DE19956830A1 - Durchführung - Google Patents
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Abstract
Die Durchführung weist auf ein bewegbar geführtes Übertragerelement, wobei ein Dichtspalt zwischen einem Gehäuse und dem Übertragerelement einen Hochdruckraum und einen Niederdruckraum miteinander verbindet und das dadurch gekennzeichnet ist, daß mindestens Hohlraum sich über eine Länge des Dichtspalts erstreckt, welcher entweder mit dem Hochdruckraum oder mit dem Niederdruckraum fluidisch verbunden ist, so daß eine Vergrößerung der Breite des Dichtspalts mittels einer radialen Dehnung des Hohlraums, die von einem Druckunterschied zwischen Hohlraum und Dichtspalt abhängig ist, verringerbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Durchführung mit einer Passung.
Beispielsweise aus DE 195 19 191 A1 ist ein Einspritzventil
bekannt, bei dem ein Hub einer Ventilnadel ein Öffnen und
Schließen einer Einspritzöffnung steuert. Zwischen Ventil
nadel und führendem Gehäuse existiert ein enger Dichtspalt.
Die Ventilnadel weist eine Steuerfläche an einer mit Kraft
stoff gefüllten Hochdruck-Einspritzkammer auf, wobei sich ein
Leckagestrom aus der Hochdruck-Einspritzkammer durch die Pas
sung an einen Abfluß einstellt. Bei Verwendung in einer Ver
brennungsmaschine wird der Kraftstoff des Leckagestroms in
der Regel wieder in einen Kraftstofftank zurückgeführt.
Zur Verringerung des Leckagevolumenstroms werden erhebliche
Anstrengungen unternommen. Denn erstens beeinträchtigen diese
hydraulischen Verluste einen Gesamtwirkungsgrad des Verbren
nungsmotors, da die entsprechende Antriebsleistung von der
Kraftstoff-Hochdruckpumpe aufgebracht werden muß. Und zwei
tens bedingt eine Rückführung des heißen Kraftstoffs eine
nachteilige Erwärmung des Inhaltes des Kraftstofftanks.
Das prinzipielle Problem besteht darin, daß durch den Hoch
druck, z. B. ca. 1500-2000 bar bei einer Diesel-Direktein
spritzung, die Führung der Ventilnadel im Bereich des
Dichtspalts radial gedehnt wird, während die Ventilnadel in
diesem Bereich in radialer Richtung gestaucht wird. Dadurch
erhöht sich die im drucklosen Zustand eingestellte Breite des
Dichtspalts erheblich. Es ist offensichtlich, daß sich dieses
prinzipielle Problem auch durch ein Spaltmaß nahe Null nicht
lösen läßt.
Die erheblich vergrößerte Breite des Dichtspalts führt zu ei
nem wesentlich größeren Leckagevolumenstrom und damit zu einem
erheblichen Energieverlust, der durch eine erhöhte
Pumpleistung der Kraftstoff-Hochdruckpumpe abgefangen werden
muß. Durch diesen Effekt wird also der Wirkungsgrad des Hoch
drucksystems und damit auch derjenige des Verbrennungsmotors
deutlich reduziert.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Möglich
keit zur Verringerung einer Leckage durch eine Passung be
reitzustellen.
Diese Aufgabe wird durch eine Durchführung gemäß Patent
anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Un
teransprüchen entnehmbar.
Die Durchführung weist ein in einem Gehäuse, das als Halte
rung dient, bewegbar geführtes Übertragerelement auf. Durch
das Übertragerelement, z. B. eine Ventilnadel oder eine Welle,
wird eine Bewegung, z. B. ein Hub und/oder eine Rotation,
übertragen, beispielsweise ein von einem Piezoaktor ausge
löster Hub. Unter bewegbar geführt wird axialverschiebbar ge
führt, z. B. bei einer Ventilnadel, und/oder drehbar geführt,
z. B. bei einer Welle, verstanden.
Das Gehäuse und das Übertragerelement sind durch einen
Dichtspalt, auch Passung genannt, voneinander getrennt. Durch
den Dichtspalt werden ein Hochdruckraum, z. B. eine Hoch
druck-Einspritzkammer eines Diesel- oder Benzineinspritzers,
und ein unter geringerem Druck stehender Niederdruckraum, z. B.
ein Ablauf, miteinander verbunden. Durch den Druckunter
schied zwischen Hoch- und Niederdruckraum kommt es zu eines
Leckagestrom vom Hochdruckraum zum Niederdruckraum.
Die Durchführung weist zudem mindestens einen axial, d. h.
entlang einer Längsachse I; ausgedehnten Hohlraum auf, der
sich mindestens teilweise über eine Länge des Dichtspaltes
erstreckt. Die Zahl der Hohlräume ist nicht eingeschränkt.
