DE2009574C3 - Hydraulische Hilfskraftlenkung für Fahrzeuge - Google Patents
Hydraulische Hilfskraftlenkung für FahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Hilfskraftlenkung nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
Bei aus der deutschen Auslegeschrift 12 91226 bekannten Hilfskraftlenkungen dieser ArI sind die
Reaktionsfedern zwischen die beiden Reaktionskolben eines Paares eingeschaltet. Durch diese Anordnung
ergibt sich die Wirkungsweise, daß nach Überwindung der Federvorspannkraft der Reaklionsfedern des
betreffenden Paares der eine Reaktionskolben am Steuerschieber starr abgestützt und damit seine
Reaktionsdruckkraft abgeschaltet ist und infolgedessen die der Handkraft entgegenwirkende Kraft von da an
vermindert — jedoch stets proportional nach Maßgabe des anderen Reaktionskolbens zum Lastdruck ansteigt
Dies ergibt bei großen Lenkausschlägen unerwünscht hohe Reaktionskräfte.
Der Erfindung liegen demgemäß zwei nur schwer gemeinsam zu lösende Aufgabenstellungen zugrunde.
Einerseits soll die maximal aufzuwendende Handkraft am Lenkhandrad einen bestimmten Betrag nicht
übersteigen und andererseits soll die Handkraft auch
ίο noch bei größeren für Kurvenfahrten aufzubringenden
Lenkwellenmomenten dem Lastdruck proportional sein.
Die aufgezeigten Probleme sind gemäß der Erfindung in einfacher Weise durch die in Patentanspruch 1
angegebenen kennzeichnenden Merkmale gelöst Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Steuerventileinrichtung
kann der Knick in der Handkraftkurve für verminderten Anstieg der Handkraft in den Bereich
kleinerer Handkräfte und kleinerer Lenkwellenmomente gelegt werden, so daß der Anstieg der Handkraft in
den Bereichen in Nähe der Mittelstellung relativ steil ist Erfindungsgemäß ergibt sich in der Handkraftkurve ein
zweiter Knick für die sogenannte Handkraftbegrenzung infolge der federnden Abstützung des zweiten Reaktionskolbens.
Dieser zweite Knick kann in einen Bereich mit relativ hohen Lenkwellenmomenten gelegt werden,
so daß auch bei höheren Momenten noch eine proportionale Abhängigkeit der Handkraft vom Lastdruck
erreicht ist. Dabei kann ein relativ flacher Verlauf der Handkraftkurve zwischen den beiden Kurvenknickpunkten
vorgesehen werden, um eine relativ kleine maximale Handkraft zu erreichen.
Zur Erzielung einer kurzen Baulänge ist es bei der Hilfskraftlenkung nach der Erfindung vorteilhaft, daß
die federnden Mittel für die beiden Reaktionskolben »ineinander« geschachtelt sind. Diese Anordnung ist
dadurch verwirklicht, daß die Reaktionsfedern eines Paares parallel geschaltet sind. Um zu vermeiden-, daß
die beiden Reaktionskolben bei Druckentlastung durch die Reaktionsfedern auseinandergeschoben werden,
kann in Weiterbildung der Hilfskraftlenkung nach der Erfindung der Boden des Ring-Reaktionskolbens einen
Anschlag zum Abfangen der Federvorspannung der Reaktionsfeder des Zentral-Reaktionskolbens bilden.
Wie eine Hilfskraftlenkung nach der Erfindung beispielsweise ausgeführt sein kann, ist im folgenden
anhand einer in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform im einzelnen erläutert. Ir der Zeichnung
zeigt
F i g. 1 ein Schaltschema für die Wirkungsweise eines Axialkolbensteuerventiles einer Hilfskraftlenkung mittels
je eines Axial- und Radialschnittes durch das Lenkgetriebegehäuse,
Fig. 2 den Ausschnitt H der Fig. 1 um 90° gedreht
und in vergrößertem Maßstab und
F i g. 3 ein Schaubild für den Verlauf der Handkraftkurve über dem Lenkwellenmoment, in dem die
erfindungsgemäße Hilfskraftlenkung zwei zum Stand der Technik gehörenden Hilfskraftlenkungen gegenübergestellt
ist.
