DE2003185A1 - Mittel zur Entfernung von Jod aus Gasen - Google Patents

Mittel zur Entfernung von Jod aus Gasen

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DE2003185A1
DE2003185A1 DE19702003185 DE2003185A DE2003185A1 DE 2003185 A1 DE2003185 A1 DE 2003185A1 DE 19702003185 DE19702003185 DE 19702003185 DE 2003185 A DE2003185 A DE 2003185A DE 2003185 A1 DE2003185 A1 DE 2003185A1
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iodine
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methyl iodide
pei
borate
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DE19702003185
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Soldano Benadetto Anthony
Ward Wilfred Thomas
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Original Assignee
US Atomic Energy Commission (AEC)
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    • B01D53/34—Chemical or biological purification of waste gases
    • B01D53/46—Removing components of defined structure
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Description

Anmelderin: United States Atomic Energy Commission Germantown, Maryland, V.'St.A..
meine Akte: 565/70
Mittel zur Entfernung von Jod aus Gasen
Priorität: I7. Februar I969
Amerikanische Patentanmeldung: Serial No. 799,905
Die Erfindung betrifft die Entfernung von Jod aus Umgebung s-Atmosph'äre und bezieht sich insbesondere auf die Entfernung von organischen Jod-Verbindungen aus radios aktives Jod enthaltenden Atmosphären, Die Erfindung wurde im Verlauf von Untersuchungen erarbeitet, die für die United States. Atomic Energy Commission durch« geführt wurden.
Jod-151 ist ein gasförmiges Nebenprodukt der Kernspaltung, welches in Abgasen vorhanden ist, die als Begleitstoffe
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BAD ORlOtNAL
in der In einem Reaktor-System enthaltenen Atmosphäre /orhanden sind, Insbesondere einer solchen Atmosphäre, die beim zufälligen Zerfall von Brennstoff oder beim Miederschmelzen von Brennstoff entstanden lot. Jod-131 wird auch in Abgasen gofundsn, die bei der Verarbeitung von verbrauchten "Kernbrennstoffen auftreten.
Das unter solchen Bedingungen erzeugte Jod tritt im wesentlichen in zwei Haupt-Formen auf, als molekulares Jod,
ψ Jodwasserstoff, unJ zu einem geringen, jedoch radiologisch bemerkensv/ertem 3ruchteil in Form von Alkyljodider; mit niedrigem Molekulargewicht, vorwi3gend als I.Iethyljodid. Es ist bekannt, daß radioaktive elementares oder nolekulares Jod, wenn es von Körper aufgenommen wird, sich in der Schilddrüse konzentriert. Im Zusammenhang damit durchgeführte Untersuchungen haben ergeben, daß iiedrig molekulare Jod-VerbinJungen, insbesondere Methyljodid, im menschlichen Körper das gleiche Verhalten zeigen wie elementares
^ Jod. Es ist dementsprechend zur sicheren Verhinderung von Gesundheitssch'icen durch radiologische Einwirkungen erforderlich, die Konzentration an Jod in jeglicher Form, das in Abgasen der zuvor beschriebenen Art vorhanden ist, zu kontrollieren und zu steuern.
Es £.ind schon eine beträchtliche Anzahl von Verfahren entwickelt worden, die dazu dienen, molekulares Jcd mittels
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BAD
speziellerywässriger basischer Lösungen, die als Sprühmittel oder als kaustische Waschlösungen benutzt werden, aus umgebenden Atmosphären zu entfernen. Von den vielen verschiedenen Lösungen, die zum Reinigen von-Jod vorgeschlagen worden sind, haben zwei Lösungen derzeit das größte Interesse erlangt. Es handelt sich um eine basische Borat-Lösung, die durch Zusatz von 3OOO ppm Bor in Form von Borat enthaltendem Natriumhydroxyd auf einen pH-Wert von etwa 9 eingestellt ist, und um eine basische Thiosulfat-Lösung, die etwa 1 Gew.| Matriumthiosulfat enthält, auf den gleichen pH-Wert eingestellt ist, und etwa die gleiche Menge an Bor aufweist. Als Sprühmittel vermögen solche Lösungen sehr wirksam Jod unter einer Vielzahl von unterschiedlichen Bedingungen, wie sie üblicherweise bei den .anlagemäßig gegebenen Bedingungen eines arbeitenden Reaktors aufzutreten pflegen, zu entfernen. Schätzungsweise werden bei einem typischen Reak-
tor-Gang,, der die Entfernung von radioaktivem Jod erforderlich macht, solche S.prühnitte 1 einer Dosis-von.-etwa i jJ'X-lQ- Röntgen über eine Zeitspanne von mehreren Wochen und im Verlauf dieser Wochen bei einer Temperatur, die zwischen Zimmertemperatur und etwa I50 C variieren kann, .ausgesetzt.-Es ist demzufolge verständlich, da3 irgend eine Losung, die zum Aufnehmen von Jod in molekularer Form oder aujh in organischer Form vorgeschlagen wird, eine
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BAD
ausreichende radiolytische und thermische Stabilität aufweisen muß, damit sie unter einer Vielzahl von variierenden Bedingungen wirksam au arbeiten vermag. Wie gefunden wurde, ist die bekannte basische Thiosulfat-Lösung partiell wirksam zur Entfernung von organischen Jod-Verbindungen, sie hat jedoch den Nachteil, daß sie unter Strahlungsdosen, wie sie in typischen Kernspaltungsvorgängen aufzutreten pflegen, sehr stark radiolytisch geschädigt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gegenüber Strahlung und Chemikalien stabile Lösung zu schaffen, mit .1er sich wirksam atomares, molekulares und auch organisch gebundenes Jod aus Abgasen der angegebenen Art entfernen 1ε ßt.
