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Drallbetätigte VerzOgerungaeinrichtung und deren Anwendung in einer
Sicherungsvorrichtung für GeschoßzUnder Um sicher-zu-stellen, daß der Zünder eines
Geschosses erst scharr wird, wenn das Geschoß das Rohr verlassen und möglichst auch
die eigenen Stellungen überflogen hat, werden Geschoßzünder vielfach mit einer mechanischen
Verzögerungseinrichtung verstehen, welche erst nach Ab lauf einer vorgegebenen Zeitspanne
das Scharfwerden des Zünders gestattet. Man hat bisher für diese Zwecke zumeist
nach Art eines Uhrwerks aufgebaute Verzögerungseinrichtungen eingesetzt. Nachteilig
hierbei ist, daß zum Betrieb des Uhrwerks ein besonderer Energiespeicher erforderlich
ist, der schon beim Zusammenbau des Geschosses gespannt werden muß. Rs besteht somit
unter Umständen die Gefahr, daß durch Beschädigung oder unsachgemäße Behandlung
während der Montage der Energiespeicher sich entweder bereits teilweise entspannt
und damit im Einsatz die erreichte Verzögerungszeit geringer ist als die eingestellte
oder beim Bruch des zumeist als Feder ausgebildeten Energiespeichers das Uhrwerk
überhaupt nicht anläuft.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine mölichst einfach und raumsparend
aufgebaute Verzögerungr>einrichtung ohne jegliche zum Antrieb des Verzögerungswerkes
erforderliche Federn zu schaffen und hierdurch auszuschließcn, daß durch irgendwelche
unsachgemäße Behandlurg die die Verzögerungs einrichtung enthaltende Sicherungsvorrichtung
des Zünders durch die Kraft volgespannter Federn vorzeitig in Scharfstellung gebracht
wird. Da die Verzögerungseinrichtung in erster Linie für kleinkallbrige Selbstzerlegerzünder
gedacht ist, soll sie neben möglichst geringem Raumbedarf auch möglichst kleines
Gewicht haben und
billig in großen StUcktahlen herstellber sein.
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Gelöst wird die gestellte Aufgabe bei einer dralibetätitten mechanischen
Verzdgerungseinrichtung für Geschoß@ünder, insbesondere kleinkalibrige Selbstzerlegerzünder,gemäß
der Er-.
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findung dadurch, daß ein mit einer Unwuchtinasse verßehen¢r Rotor
um eine parallel aber nicht gleichachsig zur Geschoß achse liegende gestellfeste
Achse drehbar gelagert und bruch den Geschoßdrall gegenüber dem Geschoßmantel in
Drehung versetzbar ist, daß ein zweiarmiger Anker um eine senkrecht zur Geschoßachse
stehende Welle kippbar gelagert ist, daß den äußeren Enden des Ankers in Richtung
der Geschoßachse sesehen die sägezahnförmig gestalteten Zähne eines die Achse des
Rotors umschließenden Zahnkranzes gegenüberstehen, daß entweder das Kipplager für
dell Anker oder der Zahnkranz mechanisch mit dem Rotor verbunden und der andere
dieser beiden Teile jeweils geschoßfest angeordnet ist und daß bei der Drehung des
Zahnkranzes gegentiber dem Anker dessen Enden jeweils abwechselnd in die Verzahnung
eingreifen und aus dieser herausgehoben werden, wodurch sich der Rotor gegenüber
dem Geschoßmantol schrittweise verzögert in eine durch einen AnF zu schlag oder
eine Rast definierte Endstellung dreht.
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Die erfindungsgemäße Verzögerungseinrichtung kommt mit einem Minimum
an beweglichen Teilen aus. Sie benötigt weder Antriebsfedern noch irgendwelche Ubersetzungsgetriebe
und hat darüberhinaus den Vorteil, daß der durch seine schrittweise Drehbewegung
die Zeitverzögerung bestimmende Rotor zugleich in seiner Endstellung nach Ablauf
der Verzögerungszeit ohne zusätzliche Übertragungsmittel das Scharfwerden der Sicherungseinrichtung
und damit des Zünders bewirken kann.
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Zweckmäßig ist die Verzögerungseinrichtung von einem im wesentlichen
## dem Innendurchmesser des Geschoßmantels angepaßten
Gehäuse umg<ben,
das mit einer zylindrischen aber exzentrisch angeordneten LEngsbohrunt für den umlaufenden
Rotor versehen ist und wobei im Gehäuseboden die Rotorachse befestigt bzw.
