DE19947534C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Erfassung einer Unwucht an einem eine Felge aufweisenden Rad eines Kraftfahrzeugs während der Fahrt des Kraftfahrzeugs - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Erfassung einer Unwucht an einem eine Felge aufweisenden Rad eines Kraftfahrzeugs während der Fahrt des KraftfahrzeugsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erfassung einer Unwucht an einem eine
Felge aufweisenden Rad eines Kraftfahrzeugs während der Fahrt des Kraftfahrzeugs.
Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Erfassung
einer Unwucht an einem eine Felge aufweisenden Rad eines Kraftfahrzeugs während
der Fahrt des Kraftfahrzeugs.
An Rädern von Kraftfahrzeugen können während des Fahrbetriebs Unwuchten auf
treten, die die Fahreigenschaften und die Fahrsicherheit des Kraftfahrzeuges zum Teil
erheblich beeinträchtigen können. In der Regel werden Unwuchten vom Fahrer
durch Vibrationen oder entsprechende Schläge während des Fahrbetriebs festgestellt.
Nachteilig ist derzeit, daß das Feststellen einer Unwucht während des Fahrbetriebs
sehr vom persönlichen Empfinden des einzelnen Fahrers abhängt. Da Unwuchten
häufig nur bei bestimmen Geschwindigkeiten, also nicht ständig wahrgenommen
werden, kommt es vor, daß dieses Problem vernachlässigt wird und die unwuchtigen
Räder nicht rechtzeitig ausgewuchtet werden.
Zur Beseitigung einer Unwucht ist es erforderlich, das betreffende unwuchtige Rad
auszuwuchten. Hierzu ist in der Regel ein Werkstattbesuch notwendig. Um das
Auswuchten vornehmen zu können, ist es üblicherweise erforderlich, sämtliche Räder
vom Kraftfahrzeug zu montieren, da während der Fahrt zwar das Vorhandensein ei
ner Unwucht an sich feststellbar ist jedoch nicht, an welchem Rad oder an welchen
Rädern sich eine Unwucht befindet. Daher sind sämtliche Räder zu demontieren und
zu vermessen. Das Vermessen zum Auswuchten erfolgt in der Regel derart, daß das
Rad auf eine Auswuchtmaschine aufgespannt und nach einem Meßlauf Betrag und
Lage der Unwucht ermittelt wird. Anschließend wird an der über die Auswuchtma
schine ermittelten Ausgleichsstelle ein Ausgleichsgewicht angebracht. Nachteilig ist
hierbei allerdings, daß das derzeitige Verfahren zur Feststellung einer Unwucht recht
aufwendig ist, da in der Regel sämtliche Räder vom Kraftfahrzeug demontiert und auf
einer Auswuchtmaschine vermessen werden müssen, um die möglicherweise nur an
einem Rad bestehende Unwucht zu ermitteln.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art sind bereits aus
DE 39 37 403 A1 bekannt. Bei dem bekannten Verfahren zur Erfassung
einer Unwucht an einem eine Felge aufweisenden Rad eines Kraftfahrzeugs während
der Fahrt des Kraftfahrzeugs bzw. der daraus bekannten Vorrichtung ist es so, daß
am Fahrzeug und zwar an jedem Radträger ein Beschleunigungsaufnehmer befestigt
ist. Über die fest an jedem Radträger angeordneten Aufnehmer werden möglichst
nahe der Radmitte in mindestens zwei Ebenen die auftretenden Schwingungen ge
messen und die Ausgangssignale mit dem Signal der gefahrenen Geschwindigkeiten
einem zentralen Mikrorechner zugeführt, der die jeweiligen Daten auch im Hinblick
auf den Unwuchtzustand auswertet.
Nachteilig bei den bekannten Verfahren bzw. der bekannten Vorrichtung ist, daß, da
die einzelnen Aufnehmer am Radträger angeordnet und befestigt sind, die erhalte
nen Meßwerte nicht nur vom Rad, sondern auch anderweitig beeinflußt werden kön
nen, beispielsweise durch Einflüsse auf den Radträgern und damit auf den einzelnen
Aufnehmer.
