DE2006076C2 - Herzschrittmacher - Google Patents
HerzschrittmacherInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Bedarfs-Herzschrittmacher mit einem mit vorgewählter Frequenz schwingenden
Oszillator, mit ImpHserzeugungseimrichtungen zum Erzeugen künstlicher Herzstimulationsimpulse und mit
Detektoreinrichtungen zum Erfassen natürlicher Herzstimulationsimpulse bzw. einen atrial synchronisierbaren
Herzschrittmacher mit einem mit vorgewählter Frequenz schwingenden Oszillator, mit Impulserzeugungseinrichtungen
zum Erzeugen künstlicher Ventrikelstimulationsimpulse und mit Detektoreinrichtungen
zum Erfassen natürlicher Airiaistiniuiaiiünsiffipuise.
Derartige Bedarfs-Herzschrittmacher und atrial synchronisierbare Herzschrittmacher sind in verschiedenen
Ausführungsformen aus der Druckschrift »The Artificial Cardiac Pacemaker«, London, 1969, Seiten 89. 90 bzw.
98 bis 100, von Thalen, H. J, u.a. beichrieben. Dabei
arbeiten sämtliche uieser bekannten Herzschrittmacher analog mit einem Oszillator, dessen Eigenfrequenz auf
die niedrigste, zulässige Stimulationsimpulsrate abgestimmt ist.
Weiterhin ist in der US-PS 32 53 596 ein atrial
synchronisierbarer Herzschrittmacher detailliert beschrieben, der ebenfalls analog arbeitet und die
Impulsfolgefrequenz für die Herzstimulationsimpulse in einem vorgegebenen Bereich hält, wobei wieder die
Eigenfrequenz eines Oszillators die niedrigste Impulsfolgefrequenz für die Herzstimulationsimpulse bestimmt.
Nachteilig an den bekannten HeiTschrittmachern ist
es, daß die Signalstärken und die verschiedenen relevanten Zeitabläufe aufgrund von Alterungserscheinungen
und dergleichen mit der Zeit von ihren vorgegebenen Werten abweichen können, so daß ein
zuverlässiger Betrieb der bekannten Herzschrittmacher über eine längere Betriebszeit hinweg nicht in dem
gewünschten Umfang gewährleistet ist.
Ausgehend vom Stande der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Bedarfs-Herzschrittmacher
bzw. einen atrial synchronisierbaren Herzschrittmacher nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 bzw. 2 anzugeben, bei dem die zeitlichen ablaufe digital gesteuert sind, so daß auch über lange
Betriebszeiten eine hohe Zuverlässigkeit erreichbar ist.
Diese Aufgabe wird bei einem Bedarfs-Herzschrittmacher gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1
dadurch gelöst, daß der Oszillator so ausgebildet ist, daß er mit einem hohen Vielfachen der normalen Herzfrequenz
schwingt, und daß ein zyklisch arbeitender, die Oszillatorimpulse zählender Digitalzähler vorgesehen
ist, daß die Impulserzeugungseinrichtungen derart ,ausgebildet sind, daß durch sie unter Steuerung durch
den Digitalzähier bei Erreichen eines vorgegebenen Zählerstandes ein Herzstimulationsimpuls erzeugbar ist,
und daß der Digitalzähler durch die Dclektoreinrichtungeri bei Auftreten eines natürlichen Herzimpulses auf
einen Anfarigszählefstähd rücksetzbar ist, der dem
Vorgegebenen Zählerstand um eine Anzahl von
Zählschritten vorangeht, die bei der vorgewählten Oszillatorfrequenz einem vorgegebenen maximalen
Zeitintervall zwischen zwei aufeinanderfolgenden Herzstimulationsimpulsen entspricht.
