DE2000620A1 - Wettersprengstoffe mit erhoehter Energie - Google Patents

Wettersprengstoffe mit erhoehter Energie

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DE2000620A1 DE19702000620 DE2000620A DE2000620A1 DE 2000620 A1 DE2000620 A1 DE 2000620A1 DE 19702000620 DE19702000620 DE 19702000620 DE 2000620 A DE2000620 A DE 2000620A DE 2000620 A1 DE2000620 A1 DE 2000620A1
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Paul Dr Lingens
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Dynamit Nobel AG
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    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
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    • C06B23/04Compositions characterised by non-explosive or non-thermic constituents for cooling the explosion gases including antifouling and flash suppressing agents
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    • B01FMIXING, e.g. DISSOLVING, EMULSIFYING OR DISPERSING
    • B01F25/00Flow mixers; Mixers for falling materials, e.g. solid particles
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Description

  • "Wettersprengstoffe mit erhöhter Energie" Die Erfindung betrifft pulverförmige oder gelatinöse Wettersprengstoffe hoher Sicherheit und Energie auf der Basis von sensibilisierenden Komponenten, eines umgekehrten Salzpaares und eines Zusatzes von Ammoniumoxalat und/oder von Ammoniumchlorid zura völligen oder nahezu völligen Abbau des Sauerstoffüberschusses, der von der Verwendung des umgekehrten Salzpaares und von dem ggf. verwendeten Glycerintrinitrat herrührt. Gekennzeichnet ist die Erfindung dadurch, daß die erfindungsgemäßen Sprengstoffe zusätzlich zu den bekannten Bestandteilen solche Salze enthalten, die leicht und schnell Sauerstoff abgeben und daß das Sprengstoffgemisch eine stark positive Sauerstoffbilanz beitzt.
  • Bekannt sind Wettersprengstoffe auf der Basis einer sensibilisierenden Komponente (Glycerintrinitrat, Glycoldinitrat oder Mischungen miteinander), eines umgekehrten Salzpaares und geringer Zusätze zur Verbesserung der Beständigkeit gegen das Eindringen von Wasser, geringer Zusätze zur Erhöhung der Lagerbeständigkeit und eines Zusatzes ven Ammoniumoxalat oder von Ammoniumchlorid zum völligen @@@@ tel@weisen Abbau des Sauerstoffüberschusses, der von der Verwendung des umgekehrten Salzpaares und ggf. von dem Glycerintrinitrat herrührt. Nach der thermodyramischen Berechnung besitzt ein solcher Sprengstoff ein Energiemaximum, wenn die Zusätze von Ammoniumchlorid oder Ammoniumoxalat so gewählt werden, daß die Sauerstoffbilanz des Sprengstoffes ausgeglichen ist.
  • Es hat sich in der Praxis herausgestellt, daß Sprengstoffe mit dem nach der Berechnung maximalen Ammoniumoxalat- bzw. Ammoniumchloridgehalt beim Sprengen in Bohrlöchern bzw. in einer Stahlbombe nicht die aufgrund der Berechnung mögliche maximale Energie entfalten. Beim Verringern beispielsweise des maximalen Ammoniumoxalatgehaltes konnte eine gleiche oder sogar eine höhere Freisetzung von Energie beobachtet werden. Diese Abweichung der theoretisch berechneten Energie von der praktisch ermittelten wurde mit dem Verdampfen des bei der Reaktion des inversen Salzpaares entstehendeii Alkalichlorids in Zusammenhang gebracht. Man nahm an, daß der Wärmegewinn, der bei einer Erhöhung des Ammoniumoxalatgehaltes bei der Reaktion mit dem überschüssigen Sauerstoff entsteht, durch den Entzug de Verdampfungswärme des entstehenden Alkalichlorlds erniedrigt wurde.