Der Hohlraum muß sich nicht über die ganze Länge des
Dichtspaltes erstrecken, sondern kann, z. B. abhängig von der
Betriebsstellung, auch kürzer sein als der Dichtspalt
und/oder nur teilweise in den Bereich des Dichtspaltes hin
einragen. Der Hohlraum kann beispielsweise um die Längsachse
I zentriert sein, z. B. zylinderförmig oder elliptisch, oder
er kann die Längsachse I nur umfassen, z. B. in Form eines
die Längsachse umfassenden offenen Hohlzylinders. Eine solche
Rotationssymmetrie um die Längsachse I ist aber nicht zwin
gend.
Der Hohlraum ist mit dem Hochdruckraum oder mit dem Nieder
druckraum fluidisch verbunden. Durch den Hohlraum wird also
keine fluidische Verbindung zwischen dem Hochdruckraum und
dem Niederdruckraum hergestellt.
Dabei ist mittels einer radialen (d. h. einer senkrecht zur
Längsachse I erfolgenden) Dehnung des Hohlraums eine Ver
größerung der Breite des Dichtspalts durch die Druckaufgabe
verringerbar. Die Größe der Dehnung des Hohlraums ist von ei
nem Druckunterschied zwischen Hohlraum und Dichtspalt abhän
gig.
Bei dieser Durchführung ergibt sich der Vorteil, daß die Deh
nung des Dichtspaltes in radialer Richtung durch die Dehnung
des Hohlraums wenigstens teilweise kompensierbar ist, und da
mit der Leckagevolumenstrom reduzierbar ist.
Es ist vorteilhaft, wenn die Durchführung eine Abdichthülse
zwischen Gehäuse und Übertragerelement aufweist, deren erste
Seitenwand eine Wand des Dichtspalts darstellt. Eine zweite
Seitenwand der Abdichthülse entspricht einer Wand des minde
stens einen Hohlraums. Zum Beispiel kann die Abdichthülse
hohlzylindrisch geformt sein, so daß sie eine Innen- und eine
Außenwand aufweist. Die Hülse kann auch einen Kragen aufwei
sen.
Die zweite Seitenwand kann zudem mittels einer umlaufenden
Dichtung, z. B. einer Verschweißung oder eines verschweißten
Kragens, am Gehäuse oder an dem Übertragerelement befestigt
sein. Dadurch wird mindestens ein Hohlraum geformt, wobei
mindestens ein Hohlraum mit dem Hochdruckraum fluidisch ver
bunden ist.
Beispielsweise kann ein Kragen eine hohlzylindrische Abdeck
hülse an ihrem dem Niederdruckraum zugewandten Ende abdich
ten, so daß nur ein mit dem Hochdruckraum verbundener Hohl
raum erzeugt wird. Auch kann z. B. eine abdichtende Ver
schweißung der Abdeckhülse an der zweiten Seitenwand vorhan
den sein, so daß ein mit dem Hochdruckraum und ein mit dem
Niederdruckraum verbundener Hohlraum erzeugt werden.
Es ist günstig, wenn die Abdichthülse mit dem Gehäuse verbun
den ist, so daß die erste Seitenwand der Abdichthülse der In
nenwand der Abdichthülse entspricht. Die Innenwand ist durch
den Dichtspalt von dem Übertragerelement getrennt. Die zweite
Seitenwand der Abdichthülse entspricht dann ihrer Außenwand,
so daß der mindestens eine Hohlraum durch die Außenwand und
das Gehäuse begrenzt wird.
Zum Beispiel ist die Abdichthülse hohlzylindrisch mit einem
Kragen, und das Übertragerelement, z. B. eine Ventilnadel,
wird durch sie hindurchgeführt. Die Abdichthülse wird durch
Verschweißung des Kragens mit dem restlichen Gehäuse verbun
den. Die Abdichthülse kann als getrenntes Bauteil oder als
Teil des Gehäuses aufgefaßt werden.
Es ist aus Gründen einer Montage günstig, wenn die Abdicht
hülse mit dem Übertragerelement verbunden ist. Die erste Sei
tenwand entspricht dabei der Außenwand der Abdichthülse, wel
che über den Dichtspalt vom Gehäuse getrennt ist. Analog ent
spricht die zweite Seitenwand der Abdichthülse ihrer Innen
wand, so daß der mindestens eine Hohlraum durch die Innen
wand, die Dichtung und das Übertragerelement begrenzt wird.
Zum Beispiel ist die Abdichthülse hohlzylindrisch und um
schließt das Übertragerelement. Sie als getrenntes Bauteil
oder als Teil des Übertragerelements aufgefaßt werden.
