DE19950102A1 - Verfahren zum Ableiten einer unter Überdruck stehenden Flüssigkeit durch einen Syphon - Google Patents
Verfahren zum Ableiten einer unter Überdruck stehenden Flüssigkeit durch einen SyphonInfo
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Abstract
Flüssigkeit wird aus einem unter einem Druck p1 von mindestens 2 bar stehenden Raum durch einen Syphon mit einem Fallrohr und einem Steigrohr zu einem Auslauf geleitet, der unter einem Druck p3 steht, der um mindestens 1 bar niedriger ist als der Druck p1. Die Flüssigkeit wird im Fallrohr durch eine Dralleinrichtung geführt, welche die Flüssigkeit zur Ausbildung einer rotierenden Strömung umlenkt. Unter der Dralleinrichtung im Bereich der rotierenden Strömung wird eine Trombe gebildet, in deren Gasraum ein Druck p2 herrscht, der um mindestens 0,1 bar niedriger als der Druck p1 ist. Die Flüssigkeit bildet über der Dralleinrichtung eine geschlossene Schicht.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ableiten einer
Flüssigkeit aus einem unter einem Druck p1 von mindestens 2
bar stehenden Raum durch einen Syphon mit einem Fallrohr
und einem Steigrohr zu einem Auslauf, der unter einem Druck
p3 steht, der um mindestens 1 bar niedriger ist als der
Druck p1.
Bei bekannten Syphons liegen die Druckunterschiede zwischen
dem höchsten Druck und dem Druck am Auslauf üblicherweise
zwischen 0,5 und 6 bar. Das Steigrohr muß in diesen Fällen
eine Höhe von bis zu etwa 60 m aufweisen, damit die darin
befindliche Flüssigkeit, wenn es sich um Wasser handelt,
einen genügend hohen Gegendruck erzeugt. Diese Bauhöhen
sind sehr lästig, und es müssen noch größere Höhen für das
Steigrohr vorgesehen werden, wenn das spezifische Gewicht
der Flüssigkeit (kg/l) kleiner 1 ist. Auch bei Wasser ist
mit einem spezifischen Gewicht kleiner 1 zu rechnen, wenn
es Gase gelöst oder in Blasenform enthält, wie das z. B.
bei Waschwasser der Fall sein kann, das aus einem
Gaswäscher kommt. Hierbei können in der Praxis Werte des
spezifischen Gewichts des Wassers im Bereich von etwa 0,6
bis 0,8 auftreten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Bauhöhe des
Syphons zu verringern, auch soll der Syphon für
Flüssigkeiten gut geeignet sein, die im Überdruckbereich
mit Gasen in Berührung kommen und diese teilweise
aufnehmen. Die Erfindung wird beim eingangs genannten
Verfahren dadurch gelöst, daß die Flüssigkeit im Fallrohr
durch eine Dralleinrichtung geführt wird, welche die
Flüssigkeit zur Ausbildung einer rotierenden Strömung
umlenkt, wobei unter der Dralleinrichtung im Bereich der
rotierenden Strömung eine Trombe gebildet wird, in deren
Gasraum ein Druck p2 herrscht, der um mindestens 0,1 bar
niedriger als der Druck p1 ist, und daß die Flüssigkeit
über der Dralleinrichtung eine geschlossene Schicht bildet.
Die geschlossene Flüssigkeitsschicht zusammen mit der
Dralleinrichtung ergibt einen ersten Druckverlust in der
Flüssigkeit, dabei sorgt man vorteilhafterweise dafür, daß
sich die geschlossene Flüssigkeitsschicht etwa
pfropfenartig auf der Dralleinrichtung befindet und
gasdichtend wirkt. Ein zweiter Druckverlust in der
Flüssigkeit entsteht in der rotierenden Flüssigkeit im
Trombenbereich, wobei Energie insbesondere durch Reibung
der Flüssigkeit an der Innenwand des Fallrohrs vernichtet
wird. Im Gasraum der Trombe, der völlig oder weitgehend
frei von Flüssigkeit ist, wird der Druck p2 gemessen, der
um mindestens 0,1 bar und zumeist mindestens 0,3 bar
niedriger als der Druck p1 ist. Weitere Energie wird in der
Flüssigkeit vernichtet, wenn die im Trombenbereich
rotierende Flüssigkeit abwärts fließt und in die beruhigte
Flüssigkeit übergeht, die sich im untersten Bereich des
Fallrohrs sammelt, bevor diese durch das Steigrohr
abfließt.
Die Dralleinrichtung kann in verschiedener Weise
ausgebildet sein, sie kann z. B. aus einer Rohrkrümmung
bestehen, die die Flüssigkeit im Fallrohr wendelförmig nach
unten führt. Ferner kann eine wendelförmige Führungsfläche,
die einen zentralen Verdrängerkörper umgibt, die
Dralleinrichtung bilden.
