DE19960036C1 - Verfahren zum Vermessen eines Bohrloches - Google Patents
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Abstract
Verfahren zum Vermessen eines Bohrloches im Boden, das an der Bodenoberfläche einen Eintrittspunkt und an seinem unteren Ende einen Fußpunkt hat, und das mit einem Bohrgestänge erzeugt ist, das oberhalb des Eintrittspunkts einen Einspannpunkt hat, und an seinem vorderen Ende eine Bohrkrone trägt, mittels eines mit dem Bohrgestänge bis zum Fußpunkt in das Bohrloch eingeführten Inklinometers, bei welchem der Neigungswinkel alpha des eingeführten Bohrgestänges am Fußpunkt mittels des Inklinometers und die Länge l des freikragenden Bohrgestänges ab Einspannpunkt am Bohrgestänge gemessen werden und der horizontale Versatz w des Fußpunktes gegenüber dem Einspannpunkt gemäß der freien Biegelinie des als bei punktförmiger Auflast am freien Ende eingespannt angenommenen Bohrgestänges mit w = 2/3 È l È tg alpha errechnet wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vermessen eines Bohr
loches im Boden, das an der Bodenoberfläche einen Eintrittspunkt
und an seinem unteren Ende einen Fußpunkt hat, und das mit einem
Bohrgestänge erzeugt ist, das oberhalb des Eintrittspunkts einen
Einspannpunkt hat und an seinem vorderen Ende eine Bohrkrone
trägt, mittels eines mit dem Bohrgestänge bis zum Fußpunkt in
das Bohrloch eingeführten Inklinometers.
Bei der Herstellung von Bohrlöchern im Boden ist je nach Be
stimmungszweck zumindest die Lage des Fußpunktes, gegebenenfalls
deren gesamter Verlauf im Boden, von Interesse, d. h. es muß
festgestellt werden können, inwieweit das Bohrloch gegenüber der
vertikalen oder planmäßig geneigten Ausrichtung abweicht. Dies
gilt beispielsweise, wenn eine Mehrzahl von in gleichmäßigem
Abstand voneinander von der Bodenoberfläche ausgehenden Bohr
löchern hergestellt wird, die zum Ausbringen von Injektionen im
Boden dienen und aus denen heraus von den jeweiligen Fußpunkten
ausgehend zusammenhängende Abdichtungssohlen für Baugruben her
gestellt werden sollen oder aus denen heraus über einen Großteil
der Länge der Bohrlöcher gleichmäßig verteilt Abdichtungswände
oder Bodenverfestigungskörper erstellt werden sollen. Um diese
Gebilde in guter Qualität herstellen zu können, müssen im ersten
Fall zumindest die Fußpunkte weitgehend gleichmäßigen Abstand
voneinander haben und im zweiten Fall die Bohrlöcher weitgehend
parallel zueinander verlaufen. Sofern festgestellt wird, daß
einzelne Bohrlöcher fehlerhaft verlaufen, müssen Ersatz- oder
Ergänzungsbohrungen niedergebracht werden, aus denen ergänzende
Injektionen durchgeführt werden, um aus sich durchdringenden
Injektionsbereichen lückenlose Abdichtungssohlen bzw. Abdich
tungswände bzw. gleichmäßig beabstandete Bodenverfestigungs
körper zu erstellen. Alternativ kann nach Feststellen eines
übermäßigen Versatzes eines Fußpunktes einer Bohrung vom vor
gesehenen Raster abgewichen werden und die nachfolgenden Bohrun
gen von korrigierten Eintrittspositionen ausgehend ausgeführt
werden. Dies jedoch nur, wenn der Versatz in Richtung bestehen
der vorausgehender Bohrungen gerichtet ist.
Bei bekannten Verfahren zum Vermessen eines Bohrloches wird
zunächst das Bohrgestänge nach dem Abteufen des Bohrloches wie
der gezogen und nach dem Ziehen ein Meßgestänge in das Bohrloch
abgelassen. Im Kopf des Meßgestänges ist eine Neigungswinkelmeß
einrichtung - ein sogenanntes Inklinometer - innerhalb eines
Führungsschlittens angeordnet, der sich gegen die Bohrlochwan
dung abstützt. Der Führungsschlitten wird schrittweise abgelas
sen und der Neigungswinkel Schritt für Schritt gemessen, wobei
gleichzeitig die zugehörige Tiefe am Meßgestänge abgelesen wird.