Aus DE 29 51 139 A1 ist eine Einrichtung zur kontinuierlichen Überwachung des
Luftdruckes in Fahrzeugreifen bekannt. Bei einem allmählichen Absinken des
Reifendruckes wird dem Fahrzeugführer eine Warnmeldung angegeben, damit er das
Kraftfahrzeug bei einer sich ankündigenden Reifenpanne rechtzeitig stillsetzen kann.
Dazu wird eine mit dem Fahrzeugrad umlaufende Magnetspule mit einer Oszillator
frequenz eines elektrischen Schwingkreises gespeist, dessen Oszillatorfrequenz in
Abhängigkeit von dem im Reifen herrschenden Luftdruck kontinuierlich veränderbar
ist.
Aus US 3,996,804 ist es bekannt, eine Meßwertübertragung telemetrisch vorzu
sehen, wobei die Meßwertübertragung durch Telemetrie im Bereich der Übertragung
von Unwuchtwerten bei Raumfahrzeugen eingesetzt wird. Wenn der Sensor aktive
Komponenten zur Erzeugung eines zur Übertragung geeigneten Signals enthält, wird
eine Leistungsversorgung notwendig, zum Beispiel eine Batterie, die regelmäßig
ausgetauscht werden muß. Elektronik und Versorgung machen den Sensor schwer,
was nach dem Einbau in den Reifen unerwünschte Unwuchten bewirkt. Wenn ein
passiv arbeitender Sensor eingesetzt wird, der über Antennen von einer Auswerte
einheit angesteuert und abgefragt wird, kann auf eine sensorseitige Elektronik und
Versorgung verzichtet werden. Der Sensor kann klein und leicht aufgebaut werden.
Aus DE 198 02 158 A1 sind temperaturkompensierte Sensoren bekannt, bei de
nen zur Messung mechanischer Größen (mindestens) zwei Quarzresonatoren so mit
einem Aufnehmer verbunden sind, daß die Meßgröße zu unterschiedlichen Dehnun
gen auf den Quarzresonatoren führt. Temperatureinflüsse wirken sich daher gleichar
tig aus, so daß die Temperaturabhängigkeit der Dehnungsempfindlichkeit nähe
rungsweise verschwindet.
Weiterhin ist aus US 5,544,073 A ein Meßgerät zur Erfassung der Unwucht und zur
Erfassung von Schwingungen eines Rotationskörpers bekannt, wobei eine Vermes
sung der Unwucht bzw. der Schwingungen des Rotationskörpers im Einbau- oder
Betriebszustand des Rotationskörpers möglich ist. Der Ausbau des Rotationskörpers
aus der den Rotationskörper umgebenden Peripherie zur Vermessung einer Unwucht
oder der auftretenden Schwingungen ist nicht erforderlich.
Darüber hinaus ist es aus DE 37 14 470 A1 bekannt, zur Überwachung von
Schwingungserregern in Fahrwerkskomponenten die im Fahrbetrieb an den Lage
rungen umlaufender Systemkomponenten auftretenden Schwingungen laufend zu
ermitteln und für jede überwachte Systemkomponente gesondert zur Anzeige zu
bringen. Es können auch die beim Vorhandensein von Unwuchten umlaufend auftre
tenden Unwuchtfaktoren nach Betrag und Umfangswinkel ermittelt und zur Anzeige
gebracht werden. Insbesondere werden die Unwuchtzustände der Radsysteme
laufend überwacht, und zwar vorzugsweise mittels horizontal wirkender Schwin
gungsaufnehmer, die dann an den Radaufhängungen angeordnet und über ein Bord
adapter abfragbar bzw. auf eine fahrzeugeigene Anzeigeeinrichtung geschaltet sind.
Dieses bekannte Verfahren ermöglicht somit während des Fahrbetriebes die Überprü
fung der Prüfzustände der ausgewählten rotierenden Systemkomponenten, bei denen
es sich um Kardanwellen oder sonstige Gelenkwellen oder insbesondere um die
Fahrzeugräder handelt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, wobei eine fehlerfreie und ge
naue Erfassung von Unwuchtwerten möglich ist.
