DE2000557A1 - Verfahren zur Herstellung von Kugelgraphit-Gusseisen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kugelgraphit-Gusseisen

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DE2000557A1 DE19702000557 DE2000557A DE2000557A1 DE 2000557 A1 DE2000557 A1 DE 2000557A1 DE 19702000557 DE19702000557 DE 19702000557 DE 2000557 A DE2000557 A DE 2000557A DE 2000557 A1 DE2000557 A1 DE 2000557A1
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kugelgraphit-Gußeisen Die Erfindung betrifft allgemein ein Verfahren zur Herstellung von Kugelgraphit-Gußeisen durch das Legieren von Zusätzen zu einer geschmolzenen Eisencharge.
  • Es ist bekannt, daß Gußeisen mit Kugelgraphit als Folge des Vorhandenseins von Magnesium oder Cer oder beiden eine relativ große Anzahl kleiner Kugeln oder eine kleinere Anzahl großer Kugeln enthalten kann. Diese Kugeln können vollkommen rund oder sphärisch sein, sie können aber auch im Umriß unregelmäßig sein oder mit Graphit in Stäbchenform oder mit verdichtetem flockenförmigem Graphit oder mit zellularem Graphit oder mit auseinandergeplatzten Kügelchen gemischt sein, die man alle unter dem Begriff "entartete Graphitformen" zusammenfassen kann.
  • Es ist ferner bekannt, daß das Vorhandensein solcher entarteter Formen im Kugelgraphit-Gußeisen zu schlechteren mechanischen Eigenschaften führt, insbesondere in Hinsicht auf die Schlagfestigkeit und die Dehnung.
  • ,f Es ist ferner bekannt, daß das Vorhandensein kleiner, gut gerundeter Kugeln in größerer Anzahl zu einer erhöhte Zugfestigkeit und Streckgrenze und zu einer größeren Freiheit von der Graphitseigerung im Gußstück führt, was mitunter durch den Begriff "Kohlenstoff-Flotation" ausgedrückt wird.
  • Der Effekt von oft als störend empfundenen Begleitelementen auf die Graphitform von Kugelgraphit-Eisen ist bekannt gewesen, seit festgestellt worden ist, daß bestimmte Elemente, beispielsweise Magnesium, Cer, Calcium, Yttrium u.a. beim Zusetzen zu Gußeisen in bestimmten kritischen Mengen dazu führen, daß Graphit in Kugel-oder Sphärolithform in solchen Gußeisen auftritt. Die Herstellung von Kugelgraphit-Gußeisen ist Gegenstand vieler Patente und Patentanmeldungen in den letzten zwanzig Jahren gewesen.
  • Es ist bekannt, daß die genaue Form der Kugeln, das Fehlen entarteten Graphits und die Größe der Kugeln bzw.
  • die "Kugelzahl" durch eine große Anzahl von Faktoren beeinflußt werden, beispielsweise die Kohlenstoff-Xquivalenz des Metallbads, die Kühlgeschwindigkeit des Gußeisens, das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Begleitelemente und der Abschreckwert oder die Graphitisierungsleistung des Bads. Beispielsweise führt ein geschmolzenes Metall mit einem hohen Ausgangs-Abschreckungswert im allgemeinen zu größeren Kugeln, die in geringerer Anzahl vorliegen und eine mangelhaftere Form haben, als das bei einem geschmolzenen Metall mit einem geringeren Abschreckungswert bei den gleichen Herstellungsbedingungen der Fall ist. Indem man den Abschreckungswert des Bades auf einen geringeren Wert bringt, und zwar durch ein spätes Impfen mit Silizium (entweder vor oder nachdem ein kugelgraphitbildendes Element zugesetzt worden ist), erreicht man im allgemeinen eine Erhöhung der Kugelgraphitzahl und eine Verbesserung der Kugelgraphitform. ähnlich führt ein Bad mit einer höheren Kohlenstoff-Aquivalenz, beispielsweise eine übereutektische Zusammensetzung, zu einer verbesserten Kugelgraphitzahl und zu einer verbesserten Form, als das bei einem Bad aus mehreren untereutektischen Zusammensetzungen der Fall ist. Ferner ist bekannt, daß übereutektische Badzusammensetzungen zu einem Guß rühren, bei dem eine größere Tendenz zum Auftreten einer Kohlenstoffwanderung vorliegt, als das bei untereutektischen Badzusammensetzungen unter den gleichen Bedingungen der Fall ist.
