DE20122011U1 - Drückmaschine mit Hilfssupport - Google Patents
Drückmaschine mit HilfssupportInfo
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Description
HDMG 01_T2.doc
Drückmaschine mit Hilfssupport
Die Erfindung betrifft eine Drückmaschine mit
- einem Drückfutter,
- einem in wenigstens zwei Koordinatenrichtungen verfahrbaren Drückrollen-Kreuzsupport mit Obersupport und Untersupport, die jeweils wenigstens mit einer Antriebsvorrichtung und einem Wegaufnehmer versehen sind,
- mindestens einer Drückrolle, die an einem Drückrollenhalter gehaltert ist, der mit dem Obersupport über einen Hilfssupport verbunden ist und in einer Richtung parallel zum Obersupport verschiebbar ist, und mit
- einer Steuereinheit.
Mit solchen Drückmaschinen wird eine rotierende Metallronde mit Hilfe einer Drückrolle zunächst an das ebenfalls rotierende Drückfutter angelegt, dessen Kontur die Innenkontur des zu fertigenden Werkstücks vorgibt. Anschließend erfolgt ein weiterer Überlauf der Drückrolle, um das Werkstück mit großer Kraft an das Drückfutter anzudrücken und damit eine besonders glatte Oberfläche bei der Werkstückinnenkontur zu erhalten, beispielsweise bei Reflektoren aus Aluminium mit hochglänzenden Oberflächen. Bei diesem Glättüberlauf ist eine sehr feine Abstimmung der Bewegung der Drückrolle mit den auf die Rolle wirkenden Kräften erforderlich. Für Drückma-
schinen sind sogenannte Teach-In-Steuerungen üblich, bei denen die Maschinenparameter eines ersten, manuell durchgeführten Arbeitsgangs in einer Speichereinheit abgelegt werden und später automatisch durch die Maschine reproduziert werden können. Damit können Erfahrung und Geschick eines geübten Bedieners bei der Werkstückumformung auf die Maschinensteuerung übertragen werden.
Aus der EP 405 72 0 Bl ist eine gattungsgemäße Drückmaschine bekannt, bei der die Drückrolle in ihrem Drückrollenhalter über eine Feder mit dem Obersupport gekoppelt ist. Hierdurch wird ein lokales Ausfedern der Drückrolle in denjenigen Bereichen des am Drückfutter anliegenden Werkstücks ermöglicht, in denen die Wandstärke des Werkstücks über dem Sollwert liegt. Damit kann die in der Steuereinheit abgelegte Soll-Werkstückkontur durch eine interpolierte Bewegung des Untersupports und des rechtwinklig dazu angeordneten Obersupports abgefahren werden, auch wenn Unebenheiten in der Wanddickenverteilung des Werkstücks vorliegen. Wird die Drückrolle gegen die Kraft der Feder ausgelenkt, so baut sich eine Gegenkraft auf, die die von der Drückrolle ausgeübte Umformkraft ansteigen lässt. Damit die Umformkraft nicht soweit ansteigt, dass ein Fließen des Werkstoffes bewirkt wird, ist eine Messeinrichtung zur Erfassung des Federwegs vorgesehen. Wird ein bestimmter Federweg, der bei konstanter Federrate proportional zu der auf die Drückrolle wirkenden Kraft ist, überschritten, so wird der Obersupport durch die Steuereinheit so weit zurückgezogen, dass der Drückrollenhalter wieder ausfedern und in seine Ausgangsstellung zurückfedern kann.