Die zuvor hergeleitete und angegebene Aufgabe ist bei einem Verfahren der eingangs
genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Erfassung
der Unwucht durch eine unmittelbar an der Felge befestigte Sensoreinrichtung er
folgt, daß die erfaßten Werte der Unwucht von einem Sender der Sensoreinrichtung
an einen Empfänger einer Empfangseinrichtung im Kraftfahrzeug telemetrisch über
tragen werden und daß im Kraftfahrzeug in Abhängigkeit der Werte der erfaßten
Unwucht eine zugeordnete maximale Grenzgeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs
und/oder ein zu meidender Fahrgeschwindigkeitsbereich qualitativ und/oder quanti
tativ angezeigt wird.
Wichtig bei der vorliegenden Erfindung ist zunächst einmal, daß die Unwucht am Ro
tationskörper selbst, d. h. direkt am Rad bzw. der Felge gemessen wird. Durch die
direkte Anordnung des Sensors an der Felge werden keine unerwünschten Einflüsse
auf den Sensor während des Betriebs ausgeübt. Konstruktiv ist hierzu die unmittelbar
an der Felge vorgesehene Sensoreinrichtung realisiert. Ein weiteres wesentliches
Kennzeichen der vorliegenden Erfindung ist die Übertragung der erfaßten Un
wuchtwerte mittels der Telemetrie. Die Übertragung der Unwuchtwerte per Teleme
trie ermöglicht es, die von der Sensoreinrichtung erfaßten Unwuchtwerte entweder
an eine Empfangseinrichtung im Kraftfahrzeug oder an eine externe, separat hand
habbare Empfangseinrichtung zu übertragen.
Die Erfindung bietet eine Reihe von zum Teil wesentlichen Vorteilen. Durch die Er
findung ist es zunächst einmal möglich, Unwuchten sicher festzustellen, wenn sie auf
treten, und zwar unabhängig vom persönlichen Empfinden des jeweiligen Fahrers.
Des weiteren kann, wenn jedes Rad mit einer entsprechenden Sensoreinrichtung ver
sehen ist, ohne weiteres festgestellt werden, welches Rad unwuchtig ist. Ein weiterer
wesentlicher Vorteil ergibt sich daraus, daß der jeweilige Fahrer des Kraftfahrzeugs
davor gewarnt wird, in bestimmten Geschwindigkeitsbereichen zu fahren bzw. be
stimmte Geschwindigkeiten zu überschreiten. Im übrigen kann durch eine ständige
Anzeige der Unwucht im Kraftfahrzeug der Fahrer permanent an das Vorhandensein
einer Unwucht erinnert werden, so daß dementsprechend schnell eine Werkstatt auf
gesucht werden kann. Insgesamt ergibt sich durch die Erfindung also eine erhebliche
Verbesserung des Fahrkomforts und Erhöhung der Fahrsicherheit einerseits und ein
vereinfachtes Beseitigen einer Unwucht an einem Rad andererseits.
Bei einer alternativen Ausgestaltung des Verfahrens zur Erfassung einer Unwucht an
einem eine Felge aufweisenden Rad eines Kraftfahrzeugs während der Fahrt des
Kraftfahrzeugs ist die eingangs angegebene Aufgabe dadurch gelöst, daß die Erfas
sung der Unwucht durch eine unmittelbar an der Felge befestigte Sensoreinrichtung
erfolgt, daß die erfaßten Werte der Unwucht nach Betrag und Lage von der Sensor
einrichtung gespeichert werden und daß die während der Fahrt erfaßten und gespei
cherten Werte der Unwucht von einem Sender der Sensoreinrichtung an einen Emp
fänger einer externen Empfangseinrichtung außerhalb des Kraftfahrzeugs teleme
trisch übertragen werden.