  • Eine ausführliche Untersuchung über den Einfluß von Begleitelementen auf Gefüge und Eigenschaften von Gußstücken aus Gußeisen mit Kugelgraphit gibt J. Motz (Gieß.Forsch. 19 (1967) ), S. 1o9/124, insbesondere Seite 122/4). J. Motz weist auf die nachteilige Wirkung von Kupfer, Blei und Antimon hin. Bereits Spuren von Blei begünstigen die Bildung von Zementit außerordentlich stark. Weitere Elemente, wie Titan, Aluminium u.a. sind als starke Faktoren. für das Vorhandensein entarteter Graphitformen erkannt worden, insbesondere in schwereren, langsamer abkühlenden Stücken Kuge lgraphi t-Guße i sens.
  • Um deren Effekt entgegenzuwirken, wurde dem kugelgraphitbildenden Zusatz schon seit langem Cer zugegeben. Dieses Cer kann in Jeder Verfahrensphase zugesetzt werden, im allgemeinen wird jedoch angenommen, daß ein größerer Effekt bei spätem Zusatz erreicht wird.
  • Andere Elemente, beispielsweise Zinn, Arsen, Wismuth, Antimon u. a. sind unter bestimmten Voraussetzungen als in Richtung einer verbesserten Kugelgraphitzahl und einer verbesserten Kugelgraphitform wirkend nachgewiesen worden. Die meisten dieser Elemente schlagen bei Zusatz in zu großer Menge in ihrer Rolle als Graphitverbesserer um, und führen zu entarteten Graphitformen. Bestimmte Elemente, beispielsweise Wismuth, die zwar die Kugelgraphitzahl verbessern, müssen in Verbindung mit cer verwendet werden, um das Entstehen entarteter Formen zu vermeiden.
  • Es besteht erhebliche Verwirrung hinsichtlich der genauen Anteile dieser verschiedenen Elemente, die unter bestimmten Voraussetzungen nützlich, aber unter anderen, davon abweichenden Voraussetzungen schädlich sein können.
  • Diese Verwirrung ist z.T. auf die große Anzahl von Elementen zurückzuführen, die einen Einfluß ausüben können, die Schwierigkeit der genauen chemischen Bestimmung dieser Elemente, der kumulative Effekt verschiedener Kombinationen von Elementen, die sich addieren oder aufheben können, und allgemein das Fehlen von Kenntnissen hinsichtlich der genauen Mechanismen, die während der Erstarrung von Graphit in der Kugelgraphitform Gültigkeit haben.
  • Als ein typisches Beispiel dafür wird von vielen Fachleuten Cer als schädliches Element angesehen, während eine gleiche Anzahl erfahrener Metallurgen Cer als vorteilhafter ansehen, da es in Richtung der Neutralisierung des schädlichen Effektes anderer Elemente wirkt.
  • Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Cer hat in kleinen Mengen unter bestimmten Voraussetzungen durchaus vorteilhafte Effekte, während es in größeren Anteilen und unter anderen Voraussetzungen zu dem Entstehen entarteter Graphitformen führen kann. Genau das gleiche Verhalten kann Magnesium in seiner Rolle als kugelgraphitbildendes Mittel zugeschrieben werden. Kleine Anteile an Magnesium fuhren nicht zu vollständigen Kugelstrukturen.
  • Es ist allgemein bekannt, daß das Vorhandensein von mindestens 0,03 ffi oder 0,04 ffi Magnesium erforderlich ist, um vollständige Kugelstrukturen entstehen zu lassen. Unter anderen Bedingungen können 0,005 % oder 0,01 ß Magnesium voll wirksam sein. Andererseits entstehen weniger perfekte Graphitformen unter bestimmten Voraussetzungen bei größeren Anteilen an Magnesium, beispielsweise etwa o,o8 fi oder mehr.