Nachteilig bei der bekannten Umformmaschine ist aber, dass die Feder angesichts der hohen Umformkräfte und des sehr
kleinen auftretenden Federwegs eine sehr hohe Federkonstante aufweisen muss; andererseits ist keine Dämpfung vorgesehen, so dass sich das durch die Feder bewegte System aus Drückrolle und Drückrollenhalter stark aufschwingen kann. Auch ist die tatsächliche momentane Position der Drückrolle nicht bekannt, da durch die Maschinensteuerung nur für die Achsen des Unter- und Obersupports eine Lageregelung in einem geschlossenen Regelkreis erfolgt, jedoch der Federweg der Drückrolle nicht in die Lageregelung einfließt. Es ist damit auch nicht möglich, die Ist-Kontur des Werkstücks zu erfassen und eventuellen Unregelmäßigkeiten in der Wanddickenverteilung durch gezielte Umformoperationen entgegen zu wirken. Ist die Wandstärke lokal zu gering, so kann die Drückrolle der bekannten Drückmaschine, die entlang der gespeicherten Soll-Kontur verfährt, sogar von dem Werkstück abheben, so dass der Glättvorgang unterbrochen ist und das Werkstück in diesem Bereich eine schlechte Oberflächenqualität aufweist.
Aus der EP 491 240 Bl ist eine weitere Drückmaschine bekannt, bei der die Drückrolle gegen die von einer Kolben-Zylinder-Einheit, beispielsweise einem Pneumatikylinder, ausgeübte Kraft verschiebbar gelagert ist. Die Umformkraft der Drückrolle wird konstant gehalten; im Falle eines Druckanstiegs wird ein Teil des Fluids aus dem Zylinder abgelassen. Zwar ist hier im Vergleich zu der erstgenannten Drückmaschine durch den Verzicht auf Stahlfedern die Schwingungsanfälligkeit geringer. Es besteht aber auch hier der Nachteil, dass die wahre momentane Position der Drückrolle durch die Maschinensteuerung nicht zu erfassen ist, wenn ein Zurückweichen der Drückrolle gegen die pneumatische oder hydraulische Kraft erfolgt ist. Die Umformkräfte an der momen-
tanen Drückrollenposition werden durch die Maschinensteuerung nicht erfasst.
Es stellt sich deshalb die Aufgabe, eine Drückmaschine anzugeben, mit der lokale Wanddickenabweichungen, insbesondere bei einem abschließenden Glättüberlauf, kompensierbar sind, und bei der eine ständige Erfassung der gegebenen Position und der Andrückkraft der Drückrolle möglich ist.
Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Drückmaschine der eingangs genannten Art, die dadurch gekennzeichnet ist, dass &iacgr;&ogr; - dass der Hilfssupport mit dem Obersupport über eine Kolben-Zylinder-Anordnung verbunden ist;
- dass zwischen dem Hilfssupport und dem Obersupport ein Wegaufnehmer vorgesehen ist, mit dem die Position des Hilfssupports relativ zum Obersupport als elektrisches Meßsignal aufnehmbar und an die Steuereinheit weiterleitbar ist; und
- dass die Steuereinheit eine Additionseinrichtung enthält, in der die Messsignale des Wegaufnehmers des Hilfssupports und die Messsignale des Wegaufnehmers des Obersupports addierbar und durch welche die so erhaltene Summe der Messwerte als X-Koordinate an eine Lageregelungseinrichtung für den Obersupport weitergeleitet wird.
Da moderne Linearführungen sich aus einer Einheit aus einer unteren Führungseinheit, gegebenenfalls mit Motor und Kugelumlaufspindel, einem Pneumatikzylinder oder dgl., und einem linear dazu verschiebbaren Schlitten zusammensetzen, sei darauf hingewiesen, dass nachfolgend mit „Support" der jeweilige verfahrbare Schlitten einer der Achsen bezeichnet wird, soweit nicht anders beschrieben.
Erfindungswesentlich ist, dass die Q-Achse, als die der bewegliche Teil des Hilfssupports hier auch bezeichnet wird, sowohl einen eigenen aktiven Antrieb erhält, der steuer- bzw. regelbar ist, wie auch einen Wegaufnehmer, mit dem die Verschiebung des Drückrollenhalters gegenüber der nachgeordneten X-Achse, also des verschiebbaren Teils des Obersupports, erfassbar ist und dass eine Verrechnung der Lageinformationen von X- und Q-Achse erfolgt, deren Summe dann in die Lageregelung als X-Koordinate einfließt. Durch die Verknüpfung der Werte der parallelen Achsen X und Q wird eine Überbestimmung des Systems vermieden. Die Regelungseinrichtung für die X-Achse erhält stets die tatsächliche Koordinate der Drückrolle, selbst wenn diese geringfügig innerhalb des Hilfssupports verschoben worden ist.