Die erfindungsgemäße Alternative bietet den zusätzlichen Vorteil, daß die Meßwert
übertragung bedarfsweise ohne weiteres an die externe Empfangseinrichtung erfol
gen kann, was die Feststellung von Unwuchten an einem Fahrzeug erheblich erleich
tert. Wird beispielsweise vom Fahrer eine Unwucht festgestellt und wird anschließend
mit dem Fahrzeug eine Werkstatt aufgesucht, ist es nicht notwendig, alle Räder vom
Fahrzeug abzunehmen. Nur durch die externe Empfangseinrichtung kann festgestellt
werden, welches Rad unwuchtig ist. Nur dieses Rad muß dann entsprechend gelöst
und ausgewuchtet werden. Im übrigen setzt die Verwendung einer externen Emp
fangseinrichtung voraus, daß die erfaßten Werte der Unwucht von der Sensorein
richtung gespeichert werden und dann, auch bei Stillstand des Fahrzeugs, entspre
chend abgefragt werden können. Insbesondere bietet es sich an, die Werte der Un
wucht an ein manuell an das Rad zu haltendes Empfangsgerät telemetrisch zu über
tragen.
Bevorzugt ist es in diesem Zusammenhang, daß von der Sensoreinrichtung die Un
wuchtwerte quantitativ und/oder qualitativ erfaßt werden können, wobei dies im
Kraftfahrzeug optisch und/oder akustisch angezeigt werden kann.
Von besonderem Vorteil ist es im übrigen, daß im Kraftfahrzeug in Abhängigkeit der
Werte der erfaßten Unwucht eine zugeordnete maximale Grenzgeschwindigkeit
und/oder ein zu meidender Fahrgeschwindigkeitsbereich angezeigt wird. Dies kann
qualitativ durch entsprechend leuchtende Signale am Display des Fahrzeugs oder
auch quantitativ angezeigt werden. In jedem Falle dienen auch diese Ausgestaltungen
der Unfallverhütung bzw. der Erhöhung der Fahrsicherheit, da dem Fahrer wäh
rend der Fahrt angezeigt wird, in welchen Geschwindigkeitsbereichen die Unwucht
nicht oder nur geringfügig auftritt bzw. welche Geschwindigkeitsbereiche gemieden
werden sollten.
Von weiterem Vorteil ist es, die Erfassung der Unwucht über ein vorgegebenes Inter
vall in regelmäßigen zeitlichen Abständen vorzunehmen. Die Erfassung über ein vor
gegebenes Zeitintervall ist erforderlich, um die Unwucht sicher feststellen zu können.
Durch die Erfassung in regelmäßigen zeitlichen Abständen läßt sich beispielsweise
eine plötzlich größer werdende Unwucht feststellen, was verschiedene Folgerungen
auf den Zustand des betreffenden Rades zuläßt. Auch ein plötzlicher Druckverlust
des betreffenden Rades läßt sich hierdurch erfassen.
Da sich Unwuchten erst ab einem bestimmten Wert nachteilig auf das Fahrverhalten
und die Fahrsicherheit auswirken, ist es darüber hinaus von Vorteil, daß eine erfaßte
Unwucht erst nach Überschreiten eines vorgegebenen unteren Unwuchtgrenzwertes
als Unwucht angezeigt wird.
Grundsätzlich ist es möglich, daß eine Unwucht an der Felge durch eine Unwucht am
Reifen kompensiert wird. In einem solchen Falle würde die Sensoreinrichtung, die an
der Felge befestigt ist, eine Schwingung wahrnehmen bzw. eine Unwucht erfassen,
obwohl das Rad insgesamt "ruhig" läuft. Um Fehler dieser Art auszuschalten, ist er
findungsgemäß vorgesehen, daß das Rad nach der Montage der Sensoreinrichtung
ausgewuchtet und die Sensoreinrichtung entsprechend abgeglichen wird. Dabei wird
der Sensoreinrichtung der ausgewuchtete Zustand als Nullpunkt vorgegeben, so daß
eine von der Sensoreinrichtung ermittelte Unwucht bei ausgewuchtetem Rad ent
sprechend abgeglichen wird. Dies hat zur Folge, daß von der Sensoreinrichtung wäh
rend des Fahrbetriebs des Fahrzeugs ermittelte Unwuchten entsprechend abgegli
chen und berücksichtigt werden.