  • Im allgemeinen führen alle üblichen Begleitelemente unter gegebenen Voraussetzungen zu einem vorteilhaften Effekt in kleinen Anteilen und zu einem schädlichen Effekt in größeren Anteilen; deshalb ist eine Voraussage über das Verhalten dieser Spurenelemente bei gegebenen Voraussetzungen außerordentlich schwierig, wenn nicht überhaupt unmöglich. Während ein allgemeiner qualitativer Effekt vorausgesagt werden kann, ist es derzeit nicht möglich, irgendeine quantitative Voraussage zu machen.
  • Die Erfindung bezweckt die Schaffung eines Verfahrens zur Herstellung kleinerer Graphitkugeln größerer Rundung. Weiter soll gemäß der Erfindung ein Verfahren geschaffen werden, das zu verbesserten mechanischen Eigenschaften in dem Kugelgraphit-Gußeisen führt. Weiter soll gemäß der Erfindung ein Kugelgraphit-Gußeisen geschaffen werden, das in schweren Gußstücken eine verbesserte Graphitstruktur aufweist. Weiter soll ein Verfahren zum Überwinden des Effektes bestimmter Wander-oder Spurenelemente in der Zusammensetzung des Kugelgraphit-Gußeisens geschaffen werden. Außerdem soll ein Verfahren zur Herstellung eines Kugelgraphit-Gußeisens geschaffen werden, das eine erhöhte Gleichförmigkeit in der Kugelgraphitform und -größe an allen Stellen des Gußteils aufweist und bei dem das Problem einer Kohlenstoff- oder Graphitwanderung nicht auftritt.
  • Erfindungsgemäß ist festgestellt worden, daß das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Elemente in kleinen Anteilen zu einem Überdecken, Neutralisieren oder Aufheben des zuvor erwähnten Einflusses der Badzusammensetzung oder des Badabschreckungswertes fUhren kann.
  • Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bestimmte Elemente mit niedrigem Schmelzpunkt, insbesondere Blei und Germanium in solchen Mengen zugesetzt werden, daß der Gesamtgehalt in der Schmelze bis zu 0,05 % beträgt. Dieser Zusatz führt zu einer Erhöhung der Kugelzahl und zu einer verbesserten Graphitform.
  • Das ist.in Anbetracht der Tatsache überraschend, daß kaum etwas, wenn überhaupt, über das Verhalten von Germanium in Gußeisen bekannt ist und daß Blei immer als ein sehr schädliches Element betrachtet worden ist, insofern nämlich, als es zum Entstehen von entartetem Graphit in Kugelgraphit-Gußeisen führt. Die Verwendung von Cer in Kugelgraphit-Gußeisen ist vorgeschlagen worden, um die schädlichen Effekte von Blei aufzuheben.
  • Erfindungsgemäß ist festgestellt worden, daß das Gegenteil der Fall ist und daß Blei in der Kugelgraphit-Gußeisen-Zusammensetzung aufzunehmen ist, um die schKdlichen Effekte von Cer zu beseitigen. Bisher ist Blei allgemein als schädliches Element angesehen worden, dessen Vorhandensein zu verhindern ist, gleichgültig was es kostet und gleichgültig unter welchen Voraussetzungen.
  • Es ist ferner festgestellt worden, daß andere Elemente, beispielsweise Wismuth, Antimon, Zinn, Arsen, Selen usw., in der gleichen Richtung wie Blei und Germanium unter bestimmten Herstellungsvoraussetzungen wirken.
  • Ferner ist erfindungsgemäß festgestellt worden, daß die Silikate oder Oxide dieser Elemente diesen Effekt begünstigen, obgleich sie wahrscheinlich unter den meisten Voraussetzungen nicht ebenso wirksam wie die Metalle selbst sind.
  • Es ist erfindungsgemäß festgestellt worden, daß die Verwendung von Germanium oder Blei besonders wirkungsvoll ist, insofern nämlich, als sie zu einer stärkeren Verbesserung in der Kugelzahl führen im Bereich von 0,002 % bis 0,02 %.
