DE2013109B2 - Steuervorrichtung für den motorischen Drehantrieb einer Honmaschine - Google Patents
Steuervorrichtung für den motorischen Drehantrieb einer HonmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Steuervorrichtung für den motorischen Drehantrieb einer Honmaschine
zum Bearbeiten von Bohrungen oder zylindrischen Außenflächen von Werkstücken, bestehend aus einer
Drehmoment-Meßeinrichtung für das Widerstandsmoment zwischen Werkzeug und Werkstück und aus
einer mit der Meßeinrichtung gekuppelten, beim Erreichen eines voreinstellbaren, oberen Grenzwertes
des Widerstandsmomentes ansprechenden Schalteinrichtung zum Ändern des Drehantriebes des
Werkzeuges.
Bei einer bekannten Honmaschine ist die Steuervorrichtung so ausgebildet, daß bei Erreichen des
oberen Grenzwertes des Widerstandsmomentes der Drehantrieb des Werkzeuges stillgesetzt wird (deutsche
Offenlegungsschrift 1915 528). Ferner ist die Steuervorrichtung so ausgebildet, daß das Widerstandsmoment
unterhalb des oberen Grenzwertes dadurch gehalten werden kann, daß das Nachstellen
des Werkzeuges in Abhängigkeit vom Bearbeitungsfortschritt entsprechend langsam erfolgt. Die Drehrichtung
des Honwerkzeuges ist bei dieser Honmaschine jedoch stets gleich.
Bei einer Honmaschine, bei welcher die Drehrichtung des Werkzeuges stets gleich ist, ergibt sich
eine Erhöhung des Widerstandsmomentes zwischen Werkstück und Werkzeug nicht nur durch eine
gegenüber dem Bearbeitungsfortschritt größere Nachstellung bzw. Dehnung des Werkzeuges, sondern
vor allem auch dadurch, daß das Werkzeug bzw. dessen Schneidkörner abstumpfen und deshalb ein
höheres Widerstandsmoment verursachen. Ist dieses Widerstandsmoment durch entsprechende Abnutzung
des Werkzeuges genügend groß, kann es vorkommen, daß es bereits dann den oberen Grenzwert erreicht,
wenn am Werkstück nur ein äußerst geringer oder
aar kein Werkstoff-Abtrag stattfindet; in diesem Fall
ist durch c'ie Konstanz des Widerstandsmomentes eine weitere Bearbeitung des Werkstüceks praktisch
nicht möglich.
Bei einer anderen bekannten Honmaschine (deut-
sehe Patentschrift 654 696) ist zwar eine Umkehr
der Drehrichtung des Werkzeuges vorgesehen, die jedoch an jedem Hubumkehrpunkt der axial hin-
und hergehenden Bewegung, d.h. ausschließlich in Abhängigkeit von der Anzahl der Axialhube erfolgt
Durch den häufigen, an jedem Hubende stattfindenden Drehrichtungswechsel stumpfen die Schneidkörner
in beiden Dreh-Schneidrichtungen annähernd gleichzeitig und gleichmäßig ab, so daß auch durch
den jeweiligen Drehrichtungswechsel keine Verbes-
serung der Schneidleistung zu erwarten ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Steuervorrichtung für den motorischen Drehantrieb
einer Honmaschine zu schaffen, mit welcher auf einfache Weise das Abstumpfen des Werkzeuges
a5 erfaßt und bei Erreichen eines vorbestimmten Grenzwertes
ohne besonderen Nachschärfvorgang die Bearbeitungsleistung wieder erhöht werden kann.
Dies wird bei einer Steuervorrichtung der eingangs beschriebenen Art gemäß der Erfindung dadurch
erreicht, daß die Schalteinrichtung zur widerstandsmomentabhängigen,
an sich bekannten Umkehrung der Drehrichtung des Werkzeuges als Drehrichtungs-Umkehrschalter
ausgebildet ist. Die Umkehr der Drehrichtung wird beim Erfindungsgegenstand aus-
schließlich in Abhängigkeit vom Widerstandsmoment zwischen Werkstück und Werkzeug vorgenommen,
da dieses Widerstandsmoment eine Funktion der abflachenden Abnutzung der Schneidkörner und deshalb
der Abstumpfung des Werkzeuges ist. Durch
die Umkehr der Drehrichtung des Honwerkzeuges nach Erreichen eines vorbestimmten Widerstandsmomentes werden neue, durch das Abstumpfen bei
der vorangegangenen Drehrichtung erzeugte Schneidkanten in Bearbeitungseingriff gebracht, wodurch die
Standzeit, die Zerspanungsleistung und die Bearbeitungsgenauigkeit wesentlich erhöht werden. Der
Grenzwert des Widerstandsmomentes, bei welchem die Drehrichtung umgekehrt wird, ist einerseits von
dem zu bearbeitenden Werkstoff und andererseits von dem zur Herstellung des Honwerkzeuges verwendeten
Material abhängig und kann als Erfahrungswert schon nach kurzer Betriebszeit festgelegt
werden. Die erfindungsgemäße Ausbildung eignet sich insbesondere für Honwerkzeuge mit Diamantschneidleisten.