Bei einem atrial synchronisierbaren Herzschrittmacher gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 2
wird die gestellte Aufgabe dadurch gelöst, daö der Oszillator so ausgebildet ist, daß er mit einem hohen
Vielfachen der normalen Herzfrequenz schwingt, und daß ein zyklisch arbeitender, die Oszillatorimpulse
zählender Digfitalzähler vorgesehen ist, daß die Impulserzeugungseinrichtungen
derart ausgebildet sind, daß durch sie unter Steuerung durch den Digitalzähler bei Erreichen eines vorgegebenen Zählerstandes ein
Ventrikelstimulationsimpuls erzeugbar ist, und daß der Digitalzähler durch die Detektoreinrichtungen bei
Auftreten eines natürlichen Atrialimpulses auf einen AnfangS7.ählerstand rücksetzbar ist, der dem vorgegebenen
Zählerstand um eine Anzahl von Zählschritten vorangeht, die bei der vorgewählten Oszillatorfrequenz
einer normalen Atrium-Ventrikel-Verzögerung entspricht.
Erfindungsgemäß wird also mit DigitalzähL-tnrichtungen
gearbeitet, wie sie an sich aus der US-PS 33 84 075 für ein digitales Meßgerät für Herzschlag-Folgefrequenzen
bekannt sind und wie sie allgemein, beispielsweise in der Druckschrift »Elektronische Zählschaltungen«.
Franck'sche Verlagshandlung, Stuttgart (1967), Seiten 9 und 147 — 149 (Verfasser: Dr. Konstantin Apel),
beschrieben sind.
Besonders vorteilhaft ist es bei den Herzschrittmachern gemäß der Erfindung, daß sie trotz ihrer relativ
komplizierten elektrischen Schaltungen durch die Verwendung von integrierten Schaltkreisen relativ
billig hergestellt werden können und bei sehr geringem leistungsverbrauch nur kleine Abmessungen aufweisen,
so daß eine lange Lebensdauer der Batterien erreichbar ist und die Probleme bezüglich einer flüssigkeitsdichten
Kapselung, die für lmplantierung erforderlich ist, auf ein
Minimum reduziert werden.
Vorteilhaiie Ausgestaltungen der beanspruchten
Herzschrittmacher sind Gegenstand von Unteransprüchen.
Bevorzugte Ausführungsformen werden nachstehend anhand von Zeichnungen noch näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 ein Blockschaltbild eines Herzschrittmachers mit den beanspruchten Merkmalen;
Fig. 2 ein Blockschaltbild einer abgewandelten Ausführungsform eines Herzschrittmachers mi! den
beanspruchten Merkmalen und
F i g. 3 ein Blockschaltbild einer dritten Ausführungsform eines Herzschrittmachers mit den beanspruchten
Merkmalen.
Der in Fig. 1 dargestellte Herzschrittmacher eignet
sich sowohl als Bedarfs-Herzschrittmacher als auch als atrial synchronisierbarer Herzschrittmacher, mit dessen
Hilfe Herzstimulationsimpulse erzeugbar sind, die beim Vorliegen natürlicher Atrial-Stimulationsimpulse mit
diesen synchronisiert sind. Ein atrial svnchronisierter Herzschrittmacher wird nachstehend der Einfachhheit
halber auch als Sjnchronschrittmacher bezeichnet.
Die zeitliche Abstimmung der verschiedenen, während des Betriebes des Herzschrittmachers auftretenden
Ereignisse, wie etwa die Abgabe eines Impulses,
erfolgt mittels eines Digifalzahlers 3, der von einem Oszillator 1 angetrieben Wird* der als Zeitbasis dient.
Der Zähler 3 ist ein neunstufiger Binäfzählef,- und der
Oszillator schwingt mit Zitier Frequenz, die bezüglich
der Pulsfrequenz relativ hoch ist. Da der Zähler 3 nur
einen sehr kurzen Triggerimpuls benötigt, sind die Zählimpulse des Oszillators 1 vorzugsweise ebenfalls
relativ kurz, um die Batteriebelastung klein zu halten. Beim Ausführungsbeispiel werden von den Ausgangssignalen
der neun Stufen des Zählers 3 das Ausgangsignal Cl der ersten Stufe und die Ausgangssignale CT,
CS und C9 der siebten bis neunten Stufe verwendet. Außerdem werden die zu_d_en Sigrmjen CS und C9
ίο komplementären Signale C8 und C9 der achten und
neunten Stufe ausgewertet.