Aus den einzelnen Meßwerten wird der Bohrlochverlauf nach Art
eines Polygonzuges berechnet. Ein solches Verfahren ist in VDI-
Lexikon Bauingenieurwesen, VDI Verlag 1991, S. 300, beschrieben.
Das Vermessen des Bohrloches nach diesem Verfahren ist zeitauf
wendig und unwirtschaftlich. Mit der älteren Anmeldung 198 46 137.2
ist bereits vorgeschlagen worden, ein Inklinometer in der
Spitze des Bohrgestänges unmittelbar hinter der Bohrkrone ein
zusetzen und unmittelbar im Anschluß an das Abteufen des Bohr
loches beim Ziehen des Bohrgestänges Neigungswinkel und zugehö
rige Tiefen für eine Vielzahl von Punkten des Bohrloches zu
ermitteln und hieraus durch Integration bzw. durch Berechnung
eines Polygonzuges den Bohrlochverlauf zu berechnen. Auch diese
Methode ist noch relativ aufwendig, insbesondere wenn für die
Ermittlung der einzelnen Meßpunkte das Bohrgestänge in verschie
denen Tiefen angehalten wird, wie es zur Ermittlung verläßlicher
Meßwerte vorteilhaft ist.
Da die Abweichung des Bohrloches von der Vertikalen und ins
besondere der horizontale Versatz des Fußpunktes gegenüber dem
Eintrittspunkt in der Regel nicht nur der Größe nach, sondern
auch der Richtung nach von Bedeutung ist, erfolgen die Messungen
jeweils in einer fest vorgegebenen Referenzstellung des Bohr
gestänges. Die verwendeten Inklinometer weisen in der Regel zwei
in zueinander senkrechen Ebenen wirksame Neigungswinkelmeßein
heiten auf. Aus den Meßwerten der beiden genannten Einheiten
läßt sich dann die Größe des Neigungswinkels gegenüber der Ver
tikalen und die Richtung des Neigungswinkels gegenüber der Refe
renzrichtung bestimmen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das vor
beschriebene Verfahren zur Vermessung eines Bohrloches nochmals
zu vereinfachen. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch ge
löst, daß der Neigungswinkel α des eingeführten Bohrgestänges am
Fußpunkt des Bohrloches mittels des Inklinometers und die Länge
l des freikragenden Bohrgestänges ab Einspannpunkt am Bohrge
stänge gemessen werden und der horizontale Versatz w des Fuß
punktes gegenüber dem Einspannpunkt gemäß der freien Biegelinie
des als bei punktförmiger Auflast am freien Ende eingespannt
angenommenen Bohrgestänges mit w = 2/3 . l . tgα errechnet
wird. Ein horizontaler Versatz zwischen Einspannpunkt und Ein
trittspunkt kann in erster Näherung zu Null gesetzt werden, so
daß der errechnete Versatz w auch auf den Eintrittspunkt bezogen
werden kann.
Mit diesem erfindungsgemäßen Verfahren wird unter der verein
fachenden Annahme, daß das Bohrgestänge ein Träger gleicher
Festigkeit ist und daß das Spiel des Bohrgestänges im Bohrloch
so groß ist, daß sich bei punktförmiger Auflage der Bohrkrone an
der Bohrlochwandung eine freie Biegelinie ausbilden kann, mit
einem einzigen Meßwertepaar aus Neigungswinkel α und Länge l des
freikragenden Bohrgestänges der horizontale Versatz des Fuß
punktes gegenüber dem Eintrittspunkt bestimmt. Hierbei wird
Tatsache genutzt, daß bei der freien Biegelinie eines einseitig
eingespannten Trägers der Versatz nur von der Neigung am freien
Ende und der Länge des Trägers abhängt. Rein rechnerisch kann
hierbei jeder Einzelwert der horizontalen Auslenkung in jeder
Tiefe für die angenommene Biegelinie errechnet werden, so daß
mit einem Meßwertepaar der gesamte Verlauf des Bohrloches als
bekannt angenommen wird. Das Verfahren geht insoweit davon aus,
daß in der Einspannebene das Bohrgestänge vertikal bzw. plan
mäßig geneigt durchgeführt wird.