Zunächst wird anhand der F i g. 1 die Wirkungsweise eines Axialkolben-Steuerventiles 10 beschrieben. In
einem Gehäuse 11 eines Lenkgetriebes 12 ist ein Arbeitskolben 13 verschiebbar geführt, der eine
zentrische Ausnehmung 14 aufweist, in der eine Lenkmutter 15 drehbar, jedoch axial unverschiebbar
gelagert ist. Die Lenkmutter 15 ist mit einer Lenkschnecke 16 schraubbeweglich verbunden, die ein
das Gehäuse 11 stirnseitig durchsetzendes Lenkspindelteil
17 aufweist Ein gehäuseäußerer Spindelzapfen 18 des Lenkspindelteiles 17 dient zur drehfesten Verbindung
der Lenkschnecke 16 mit einem Lenkhandrad. Vom Arbeitskolben 13 begrenzte Arbeitsräume für das
Druckmittel sind mit 19 und 20 bezeichnet Am Umfang des Arbeitskolbens 13 ist ein Zahiistangenprofil 21
vorgesehen, in das ein Zahnsegment 22 einer in einer Gehäuseausbuchtung 23 des Lenkgetriebes 12 drehbar
gelagerten Lenkwelle 24 eingreift
Die Lenkmutter 15 ist mit einem starren radialen Steuerliiieal 25 versehen, das eine öffnung 26 des
Gehäuses 11 radial und in Umfangsrichtung beweglich durchsetzt und spielfrei in eine Umfangsnut 27 eines
Axialkolbens 28 des Steuerventils eingreift
Das nach dem Prinzip der Durchflußsteuerung arbeitende Steuerventil 10 ist zwischen eine Druckmittelpumpe
29 und die Arbeitsräume 19 und 20 geschaltet, wobei ein Ventilabschnitt IOD eine Verbindung zwischen
einer Pumpendruckleitung 30 und den Arbeitsräumen 19, 20 und ein Ventilabschnitt 10/? eine Verbindung
zwischen einer Pumpenrücklaufleitung 31 und den Arbeitsräumen 19, 20 steuert. Die Druckmittel-Verbindungen
zwischen den Arbeitsräumen 19, 20 und der Pumpendruckleitung 30 einerseits sind mit 19Dund
20D und zwischen den Arbeitsräumen 19, 20 und der Pumpenrücklaufleitung 31 andererseits sind mit 19/?
und 20/? bezeichnet.
Der Axialkolben 28 weist zwei Reaktionsdruckräume 32 und 33 auf, in denen je ein Paar Reaktionskolben 34
bzw. 35 druckdicht und verschiebbar geführt ist. Der Reaktionsdruckraum 32 ist über einen Schieberkanal 36
und über die Druckmittelverbindung 19D an den Arbeitsraum 19 angeschlossen. Der andere Reaktionsdruckraum
33 steht über einen zweiten Schieberkanal
37 sowie über die Druckmittelverbindung 2OD mit dem Arbeitsraum 20 in Verbindung.
In der der Stellung für Geradeausfahrt des Lenkhandrades entrprechenden und gezeichneten Mittelstellung
des Axialkolbens 28 wird mittels der kommunizierenden Druckmittelverbindungen 19D und 19/?
sowie 2OD und 20/? ein ständiger Durchfluß durch das Steuerventil 10 von der Pumpendruckleitung 30 zur
Pumpenrücklaufleitung 31 aufrechterhalten. Je nach Lenkradeinschlag wird der Axialkolben 28 mittels des **>
Steuerlineales 25 in der einen oder anderen Richtung aus seiner Mittelstellung ausgelenkt, so daß der eine
Arbeitsraum rnit der Pumpendruckleitung 30 und der andere mit der Pumpenrücklaufleitung 31 verbunden ist.
Dabei wird in dem jeweiligen über seinen Arbeitsraum mit der Pumpendruckleitung 30 verbundenen Reaktionsdruckraum
ein Reaktionsdruck aufgebaut, der der Auslenkkraft am Axialkolben entgegenwirkt und als
Reaktionskraft am Lenkhandrad fühlbar wird. Der Axialkolben 28 wird durch eine sich an beiden Enden
sowohl am Ventilgehäuse wie auch am Schieber abstützende Zentrierfeder 51 in seiner Mittelstellung gehalten.