Der Zähler 3 läuft zyklisch und besitzt 29, d. h. 512 Zählstellungen. Weiterhin besitzt der Zähler 3 einen
Rückstelleingang R, mit dessen Hilfe er beim Ausführungsbeispiel auf dem Zählerstand Null geschaltet
werden kann, so daß die Zählerstände 0 bis 511 durchlaufen werden können. Beim Zählerstand 0 sind
die Ausgangssignale Cl bis C9 niedrig _während die komplementären Ausgangssignale C1 bis C9 hoch bzw.
positiv sind.
Das Ausgangssignal C9 des T lers 3 liegt am
Stcücingang C eines D Multivibrator 16, an dessen
Rückstelleingang R das Ausgangssignal Cl liegt. Der Multivibrator 16 besitzt einen Ausgang Q und einen
dazu komplementären Ausgang Q. Bei einer positiven Schaltfhnke am Stelleingang C springt der Ausgang Q
des Multivibrators 16 auf den Signalpegel, der an seinem Eingang Danliegt. Die Rückstellung des Multivibrators
16 erfolgt durch ein positives Potential an seinem Rückstelleingang R. wobei die Ausgargsspannung am
Ausgang Q unabhängig von den Spannungen an den Eingängen D und C niedrig bleibt, solange am
Rückstelleingang R ein positives Signal anliegt.
Vom Herzen kommende Signale am Eingang 10 der Schaltung werden mit Hilfe eines Verstärkers 11
verstärkt und in Rechteckimpulse umgeformt, die dem Stelleingang C eines zweiten D-Multivibrators 17
zugeführt werden, dessen Eingang D das Ausgangssig nal C9 zugeführt wird und dessen Rückstdleingang R
die Ausgangsimpulse des Oszillators 1 zugeführt werden. Der Ausgang Q des Multivibrators 17 ist mit
der. Rückstelleingang R des Zählers 3_yerbunden. während der komplementäre Ausgang Q mit dem
Eingang Ddes ersten Multivibrators 16 verbünden ist.
Die Signale vom Ausgang Q des Multivibrators 16 werden einem Verstärker 21 zugeführt, der bei einem
positiven Eingangssignal an seinem Ausgang 6 eine Spannung bzw. ein Potential erzeugt, das zur Herzsti
mulation geeignet ist.
Die vorstehend erläuterten Schaltungsteile werden für das Arbeiten als Bedarfsschrittmacher benötigt.
Dabei arbeitet das Gerät folgendermaßen: Wenn am Eingang 10 keine vom Herzen kommenden
Signc'c eintreffen, bleibt der Multivibrator 17 im
zurückgestellten Zustand, sojjaß das Signal an seinem
komplementären \usgang Q ein positives Potential aufweist. Der Zähler 3 läuft zyklisch durch seine
Zählstellungen, so daß beim Übergang vom Zählerstand 511 auf den Zählerstand 0 das Ausgangssignal C9 auf
einen hohen Peg.I springt. Hierdurch wird das am Eingang D des Multivibrators 16 anliegende positive
Äusgangssignai des Multivibrators 17 auf den Ausgang
r_ Q des Multivibrators 16 übertragen, Brirri nächster!