Diese Aufgabe wird gelöst mittels einer Sprüh- oder Wasch-Lösung der eingangs beschriebenen Art zur Entfernung von Jod aus Oasen, die erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet 1st, daß sie aus*folgenden Bestandteilen besteht:
(a) einer wässrigen Lösung, die mit einem Alkalihydroxyd, wie beispielsweise Kaliumhydroxyd oder Natriumhydroxyd, auf einen pH-Wert i.n Bereich von 9 bis 10 eingestellt ist, wobei diese Lösung enthält:
(b) bis zu 0,j5 Gew.ji Bor als Borat,
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.bad
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(c) Natriumthiosülfät und/oder Formaldehyd als Reduktionsmittel für molekulares und atomares jod; und
.(&) von Ö bis zu einer wirksamen Menge eines freie Radikale bindenden Mittels öder eines Materials; das mit hydratisierteü Elektronen zu reagieren vermag.
Es würde überraschend gefunden; daß mäh durch Zugäbe bestimmter chemischer Zusätze zu einer basischen Öorät-Lösung eine solche Lösung gewinnen kann, die sich wirksam verwenden laßt als Sprühmittei öder Wasch'lösühg zur Entfernung und Zürückhältürig von niedrigen ÄikyijÖclid-Verbindungen sowie molekularem Jod aus Abgasen; die Kontakt damit haben; .-*.".
Wie föstgesteiit viürde; ist es bes'brtäers 2#eökmäßig; eier erfihdüiigsgeniäßeii Sprüh- oder WäsctilBsüHg auch einen Zusatz eines wasserlösiicheh kätio'hiäbkeri Poiyeiektrbiyteri mit eiheiri Mdleküiärgewicht im Bereich.VoH 45Ö bis ldb;böb beizügeberiji deir· durch' Polymerisation von StHylehimiH hergeöteiit Worden ist und näcHfölgend als Pöiyäihyieriimiri " (abgekürzt als PEl) bezeicHriei wird.
Eine Analyse des polymeren PbiyätHyieriiriiih-Mbieküi's hat ergebet, daß es' primäre; Sekdridäre und auch tertiäre Stickstöffätohie eritHält^.'rittet dädürc'h gewiHril; di^äeä PbIyttier diHe eiHzigärtige läkiikeit« iii eiHer' feäyiHyt
■ " ■■■'-■ iiilliiiiis_ -; ■.
sierten Lösung so zu reagieren, diß erschöpf end*.- Methylierungsreaktionen sowie Quaternisierungnreaktionen mtt niedrigen Alkyljodiden, wie beispielsweise Mothyljodid, erfolgen.
Man kann eine besonders große Menge an Jod bindung, wenn man dar Base-Borat-Lösung, die erfindungogemäß die Komponenten (a) bis (d) enthält, den als PEI bezeichneten wasserlös-P liehen kationisclien Polyelektrolyten zusetzt. Ladurch läßt sinh besonders die Affinität zur Sorption von organisch gebundenen Jod, speziell MethylJodid, erhöhen.