  • Dabei soll keine Festlegung auf einen bestimmten Bereich der Zusammensetzung erfolgen, und zwar wegen der Schwierigkeit einer genauen chemischen Bestimmung aller dieser Elemente und aller Spurenelemente. Unter bestimmten Voraussetzungen also können sogar noch kleinere Anteile an Blei oder Germanium wirksam sein, und unter anderen Voraussetzungen können u.U. auch noch größere Anteile in wirkungsvoller Weise verwendet werden. Da viele dieser Elemente anderersets den Effekt von Blei oder Germanium verstärken oder andererseits dem Effekt von Blei oder Germanium entgegenwirken können, wird verständlich, warum es so schwierig ist, genaue Angaben über den Anteil von Blei oder Germanium einzeln oder in Kombination zu machen, der zum Entstehen des erfindungsgemäßen Produktes führt.
  • Es ist nicht genau bekannt, warum Blei oder Germanium den Effekt einer verbesserten Kugelform und einer verbesserten Kugelzahl erbringen, die Tatsache wird aber als bedeutungsvoll angesehen, daß sie Einschlüsse oder Verbindungen mit niedrigem Schmelzpunkt erzeugen und daß sie aufeinanderfolgende Elemente in der Periodentafel sind. Es ist eine Arbeitstheorie entwickelt worden, um den Mechanismus der Erfindung zu erklären, und man erhält dabei das Resultat, daß eine große Anzahl von Elementen verwendet werden kann, und zwar einzeln oder in Kombination, um einen außerordentlich wichtigen Beitrag in diesem Bereich zu liefern. Eine Beschränkung auf eine genaue Theorie soll dabei natürlich nicht erfolgen, und zwar wegen der quantitativen Schwierigkeiten, die bereits erwähnt worden sind.
  • Es gibt keine universell annehmbare Theorie hinsichtlich der Art des Entstehens von Graphitkugeln bzw. Sphärolithen bei der Erstarrung des Gußeisens, dem effektive Mengen an kugelbildenden Mittel zugesetzt worden sind. Es wird im allgemeinen angenommen, daß Kugelgraphit sich auf einem Kern niederschlägt, beispielsweise Magnesiumsilicid, im Falle von Magnesium-Kugelgraphit-Eisen und daß mit Ausnahme der Ubereutektischen Sphärolithen die Erstarrung mit der Kristallisation von Austenit und Sphärolith beginnt, wobei der Austenit die Sphärolithen umgibt und das Wachstum der Sphärolithen durch Wandern von Kohlenstoff im Austenit zum Graphit-Sphärolith vorangeht. Das Fehlen anderer bekannter Kerne, beispielsweise Mangansul iid, ist für die Herstellung von Kugelgraphit entscheidend, und das ist der Hauptgrund, warum Schwefel auf einen sehr geringen Wert reduziert werden muß, ehe eine Sphärolithbildung wirksam erfolgt.
  • Wie bei jeder Erstarrung geschmolzenen Metalls ist es klar, daß das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Kerne in der Schmelze eine Einheit der Kristallisation ist.
  • Bei Fehlen von Kristallisationskernen, die ein Unterkühlen bei schneller und gleichzeitiger Kristallisation von Graphitsphärolithen und Austenithüllen verhindern können, hängt die Größe und Form der Sphärolithen im großen Maße von der Anzahl der Kristallisationskerne und der linearen Geschwindigkeit der Kristallisation ab.
  • Bei einer hohen Anzahl von Kristallisationskernen sind die entstehenden Sphärolithen außerordentlich klein, und bei einer hohen linearen Kristallisationsgeschwindigkeit haben sie im allgemeinen eine gute Form.