Zählschritt wird jedoch der Multivibrator 16 durch das auf einen positiven Pegel springende Ausgangssignal
Cl zurückgesetzt. Fails zwischenzeitlich am Eingang 10 keine vom Herzen kömmenden Signale eintreffen,
erzeugt der Herzschrittmacher folglich nach jeweils 512
Oszillatorimpulsen einen Herzstimulationsimpuls, der die Dauer eines Oszillatorimpulses aufweist, so daß bei
einer Oszillatorfrequrmz von 590 Hz pro Minute
annähernd 70 Herzstimulationsimpulse mit einer Dauer von leweils etwa 1,7 ms erzeugt werden. ΐ
Beim Zählen vom Zählerstand 0 bis zum Zählerstand 225 liegt am Ausgang C9 ein niedriges Signal, so daß
der Multivibrator 17 seinen Schaltzustand auch dann nicht ändert, wenn ein vom Herzen kommendes Signal
empfangen wird. Dieses Zeitintervall entspricht der refraktorischen Verzögerungszeit des Herzens und
verhindert eine Rückkopplung vom Ausgang 6 des Herzschrittmachers auf dessen Eingang 10. Während
die Zählerstände 256 bis 511 durchlaufen werden, liegt
am Ausgang C9 dagegen ein hohes Potential, so daß der Schaltzustand des Multivibrators 17 beim Empfang
eines Herzsignals umgeschaltet wird, wodurch auch der Zähler 3 durch die nunmehr am Ausgang Q des
Multivibrators 17 anstehende hohe Spannung über seinen Rückstelleing<ing R auf Null zurückgestellt wird. 2ö
Gleichzeitig mit der Rückstellung des Zählers 3 fällt das Sienal am Ausgang Q des Multivibrators 17 auf ein
niedriges Potential, obwohl das Rücksetzen des Zählers
3 einen positiven Anstieg der Ausgangsspannung C9 bewirkt, so daß sich der Schaltzustand des Multivibrators
16 nicht ändert. Beim nächsten Zählschritt des Zahlers 3 nach der Rückstellung desselben wird der
Multivibrator 17 duich das Ausgangssignal des Oszillators 1 zurückgestellt. Typischerweise weisen vom
Herzen ausgehende Signale eine ausreichende Dauer auf. 'im mehr als eine Schwingung des Oszillators 1 zu
überbrücken, so daß der Multivibrator 17 beim Eintreffen eines Herzsignals seinen Schaltzustand auf
jeden YaW einmal ändert, selbst wenn er bei Beginn des Her/signals /lunächst zurückgestellt ist.
Aus der vorstehenden Funktionsheschreibung wird
deutlich, daß der Zähler 3 dann, wenn das Herz des Patienten von sich aus normal mit einer Pulsfrequenz
von über 70 Schlagen pro Minute schlägt, durch jeden
naturlichen Herzschlag auf den Zählerstand Null zurückgestellt wird, ehe er einen Zählerstand von 511
erreicht. Das Herz des Patienten wird also dann nicht stimuliert, wobei vorausgesetzt wird, daß das Herz nicht
mit über 140 Schlägen pro Minute schlägt. Wenn jedoch
zwischen den Zählschritten 256 und 511 kein spontaner
Herzschlag festgestellt werden kann, liefert der Herzschrittmacher am Ende einer vollen Zählperiode
einen Herzstimulationsimpuls, wobei das zu diesem Zeitpunkt abgelaufene Zeitintervall einer Pulsfrequenz
vor. 70 pro Minute entspricht.
Wenn der Herzschrittmacher als Synchronschrittmacher,
d. h. als atrial synchronisierter Schrittmacher arbeitet dann wird ein dritter D-Multivibrator 18
wirksam, dessen Eingang D mit dem Ausgang einer logischen NOR-Schaliung 27 verbunden ist, deren zwei
Eingänge die Ausganssignale CS und C9 zugeführt werden, so daß an ihrem Ausgang vom Zählschritt 0 bis
zum Zählschritt 127 eine hohe Spannung ansteht. Dem
Stelleingang C des dritten Multivibrators 18 wird das Ausgangssignal C7 des Zählers 3 zugeführt, dessen Μ
Ausgangssignal Ci am Rückstelleingang R des Multivibrators 18 anliegt Der Ausgang Q des dritten
Multivibrators 18 ist über einen Verstärker 33 mit einem
Ausgang 9 der Schaltung verbunden. Das Ausgangssignal
Γ 7 des Zählers 3 weist bei den Zählschritten 64,192,
und 448 jeweils eine positive Schälifianke auf, die
zum Triggern des dritten Multivibrators 18 geeignet wäre. Eine Änderung des Schaltzustandes des Multivibrators
18 wird jedoch nur durch die Schaltflanke beim
Zählschritt 64 bewirkt, da bei den drei anderen genannten Zählschritten am Eingang D des Multivibrators
18 nur eine niedrige Spannung anliegt Am Ausgang Q des Multivibrators 19 erscheint also jeweils für die
Dauer des Zählschrittes 64 ein Impuls, welcher verstärkt und! über den Ausgang 9 der Schaltung als Stimülatiönsimpuls
an das Herz angelegt wird.
Wenn der Herzschrittmacher gemäß Fig. 1 als Syhchronschrittmacher arbeitet, dünn werden an dem
Eingang Ii) der Schaltung über eine entsprechend positionierte Herzelektföde Vorkanimersignale empfangen.