Als freie Radikale bindendes Mittel gibt man der erfindungsgemäßen L'Jsuns vorzugsweise eine wirksame Menge einer der Verbindungen Stickoxyd NO, Nitrit-Ion HG2", Sticksteffdioxyd NCot Stickoxydul N2O und anorganische Verbindungen, die mit hydratisierten Elektronen so zu reagieren vermögen,
fc wie dies beschrieben ist in "The Reactions of Hydrated P
3leetrons with Inorganic Compounds" von Michael Anbar, The Chemical Society Quarterly Reviews, Bd. 22, Nr. 4, 1968, Seiten 579-598, zu. Es wurde gefunden, daß sich die Wirksamkeit der Jod-Entfernung durch den Zusatz des freie Radikale bindenden Mittels verbessern läßt. Aufgrund bisheriger theoretischer Überlegungen kann man die Wirkungsweise des freie Radikale bindenden Mittels dahingehend zu erklären versuchen, daß das freie Radikale bindende Mittel
dazu beiträgt, Rekombinations-Reaktionen zwischen Jodund dem freien Radikal zu eliminieren oder jedenfalls zu vermindern, wodurch' die aktivierten Jod-Teilchen innewohnende Tendenz, zu rekombinieren und wieder CH7J zu bilden, vermindert bezw. völlig ausgeschaltet wird. Gleichgültig, ob diese Theorie zutrifft, hat es den Anschein, daß das freie Radikale bindende Mittel die Umkehrbarice it der physikalischen Vorgiinge und chemischen Reaktionen des Jods in den verbesserten erfindungsgemäßen Base-Borat-Lösungen ver- !Hindert. ■■:■"·
Beispiel: 1
Die Wirkung von verschiedenen Zusätzen auf die Kapazität der Base-Borat-L'5sung hinsichtlich der Zurückhaltefähigkeit für Methyljodid wurde in der Weise bestimmt, daß eine Serie von Versuchen durchgef'ihrt wurde, wobei eine radioaktive Methyljodid-Spuren als einzige Jod-liefernde Verbindungen enthaltende Atmosphäre in einem Wäscher untersucht wurde. Dabei wurde folgendes Verfahren benutzt; Luft, die ungefähr 5 χ 10"^ Hole an Methyljodid je Liter enthielt, wcbei darin Spuren von Jod-131 vorhanden waren, wui'de dem Boden einer Kolonne durch eine poröse Glasplatte zugeführt, durch welche die Luft in Form vonkleinen Bläschen in die zu prüfende Lösung einströmte. Nachdem1 man diese durch eine Flüssigkeitssäule mit einem Durehmesser von etwa' 3,8 cm und einer Tiefe von etwa 71,1 cm hatte durchperleh 'lassen, wurde das-aus-
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strömende Gas durch zwei Betten mit aktiviertem Kohlenstoff geleitet, die hintereinander geschaltet waren, in denen jegliches Jod-131, welches durch die Lösung nicht zurückgehalten worden war, gesammelt wurde. Die Flüssigkeitssäulen wurden bei einer Temperatur im Bereich von 25 bis 70 C geprüft. Die das Methyljodid enthaltende Luft ließ man durch jede zu prüfende Lösung über eine Zeitspanne von 1 bis 2 Stunden durchperlen, und danach wurde reine Luft, die kein
Mfcthyljodid enthielt, über eine Zeitspanne von etwa 16 stumpf
den hindurchperlen gelassen, um die Festnalte-Qualität der Lösung zu untersuchen. Die Durchflußgeschwindigkeit wurde sowohl für die mit Jod verunreinigte Luft als auch für die nachfolgend benutzte reine Spülluft auf einem Wert von 20 Milliltern je Minute gehalten.
Alle zu prüfenden Lösungen wurden in der V/eise zubereitet, daß der jeweils ausgewählte Zusatz in eine wässrige Lösung eingebracht wurde, die 0,3 0ew.-$ Bor enthielt und dann mit Natriumhydroxyd auf den pH-Wert von 9,0 eingestellt wurde. Die Wirksamkeit jeder Prüf-Lösung wurde durch zahlenmäßigen Vergleich der Aktivität in den Kohlenstoff-Betten und der Aktivität in einer entsprechenden Teilmenge der Lösung bestimmt. Die Stärke der von der Lösung zurückgehaltenen Jod-Aktivität wurde zum Vergleich der Zusätze berechnet. Eine Zusammenstellung der Ergebnisse, die durch Untersuchung einer Vielzahl von Zusätzen zu der Base-Borat-Lösung anfielen, ist in der nachstehenden Tabelle I wiedergegeben. Das polyäthylenimin, PEI, das in dieser Tabelle
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BAD
vermerkt ist, hatte ein Molekulargewicht von 60.000
TABELLE I·
Der Effekt von Zusätzen auf die Wirksamkeit der CE,J-3ntfernung
Zusatz Konzentration ohne 0,00001 _■ »Temperatur in der Lösung
Versuch ßVIole/Liter)+ PEI 0,0001 der Lösung ζ ur lic kg e ha 1 te -
Nr. Einseiner Zusatz PEI 0,0003 (°c) ne s Jod (fo)