Es wird eine Durchführung besonders bevorzugt, bei der die
Abdichthülse hohlzylindrisch ist, und zwar sowohl glatt als
auch mindestens abschnittsweise wandstärkenmoduliert.
Es ist zur vereinfachten Anwendung auch vorteilhaft, wenn die
Abdichthülse, z. B. durch einen verschweißten umlaufenden
Kragen, gegen den Niederdruckraum abgedichtet ist, so daß nur
mindestens ein mit dem Hochdruckraum verbundener Hohlraum von
der Abdichthülse begrenzt wird.
Zur verfeinerten Einstellung der Kompensation der Dehnung des
Dichtspaltes wird eine Abdichthülse bevorzugt, bei der eine
Dichtung zwischen Niederdruckraum und Hochdruckraum ange
bracht ist, so daß mindestens ein Hohlraum mit dem Hochdruck
raum fluidisch verbunden ist und mindestens ein weiterer
Hohlraum mit dem Niederdruckraum fluidisch verbunden ist.
Es wird auch allgemein eine Durchführung bevorzugt, bei der
sich mindestens ein Hohlraum innerhalb des Übertragerelemen
tes, z. B. einer Ventilnadel, befindet, insbesondere wenn der
mindestens eine Hohlraum fluidisch mit der Hochdruckkammer
verbunden ist.
Der mindestens eine Hohlraum innerhalb des Übertragerelemen
tes kann aber auch fluidisch mit der Niederdruckkammer ver
bunden sein und sich, ausgehend vom Niederdruckraum, nicht
über die ganze Länge des Dichtspaltes erstrecken.
Günstig ist eine leckagereduzierende Durchführung in einer
Kraftstoff-Dosiervorrichtung, insbesondere bei einem Diesel-
Direkteinspritzer, z. B. nach dem Common-Rail-Prinzip, und
einem Benzin-Direkteinspritzer, bei der das Übertragerelement
eine Ventilnadel ist.
In den folgenden Ausführungsbeispielen wird die Durchführung
schematisch näher beschrieben.
Die Fig. 1 und 2 zeigen Durchführungen mit einer zylindri
schen Abdichthülse,
die Fig. 3 und 4 zeigen Durchführungen mit einer weitge
hend zylindrischen Abdichthülse,
die Fig. 5 und 6 zeigen Durchführungen mit einer rotati
onssymmetrischen Abdichthülse,
die Fig. 7 bis 9 zeigen Dosiervorrichtungen mit verschie
denen Abdichthülsen,
Fig. 10 zeigt eine Dosiervorrichtung mit einer hohlen Ven
tilnadel,
die Fig. 11 und 12 zeigen Dosiervorrichtungen mit ver
schiedenen Hohlräumen innerhalb und außerhalb der Ventilna
del,
Fig. 13 zeigt ein Diagramm der Breite b des Dichtspalts ge
gen die Länge L des Dichtspalts,
Fig. 14a zeigt eine herkömmliche Dosiervorrichtung im druck
losen Zustand,
Fig. 14a zeigt eine herkömmliche Dosiervorrichtung im druck
beaufschlagten Zustand.
Fig. 14a zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht den
Kopf eines herkömmlichen Common-Rail-Injektors zur Hochdruck-
Direkteinspritzung von Kraftstoff in den Brennraum eines Ver
brennungsmotors, z. B. eines Dieselmotors, im drucklosen Zu
stand.
In einem Gehäuse 1 ist ein Übertragerelement 2 in Form einer
Ventilnadel 13 entlang einer Längsachse I axialverschiebbar
angebracht. Die Ventilnadel 13 kann z. B. an ein hydrauli
sches Servoventil oder direkt an einen Aktor angeschlossen
sein. Sie ist an einem Ventilsitz 12 aufsetzbar, so daß durch
ihren Hub mehrere Einspritzöffnungen 11 verschließbar sind.
Zudem weist die Ventilnadel 13 eine an einen Hochdruckraum 5
angrenzende Steuerfläche auf. Durch den Dichtspalt 6 zwischen
Gehäuse 1 und Ventilnadel 13 fließt ein Leckagestrom in einen
Niederdruckraum 7. Über eine Fluidzuleitung 10 wird ein von
einer Hochdruckpumpe geförderte Kraftstoff unter Hochdruck,
typischerweise 1500 bar bis 2000 bar bei einer Diesel
einspritzung, in den Hochdruckraum 5 eingespeist.
Wird die Ventilnadel 13 von dem in das Gehäuse 1 eingearbei
teten Ventilsitz 12 abgehoben, so wird durch die Einspritz
öffnungen 11 Kraftstoff in den Brennraum eingespritzt.