Konstruktiv weist die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erfassung einer Unwucht
an einem eine Felge aufweisenden Rad eines Kraftfahrzeugs während der Fahrt des
Kraftfahrzeugs wenigstens eine unmittelbar an der Felge des Rades befestigte, einen
Sender aufweisende Sensoreinrichtung zur Erfassung der Unwucht, und eine zugeordnete,
einen Empfänger aufweisende Empfangseinrichtung auf, wobei die Sensor
einrichtung einen Speicher zur Speicherung der erfaßten Werte der Unwucht auf
weist und wobei die Sensoreinrichtung und die Empfangseinrichtung derart ausge
bildet sind, daß die erfaßten und gespeicherten Unwuchtwerte telemetrisch zur Emp
fangseinrichtung übertragen werden.
Während eine interne, im Kraftfahrzeug ange
brachte Empfangseinrichtung dem Fahrer unmittelbar nach Auftreten der Unwucht
dies über einen entsprechende Anzeigeeinrichtung anzeigen kann, kann eine nicht
mit dem Fahrzeug verbundene externe Empfangseinrichtung in Werkstätten dazu
dienen, das unwuchtige Rad zu ermitteln, ohne daß eine Demontage aller Räder vom
Kraftfahrzeug erforderlich ist.
Während des Fahrbetriebs wirken eine Reihe von Einflüssen auf das Rad, die zu ent
sprechenden Kräften und daraus resultierenden Schwingungen des Rades führen. All
diese Schwingungen werden von der Sensoreinrichtung registriert. Um fehlerfrei eine
Unwucht ermitteln bzw. feststellen zu können, weist die Sensoreinrichtung vorzugs
weise eine mit dem Sender gekoppelte Filtereinrichtung zur Filtration und Signalauf
bereitung der am Rad gemessenen Werte auf. Die von einer Unwucht erzeugten Si
gnale unterscheiden sich von durch einen unebenen Bodenbelag hervorgerufenen
Signalen deutlich, da Unwuchtsignale in regelmäßigen Abständen abhängig von der
Fahrgeschwindigkeit auftreten, was bei durch Bodenunebenheiten hervorgerufenen
Signalen nicht der Fall ist. Insbesondere unter Berücksichtigung der Fahrgeschwin
digkeit des Kraftfahrzeugs lassen sich die Unwuchtsignale ohne weiteres aus den
insgesamt erfaßten Signalen filtern. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor,
daß die erfaßten Werte der Unwucht mit vorgegebenen Sollwerten miteinander ver
glichen werden, um Abweichungen vom einem Sollzustand zu ermitteln.
Die Energieversorgung der Sensoreinrichtung erfolgt vorzugsweise über eine Batte
rie, die in die Sensoreinrichtung integriert sein kann. Im übrigen kann die Sensorein
richtung sowohl an der Innen- als auch an der Außenseite der Felgenschüssel befe
stigt sein. Wird die Sensoreinrichtung an der Innenseite der Felgenschüssel befestigt,
kann sie wie ein Ausgleichsgewicht angeklebt werden. Die Anbringung an der In
nenseite der Felgenschüssel hat den Vorteil, daß die Sensoreinrichtung im abgenom
menen Zustand des Rades ohne weiteres zugänglich ist. Befindet sich die Sensorein
richtung an der Außenseite der Felgenschüssel, so bietet sich die Befestigung mittels
einer umlaufenden Schelle an. Bei dieser Ausgestaltung ist die Sensoreinrichtung nur
zugänglich, wenn der Reifen von der Felge abgenommen worden ist.
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur
Erfassung einer Unwucht,
Fig. 2 eine Querschnittsansicht einer Felge mit einer an der Außenseite der Fei
genschüssel angebrachten Sensoreinrichtung und
Fig. 3 eine Querschnittsansicht einer Felge mit einer in der Felgenschüssel an
gebrachten Sensoreinrichtung.