  • Im Gegensatz zu dieser Auffassung wurde nun überraschend gefunden, daß ein beträchtlicher Energiegewinn auch bei optimalen Zusätzen von Ammoniumchlorid und/oder Ammoniumoxalat erzielt wird, wenn dafür gesorgt ist, a zur Umsetzung aller verbrennlichen Stoffe im Sprengstoff ein Sauerstoffüberschuß vorhanden ist und gleichzeitig Salze vorliegen, die besonders schnell möglichst viel Sauerstoff abgeben.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind also Wettersprengstoffe auf der Basis von sensibilisierenden Komponenten und eines umgekehrten Salzpaares, dem Ammoniumoxalat und/oder Ammoniumchlorid hinzugefügt ist, die dadurch gekennzeichnet sind, daß a) die Sauerstoffbilanz des gesamten Sprengstoffsystems positiv und bis zu +10 ,, vorzugsweise 1 bis 6 ,, ist, und daß b) das Sprengstoffgemisch bis zu 15 Gew.%, vorzugsweise zwischen 2 und 8 Gew.%, solcher Salze enthält, die besonders schnell möglichst viel Sauerstoff abgeben. Als solche Salze werden Perchlorate der 1., 2. und 3. Hauptgruppe oder der 2. und 8.
  • Nebengruppe des Periodensystems sowie Ammoniumperchlorat verwendet. Auch ein Zusatz von Ammoniumnitrat kann verwendet werden, falls dieses Salz mit einer spezifischen Oberfläche von mindestens 500 cm2/g vorliegt.
  • Die Erfindung enthält folgenden Grundgedanken: Bei Wettersprengstoffen mit einem hohen Anteil an verbrennlichen Ammoniumsalzen wird angenommen, daß die Kinetik der Oxidation von Ammoniumchlorid- und Ammoniumoxalatteilchen im Sinne einer vollständigen Reaktion unter den Bedingungen im Bohrloch günstig beeinflußt wird, wenn eine hohe Sauerstoffkonzentration, die rechtzeitig während der Umsetzung zur Verfügung steht, vorhanden ist. Salze, die bei Energiezufuhr rechtzeitig Sauerstoff freigeben, sind die erwähnten Perchlorate und/oder das fein verteilte Ammoniumnitrat.
  • Die erfindungsgemXßen Sprengstoffe auf der Basis von Sensibilisierungsinitteln, einem umgekehrten Salzpaar aus Ammoniumchlorid und Alkalinitrat und darüber hinaus Zusätzen von Ammoniumchlorid und/oder Ammoniumoxalat enthalten bis zu 15 Ges.%, voriugsweise 2 bis 8 Ges.%, der erwähnten sauerstoffabgebenden Salze.
  • Sensibilisierende Komponenten im Sinne der vorliegenden Erfindung sind die bekannten Sa]petersäureester mehrwertiger Alkohole, wie Glycoldinitrat, Glycerintrinitrat und Pentaerythrittetranitrat u.ä. Es können aber auch Gemische dieser Salpetersäureester eingesetzt werden. In flüssigem Zustand können die Salpetersäureester in bekannter Weise angedickt werden.
  • Das umgekehrte Salzpaar besteht aus äquimolekularen Mengen von Ammoniumchlorid und Alkalinitrat, wobei man als Alkalinitrate vorzugsweise die Nitrate des Kaliums oder Natriums verwendet.
  • Erdalkalicarbonate (Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat, Bariumcarbonat, Dolomit) und zweiwertige Metalloxide (Magnesium, Cupfer- oder Zinkoxid) können in bekannter Weise zur Erhöhung der Deflagrationssicherheit den erfindungsgemäßen Sprengstoffen zugesetzt werden.
  • Pulverförmige Sprengstoffe mit guter Schlagwettersicherheit und Leistung werden erhalten, wenn man für das Gemisch der anorganischen Verbindungen in einem solchen Sprengstoff eine Kornfeinheit wählt, bei der 30 bis 100 % ein Sieb mit 0,1 mm Maschenweite passieren. Die Menge der sensibilisierenden Komponenten muß hierbei zwischen 6 und 15 Gew.%, vorzugsweise zwischen 7,5 und 11,5 Gew.%, liegen.
  • Plastische Sprengstoffe mit guter Schlagwettersicherheit und Leistung werden erhalten, wenn man für das Gemisch der anorganischen Bestandteile eines solchen Sprengstoffes die oben erwähnte Kornfeinheit wähl-t und wenn man soviel gelatinöse Phase zusetzt, daß die Mischung eine ausreichende Plastizität besitzt. Die Menge der gelatinösen Phase muß hierbei zwischen 18 und 40 Gew.%, vorzugsweise zwischen 25 und 35 Gew.%, liegen.
  • Die erfindungsgemäßen Sprengstoffe können gegebenenfalls auch noch Inertstoffe und verbrennbare Substanzen in Mengen bis zu 30 Gew.%, vorzugsweise zwischen 0,2 und 2 Gew.%, bezogen auf das Sprengstoffgemisch, enthalten.