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gelagert ist.
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Für die praktische Ausgestaltung der sWerzdgerungseinrichtung ergeben
sich zwei bezüglich der Zuordnung von geschoß festen und drehbaren Teilen unterschiedliche
Lösungen. Im einen Fall ist die Ankerlagerung ortsfest und der Rotor dreht sich
samt Zahnkranz. Bei der anderen Ausführunesform ist der Zahnkranz Beschoßfest, beispielsweise
einstückig mit dem Gehäuse ausgebildet,und der Rotor dreht sich samt der Ankerlagerung.
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Im erstgenannten Fall, d.h. mit geschoßfester Ankerlagerung, weisen
die flach ansteigenden Flanken der sägezahnförmigen Verzahnung des Zahnkranzes,auf
welchen die Enden des Ankers beim Drehen des Rotors nach oben gleiten, in Richtung
des Geschoßdralls, so daß der Anker nicht durch den Geschoßdrall mitgenommen und
dadurch in Bewegung gesetzt werden kann, sondern allein durch die Fliehkraft des
mit der Unwuchtmasse versehenen Rotors in Gegenrichtung zur Drallbewegung.
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Aus dem gleichen Grunde weisen bei der zweiten Ausführungsform mit
ortsfestem Zahnkranz die flacher ansteigenden Flanken der sägezahnförmigen Verzahnung
in die Gegenrichtung zum Geschoßdrall. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
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Die Erfindung befaßt sich darüberhinaus mit der Anwendung der zuvor
beschriebenen Verzögerungseinrichtung in einer Sicherungsvorrichtung für Geschoßzünder
und löst in diesem Zusammenhang die Aufgabe,auch hierbei eine möglichst raumsparende,herstellungsmäßig
billige>zuverlässige und den erforderlichen Grad der Sicherheit gewährleistende
Konstruktion zu finden.
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Beim Abschuß eines Geschosses ist dieses in ihrer Reihenfolge und
Richtung typischen Beschleunigungen und Bewegungen ausgesetzt,und es ist Aufgabe
der Sicherur.E;svorrichtung, nur beim Auftreten dieser Beschleunigungen und Xräfte
in vorgegebener Reihenfolge, Richtung und Größe das Scharfwerden des Zünders zu
gestatten. Zunächst erfährt das Geschoß eine Längsbeschleunigung in Richtung der
Rohrachse. Sodann erfährt das Geschoß in den Zügen des Rohres eine Drehbeschleunigung,
welche beim Verlassen des Rohres aufhört. Zu diesem Zeitpunkt hat das Geschon seine
maximale Drehgeschwindigkeit erreicht, so daß auf die Teile des Geschosses auch
die maximale Fliehkraft einwirkt.
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Längsbeschleunigung, Drehbeschleunigung und Fliehkraftmaximum treten
also in vorgegebener Reihenfolge auf. Gemäß der Erfindung werden in Verbindung mit
der bereits erläuterten Verzögerungseinrichtung alle drei der genannten Kenngrößen
zur Gewährleistung einer optimalen Rohrsicherheit austenutzt, während die mechanische
Verzögerungseinrichtung für die gewünschte Vorrohr- und Maskensicherheit sorgt.
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Zu diesem Zweck ist in Weiterbildung der Erfindung der Rotor in der
Anfangs stellung durch eine beim Auftreten einer Mindestl&ngsbeschleunigung
des Geschosses auslösende Sperre gesichert, die vorzugsweise aus einem in eine Bohrung
des Rotors oder eines den Rotor am Drehen hindernden Teils eingreifenden, an sich
bekannten federbelasteten Rückstoßbolzen besteht. Darüberhinaus ist zu empfehlen,
den Rotor in der Anfangsstellung durch eine beim Auftreten einer Mindestfliehkraft
den Rotor freigebenden, exzentrisch gelagerten Fliehkraftklinke zu halten. Eine
besonders günstige und hinsichtlich der Sicherungswirkung optimale Lösung ergibt
sich, wenn die Fliehkraftklinke in der Anfangsstellung durch einen unter dem Einfluß
einer Tangentialbeschleunigung verschiebbaren Schieber gehalten wird, welcher eine
in Achsrichtung verlaufende Bohrung aufweist, in die in der Anfangs-Stellung des
Schiebers der Rückstoßbolzen eingreift. Diese Konstruktion
gestattet
ein Anlaufen des Rotors nur dann, wenn die Längsbeschleunigung, die Drehbeschleunigung
und die Fliehkraft in dieser vorgegebenen Reihenfolge nacheinander auftreten.