Gemäß der Erfindung wird ferner eine derart niedrige Einstellung des Ansprechwertes der Meßeinrichtung
bzw. der Schalteinrichtung vorgeschlagen, daß während eines Bearbeitungsvorganges die Drehrichtung
mindestens zweimal, vorzugsweise mehrmals, gewechselt wird, wodurch eine besonders
gleichmäßige Abnutzung des Honwerkzeuges und eine hohe Bearbeitungsgenauigkeit erreicht werden, da die
zwischen Werkzeug und Werkstück auftretenden Widerstandsmomente verhältnismäßig klein gehalten
werden.
Bei einer sehr einfachen Ausführungsform ist die Meßeinrichtung als Drehmoment-Meßnabe ausge-
3 4
bildet, die eine kompakte und geschützte Ausbildung sehen Steuerschrank der Honmaschine 1 unterge-
der Steuervorrichtung sowie eine nachträgliche ein- bracht ist, ein Signal an eine Schalteinrichtung 13
fache Umrüstung bereits vorhandener Honmaschinen liefert, die als Drehrichtungs-Umkehrschalter ausge-
ermöglicht. bildet ist und im Versorgungsstromkreis des Ge-
Ferner hat diese Ausbildung den Vorteil, daß die 5 triebemotors Il liegt.
Drehmoment-Meßnabe in einfacher Weise zwischen Wie in Fig. 2a und 2b in übertrieben großem
die Antriebsspindel und eine das Werkzeug tragende Maßstab gezeigt, stellt sich durch das auftretende
Werkzeugstange eingeschaltet sein kann, wodurch Widerstandsmoment bei einer durch den Pteil 15
eine unmittelbare und deshalb mit hoher Genauig- angedeuteten Drehrichtung des Werkzeuges ein
keit arbeitende Verbindung zwischen der Dreh- io Halter 16 des Werkzeuges mit einer Schneidleiste 17
moment-Meßeinrichtung und dem Werkzeug erreicht infolge des unvermeidlichen, immer vorhandenen
werden kann. Passungsspiels leicht schräg ein. Betrachtet man ein
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich einzelnes Schneidkom 18 der Schneidleiste 17, wie
aus dem nachstehend beschriebenen und in der es in den Fig. 2a, 2b und 2c zur besseren Deutlich-
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel Es 15 keit stark vereinfacht dargestellt ist, so erkennt man,
zeigt daß das Schneidkom im Laufe der Bearbeitung eine
F i g. 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Abflachung 19 erfährt; dies hat zur Folge, daß das
Honmaschine und der zugehörigen Teile, Korn kaum noch schneidet und deshalb stärker
F i g. 2a, 2b, 2c eine schematische, stark vergrö- drückt. Dies verursacht ein ständig wachsendes
ßerte Darstellung eines einzelnen Schneidkorns in ao Widerstandsmoment bei kleiner werdendem Abtrag
drei verschiedenen Phasen. bis zu demjenigen Zei5./unkt, an welchem das
Die in Fig. 1 dargestellte Honmaschine 1 hat Schneidkom 18 den auftretenden Kräften nicht mehr
einen geschweißten Ständer 2 mit zwei vertikalen gewachsen ist und zersplittert oder ganz aus der
Führungen 3. Ein Schlitten 4 läuft in den Führun- Bindung ausbricht und dabei Platz für ein neues
gen 3 in Richtung auf eine Haltevorrichtung 5 auf »j Schneidkom schafft.
