DE2014653C3 - Verfahren zur Gewinnung von reinen Aromaten - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von reinen Aromaten

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DE2014653C3 DE19702014653 DE2014653A DE2014653C3 DE 2014653 C3 DE2014653 C3 DE 2014653C3 DE 19702014653 DE19702014653 DE 19702014653 DE 2014653 A DE2014653 A DE 2014653A DE 2014653 C3 DE2014653 C3 DE 2014653C3
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von reinen Aromaten aus Gemischen mit Paraffinen und bzw. oder Naphthenen durch selektive Extraktion oder Extraktivdestillation.
Die steigende Nachfrage der modernen Technik nach niedrigsiedenden aromatischen Kohlenwasserstoffen
kann nicht mehr aus der bisher allgemein üblichen Quelle, dem Steinkohlenteer, gedeckt werden. Man ist deshalb dazu übergegangen, andere technische Kohlenwasserstoffgemische, die diese Aromaten enthalten, zu deren Gewinnung mit heranzuziehen. Solche technischen Kohlenwasserstoffmischungen treten beispielsweise beim Schwelen oder Hydrieren von Braunkohle oder beim Reformieren natürlicher oder synthetischer Benzine auf.
Auf Grund der steigenden Bedeutung aromatischer Kohlenwasserstoffe für die chemische Industrie wurden in der Vergangenheit zahlreiche Verfahren zur Gewinnung solcher Substanzen aus Vielstoffgemischen organischer Verbindungen entwickelt. Neben der früher bevorzugten Methode der Fein- bzw. Azeotropdestillation sowie auch Kristallisations- und Adsorptionsmethoden haben sich in letzter Zeil Extraktionsverfahren unter jo Verwendung selektiver Lösungsmittel im industriellen Maßstäbe durchgesetzt.
Auf Grund dieser Entwicklung ist es nicht überraschend, daß für die Isolierung von aromatischen Kohlenwasserstoffen aus solchen Vielstoffgemischen zahlreiche Lösungsmittel bekannt sind, die sich durch hohe Selektivität, b-ihe Kapazität, niedrige Löslichkeit des Lösungsmittels in der Raffinatphasc, hohe Dichte, niedrige Viskosität, hohe Siedepunktdifferenz gegenüber den zu isolierenden aromatischen Kohlenwasserstoffen und hohe thermische und chemische Beständigkeit auszeichnen.
Als geeignete Lösungsmittel sind z. B. bekannt:
Diäthylenglykol, Triäthylenglykol, Propylencarbonat, l.l-Dioxi-telrahydrothiophen, N-Methylpyrrolidone. Monomethylformamid, Dimethylformamid. Dimethylacetamid. Butyrolacton. Morpholin, Piperazine, Dimethylsulfoxyd, Furfurol. Kctodioxane und Mono-, Di-, Tri-Äthanolamine. Es ist auch bekannt. f-Caprolactam als selektives Lösungsmittel zur Aromatenextraktion zu verwenden.
Diese Lösungsmittel unterscheiden sich voneinander oft beträchtlich hinsichtlich der Eigenschaften, die von einem idealen Lösungsmittel erwartet werden, wobei zumeist Lösungsmittel mit hoher Selektivität durch eine geringe thermische und chemische Stabilität ausgezeichnet sind. Andererseits haben Lösungsmittel mit hoher thermischer und chemischer Stabilität zumeist nur eine geringe Selektivität
Es ist auch bekannt, bei Lösungsmitteln mit hoher Kapazität, die oft durch eine große thermische Stabilität gekennzeichnet sind, durch Anwendung von Hilfslösungsmitteln eine Selektivitätscrhöhung herbeizuführen. Als Hilfslösungsmittel haben sich Wasser. Glykol, Diäthylenglykol und andere kettenförmige Verbindungen mit einer oder mehreren Hydroxylgruppen bzw. in Kombination mil Aminogruppen bewährt.
Bei der Anwendung solcher Lösungsmittelkombinationcn kommt jedoch der chemischen Stabili;5i des Lösungsmittelgemisches eine erhöhte Bedeutung zu, da die Wechselwirkung von Wasser oder anderen hydroxylhaltigen Verbindungen mit den Primärlösungsmiucln oft zu chcnrschcn Veränderungen dieser Substanzen führt bzw. Korrosionen in mehr oder minder starker Form hervorruft Die Folge davon ist daß technische Anlagen in ihrer Gisamtheit oder in besonders gefährdeten Anlagcnteilen aus speziell legierten Wandmaterialien gefertigt werden müssen. Eine sich dadurch zwangsläufig einstellende Verteuerung der Anlagcnkostcn ist offensichtlich.
