DE2000791A1 - Melassierte Futtermittel und Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents

Melassierte Futtermittel und Verfahren zu deren Herstellung

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DE2000791A1 DE19702000791 DE2000791A DE2000791A1 DE 2000791 A1 DE2000791 A1 DE 2000791A1 DE 19702000791 DE19702000791 DE 19702000791 DE 2000791 A DE2000791 A DE 2000791A DE 2000791 A1 DE2000791 A1 DE 2000791A1
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Description

KNAPSACK AKTIENGEHELLSCHAFT
Knapsack bei Köln
Melassierte Futtermittel und Verfahren zu deren Herstellung
Die vorliegende Erfindung betrifft melassierte Futtermittel, insbesondere melassierte mineralische Futteralschun- Ί gen, die bei tiefen Temperaturen nicht erhärten, sowie Verfahren zur Herstellung solcher Futtermittel.
Die Melassierung von Futtermischlingen, deren Hauptbestandteile beispielsweise Steinsalz, Calcium-, Magnesium- und Natriumphosphate sind, hat den Zweck, griffige, staubfreie, farbgefällige und wohlschmeckende Endprodukte zu erzeugen. Beim Aufbringen der Melasse, welches in diskontinuierlichen oder kontinuierlichen Mischverfahren erfolgen kann, werden die einzelnen Körnc?ien oder Partikeln von Melasse umhüllt. Dieser Effekt bewirkt die obengenannten Vorteile-, insbesondere, wenn die einzelnen Komponenten in ä feinkörniger Form eingesetzt werden, wobei letzteres außerdem eine Erhöhung des Melasseanteiles ohne Beeinträchtigung der Produktqualität erlaubt.
Bei der Lagerung, vorzugsweise beim Stapeln, der melassierten Produkte kommt es an den Berührungsstellen der Partikeln zu einer Durchdringung der Melassehäute. Mit abnehmender Temperatur, besonders bei Temperaturen unterhalb O0C, nimmt die Zähigkeit der Melasse bekanntlich stark zu. In der Praxis wirkt sich dies in einer.zunehmend zähplastischer v/erdenden Konsistenz der melassier-
109829/0912
ten Mi π chun/1; aus, was im llgemtinen bis zur völligen Erhärtung der Produkte führt . Diese Erscheinungen sind umso ausgeprägter, je holier der Gehalt an Melasse im Futtermittel ist und je tiefer die Lagertemperatüren sind. Für den Verbraucher können sich dadurch nennenswerte Schwierigkeiten bei der Handhabung der Futtemischungen ergeben.
Überraschenderweise ist nun gefunden worden, daß diese Nachteile bei melassierten Futtermitteln, die einen Geh'jit -n Calciumoxid und/oder -hydroxid in reiner· Form oder im Gemisch mit Magnesiumoxid und/oder -hydroxid aufweisen, nicht auftreten.
Vorteilhafter-weise enthalten diese Futtermittel die genannten Oxide bzw. Hydroxide in feinverteilter Form, etwa in Korngrößen -c'1,0 mm, vorzugsweise <O,O6 mm, und in Mengen von 5 bis 75 Gewichts^, vorzugsweise von 5 bis 25 Gewichts/{), bezogen auf die Melasse.
Insbesondere gilt dies für Futtermittel, welche einen Melassegehalt von 5 bis 15 Gewichts'/), vorzugsweise von etwa 10 Gewichts^, aufweisen.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Produkte verfährt man dabei so, daß man den Futtermitteln zur Verhinderung von deren Erhärtung bei tiefen Temperaturen »or, während oder nach der Me Kassierung Calciumoxid und/oder -hydroxid in reiner- Form oder im Gemisch mit Magnesiumoxid und/oder -hydroxid zumischt, wobei man die Oxide und/oder Hydroxide vorteilhafterweise in den oben angegebenen Korngrößen und Mengen oinsetz t.
