daß die Fahrerkabine mit einer entsprechend geringeren Steifigkeit aus
geführt sein kann. Hierdurch ist eine Materialeinsparung möglich.
Im Gegensatz hierzu wird mit der vorliegenden Erfindung ein andersartiger Zweck
verfolgt, da nicht die Steifigkeit des Überrollbügels verringert, sondern durch Ver
wendung eines hochfesten Werkstoffes gerade die Steifigkeit des Überrollschutzsy
stems erhöht werden soll. Der sich aus der Materialwahl ergebende Nachteil der
Sprödigkeit des Werkstoffes wird erfindungsgemäß durch ein Deformationselement
ausgeglichen. Während bei metallischen Werkstoffen dem Versagen eine zum Teil
beträchtliche Bruchdehnung vorausgeht, brechen Bauteile beispielsweise aus Fa
serverbundkunststoffen schlagartig bei Überschreitung einer bestimmten Bela
stungsgrenze. Dis Erfindung liegt somit in Abgrenzung zum Stand der Technik
darin, einen Überrollbügel aus Faserverbundkunststoff mit einem Deformations
element zu kombinieren, das sich bei einer Belastung im Bereich der Bruchgrenze
des Werkstoffes des Überrollbügels so weit verformt, daß ein Bruch des Überroll
bügels sicher vermieden wird.
Dämpfende Zwischenlagen, wie sie beispielsweise aus der US-PS 3,353,852 be
kannt sind, dienen lediglich der Schwingungsisolierung und können den Erfin
dungsgegenstand nicht nahelegen. Kunststoffhülsen an den Enden der Überroll
bügel, wie sie aus der DE 297 00 092 U1 bekannt sind, begrenzen lediglich den Ein
steckweg bzw. erleichtern den Schwenkvorgang des Überrollbügels.
Die Unteransprüche beschreiben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
Die Erfindung kann sowohl mit reversibel als auch irreversibel verformbaren Defor
mationselementen realisiert werden. Irreversibel verformbare Deformationselemente
bestehen bevorzugt aus einem metallischen Werkstoff und weisen beispielsweise
eine Schwachstelle auf, die bei Überbelastung zu einer definierten Verformung führt,
in der Regel zu einem Abknicken des Deformationselementes um ca. 90°.
Reversibel arbeitende Deformationselemente hingegen weisen Federelemente auf,
die unter entsprechender Belastung nachgeben. Der Vorteil liegt hierbei darin, daß
bei einem Mehrfachüberschlag des Fahrzeugs das Überrollschutzsystem sich nach
der ersten Belastung wieder aufrichten kann und somit weiterhin in Funktion bleibt.
Es sind jedoch geeignete Maßnahmen zu treffen, um ein vorzeitiges Nachgeben des
Deformationselements zu verhindern. Dies kann beispielsweise durch eine starke
progressive Kennlinie des Federelementes oder durch eine Kombination des
Federelementes mit einem plastisch verformbaren Element bewerkstelligt werden.
Mögliche Ausführungsbeispiele der Erfindung sincl in der Zeichnung dargestellt und
werden nachfolgend näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Überrollschutz
systems und
Fig. 2 und 3 Ausführungsbeispiele von Deformationselementen in Schnittdarstellung.
Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus der Struktur einer Fahrzeugkarosserie 1, an die
ein Überrollbügel 2 eines Überrollschutzsystems angebunden ist. Hierbei ist wegen
des spiegelbildlichen Aufbaus der Karosserie 1 lediglich eine Fahrzeughälfte darge
stellt. Die Karosserie 1 weist einen Querträger 3 sowie je Fahrzeugseite einen Ka
rosseriepfosten 4 auf. Der Überrollbügel 2 ist über zwei Deformationselemente 5
und 6 an die Karosserie 1 angebunden. Das innere Deformationselement 5 ist über
eine Verbindungsplatte 7 mit dem Querträger 3 verschraubt. Das äußere Deforma
tionselement 6 ist in den oberen rohrförmigen Abschnitt 8 des Karosseriepfostens 4
eingesteckt.
Fig. 2 zeigt das Deformationselement 5 in vergrößerter Schnittdarstellung. Das
Deformationselement 5 weist zwei Bereiche 9 und 10 unterschiedlichen Durchmes
sers auf, die durch einen Absatz 11 voneinander getrennt sind. Der geschlossen
topfförmige obere Bereich 9 mit kleinerem Durchmesser dient als Aufnahmeab
schnitt für den inneren Schenkel 12 des Überrollbügels 2 aus Fig. 1, der auf den
Abschnitt 9 aufgesteckt und anschließend mit dem Abschnitt 9 verschraubt und/oder
verklebt wird.