  • Wenn andere Kristallisationskerne, die im allgemeinen als Einschlüsse vorhanden sind, in der Schmelze vorliegen, können sie sehr entscheidend das sehr feine Gleichgewicht beeinflussen, das für das Entstehen von Graphitsphärolithen erforderlich ist, und selbst wenn sie dieses Entstehen nicht vollständig unterdrücken, beeinflussen sie nichtsdestoweniger die Anzahl der Kristallisationskerne und die lineare Kristallisationsgeschwindigkeit bis zu einem Punkt, an dem die Sphärolithen in einer geringeren Anzahl vorhanden sind und unvollständig geformt sein können oder so langsam entstehen können, daß sie in der Schmelze wegschwimmen und eine extreme Seigerung entstehen lassen, die man auch als Kohlenstoffwandern bezeichnet.
  • Die genaue Charakterisierung der Zusammensetzung der üblichen Einschlüsse in Gußeisen ist außerordentlich schwierig. Einmal gelten allgemeine Gesetze hinsichtlich der chemischen Wechselbeziehungen nicht immer bei der erhöhten Temperatur, die in geschmolzenem Gußeisen vorliegt, das sich in der Erstarrung befindet. Es ist allgemein anerkannt, daß diese Einschlüsse die Form von Oxiden, Silikaten, Sulfiden und Nitriden verschiedener Elemente haben, genauer als Komplexe von Oxiden und Sulfiden. Es ist ferner bekannt, daß diese Komplexe hohe Schmelzpunkte haben und in flüssigem Gußeisen unlöslich sein können, um sich damit niederzuschlagen, ehe eine Erstarrung erfolgt, oder sie können niedrigere Schmelzpunkte haben und mit flüssigem Gußeisen löslich oder vermischbar sein. Ihre Entstehungstemperatur und relative Löslichkeit in der Schmelze bestimmen entscheidend ihren allgemeinen Einfluß auf die Erstarrung und auf das Niederschlagen von Kugelgraphit aus der Schmelze.
  • Zum überwiegenden Teil dürften Silikatkomplexe von Mangan, Aluminium und Titan in den meisten Gußeisen vorhanden sein, die den größten Einfluß auf den Vorgang der Erstarrung ausüben. Im Falle des Mangan-Silikat-Sulfid-Komplexes beispielsweise ist es bekannt, daß entweder die Beseitigung von Schwefel oder von Mangan das Entstehen von Kugelgraphit ermöglicht oder genauer die Unterdrückung des üblicheren Flockengraphits. Im Falle von Titankomplexen ist es bekannt, daß das Vorhandensein von Titan normalerweise zum Entstehen unterkflhlten Graphits des Typs "D" führt, anstatt zu den üblicheren Flockenformen von Graphit. Die Rolle von Aluminium oder Aluminiumoxidkomplexen ist nicht ebenso bekannt, da aber die meisten feuerfesten Stoffe und die meisten Ferrolegierungen und Impfmittel bestimmte Mengen an Aluminium enthalten, ist es außerordentlich schwierig, eine Schmelze zu bilden, die keine Aluminiumoxidkomplexe und Aluminium führende Einschlüsse enthält.
  • Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist festgestellt worden, daß insbesondere bei Schmelzen hoher Reinheit Elemente, die mit großer Wahrscheinlichkeit vorhanden sind und Einschlüsse mit hohem Schmelzpunkt bilden, beispielsweise Aluminium, Cer und Titan und sogar Magnesium in größeren Mengen, zu schlechteren und entarteten Graphitformen führen.
  • Die Erfindung ist im nachfolgenden anhand von Fotografien bzw. anhand einer Kurve näher erläutert.
  • Dabei sind: Fig. 1 eine Fotografie in loo-facher Vergrößerung der Struktur eines Kugelgraphit-Gußeisens mit mangelhafter Graphitform, Fig. 2 eine Fotografie einer Kugel im selben Eisen in 6oo-facher Vergrößerung, Fig. 3 eine Fotografie in loo-facher Vergrößerung desselben Kugelgraphit-Gußeisens, dem Blei zugesetzt worden ist, Fig. 4 eine Fotografie in loo-facher Vergrößerung des in Fig. 2 gezeigten Eisens, dem Germanium zugesetzt worden ist, Fig. 5 eine Fotografie in loo-facher Vergrößerung eines Kugelgraphit-Gußeisenss das als Begleitelement 0,056 % Aluminium enthält, Fig. 6 eine Fotografie in loo-facher Vergrößerung des in Fig. 5 gezeigten Kugelgraphit-Gußeisens, dem 0,02 % Blei zugesetzt worden ist, und Fig. 7 eine zeichnerische Darstellung des 2 -Siliziumschnittes des Eisen-Kohlenstoff-Silizium-Diagramms, wobei die Schmelz punkte der Oxide verschiedener Elemente eingezeichnet worden sind, die man häufig in Kugelgraphit-Gußeisen findet oder die als Spurenelemente Kugelgraphit-Gußeisen zugesetzt werden.