PEI 0,0003
1 PEI • 0,0003 25 0
2. PEI 0,0003 25 - 1,5 .
3 PEI' · 0,001 25 11,4
4 PEI 0,0001 -25 28
5 Na2S2O3 0,001 25 23
β Na2S2O3 0,001 50 78
7 Na2S2O3 0,01. TO 98
8 Na2S2O3 0,01 25 ' 56
'9 Na2S2O3 0,01 2.5 · 2,0
10 Na2S2O3 25 13,6 '
11 70 79
12 25 59
13 25 62
14 25 64
+ Sofern nichts anderes angegeben ist.
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- ίο -
TABELIiE I (Ports.)
Der Effekt von Zusätzen auf die Wirksamkeit der CH^J-Entfernung
Versuch
Nr.
Zusatz Konzentration
(Mole/Liter)+
Nag S2O, 0,001
0,0001
Temp3ratur
der Lösung
(°c)
in der Lösung
zurückgehalte
nes Jod {%)
zwei Zusatzstoffe Na2S2O,
PEI
0,01
0,0001
15 Na2S2O3
PEI ^
0,0001
0,0001
25 29
16 HCHO
P£I
0,1%
0,000001
25 74
1? HCHO
PEI
0,1%
0,0001
25 14 ·
18 HCHO
PEI
0,1,3
0,001
25 0,6
19 HCHO
PEI
0^0003 25 24
20 HCHO
PEI
ο'0003 25 60
21 HCHO
PEI
o'ooo3 25 52
22 HCHO 0,2$
Diäthylen-
triamin 0,03
25 67
23 25 82
24 25 57
Sofern nichts anderes angegeben ist.
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BAD
Die Ergebnisse in Tabelle I zeigen, daß das Polyäthylenimin wenigstens zusätzlich mit dem Reduktionsmittel, Natriumthicsulfat oder Formaldehyd, in dem System Base-Borat· wirksam ist« Eine hervorstechende Verbesserung der Wirksamkeit an Methyljodid-Retention ist mit Formaldehyd ersichtlich, das einen synergistischen Effekt bewirkt, da Formaldehyd alleine bei Konzentrationen von 0,1 bis 1 % (Gew.-^j, bezogen auf die Qesamtlösung) in dem Base-Borat-System praktisch keine Affinität für Methyl jodid hat. Die Versuche haben gezeigt, daß die Kombination zwischen dem ausgewählten Reduktionsmittel und Polyäthyienimin· in dem Base-Borat-Lösungsmittel verträglich ist lind wenigstens additiv dazu beiträgt, das Methyljod id zu entfernen. Dieser Punkt ist besonders bemerkenswert, da viele der für die Methyljodid-Entfernung in Aussicht genommenen Materialien eine anscheinende Wirksamkeit zeigten, Kenn man sie in Wasser alleine prüfte, jedoch vollständig versagten, wenn sie kombiniert mit dem Base-Borat-System zur Anwendung kamen. So hat beispielsweise Tributylphosphir.-oxyd als alleiniger Zusatz praktisch keine Affinität gezeigt, wenn es in dem Base-Borat-System untersucht wurde, hatte jedoch eine ziemlich hohe Affinitat, wenn man es in Wasser alleine prüfte, d.h. in Abwesenheit von Borat-Ionen.
Beispiel 2 ; '
In diesen Beispiel wurde der Temperatur-Effekt der einzelnen Zusätze, Polyäthyienimin und Natriumthiosulfat, zu einer
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Base-Borat-Lösung untersucht. In einem Fall wurde eine lC~^-mclare Natriumthiosulfat-Lösung zu einer Base-Borat-
Lö'sung zugegeben, und in einem anderen Fall wurde die Base-
-4
Borat-Lösung auf eine 3 χ 10 -molare Konzentration an Poly-'•ithylenimin (Molekulargewicht von 60.000 ) eingestellt. Der Temparatureffekt auf die Jod-Retention der Lösungen ist in der nachstehenden Tabelle II wiedergegeben.