und ab. Die Haltevorrichtung 5 dient zur Aufnahme Durch die Meßeinrichtung 12 wird nun aber ge-
eines Werkstückes 6 und ist auf einen Maschinen- maß der Erfindung bei einem Widerstandsmoment
tisch 7 fest aufgespannt. weit unterhalb desjenigen Wertes, bei welchem das
Im Schlitten 4 ist eine Arbeitsspindel 8 drehbar Korn bricht, der Antriebsmotor 11 zunächst ausgegelagert,
die mit einer Werkzeugstange9 verbunden 3» schaltet und dann sofort auf die in Fig. 2c mit dem
ist, welche an ihrem unteren Ende ein als Hrnwerk- Pfeil 14 angedeutete Gegendrehrichtung umgeschalzeug
ausgebildetes Werkzeug 10 trägt, das zur Fein- tet. Der Richtungswechsel bewirkt ein Umkippen des
bearbeitung einer Längsbohrung im Werkstück 6 Halters 16 innerhalb seines Passungsspiels. Dann
dient. Das Werkzeug 10 wird durch einen als Antrieb kommt die scharfe Kante 20 der dachförmigen Abvorgesehenen
Getriebemotor 11 in Umlauf versetzt. 35 flachung 19 zur Wirkung und übernimmt den Schneidin
der Verbindung zwischen der Antriebsspindel 8 Vorgang, wobei infolge der schärferen Schneide dann
und der Werkzeugstange 9 ist erfindungsgemäß eine das Widerstandsmoment wieder kleiner ist und der
Meßeinrichtung 12 in Form einer Drehmoment-Meß- Materialabtrag erheblich größer wird,
nabe Zwischengeschäfte', welche das während der Hierdurch wird der Vorteil einer wesentlich Bearbeitung auftretende Widerstandsmoment mißt 40 höheren Abtragsleistung bei optimaler Ausnutzung und beim Erreichen eines bestimmten, voreingestell- des Schneidkorns erzielt. Außerdem wird eine Verten Grenzwertes über einen angeschlossenen, nicht kürzung der je Werkstück erforderlichen Bearbeidargestellten Meßverstärker, der in einem elektri- tungszeit erreicht.
nabe Zwischengeschäfte', welche das während der Hierdurch wird der Vorteil einer wesentlich Bearbeitung auftretende Widerstandsmoment mißt 40 höheren Abtragsleistung bei optimaler Ausnutzung und beim Erreichen eines bestimmten, voreingestell- des Schneidkorns erzielt. Außerdem wird eine Verten Grenzwertes über einen angeschlossenen, nicht kürzung der je Werkstück erforderlichen Bearbeidargestellten Meßverstärker, der in einem elektri- tungszeit erreicht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Steuervorrichtung für den motorischen Drehantrieb einer Honmaschine zum Bearbeiten
von Bohrungen oder zylindrischen Außenflächen von Werkstücken, bestehend aus einer Drehmoment-Meßeinrichtung
für das Widerstandsmoment zwischen Werkzeug und Werkstück und aus einer mit der Meßeinrichtung gekuppelten,
beim Erreichen eines voreinstellbaren, oberen Grenzwertes des Widerstandsmomentes ansprechenden
Schalteinrichtung zum Ändern des Drehantriebes des Werkzeuges, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schalteinrichtung (13) zur widerstandsmomentabhängigen, an sich
bekannten Umkehrung der Drehrichtung des Werkzeuges (10) als Drehrichtungs-Umkehrschalter
ausgebildet ist.
2. Steuervorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch eine derart niedrige Einstellung des An&prechwertes der Meßeinrichtung (12)
bzw. der Schalteinrichtung (13). daß während eines Bearbeitungsvorganges die Drehrichtung
mindestens zweimal, vorzugsweise mehrmals, gewechselt wird.
3. Steuervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung
(12) als Drehmoment-Meßnabe ausgebildet ist.
4. Steuervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehmoment-Meßnabe
(12'· zwischen die Antriebsspindel (8) und eine das Werkzeug (10) tragende Werkzeugstange
(9) eingeschaltet ist.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
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| FR7108706A FR2083405B1 (de) | 1970-03-19 | 1971-03-12 | |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19702013109 DE2013109C3 (de) | 1970-03-19 | 1970-03-19 | Steuervorrichtung für den motorischen Drehantrieb einer Honmaschine |
Publications (3)
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|---|---|
| DE2013109A1 DE2013109A1 (de) | 1971-09-30 |
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| DE2013109C3 DE2013109C3 (de) | 1975-03-13 |
Family
ID=5765572
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (3)
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Families Citing this family (3)
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| RU2252140C1 (ru) * | 2004-02-17 | 2005-05-20 | Калининградский государственный технический университет | Роторная установка для сверления янтарных изделий |
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1970
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1971
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- 1971-04-19 GB GB1290124D patent/GB1290124A/en not_active Expired
Also Published As
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|---|---|
| GB1290124A (de) | 1972-09-20 |
| DE2013109A1 (de) | 1971-09-30 |
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| DE2013109C3 (de) | 1975-03-13 |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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