Zugleich kann an jedem Koordinatenpaar X,Z der Druck P(X,Z) in der Kolben-Zylinder-Einheit beim Teach-In gemessen und beim nachfolgenden Automatikablauf wieder eingestellt werden, so dass an jedem Ort der Drückrolle die hierfür vorgesehene Umformkraft einregelbar ist.
Vorteilhafterweise ist der Wegaufnehmer ein absoluter Wegaufnehmer, der unabhängig von seiner Stellung im Einschaltzustand einen Messwert für die Stellung des Hilfssupports relativ zum Obersupport erzeugt. Damit muss nach dem Einschalten der Maschine und der Steuereinheit keine Referenzfahrt mehr durchgeführt werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist eine fernbetätigbare Supportverriegelungsvorrichtung vorgesehen, mit der in wenigstens einer Riegelposition eine lösbare Verbindung des Hilfssupports mit dem Obersupport herstellbar ist. Hierdurch ist es möglich, die erfindungsgemäß ausgebil-
dete Drückmaschinen auch für solche Anwendungszwecke einzusetzen, bei denen statt einer präzisen Kraft- und Wegsteuerung der Drückrolle vor allem eine Übertragung großer Kräfte notwendig ist, beispielsweise beim Drücken von Stahlronden. Der Hilfssupport wird so mit dem Obersupport zu einer starren Einheit verbunden.
Vorzugsweise ist der Hilfssupport gegenüber dem Obersupport um 2 bis 5 mm verschiebbar. Mit diesem vergleichsweise kleinen Verfahrweg im Verhältnis zum Obersupport werden die erfindungsgemäßen Vorteile bereits erreicht. Durch den geringen Hub ist aber eine kompakt Bauform des Hilfssupports möglich, und es kann eine kurze Ausführungsform des hierbei bevorzugt als Antrieb verwendeten Pneumatikzylinders gewählt werden.
Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnung näher erläutert. Die Figuren zeigen im einzelnen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Drückmaschine in schematischer Draufsicht; und
Fig. 2 die Steuereinheit in einem Blockschaltbild.
In Fig. 1 ist eine Drückmaschine 100 in einer Ansicht von oben dargestellt. Zwischen einem rotierbaren Drückfutter 2 und einer Andrückscheibe 3 ist eine Metallronde 1 eingespannt . Schräg zur Rotationsachse 4 der Hauptspindel ist ein Kreuzsupport 10 angeordnet, der sich zunächst aus einem Untersupport 50 und einem Obersupport 50 zusammensetzt. Der Kreuzsupport kann je nach Werkstückkontur auch parallel zur Rotationsachse 4 der Hauptspindel angeordnet sein.
Am Untersupport 50 wird über an sich bekannte Antriebsmechanismen, insbesondere durch eine Kombination eines Elektromo-
tors mit einer Kugelumlaufspindel oder durch einen Pneumatik- bzw. Hydraulikzylinder, ein Schlitten angetrieben, auf dem der Obersupport 4 0 montiert ist, so dass dieser in einer Richtung Z verfahrbar ist. Die Lage des bewegten Teils des Untersupports 50 wird über einen Wegaufnehmer 54 (vgl. Fig. 2), insbesondere über einen absoluten Wegaufnehmer, erfasst und an eine Steuereinheit weitergeleitet. Durch einen elektronisch gesteuerten Antrieb der Z-Achse des Untersupports 50 und die Rückführung der Lage durch den Wegaufnehmer in Form eines Messwerts Z wird ein geschlossener Regelkreis ausgebildet.
Der Obersupport 40 ist in ähnlicher Weise aufgebaut wie der Untersupport 50; ein Unterteil ist fest auf dem Schlitten des Untersupports 50 montiert und bildet mit diesem eine bewegliche Einheit. Auf dem angetriebenen Schlitten des Obersupports 4 0 ist ein Hilfssupport 3 0 montiert; beide zusammen sind gegenüber dem Untersupport 50 bzw. dem Unterteil des Obersupports 4 0 in einer Richtung X verfahrbar. Die Lage des Schlittens des Obersupports 40 wird durch einen weiteren Wegaufnehmer 44 erfasst und fließt als Messwert XH in die Steuereinheit ein.
