DE19963397A1 - Hydraulische Überlastsicherung für Bodenbearbeitungsgeräte - Google Patents
Hydraulische Überlastsicherung für BodenbearbeitungsgeräteInfo
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Abstract
Eine hydraulische Überlastsicherung ohne Hydrospeicher für Bodenbearbeitungsgeräte mit Hydraulikzylindern wird vorgesehen, die permanent über das Hydrauliksystem des Traktors mit Druck beaufschlagt wird und die bei Ansprechen der Überlastsicherung einen Druckanstieg im Hydraulikzylinder verhindert.
Description
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Überlastsicherung für
Bodenbearbeitungsgeräte, insbesondere für Grubber oder mehrscharige Pflüge.
Derartige hydraulische Überlastsicherungen weisen Hydraulikzylinder auf, die mit
einem Druckspeicher verbunden sind, in die das bei Überlastung verdrängte Öl
umgefüllt wird. Nach der Überlastung drückt dann der Hydrospeicher das Hydrauliköl
wieder in den Hydraulikzylinder zurück, wodurch dann das jeweilige Arbeitswerkzeug
des Bodenbearbeitungsgerätes wieder in seine Arbeitsstellung gelangt.
Diese Art der hydraulischen Überlastsicherung hat den Nachteil, daß sie aufgrund
der zusätzlichen Hydrospeicher teuer ist und bei Ansprechen der Überlastsicherung
eine Erhöhung des Hydraulikdruckes im Hydraulikzylinder zur Folge hat, was auch zu
Überlastungen von Bauteilen führen kann.
Des weiteren ist mit der deutschen Offenlegungsschrift DE 42 32 067 eine
hydraulische Überlastsicherung bekannt, die über Sensoren und einem
Mikroprozessor gesteuert wird. Diese Art der hydraulischen Überlastsicherung ist
aufwendig, teuer und insbesondere für den rauhen landwirtschaftlichen Einsatz
ungeeignet.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine hydraulische Überlastsicherung zu schaffen, die
die zuvor genannten Nachteile ausschließt, die auch für den rauhen Einsatz in der
Landwirtschaft bestens geeignet ist und die auch während des Ansprechens keinen
nennenswerten Druckanstieg im Hydraulikzylinder zuläßt. Außerdem soll die
hydraulische Überlastsicherung von den Möglichkeiten Gebrauch machen, die die
heutigen modernen Traktoren zur Verfügung stellen, und zwar geschlossene
Hydrauliksysteme oder Load-Sensing-Hydrauliksysteme.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch das Vorsehen einer hydraulischen
Überlastsicherung für Bodenbearbeitungsgeräte mit mindestens einem
Arbeitswerkzeug, das um eine quer zur Arbeitsrichtung am Rahmen angeordnete
Achse schwenkbar angeordnet ist, an dem im Abstand zur Achse ein
Hydraulikzylinder angreift, der über eine Hydraulikleitung mit Druck beaufschlagt wird
und das Arbeitswerkzeug in Arbeitsposition hält und daß die Hydraulikleitung mit
einer Hydraulikpumpe des ziehenden Traktors verbunden ist, wobei die
Hydraulikpumpe den Hydraulikzylinder permanent unter Druck haltend ausgebildet ist
und daß mindestens ein Druckbegrenzungsventil vorgesehen ist, das bei Überdruck
im Hydraulikzylinder sowohl das von der Hydraulikpumpe geförderte Öl als auch das
von dem Kolben aus dem Arbeitsraum des Hydraulikzylinders verdrängte Öl in den
Vorratstank des Traktors ablassend ausgebildet ist.
