DE19941638C1 - Geodätisches Gerät mit Laseranordnung - Google Patents
Geodätisches Gerät mit LaseranordnungInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein geodätisches Gerät (1), das mit Hilfe eines Stativs (3) über einem Bodenpunkt (4) aufgestellt ist, wobei dessen Fernrohr um eine Kippachse KA und eine Drehachse DA schwenkbar ist und das mit einer Laseranordnung ausgestattet ist, die zur Zentrierung der Drehachse DA über dem Bodenpunkt (4) sowie zur Bestimmung der Höhe h des Schnittpunktes S von Kippachse KA und Drehachse DA über dem Bodenpunkt (4) dient. DOLLAR A Bei einem Gerät (1) der vorbeschriebenen Art ist ein in der Drehachse DA verlaufender erster, bevorzugt kollimierter Laserstrahl (10) und mindestens ein weiterer, zum ersten Laserstrahl (10) divergierender Laserstrahlengang (11) vorgesehen, wobei beide einen Winkel gamma einschließen, und wobei weiterhin eine Meßeinrichtung zur Bestimmung des Abstandes a zwischen beiden Laserstrahlengängen in Höhe des Bodenpunktes (4) sowie eine Auswerteeinrichtung zur berechnung der Höhe h des Schnittpunktes S über dem Bodenpunkt aus der Beziehung h APPROX a vorhanden sind.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein geodätisches Gerät mit
einem Fernrohr F, dessen Zielachse ZA mit einer Kippachse
KA und einer Drehachse DA, um die das Fernrohr F schwenkbar
ist, einen gemeinsamen Schnittpunkt S hat und bei dem wei
terhin eilte Laseranordnung vorgesehen ist, die zur Justie
rung der Drehachse DA über dem Bodenpunkt sowie zur Bestim
mung der Höhe h des Schnittpunktes S über dem Bodenpunkt
dient.
Geodätische Geräte dieser Art, wie beispielsweise Theodoli
te oder Tachymeter, sind bekannt. Sie dienen zur Landver
messung auf der Grundlage von Horizontal- und Vertikalwin
kelbestimmungen und werden zu diesem Zweck in der Regel mit
Hilfe eines Stativs z. B. über einer Grenzmarkierung aufge
stellt. Prinzipiell bestehen sie aus einem um die lotrecht
ausgerichtete Drehachse DA (häufig auch Stehachse genannt)
schwenkbaren Oberteil, das ein um die Kippachse KA durch
schlagbares Fernrohr mit Fadenkreuz und Entfernungseinstel
lung in einer Zielachse ZA trägt, die wie die Drehachse DA
und die Kippachse KA den Schnittpunkt S schneidet.
So ist z. B. in der DE 38 38 512 C1 ein Theodolit beschrieben,
bei dem die Tragplatte des Stativs, auf die der Theodolit
aufgesetzt ist, in ihrem Zentrum eine Aussparung aufweist,
durch die ein Laserstrahl entlang der Drehachse auf den Bo
denpunkt, zu dem der Theodolit zu justieren ist, gerichtet
werden kann. Damit wird eine optische Zieleinrichtung ge
schaffen, die das Aufstellen und Ausrichten erleichtert.
Für sehr genaue Messungen genügt allerdings diese Ausrich
tung des Gerätes nicht, sondern es ist außerdem auch noch
die Kenntnis der Instrumentenhöhe, d. h. der Höhe h des
Schnittpunktes S von Zielachse ZA, Kippachse KA und Dreh
achse DA über dem Bodenpunkt erforderlich.
Diesbezüglich ist in der DE 198 02 379 A1 ein Vermessungs
gerät mit verschiedenartigem Zubehör, darunter auch Hilfs
mittel zur Bestimmung der Instrumentenhöhe, dargestellt.
Dazu ist vorgesehen, auf den Bodenpunkt ein Prisma aufzu
setzen und vor das Fernrohr mit horizontal ausgerichteter
Zielachse einen Vorsatzspiegel einzuschwenken, so daß die
Entfernung zum Bodenpunkt mit dem elektrooptischen Strec
kenmesser des Gerätes gemessen und so die Instrumentenhöhe
ermittelt werden kann.