Der Hilfssupport 30 trägt einen Drückrollenhalter 20, in dem eine Drückrolle 22 rotierbar eingespannt ist. Der Hilfssupport 3 0 ist so auf dem Obersupport 4 0 montiert, dass er relativ zu diesem entlang einer Richtung Q, die parallel zur Richtung X ist, verschiebbar ist.
Zwischen Ober- und Hilfssupport 50, 4 0 kann eine fernbetätigbare Supportverriegelungsvorrichtung 60 vorgesehen sein, mit der eine mechanische Kopplung von Obersupport 4 0 und
Hilfssupport 30 herzustellen ist, beispielsweise für das Drücken von Stahlronden ohne Glättüberlauf.
Der Verschiebeweg des Hilfssupports 3 0 gegenüber dem Obersupport 4 0 in Richtung der Koordinate Q beträgt vorzugsweise 2 bis 5 ram, beispielsweise 3 mm, also in jedem Fall ein Vielfaches der zu erwartenden Dickensprünge im Werkstück, welche durch die Q-Achse auszugleichen sind. Der Verschiebeweg wird von einem Wegaufnehmer 34 erfasst und fließt als Messwert XQ in die Steuereinheit ein.
&iacgr;&ogr; Die Koordinaten X und Q sind an parallel ausgerichteten Achsen definiert. Auch ist die Definition vorzugsweise so vorgenommen, dass eine gleiche Richtung beim Verfahren des Ober- und Hilfssupports 40, 3 0 auch zu gleichen Vorzeichen bei den Messwerten XQ und XH führt.
Der Schlitten des Hilfssupports 30 wird in der dargestellten bevorzugten Ausführungsform durch eine Kolben-Zylinder-Einheit 32 gegenüber dem Obersupport 40 bewegt.
In einer Steuereinheit 200, die schematisch in Fig. 2 abgebildet ist, ist eine Lageregelungseinrichtung 210 für die Lage des bewegten Teils des Untersupports 50 enthalten. Der Steuereinheit 200 wird der Ist-Wert der Lage des bewegten Teils des Untersupports 50 relativ zu seinem Unterteil, das ortsfest auf einem Maschinenenbett befestigt ist, als Z-Koordinate zugeführt. Der Soll-Wert der Lage wird aus einer Speicher- und Recheneinrichtung 250 abgerufen, wo er zuvor beispielsweise durch Ausführen eines Teach-In-Durchlaufs abgelegt worden ist. Der Zugriff der Lageregelungseinrichtung 210 auf die Speicher- und Recheneinrichtung 250 kann über einen schnellen Gerätebus 24 0 oder andere an sich bekannte Verknüpfungseinrichtungen erfolgen. Entsprechend der ermit-
telten Regeldifferenz wird der Antrieb 52 des Untersupports 50 beeinflusst.
Eine weitere Lageregelungseinrichtung 22 0 ist für die Positionierung des bewegten Teils des Obersupports 40 vorgesehen und beeinflusst den Antrieb 42 des Obersupports 40. Der Soll-Wert der X-Koordinate der momentanen Drückrollenposition bei der Koordinate X wird ebenfalls über den Gerätebus 240 von der Speicher- und Recheneinrichtung 250 abgerufen und mit dem Ist-Wert der X-Koordinate verglichen. Dieser Ist-Wert X wird in einer Additionseinrichtung 222 durch Addition der Lageinformationen XQ des Wegaufnehmers 34 des Hilfssupports 3 0 und XH des Wegaufnehmers 44 des Obersupports 40 ermittelt.