Nach einer weiterführenden Ausführung kann vorgesehen werden,
daß der Neigungswinkel αk des Bohrgestänges am Einspannpunkt
gemessen wird und bei der Berechnung des horizontalen Versatzes
des Fußpunktes gegenüber dem Eintrittspunkt ein Korrekturwert
Δw = l . tgαk zu dem aus dem gemessenen Neigungswinkel α er
rechneten Wert w addiert wird. Hierbei kann entweder gleich
zeitig mit der genannten Messung durch das im Bohrgestänge ein
gebaute Inklinometer mit einem zweiten Inklinometer die Nei
gungsrichtung und der Neigungswinkel am Einspannpunkt gemessen
werden oder es können nach dem Ziehen des Bohrgestänges Nei
gungswinkel und Neigungsrichtung in der Einspannebene mit dem im
Bohrgestänge eingebauten Inklinometer nachträglich ermittelt
werden. Diese Werte können dann als Korrekturwerte bei der Be
rechnung des horizontalen Versatzes nach Betrag und Richtung
berücksichtigt werden. Das weitere Inklinometer kann an einer
Gestängeführung für das Bohrgestänge am Mäkler nahe der Ein
trittsöffnung angeordnet werden oder vorzugsweise im Bohrgestä
gen an dessen oberen Ende, das stets oberhalb der Gestängefüh
rung bleibt. Abweichungen des Bohrgestänges von der Vertikalen
am Einspannpunkt infolge von Schrägstellungen des Mäklers können
hiermit rechnerisch berücksichtigt werden.
Die Messung der Neigungswinkel erfolgt üblicherweise in einer
gegenüber einer fest vorgegebenen Referenzrichtung identifizier
baren Drehstellung des Bohrgestänges unter Aufnahme zweier zu
einander senkrecht liegender Neigungswinkelkomponenten, woraus
die absolute Neigungswinkelgröße im Verhältnis zur Vertikalen
und die Neigungsrichtung im Verhältnis zur fest vorgegebenen
Referenzrichtung errechnet wird.
Die übliche Durchführung des Verfahrens erfolgt in der Weise,
daß vor dem Abteufen des Bohrloches eine Drehstellung des Bohr
gestänges gegenüber einer Referenzrichtung, z. B. am Bohrgestän
ge nahe dem Drehantriebskopf eine Drehstellung gegenüber dem
Mäkler markiert wird und dann das Bohrgestänge drehend angetrie
ben wird, um das Bohrloch abzuteufen. Nach dem Erreichen des
Fußpunktes wird das Bohrgestänge in die gleiche Drehstellung
gegenüber der Referenzrichtung gebracht und der Neigungswinkel
gegenüber der Vertikalen und die Neigungsrichtung gegenüber der
Referenzrichtung ermittelt. Aus dem gemessenen Neigungswinkel α
und der abgelesenen Länge l, wird der horizontale Versatz des
Fußpunktes gegenüber dem Einspannpunkt nach Größe und Richtung
erfindungsgemäß berechnet.
Damit der Einfluß einer möglichen Fehlstellung des Inklinometers
gegenüber der Längsachse des Bohrgestänges auf die Meßwerte
ausgeschaltet wird, können jeweils zwei Messungen in um 180°
verschwenkter Drehstellung vorgenommen werden, wonach die Ergeb
nisse gemittelt werden.
Ist die Überprüfung des gesamten Bohrlochverlaufes erwünscht,
kann der Vorgang der Messung des Neigungswinkels beim Ziehen
oder Abteufen in beliebiger Schritthöhe mehrfach wiederholt
werden. Bei jedem Schritt wird der Neigungswinkel am Ende des
Bohrgestänges und die entsprechende freikragende Gestängelänge
ermittelt und daraus die Lage des Bohrkopfes nach dem benannten
rechnerischen Verfahren ermittelt. Daraus kann der Weg des Bohr
kopfes im Bohrloch und damit der Verlauf des Bohrloches berech
net und aufgezeichnet werden.