Zur Beendigung des Einspritzvorgangs wird der Injektor durch
das Aufsetzen der Ventilnadel 13 auf den Ventilsitz 12 ge
schlossen.
Die Durchführung der Ventilnadel 13 aus dem druckbeaufschlag
ten Hochdruckraum 5 in den weitgehend drucklosen Niederdruck
raum 7, in dem sich z. B. auch ein Antrieb befinden kann, er
folgt über einen sehr engen Dichtspalt 6 der (axialen) Länge
L und der (radialen) Breite b. Hierdurch entsteht im druckbe
aufschlagten Zustand ein Kraftstoff-Leckagestrom aus dem
Hochdruckraum 5 längs des Dichtspalts 6 in den Niederdruck
raum 7. Der in den Niederdruckraum 7 leckende Kraftstoff wird
über eine Rücklaufleitung in den Fahrzeugtank zurückgeführt.
Zur Reduzierung des Leckagevolumenstroms muß der Dichtspalt 6
einerseits eine ausreichende Länge L und andererseits eine
sehr geringe Breite b aufweisen. Typische Längen L des Dicht
spalts 6 liegen im Bereich von 10-20 mm bei einer radialen
Breite b, dem Spaltmaß, von 2-3 µm.
Eine weitere signifikante Verringerung der Breite b ist äu
ßerst unwahrscheinlich, da zur Herstellung des engen
Dichtspalts 6 bereits heute modernste fertigungstechnische
Methoden angewandt werden und die Ventilnadel 13 in das Ge
häuse 1 zwar einerseits möglichst eng eingepaßt, andererseits
aber ein Klemmen der Ventilnadel 13 sicher vermieden werden
muß. Da alle Fertigungsschritte zur Einpassung der Ventil
nadel 13 im drucklosen Zustand des Injektors erfolgen, ergibt
sich hiermit auch nur im drucklosen Zustand des Injektors ei
ne konstante minimale Spaltbreite b.
Fig. 14b zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht die
Dosiervorrichtung aus Fig. 14a im druckbeaufschlagten Zu
stand.
Das prinzipielle Problem bei der Druckbeaufschlagung besteht
darin, daß unter der Wirkung des Hochdrucks von ca. 1500-
2000 bar das Gehäuse 1 im Bereich des Dichtspalts 6 in radia
ler Richtung, also senkrecht zur Längsachse I, gedehnt wird,
während die Ventilnadel 13 in diesem Bereich in radialer
Richtung komprimiert wird. Dadurch wird die im drucklosen Zu
stand eingestellte Breite b des Dichtspalts 6 erheblich er
höht. Dieses prinzipielle Problem läßt sich auch durch ein
Spaltmaß b nahe Null nicht lösen.
Die erheblich vergrößerte Breite b des Dichtspalts 6 führt zu
einem wesentlich größeren Leckagevolumenstrom und damit zu
einem erheblichen Energieverlust, der durch eine erhöhte
Pumpleistung der Kraftstoff-Hochdruckpumpe abgefangen werden
muß. Letztendlich wird durch diesen Effekt der Wirkungsgrad
des Hochdrucksystems und damit auch der des Verbrennungs
motors deutlich reduziert.
Die Auslegung eines Injektors ist eine Kompromißabstimmung
zwischen Bauvolumen (= Wandstärke), Funktion, Wirkungsgrad,
Herstellbarkeit und Kosten. Eine Erweiterung des Druckniveaus
auf Drücke von < 2000 bar wird durch die hydraulischen Verlu
ste erheblich erschwert.
Eine weitere Verringerung der anfänglichen Breite b des
Dichtspalts 6 (im drucklosen Zustand) ist nicht zielführend,
weil man mit einer Breite b von ca. 2-3 µm bereits am unteren
Limit von in Großserie sinnvoll herstellbaren Passungen
angelangt ist. Zudem muß ein Klemmen der Ventilnadel 13 µm
Gehäuse 1 auf alle Fälle vermieden werden. Die druckbedingte
Aufweitung ist immer vorhanden, und eine Erhöhung der Wand
stärke des Ventilnadelhalters ist aus baulichen Gründen nicht
durchführbar ist (z. B. bedingt eine zentrale Einspritzlage
beim Common-Rail-Injektor einen langen und schlanken führen
den Dichtspalt 6).
Fig. 1 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht eine
mögliche Durchführung im drucklosen Zustand.
Das Übertragerelement 2, z. B. eine Ventilnadel 13 oder eine
Welle, ist über die gesamte Länge L des Dichtspalts 6 mit ei
ner konstanten Breite b von 2 µm zu einer Abdichthülse 3 ein
gepaßt. Die Abdichthülse 3 ist mit dem Gehäuse 1 verbunden,
so daß ein wird ein um die Längsachse I umlaufender Hohlraum
H gebildet wird, der durch das Gehäuse 1 und die Außenwand
der Abdichthülse 3 begrenzt wird.