  • In Fig. 7 ist der Schmelzpunkt des Oxids des Elementes als Vergleichswert ausgedrückt worden, weil nur sehr wenige Daten hinsichtlich des Schmelzpunktes, der Zusammensetzung oder der Löslichkeit und Stabilität von Silikaten oder Silikat-Sulat-Komplexen dieser Elemente vorhanden sind. Dabei wird von der allgemeinen Annahme ausgegangen, daß die Elemente mit hochschmelzenden Oxiden Silikate oder Silikatkomplexe mit höheren Schmelzpunkten haben. Dabei ist klar, daß für jede Kombination von Elementen der genaue Schmelzpunkt nur zu vermuten ist und daß alle Keramikkombinationen bestimmte eutektische Kombinationen mit geringerem Schmelzpunkt zu zeigen neigen.
  • Andererseits ist festgestellt worden, daß Elemente, die zur Bildung von Oxiden mit geringerem Schmelzpunkt neigen und deshalb auch zu Silikaten und Silikatkomplexen mit niedrigerem Schmelzpunkt, das Entstehen kleinerer und perfekter geformter Kugelgraphitformen begünstigen, obgleich sie selbst keine sphärolithbildenden Elemente sind. Mindestens für den Mechanismus unserer Erfindung wird festgehalten, daß die Elemente, die Oxide niedrigeren Schmelzpunkts haben, dazu neigen, sich mit den Elementen zu kombinieren, die Komplexe höheren Schmelzpunktes haben, welche im allgemeinen zum Entstehen mangelhafter Sphärolithformen führen, und sie unwirksam zu machen, indem der Gesamtschmelzpunkt gesenkt wird und vielleicht sogar die Löslichkeit dieser Komplexe in der Schmelze verringert wird.
  • Es ist also in wirkungsvoller Weise möglich, Elemente wie Blei zu benutzen (wie in Fig. 6 dargestellt), um die schädlichen Effekte von Aluminium zu neutralisieren (wie das in Fig. 5 gezeigt ist). Die Tatsache, daß Blei mit Aluminium ein Silikatkomplex mit niedrigem Schmelzpunkt bildet, wird als Grund dafür angenommen, warum in wirkungsvoller Weise ein Effekt verhindert wird> den es auf den Kristallisationsvorgang für Kugelgraphit ausüben kann. Man kann auch annehmen, daß übermäßige Mengen an Blei oder anderen Elementen, die Komplexe mit niedrigem Schmelzpunkt oder Einschlüsse bilden, dazu neigen können, mit Magnesium-Kristallisationskernen zusammenzuwirken, die in Kugelgraphit-Gußeisen vorhanden sind, d.h. Magnesiumsilikat, um damit deren Wirksamkeit im Entstehen einer vollständigen Sphärolithbildung zu beeinträchtigen.
  • Es genügt festzustellen, daß beim erfindungsgemäßen Verfahren der Zusatz kleiner Mengen aller in Fig. 7 gezeigten Elemente, die Oxide haben, welche bei Temperaturen unter dem Flüssig/Festbereich von Kugelgraphit-Gußeisen schmelzen, eine verbesserte Sphärolithstruktur begünstigen. Andererseits begünstigen Elemente, die Oxide mit hohem Schmelzpunkt bilden, welche erheblich über dem Flüssig/Festbereich liegen., entartete Graphitformen, und diese Tendenz zum Bilden entarteter Formen kann ferner durch das absichtliche Zusetzen von Elementen ausgeglichen werden, die Oxide bilden, welche einen Schmelze punkt haben, der erheblich unter dem Flüssig/Festbereich von Kugelgraphit-Eisen liegt.