Es ist vorteilhaft, die Flüssigkeit im Abtauchrohr im
Abstand unter der Dralleinrichtung durch eine
Leitvorrichtung zum Bremsen der Rotation der Flüssigkeit zu
führen. Diese bremsende Leitvorrichtung erzeugt ebenfalls
wieder einen erwünschten Druckverlust in der Flüssigkeit,
und sie sorgt gleichzeitig dafür, daß der Gasraum der
Trombe nach unten begrenzt bleibt. Üblicherweise befindet
sich die Leitvorrichtung zum Bremsen der Rotation
mindestens 1 m und vorzugsweise mindestens 2 m unter der
Dralleinrichtung. Zusätzlich kann es vorteilhaft sein, wenn
die Flüssigkeit unter der Trombe und auf der
Leitvorrichtung zum Bremsen der Rotation eine geschlossene
Schicht bildet. Die Flüssigkeit auf der Leitvorrichtung
wirkt einerseits gasdichtend und andererseits beruhigt sich
die von der Trombe kommende, rotierende Flüssigkeit hier
schnell.
Ausgestaltungsmöglichkeiten des Verfahrens werden mit Hilfe
der Zeichnung erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Syphon im Längsschnitt in schematischer
Darstellung,
Fig. 2 eine Abwandlung des Fallrohrs im Längsschnitt,
Fig. 3 eine Ausführungsform der Dralleinrichtung in
Ansicht und
Fig. 4 den Horizontalschnitt durch eine Ausführungsform
der Leitvorrichtung zum Bremsen der
Flüssigkeitsrotation.
In einem Behälter (1) wird Gas, das in der Leitung (2)
herangeführt wird, mittels Wasser aus der Leitung (3)
gewaschen. Gewaschenes Gas zieht in der Leitung (4) ab, und
gebrauchtes Waschwasser sammelt sich im Sumpf (5). Der
Druck p1 im Behälter (1) liegt im Bereich von 2 bis 10 bar.
Das gebrauchte Waschwasser fließt durch den Kanal (6) und
durch einen Syphon (7) zum Ablauf (8), wo der Druck p3
herrscht, z. B. Atmosphärendruck.
Der Syphon (7) wird durch ein Fallrohr (10) und ein
Steigrohr (11) gebildet. Das Steigrohr weist im oberen
Bereich ein aufwärts gerichtetes Abflußrohr (12) auf, das
in den Ablauf (8) übergeht, der dadurch höher als der
Flüssigkeitsspiegel im Sumpf (5) liegt.
Im oberen Bereich des Fallrohrs (10) befindet sich eine
Dralleinrichtung (9), die schematisch vergrößert in Ansicht
in Fig. 3 dargestellt ist. Sie weist einen zentralen
Verdrängerkörper (9a) und eine wendelförmige, umlaufende
Führungsfläche (9b) auf. Der Gefällewinkel der
Führungsfläche (9b), gemessen gegen die Horizontale, liegt
üblicherweise im Bereich von 15 bis 70°. Die von oben
kommende Flüssigkeit fließt über die Führungsfläche (9b)
nach unten, wobei die Flüssigkeit in Rotation versetzt
wird. Unterhalb der Dralleinrichtung (9) bildet die
rotierende Flüssigkeit eine Trombe (15) mit einem zentralen
Gasraum (15a). Der Druck p2 im Gasraum (15a) ist niedriger
als der Druck p1 im Behälter (1). Dieser Druck p1 lastet
auch auf dem Flüssigkeitsspiegel (16), der sich oberhalb
der Dralleinrichtung (9) befindet. Die Flüssigkeitsschicht
zwischen dem Flüssigkeitsspiegel (16) und der
Dralleinrichtung (9) hat eine Höhe von mindestens 0,1 m und
zumeist mindestens 0,2 m, sie wirkt pfropfenartig
abdichtend und bewirkt einen Druckverlust in der
Flüssigkeit im Bereich unterhalb des Flüssigkeitsspiegels
(16).
Die rotierende Flüssigkeit der Trombe (15) wird im unteren
Bereich des Fallrohrs (10) durch Reibung gebremst, und
schließlich fließt die Flüssigkeit im Steigrohr (11)
aufwärts bis zum Auslauf (8). In Fig. 1 ist die Flüssigkeit
im Steigrohr (11) der besseren Übersichtlichkeit wegen
nicht durch Strichelung angedeutet.