Bevorzugt wird der Nullwert der Q-Koordinate in einer Ausgangsstellung des Hilfssupports 30 definiert, in der sich dieser etwa in der Mitte des möglichen gesamten Verfahrwegs gegenüber dem Obersupport 40 befindet. Der Wert XQ nimmt ein negatives Vorzeichen an, wenn der Hilfssupport 30 mit der Drückrolle 22 gegen die Kraft der Kolben-Zylinder-Einheit 32, also vom Drückfutter 2 weg, zurückgedrückt wird und dabei relativ zum Obersupport 40 verschoben wird. Um den Wert von Xq sinkt dann, gleiche Richtungsdefinition vorausgesetzt, das Resultat der Verknüpfung mit dem Wert XH, nämlich die X-Koordinate, die in die Lageregelungseinrichtung 220 einfließt. Es kann sich demnach bei der erfindungsgemäßen Drückmaschine durch die Überbestimmung ein X-Koordinatenwert aus verschiedenen Kombinationen von XH und XQ zusammensetzten. Liegt hingegen ein positives Vorzeichen der Koordinate Xq vor, so ist dies im Betrieb ein Indiz dafür, dass der Hilfssupport 30 dem Obersupport 40 vorauseilt, weil die Drückrolle noch keinen Kontakt mit dem Werkstück 1 oder dem
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Drückfutter 2 hatte, was auf eine lokal zu geringe Wandstärke des Werkstücks 1 hindeutet.
Die Steuereinheit führt entsprechend den gespeicherten Werten aus dem Teach-In eine Lageregelung der Kombination von Hilfs- und Obersupport 30, 40 aus, wobei der Antriebsmotor 42 des Obersupports 4 0 durch die Lageregelungseinrichtung 220 beeinflusst wird. Gleichzeitig kann über die Variation der Druckbeaufschlagung der Kolben-Zylinder-Einheit 32 eine Anpassung der Umformkraft erfolgen, ohne die Wegsteuerung der Drückrolle 20 nachteilig zu beeinflussen.
Nachfolgend wird das Herstellen eines rotationssymmetrischen Werkstücks 1 durch Drückwalzen mit der erfindungsgemäßen Drückmaschine 100 beschrieben:
Zum Einlesen der Werkstückkontur in die Steuerungseinrichtung 2 00 wird die Supportverriegelungsvorrichtung 60 gelöst, so dass der Hilfssupport 30 gegenüber dem Obersupport 40 beweglich ist. Der Hilfssupport 30 wird durch eine Druckbeaufschlagung der zwischen Hilfssupport 30 und Obersupport 40 wirkenden Kolben-Zylinder-Anordnung 32 in eine vordere Ausgangsstellung, also maximal in Richtung des Drückfutters 2, bewegt. Der Wert XQ nimmt ort bei bevorzugter Definition der X-Achse einen positiven Wert an, z.B. +1,5 mm.
Der Druck wird über eine Druckregelungseinrichtung 23 0 innerhalb der Steuereinheit 200 und eine Ventileinheit 36, die vorzugsweise mit elektrischen Druckaufnehmern und elektrisch betätigbaren Druckventilen versehen ist, auf einem vorbestimmten Wert gehalten. Die Ventileinheit 36 kann an sich bekannte Druckrege!vorrichtungen wie Proportionalventile etc. aufweisen.
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Es erfolgt laufend eine automatische Messung der Lage des Hilfssupports 30 relativ zum Obersupport 40 durch den Wegaufnehmer 34. Die Messsignale des Wegaufnehmers 34 des Hilfssupports 30 werden an die Steuereinheit 200 weitergeleitet. Dort werden sie in eine Lageinformation umgewandelt, und die Position des Obersupports 40 wird aufaddiert. Die Summe wird an die Lagereglungseinrichtung 22 0 innerhalb der Steuereinheit 200 weitergeleitet, die die Bahnbewegung der Drückrolle 22 als interpolierte Bewegung aus den kartesisehen Koordinaten von Unter- und Obersupport 50, 40 steuert.
Anschließend wird der Obersupport 40 mitsamt des daran angeordneten Hilfssupports 3 0 in Richtung des Drückfutters 2 verfahren, bis die Drückrolle 22 dieses kontaktiert.
