DE20119021U1 - Hydraulisches Bindemittel - Google Patents

Hydraulisches Bindemittel

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    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B28/00Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements
    • C04B28/02Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing hydraulic cements other than calcium sulfates
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

Klaus Kehrmann GmbH Vulkanstr. 54. 47053 Duisburg
Hydraulisches Bindemittel
Die Erfindung betrifft ein hydraulisches Bindemittel mit dem Hauptbestandteil Zement, dem eine Mischung aus feuchtem Grünsalz (Eisen(ll)sulfat) und inertem Trägermaterial zugefügt ist.
Zement kommt in der Baustoffindustrie als feingemahlenes hydraulisches Bindemittel zur Herstellung von Betonmörtel, Betonsteinen und Fertigteilen zur Anwendung. Hierbei wird der Zement oft in Handarbeit verarbeitet. Dies ist insofern nachteilig, weil die üblichen Zemente aufgrund ihres Chromatgehalts als Allergieauslöser für Hautekzeme, der sogenannten Maurerkrätze, gelten.
Chromathaltiger Zement enthält bis zu 100 ppm Chrom(VI)-Verbindungen (Chromate), von denen etwa 20 % löslich sind. Das lösliche Chromat ist die Ursache der allergischen Zementekzeme. Durch Einsatz chromatarmer Zemente und chromatarmer zementhaltiger Zubereitungen, beispielsweise Fliesenkleber oder Trockenmörtel, können diese Erkrankungen weitgehend eli-
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miniert werden. Aus diesem Grund sollen zementhaltige Baustoffe, die von Hand verarbeitet werden, ausschließlich chromatarm hergestellt werden. Chromatarme Zemente enthalten weniger als 2 ppm wasserlösliches Chrom(VI) bezogen auf die Trockenmasse.
In diesem Zusammenhang ist es bekannt, den Chromatgehalt im Zement durch Zugabe eines Reduktionsmittels, nämlich Eisen(ll)sulfatzu reduzieren. Hierzu wird dem Zement gemäß der DE 197 44 035 A1 trockenes granulatförmiges Eisen(ll)sulfat in einer Menge von 0,01 bis 1 Gew.-% bei der Entnahme des Zements aus einem Großsilo zugegeben. Beim Anmachen der Mörtel- oder Betonmischung löst sich das granulatförmige Eisen(ll)sulfat im Anmachwasser auf und kommt beim Vermischen mit dem Chromat(VI) in Kontakt, wodurch dieses chemisch reduziert wird.
Auch in Manns, W.; Laskowski, Ch.: Eisen(ll)sulfat als Zusatz zur Chromatreduzierung in BE-Z: Beton, H. 2/1999, S. 78-85 wird die Verwendung von trockenem pulverförmigem Eisen(ll)sulfat zur Chromatreduzierung beschrieben.
Trockenes Eisen(ll)sulfat verliert jedoch durch Oxidation mit Luftsauerstoff an Wirksamkeit. Aus diesem Grund wird das Eisen(ll)sulfat dem Zement bei den bekannten Vorschlägen auch erst bei der Entnahmen aus dem Großsilo zugegeben, um so die Gefahr einer unerwünschten Reaktion des zugemischten granulatförmigen Eisen(ll)sulfats mit dem Zement zu verringern.
Im Umfang der DE 100 14 468 A1 ist es bekannt, bei der Herstellung eines Baustoffes aus Zement, Wasser und Zuschlagstoffen beim Anmischvorgang feuchtes Eisen(ll)sulfat, sogenanntes Grünsalz, zuzufügen. Das feuchte Grünsalz besitzt die gleichen Reduktionseigenschaften bezüglich der Chrom(VI)-Verbindungen wie trockenes Eisen(ll)sulfat in Granulatform, ist jedoch wesentlich kostengünstiger. Um das Handling des feuchten Grünsalzes zu verbesseren, wird diesem ein inertes Trägermaterial, z.B. gemahlener Kalkstein, zugegeben. Die Chromatreduzierung mittels feuchtem Grünsalz
erfüllt die gesetzlichen Anforderungen absolut. Dieses Material wird zur Zeit bereits in vielen Zementwerken ohne Probleme eingesetzt. Mitunter kann es jedoch zu Problemen bei der Dosierung kommen. Auch kann sich das inerte Trägermaterial aufgrund seiner Korngröße teilweise nachteilig auf die Verarbeitung des hergestellten Baustoffs auswirken.
Der Erfindung liegt daher ausgehend vom Stand der Technik die Aufgabe zugrunde, ein sowohl herstellungs- als auch anwendungstechnisch verbessertes chromatarmes hydraulisches Bindemittel zu schaffen.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in einem hydraulischen Bindemittel gemäß Patentanspruch 1.
Das hydraulische Bindemittel besteht aus Zement, dem eine Mischung aus feuchtem Grünsalz (Eisen(ll)sulfat) mit inertem Trägermaterial zugefügt ist, wobei diese Mischung eine Körnung aufweist, deren Siebrückstand auf einem 0,2 mm Sieb kleiner oder gleich 30 % ist. Die Körnung der Mischung ist so fein, dass diese mit unterschiedlichsten Dosieraggregaten präzise und in exakt vorbestimmbaren Mengen dosiert werden kann. Auch bei der Verarbeitung, wie beispielsweise bei Verputzarbeiten, mit einem Baustoff unter Verwendung des erfindungsgemäß vorgesehenen Bindemittels erhält man einen sehr feinen, sehr gut verarbeitenden Baustoff. Nachteilige Auswirkungen aus zu groben Körnern sind unterbunden.
Die Klassierung der Mischung auf die gewünschte Korngröße bzw. Feinheit erfolgt vorzugsweise in mechanischen Bearbeitungsvorrichtungen, vorzugsweise Mühlen, wie Kugelmühlen. Das so mit verhältnismäßig geringfügigem Aufwand aufbereitete Material kann dann problemlos dem Zement zugefügt werden.
Vorzugsweise soll der Siebrückstand der Mischung auf einem 0,2 mm Sieb kleiner oder gleich 20 % sein, wie dies Patentanspruch 2 vorsieht. Die feinkörnige Mischung ist noch besser zu dosieren und in der Verarbeitung.
Zur Einstellung der mechanischen Eigenschaften des unter Verwendung des erfindungsgemäß vorgesehenen hydraulischen Bindemittels hergestellten Baustoffes, beispielsweise des Festigkeits- oder Fließfähigkeitsverhaltens, kann die Mischung aus Grünsalz und inertem Trägermaterial noch Zuschlagstoffe enthalten, nämlich gemäß Patentanspruch 3 Zink, Aluminium, Phosphor oder Titanoxid.
Nach Patentanspruch 4 wird die Mischung aus Grünsalz und Trägermaterial in einer Menge zwischen 0,01 Gew.-% bid 5 Gew.-% bezogen auf die Zementmenge zugefügt. Hierdurch kann eine wirksame Reduktion des Chromatgehalts bis unterhalb der als gesundheitsbedenklich angesehenen Grenzen bewirkt werden.
Als inertes Trägermaterial kommt insbesondere gemahlener Kalkstein und andere natürliche Mineralien oder ähnliche feinkörnige oder pulverförrnige Substrate mit großer Oberflächenstruktur zur Anwendung. Vorzugsweise liegt der Anteil an inertem Trägermaterial zwischen 5% und 15%, insbesondere bei ca. 10 %, bezogen auf die Menge des Grünsalzes, wie dies Patentanspruch 5 vorsieht.
Zink beispielsweise dient als Festigkeitsförderer und kommt in einer Menge von < 10 Gew.-% zum Einsatz. Phosphor hat einer verzögernde Wirkung auf die Erstarrungszeit des Zements. Auch Phosphor wird in der Regel in Mengen < 10 % eingesetzt.