Dadurch wird der permanente Öldruck der Hydraulikpumpe ständig als Druckquelle
für den Hydraulikzylinder genutzt, ohne daß zusätzliche Ventile eingesetzt werden
müssen. Bei Überlastung weicht das Arbeitswerkzeug aus, wodurch die
Kolbenstange des Hydraulikzylinders einfährt. Das verdrängte Öl wird über das
Druckbegrenzungsventil direkt in den Vorratstank des Traktors abgelassen. Durch
das Druckbegrenzungsventil wird automatisch der Druck im Hydraulikzylinder
während des Ansprechens konstant gehalten.
Erfindungsgemäß ist weiter vorgesehen, daß nur ein Druckbegrenzungsventil
vorgesehen ist, dessen Ablaßdruck oberhalb des Betriebsdruckes der
Hydraulikpumpe liegt und das die Hydraulikpumpe eine Verstellpumpe ist, die bei
Erreichen des Betriebsdruckes die Ölförderung unterbrechend ausgebildet ist.
Durch diese Maßnahme wird sichergestellt, daß das Druckbegrenzungsventil nicht
ständig Öl ablassen muß, sondern nur dann arbeitet, wenn ein Überdruck auftritt.
Außerdem wird die Hydraulikpumpe abgeschaltet, wenn kein Öl gefördert werden
soll. Dadurch wird sowohl die Hydraulikpumpe als auch das Druckbegrenzungsventil
geschont.
Erfindungsgemäß ist weiter vorgesehen, daß die Querschnitte der Hydraulikleitung
und des Druckbegrenzungsventils bzw. der Druckbegrenzungsventile ein Abfließen
des Öles ausreichend sichernd und eine Überlastung des Hydrauliksystems
verhindernd ausgebildet ist.
Durch das Vorsehen entsprechender Querschnitte kann das aus dem
Hydraulikzylinder abfließende Öl ohne eine nennenswerte Erhöhung des Druckes im
Hydraulikzylinder in den Vorratstank zurückfließen. Schäden am Hydrauliksystem
oder an den benachbarten Bauteilen werden so sicher vermieden.
Erfindungsgemäß ist weiter vorgesehen, daß das Hydrauliksystem ein
geschlossenes Hydrauliksystem ist, das eine Hochdruck- und Niederdruckseite
aufweist, wobei das Druckbegrenzungsventil bei Überlastung des Hydraulikzylinders
das überschüssige Öl in die Niederdruckseite ablassend ausgebildet ist.
Hierdurch wird in einfacher Weise das am Traktor vorhandene geschlossene
Hydrauliksystem mit der hydraulischen Überlastsicherung verbunden, wodurch am
Bodenbearbeitungsgerät auf zusätzliche Ventile und Steuereinheiten verzichtet
werden kann. Zum Beispiel kann dann insbesondere ein Traktor mit einer
sogenannten Load-Sensing-Hydraulikanlage vorteilhaft mit dem Bodenbearbeitungs
gerät eingesetzt werden, wobei auch hier auf die bisher üblich eingesetzten teuren
Ventile und Druckspeicher verzichtet werden kann.
Erfindungsgemäß ist weiter vorgesehen, daß der Hydraulikzylinder als
Vorspanneinheit für eine hydraulische Überlastsicherung für Drehpflüge oder
Grubber ausgebildet ist.
Dadurch können diese Hydraulikzylinder in der erfindungsgemäßen Anordnung auch
bei Grubbern oder Drehpflügen zum Einsatz kommen.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind schematisch in den beiliegenden
Zeichnungen dargestellt und werden nachfolgend näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine hydraulische Überlastsicherung für Grubber und
Fig. 2 eine hydraulische Überlastsicherung für Drehpflüge.