3 χ 10 PEI
TABELLE II % zurückgehaltenes Jod
T, °C 35
30 58
40 88
60 98
70 18
30 33
40 60
60 78
70
Man erkennt, daß durch Temperaturerhöhung die Wirksamkeit sowohl der Polyäthylenimin-als auch der Natriumthiosulfat-Lösung bezüglich der Methyljodid-Entfernung zunimmt. Dies zeigt in Kombination mit den in Tabelle I angegebenen Zahlenwerten, daß unter Berücksichtigung der Temperaturwirkung auf die Kombination der beiden Zusatzstoffe eine bemerkenswert hohe Reduktion des Methyljodids bei steigender Temperatur erreicht werden kann.
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BAD ORIGINAL
Eine in gleicher Richtung liegende. Wirkungsweise gilt für die Kombinationen von Polyäthyienlmin und Formaldehyd.
Beispiel 3 · _ . ,
Man kann zwar das Ausmaß der Methyljodid-Retention einer gegebenen Base-Borat-Lösung durch Versuche, bei denen das Gas durch die Waschlösung hindurcfhperlt, bestimmen. Solche Versuchswerte stellen Jedoch nicht,notwendigerweise ein genaues Maß für die Verhaltensweise derselben Lösung als Sprühmittel dar. Bei einem Wasch-Versuch befindet sich eine kleine Gasbläse in Kontakt mit einem großen Flüssigkeitsvolumen, wohingegen bei Sprühvorgängen der Flüssigkeitstropfen von einem großen Gasvolumen umgeben ist. Unter solchen Umständen lassen sich die Variablen, die die Wirksamkeit eines gegebenen Sprühmittels hinsichtlich der Entfernung von Methy1-Jodid aus dieses umgebender Atmosphäre bestimmen, mittels des StOfftransport-Koeffizienten, der ein Maß für die Geschwindigkeit der Bewegung des Methyljodids in einen Tropfen (j an Sprühlösung hinein ist, und mittels des Verteilungs-Koeffizienten, der das Verhältnis von Methyljodid in oder auf dem Tropfen zu der Gesamtmenge an Methyljodid in dem Gas, angibt, ermitteln. Entsprechend wurden Untersuchungen im Windkanal mit einzelnen Tropfen durchgeführt, anhand derer die Stofftransport- und Verteilungs-Koeffizienten verschiedener bekannter Zusatzsysteme in ihrer Punktion als MethyIjodid-Ent- ierßüngsmi.ttel verglichen wurden mit einem System, das re~
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präsentatlv war für die erfindungsgemäßen verbesserten Lösungen. Bei diesen Untersuchungen wurden einzelne Tropfen der Lösung in einer Atmosphäre suspendiert, die eine bestimmte Menge an Methyljodid in Kontakt mit den in Tabelle III veranschaulichten Gemischen enthielt.
TABELLE III
Vergleich von CK-^J-Stofftranspor>t-Koeffizienten (v. ) und Verteilungs-Koeffizienten (K,) an repräsentativen Zusatzsystemen bei annähernd 25°C
LÖsungs-Zusammsnsetzung V+. (cm/Sec) K
4 Gew.-% Tetrapentamin 4,3 χ ΙΟ"2 ^,25
1 Gew.-^ Na0S0O,+ 0,3 Gew.-% B o
(pH 9) mit d * ·> 15,0 χ 10"^ 55
1,2 χ 10-5 Mol PEI 1000 (DOW)
1 Gew.-^ (NH^)2S 9 4, 22 X 10 & 8,5
O ,5 Gew.-; % Formaldehyd 2, 95 X lö2 Λ/5,0
1 Gew.-% Na2S2O bei pH Λ/ 2 X ΙΟ"2 /v3,5
Die Stofftransport-Koeffizienten und die Verteilungs-Koef^f.sienten wurden berechnet und sind in Tabelle III angegeben, und man erkennt, daß die Kombination von Polyäthylenimin mit Natriumthiosulfat deutlich den höchsten Verteilungs-Koeffizienten und gleichzeitig den größten Stofftransport-Koeffizienten aller untersuchten Sprühtropfen-Systeme aufwies.
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V;
bad '
Bisher war die Fachwelt der Ansicht, daß Ammoniumsulfid eines der am'besten wirksamen Entfernungsmittel in Sprühsystemen zur Entfernung von Methyljodid darstelle. Jedoch zeigen die Daten deutlich, daß der Verteilungs-Koeffizient von Base-Borat-Lösungen,die Polyäthylenimin und Natriumthlosulfat enthalten, um mehr als 6 mal größer ist als derjenige von Ammoniumsulfid, und daß der Stofftransport-Koeffizient mehr als 3 mal höher liegt.