Das vorgenannte Verfahren kann mit im wesentlichen untereinander
gleichem Ergebnis in nachfolgender Weise durchgeführt werden,
- - daß das Bohrgestänge ausgehend von der Endtiefe schrittweise aus dem Bohrloch gezogen wird und daß ein örtlicher Neigungs winkel und eine aktuelle Länge des freikragenden Bohrgestänges nach jedem Schritt gemessen wird und der örtliche Versatz in der angegebenen Weise errechnet wird,
- - daß das Bohrgestänge ausgehend von der Endtiefe kontinuierlich aus dem Bohrloch gezogen wird und daß der Neigungswinkel des Bohrlochs über der Länge des freikragenden Bohrgestänges konti nuierlich gemessen und aufgezeichnet wird und der örtliche Ver satz für ausgewählte Wertepaare in der angegebenen Weise er rechnet wird, oder
- - daß das Bohrgestänge ausgehend von der Endtiefe kontinuierlich aus dem Bohrloch gezogen wird und daß der Neigungswinkel des Bohrloches über der Länge des freikragenden Bohrgestänges zeit getaktet oder tiefengetaktet gemessen und aufgezeichnet wird und der örtliche Versatz für die aufgezeichneten Wertepaare in der angegebenen Weise errechnet wird.
Als Ergebnis kann jeweils der räumliche Verlauf des Bohrlochs
nach Neigungswinkel und Neigungsrichtung über der Tiefe ermit
telt und graphisch oder tabellarisch dargestellt werden.
Da eine Energieversorgung des Inklinometers im Bohrgestänge und
mehr noch eine ständige Meßwertübertragung in der vorherrschen
den Umgebung und aufgrund des drehenden Antriebs des Bohrgestän
ges schwierig ist, kann das Verfahren so durchgeführt werden,
daß die Meßwerte der Neigungswinkel mittels des Inklinometers
über der Zeit gemessen und gespeichert werden und daß mittels
eines separaten, außerhalb des Bohrlochs befindlichen Meßgerätes
die Einspannlage des Bohrgestänges über der Zeit gemessen und
gespeichert wird und daß der räumliche Verlauf des Bohrlochs
ermittelt wird, indem die Meßwerte des Neigungswinkels und die
Einspannlage über der Zeit korreliert werden.
Für die Durchführung des Verfahrens ist eine Vorrichtung ge
eignet, wie sie in der genannten älteren Anmeldung vorbeschrie
ben ist. Eine erfindungsgemäße Weiterbildung umfaßt ein antreib
bares Bohrgestänge, das rohrförmig ausgebildet ist, eine Gestän
gefürung für das Bohrgestänge nahe dem Eintrittspunkt, eine
Bohrkrone am vorderen Ende des Bohrgestänges, ein erstes In
klinometer zum Messen eines Neigungswinkels α, das hinter der
Bohrkrone im Bohrgestänge angeordnet ist, und ein zweites In
klinometer zum Messen eines Neigungswinkels αk, das oberhalb der
Gestängeführung für das Bohrgestänge angeordnet ist, Mittel zur
Messung der Länge l des ab der Gestängeführung freikragenden
Bohrgestänges sowie Mittel zur Markierung einer vorgegebenen
Drehstellung des Bohrgestänges gegenüber einer Referenzrichtung
in jeglicher Tiefenlage. Auch hier ist es vorteilhaft, daß zu
mindest das erste Inklinometer eine unabhängige Stromquelle,
einen Zeitgeber und einen Datenspeicher zum Speichern von gemes
senen Neigungswinkeln und Zeiten umfaßt. Das zweite Inklinometer
kann beliebig in geschützte Lage am Mäkler, insbesondere aber am
oberen Ende im Bohrgestäge angeordnet sein. Es kann Ersatzweise
uch eine Wasserwaage am Mäkler vorgesehen werden.