Die Wix-kung der zugemischten, feinteil igen Hydroxide und/
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oder Oxide beruht hauptsächlich darauf, an der Oberfläche der Melassehäute Kri stalüs a; J. ons vorgänge einzuleiten und damit die Konr.istenz der Melasse entscheidend zu verändern. 3ei Einhaltung dei' erfindungsgemäßen Vm.jiv Innen gelingt o;.· no, neben einer nur geringfügigen Farbänderung (Aufhellung) der Put te mir, ellung die übrigen, oben erwähnten Vorteile der Melnssierung "zu erhalten und gleichzeitig d--s Zusammenbacken und die Ei'hürtung der !"'iOdukto bei niedrigen ii .:.u vei'meiden.
Darübei'hinaun kann in den Fälleji, in v/e!lohen nrobköi-ni^e g
Futtermittel, ::. . Oi-anulate, melascie]·! v.ei'den, dui'ch die Zugabe der· Hydroxide und/odei1 Oxide dei1 wolasseanteil im Futtermittel über das normale i;lai3 erh-'iht werden, ohne die Eigenschaften der Endjirodukte in nachteiliger V/eise zu verändei'ii.
Insbesondere v/erden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mineralische Futtermittel eingesetzt, die außer Melasse Kleie, Viehsalz, Dicalciumphosphat sowie aus Phosphaten der, Natriums, Calciums und Magnesiums bestehende Phosphatgemische enthalten, wobei letztere etwa folgende Zusammensetzung und Körnung aufweisen können:
I II
MgO
C-jO
H2O
Körnungen
Doch können -inch meüassierte Futtermittel anderer Zusammensetzung verwendet werden.
10 9 8 2 9/0912 BAD ORIGINAL
40 % 40 %
16 % 17 %
8 % 4 %
12 % 8 %
20 % 24 %
90 % ^0,'j mm 9 0 % TO'j mm
Beispiel 1
In einer diskontinuierlichen oder kontinuierlichen Mischvorrichtung wurden:
60 Gewichtr.teile Mischphosphat I 15 Gewichtsteile Dicalciumphosphat (J Gewichtsteile Viehsalz
6 Gewichtsteile Kleie
homogenisiert und .-anschließend 10 Gewichtsteile handelsübli-r eher Melasse gleichmäßig im Produktgemenge verteilt. Die Konsistenz dei" Mischung war feinkriimelig und freifließend.
Dan Produkt wurde nach dem Absacken 24 h bei -15 C gelagert. Die anschließende Prüfung ergab ein völlig erhärtetes Produkt, welches erst nach Erwärmen über den Gefrierpunkt allmäh lic}] seine ursprüngliche Beschaffenheit wiedererlangte.
Beispiel 2
Verwendet wurden die Mischung und die Vorrichtung wie im Beispiel 1 beschrieben mit dem Unterschied, daß vor der Melassierung 1 Gewichtsteil Calciumhydroxid mit einer Korngröße <^0,06 mm zugemischt wurde.
Nach der 24-stiindigen Lagerung bei -15°C war die Konsistenz des Produktes unverändert, d.h. es ergab sich keine Beeinträchtigung bei dessen Handhabung.
Beispiel :>
Verwendet wurden die Mischung und die Vorrichtung wie im Beispiel 1 beschrieben mit dem Unterschied, daß der Mischung vor dem Melassieren anstelle von Calciumhydroxid
109829/0912
allein ein Gemisch von Calcium- und Dolomithydroxid im Gewichts verhältnis 2 : 1 und einer Korngröße v.,0,06 mm in einer Menge von 2 Gewichtsteilen zugesetzt werden.
Nach Lagerung in der Kälte war die Beschaffenheit des Produktes unverändert.
Beispiel 4
Verwendet wurden die Mischung und die Vorrichtung wie im Beispiel 1 beschrieben mit dem Unterschied, daß nach Zugäbe der Melasse 1,5 Gewichtsteile Calciumhydroxid einer· Korngröße ^0,06 mm eingesetzt wurden.