Fig. 1 zeigt eine hydraulische Überlastsicherung (1) mit einem Hydraulikzylinder (7),
der sowohl am Rahmen (5) des Bodenbearbeitungsgerätes (2) und dem
zinkenförmigen Arbeitswerkzeug (3) befestigt ist, und zwar im Abstand zur Achse (6)
des Arbeitswerkzeuges. Während der Arbeit drückt der Hydraulikzylinder (7) das
Arbeitswerkzeug (3) gegen den Anschlag (13). Der Hydraulikzylinder wird über die
Hydraulikpumpe (9) und die Hydraulikleitung (8) mit Druck beaufschlagt. Die Größe
des Arbeitsdruckes wird über das Druckbegrenzungsventil (10) vorgegeben. Das
Druckbegrenzungsventil (10) ist vorzugsweise einstellbar. Bei Überlastung wird das
Öl aus dem Arbeitsraum (12) des Hydraulikzylinders über die Hydraulikleitung (8)
und das Druckbegrenzungsventil (10) in den Vorratstank (15) des Traktors
abgelassen. Das Rückschlagventil (14) verhindert, daß das abfließende Öl zu der
Hydraulikpumpe gelangt. Die Hydraulikpumpe wird bei Erreichen des
Betriebsdruckes, z. B. 180 bar, abgeschaltet. Sie wird wieder eingeschaltet, wenn ein
minimaler Druck erreicht wird, z. B. 150 bar. Das Druckbegrenzungsventil (10) wird
vorzugsweise auf einen Druck voreingestellt, der oberhalb des Betriebsdruckes liegt.
Durch diese Anordnung wird sichergestellt, daß das Druckbegrenzungsventil nur bei
Überlastung des Systems anspricht und die Hydraulikpumpe während des normalen
Einsatzes abgeschaltet bleibt und nur dann arbeitet, um nach dem Ansprechen der
Überlastsicherung den Hydraulikzylinder wieder mit Öl aufzufüllen, und zwar mit dem
vorgegebenen Betriebsdruck.
Fig. 2 zeigt eine hydraulische Überlastsicherung für Drehpflüge, die aus zwei
Grindel (17) besteht, die über ein Spreizsystem (18) verfügen und über den
Hydraulikzylinder (7) zueinander verspannt sind. Das Spreizsystem läßt ein
Ausweichen der Grindel nach oben und unten zu, wobei die Rückstellmomente in der
Arbeitsstellung am größten sind und die Grindel so in ihrer Arbeitsstellung fixieren.
Das Spreizsystem sorgt dafür, daß nach Ansprechen der Überlastsicherung die
Rückstellkraft abnimmt. Bei Überlastung werden die Grindel über das Spreizsystem
gespreizt und der Hydraulikzylinder auseinandergezogen. In diesem Fall wird dann
das Hydrauliköl über das Druckbegrenzungsventil (10) in den Vorratstank (15)
abgelassen. Nach der Überlastung bzw. nach dem Überwinden des
Bodenhindernisses (20) wird der Hydraulikzylinder aufgrund des Druckabfalles
wieder aufgefüllt, da die Hydraulikpumpe bei Unterschreitung einer
Mindestdruckgrenze den Druck wieder aufbaut. Dadurch wird der Pflugkörper (19)
wieder in seine Arbeitsstellung zurückgeführt. Auch hier sind praktisch keine
zusätzlichen Ventile erforderlich; der Systemdruck des Traktors wird permanent für
die hydraulische Überlastsicherung genutzt.
Die Fig. 2 zeigt links den Pflugkörper (19) in Arbeitsstellung und rechts einen
Pflugkörper in ausgelöster Stellung. Der Pendelanschlag (21) verhindert ein zu
weites Spreizen der Grindel und damit auch ein Überlasten des Hydraulikzylinders.
Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmen sind,
werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.