In der einzigen Figur ist eine Bohrvorrichtung mit niederge
brachtem verformtem Bohrgestänge in Seiteneinsicht gezeigt. Die
Verformung des Bohrgestänges ist in der Zeichnungsebene liegend
angenommen. Auf einer Bodenoberfläche 11 steht ein selbstfahren
des Raupenfahrzeug 12, das einen vertikal ausgerichteten Mäkler
13 trägt. Am Mäkler befindet sich ein höhenverstellbarer Dreh
antriebskopf 14 und eine untenliegende Gestängeführung 15. Ein
Bohrgestänge 16 ist mit dem drehbaren Antriebskopf 14 verbunden
und in der Gestängeführung 15 geführt. Es tritt an einer Ein
trittsstelle 17 in den Boden ein und liegt mit Krümmung im nicht
näher dargestellten Bohrloch. Am unteren Ende liegt im Bohr
gestänge 16 ein erstes Inklinometer 21 unmittelbar hinter einer
Bohrkrone 19. Es wird idealisierend angenommen, daß der Durch
messer des Bohrlochs größer ist als der des Bohrgestänges 16 und
daß ausschließlich die Bohrkrone 19 in Anlage mit dem Bohrloch
ist. Die Position des ersten Inklinometers 21 wird als Fußpunkt
18 des Bohrlochs angenommen. Die Mitte der Gestängeführung 15
wird als Einspannpunkt 20 angenommen. Das Bohrgestänge folgt
einer Biegelinie, die durch die Länge l des Fußpunkts unter dem
Einspannpunkt und durch den horizontalen Versatz w des Fußpunkts
gegenüber dem Einspannpunkt gekennzeichnet ist. Das Inklinometer
21 erfaßt den Neigungswinkel α des Bohrgestänges gegenüber der
Vertikalen. Wie eingezeichnet berechnet sich der horizontale
Versatz w mit 2/3 . l . tgα. Unterhalb des Drehantriebkopfes 14
liegt im Bohrgestänge ein zweites Inklinometer 22. Es wird idea
lisierend angenommen, daß das Bohrgestänge 16 zwischen Dreh
antriebskopf 14 und Gestängeführung 15 nicht gekrümmt ist und
damit die Achse des Inklinometers 22 in jeder Höhenstellung des
Drehantriebskopfes 14 am Mäkler mit der Ausrichtung der Gestän
geführung 15 übereinstimmt. Das Inklinometer 22 erfaßt damit den
Neigungswinkel αk der Achse der Gestängeführung 15 gegenüber der
Vertikalen. Ist dieser von Null verschieden, ergibt sich daraus
ein Korrekturwert Δw für den horizontalen Versatz, der sich mit
Δw = l . tgαk errechnet.
11
Bodenoberfläche
12
Raupenfahrzeug
13
Mäkler
14
Drehantriebskopf
15
Gestängeführung
16
Bohrgestänge
17
Eintrittspunkt
18
Fußpunkt
19
Bohrkrone
20
Einspannpunkt
21
erstes Inklinometer
22
zweites Inklinometer
Claims (12)
1. Verfahren zum Vermessen eines Bohrloches im Boden, das an
der Bodenoberfläche einen Eintrittspunkt und an seinem
unteren Ende einen Fußpunkt hat, und das mit einem Bohr
gestänge erzeugt ist, das oberhalb des Eintrittspunkts einen
Einspannpunkt hat, und an seinem vorderen Ende eine Bohr
krone trägt, mittels eines mit dem Bohrgestänge bis zum
Fußpunkt in das Bohrloch eingeführten Inklinometers,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Neigungswinkel α des eingeführten Bohrgestänges am
Fußpunkt mittels des Inklinometers und die Länge l des
freikragenden Bohrgestänges ab Einspannpunkt am Bohrgestän
ge gemessen werden und der horizontale Versatz w des Fuß
punktes gegenüber dem Einspannpunkt gemäß der freien Biege
linie des als bei punktförmiger Auflast am freien Ende
eingespannt angenommenen Bohrgestänges mit w = 2/3 . l . tg
α errechnet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Neigungswinkel αk des Bohrgestänges am Einspann
punkt gemessen wird und bei der Berechnung des horizontalen
Versatzes w des Fußpunktes gegenüber dem Einspannpunkt ein
Korrekturwert Δw = l . tgαk zu dem aus dem gemessenen
Neigungswinkel α errechneten Wert addiert wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Messung des oder der Neigungswinkel α, αk in einer
gegenüber einer fest vorgegebenen Referenzrichtung identi
fizierbaren Drehstellung des Bohrgestänges unter Aufnahme
zweier zueinander senkrecht liegender Neigungswinkelkompo
nenten erfolgt, woraus eine Berechnung der absoluten Nei
gungswinkelgröße im Verhältnis zur Vertikalen und der Nei
gungsrichtung im Verhältnis zur fest vorgegebenen Referenz
richtung erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oder die Neigungswinkel α, αk jeweils in zwei um