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Die Längsbeschleunigung verschiebt dabei den Rücksteßbolzen und gibt
den Schieber frei. Dieser wird durch die Tangentialbeschleunigung beim Durchlaufen
der Züge des Rohres verschoben und gibt in seiner Endstellung die Fliehkraftklinke
frei, so daß diese beim Erreichen der vorgesehenen Mindestfliehkraft den Rotor freigibt.
Treten diese Beschleunigungen und Kräfte in einer anderen Reihenfolge ein oder wird
der Funktionsablauf unterbrochen, so erfolgt keine Freigabe des Rotors. Die Verschieberichtung
des Schiebers von seiner Anfangs- in die Endlage ist zweckmäßig der möglichen Drehrichtung
des Rotors entgegengerichtet. Man vermeidet hierdurch, daß der Rotor infolge Reibung
am Gehäuseboden durch den Geschoßdrall mitgenommen wird, so-lange infolge der Längsbeschleunigung
der Rotor mit großer Kraft gegen den Gehäuseboden gedrückt wird. Um sicherzustellen,
daß auch bei einer Unterbrechung des Bewegungsvorganges die Sicherheitsvorrichtung
wieder in die Sicherungsstellung zurückkehrt, empfiehlt es sich, daß am Schieber
eine ihn in die Anfangs stellung drückende oder ziehende Feder angreift. Anfangs-
und Endstellung des Schiebers sowie der Fliehkraftklinke sind zweckmäßig durch Anschläge
begrenzt. Weitere Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnungen. Hierin
zeigt Figur 1 die Draufsicht auf die erfindungsgemäße Verzögerungs-und Sicherungseinrichtung
von der Geschoßspitze her gesehe ohne Deckplatte, Figur 2 einen Schnitt längs der
Linie II-II in Figur 1, Figur 3 einen Schnitt längs der Linie III-III in Figur 1
und Figur 4 einen Teilschnitt gemäß der Schnittlinie IV-IV.
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Die Vorrichtung wird von einem zur Geschoßachse 1 konzentrischein,
zylindrischen etwa topfförmigem SehEuse 2 getragen.
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Dieses ist mit einer zylindrischen aber exzentrisch zur Achse 1 angeordneten
Längsbohrung 3 für den umlaufenden Rotor 4 verstehen, welcher um die im Gehäuseboden
5 befestigte oder gelagerte Rotorachse 6 drehbar ist. Der Rotor II ist unsymmetrisch
zu seiner Drehachse 6 ausgebildet und auf diese-Weise mit einer Unwuchtmasse versehen.
Auf dem Gehäuseboden 5 aufliegend ist in die Bohrung 3 ein Zahnkranz 7 eingesetzt,
dessen Zähne sEgezahnförmig gestaltet, d.h. mit einer langsam ansteigenden Vorderflanke
8 und mit einer steil abfallenden Rückflanke 9 versehen sind. In einem zur Achse
6 parallelen Einschnitt 11 des Rotors ist auf einer diesen radial durchsetzenden,auf
die Rotorachse 6 gerichteten Welle 12 der zweiarmige Anker 13 gelagert. Seine Lagerstelle
liegt bezogen auf die Drehachse 6 des Rotors exzentrisch. Die Enden 14 des Ankers
sind abgekröpft und liegen in einer die Rotorachse 6 einschließenden Radialebene.
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An seinem äußeren Ende 15 ist der Rotor 4 dachförmig abgeschrägt.
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Die Figuren zeigen die Vorrichtung in der Anfangsstellung. In dieser
greift eine exzentrisch um die Achse 16 drehbar gelagerte Fliehkraftklinke 17 mit
einer am freien Ende vorgesehenen Rastausnehmung 18 über die dachförmige Abschrägung
15 des Rotors und hält diesen somit in der Anfangsstellung fest. Ein Herausschwenken
der Fliehkraftklinke 17 nach außen und damit eine Freigabe des Ankers wird durch
einen gekrümmten Schieber 19 verhindert, welcher in einer tangentialen in das Gehäuse
2 eingearbeiteten Bahn 21 geführt ist. Seine Anfangs- und Endstellung ist durch
Zusammenwirken eines Ansatzes 22 mit gehäusefesten Anschlägen 23 und 24 begrenzt.