  • Beim Verfahren gemäß der Erfindung wird eine ausreichende Menge eines Elementes, beispielsweise Blei, dessen Oxid einen niedrigen Schmelzpunkt hat, zugesetzt, um den Anteil der Oxide mit höherem Schmelzpunkt zu kompensieren, beispielsweise Aluminium, die in der Schmelze vorhanden sein können. Wenn beispielsweise Aluminium in einem Anteil von 0,05 ffi in der Schmelze vorhanden ist, wird zwischen 10 ffi und 75 % dieses Anteils in der Form von Blei zugesetzt. Wenn Titan, Blei und Cer vorhanden werden sind, deren Gesamtmenffen bei der becksichtigt Bestimmung des Anteils zuzusetzenden Bleis. Andererseits werden dann, wenn Elemente wie Arsen, Antimon, Wismuth und Zinn vorhanden sind, deren Anteile vom Anteil des zuzusetzenden Bleis abgezogen.
  • Als Beispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine Schmelze, die 0,02 ffi Titan und 0,03 % Aluminium enthält, genommen. Der Arsengehalt dieser Schmelze betrug 0,005 %, der Bleigehalt betrug 0,001 , und der Zinngehalt betrug 0,002 %. Einem Teil dieser Schmelze wurde eine Magnesium-Silizium-Legierung zugesetzt, so daß sich ein Restmagnesiumgehalt von 0,04 ffi ergab. Eine gegossene Probestange ergab etwa 80 X Kugelgraphit und etwa 20 % entarteten sphärolithischen Graphit, wobei etwa 50 % dieses entarteten Graphits als auseinandergeplatzter übereutektischer Graphit vorhanden war.
  • Da der Gesamtanteil an Oxidelementen mit hohem Schmelzpunkt 0,02 % + 0,03 %, also 0,05 ffi betrug und die Summe der Oxidelemente mit niedrigem Schmelzpunkt 0,005 + 0,001 + 0,002, also o,oo8 X betrug, lag eine Differenz zugunsten der Oxide mit höherem Schmelzpunkt im Werte von 0,005 ffi ./. 0,008 X, also 0,042 % vor. Es worden also 50 % davon, also 0,021 % in der Form von Blei der Schmelze zugesetzt, und danach wurde eine Magnesium-Silizium-Legierung zugesetzt, um dieser zweiten Schmelze einen Magnesiumgehalt von 0,04 % zu verleihen. Daraus wurde eine zweite Probestange gegossen. In diesem Fall wurde festgestellt, daß die Struktur 100 %-ig aus kleinen Sphärolithen bestand und im wesentlichen kein entarteter Graphit und keine auseinandergeplatzten Graphitsphärolithe vorhanden waren. Es ist festgestellt worden, daß Elemente, die Kupfer und Molybdän, die ebenfalls Oxidkomplexe mit niedrigerem Schmelzpunkt bilden, in Richtung eines Ausgleichs des entarteten Graphits wirken, der durch Oxidsubstanzen mit höheren Schmelzpunkt gebildet wird, im allgemeinen lassen sie sich aber quantitativ schlecht erfassen, so daß erfindungsgemäß Blei und Germanium für diesen Zweck bevorzugt werden.
  • Es ist ferner festgestellt worden, daß Elemente mit Oxiden niedrigen Schmelzpunkts, beispielsweise Wismuth, Antimon und Arsen, in wirkungsvoller Weise das Entstehen entarteten Graphits als Folge des Vorhandenseins von Oxiden höheren Schmelzpunktes beseitigen, daaber Wismuth nur dann vollständig zur Wirkung gelangt, wenn es mit Cer verwendet wird, und da Blei und Germanium die Sphärolithzahl erheblich verbessern, werden sie erfindungsgemäß bevorzugt.