Durch die durch die Steuerungseinheit 2 00 aufgezwungene Vorwärtsbewegung des Obersupports 4 0 wird der Hilfssupport 3 0 beim Kontakt der Drückrolle 20 mit dem Drückfutter 2 gegenüber dem Obersupport 4 0 zurückgeschoben, so dass der Lagewert Xq des Hilfssupports 30 sinkt. Es erfolgt eine Nachführung des Obersupports 4 0 gegenüber dem Hilfssupport 3 0 derart, dass der Hilfssupport 3 0 annähernd seine Mittellage einnimmt, dass also der Lagewert XQ am Nullpunkt innerhalb eines Toleranzbereichs von beispielsweise ± 0,5 mm liegt. Dieser Toleranzbereich ist vorgesehen, um eine schnelle Einregelung der Lage an dem aufgenommenen Punkt der Werkstückkontur zu gewährleisten. Bei der Drückmaschine 100 der Erfindung kann dieses Toleranzband nahezu beliebig gewählt werden und ist tatsächlich nur durch den mechanisch vorgegebenen Verfahrweg des Hilfssupports 3 0 begrenzt.
Die Positionsänderung des Hilfssupports 3 0 wird durch die laufenden Messungen des Wegaufnehmers 34 erfasst und an die
Steuerungseinheit 200 weitergeleitet, wo eine Verrechnung des Messwertes XQ des Hilfssupports 30 mit dem Messwert XH des Messaufnehmers 44 des Obersupports 40 erfolgt. Durch die Rückwärtsbewegung des Hilfssupports 30 gegenüber dem Obersupport 4 0 wird eine Q-Koordinate mit negativem Vorzeichen erzeugt bzw. ein elektrisches Messsignal mit einer negativen Spannung.
Die Genauigkeit der X-Koordinate wird durch ein Toleranzband keineswegs beeinträchtigt, da sich erfindungsgemäß der abzuspeichernde und später wieder abzurufende X-Wert aus der Addition der Lagewerte XH und XQ ergibt. Die Stellung von Hilfs- und Obersupport 30, 40 zueinander ist also unerheblich, solange der Hilfssupport 30 innerhalb des Toleranzbandes eingeregelt ist.
Die X- und Z-Koordinate des Unter- und Obersupports 40, 50 werden als Stützpunkte für die Bahnsteuerung in der Speicher- und Recheneinrichtung 250 der Steuerungseinheit 200 abgespeichert.
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Drückmaschine ist es möglich, während des sogenannten Teach-In, also des Aufnehmens und Speicherns eines von einem Bediener durchgeführten Umformvorgangs, in die Steuereinheit 200 zusätzlich zu den Koordinaten X und Z der Drückrollenposition auch die momentane, von der Drückrolle 22 ausgeübte Kraft durch Messung des Drucks in der Kolben-Zylinder-Einheit 32 während des Teach-In aufzunehmen, in der Speicher- und Recheneinrichtung 250 der Steuereinheit abzuspeichern und später in automatisch ablaufenden Umformvorgängen reproduzierbar wieder abzurufen. Hierzu ist die Kolben-Zylinder-Einheit 32
bzw. die Ventileinheit 3 6 mit einem Drucksensor ausgerüstet, dessen Messsignale in die Steuereinheit 200 einfließen.
Zur Werkstückherstellung wird in an sich bekannter Weise eine Metallronde 1 an das rotierbare Drückfutter 2 angelegt, durch eine Andrückscheibe 3 fixiert und in eine Drehbewegung versetzt. Durch eine einzige Projizierbewegung oder durch mehrere Bewegungen der Drückrolle 22 wird die rotierende Ronde 1 an das Drückfutter 2 angelegt. Die Bewegung der Drückrolle 22 in dieser Phase kann durch an sich bekannte Teach-In-Steuerungseinrichtungen erfolgen, also durch automatisches Abfahren einer zuvor gespeicherten Bewegung eines manuell durchgeführten Drückwalzvorgangs.
Um eine hohe Oberflächengüte bei dem Werkstück 1 zu erreichen, muss ein abschließendes Glätten erfolgen. Hierzu wird durch die Steuerungseinheit 2 00 ein vollständiger Glättüberlauf der Drückrolle 22 mit den erfindungsgemäßen Verfahrensschritten veranlasst:
Zunächst wird, sofern vorhanden und aktiviert, die Supportverriegelungsvorrichtung 60 gelöst, so dass der Hilfssupport 30 gegenüber dem Obersupport 40 parallel verschiebbar ist.