An der äußeren Mantelfläche des Abschnittes 10 ist über eine Schweißnaht 13 die
bereits oben beschriebene Verbindungsplatte 7 angebunden, die senkrecht zur
Mittellängsachse 30 des Deformationselementes 5 ausgerichtet und über vier Ver
bindungsschrauben 15 mit dem Querträger 3 verschraubbar ist. Erfindungsgemäß
weist der Abschnitt 10 am Außenumfang eine ringförmige Vertiefung 16 auf, die
einen Bereich reduzierter Tragfähigkeit herstellt, durch den ein definiertes Nachge
ben des Deformationselementes 5 bei Überschreitung einer bestimmten Belastung
erreicht wird. Die Vertiefung 16 ist unter Berücksichtigung der Duktilität des Materi
als des Deformationselementes 5 hierbei so zu bemessen, daß sich das Deforma
tionselement 5 im Belastungsfall lediglich verformt, jedoch nicht bricht.
Selbstverständlich kann die Vertiefung 16 auch nur an einem Teil des Umfangs des
Abschnittes 10 angeordnet sein. Eine Reduzierung des Widerstandsmomentes bzw.
der Knicksteifigkeit des Querschnittes des Deformationselementes 5 kann alternativ
auch durch andere Maßnahmen, wie beispielsweise fensterartige Öffnungen,
entsprechende Wärmebehandlung etc. erreicht werden. Das Deformationselement 5
besteht bevorzugt aus einem metallischen Werkstoff.
Das Deformationselement 6 gemäß Fig. 1 weist keine Verbindungsplatte 7 auf,
sondern wird mit seinem Abschnitt 10 unmittelbar in den Abschnitt 8 der Karosserie
1 eingeführt und durch Verklebung und/oder Verschraubung mit dem Karosserie
pfosten 4 verbunden. Ansonsten ist das Deformationselement 6 baugleich mit dem
Deformationselement 5 ausgeführt und nimmt mit seinem Abschnitt 9 den Endab
schnitt des äußeren Schenkels 17 des Überrollbügels 2 auf.
Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Deformationselementes 20, das
ein elastisch verformbares Gummielement 21 aufweist. Vom Gummielement 21 ste
hen beidseitig Gewindebolzen 22 bzw. 23 ab. Mit dem unteren Gewindebolzen 22 ist
eine Verbindungsplatte 7 über eine Mutter 28 und eine Unterlegscheibe 29 ver
schraubt. Die Anbindung der Platte 7 an den Querträger 3 erfolgt wiederum über
Verbindungsschrauben 15. Oberseitig ist an den Gewindebolzen 23 ein Abschnitt 27
angeschraubt, in den der untere Endabschnitt beispielsweise des inneren Schenkels
12 des Überrollbügels 2 innenseitig eingesteckt und nachfolgend verklebt und/oder
verschraubt wird.
Claims (12)
1. Überrollschutzsystem für ein Fahrzeug, mit wenigstens einem Überrollbügel
(2), der über ein Deformationselement (5, 6, 20) mit der Karosserie (1) des
Fahrzeugs verbunden ist, wobei der Überrollbügel (2) aus einem spröden
Werkstoff besteht und das Deformationselement (5, 6, 20) bei einer Belastung
im Bereich der Bruchgrenze des Werkstoffes des Überrollbügels (2) sich so
weit verformt, daß ein Bruch des Überrollbügels (2) nicht stattfindet.
2. Überrollschutzsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß sich das Deformationselement (5, 6) im Bela
stungsfall plastisch verformt.
3. Überrollschutzsystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (5, 6) einen definier
ten, lokal begrenzten Verformungsbereich (16) aufweist.
4. Überrollschutzsystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verformungsbereich (16) eine gegenüber
dem übrigen Abschnitt (10) des Deformationselementes (5) reduzierte Materi
alstärke aufweist.
5. Überrollschutzsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß sich das Deformationselement (20) im Bela
stungsfall elastisch verformt.
6. Überrollschutzsystem nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (20) einen Verfor
mungskörper (21) aus einem elastomeren Werkstoff aufweist, der zwischen
karosserieseitigen und überrollbügelseitigen Aufnahmeabschnitten (7, 27) des
Deformationselementes (20) angeordnet ist.
7. Überrollschutzsystem nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement einen Verformungs
körper in Form einer Feder aus einem metallischen Werkstoff aufweist.
8. Überrollschutzsystem nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (5, 6, 20) einen zy
lindrischen Aufnahmeabschnitt (9, 27) zur formschlüssigen Verbindung mit
einem rohrförmigen Schenkel (12) des Überrollbügels (2) aufweist.
9. Überrollbügel nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (6) einen zylindri
schen Aufnahmeabschnitt (10) zur formschlüssigen Verbindung mit einem
rohrförmigen Aufnahmebereich (8) der Karosserie (1) aufweist.
10. Überrollschutzsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß das Deformationselement (5, 20) eine etwa
senkrecht zur Mittellängsachse (30) des Deformationselementes (5, 20) aus
gerichtete Verbindungsplatte (7) zur Anbindung des Deformationselementes
(5, 20) an die Karosserie (1) aufweist.
11. Überrollschutzsystem nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Überrollbügel (2) aus einem Faserverbund
material besteht.
12. Deformationselement (5, 6, 20) für ein Überrollschutzsystem nach einem der
vorgenannten Ansprüche.
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