Des weiteren beschreibt die DE 40 07 245 A1 eine "Einrich
tung zum Zentrieren eines geodätischen Instrumentes" über
einem definierten Bodenpunkt mit Hilfe einer zur Stehachse
des Instrumentes zentrisch angeordneten optischen Zielein
richung, wobei diese Zieleinrichtung wiederum, wie oben er
wähnt, Mittel zur Erzeugung eines sichtbaren kollimierten
Laserstrahlenbündels und Mittel zur Projektion des Bündels
auf den in der Verlängerung der Stehachse des geodätischen
Instrumentes liegenden Bodenpunkt aufweist. Hier wird al
lerdings vorgeschlagen, das Laserstrahlenbündel zusätzlich
zur Messung der Höhe zwischen dem Bodenpunkt und der Zie
lachse zu nutzen.
Der Beschreibung hierzu ist lediglich zu entnehmen, daß das
Laserstrahlenbündel moduliert, das vom Bodenpunkt reflek
tierte Licht einer Empfangseinrichtung zugeführt und in ei
ner nachgeordneten Auswerteeinrichtung die Entfernung zwi
schen Bodenpunkt und Zielachse bestimmt wird, wobei aus dem
Empfangssignal auf die Entfernung zwischen Bodenpunkt und
Zielachse geschlossen wird. Nachteiligerweise sind
Entfernungsmeßeinrichtungen dieser Art technisch aufwendig und
daher kostenintensiv.
Aus der US 4,856,894 sind eine Entfernungsmeßmethode und
Mittel zur Durchführung bekannt, wobei geneigte Lichtstrahlen
zu einem Ziel von entfernten Positionen aus projiziert werden.
Diese Methode beruht auf der Bestimmung von Entfernungen von
Punkten auf der Basis eines Meßdreiecks, welches durch
Anwendung unter einem Winkel zueinander verlaufender
Lichtstrahlen gebildet wird.
Eine ebenfalls unter Benutzung eines Meßdreiecks arbeitendes
Gerät zur Messung der Höhe einer Maschine ist aus dem
japanischen Patentabstract JP 4-198809 A (Patent abstracts of
Japan, P-1447, October 29, 1992, Vol. 16/No. 527) bekannt.
Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein geodätisches Instrument der eingangs
beschriebenen Art so weiterzubilden, daß mit geringem
gerätetechnischen Aufwand bei hoher Genauigkeit und auf
ergonomisch günstige Weise sowohl die Zentrierung des Gerätes
als auch die Bestimmung der Höhe des Schnittpunktes von
Zielachse, Schwenkachse und Drehachse über dem Bodenpunkt
gewährleistet ist.
Erfindungsgemäß ist ein in der Drehachse DA verlaufender
erster, bevorzugt kollimierter Laserstrahl und mindestens ein
weiterer, zum ersten Laserstrahl divergierender
Laserstrahlengang vorgesehen, die beide einen Winkel γ
einschließen; weiterhin sind eine Meßeinrichtung zur
Bestimmung des Abstandes a zwischen beiden Laserstrahlengängen
in Höhe des Bodenpunktes sowie eine Auswerteeinrichtung zur
Berechnung der Höhe h des Schnittpunktes S über dem Bodenpunkt
aus der Beziehung h~a bei bekanntem Winkel γ vorhanden. Der
Abstand a wird dabei in der Waagerechten bzw. im rechten
Winkel zur Drehachse DA gemessen.
Mit dieser Anordnung ist die Bestimmung des Abstandes zwischen
Bodenpunkt und Schnittpunkt S auf der Grundlage eines
Meßdreieckes möglich, das aus dem ersten kollimierten
Laserstrahl, mindestens einem weiteren Laserstrahlengang, der
mit dem ersten Laserstrahl einen bevorzugt konstanten Win
kel γ einschließt und dem Abstand a gebildet ist. Die Be
ziehung h~a entspricht einer trigonometrischen Grundfunkti
on.