Im Schieber 19 ist eine sich parallel zur Geschoßachse 1 erstreckende Bohrung 25
vorgesehen, in welche in der gezeigten Anfangs stellung ein unter der Kraft einer
Schraubenfeder 26 stehender Rückstoßbolzen 27 hineinragt. Auf diese Weise ist der
Schieber 19 gegen Verschiebung in Unfangsrichtung gesichert.
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Der Rotor 4 trägt an seinem der Dachschräge 15 abgewandten Ende in
einer achsparallelen Bohrung ein Zündmittel 28, welches in der gezeigten Anfangsstellung
(Sicherstellung) weder mit seinem in Figur 1 dem Betrachter zugewandten Ende über
die vom Rotor 4 isolierte Kontaktfeder 37 am gehäusefesten, in den Isolierstoffdeckel
32 eingesetzten Gegenkontakt 31 einer Zündschaltung anliegt, noch mit seinem gegenüberliegenden
Ende mit der einen Zündkanal zu einer nicht dargestellten Übertragungsladung hin
bildenden Bohrung 29 im Gehäuseboden 5 fluchtet. Der andere elektrische Anschluß
für die Zündpille 28 erfolgt mittels eines in den Gehäuseboden 5 isoliert eingesetzten
Anschlußstiftes 33, gegen welchen sich in der Endstellung der metallische, die elektrische
Verbindung zwischen Anschlußstift 33 und dem als Anschlußkontakt ausgebildeten Zündpillenmantel
herstellende Rotor 4 legt. Erst wenn der Rotor nach der Entsicherung unter dem Einfluß
seiner Unwucht um etwa 150° um seine Achse 6 geschwenkt ist, liegen sich Zündkanal
29 und Zündpille 28 einerseits sowie letztere und der Anschlußkontakt 31 der elektrischen
Zünds chaltung gegenüber, und die Kontaktfeder 37 stellt die elektrische Verbindung
zum Anschlußkontakt 31 her. Die Zündschaltung i nn Teil eines Aufschlagzünders und/oder
eines Laufzeitzünders sein. Wie Figur 3 erkennen läßt, ist der Kontakt 31 an der
auf das Gehäuse 2 aufgesetzten Deckplatte 32 befestigt. Der im Gehäuseboden 5 befestigte
zweite Anschlußkontakt 33 dient gleichzeitig als in die zylindrische Bohrung 3 hineinragender
Anschlag, gegen den sich der Rotor 4 in der Endstellung (Scharfstellung) legt.
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Der Schieber 19 ist mittels einer Feder 34 in Richtung auf seine in
Figur 1 wiedergegebene Anfangs lage vorgespannt. Diese Feder 34 ist, wie Figur 4
zeigt, im Gehäuseboden befestigt und ragt durch einen langgezogenen Schlitz 35,
welcher in Figur 1 gestrichelt eingezeichnet ist, in ein entsprechendes Befestigungsloch
36 im Schieber 19.