  • Als Beispiele für verbrennbare Substanzen seien genannt: Paraffin, Holzmehl, Graphit, Metallsei£en, Zellstoffe, Erdalkali-, Alkali- und Ammoniumsalze organischer Säuren, kristallwasserhaltige Salze sowie halogenhaltige, verbrennbare, organische Substanzen (z.B. Chlorparaffine, Wachse auf der Basis von chloriertem Naphthalin).
  • Zur Messung des Energiegewinnes der erfindungsgemäßen Sprengstoffe wurde folgende Methode verwendet: Drei Sprengstoffpatronen (Durchmesser 30 mm, Gewicht 100 g) werden in dem einseitig offenen Bchrloch (Länge 900 mm, Durchmesser 40 mm) eines Stahlmörsers (Länge 1030 mm, Druchmesser 210 mm, Gewicht 270 kg) zur Detonation gebracht. Der Mörser ist mit 4 Stahlseilen pendelnd so an der Decke eines Raumes aufgehängt, daß er genau waagerecht hängt. Der lotrechte Abstand vom Drehpunkt an der Decke bis zur Achse des Mörsers beträgt 2390 mm.
  • Die Zündung erfolgt mit einer elektrischen Sprengkapsel aus dem Bohrlochtiefsten. Durch den Rückstoß der ausströmenden Schwaden erfährt der Mörser einen Pendelausschlag, dessen maximale Amplitude gemessen wird. Die Ausströmenergie der Schwaden, bezogen auf 1 kg Sprengstoff, wird hierbei nach der folgenden Gleichung berechnet: 2 M2 . g A = » 3 1 m Hierbei ist M die Masse des Mörsers, 1 die Länge der Aufhängung, s der Ausschlag des Pendels und m die Masse des Sprengstoffes.
  • Werden die Versuche mit Besatz durchgeftihrt, so werden Besatzpatronen, gefüllt mit trockenem Sand (Durchmesser 58 mm, Gewicht 200 g), nur so weit in das Bohrloch geschoben, daß das Ende der Besatzpatrone gerade mit dem Bohrlochmund abschneidet. Die Energieberechnung erfolgte dann nach der Gleichung: M2 # g s2 A =2/3 1 m (m + mb) Hierbei ist mb die Masse des Besatzes.
  • Beispiele 1a) und 1b) Es wurden zwei Sprengstoffe in an sich bekannter Weise hergestellt. Beide Sprengstoffe besitzen nach den deutschen Prüfbestimmungen für Wettersprengstoffe der Klasse III (vgl. Aufsatz von Ahrens, Nobel Hefte, Mai 1959) die gleiche Schlagwettersicherheit. In der Tabelle 1 werden die Zusammensetzung, die berechnete spezifische Energie, die gemessene Pendelenergie und die Sauerstoffbilanz der beiden Sprengstoffe aufgeführt.
  • Tabelle 1 Sprengstoff 1a) 1b) Glycerintrinitrat Gew.% 5,4 5,4 Glycoldinitrat " 3,6 3,6 Guarmehl " 1 1 Calciumstearat II 0,1 0,1 Tonerde " 0,3 0,3 Kaliumnitrat " 49,0 44,8 Ammoniumchlorid " 25,9 23,6 Ammoniumoxalat " 14,7 13,2 Kaliumperchlorat I1 8,0 spez. Energie berechnet mt/kg 40,3 37,9 Pendelenergie gemessen mt/kg 71,0 80,5 Sauerstoffbilanz % 0 +3,7 Der Sprengstoff 1a) entspricht bekannten Sprengstoffmischungen, bei denen der Sauerstoffüberschuß des umgekehrten Salzpaares durch Zusatz von Ammoniumoxalat ausgeglichen wurde. Ersetzt man in diesem Sprengstoff einen Teil der Salze durch Kaliumperchlorat, so kommt man zu dem erfindungsgemäßen Sprengstoff Ib).
  • Hierbei wird die Sauerstoffbilanz von 0 auf +3,7 % angehoben.
  • Die in der Tabelle 1 angegebene spez. Energie ist das Produkt aus der Gaskonstanten R, dem Schwadenvolumen in mol/kg und der Explosionstemperatur in °K. Die mit dem Pendel gemessene Energie wurde ermittelt durch Schießen von 300 g Sprengstoff mit Besatz.