Das Reaktionskolben-Paar 34 bzw. 35 besteht aus einem zur benachbarten Ventilgehäusewand
38 offenen topfförmigei Reaktionskolben 39,
dessen Boden 40 eine den Kolbeninnenraum 41 mit dem Reaktionsdruckraum 33 verbindende Zentral-Bohrung
42 aufweist. In der Bohrung 42 ist ein weiterer Reaktionskolben 43 druckdicht und verschiebbar
geführt. Die vom Reaktionsdruck beaufschlagbare ringförmige Druckfläche des Reaktionskolbens 39 ist
durch Durchmesser D39 und cfa radial begrenzt, während
die kreisförmige Druckfläche des anderen Reaktionskolbens 43 durch dessen Durchmesser ab bestimmt ist
Der Reaktionskolben 39 ist an einem in den Axialkolben 28 eingesetzten Sicherungsring 44 starr und mittels
einer Reaktionsfeder 45 an der Ventilgehäusewand 38 federnd abstützbar. Die Reaktionsfeder 45 liegt an
einem Ende am Boden 40 des Reaktionskolbens 39 und am anderen Ende an einem im Innenraum 41
verschiebbar gelagerten Federteller 46 an, der über Stützzapfen 47 an der Ventilgehäusewand 38 zur Anlage
gebracht wird Um die Vorspannung der Reaktionsfeder 45 aufzufangen, liegt der Federtelier 46 an seiner der
Feder abgewendeten Seite an einem in den Reaktionskolben 39 eingesetzten Sicherungsring 48 an. Um die
Reaktionsdruckkraft des anderen Reaktionskolbens 43 abschalten zu können, ist dieser mit einer Anschlagkante
49 versehen, mittels der er am Boden 40 des Kolbenhemdes 39 starr abstützbar ist Für die ebenfalls
vorgesehene federnde Abstützung dieses Reaktionskolbens 43, durch die zusammen mit der Abschaltung der
Druckkraft ein zweiter Knick in der Handkraftkurve erzeugt und eine gewisse Begrenzung der Handkraft
erreicht wird, ist eine zweite, zur Reaktionsfeder 45 konzentrische innere Reaktionsfeder 50 vorgesehen, die
an einem Ende an der dem Reaktionsdruckraum 33 abgewendeten Stirnfläche 51 des Reaktionskolbens 43
und am anderen Ende am Federteller 46 anliegt. Um die Vorspannung der Reaktionsfeder 50 aufzufangen, greift
diese gleichzeitig am Boden 40 des Reaktionskolbens 39 an. Auf diese Weise arbeiten die Reaktionsfedern 45,40
in Parallelanordnung.
Die Wirkungsweise der Reaktionskolben-Paare 34 bzw. 35 entspricht der Handkraftkurve 52 mit den
beiden Abschaltpunkten 53 und 54 in F i g. 3 und ergibt sich wie folgt:
Bis zur Überwindung der Vorspannung der Zentrierfeder
51 wird die Handkraft am Lenkhandrad rein mechanisch auf die Lenkwelle 24 übertragen. Der
entsprechende Kurvenverlauf in F i g. 4 ist 0—55. 55 ist der Einschaltpunkt für die Druckmittelkraft. Im Bereich
55—53 der Handkraftkurve wirkt auf den Axialkolben 28 eine Reaktionskraft, die gleich dem Produkt aus
Reaktionsdruck im Raum 33 mal Kreisfläche mit D39 als Durchmesser ist. Das heißt, die beiden Reaktionskolben
39 und 43 bilden durch die Wirkung der Reaktionsfeder 50 ein in sich starres Teil. Dadurch ist der Kurvenverlauf
55—53 relativ steil, so daß die Lenkung in Nähe der Mittelstellung des Lenkhandrades bereits einen spürbaren
Kontakt zur Straße vermittelt
Im Punkt 53 der Handkraftkurve wird die Vorspannung der Reaktionsfedern 45 und 50 durch den auf die
Druckflächen des Reaktionskolbens 39 und 43 wirkenden Reaktionsdruck überwunden, so daß zunächst der
Reaktionskolben 39 starr am Sicherungsring 44 bzw. am Axialkolben 28 abgestützt ist. Infolgedessen ist die
wirksame Druckfläche um die Ringfläche des Reaktionskolbens 39 vermindert und der weitere Verlauf
53—54 der Handkraftkurve 52 ist flachen In Punkt 54 der Handkraftkurve 52 stützt sich der andere Reaktionskolben
43 am Reaktionskolben 39 und damit ebenfalls am Axialkolben 28 starr ab, so daß auch die
Reaktionsdruckkraft dieses Reaktionskolbens auf den Axialkolben 28 abgeschaltet ist und die Handkraftkurve
52 Tfindungsgemäß einen zweiten Knick (Punkt 54) im Bereich der Servounterstützung erhält. Einer weiteren
Auslenkung des Axialkolbens 28 wirken nur noch die Reaktionsfedern 45 und 50 entgegen, deren resultierende
Federsteife den Anstieg der Handkraftkurve im
Bereich 56 der sogenannten Handkraftbegrenzung bestimmt.