Bei Anlegen eines Hochdruckes an den Hochdruckraum 5 erfolgt
längs des Dichtspalts 6 ein Druckabfall auf das Druckniveau
des drucklosen Niederdruckraums 7. Am hochdruckseitigen Ein
laufende der Abdichthülse 3 herrscht außerhalb und innerhalb
der Abdichthülse 3 nahezu der gleiche Druck, so daß dort die
ursprüngliche Breite b von 2 µm beibehalten bleibt.
Durch den anliegenden Hochdruck wird das Gehäuse 1 radial ge
dehnt, wobei die mit dem Gehäuse 1 über eine umlaufende Ver
schweißung 9 verbundene hohlzylindrische Abdichthülse 3 im
Bereich eines Kragens 8 zunächst radial mitgedehnt wird. Weil
der Druck im Dichtspalt 6 mit zunehmendem Abstand vom hoch
druckseitigen Ende der Abdichthülse 3 bis auf das drucklose
Niveau des Niederdruckraums 7 abfällt und gleichzeitig der
volle Hochdruck im Hohlraum H ansteht, wirkt auf die Abdicht
hülse 3 eine vom hochdruckseitigen Ende zur Niederdruckseite
hin zunehmende nach innen gerichtete Druckkraft. Durch diese
radiale Kompressionskraft wird die Abdichthülse 3 vom hoch
druckseitigen Ende zur Niederdruckseite zunehmend radial ge
staucht, womit der druckbedingten Aufweitung des Gehäuses 1
entgegengewirkt wird.
Durch geeignete Auslegung der Wandstärke und Länge L der Ab
dichthülse 3 kann so der druckbedingten Aufweitung des
Dichtspaltes 6 entgegengewirkt werden oder diese sogar gänz
lich vermieden werden.
Eine solche Durchführung kann z. B. zur Führung einer Ventil
nadel 13 in einem Einspritzer verwendet werden oder bei einer
Halterung einer umlaufenden Welle.
Fig. 2 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht eine
weitere Durchführung in drucklosem Zustand. Im Unterschied zu
dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Ab
dichthülse 3 hier innendruckbeaufschlagt.
Die Abdichthülse 3 ist an ihrem Kragen 8 über Verbindungs
punkte 9, z. B. eine Schweißnaht, mit dem Übertragerelement 2
verbunden. Der zum Hochdruckraum 5 offene Hohlraum H wird so
mit durch die Innenwand der Abdichthülse 3 und das Übertra
gerelement 2 begrenzt.
Durch die hierdurch hervorgerufene radiale Dehnung bei Druck
beaufschlagung wird erreicht, daß sich die Außenwand der Ab
dichthülse 3 im Bereich des Dichtspalts 6 so an das druckauf
geweitete Gehäuse 1 anpaßt, daß die im drucklosen Zustand
eingestellte Breite b des Dichtspaltes 6 weitgehend konstant
bleibt.
Fig. 3 zeigt analog Fig. 1 eine Durchführung mit geändertem
Kragen 8 der Abdichthülse 3 und geänderter Schweißbefestigung
9.
Außerdem ist die Abdichthülse 3 im Bereich der Schweißpunkte
9 zur Vermeidung einer Kantenbelastung angefast. Dies ent
spricht einer mindestens teilweise wandstärkenmodulierten
hohlzylindrischen Abdichthülse 3. Selbstverständlich können
auch andere Arten von Befestigungspunkten bzw. Methoden der
Befestigung verwendet werden, z. B. Verkleben, Vernieten oder
Verschrauben.
Fig. 4 zeigt analog Fig. 2 eine Durchführung mit geändertem
Kragen 8 und geänderter Schweißbefestigung 9 der Abdichthülse
3 an dem Übertragerelement 2. Analog Fig. 3 ist die Kontur
der Abdichthülse 3 im Bereich der Schweißpunkte 9 (Schweiß
nähte) zur Vermeidung einer Kantenbelastung angefast.
Fig. 5 zeigt eine weitere Durchführung als Schnittdarstel
lung in Seitenansicht.
Zur möglichst exakten Einstellung einer druckunabhängigen mi
nimalen Breite b des Dichtspalts 6 müssen die Deformationen
der Dichtfläche des Gehäuses 1 und die Deformationen der Ab
dichthülse 3 möglichst über die gesamte Länge L des
Dichtspalts 6 sehr genau aneinander angepaßt werden. Dies
setzt entsprechende Kenntnisse über den axialen Druckverlauf
im Dichtspalt 6 und über die druckbedingten Deformationen der
Körper voraus. Aufgrund der komplexen Wechselwirkung beider
Einflüsse, bei der z. B. Aufweitung und Druckverlauf nicht
voneinander unabhängig sind, ist dies meist nur mit Hilfe nu
merischer Verfahren, z. B. von Finite-Elemente-Simulationen,
möglich.