Beispiel .4 "
In den verangegangenen Beispielen wurde ein chemisch verträgliches Base-Borat-System veranschaulicht, das eine Kombination von zwei Zusatzstoffen enthielt, die mindestens additiv, wenn nicht synergistisch, wirksam werden, wenn es darum geht, Methyljodid aus einer gasförmigen Atmosphäre zu entfernen. Es wurde ferner veranschaulicht, daß das System sowohl als Waschflüssigkeit und auch als Sprühmittel wirksam zu arbeiten vermag. Das vorliegende Beispiel veranschaulicht einen dritten Zusatzstoff, der in Kombination mit Polyäthylenimin und dem ausgewählten Reduktionsmittel eingesetzt werden kann, und mit dessen Hilfe die Wirksamkeit derMethyljodid-Retention sich noch weiter erhöhen läßt.
Naoh den bisherigen theoretischen Erkenntnissen der Anmelderin, die aufgrund der verbesserten Meßwerte aufgestellt wurden« wird angenommen, daß das Jod, welches von der Wasch·*
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Lösung oder durch die Sprühtropfen sorbiert wird, auch noch eine weitere chemische Reaktion mit freien Radikalen einzugehen vermag, die sich stets in einem hoch-aktivierten chemischen System, welches unter Strahleneinwirkung steht, befinden. Es wird theoretisch angenommen, daß mit wenigstens einiger Wahrscheinlichkeit das sorbierte Jod mit diesen freien Radikaler, rekombinieren und dann wieder in die gasförmige Phase zurück diffundieren kann. Daraus wird der Schluß gezogen, daß man, sofern es gelingt, eine Rekombination zu verhindern oder mindestens zu vermindern, die MethylJodid-Retention in verstärktem Maße erzielen kann. Das vorliegende Beispiel zeigt die Wirksamkeit dieser vorgeschlagenen Maßnahme.
Methyljodid-enthaltende Luft wurde 30 Minuten lang bei 25°C durch eine Base-Borat-Lösung hindurch perlen gelassen, die Natriumthiosulfat in einer 10""-^-molaren Menge und 0,6 % PoIyäthylenimin (bezogen auf das Gesamtgewicht des Gemisches) enthielt. Damit wurde eine Wirksamkeit der Methyljodid-Entfernung von etwa 29 % erzielt. Die gleichen Versuche wurden wiederholt, wobei zusätzlich Stickstoffoxyd in einer Spuren-
menge in der Größenordnung von 10~ molar verwendet wurde, eine Menge, die wesentlich unterhalb der maximalen Löslichkeit dieses Reagenz in der Base-Borat-Lösung lag. Dabei war bei einer Temperatur von 25°C die Wirksamkeit der Methyljo-■did-Entfernung auf 48 % erhöht. Wenn man die Lösung auf 500C
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6AD ORIGINAL.
erhitzte, konnte durch die Stickstoffoxyd-Zugabe ein Anstieg der MethylJodld-Entfernung: auf 78 $ erzielt werden.
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Claims (2)

- 18 Patentansprüche
1. Sprüh- und tfasch-I/isung zur Entfernung von Jod aus Gasen, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus folgenden Bestandteilen besteht:
(a) eine wässrige Losung, die mit einem Alkalihydroxyd, wie beispielsweise Kaliumhydroxyd oder Natriumhydroxyd,
~ auf einen pH-Wert im Bereich von 9 bis 10 eingestellt
ist, wobei diese Lösung enthält:
(b) bis zu 0,3 Gew.-% Bor als 3orat,
(c) Natriumthiosulfat und/oder Formaldehyd als Reduktionsmittel für molekulares und atomares Jod, und
(d) von 0 bis zu einer wirksamen Menge eines freie Radikale bindenden Mittels oder eines Materials, das mit hydratisierten Elektronen zu reagieren vermag.
2. £|rüh- und Wash-Lösung nach Anspruch 1, dadurch gekenn-P zeichnet, daß zusätzlich ein wasserlöslicher kationischer Folyelektrolyt mit einem Molekulargewicht im Bereich von 450 bis 100.000 , vorzugsweise ein Polyäthylenimin, darin vorhanden ist.
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DE19702003185 1969-02-17 1970-01-24 Mittel zur Entfernung von Jod aus Gasen Pending DE2003185A1 (de)

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