  • Obwohl der erfindungsgemäße Sprengstoff Ib) gegenüber dem Vergleichssprengstoff la) eine um 6 15 geringere berechnete Energie aufweist, verläuft die Umsetzung seiner Salze unter Bohrlochbedingungen so günstig, daß gegenüber dem Vcrgleichssprengstoff ein Energiegewinn von 13,3 % erzielt wird. Die sprengtechnischen Eigenschaften der beiden Sprengstoffe sind sonst einander gleich.
  • In sieben weiteren Sprengstoffen wurde das Kaliumperchlorat des Sprengstoffes 1b) durch Jeweils 8 Gew.% I.ithivmperchlorat (82,5 mt/kg), Natriumperchlorat (81,3 mt/kg), Magnesiumperchlorat (82,1 mt/kg), Calciumperchlorat (81,6 mt/kg), Bariumperchlorat (80,1 mt/kg) ersetzt. Die Angaben in Klammern beziehen sich auf die gemessene penelelenergie. Bei allen sieben Sprengstoffen wurde ein Energiegewinn gegenüber dem Vergleichssprengstoff 1a) gefllnden.
  • Beispiele 2a) unffimb Es wurden zwei Sprengstoffe in an sich bekannter Weise hergestellt. Beide Sprengstoffe besitzen nach den deutschen Prüfbestimmungen für Wettersprengstoffe der Klasse III die gleiche Schlagwettersicherheit. In der Tabelle 2 werden die Zusammensetzung und die gemessene Pendelenergie der beiden Sprengstoffe aufgeführt.
  • Tabelle 2 Sprengstoff 2a) 2b) Glycerintrinitrat Gew.% 5,7 5,7 Glycoldinitrat " 3,8 3,8 Kaliumnitrat " 495 44,25 Ammoniumchlorid " 38,75 36,0 Calciumstearat 1 (),25 0,25 Guarmehl II 2,0 2,0 Kaliumperchlorat " - 8,0 Pendelenergie gemessen mt/kg 68,4 78,6 O2-Bilanz -0,5 +2,3 Der Sprengstoff 2a) entspricht einer bekannten Sprengstoffmischung nach der deutschen Auslegeschrift 1 287 491 (Sprengstoff "D1"), bei der der Sauerstoffüberschuß des umgekehrten Salzpaares durch Zusatz von Ammoniumchlorid teilwelse ausgeglichen wurde. Ersetzt man in diesem Sprengstoff einen Teil der anorganischen Salze durch Kaliumperchlorat, so kommt man zu dem erfindungsgemäßen Sprengstoff 2b). Die mit dem Pendel gemessene Energie wurde ermittelt durch Schießen von 300 g Sprengstoff mit Besatz.
  • Der Vorteil des erfindungsgemäßen Sprengstoffes 2b) gegenüber dem bekannten Sprengstoff 2a) liegt in der Steigerung der unter Bohrlochbedingungen ermittelten Energie um 14,9 % bei sonst gleichen sprengtechnischen Eigenschaften.
  • Beispiele 3a) und 3b) Es wurden zwei Sprengstoffe in an sich bekannter Weise hergestellt. Beide Sprengstoffe besitzen nach den deutschen Prüfbestimmungen für Wet-tersprengstoffe die Schlagwettersicherheit der Klasse III. In der Tabelle 3 werden die Zusammensetzung und die gemessene Pendeienergle der beiden Sprengstoffe aufgeführt.
  • Tabelle 3 Sprengstoff 3a) 3b) Glycerintrinitrat Gew.% 5,5 Glycoidinitra-t II 3,7 Guarmehl " 1,8 1,8 Kaliumnitrat t r)2,O 46,8 Ammoniumchlorid " 27,0 24,2 Fortsetzung der Tabelle 3: 3a) 3b) Ammoniumoxalat Gew.% 10 10 Kaliumperchlorat " - 8 Pendelenergie gemessen mt/kg 74,3 80,5 02-Bilanz +2,0 +4,7 Der Sprengstoff 3a) entspricht einer bekannten Sprengstoffmischung nach der belgischen Patentschrift 689.434 (Beispiel 3, Tabelle 1), bei der der Sauerstoffüberschuß des umgekehrten Salzpaares durch Zusatz von Ammoniumoxalat teilweise ausgeglichen wurde. Ersetzt man in diesem Sprengstoff einen Teil der anorganischen Salze durch Kaliumperchlorat, so kommt man zu dem erfindungsgemäßen Sprengstoff 3b). Die mit dem Pendel gemessene Energie wurde ermittelt durch Schießen von 300 g Sprengstoff mit Besatz. Der Vorteil des erfindungsgemäßen Sprengstoffes 3b) gegenüber dem bekannten Sprengstoff 3a) liegt in der Steigerung der unter Bohrlochbedingungen ermittelten Energie um 8,3 % bei sonst gleichen sprengtechnischen Eigenschaften eissiele lla) und 4b) Es wurden zwei Sprengstoffe in an sich bekannter Weise hergestellt. Beide Sprengstoffe besitzen nach den deutschen Prüfbestimmungen für Wettersprengstoffe die SchlagwPttersicherheit der Klasse III. In der Tabelle 4l werden die Zusammensetzung und die gemessene Pendelenergle der beiden Sprengstoffe aufgeführt.