In Fig. 1 ist schematisch eine Vorrichtung 1 zur Erfassung einer Unwucht an einem
eine Felge 2 aufweisenden Rad eines Kraftfahrzeugs dargestellt. Die Vorrichtung 1
weist eine am Rad zu befestigende Sensoreinrichtung 3 auf, die zur Erfassung einer
Unwucht des Rades vorgesehen ist. Bei der Sensoreinrichtung 3 handelt es sich
letztlich um einen Beschleunigungssensor, auf den die beim Fahrbetrieb auftretenden
Fliehkräfte wirken und der einerseits mit einem Sender 4 und andererseits mit einer
Filtereinrichtung 5 zur Filtration und Signalaufbereitung der am Rad gemessenen
Werte versehen ist. Neben dem Sender 4 und der Filtereinrichtung 5 weist die Sen
soreinrichtung 3 aber auch noch einen Speicher 11 und eine Batterie 12 zum Lang
zeitbetrieb auf.
Weiterhin weist die Vorrichtung 1 eine im Kraftfahrzeug vorgesehene Empfangsein
richtung 6 auf. Außerdem kann der Vorrichtung eine externe Empfangseinrichtung 7
zugeordnet sein, die zur Verwendung in Werkstätten vorgesehen ist. Die Empfangs
einrichtungen 6, 7 weisen jeweils einen Empfänger 8 auf, der zum Zusammenwirken
mit dem Sender 4 vorgesehen ist. Während die Empfangseinrichtung 6 fest in das
Kraftfahrzeug integriert ist, handelt es sich bei der Empfangseinrichtung 7 bevorzugt
um ein Handgerät zum Werkstatteinsatz, das zur Unwuchtanzeige an die jeweiligen
Räder des Kraftfahrzeugs gehalten werden kann.
Neben dem Empfänger 8 weist jede Empfangseinrichtung 6, 7 einen Vergleicher 9
zum Vergleich der erfaßten Werte der Unwucht mit voreingestellten bzw. gespeicher
ten Werten sowie eine Anzeigeeinrichtung 10 auf. Grundsätzlich kann der Verglei
cher aber auch Teil der Sensoreinrichtung sein, so daß überhaupt nur solche Werte an
den Empfänger gesendet werden, die einen unteren Unwuchtgrenzwert überschrei
ten. Bei der Anzeigeeinrichtung 10 handelt es sich zumindest um eine optische An
zeige der erfaßten Unwucht. Bei einfachen Ausführungen reicht eine qualitative An
zeige durch ein dauerhaft leuchtendes oder blinkendes Signal. Bei Unwuchtwerten,
die im Gefahrenbereich liegen, kann insbesondere bei der Anzeigeeinrichtung 10 der
Empfangseinrichtung 6 im Kraftfahrzeug ein zusätzliches akustisches Signal ertönen.
Die Sensoreinrichtung 3 kann, wie sich dies aus Fig. 2 ergibt, auf der Außenseite 13
der Felgenschüssel 14 angebracht sein. Die Befestigung kann beispielsweise über
eine umlaufende Schelle 15 erfolgen. Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform
ist die Sensoreinrichtung 3 an der Innenseite 16 der Felgenschüssel 14 angebracht.
Die Befestigung erfolgt hier über eine Verklebung. Bei den zuvor angegebenen Be
festigungen handelt es sich um nachträgliche Befestigungsarten. Grundsätzlich ist es
aber auch möglich, die Sensoreinrichtung in einer von vornherein vorgesehenen
Ausnehmung der Felge in jeglicher Art zu befestigen.