Nach 14-tägIger Lagerung des abgesackten Produktes bei -15°C war keine Veränderung von dessen Konsistenz zu be obachten.
Beispiel 5
In einer diskontinuierlichen Mischvorrichtung wurden
50 Gewichtsteile Mischphosphat II 27 Gewichtsteile Dicalciumphosphat 9 Gewichtsteile Viehsalz
6 Gewichtsteile Kleie
homogenisiert und anschließend 8 Gewichtsteile Melasse gleichmäßig eingearbeitet. Die Konsistenz der Mischung war grobkrumelig und freifließend.
Die abgesackte Ware wurde 24 h bei -150C gelagert. Die Prüfung ergab ein völlig erhärtetes Produkt.
BAD ORIGINAL 109829/09 12
- 6 Beispiel 6
Verwendet wurden die Mischung und die Vorrichtung wie im Beispiel 5 beschrieben mit dem Unterschied, daß der Mischung vor der Helassierung 1,5 Gewichtsteile Calciumhydroxid einer· Korngröße ^c.0,06 mm zugemischt wurden.
Nach 5-wöchiger Lagerung bei -150C war die Beschaffenheit des Produktes praktisch unverändert.
Beispiel 7
In einer kontinuierlichen Mischvorrichtung wurden
60 Gewiel itsteile Mischphosphat Il 10 Gewichtsteile Dicalciumphosphat 9 Gewichtsteile Viehsalz 6 Gewichtsteile Kleie
homogenisiert und anschließend 15 Gev/ichtsteile Melasse gleichmäßig verteilt.
Nach 1 V/oche Lagerung bei -15 C war das Produkt steinhart. Beispiel 8
Verwendet v/u r de η die Mischung und die Vorrichtung wie im Beispiel 7 beschrieben mit dem Unterschied, daß der Mischung vor der Melassierung 5 GewichtsteUe Calciumhydroxid einer Korngröße -<0,06 mm zugemischt wurden.
Nach 3-wöchiger Lagerzeit bei -15 C, war die Beschaffenheit der Mischung praktisch unverändert.
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Claims (11)

Patentansprüche
1. Melassierte Futtermittel, insbesondere melnssierte mineralische Puttermischungen, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Calciumoxid und/oder -hydroxid in reiner Form oder im Gemisch mit Magnesiumoxid und/οder -hydroxid.
2. Melassierte Futtermittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an den genannten Hydroxiden und/oder Oxiden von 3 bis 75 Gewichts%, bezogen auf die Melasse.
3. Melassierte Futtermittel nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch einen Gehalt an den genannten Hydroxiden und/oder Oxiden von 5 bis 25 Gewichts/6, bezogen auf die Melasse.
4. Melassierte Futtermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch einen Gehalt an den genannten Hydroxiden und/oder Oxiden mit einer Korngröße -.--1,0 mm.
5. Melassierte Futtermittel nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch einen Gehalt an den genannten Hydroxiden und/oder Oxiden einer Korngröße von «<O,O6 mm.
G. Verfahren zur Herstellung melassierter Futtermittel nach * einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man den Futtermitteln zur Verhinderung von deren Lrhürtung bei tiefen Temperaturen vor, während oder nach der Melassierung Calciumoxid und/oder -hydroxid in reiner Form oder im Gemisch mit Magnesiumoxid und/οder-hydroxid zumischt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydroxide und/oder Oxide in feinverteilter Form zumischt.
10 9 8 2 9/0912 Β/φ ommAl
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydroxide und/oder Oxide in Korngrößen .«£1,0 mm einsetzt.
9, Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydroxide und/oder Oxide in Korngrößen ,ζιΟ,Οβ mm einsetzt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydroxide und/oder Oxide in Mengen von 3 bis 75 Gewichts^, bezogen auf die Melasse, einsetzt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydroxide und/oder Oxide in Mengen von 5 bis 25 Gewichts%, bezogen auf die Melasse, einsetzt.
109829/0912
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