Der wesentliche Vorteil der Erfindung besteht in der Mög
lichkeit eines Aufbaus mit verhältnismäßig geringem techni
schem Aufwand, da weniger Baugruppen erforderlich sind als
bei einem Gerät, das mit einer optoelektronischen Entfer
nungsmeßeinrichtung nach Stand der Technik ausgestattet
ist.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Laseranordnung sieht
ein Gehäuse vor, welches mit seiner Längsachse radial zur
Drehachse DA angeordnet ist, einen im Gehäuse angeordneten
Laser, ein ebenfalls im Gehäuse angeordnetes Objektiv zur
Bündelung des Laserstrahles und ein dem Objektiv außerhalb
des Gehäuses nachgeordnetes Umlenkelement zur Einkopplung
des Laserstrahles in die Drehachse DA; außerdem verfügt die
Laseranordnung erfindungsgemäß über optische Mittel zur Er
zeugung des divergierenden Laserstrahlenganges.
Zur Ausgestaltung dieser letztgenannten optischen Mittel
sind unterschiedliche Varianten denkbar. Diese können bei
spielhaft so ausgebildet sein, daß ein diffraktives Element
mit einer optisch wirksamen Struktur in den ersten Laser
strahl gestellt ist, wodurch ein Anteil dieser Strahlung in
ein kreisförmiges, konzentrisch zur Drehachse DA ausgerich
tetes Beugungsbild transformiert wird und dieses divergie
rend auf den Bodenpunkt bzw. dessen Umgebung gerichtet ist.
Das diffraktive Element ist vor oder nach dem Umlenkelement
im Strahlengang angeordnet und besteht aus einer transpa
renten Platte, die mit einem Strukturhologramm versehen
ist. Das Strukturhologramm ist aus geometrischen Figuren,
bevorzugt aus kreis-, linienförmig und/oder flächig anein
andergereihten Punkten gebildet. Diese Figuren sind zen
trisch zum Laserstrahl angeordnet und weisen in ihrem Zen
trum ein Helligkeitsmaximum auf.
Dieses Helligkeitsmaximum kann durch einen zentral gelege
nen Flächenabschnitt mit höchstmöglicher Transparenz oder
auch durch eine zentrale Aussparung in der transparenten
Platte gebildet sein.
Alternativ zur vorgenannten Ausgestaltungsvariante kann zur
Erzeugung des divergierenden Laserstrahlenganges mindestens
eine weitere, unter einem Winkel α ≠ 0° in das Objektiv ein
strahlende Laserlichtquelle vorgesehen sein, die durch das
Objektiv auf den Bodenpunkt bzw. dessen Umgebung abgebildet
wird, wobei der auf den Bodenpunkt gerichtete Strahlengang
mit dem ersten Laserstrahl den Divergenz
winkel γ einschließt, der dem Einstrahlwinkel α proportio
nal ist.
Diesbezüglich besteht eine besonders bevorzugte Ausgestal
tung der Erfindung darin, daß eine erste Laserdiode so an
geordnet ist, daß die von ihr ausgehende Strahlung in Rich
tung der optischen Achse, d. h. unter einem Winkel α = 0°, in
das Objektiv einstrahlt, wobei das von ihr abgegebene Licht
zur Erzeugung des ersten Laserstrahles und somit primär zur
Zentrierung des geodätischen Gerätes dient.
Neben dieser ersten Laserdiode sind zwei weitere Laser
dioden vorgesehen, von denen jede unter einem Winkel α ≠ 0°,
bevorzugt α = 10°, in das Objektiv einstrahlt.
Die beiden unter dem Winkel α ≠ 0° in das Objektiv einstrah
lenden Laserdioden erzeugen dabei zwei Laserstrahlen, die
mit dem ersten Laserstrahl jeweils einen Divergenzwinkel γ
einschließen. Damit wird erreicht, daß jede der drei Laser
lichtquellen auf dem Bodenpunkt bzw. in dessen naher Umge
bung abgebildet wird, wobei die drei Laserdioden in Bezug
auf das Objektiv so angeordnet sind, daß ihre drei Abbil
dungen auf einer Geraden liegen. Dann dient die mittlere
Abbildung zur Zentrierung, und die Abstände a der beiden
äußeren Abbildungen zur mittleren Abbildung ist bei bekann
tem Winkel γ ein Maß für die Höhe h des Schnittpunktes S
über dem Bodenpunkt.