Das Verfahren zur Erfassung einer Unwucht an einem Rad des
Kraftfahrzeuges läuft nun wie folgt ab:
Während des Fahrbetriebs des Fahrzeuges wirken auf die an der Felge 2 befestigte Sensoreinrichtung 3 Fliehkräfte ein. Des weiteren ergeben sich Schwingungen auf grund von Bodenunebenheiten. Die insgesamt erfaßten Werte werden von der Fil tereinrichtung 5 gefiltert und aufbereitet. Die aufbereiteten Werte werden im Speicher 11 gespeichert und über den Sender 4 an den Empfänger 8 in der Empfangseinrichtung 6 des Kraftfahrzeuges gesendet. Die empfangenen Werte werden mit voreingestellten Werten im Vergleicher 9 verglichen. Unterschreiten die Istwerte vorgegebene Mindestgrenzwerte, erfolgt keine Anzeige über die Anzeigeeinrichtung 10. Werden die Mindestgrenzwerte jedoch überschritten, wird dies dau erhaft optisch über ein entsprechendes Signal angezeigt. Dabei kann vorgesehen sein, daß die optische Anzeige erst wieder erlischt, wenn die Unwucht beseitigt wor den ist. Es kann auch vorgesehen sein, daß die Unwucht immer nur dann angezeigt wird, solange relevante Unwuchtwerte während des Fahrbetriebs festgestellt werden.
Während des Fahrbetriebs des Fahrzeuges wirken auf die an der Felge 2 befestigte Sensoreinrichtung 3 Fliehkräfte ein. Des weiteren ergeben sich Schwingungen auf grund von Bodenunebenheiten. Die insgesamt erfaßten Werte werden von der Fil tereinrichtung 5 gefiltert und aufbereitet. Die aufbereiteten Werte werden im Speicher 11 gespeichert und über den Sender 4 an den Empfänger 8 in der Empfangseinrichtung 6 des Kraftfahrzeuges gesendet. Die empfangenen Werte werden mit voreingestellten Werten im Vergleicher 9 verglichen. Unterschreiten die Istwerte vorgegebene Mindestgrenzwerte, erfolgt keine Anzeige über die Anzeigeeinrichtung 10. Werden die Mindestgrenzwerte jedoch überschritten, wird dies dau erhaft optisch über ein entsprechendes Signal angezeigt. Dabei kann vorgesehen sein, daß die optische Anzeige erst wieder erlischt, wenn die Unwucht beseitigt wor den ist. Es kann auch vorgesehen sein, daß die Unwucht immer nur dann angezeigt wird, solange relevante Unwuchtwerte während des Fahrbetriebs festgestellt werden.
In einer Werkstatt können die im Speicher 11 gespeicherten Unwuchtwerte über die
Empfangseinrichtung 7, die in gleicher Weise wie die Empfangseinrichtung 6 funk
tioniert, abgefragt werden.
Claims (21)
1. Verfahren zur Erfassung einer Unwucht an einem eine Felge (2) aufweisenden Rad
eines Kraftfahrzeugs während der Fahrt des Kraftfahrzeugs, dadurch gekennzeich
net, daß die Erfassung der Unwucht durch eine unmittelbar an der Felge befestigte
Sensoreinrichtung (3) erfolgt, daß die erfaßten Werte der Unwucht von einem Sender
(4) der Sensoreinrichtung (3) an einen Empfänger (8) einer Empfangseinrichtung (6)
im Kraftfahrzeug telemetrisch übertragen werden und daß im Kraftfahrzeug in Ab
hängigkeit der Werte der erfaßten Unwucht eine zugeordnete maximale Grenzge
schwindigkeit des Kraftfahrzeugs und/oder ein zu meidender Fahrgeschwindigkeits
bereich qualitativ und/oder quantitativ angezeigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erfaßten Werte der
Unwucht nach Betrag und Lage von der Sensoreinrichtung (3) gespeichert werden,
und daß die gespeicherten Werte an der Empfangseinrichtung (6) abgefragt werden
können.