Diese Figur gibt ein Beispiel dafür, wie durch eine geeignete
Modulation der Wandstärke der Abdichthülse 3 eine dem axialen
Druckverlauf im Dichtspalt 6 angepaßte Deformation der Ab
dichthülse 3 bzw. des Hohlraums H und damit eine weitgehend
druckunabhängige Breite b des Dichtspalts 6 erzielt werden
kann. Die optimale Kurvatur der Abdichthülse 3 wird durch Si
mulationsrechnungen bestimmt. Die Wirksamkeit kann durch Mes
sung des druckabhängigen Leckagevolumenstroms experimentell
überprüft werden.
Fig. 6 zeigt analog Fig. 5 eine wandstärkenmodulierte Ab
dichthülse 3, welche analog zu Fig. 2 an dem Übertrager
element 2 angebracht ist.
Fig. 7 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht eine
Durchführung nach Fig. 5 in einem Kopf eines Kraftstoff-
Injektors.
Fig. 8 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht eine
weitere Durchführung in einem Kopf eines Kraftstoff-Injek
tors.
Im Vergleich zu Fig. 7 ist die Befestigung der Abdichthülse
3 mit dem Gehäuse 1 nicht an deren Ende, sondern zwischen den
beiden Enden der Abdichthülse 3 erfolgt. Dadurch entsteht ein
Hohlraum H, der mit dem Hochdruckraum 5 verbunden ist, und
zusätzlich ein Hohlraum H', der mit dem Niederdruckraum 7
verbunden ist. Dadurch ist eine Möglichkeit zur weiteren Ver
feinerung der Korrektur des Dichtspalts 6 gegeben.
Die Abdichthülse 3 kann statt mit dem Gehäuse 1 auch mit dem
Übertragerelement 2 verbunden sein. Die Ventilnadel 13 kann
z. B. über einen Arbeitskolben durch ein hydraulisches Servoventil
gesteuert werden oder direktangetrieben sein, z. B.
mittels eines Piezoaktors.
Fig. 9 zeigt ein weiteres Beispiel einer Durchführung in ei
nem Kraftstoff-Injektor.
Dabei ist die Konizität der Abdichthülse 3 so ausgestaltet,
daß sich am Hohlraum H, der mit dem Hochdruckraum 5 verbunde
nen ist, ein zu den Befestigungspunkten 9 hin verjüngendes
Querschnittsprofil der Abdichthülse 3 ergibt, während sich am
Hohlraum H', der mit dem Niederdruckraum 7 verbundenen ist,
ein verdickendes Querschnittsprofil ergibt.
Fig. 10 zeigt eine Durchführung in einem Einspritzer, bei
dem sich der Hohlraum H" in der einem Übertragerelement 2'
in Form einer Ventilnadel 13' befindet.
Ähnlich wie bei der Abdichthülse 3 kann auch durch eine hohl
gebohrte innendruckbeaufschlagten Ventilnadel 13' erreicht
werden, daß sich durch die druckbedingte radiale Dehnung der
Ventilnadel 13' im Bereich des Hohlraums H" ein näherungs
weise konstantes, druckunabhängiges Spaltmaß 6 ergibt. Die
Dehnung hängt dabei von der radialen Druckdifferenz zum
Dichtspalt 6 ab.
In dieser Figur ist der Hohlraum H" der Ventilnadel 13' über
Bohrungen 4 mit dem Hochdruckraum 5 verbunden. Nieder
druckseitig ist die hohlgebohrte Ventilnadel 13' durch einen
angeschweißten Dichtkörper 14 verschlossen.
Fig. 11 zeigt eine Variante der Durchführung in einem Kraft
stoff-Injektor, bei der drei Hohlräume H, H', H" verwendet
werden.
Mittels der an der Außenfläche am Gehäuse 1 angeschweißten
Abdichthülse 3 analog Fig. 8 werden zwei Hohlräume H, H" und
ein weiterer Hohlraum H" durch eine zusätzliche Ausgestal
tung der Ventilnadel 2' analog Fig. 10 verwendet.