1
Hydraulische Überlastsicherung
2
Bodenbearbeitungsgerät
3
Arbeitswerkzeug
4
Arbeitsrichtung
5
Rahmen
6
Achse
7
Hydraulikzylinder
8
Hydraulikleitung
9
Hydraulikpumpe
10
Druckbegrenzungsventil
11
Kolben
12
Arbeitsraum
13
Anschlag
14
Rückschlagventil
15
Vorratstank
16
Vorspanneinheit
17
Grindel
18
Spreizsystem
19
Pflugkörper
20
Bodenhindernis
21
Pendelanschlag
Claims (5)
1. Hydraulische Überlastsicherung (1) für Bodenbearbeitungsgeräte (2) mit einem
Rahmen (5) mit mindestens einem Arbeitswerkzeug (3), das um eine quer zur
Arbeitsrichtung (4) am Rahmen (5) angeordnete Achse (6) schwenkbar angeordnet
ist, an dem im Abstand zur Achse (6) ein Hydraulikzylinder (7) angreift, der über eine
Hydraulikleitung (8) mit Druck beaufschlagt wird und das Arbeitswerkzeug in
Arbeitsposition hält,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydraulikleitung (8) mit einer Hydraulikpumpe (9) des ziehenden Traktors
verbunden ist, wobei die Hydraulikpumpe (9) über den Hydraulikzylinder permanent
unter Druck haltend ausgebildet ist und daß mindestens ein Druckbegrenzungsventil
(10) vorgesehen ist, das bei Überdruck im Hydraulikzylinder sowohl das von der
Hydraulikpumpe geförderte Öl als auch das von dem Kolben (11) aus den
Arbeitsraum (12) des Hydraulikzylinders (7) verdrängte Öl in den Vorratstank (15)
des Traktors ablassend ausgebildet ist.
2. Hydraulische Überlastsicherung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß nur ein Druckbegrenzungsventil (10) vorgesehen ist, dessen Ablaßdruck
oberhalb des Betriebsdruckes der Hydraulikpumpe liegt und daß die Hydraulikpumpe
eine Verstellpumpe ist, die bei Erreichen des Betriebsdruckes die Ölförderung
unterbrechend ausgebildet ist.
3. Hydraulische Überlastsicherung nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Querschnitte der Hydraulikleitung (8) und des Druckbegrenzungsventils bzw.
der Druckbegrenzungsventile (10) ein Abfließen des Öles ausreichend sichernd und
eine Überlastung des Hydrauliksystems verhindernd ausgebildet sind.
4. Hydraulische Überlastsicherung nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hydrauliksystem ein geschlossenes Hydrauliksystem ist, das eine
Hochdruck- und eine Niederdruckseite aufweist, wobei das Druckbegrenzungsventil
bei Überlastung des Hydraulikzylinders das überschüssige Öl in die Niederdruckseite
ablassend ausgebildet ist.
5. Hydraulische Überlastsicherung nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hydraulikzylinder als Vorspanneinheit (16) für eine hydraulische
Überlastsicherung für Drehpflüge oder Grubber ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999163397 DE19963397A1 (de) | 1999-12-10 | 1999-12-10 | Hydraulische Überlastsicherung für Bodenbearbeitungsgeräte |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999163397 DE19963397A1 (de) | 1999-12-10 | 1999-12-10 | Hydraulische Überlastsicherung für Bodenbearbeitungsgeräte |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19963397A1 true DE19963397A1 (de) | 2001-06-13 |
Family
ID=7934765
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999163397 Withdrawn DE19963397A1 (de) | 1999-12-10 | 1999-12-10 | Hydraulische Überlastsicherung für Bodenbearbeitungsgeräte |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19963397A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2832203A1 (fr) * | 2001-11-12 | 2003-05-16 | Jean Michel Egretier | Dispositif de securite limiteur d'effort |
| CN108901201A (zh) * | 2018-08-08 | 2018-11-30 | 新疆农垦科学院 | 一种液压式自激震动减阻避障松土装置 |
-
1999
- 1999-12-10 DE DE1999163397 patent/DE19963397A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2832203A1 (fr) * | 2001-11-12 | 2003-05-16 | Jean Michel Egretier | Dispositif de securite limiteur d'effort |
| CN108901201A (zh) * | 2018-08-08 | 2018-11-30 | 新疆农垦科学院 | 一种液压式自激震动减阻避障松土装置 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| 8130 | Withdrawal |