3. Verfahren zur Erfassung einer Unwucht an einem eine Felge (2) aufweisenden Rad
eines Kraftfahrzeugs während der Fahrt des Kraftfahrzeugs, dadurch gekennzeich
net, daß die Erfassung der Unwucht durch eine unmittelbar an der Felge befestigte
Sensoreinrichtung (3) erfolgt, daß die erfaßten Werte der Unwucht nach Betrag und
Lage von der Sensoreinrichtung (3) gespeichert werden und daß die während der
Fahrt erfaßten und gespeicherten Werte der Unwucht von einem Sender (4) der Sen
soreinrichtung (3) an einen Empfänger (8) einer externen Empfangseinrichtung (7)
außerhalb des Kraftfahrzeugs telemetrisch übertragen werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Werte der Unwucht
an ein manuell an das Rad zu haltendes Empfangsgerät telemetrisch übertragen wer
den.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß von der
Sensoreinrichtung (3) die Unwuchtwerte qualitativ und/oder quantitativ erfaßt wer
den.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die er
faßte Unwucht qualitativ und/oder quantitativ optisch und/oder akustisch angezeigt
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in Ab
hängigkeit der Werte der erfaßten Unwucht eine zugeordnete maximale Grenzge
schwindigkeit des Kraftfahrzeugs und/oder ein zu meidender Fahrgeschwindig
keitsbereich qualitativ und/oder quantitativ angezeigt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Er
fassung der Unwucht in regelmäßigen Abständen jeweils über einen vorgegebenen
Zeitraum erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine
erfaßte Unwucht erst nach Überschreiten eines vorgegebenen unteren Unwucht
grenzwertes als Unwucht angezeigt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das
Rad nach der Montage der Sensoreinrichtung (3) ausgewuchtet wird und daß der
Sensoreinrichtung (3) der ausgewuchtete Zustand als Nullpunkt vorgegeben wird, so
daß eine von der Sensoreinrichtung (3) ermittelte Unwucht bei ausgewuchtetem Rad
entsprechend abgeglichen wird.
11. Vorrichtung (1) zur Erfassung einer Unwucht an einem eine Felge (2) aufweisen
den Rad eines Kraftfahrzeugs während der Fahrt des Kraftfahrzeugs, mit wenigstens
einer unmittelbar an der Felge (2) des Rades befestigten, einen Sender (4) aufwei
senden Sensoreinrichtung (3) zur Erfassung der Unwucht und einer zugeordneten,
einen Empfänger (8) aufweisenden Empfangseinrichtung (6, 7), wobei die Sensor
einrichtung (3) einen Speicher (11) zur Speicherung der erfaßten Werte der Unwucht
aufweist und wobei die Sensoreinrichtung (3) und die Empfangseinrichtung (6, 7)
derart ausgebildet sind, daß die erfaßten und gespeicherten Unwuchtwerte teleme
trisch zur Empfangseinrichtung (6, 7) übertragen werden.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die den Empfänger
(8) aufweisende Empfangseinrichtung (6) im Kraftfahrzeug vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die den Empfänger
(8) aufweisende Empfangseinrichtung (7) außerhalb des Kraftfahrzeugs vorgesehen
ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
die Sensoreinrichtung (3) eine mit dem Sender (4) gekoppelte Filtereinrichtung (5)
zur Filtration und Signalaufbereitung der am Rad gemessenen Werte aufweist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß
die Sensoreinrichtung (3) batteriebetrieben ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Vergleicher (9) zum Vergleich der erfaßten Werte der Unwucht mit vorgegebenen
Werten vorgesehen ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß
die Sensoreinrichtung (3) an der Außenseite (13) oder der Innenseite (16) der Felgen
schüssel (14) befestigt ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß
der Empfänger (8) mit einer optischen und/oder akustischen Anzeigeeinrichtung (10)
der Empfangseinrichtung (6, 7) gekoppelt ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß
eine umlaufende Schelle zur Befestigung an der Felgenschüssel (14) vorgesehen ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß
die Sensoreinrichtung mit einer Klebschicht zum Ankleben an der Innenseite (16) der
Felgenschüssel (14) versehen ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß
die Empfangseinrichtung (7) als Handgerät ausgeführt ist.
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1999
- 1999-10-02 DE DE19947534A patent/DE19947534C2/de not_active Expired - Fee Related
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|---|---|
| DE19947534A1 (de) | 2001-01-04 |
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