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Die Sicherungs- und Verzögerungseinrichtung arbeitet folgendermaßen:
Beim
Abschuß des Geschosses erfährt das Gehäuse 2 zunächst eine Längsbeschleunigung in
Richtung der Geschoßachse 1, beispielsweise in der Größenordnung von 30 000 g. Hierdurch
wird der Rückstoßbolzen 27 aufgrund seiner Trägheit gegen die Kraft der Feder 26
in die Bohrung 30 hineingedrückt, so daß er nicht länger in das Loch 25 des Schiebers
19 eingreift. Da sich das Geschoß beim Durchlaufen der Zilge des Rohres- mit zunehmender
Längs geschwindigkeit auch mit wachsender Winkelgeschwindigkeit um seine Längsachse
1 dreht, wirkt auf das Gehäuse 2 eine Drehbeschleunigung in Richtung des Pfeiles
41 ein. Diese hat zur Folge, daß der Schieber 19 aufgrund seiner Trägheit im Schlitz
21 aus der gezeigten Anfangsstellung in Richtung des Pfeiles 42 bis in seine durch
den Anschlag 24 definierte Endstellung verschoben wird. Er gibt dabei mit seinem,
in Drehrichtung gesehen, vorderen Ende die bisher durch dieses gcsperrte Fliehkraftklinke
17 frei. Beim Verschieben des Schiebers 19 wird die Feder 34 gespannt. Die Fliehkraftklinke
17 wäre nun an sich in der Lage nach außen zu schwenken. Sie ist jedoch ebenso wie
der Rotor Li exzentrisch gelagert. Dies hat zur Folge, daß solange die von der Drallbeschleunigung
herrührende Kraft größer ist als die Fliehkraft, das in Drehrichtung hintere Ende
der Fliehkraftklinke 17 durch die Kraft der Drallbeschleunigung nach innen gedrückt
wird und damit mit ihrem Ausschnitt 18 noch fester an der Dachkante 15 des Rotors
anliegt. Erst wenn am Ende der Züge des Rohres die Drallbeschleunigung aufhört und
damit die von dieser herrührende Kraft kleiner wird als die auf die Fliehkraftklinke
17 einwirkende Fliehkraft, schwenkt die Klinke 17 nach außen und gibt den Rotor
frei. Selbst wenn gegebenenfalls noch im Mündungsende des Rohres die von der Drallbeschleunigung
herrührende nach innen gerichtete Kraft kleiner werden sollte als die Fliehkraft
und die Fliehkraftklinke 17 deshalb nach außen schwenkt, würde der Rotor 4 nicht
anlaufen, weil auch er exzentrisch gelagert ißt, wobei sein Lagerpunkt 6 eine Kreisbahn
entsprechend dem Pfeil 43 um die Geschoßachse 1 beschreibt. Dies hat zur Folge,
daß
ähnlich wie bei der Fliehkraftklinke 17 die von der Drallbeschleunigung herrührende
Kraftkomponente den Rotor,bezogen auf die Darstellung in Figur 1, im Uhrzeigersinn,
d. h. entgegen der Drehbewegung des Geschosses, zu schwenken sucht. Diese Kraft
ist also der möglichen Laufrichtung des Rotors um die Achse 6 entgegengerichtet.
Die sägezahnförmige Ausbildung des Zahnkranzes 7, gegebenenfalls in Verbindung mit
einem gehäusefesten Anschlag, verhindert ein Drehen des Rotors im Uhrzeiger-Sinn,
weil die Enden 14 des Ankers 13 gegen die steilen Rückflanken 9 der Zähne drücken.
Erst wenn die Drallbeschleunigung am Ende der Züge des Rohres aufhört, dreht die
nunmehr allein auf die Unwuchtmasse des Rotors 4 einwirkende Fliehkraft den Rotor
4 im Gegenuhrzeigersinn um seine Achse 6, wobei letztere weiterhin in Richtung des
Pfeiles 43 um die Geschoßachse 1 rotiert. Dabei läuft jeweils das eine Ende 14 des
Ankers 13 auf der flach ansteigenden Vorderflanke 8 eines Zahnes des Zahnkranzes
7 hoch, während das gegenüberliegende Ende infolge der Kippbewegung des Ankers hinter
der Rückflanke des vorherigen Zahnes in den Zahnkranz hineingeschwenkt wird. Hierdurch
wird einerseits die Rotordrehbewegung gebremst und andererseits ein Zurückdrehen
des Rotors verhindert. Der Rotor sucht sich auf grund der Fliehkraft in eine Stellung
zu drehen, in welcher die Geschoßachse 1, die Rotorachse 6 und der Massenschwerpunkt
des Rotors in einer radialen Ebene liegen.-Diese Stellung ernicht der Rotor nach
einer Schwenkbewegung von etwa 1500 um seine Achse 6. Die Endstellung ist durch
den Anschlag 33 fixiert.
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Die Zündpille 28 fluchtet in der Endstellung mit dem Zündkanal 29
am Gehguseboden 5. Andererseits liegen die Kontakte der Zündpilletan den Kontakten
31 und 33 der elektrischen Zündschaltung an. Sobald die Zündschaltung ein Signal
liefert, beispielsWeis beim Aufschlag des Geschosses oder nach einer vorgegebenen
durch die elektrische Zündschaltung bestimmten Geschoßflugzeit wird die Zündpille
gezündet und mittels einer fbertragungaladung oder dgl. auch die Hauptladung des
Geschosscs zur Explosion gebracht.