Die Rück- ellung des Zählers 3 erfolgt in der oben für einen Bedarf-Herzschrittmacher beschriebenen
Weise in Abhängigkeit von diesen Vorkammersignalen. Die Vorkammersignale können in dem Zeitintervall
wirksam werden, welches vom Zählerstand 256 bis zum Zählerstand 511 reicht. Nach dem Empfang eines
Vorkammersignals zählt der Zähler von 0 auf 64 und erzeugt einen Herzstimulationsimpuis. Die zeitliche
Verzögerung bis zum Erreichen des Zählerstandes 64 beträgt dabei etwa 108 ms, was auf befriedigende Weise
der normalen Vorkammer/Ventrikel-Verzögerung (AV-Verzögerung) entspricht Die Ventrikel-Kontraktion
wird folglich mit einer geeigneten zeitlichen Verzögerung gegenüber der Atrium-Kontraktion stimuliert
Nach einer Rückstellung reagiert der Zähler 3 bis zum Zählerstand 256 nicht auf Atrium Signale, so daß man
zwische» den Zählschritten 64 und 256 eine simulierte refraktorische Verzögerung erreicht, in der der
Herzschrittmacher nicht auf Eingangssignale reagiert. Hierdurch wird eine Rückkopplung von Ausgangssignalen
auf den Eingang des Herzschrittmachers verhindert. Wenn kein Vorkammer-Signal empfangen wird, läuft
der Zähler 3 zyklisch um, wobei jeweils beim Zählerstand 64 ein Herzstimulationsimpuis erzeugt
wird.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig.2 werden die Ausgangssignale des Verstärkers 11 zusätzlich
einem zweistufigen Binärzähler 35 zugeführt. Der Zähler 35 erzeugt bei jedem vierten Eingangsimpuls ein
Ausgangsignal mit positiver Schaltflanke. Der Rückstelleingang R des Zählers 35 ist mit dem Ausgang der
logischen NOR-Schaltung 27 verbunden, so daß der zweite Zähler 35 auf dem Zählerstand 0 gehalten wird,
während der erste Zähler 3 von 0 bis 128 zählt
Der Ausgang des Zählers 35 ist mit dem Stelleingang C eines vierten D-Multivibrators 38 verbunden, an
dessen Eingang D ständig ein hoher Signalpegel anliegt. Der Rücksteüeingang R des Multivibrators 38 ist mit
dem Ausgang Q des Multivibrators 16 verbunden Der Ausgang Q des Multivibrators 38 ist mit dem einen
Eingang einer logischen NOR-Schaltung 44 verbunden, an deren zweitem Eingang das Ausgangssignal C9 des
Zählers 3 anliegt Der Ausgang der logischen NOR-Schaltung 44 ist mit dem Eingang D des Multivibrators
17 verbunden, dem das Ausgangssignal C9 bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 direkt zugeführt
wird.
Wenn der Multivibrator 38 zurückgesetzt ist und der Zähler 3 gerade den Zählschritt 128 erreicht hat, so daß
der Zähler 35 ebenfalls gerade zurückgestellt wurde,
dann arbeitet die Schaltung gemäß Fig.3 wie folgt:
Eingangssignale vom Eingang 9 gelangen auf den Zähler 35. Treten mehr als vier Eingangssignale am
Zähler 35 auf, ehe der Zähler 3 den Zählerstand 256 erreicht hat dann wird der Multivibrator 38 »eingeschaltet«.
In diesem Schaltzustand gelangt von seinem
20 06 Ö76
Ausgang Q ein positives Eingangssignal an die logische
SlÖR-Schaltung 44. Diese liefert Unabhängig vom Pegel
des Ausgangssignals C9 ein Signal niedrigen Pegels an den Eingang D des Multivibrators 17. Folglich wird
verhindert, daß empfangene Eingangssignale nach der Verstärkung durch den Verstärker Ii arh Ausgang Q
des Multi vibrators 17 zu einem positiven Potential
führen, durch welches der Zähler 3 zurückgestellt wird..