Claims (5)

1. Hydraulisches Bindemittel mit dem Hauptbestandteil Zement, dem eine Mischung aus feuchtem Grünsalz (Eisen(II)sulfat) und inertem Trägermaterial zugefügt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung eine Körnung mit einem Siebrückstand auf einem 0,2 mm Sieb von kleiner oder gleich 30% aufweist.
2. Hydraulisches Bindemittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrückstand kleiner oder gleich 20% ist.
3. Hydraulisches Bindemittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung zumindest einen der Zuschlagstoffe Zink (Zn), Aluminium (Al), Phosphor (P) oder Titanoxid (TiO2) enthält.
4. Hydraulisches Bindemittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung in einer Menge zwischen 0,01 Gew.-% bis 5 Gew.-% bezogen auf die Zementmenge zugefügt ist.
5. Hydraulisches Bindmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung inertes Trägermaterial in einer Menge zwischen 5 Gew.-% bis 15 Gew.-% bezogen auf die Grünsalzmenge enthält.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE10257879B3 (de) * 2002-12-11 2004-02-26 Dyckerhoff Ag Zusatzmittel und dessen Verwendung

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Legal Events

Date Code Title Description
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Effective date: 20020307

R081 Change of applicant/patentee

Owner name: KEHRMANN, ALEXANDER, DE

Free format text: FORMER OWNER: KEHRMANN, KLAUS, 47053 DUISBURG, DE

Effective date: 20030306

R081 Change of applicant/patentee

Owner name: KEHRMANN, ALEXANDER, DE

Free format text: FORMER OWNER: FERRO DUO GMBH, 47053 DUISBURG, DE

Effective date: 20040714

R150 Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years

Effective date: 20041208

R197 New subsequently filed claims on ip dossier
R165 Request for cancellation or ruling filed
R151 Utility model maintained after payment of second maintenance fee after six years

Effective date: 20080210

R168 Utility model cancelled

Effective date: 20080704