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Durch die von der Drallbeschleunigung sowohl auf die Flichkraftklinke
17 als auch auf den Rotor 4 einwirkenden Kräfte wird in doppelter Weise sichergestellt,
daß die Verzögerungszeit der Sicherungseinrichtung erst beim Verlassen des Rohres
zu laufen beginnt, wenn nämlich infolge Verschwindens der Drallbeschleunigung der
Rotor aufgrund der Fliehkraft in Drehung versetzt wird. Je nach Dimensionierung
des Rotors, insbesondere seiner Masse, kann man beispielsweise Verzögerungszeiten
in der Größenordnung von 0,05 bis 0,3 sek. erzielen. Während der Rückstoßbolzen
27, der Schieber 19 und die Fliehkraftklinke 17 die Sicherheit des Geschosses im
Rohr gewährleisten, sorgt die durch den Lauf des Rotors 4 erzwungene Verzögerungszeit
zwischen dem Verlassen des Rohres und dem Scharfwerden der Sicherungseinrichtung
für die sogenannte Vorrohr- und Maskensicherheit, d.h. verhindert Explosionen des
Geschosses unmittelbar vor der Geschützmündung und in einem die GeschUtzbesatzung
gefährdenden Nahbereich.
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Auch wenn das Geschoß aus irgendwelchen Gründen nach anfänglicher
Beschleunigung im Rohr steckenbleibt, kann die Sicherungseinrichtung nicht scharfwerden.
Sobald nämlich die Drallbeschleunigung aufhört den Schieber 19 in Richtung des Pfeiles
42 zu drücken, führt die Feder 34 den Schieber 19 in die Anfangs lage zurück, und
der Rückstoßbolzen 27 wird durch die Feder 26 wieder in das Rast noch 25 des Schiebers
gedrückt. Da im Rohr die Fliehkraftklinke 17 noch nicht nach außen geschwenkt ist,
wird sie durch den Schieber 19 wieder in der Anfangslage verriegelt und damit ein
Drehen des Rotors 4 verhindert. Dadurch, daß die durch L§ngsbeschleunigung auslesbare
Sicherung 25,27, die durch Drallbeschleunigung auslösbare Sicherung 19,17 und die
durch Fliehkraft auslösbare Sicherung 17,15 nicht getrennt am Rotor angreifen, sondern
wirkungsmäßig von einander abhängig in Reihe geschaltet sind und nur beim Auftreten
der genannten Beschleunigungen und Kräfte in der vorgegebenen Reihenfolge entriegelt
werden
können, erreicht die erfindungsgemäße Sicherungs- und Verzögerungseinrichtung ein
höchstmaß an Sicherheit und Zuverlässigkeit.
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Bei der bisher anhand der Zeichnungen beschriebenen Ausführungsform
ist der Zahnkranz 7 geschoßfest im Gehäuse 2 befestigt, während sich der Anker 13
zusammen mit dem Rotor 4 dreht. Dabei weisen jeweils die flach ansteigenden Vorderflanken
8 der sägezahnförmigen Verzahnung, auf welchen die Enden des Ankers beim Drehen
des Rotors nach oben gleiten, in die Gegenrichtung zum Geschoßdrall 41.
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Bei einer anderen Aus führungs form ist die Ankerwelle 12 geschoßfest
gelagert, wahrend sich der Zahnkranz 7 zusammen mit dem Rotor 4 dreht. Vorzugsweise
sind Zahnkranz und Rotor einstückig ausgebildet. Das Ankerlager kann beispielsweise
an der geschoßfesten Drehachse für den Rotor befestigt sein. Durch Führung der Enden
41 des Ankers 13 in zur Rotorachse 6 parallelen, in die Wand der Bohrung 3 eingearbeiteten
Schlitzen kann der Anker gegen Drehung um Geschoß- und Rotorachse gesichert werden.
Bei dieser Ausführungsform wesen die flach ansteigenden Vorderflanken 8 der Verzahnung
in Richtung des Geschoßdralls 41.
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Während der Abschußphase, d.h. während der Wirksamkeit der vom Treibsatz
auf das Geschoß ausgeübten Längsbeschleunigung wird ein Drehen des Rotors zusätzlich
dadurch erschwert, daß der Rotor, gegebenenfalls bei der zweiten Ausführung der
Zahnkranz samt Rotor, gegen den Gehäuseboden 5 gedrückt und dadurch die Reibung
zwischen dem Rotor und dem Gehäuse stark erhöht wird.