Der Hilfssupport 3 0 wird in eine vordere Ausgangsstellung geschoben. Bei dieser muss es sich nicht zwangsläufig um einen mechanischen Endanschlag, also beispielsweise ein Ende einer Linearführung halten. Wichtig ist lediglich, dass ein relatives Zurückweichen des Hilfssupports 3 0 gegenüber dem Obersupport 40, von dem Drückfutter 2 weggerichtet, möglich ist.
Der Wert der Q-Koordinate bzw. des Messwerts XQ des Hilfssupport s 3 0 wird zu dem gemessenen Weg bzw. dem Messwert XH
des Obersupports 40 addiert und die Summe als X-Koordinate der Drückrollenposition laufend an die Lageregelungseinrichtung 220 für die X-Achse weitergeleitet. Dort erfolgt ein Vergleich mit der abgespeicherten Werkstückkontur anhand der in der Speicher- und Recheneinrichtung 250 hinterlegten Daten und gegebenenfalls eine Nachregelung der X-Achse. Auch die Momentanwerte der Z-Achse werden laufend durch die Lageregelungseinrichtung 210 mit den Soll-Vorgaben aus der Speicher- und Recheneinrichtung 250 verglichen und gegebenenfalls eine entsprechende Nachführung veranlasst.
Trifft die Drückrolle 22 auf das Werkstück 1, so wird der Drückrollenhalter 2 0 mit dem Hilfssupport 3 0 gegen die Kraft der Kolben-Zylinder-Einheit 32 zurückgeschoben, wodurch der Wert X0 sinkt.
Ist die lokale Wandstärke zu gering, so wird der Hilfssupport 3 0 nicht weit genug in Richtung seiner Null-Lage zurückgeschoben, so dass folglich der am Obersupport 40 gemessene Weg XH um den Betrag des Wertes Xq des Hilfssupports 3 0 erhöht ist. Eine Vorrangschaltung innerhalb der Steuereinheit 200 kann dafür sorgen, dass zunächst die gespeicherten oder voreingestellten Druckwerte durch die Druckregelungseinrichtung 230 eingehalten werden und erst bei einem zu starken Druckanstieg innerhalb der Kolben-Zylinder-Einheit 32 und einem entsprechend starken Anstieg der Umformkraft der Drückrolle 22 ein Rückzug des Obersupports 40 bis zum Erreichen des Soll-Wertes der X-Koordinate durch die Lageregelungseinrichtung 220 erfolgt.
Damit ist bei einem erfindungsgemäßen Nachglättverfahren mit der Drückmaschine 100 im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen und Verfahren gewährleistet,
dass die Drückrolle 22 auch dann Kontakt zum Werkstück 1 hat
und eine Umformkraft aufbringt, wenn die lokale Wandstärke
des Werkstücks 1 geringer ist als dessen theoretische Soll-Wandstärke .
Ist die lokale Wandstärke des Werkstücks 1 hingegen zu groß, so ist der in die Lageregelungseinrichtung 220 einfließende Wert der X-Koordinate an diesem Punkt kleiner als der SoIl-Wert, da der an dem Obersupport gemessene Weg XH um den Betrag von Xq vermindert ist.
Entsprechend der Vorrangschaltung veranlasst die Lageregelungseinrichtung 22 0 daraufhin eine Nachregelung der Lage des Obersupports 40, um den Soll-Wert der X-Koordinate zu erreichen, wodurch ein Nachdrücken mit der Drückrolle 22 bewirkt und die Wandstärke lokal auf den Soll-Wert reduziert wird, oder aber die Einnahme einer solchen Drückrollenposition, bei der ein vorbestimmter Druck in der Kolben-Zylinder-Einheit 32 und damit eine vorbestimmte Umformkraft an der Drückrolle 22 gehalten wird.