In die Bestimmung dieser Höhe h können selbstverständlich
noch Additionskonstanten einbezogen werden, die beispiels
weise durch die gerätetechnisch bedingte Höhendifferenz
zwischen dem Scheitelpunkt der divergierenden Strahlengänge
und dem Schnittpunktes S gegeben sind.
Als Meßeinrichtung können alternativ ein zur visuellen Ab
lesung des Abstandes a bzw. der Summe 2a ausgebildeter, mit
in einer Längeneinheit geeichten Strichmarkierung versehe
ner Maßstab oder ein positionsempfindlicher optoelektroni
scher Detektor mit nachgeordneter Auswerte- und Anzeigeein
richtung vorgesehen sein.
Mit dem Maßstab ist die Ermittlung des Abstandes a in ein
facher Weise zu bewerkstelligen, indem dieser auf den Bo
denpunkt aufgelegt wird, und zwar so, daß der erste Laser
strahl bzw. die Abbildung der ersten Strahlungsquelle auf
die Strichmarkierung gerichtet ist und dann mit Hilfe der
Strichmarkierung der Durchmesser d = 2a des kreisförmigen
Beugungsbildes bzw. die Abstände a der Abbildungen der
zweiten und dritten Strahlungsquelle von der Abbildung der
ersten Strahlungsquelle abgelesen werden.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung
sieht dabei vor, daß (bei konstantem Winkel γ) die
Strichmarkierung abweichend von der metrischen Einheit so
geeicht ist, daß unmittelbar ein Betrag für die Höhe h ab
gelesen werden kann.
Als positionsempfindliche Detektoren können beispielhaft
CCD-Zeilen oder CCD-Arrays vorgesehen sein. Dabei ist der
maximale Abstand zweier auf dem Array bzw. auf der CCD-
Zeile abgebildeter Strahlungsquellen ein Äquivalent für die
Höhe h, wobei hier ebenfalls vorauszusetzen ist, daß die
drei Abbildungen auf einer Geraden liegen.
Aus dem maximalen Abstand 2a der beiden äußeren Abbildungen
auf dem Detektor kann in an sich bekannter Signalverarbei
tung ein Wert für die Höhe h gewonnen werden, der auf einem
Display angezeigt wird. Vorteilhaft können eine CCD-Zeile
und ein Anzeigedisplay auf einer kompakten Einheit, bei
spielsweise in Form eines flachen Meßinstrumentes, unterge
bracht sein.
Zur Ermittlung der Höhe h ist es dann lediglich erforder
lich, dieses flache Meßinstrument auf den Bodenpunkt aufzu
legen, dabei darauf zu achten, daß der erste Laserstrahl
auf die CCD-Zeile trifft und auch die beiden äußeren Strah
lengänge auf der CCD-Zeile abgebildet werden, woraufhin
dann auf dem Display unmittelbar ein Wert für die Höhe h
ablesbar ist.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß die Strahlungs
quellen bzw. die Laserdioden eine Strahlung im sichtbaren
Wellenlängenbereich des Lichtes mit einer Intensität aus
senden, die auch bei Tageslichtüberlagerung gut erkennbar
ist.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spieles näher erläutert werden. In den zugehörigen Zeich
nungen zeigen
Fig. 1 eine Gesamtansicht des geodätischen Gerätes in
einer Prinzipdarstellung,
Fig. 2 eine erste Variante des Meßprinzip zur Ermittlung
der Höhe h
Fig. 3 eine zweite Variante des Meßprinzip zur Ermitt
lung der Höhe h
Fig. 4 ein Beispiel für einen Ablesemaßstab
Fig. 5 ein Beispiel für ein Meß- und Anzeigeinstrument
mit CCD-Zeile
In Fig. 1 ist ein geodätisches Gerät 1 mit einem Dreifuß 2
auf ein Stativ 3 aufgesetzt und über einem Bodenpunkt 4
zentriert.
Das geodätische Gerät 1, beispielsweise ein Theodolit, des
sen Fernrohr F um eine Kippachse KA und um eine Drehachse
DA schwenkbar ist. Die Kippachse KA und die Drehachse DA
schneiden sich gemeinsam mit der Zielachse ZA des Fernroh
res F, die in Fig. 1 senkrecht auf der Zeichenebene steht
und aus diesem Grund nur als Punkt zu erkennen ist, in ei
nem Schnittpunkt S.