Fig. 12 zeigt als weitere Möglichkeit einer Durchführung ei
ne Verbindung des Hohlraums H" in der Ventilnadel 13' analog
Fig. 10 mit dem Niederdruckraum 7 über eine Bohrung 4. Zu
sätzlich ist eine Abdichthülse 3 analog Fig. 5 vorhanden,
durch die sich noch ein Hohlraum H ergibt. In diesem Ausfüh
rungsbeispiel erstreckt sich der Hohlraum H" in der Ventil
nadel 13' nur teilweise über die Länge L des Dichtspalts 6.
Die obigen Ausführungen sind prinzipielle Beispiele zur Ver
deutlichung der zugrundeliegenden Idee einer verbesserten
Hochdruckdurchführung. Die konkrete Auslegung, d. h. bei
spielsweise die Art und der Ort der Befestigung der Abdicht
hülse 3 an dem Übertragerelement 2 oder am Gehäuse 1, die
Länge L und die Wandstärke der Abdichthülse 3 sowie die Wand
stärkenmodulation der Abdichthülse 3 (zunehmend/abnehmend,
Form) und das Material (Metall, Keramik, CFK) können der je
weiligen Anwendung entsprechend durch Stimulationen und Ex
perimente bestimmt werden.
Die Durchführung ist nicht auf Einspritzventile, z. B. Hoch
druckinjektoren beschränkt, sondern kann generell bei rotie
renden oder oszillierenden Hochdruck-Durchführungen angewen
det werden. Grundsätzlich ist anzumerken, daß das hier be
schriebene Verfahren zur Leckagereduzierung bei allen Arten
von Dichtpassungen und Durchführungen, insbesondere bei hohem
Druckabfall, z. B. bei der Verringerung einer Arbeitskolben
leckage in servohydraulischen Common-Rail-Injektoren oder z. B.
bei Wellendurchführungen, vorteilhaft zur Anwendung kommen
kann.
Ebenso muß daß Material der Abdichthülse nicht notwendiger
weise ein Metall oder eine Metalllegierung sein, sondern kann
z. B. auch aus einer Keramik, einem Verbundmaterial (CFK,
GFK), einem Kunststoff, einem Glas oder einem Elastomer be
stehen.
In Fig. 13 ist das Ergebnis einer Finite-Elemente-Simulation
als Auftragung der Breite b des Dichtspalts 6 an der Durch
führung einer Ventilnadel 13 eines Common-Rail-Injektors ge
gen die Position im Dichtspalt 6 bei einem Kraftstoffdruck
von 1500 bar.
Das anfängliche radiale Spaltmaß b im drucklosen Zustand be
trägt 2 µm bei einer Länge L des Dichtspalts 6 von 12,2 mm.
Die Position bei 0 mm entspricht dem Übergang zum Hochdruck
raum 5, die Position bei 12,2 mm entspricht dem Übergang zum
Niederdruckraum 7.
Für eine konventionelle Durchführung analog Fig. 14 (Kurve 1)
ergibt sich eine druckbedingte Aufweitung des Spaltmaßes b am
hochdruckseitigen Ende der Passungsdurchführung auf 5.2 µm,
die bis zum Ende des Dichtspalts 6 am drucklosen Niederdruck
raum 7 auf b = 2.0 µm abfällt.
Demgegenüber ändert sich die Breite b des Dichtspalts 6 für
einen Aufbau der in Fig. 8 vorgestellten Art, allerdings mit
einfacher zylindrischer, also nicht wandstärkenmodulierter
Abdichthülse 8, gegenüber dem drucklosen Zustand nur wenig.
Die für eine einfache zylindrische Abdichthülse 8 zu beobach
tende geringe Abhängigkeit des Spaltmaßes b vom Ort innerhalb
des Dichtspalts 6 (Welligkeit der Kurve 2), kann durch eine
geeignete Wandstärkenmodulation der Abdichthülse 3 noch wei
ter verringert werden. Hierfür wurden jedoch keine FE-
Rechnungen durchgeführt.
Diese Figur zeigt, daß mit einer leckagereduzierenden Durch
führung die Leckageverluste unter Hochdruck gegenüber einer
konventionellen Ausführung nach Fig. 14 (Kurve 1), stark redu
ziert werden können.
Claims (11)
1. Durchführung, aufweisend
ein in einem Gehäuse (1) bewegbar geführtes Übertragerelement (2, 2', 13, 13'), wobei ein Dichtspalt (6) zwischen Gehäuse (1) und Übertragerelement (2, 2', 13, 13'3) einen Hochdruckraum (5) und einen Niederdruckraum (7) miteinander verbindet
dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens ein axial ausgedehnter Hohlraum (H, H', H") sich
mindestens teilweise über eine Länge (L) des Dichtspalts (6) erstreckt, der entweder mit dem Hochdruckraum (5) oder mit dem Niederdruckraum (7) fluidisch verbunden ist,
so daß eine Vergrößerung der Breite (b) des Dichtspalts (6) mittels einer radialen Dehnung des Hohlraums(H, H', H"), die von einem Druckunterschied zwischen Hohlraum (H, H', H") und Dichtspalt (6) abhängig ist, verringerbar ist.