180° voneinander verschiedenen Drehstellungen des Bohr
gestänges gemessen und die Ergebnisse beider Messungen
gemittelt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Messung des Neigungswinkels α am Fußpunkt unmittel
bar nach dem Abteufen des Bohrloches bis zur Endtiefe
durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Bohrgestänge ausgehend von der Endtiefe schritt
weise aus dem Bohrloch gezogen wird und daß ein örtlicher
Neigungswinkel αx und eine aktuelle Länge lx des freikragen
den Bohrgestänges nach jedem Schritt gemessen wird und der
örtliche Versatz wx in der angegebenen Weise errechnet
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Bohrgestänge ausgehend von der Endtiefe kontinuier
lich aus dem Bohrloch gezogen wird und daß der Neigungs
winkel α des Bohrlochs über der Länge l des freikragenden
Gestänges kontinuierlich gemessen und aufgezeichnet wird
und der örtliche Versatz wx für ausgewählte Wertepaare in
der angegebenen Weise errechnet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Bohrgestänge ausgehend von der Endtiefe kontinuier
lich aus dem Bohrloch gezogen wird und daß der Neigungs
winkel α des Bohrloches über der Länge l des freikragenden
Gestänges zeitgetaktet oder tiefengetaktet gemessen und
aufgezeichnet wird und der örtliche Versatz wx für die
aufgezeichneten Wertepaare in der angegebenen Weise er
rechnet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der räumliche Verlauf des Bohrlochs nach Neigungswinkel
und Neigungsrichtung über der Tiefe ermittelt und graphisch
oder tabellarisch dargestellt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßwerte des Neigungswinkels α mittels des Inklino
meters über der Zeit gemessen und gespeichert werden und
daß die Einspannlage des Bohrgestänges mittels eines sepa
raten, außerhalb des Bohrlochs befindlichen Meßgerätes über
der Zeit gemessen und gespeichert wird und daß der räumli
che Verlauf des Bohrlochs ermittelt wird, indem die Meß
werte des Neigungswinkels und die Einspannlage über der
Zeit korreliert werden.
11. Vorrichtung zum Vermessen eines Bohrlochs im Boden, das an
der Bodenoberfläche einen Eintrittspunkt und an seinem
unteren Ende einen Fußpunkt hat, welche
ein antreibbares Bohrgestänge (16), das rohrförmig ausge bildet ist,
eine Gestängeführung (15) für das Bohrgestänge (16) mit einem tiefsten Einspannpunkt (20) nahe dem Eintrittspunkt (17),
eine Bohrkrone (19) am vorderen Ende des Bohrgestänges (16),
ein erstes Inklinometer (21) zum Messen eines Neigungs winkels α, das hinter der Bohrkrone (19) im Bohrgestänge (16) angeordnet ist, und ein zweites Inklinometer (22) zum Messen eines Neigungswinkels αk, das oberhalb der Gestänge führung (15) für das Bohrgestänge angeordnet ist,
Mittel zur Messung der Länge l des ab der Gestängeführung (15) freikragenden Bohrgestänges (16) sowie
Mittel zur Markierung einer vorgegebenen Drehstellung des Bohrgestänges (16) gegenüber einer Referenzrichtung umfaßt.
ein antreibbares Bohrgestänge (16), das rohrförmig ausge bildet ist,
eine Gestängeführung (15) für das Bohrgestänge (16) mit einem tiefsten Einspannpunkt (20) nahe dem Eintrittspunkt (17),
eine Bohrkrone (19) am vorderen Ende des Bohrgestänges (16),
ein erstes Inklinometer (21) zum Messen eines Neigungs winkels α, das hinter der Bohrkrone (19) im Bohrgestänge (16) angeordnet ist, und ein zweites Inklinometer (22) zum Messen eines Neigungswinkels αk, das oberhalb der Gestänge führung (15) für das Bohrgestänge angeordnet ist,
Mittel zur Messung der Länge l des ab der Gestängeführung (15) freikragenden Bohrgestänges (16) sowie
Mittel zur Markierung einer vorgegebenen Drehstellung des Bohrgestänges (16) gegenüber einer Referenzrichtung umfaßt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest das erste Inklinometer (21) eine unabhängige
Stromquelle, einen Zeitgeber und einen Datenspeicher zum
Speichern von gemessenen Neigungswinkeln und Zeiten umfaßt.
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