Voraussetzungen für genaue, über die Zielachse ZA vorzuneh
mende Messungen ist die exakte Justierung des Gerätes 1
über dem Bodenpunkt 4. Das Gerät 1 ist dann justiert, wenn
wenn die Kippachse KA horizontal und die Drehachse DA lot
recht auf den Bodenpunkt 4 ausgerichtet sind.
Als Justierhilfe dienen beispielsweise eine am Gerät 1 an
geordneten Libelle (zeichnerisch nicht dargestellt) sowie
eine Laseranordnung, die im wesentlichen besteht aus einem
Gehäuse 5, das mit seiner Längsachse 6 radial zur Drehachse
DA angeordnet ist, mindestens einer Laserstrahlungsquelle,
beispielsweise einer im sichtbaren Wellenlängenbereich ab
strahlenden Laserdiode 7.1, einem Objektiv 8, durch welches
die Laserstrahlung gebündelt wird und auf ein Umlenkelement
9 gerichtet ist, das für die Umlenkung des Laserstrahles 10
aus der Längsachse 6 in die Drehachse DA sorgt.
Nun ist es häufig erforderlich, bei der Vermessung auch die
Höhe h des Schnittpunktes S über dem Bodenpunkt 4 zu be
rücksichtigen. Das heißt, nach erfolgter Ausrichtung des
Gerätes 1 über dem Bodenpunkt 4 muß diese Höhe h mit mög
lichst geringem Aufwand zu ermitteln sein.
Erfindungsgemäß ist hierzu ein unter einem Winkel γ diver
gierend zum Laserstrahl 10 verlaufender weiterer Laser
strahlengang 11 vorgesehen. Der Divergenzwinkel γ ist kon
stant, so daß der Laserstrahl 10, der Strahlengang 11 und
der Abstand a zwischen beiden Laserstrahlengängen 10, 11 in
Höhe des Bodenpunktes 4 ein Meßdreieck bilden, aus dem sich
leicht die Höhe h bestimmen läßt, wie noch gezeigt wird.
In einer ersten Ausgestaltungsvariante, die in Fig. 2 darge
stellt ist, wird der Strahlengang 11 mit Hilfe eines dif
fraktiven Elementes 12 erzeugt. Das diffraktive Element 12
weist eine optisch wirksame Struktur auf, durch welche ein
Anteil des Laserstrahles 10 in ein kreisförmiges, konzen
trisch zur Drehachse DA ausgerichtetes Beugungsbild 13
transformiert wird, das divergierend auf den Bodenpunkt 4
bzw. auf dessen Umgebung gerichtet ist.
Diese Wirkung des diffraktiven Elementes 12 wird beispiels
weise erreicht, wenn das diffraktive Element aus einer
transparenten Platte, bevorzugt aus einer Glasplatte herge
stellt und mit Beugungsfiguren versehen ist, die beispiel
haft aus einer Vielzahl von auf konzentrischen Kreisen an
geordneten Punkten bestehen. In ihrem Zentrum weisen diese
Figuren einen Bereich mit höchster Transparenz auf, so daß
der Laserstrahl 10 möglichst ungehindert passieren kann. Zu
diesem Zweck kann das diffraktive Element 12 in seinem Zen
trum eine Aussparung aufweisen, durch welche der Laser
strahl 10 ungehindert hindurchtreten kann.
Wird wie weiter unten beschrieben der Abstand a zwischen
dem Laserstrahl 10 und der Laserstrahlung 11 oder auch der
Durchmesser d = 2a des Großkreises des Beugungsbildes 13 in
der Niveauhöhe des Bodenpunktes 4 ermittelt, kann daraus
die Höhe h1 bestimmt werden (vgl. Fig. 2), die dem Abstand a
bzw. dem Durchmesser d = 2a proportional ist. Wird zu der Hö
he h1 noch die Höhe h2 addiert, die dem Abstand zwischen
dem diffraktiven Element und dem Schnittpunkt S entspricht,
so erhält man die Höhe h des Schnittpunktes S über dem Bo
denpunkt 4.