ein in einem Gehäuse (1) bewegbar geführtes Übertragerelement (2, 2', 13, 13'), wobei ein Dichtspalt (6) zwischen Gehäuse (1) und Übertragerelement (2, 2', 13, 13'3) einen Hochdruckraum (5) und einen Niederdruckraum (7) miteinander verbindet
dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens ein axial ausgedehnter Hohlraum (H, H', H") sich
mindestens teilweise über eine Länge (L) des Dichtspalts (6) erstreckt, der entweder mit dem Hochdruckraum (5) oder mit dem Niederdruckraum (7) fluidisch verbunden ist,
so daß eine Vergrößerung der Breite (b) des Dichtspalts (6) mittels einer radialen Dehnung des Hohlraums(H, H', H"), die von einem Druckunterschied zwischen Hohlraum (H, H', H") und Dichtspalt (6) abhängig ist, verringerbar ist.
2. Durchführung nach Anspruch 1, bei der
zwischen Gehäuse (1) und Übertragerelement (2, 2', 13, 13') eine
Abdichthülse (3) vorhanden ist,
- - deren erste Seitenwand eine Wand des Dichtspalts (6) dar stellt,
- - deren zweite Seitenwand eine Wand des mindestens einen Hohlraums (H, H') darstellt,
- - die Abdichthülse (3) mit dem Gehäuse (1) oder dem Übertra gerelement (2, 2', 13, 13') verbunden ist,
- - mindestens ein Hohlraum (H) mit dem Hochdruckraum (5) fluidisch verbunden ist.
3. Durchführung nach Anspruch 2, bei der
- - die Abdichthülse (3) mit dem Gehäuse (1) verbunden ist,
- - die erste Seitenwand der Abdichthülse (3) ihrer Innenwand entspricht, die über den Dichtspalt (6) von dem Übertra gerelement (2, 2', 13, 13') getrennt ist,
- - die zweite Seitenwand der Abdichthülse (3) ihrer Außenwand entspricht, so daß der mindestens eine Hohlraum (H, H') mindestens durch die Außenwand, und das Gehäuse (1) be grenzt wird.
4. Durchführung nach Anspruch 2, bei der
- - die Abdichthülse (3) mit dem Übertragerelement (2, 2', 13, 13') verbunden ist,
- - die erste Seitenwand der Abdichthülse (3) ihrer Außenwand entspricht, die über den Dichtspalt (6) vom Gehäuse (1) getrennt ist,
- - die zweite Seitenwand der Abdichthülse (3) ihrer Innenwand entspricht, so daß der mindestens eine Hohlraum (H, H') mindestens durch die Innenwand und das Übertragerelement (2, 2', 13, 13') begrenzt wird.
5. Durchführung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, bei der
die Abdichthülse (3) weitgehend zylinderförmig mit oder ohne
Wandstärkenmodulation ausgeführt ist.
6. Durchführung nach Anspruch 5, bei der
die Abdichthülse (3) an ihrem an den Niederdruckraum (7)
grenzenden Ende gegen diesen fluidisch abgedichtet ist, so
daß nur mindestens ein mit dem Hochdruckraum (5) verbundener
Hohlraum (H) von der Abdichthülse (3) begrenzt wird.
7. Durchführung nach Anspruch 5, bei der
die Abdichthülse (3) zwischen Niederdruckraum (7) und Hoch
druckraum (5) fluidisch abgedichtet ist, so daß mindestens
ein Hohlraum (H) mit dem Hochdruckraum (5) fluidisch verbun
den ist und ein mindestens ein weiterer Hohlraum (H') mit dem
Niederdruckraum (7) fluidisch verbunden ist.
8. Durchführung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der
sich mindestens ein Hohlraum (H") innerhalb des Übertrager
elements (2', 13') befindet.
9. Durchführung nach Anspruch 8, bei der
der mindestens eine Hohlraum (H") fluidisch mit der Hoch
druckkammer (5) verbunden ist.
10. Durchführung nach Anspruch 8, bei der
der mindestens eine Hohlraum (H") fluidisch mit der Nieder
druckkammer (7) verbunden ist und sich ausgehend vom Nieder
druckraum (7) nicht über die ganze Länge (L) des Dichtspalts
(6) erstreckt.
11. Durchführung nach einem der vorhergehenden Ansprüche in
einer Kraftstoff-Dosiervorrichtung, bei der
das Übertragerelement (2, 2', 13, 13') eine Ventilnadel (13)
ist.
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