  • Tabelle 4 Sprengstoff 4a) 4b) Glycerintrinitrat Gew.% 5,7 5,7 Glycoldinitrat " 3,8 3,8 Guarmehl " 2,0 2,0 Calciumstearat II 0,25 0,25 Kaliumnitrat II 52,80 46,25 Ammoniumchlorid " 27,95 24,50 Ammoniumoxalat " 7,5 7,5 Kaliumperchlorat " - 10,0 Pendel energie gemessen mt/kg 92,8 102,4 O2-Bilanz +2,2 +5,8 Der Sprengstoff 4a) entspricht einer bekannten Sprengstoffmischung gemaß lieft Nr. 8 dr 12. Internationalen Konferenz Grubensicherheitlicher Versuchsanstalten, Dortmund, 1967, (Beispiel 3, Tabelle II), Bei der der Sauerstoffüberschuß des umgekehrten Salzpaares durch Zusatz von Ammoniumoxalat teilweise ausgeglichen wurde. E@setzt man 5 in diesem Sprengstoff einen Teil der Salze durch Kaliumperchlorat, so kommt man zu dem erfindungsgemäßen Sprengstoff 4b). Die mit dem Pendel gemessene Energie wurde ermittelt durch Schießen von 300 g Sprengstoff ohne Besatz.
  • Der Vorteil des erfindungsgemäßen Sprengstoffes 4b) gegenüber dem bekannten Sprengstoff 4a) liegt in der Steigerung der unter Bohrlochbedingungen ermittelten Energie um 10,3 % bei sonst gleichen sprengtechnischen Eigenschaften.
  • Beispiel 5 Es wurden zwei Sprengstoffe in an sich bekannter Weise hergestellt. In der Zusammensetzung entsprechen sie dem Beispiel 1b), nur daß statt des Kaliumperchlorats jeweils 8 Gew.% Ammoniumperchlorat und Ammoniumnitrat als Zusatz verwendet wurden.
  • Das Ammoniumnitrat besaß hierbei eine spezifische Oberfläche von 600 cm2/g. Die mit dem Pendel gemessene Energie wurde ermittelt durch Schießen von 300 g Sprengstoff mit Besatz. Die gemessene Pendelenergle betrug für den Sprengstoff mit Ammoniumperchlorat 82,3 mt/kg und für den Sprengstoff mit Ammoniumnitrat 80,9 mt/kg.
  • Der Vorteil der beiden erfindungsgemäßen Sprengstoffe ergibt Sich durch den Vergleich mit dem Sprengstoff -la) (Beispiel 1a), der keinen Zusatz von besonders leicht sauerstoffabgebenden Salzen enthielt und dessen gemessene Pendelenergie 71 mt/kg betrug.
  • Beispiel 6 Es wasden drei Spreng @@ffe in an sich bekannter Weise hergestellt. Alle drei Sp@@@ @toffe entsprechen den deutschen Bestimmungen für Wetterspr@@gstoffe der Klasse II (vgl. Anfsatz von Ahrens, Nobel Hefte, Mai 1959). In der Tabelle 5 werden die Zusammensetzung und die gemessene Pendelenergie der drei Sprengstoffe aufgeführt.