In einer zweiten, in Fig. 3 beispielhaft angegebenen Ausge
staltungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, daß zwei
weitere Laserdioden 7.2 und 7.3 neben der Laserdiode 7.1
angeordnet sind, und zwar so, daß diese unter einem Winkel
α ≠ 0°, bevorzugt α = 10°, in das Objektiv 8 einstrahlen. Dann
bildet das Objektiv 8 die drei Laserdioden 7.1, 7.2 und 7.3
über getrennte kollimierte Strahlengänge 14 und 15 auf den
Bodenpunkt 4 bzw. dessen Umgebung ab.
Analog zum Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist der Abstand a
zwischen dem Laserstrahl 10 und einem der Strahlengänge
14, 15 in Niveauhöhe des Bodenpunktes 4 ein Maß für die Höhe
h3, die dem Abstand zwischen dem Scheitel des Divergenzwin
kels γ und dem Bodenpunkt 4 entspricht. Addiert man zu der
Höhe h3 die Höhe h4, die als Abstand zwischen dem Scheitel
des Divergenzwinkels γ und dem Schnittpunkt S gerätetech
nisch fest vorgegeben ist, so erhält man mit der Höhe h die
Distanz des Schnittpunktes S über dem Bodenpunkt 4.
Als Hilfsmittel zur Ermittlung der Abstände a bzw. des
Durchmessers d = 2a kann ein beispielhaft in Fig. 4 gezeigter
Maßstab 16 vorgesehen sein, der mit Strichmarken 17 verse
hen ist, die in einer Längeneinheit geeicht sind. Diese
Längeneinheit kann metrisch definiert sein, so daß eine Ab
lesung in mm möglich ist. In einer besonders bevorzugten
Ausgestaltung kann die Eichung auch so vorgenommen sein,
daß unmittelbar ein der Höhe h entsprechender Betrag abge
lesen werden kann.
Sehr vorteilhaft und daher empfehlenswert ist jedoch die
Verwendung eines positionsempfindlichen optoelektronischen
Detektors mit einer nachgeordneten Auswerte- und Anzeige
einrichtung. Letztere kann, wie in Fig. 5 dargestellt, mit
einer CCD-Zeile 18 gemeinsam in einem flachem Meßinstrument
untergebracht sein, das auf dem Bodenpunkt 4 so positio
niert wird, daß die Abbildungen aller drei Laserdioden 7.1,
7.2 und 7.3 auf der CCD-Zeile 18 liegen.
Die Auswerteschaltung ermittelt aus den Abständen a unter
Auswertung der vorbeschriebenen Zusammenhänge die Höhe h
und zeigt diese auf einem integrierten Display 19 an. Die
Höhe h kann unmittelbar abgelesen und im weiteren bei den
durchzuführenden Messungen berücksichtigt werden.
Eine weitere Ausgestaltung kann darin bestehen, daß der mit
dem in Fig. 5 dargestellten Meßinstrument ermittelte Wert
(Höhe h) gespeichert und zur weiteren Verwendung dem Rech
ner zugeführt wird, der alle mit dem Gerät 1 ermittelten
Meßwerte zum gewünschten Meßergebnis verarbeitet.
Zur waagerechten Ausrichtung des Maßstabes 16 bzw. der
Meßeinrichtung nach Fig. 5, so daß der Abstand a im rechten
Winkel zur Drehachse DA gemessen wird, kann beispielhaft
eine Dosenlibelle 20 vorhanden sein (vgl. Fig. 4 und Fig. 5).