Der Zirller 3 läuft also weiter, als ob kein Eingarigsslg'
hai empfangen'-worden wäfeVTreffen dagegen zwischen
dem Zählschritt 128 und dem Zählschritt 256 des
Zählers 3 weniger als vier Eingangssignale ein, darin
ändert der Multivibrator 38 seinen Schaltzustand nicht, so daß der Zähler 3 in der oben beschriebenen Weise
zurückgestellt werden kann. Es wird also eine Unterdrückung des »Rauschens« bestimmter Schaltkreise
erreicht, indem das Auftreten von Eingangssignalen mit einer relativ hohen Wiederholungsrate als Indiz
dafür genommen wird, daß ein elektrisches Rauschen Vorhanden ist, woraufhin der Herzschrittmacher auf
eine feste Wiederholungsrate geschaltet wird. Es ist in diesem Fall zwar möglich, daß aufgrund einer solchen
Arbeitsweise auch echte Atrium-Signale zurückgewiesen werden; die Rückkehr zu einer festen Wiederholungsrate
ist jedoch einer zufälligen Stimulierung in Abhängigkeit von elektrischen Störungen auf jeden Fall
vorzuziehen.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig.3 ist ergänzend zu dem Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 1
eine logische NAND-Schaltung 45 vorgesehen, deren zwei Fingängen die Signale von den Ausgängen Q der
Multivibratoren 16 und 17 zugeführt werden, und mit deren Ausgang der Verstärker 21 verbunden ist,
welcher gemäß F i g. 1 mit dem Ausgang Q des Multivibrators 16 in Verbindung steht. Wenn bei der
Schaltung gemäß Fig.3 ein Ventrikel-Signal empfangen
wird, welches den Zähler 3 zurückstellt, dann wird folglich aufgrund des Signals am Ausgang Q des
Multivibrators 17 unmittelbar ein Ausgangsimpüls arr Ausgang 6 erzeugt, der jedoch wirkungslos bleibt, da
sich das Ventrikel bzw; die Herzkammer öhnehir
bereits zusammenzuziehen beginnt. Eine solche Afbeits·
weise vermeidet mögliche RhythmusstÖfungen bzw
Konfklikte iiti Rhythmus, die bei einem mit einer fester
Wiederhoiuhgsrate arbeitenden Schrittmacher auftreten
können; beispielsweise wenn die ÄtfiürfpVentrikel·
Leitung von der Herzvorkammer zur Herzkammei
ιό wiederhergestellt ist. Gegebenenfalls können aiicl·
Schalteinrichtungen vorgesehen werden, die eine
Unischaltung von einem Betrieb als BedarfsschriHmaeher
gemäß Fig. 1 auf einen Betrieb als sogenannte: synchronisierter Bedarfsschrittmaeher gemäß Fig.;
gestatten.
Ein Betrieb als sogenannter synchronisierter Bedarfs
schrittmacher kann, ausgehend von der Schaltung gemäß Fig. 1, auch dadurch erreicht werden, daß dei
Ausgang 9 direkt mit dem Eingang 10 bzw. einei
2u Venlrikei-Eiektrodr verbunden wird. Druch diese
Maßnahme wird ohne weitere Änderung kurze Zei nach dem Empfang eines normalen Ventrikelsignals eir
Stimulationsimpuls erzeugt, der jedoch wieder wir kungslos ist, da er Während der refraktorischei
Verzögerungszeit auftritt.
Aus der vorstehenden Beschreibung wird deutlich daß ein besonderer Vorteil der Herzschrittmacher mi
den beanspruchten Merkmalen dadurch besteht, daß fü: die Realisierung der verschiedenen zeitabhängige!
