DE199430A - - Google Patents

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DE199430A
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die in der Patentschrift 181492 beschriebene und insbesondere im Anspruch 4 gekennzeichnete Vorrichtung für die Ausrichtung erbohrter Gebirgskerne über Tage vermittels Lote hat den Übelstand, daß die Aufzeichnungen des Lotstandes nicht durch unmittelbare Ablesung die Größe der Drehung des Gestänges während des Aufholens der Vorrichtung erkennen lassen. Um dies zu er- reichen, wird folgende Veränderung an der Vorrichtung vorgenommen. Sie ist in
Fig. ι im senkrechten Schnitt dargestellt,
Fig. 2 im Schnitt durch den Hals der Vorrichtung mit Aufsicht,
F'ö- 3 im Schnitt durch das Kugellager der oberen kardanischen Aufhängung.
Der hohle Hals W der Vorrichtung wird in das Kopfstück B eines Kernrohres A geschraubt. Der Hals W trägt durch Verschraubung das Rohr D, welches zwischen sich und den Wandungen des Kernrohres Raum für das Spülwasser läßt. In der Mitte des Rohres D sind vermittels kardanischer Aufhängungen E und F Stahlnadeln (Pendel) G und H schwingend angeordnet. Die obere Stahlnadel G trägt unterhalb der kardanischen Aufhängung E an einem Arm Fein Gewicht P, welches die Stahlnadel G senkrecht stellt. An der Spitze trägt die Stahlnadel. G ein Hütchen Z, auf dessen Durchmesser drei SpitzenX befestigt sind. Ferner ist diese Stahlnadel G so auf der kardanischen Aufhängung E auf einem Kugellager C gelagert, daß sie sich zentrisch um sich selbst drehen kann, zusammen mit dem Arm Y und dem Gewicht P. Der Arm Y hat an der einen Seite einen Schlitz N. Die untere Stahlnadel H trägt ein Laufgewicht M, welches seitlich durch ein Gewicht J beschwert ist, wodurch die Stahlnadel H aus „ der senkrechten Stellung abgelenkt wird. Die Stahlnadel H ist rückwärts über die kardanische Aufhängung F verlängert und greift in" den Schlitz N des Armes Y ein, so daß also ein freiwilliges. Mitdrehen der Nadel G durch die Nadel H bei einer Drehung der Vorrichtung verhindert oder ausgeglichen wird. Oberhalb bzw. unterhalb der Spitzen der Stahlnadeln G und H sind bewegliche Korkkolben K gelagert, welche durch Federn L in solcher Lage gehalten werden, daß die Stahlnadeln frei schwingen können. Die Kolben K werden von Stangen T bzw. R getragen, welche mit den Hebeln O bzw. S verbunden sind, und die ihrerseits wieder durch die Zugstange Q. in Verbindung stehen. Wenn in den Hals W eine Kugel U gelangt, so verschließt diese das Loch V im Hals W und legt sich auf den Stift T. Wenn das Spülwasser die Kugel U drückt, so bewegt sie den oberen Kolben K vermittels der Stange T abwärts und durch die Hebelübertragung O, Q. und S auch den unteren Kolben K mit der Stange R aufwärts. Die Kolben K gelangen an die Spitzen der Stahl-
nadeln G und H, und es wird auf den auf den Kolben K befestigten Gradskalen je eine Marke verzeichnet. In der tiefsten Stellung kann die Kugel U durch das Loch V des Halses W schlüpfen, und dadurch wird der Weg für das Spülwasser wieder freigegeben; und die Kolben K können durch die Wirkung der Federn L in ihre frühere Lage zurückweichen.
ίο Der Vorgang beim Kernausrichten ist folgender:
Die Vorrichtung wird, wie üblich, in das Kernrohr geschraubt und so vor Ort gebracht, wo ein Kern von etwa ι m Länge erbohrt wird. Dann wird eine Stahlkugel in das Hohlgestänge geworfen, um so in bekannter Weise die Stellung der Stahlnadeln auf den Skalen zu vermerken. Hierbei werden die drei Punkte α (Fig. .4 und 6) auf der oberen und der Punkt b auf der unteren Skala erhalten; sodann wird der Kern abgebrochen und aufgeholt. Wenn der Apparat beim Aufholen eine andere Neigung erhält, so verschieben sich die drei Punkte α parallel auf der Skala; außerdem werden sie auch noch durch das untere Lot H, welches in den Schlitz N eingreift, um denselben Winkel in dem Kugellager C gedreht, welchen die untere Stahlnadel H selbst auf. der Skala macht. Dreht sich jedoch der Apparat oder die Skala um sich selbst, so bleibt die obere Stahlnadel in Ruhe, während sich die Nullinie der Skala von ihr entfernt. Die untere Stahlnadel H macht jedoch wieder eine drehende Bewegung dadurch, daß sich das Gewicht J mit der Skala dreht. Auch diese Drehbewegung wird durch das Kugellager C auf die drei Punkte a übertragen.
Wenn nun der Apparat über Tage angekommen ist, so überträgt man zunächst die •Nullinie der Apparatskala auf den Kern, nimmt dann den Apparat aus dem Kernrohr heraus und stellt ihn mit Hilfe eines. Kompasses so ein, daß der Nullpunkt der Skala nach Norden steht, und läßt in dieser Stellung durch einen Schlag auf den Stift T noch einmal die Stahlnadelstellung auf den Skalen vermerken. Man erhält auf der oberen Skala die drei Punkte c (Fig. 4 und 6) und auf der unteren Skala den Punkt d (Fig. 5 und 6).
Zur Kontrolle, daß die Aufzeichnungen einwandfrei stattgefunden haben, untersucht man, ob die Linien a-b und c-d (Fig. 6) parallel und gleich groß sind. -
Der Winkel a-e-f (Fig. 4 und 6) entspricht dem Drehungswinkel des Apparates von vor Ort bis in eine solche Stellung, daß der Nullpunkt der Apparatskala nach Norden stand, plus der Winkeldrehung, welche die untere Stahlnadel gemacht hat und auf das Kugellager übertrug. Dieser Winkel b-o-d ist an der unteren Skala abzulesen (Fig. 5 und-6).
Durch Subtraktion der Winkel a-e-fb-o-d wird dann der Drehungswinkel des Apparates bzw. des mit ihm verbundenen Kernes erhalten.
Um den Kern genau so wieder über Tage aufzustellen, wie er vor Ort gestanden hat, muß man die auf denselben übertragene Nulllinie um den Drehungswinkel gegen den Meridian ausrichten. Nunmehr kann man an den erkennbaren Schichtenablösungen das Streichen und Einfallen auf die bekannte Weise bestimmen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Vorrichtung zur Ausrichtung erbohrter Gebirgskerne über Tage vermittels Lote nach Patent 181492, dadurch gekennzeichnet-, daß von den nach Anspruch 4 benutzten Loten oder Pendeln (G und H) das untere, exzentrisch aufgehängte oder durch Gewicht schief gestellte Pendel (H) mit einer über seine kardanische Aufhän- · gung nach oben gehenden Verlängerung in einen Schlitz (N) eingreift, der- sich in einem Arm (Y) unter dem oberen, im Aufhängungspunkt um seine Achse drehbaren Pendel (G) befindet, so daß bei einer Drehung des Gestänges während des Aufholens der Vorrichtung ein freiwilliges Mitdrehen des Pendels (G) durch das sich mitdrehende Schrägpendel (H) ausgeglichen wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.

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