  • Tabelle 5 Sprengstoff 5a) 5b) 5c) Glycerintrinitrat Gew.% 5,4 5,4 5,4 Glycoldinitrat " 3,6 3,6 3,6 Guarmehl " 1,0 1,0 1,0 Tonerde " 0,3 0,3 0,3 Calciumstearat " 0,1 0,1 0,1 Natriumnitrat " 44,0 43,5 40,1 Ammoniumchlorid " 27,7 27,4 25,3 Ammoniumoxalat I1 15,9 15,7 14,2 Calciumcarbonat II 2,0 2,0 2,0 Kaliumperchlorat " - 1,0 8,0 Pendelenergie gemessen mt/kg 80,2 81,8 90,3 02-Bilanz -0,1 +0,4 +3,5 Em Sprengstoff 5a) ist der Sauerstoffüberschuß des umgekehrten Salzpaares durch Zusatz von Ammoniumoxalat ausgeglichen worden.
  • ERsetzt man in diesem Sprengstoff einen Teil der Salze durch Kaliumperchlorat, sa kommt man zu den erfindungsgemäßen Sprengstoffen 5b) und 5c). Die mit dem Pendel gemessene Energie wurde ermittelt durch Schießen von 300 g Sprengstoff mit Besatz.
  • Der Vorteil der erfindungsgemäßen Sprengstoffe 5b) und 5c) gegenijber dem Vergleichssprengstoff 5a) liegt in der Steigerung der unter Bohrlochbedingungen ermittelten Energie um 2 bzw.
  • 12,6 % bei sonst gleichen sprengtechnischen Eigenschaften.
  • Beispiel 7 Es wurden zwei gelatinöse Sprengstoffe in an sich bekannter Weise hergestellt. Beide Sprengstoffe entsprechen den deutschen Bestimmungen für Wettersprengstoffe der Klasse I (vgl. Aufsatz von Ahrens, Nobel Hefte, Mai 1959). In der Tabelle 6 wird die Zusammensetzung und die gemessene Pendelenergie angegeben.
  • Tabelle 6 Sprengstoff 6a) 6b) Glycezintrinitrat Gew.% 18,7 18,7 Glycoldinitrat " 12,5 12,5 Nitrocellulose (12,2 % N) " 0,8 0,8 Wasser " 1,0 1,0 Natriumnitrat " 27,5 25,3 Ammoniumchlorid " 28,8 26,4 Calciumcarbonat " 10,7 10,7 Natriumperchlorat " - 4,6 Pendelehergie gemessen mt/kg 7G,6 84,2 02-Bilanz +0,4 +2,8 Im Sprengstoff 6a) wurde der Sauerstoffüberschuß des umgekehrten Salzpaares durch Zusatz von Ammoniumchlorid ausgeglichen.
  • Ersetzt man in diesem Sprengstoff einen Teil der Salze durch Ka.
  • liumperchlorat, so kommt man zu dem erfindungsgemäßen Sprengstoff 6b). Die mit dem Pendel gemessene Energie wurde ermittelt durch Schießen von 100 g Sprengstoff mit Besatz.
  • Der Vorteil des erfindungsgemäßen Sprengstoffes 6b) gegenüber dem Vergleichssprengstoff 6a) liegt in der Steigerung der ermittelten Energie um 10 % bei sonst gleichen sprengtechnischen Eigenschaften.

Claims (3)

Patentansprüche
1. Pulverförmige oder gelatinöse Wettersprengstoffe auf der Basis von sensibilisierenden Komponenten, eines umgekehrten Salzpaares sowie Ammoniumoxalat und/oder Ammoniumchlorid und außerdem gegebenenfalls Inertstoffen und verbrennbaren Sunstanzen, gekennzeichnet durch a) einen zusätzlichen Gehalt bis zu 15 Gew.%, vorzugsweise zwischen 2 und 8 Gew.% bezogen auf das Sprengstoffgemisch, -an anorganischen Perchloraten und/oder NH4NO3 mit einer spezifischen Oberfläche von mindestens 500 cm2/g und b) eine positive Sauerstoffbilailz bis zu +10 %, vorzugsweise zwischen 1 und 6 %.
2. Pulverförmige oder gelatinöse Wettcrsprvngstofe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Perchlorate diejenigen von Lithium, Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Barium, Aluminium, Zink, Eisen oder Ammoniumperchlorat oder Gemische dieser-Verbindungen verwendet.
3. Pulverförmige oder gelatinöse Wettersprengstoffe nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie zur Erhöhung der Deflagrationssicherheit Erdalkalicarbonate und/ oder zweiwertige Metalloxide in einer Menge von 0,1 bis 10 Gew.%, vorzugsweise 0,5 bis 5 Gew.%, bezogen auf das Sprengstoffgemisch, enthalten.
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