1
geodätisches Gerät
2
Dreifuß
3
Stativ
4
Bodenpunkt
5
Gehäuse
6
Achse
7.1, 7.2,
Laserdioden
7.3
8
Objektiv
9
Umlenkelement
10
erster Laserstrahl
11
zweiter Laserstrahlengang
12
diffraktives Element
13
Beugungsbild
14
,
15
Strahlengänge
16
Maßstab
17
Strichmarkierung
18
CCD-Zeile
19
Display
Claims (8)
1. Geodätisches Gerät mit einem Fernrohr F, dessen Zie
lachse ZA mit einer Kippachse KA und einer Drehachse
DA, um die das Fernrohr F schwenkbar ist, einen gemein
samen Schnittpunkt S hat und bei dem weiterhin eine La
seranordnung vorgesehen ist, die zur Justierung der
Drehachse DA über dem Bodenpunkt sowie zur Bestimmung
der Höhe h des Schnittpunktes S über dem Bodenpunkt
dient, dadurch gekennzeichnet, daß
- - ein in der Drehachse DA verlaufender erster, bevorzugt kollimierter Laserstrahl (10) auf den Bodenpunkt (4) gerichtet ist und mindestens ein weiterer Laserstrah lengang (11, 14, 15) vorgesehen ist, der divergierend zum ersten Laserstrahl (10) verläuft und mit diesem einen Winkel γ einschließt sowie weiterhin
- - eine Meßeinrichtung zur Bestimmung des Abstandes a, den der divergierende Laserstrahlengang in der Höhe des Bo denpunktes (4) vom ersten Laserstrahl (10) hat und eine Auswerteeinrichtung zur Berechnung der Höhe h aus der Beziehung h~a bei bekanntem Winkel γ vorhanden sind.
2. Geodätisches Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Laseranordnung
- - ein Gehäuse (5), welches mit seiner Längsachse (6) ra dial zur Drehachse DA angeordnet ist, eine im Gehäuse (5) angeordnete Laserstrahlungsquelle (7.1), ein eben falls im Gehäuse (5) angeordnetes Objektiv (8) zur Bün delung der Laserstrahlung und ein dem Objektiv (8) nachgeordnetes Umlenkelement (9) zur Einkopplung des Laserstrahles (10) in die Drehachse DA umfaßt und
- - außerdem mit optischen Mitteln zur Erzeugung des diver gierend verlaufenden zweiten Laserstrahlenganges (11, 14, 15) ausgestattet ist.
3. Geodätisches Gerät nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß in den Laserstrahlengang ein diffraktives
Element (12) mit einer optisch wirksamen Struktur ge
stellt ist, durch die ein Anteil des in der Drehachse
DA verlaufenden Laserstrahles (10) in ein kreisförmi
ges, konzentrisch zur Drehachse DA ausgerichtetes Beu
gungsbild (13) transformiert wird und divergierend auf
den Bodenpunkt (4) bzw. dessen Umgebung gerichtet ist.
4. Geodätisches Gerät nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das diffraktive Element (12) dem Umlenke
lement (9) nachgeordnet ist.
5. Geodätisches Gerät nach Anspruch 3 oder 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß das diffraktive Element (12) aus ei
ner transparenten Platte mit einem Strukturhologramm
besteht, das aus geometrischen Figuren, bevorzugt aus
konzentrischen Punktkreisen, Punktlinien und/oder
Punktflächen gebildet ist, wobei die Figuren zentrisch
zum Laserstrahl positioniert sind und in ihrem Zentrum
ein Helligkeitsmaximum aufweisen.
6. Geodätisches Gerät nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß mindestens eine weitere unter einem Win
kel α ≠ 0° in das Objektiv (8) einstrahlende Laserlicht
quelle (7.2, 7.3) vorgesehen ist, die auf den Boden
punkt (4) bzw. dessen Umgebung abgebildet wird und de
ren Laserstrahlengang (14, 15) mit dem ersten Laser
strahl (10) einen Divergenzwinkel γ ≈ α einschließt.
7. Geodätisches Gerät nach einem der vorgenannten Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß als Meßeinrichtung
- - ein zur visuellen Ablesung des Abstandes a ausgebilde ter Maßstab (16), der mit in einer Längeneinheit ge eichten Strichmarken (17) versehen ist, und/oder
- - ein positionsempfindlicher optoelektronischer Detektor (18) mit nachgeordneter Auswerte- und Anzeigeeinrich tung vorgesehen ist.
8. Geodätisches Gerät nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß als Laserstrahlungsquellen
Laserdioden (7.1, 7.2, 7.3) mit einer Strahlung im sicht
baren Wellenlängenbereich des Lichtes vorgesehen sind.
Priority Applications (6)
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