Der Druck sollte bei einem Glättüberlauf 1,8 bis 2,5 bar betragen, bezogen auf einen Kolbendurchmesser von 4 0 mm und bei Umformung einer Aluminium-Ronde. Bei einem Drückfutter 2, das mit einem eingeprägten Offset-Muster versehen ist, beträgt der Druck vorzugsweise bis 5 bar, um den Werkstoff in die feinen Rillen des Musters am Futter einzudrücken.
Claims (4)
1. Drückmaschine (100) mit dadurch gekennzeichnet,
- einem Drückfutter (2),
- einem in wenigstens zwei Koordinatenrichtungen (X, Z) verfahrbaren Drückrollen-Kreuzsupport (10) mit Obersupport (40) und Untersupport (50), die jeweils wenigstens mit einer Antriebsvorrichtung und einem Wegaufnehmer versehen sind,
- mindestens einer Drückrolle (22), die an einem Drückrollenhalter (20) gehaltert ist, der mit dem Obersupport (40) über einen Hilfssupport (30) verbunden ist und in einer Richtung Q parallel zum Obersupport (40) verschiebbar ist, und mit
- einer Steuereinheit (200),
- dass der Hilfssupport (30) mit dem Obersupport (40) über eine Kolben-Zylinder-Anordnung (32) verbunden ist;
- dass zwischen dem Hilfssupport (30) und dem Obersupport (40) ein Wegaufnehmer (34) vorgesehen ist, mit dem die Position des Hilfssupports relativ zum Obersupport als elektrisches Meßsignal aufnehmbar und an die Steuereinheit weiterleitbar ist; und
- dass die Steuereinheit eine Additionseinrichtung (222) enthält, in der die Messsignale des Wegaufnehmers (34) des Hilfssupports (30) und die Messsignale des Wegaufnehmers (44) des Obersupports (40) addierbar und durch welche die so erhaltene Summe der Messwerte als X- Koordinate an eine Lageregelungseinrichtung (220) für den Obersupport (40) weitergeleitet wird.
2. Drückmaschine (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wegaufnehmer (34) ein absoluter Wegaufnehmer ist, der unabhängig von seiner Stellung im Einschaltzustand einen der Stellung des Hilfssupports (30) relativ zum Obersupport (40) entsprechenden Messwert erzeugt.
3. Drückmaschine (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine fernbetätigbare Supportverriegelungsvorrichtung (60) vorgesehen ist, mit der in wenigstens einer Riegelposition eine lösbare Verbindung des Hilfssupports (30) mit dem Obersupport (50) herstellbar ist.
4. Drückmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfssupport (30) gegenüber dem Obersupport (50) um 2 bis 5 mm verschiebbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE20122011U DE20122011U1 (de) | 2001-08-25 | 2001-08-25 | Drückmaschine mit Hilfssupport |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001141783 DE10141783A1 (de) | 2001-08-25 | 2001-08-25 | Drückmaschine mit Hilfssupport |
| DE20122011U DE20122011U1 (de) | 2001-08-25 | 2001-08-25 | Drückmaschine mit Hilfssupport |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE20122011U1 true DE20122011U1 (de) | 2003-11-13 |
Family
ID=29585293
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP3398698A1 (de) * | 2017-05-05 | 2018-11-07 | Leifeld Metal Spinning AG | Verfahren und vorrichtung zum inkrementellen umformen eines metallischen werkstücks |
-
2001
- 2001-08-25 DE DE20122011U patent/DE20122011U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP3398698A1 (de) * | 2017-05-05 | 2018-11-07 | Leifeld Metal Spinning AG | Verfahren und vorrichtung zum inkrementellen umformen eines metallischen werkstücks |
| WO2018202336A1 (de) * | 2017-05-05 | 2018-11-08 | Leifeld Metal Spinning Ag | Verfahren und vorrichtung zum inkrementellen umformen eines metallischen werkstücks |
| EP3398698B1 (de) | 2017-05-05 | 2019-08-07 | Leifeld Metal Spinning AG | Verfahren und vorrichtung zum inkrementellen umformen eines metallischen werkstücks |
| US11072012B2 (en) | 2017-05-05 | 2021-07-27 | Leifeld Metal Spinning Ag | Method and device for incremental forming of a metal workpiece |
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