Μ Funktionen digitale Schaltkreise in Form von handeis
üblichen Zählern, logischen Schaltungen und Multivi braloren verwendet werden können, Insbesonden
besteht die Möglichkeit, die gesamte Schrittmacher schaltung als integrierte Schaltung auf einem einziger
Halbleitersubstrat aufzubauen, wodurch sehr gering! Abmessungen erreichbar sind, die eine hermetisch*
Abdichtung erleichtern. Weiterhin entfällt die störanfäl lige Verdrahtung der Schaltungsteile von Hand.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
230265/1
Claims (5)
1. Bedarfs-Herzschrittmacher mit einem mit vorgewählter Frequenz schwingenden Oszillator,
mit Impulserzeugungseinrichtungen zum Erzeugen künstlicher Herzstimulationsimpulse und mit Detektoreinrichtungen
zum Erfassen natürlicher Herzstimulationsimpulse, dadurch gekennzeichnet,
daß der Oszillaor (1) so ausgebildet ist, daß er mit einem hohen Vielfachen der normalen Herzfre- ,ü
quenz schwingt, und daß ein zyklisch arbeitender, die Oszillatorimpulse zählender Digitalzähler (3) vorgesehen
ist, daß die Impulserzeugungseinrichtungen (16, 21) derart ausgebildet sind, daß durch sie unter
Steuerung durch den Digitalzähler (3) bei Erreichen eines vorgegebenen Zählerstandes ein Herzstimulationsimpuls
erzeugbar ist, und daß der Digitalzähler (3) durch die Detektoreinrichtungen (11, 17) bei
Auftreten eines natürlichen Herzimpulses auf einen Anfangszählerstand rücksetzbar ist, der dem vorgegebenen
Zählerstand um eine Anzahl von Zähljchritten vorangeht, die bei der vorgewählten
Oszillatorfrequenz einem vorgegebenen maximalen Zeitintervall zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Herzstimulationsimpulsen entspricht.
2. Atrial synchronisierbarer Herzschrittmacher mit einem mit vorgewählter F, equenz schwingenden
Oszillator, mit Impulserzeugungseinrichtungen zum Erzeugen künstlicher Ventrikelstimulationsimpulse
mit Detektoreinrichtungen zum Erfassen natürlicher Atrialstimulationsimpulse. dadurch gekennzeichnet,
daß der Osi..ilator (1) so ausgebildet ist, daß er mit
einem hohen Vielfachen der r -rmalen Herzfrequenz
schwingt, und daß ein zyklisch arbeitender, die Os/illatorimpulse zählender Di' 'talzähler (3) vorge·
sehen ist. daß die Impulserzeugungseinrichtungen (18, 33) derart ausgebildet sind, daß durch sie unter
Steuerung durch den Digitalzähler (3) bei Erreichen eines vorgegebenen Zählerstandes ein Ventrikelstimulationsimpuls
erzeugbar ist. und daß der Digitallähler (3) durch die Detektoreinrichtungen (11, 17)
bei Auftreten eines natürlichen Atrialimpulses auf einen Anfangszählerstand rücksetzbar ist. der de.π
vorgegebenen Zählerstand um eine Anzahl von Zählschritten vorangeht, die bei der vorgewählten
Oszillatorfrequenz einer normalen Atrium-Ventrikel-Verzögerung entspricht.
J. Herzschrittmacher nach Anspruch 1 oder 2. dadurch gekennzeichnet, daß von dem Digitalzähler
(3) selbst, in Abhängigkeit von seinem Zählerstand gesteuerte Schaltmittel (Verbindung Zählerausgang
C9 mit Eingang D des Multivibrators 17) vorgesehen sind, mit deren Hilfe nach jeder Aussendung
eines künstlichen Stimulationsimpulse"; eine Rückstellung des Digitalzählers für ein dem refraktorisch
verzögerten Zeitintervall entsprechendes Zeitintervall unterdrückbar ist.
4. Herzschrittmacher nach einem der Ansprüche 1 bis 3. dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiter
Digitalzähler (35) /um Zählen elektrischer Eingangssignale des Merzschrittmachers vorgesehen ist und
daß dem zweiten Digitalzählcr (35) logische Schaltungen (Multivibrator 38, NOR-Torschaltung '"
44) zugeordnet sind, T1Ih deren Hilfe eine Rückstel·
■lung des ersten Digitaizählers (3) in Abhängigkeit
Von derartigen elektrischen Eingangsimpulsen unierdrückbär
ist, Wenn der zweite Digitalzähler (35)
innerhalb eines Vorgegebenen Zeitlntervails einen vorgegebenen Zählerstand erreicht.
5. Herzschrittmacher nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dauer der
von den Impulserzeugungseinrichtungen (16, 21; 18, 33) erzeugten künstlichen Stimulationsimpulse
gleich der Periodendauer einer Oszillatorschwingung ist.
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