Insbesondere dann, wenn die Druckdifferenz p1-p3 größer als
2 bar ist, kann es zweckmäßig sein, das Fallrohr (10) gemäß
Fig. 2 auszubilden. Unterhalb der Dralleinrichtung (9) ist
hierbei im unteren Bereich des Fallrohrs (10) noch eine
Leitvorrichtung (18) angeordnet, die dem Bremsen der
Rotation der von oben kommenden Flüssigkeit dient. Die
Leitvorrichtung, die im Horizontalschnitt in Fig. 4
vergrößert dargestellt ist, weist einen flüssigkeitsdichten
Verdrängerkörper (18a) und daran angeordnete senkrechte
Platten (15b) auf, die radial bis zur Innenseite des
Fallrohrs (10) reichen. Die Anzahl der radialen Platten
(18b) beträgt üblicherweise 4-16. Die Flüssigkeit, die
abwärts durch die Räume zwischen den Platten (18b), dem
Verdrängerkörper (18a) und der Innenseite des Fallrohrs
(10) strömt, verliert ihre Rotationsbewegung, wobei Energie
vernichtet und Druckverlust erzeugt wird. Gleichzeitig
wirkt die Leitvorrichtung entgasend auf die abwärts
strömende Flüssigkeit, wobei Gasblasen aufwärts in den
Bereich der Trombe steigen können, die in Fig. 2 nicht
dargestellt ist. Bei großer Rotationsgeschwindigkeit der
von der Dralleinrichtung (9) kommenden Flüssigkeit bildet
sich eine Trombe aus, deren Gasraum (15a) (vergleiche Fig.
1) nach unten nahezu bis zur Leitvorrichtung (18) reicht.
Es kann zweckmäßig sein, wenn die Flüssigkeit unter der
Trombe und auf der Leitvorrichtung (18) noch eine
geschlossene Flüssigkeitsschicht bildet, bevor die
Flüssigkeit durch die Leitvorrichtung abwärts strömt und
dann das Steigrohr (11) erreicht. Die Leitvorrichtung (18)
sorgt auch dafür, daß bei intensiver Rotation der
Flüssigkeit der Gasraum der Trombe nicht tiefer als bis zur
Leitvorrichtung (18) sinken kann.
In Fig. 1 ist noch eine Gasleitung (20) vorgesehen, die von
außen durch den Verdrängerkörper (9a) hindurch bis in den
Gasraum (15a) der Trombe (15) geführt ist. Oberhalb des
Fallrohrs (10) weist die Gasleitung ein Regelventil (21)
auf, über welches Gas aus dem Gasraum (15a) dosiert nach
außen in die Atmosphäre geleitet werden kann. Diese
Entgasung des Gasraums (15a) kann zweckmäßig sein, wenn der
Druck p2 im Gasraum (15a) zu weit ansteigt und dadurch der
Flüssigkeitsdurchtritt durch die Dralleinrichtung (9) in
störender Weise behindert wird. Über die Gasleitung (20)
kann so der Druck im Gasraum (15a) gemessen und geregelt
werden, und es ist möglich, über ein außen befindliches,
nicht dargestelltes Gebläse Luft in den Gasraum (15a)
einzuführen, falls dies notwendig werden könnte.
Es wird mit einer der Zeichnung entsprechenden Anordnung
gearbeitet, wobei das Fallrohr (10) gemäß Fig. 2
ausgebildet ist und eine Höhe (H1) von 42 m und einen
Durchmesser von 0,8 m aufweist. Der Abstand (H2) beträgt 18 m,
das Steigrohr (11) hat einen Durchmesser von 1,1 m, und
der Druck p3 am Auslauf (8) beträgt 1 bar. Vom Behälter (1)
fließt Wasser mit dem spezifischen Gewicht von 1 kg/l in
einer Menge von 1400 m3/h zum Flüssigkeitsspiegel (16) und
durch den Syphon (7). Die für die Beispiele 1 und 2
unterschiedlichen Daten sind folgende:
Claims (7)
1. Verfahren zum Ableiten einer Flüssigkeit aus einem unter
einem Druck p1 von mindestens 2 bar stehenden Raum durch
einen Syphon mit einem Fallrohr und einem Steigrohr zu
einem Auslauf, der unter einem Druck p3 steht, der um
mindestens 1 bar niedriger ist als der Druck p1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit im Fallrohr durch
eine Dralleinrichtung geführt wird, welche die
Flüssigkeit zur Ausbildung einer rotierenden Strömung
umlenkt, wobei unter der Dralleinrichtung im Bereich der
rotierenden Strömung eine Trombe gebildet wird, in deren
Gasraum ein Druck p2 herrscht, der um mindestens 0,1 bar
niedriger als der Druck p1 ist, und daß die Flüssigkeit
über der Dralleinrichtung eine geschlossene Schicht
bildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Druck p2 im Gasraum der Trombe von außen regelbar
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeit im Abtauchrohr unter der
Dralleinrichtung durch eine Leitvorrichtung zum Bremsen
der Rotation der Flüssigkeit geführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Leitvorrichtung zum Bremsen der Rotation
mindestens 1 m unter der Dralleinrichtung befindet.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit unter der
Trombe und auf der Leitvorrichtung zum Bremsen der
Rotation eine geschlossene Schicht bildet.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet, daß die geschlossene
Flüssigkeitsschicht auf der Dralleinrichtung eine Höhe
von mindestens 0,1 m hat.
7. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit in der
Dralleinrichtung über eine wendelförmige Führungsfläche
abwärts strömt.
Priority Applications (3)
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| DE1999150102 DE19950102A1 (de) | 1999-10-18 | 1999-10-18 | Verfahren zum Ableiten einer unter Überdruck stehenden Flüssigkeit durch einen Syphon |
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