Die Kurve 57 gibt den Verlauf der Handkraft über dem Lenkwellenmoment bei den bekannten Servolenkungen
nach DE-AS 12 91 226 wieder. Der Knickpunkt 58 dieser Kurve stellt den Abschaltpunkt des einen der
beiden relativ zueinander verschiebbaren Reaktionskolben dar, wobei die Druckfläche des anderen, unmittelbar
starr am Ventilgehäuse abgestützten Reaktionskolben im anschließenden Kurvenabschnitt 59 ständig
wirksam bleibt und eine nicht lösbare proportionale Abhängigkeit zwischen Lastdruck und Handkraft
aufrechterhält.
Die Kurve 60 in Fig.3 gibt den Verlauf der Handkraft über dem Lenkwellenmoment bei einer
anderen bekannten Hilfskraftlenkung (DE-AS 10 34 991) wieder. Bei dieser Lenkung ist jeweils ein
einziger Reaktionskolben vorgesehen, der im Kurvenpunkt 61 starr am Axialkolben abgestützt ist, so daß in
diesem Punkt der Reaktionsdruck abgeschaltet ist. Der an den Punkt 61 anschließende Kurvenbereich 62 stellt
die sogenannte Handkraftbegrenzung dar, dessen flacher Verlauf durch zwischen Reaktionskolben und
Ventilgehäuse eingeschaltete Reaktionsfedern bestimmtwird.
Wie ein Vergleich der Kurven 52 und 60 ergibt, ist durch die Erfindung der Beginn der Handkraftbegrenzung
(Punkt 54 gegenüber Punkt 61) in den Bereich höherer Lenkwellenmomente verlegt, so daß beim
Fahrer bei Kurvenfahrten das Gefühl'des »in die Kurve Fallens« vermieden ist, wobei gleichzeitig zur Erleichterung
des Parkierens usw. die maximale Handkrafl verkleinert werden kann.
Bei der Hiifskraitienkung nach der DE-AS 12 91 226
(Kurve 57) sind keine Mittel zur Begrenzung der Handkraft vorgesehen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Hydraulische Hilfskraftlenkung für Fahrzeuge, mit einer Axialkolben-Steuerventileinrichtung für
einen Lenkmotor, bei der ein dem Linkseinschlag und ein dem Rechtseinschlag der gelenkten Fahrzeugräder
zugeordnetes, in stirnseitigen Axialbohrungen des Ventilkolbens gebildeten Reaktionsdruckkammern verschiebbares und jeweils an einer
zugeordneten Stirnfläche der Gehäusebohrung für den Ventilkolben abstützbares Paar von Reaktionskolben eine vom Servodruck abhängige Reaktionsdruckkraft am Lenkhandrad fühlbar macht, wobei
jeweils einer der an wenigstens einer Reaktionsfeder abgestützten Reaktionskolben eines jeden Paares
durch einen die Vorspannung seiner Reaktionsfeder überwindenden relativ niedrigen Arbeitsdruck an
einem gegenüber seiner Reaktionsdruckkammer unbeweglichen Anschlag zur Anlage gebracht wird
und der andere Reaktionskolben eines jeden Paares auch bei höheren Arbeitsdrücken arbeitet und jedes
Paar aus einem topfförmigen, die Reaktionsfeder aufnehmenden Ring-Reaktionskolben und aus einem
in einer Zentralbohrung des Ring-Reaktionskolbens druckmitteldicht und verschiebbar geführten Zentral-Reaktionskolben
gebildet wird sowie die Zentralbohrung zwischen die Reaktionsdruckkammer und eine druckentlastete Kammer geschaltet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der auch bei höheren Arbeitsdrücken arbeitende Reaktionskolben
(43 in Fig. 2) an wenigstens einer zusätzlichen, ebenfalls im topfförmigen Ring-Reaktionskolben
aufgenommenen Reaktionsfeder (50 in Fig.2) abgestützt ist und durch einen die Vorspannung der
zusätzlichen Reaktionsfeder (50 in Fig.2) überwindenden
mittleren Arbeitsdruck (Kurvenpunkt 54 in Fig.4) an einem am Boden des Ring-Reaktionskolbens
gebildeten Anschlag (40, 44 in Fig.2) zur Anlage gebracht wird, und daß die Reaktionsfedern
(45, 40) des Paares (39, 43) an einem gemeinsamen Federteller (46) abgestützt sind, der an einem zum
Ring-Reaktionskolben (39) bewegungsfesten Anschlag (Sicherungsring 48) zur Anlage bringbar ist
und sich andererseits an der zugeordneten Stirnfläche der Gehäusebohrung für den Ventilkolben
abstützt.
2. Servolenkung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (40) des Ring-Reaktionskolbens
(39) einen Anschlag (Boden 40) zum Abfangen der Federvorspannung der Reaktionsfeder (50) des Zentral-Reaktionskolbens (43) bildet.
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