  • Der Effekt der anderen Elemente neben Blei und Germanium ist klar, anstatt sie aber absichtlich als zusätzliche Mittel zuzusetzen, wird erfindungsgemäß vorzugsweise lediglich deren Einfluß berUoksichtlgt, um zu entscheiden, wieviel Blei oder Germanium zugesetzt werden muß, um annehmbare Ergebnisse zu erhalten.
  • Wegen der Schwierigkeiten in der genauen chemischen Bestimmung der verschiedenen Spurenelemente werden erfindungsgemäß vorzugsweise die Mengen an Elementen bestimmt, die absichtlich zugesetzt worden sind, und zwar mit Hilfe von Versuchen. Bei einer bestimmten Schmelze in einem bestimmten Verfahren also wird ausreichend Magnesium zugesetzt, um einen Magnesiumgehalt des Gußeisens von 0,04 ffi zu erbringen. Davon wird eine stangenförmige Normalprobe gegossen, entweder mit 25 mm Querschnitt oder 75 mm Querschnitt, je nach durchschnittlicher Querschnittsgröße der zu gießenden Gußteile.
  • Danach wird die Sphärolithbildung der Gußprobe in Hinsicht auf die Sphärolithzahl und das Vorhandensein entarteten Graphits untersucht. In Abhängigkeit von den Ergebnissen dieser Untersuchung wird der Schmelze Blei oder Germanium zugesetzt, und zwar im wesentlichen bezogen auf die vorhandene Menge an Aluminium und Titan.
  • Danach wird eine weitere Stangenprobe gegossen, und zwar in Hinsicht auf die Untersuchung des Aussehens der Struktur. Auf dieser Grundlage wird versucht, den kleinsten Anteil an Blei- oder Germaniumzusatz zu messen, der voll wirksam ist, und es wird versucht, den Zusatz überhöhter Mengen zu vermeiden. Dieser Zusatz wird dann als sSa Normalverfahren unter den jeweils vorliegenden Voraussetzungen verwendet.
  • Vorzugsweise erfolgt eine Beschränkung auf Blei- oder Germaniumzusätze, die wesentlich weniger als 0,05 ffi betragen, und zwar wegen der etwas begrenzten Kenntnisse über den Einfluß von größeren Zusätzen, insbesondere in Hinsicht auf schwerere Gußstücke. Wenn ein solcher Zusatz keine Wirkung erbringt, werden vorzugsweise die Schmelzbedingungen angepaßt, oder es werden Stoffe zugesetzt, um den Bedarf an höheren Zusätzen von Germanium oder Blei zu verhindern. Beispielsweise können der Aluminium- oder Titangehalt der Schmelze verringert werden.
  • Was die Wahl zwischen Blei und Germanium anbelangt, wird Blei bevorzugt, und zwar wegen der geringeren Kosten, Germanium wird aber der Vorzug gegeben, wenn es wichtig ist, eine ferritischere Struktur zu erzeugen. Es ist festgestellt worden, daß Germanium dazu neigt, stark erhöhte Mengen von Ferrit im gegossenen Zustand zu bilden.
  • Patentansprüche:

Claims (5)

  1. Patentansprüche 1. Verfahren zur Herstellung von Kugelgraphit-Gußeisen durch das Legieren von Zusätzen zu einer geschmolzenen Eisencharge, dadurch gekennzeichnet, daß Blei und/oder Germanium in solchen Mengen zugesetzt werden, daß der Gesamtgehalt in der Schmelze bis zu 0,05 % beträgt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gesamtgehalt von Blei und/oder Germanium im Bereich von 0,002 bis 0,02 % liegt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Blei und/oder Germanium in Form von Salzen zulegiert werden.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Summe der Anteile an Antimon, Wismut*, Blei, Germanium, Zinn und Arsen auf lo - 75 % der Summe der Anteile an Titan, Aluminium und Cer abgestimmt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zulegierten Anteile an Blei und/oder Germanium so abgestimmt werden, daß der Gesamtgehalt in der Schmelze lo - 75 % der Differenz von der Summe der Gehalte an Aluminium, Titan und Cer abzüglich der Summe der Gehalte an Wismut, Arsen, Antimon und Zinn beträgt.
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