Zweck der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und ein Verfahren zur Gewinnung von reinen Aromaten aus Gemischen mit Paraffinen und bzw. oder Naphthenen durch selektive Extraktion oder Extraktivdestillation mit geeigneten Lösungsmitteln zu entwickeln.
Es bestand daher die Aufgabe, ein Lösungsmittel bzw. Lösungsmittelgemisch zu finden, das bei gleichzeitig guter Kapazität oder guter Selektivität zugleich chemisch stabil ist und — auch im Gemisch mit Hilfslösungsmil-μί teln - wesentlich weniger korrodierend wirkt.
Das Verfahren der Erfindung zur Gewinnung von reinen Aromaten aus Gemischen mit Paraffinen und bzw. oder Naphthenen durch selektive Extraktion oder Extraktivdestillation unter Verwendung eines selektiven Lösungsmittels in reiner Form oder gemischt mit einem Hilfslösungsmittel ist dadurch gekennzeichnet, daß man als Lösungsmittel entweder a) N-Methyl-i-caprolaclam oder Cyanalkyl-i-caprolactamc allein oder b) N-A!kyl-ftö caprolactamc mit einem Alkylrest von I bis 4 C-Atomen oder Cyanalkyl-f-caprolactamo im Gemisch mit Wasser. Glykol. Diäthylglykol oder anderen kettenförmigen Verbindungen mit einer oder mehreren I lydroxylgruppen bzw. in Kombination mit Aminogruppen einsct/.t.
Die Verwendung von Lösungsmitteln im Gemisch isl zweckmäßig /ur Erhöhung der Selektivität, besonders
geeignet als Hilfslösungsmittel ist Wasser, das man in Anteilen bis zu 50 Vol.-%, vorzugsweise von 15 bis 40 Vol.-%, bezogen auf das Lösungsmittelgemisch, einsetzt
Mit Vorteil eingesetzte Hilfslösungsmittel sind auch kettenförmige. Hydroxylgruppen enthaltende Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise Äthylenglykol. Dabei beträgt der Anteil an Glykol bis zu 70 Vol.-%, bezogen auf das Lösungsmittelgemisch.
Eine sehr geeignete Lösungsmittelkombination stellt ein Lösungsmittelgemisch aus N-Mcthyl-f-caprolaciam und Wasser oder Äthylenglykol dar.
Um eine an sich bekannte Grundforderung an Flüssig-Flüssig-Extraktionsmittel zu erfüllen, nämlich die Existenz einer sog. Mischungslücke, kann es zur optimalen technischen Durchführung sogar notwendig werden, die erforderliche Mischungslücke im System Aromat-Paraffin-Extraktionsmittel durch Verwendung eines Hilfslösungsmittels variabel einzustellen. Während sich reines N-Methyl-t-caprolactam beispielsweise zur Trennung von mehrkernigen Aromaten oder von Cg- bis Cio-Aromaten von nicht aromatischen Kohlenwasserstoffen im gleichen Siedebereich unmittelbar eignet, würde die Trennung von BTX-Aromaten ohn-j Hilfslösungsmittel nur unterhalb Zimmertemperatur möglich sein.
Geeignete Ausgangsprodukte für die Gewinnung reiner aromatischer Kohlenwasserstoffe sind die im technischen Maßstab in großen Mengen anfallenden Reformatbenzine, Pyrolysekondensatfraktionen, Crackbenzine, geeignete Fraktionen des Flüssiganfalles der Verkokung von Braunkohlen oder Steinkohlen und Hydrierprodukte der Erdöl- oder Teerverarbeitung.
Die Ausgangsprodukte können auch in bekannter Weise, beispielsweise durch katalytisch hydrierende Raffination, gereinigt cder mit Bleicherde oder anderen bekannten Mitteln vorbehandelt sein. Um eine unnötige Belastung der Extraktionsapparatur zu vermeiden, ist es von Vorteil, das Kohlenwasserstoffgemisch vor seinem Einsatz auf den Siedebereich der gewünschten Aromaten zu beschränken. Man wird also zweckmäßigerweise die unterhalb von etwa 70"C und die oberhalb etwa 1600C siedenden Bestandteile des Gemisches durch Destillation vorher entfernen.
Die einfachste Form zur Durchführung der Extraktion ist das allgemein übliche Verfahren der Flüssig-Flüssig-Extraktion in Extraktionssäulen, jedoch kann auch an die Stelle einer Säule eine Serie Rührgefäße mii dazwischenliegenden Trenngefäßen treten, die im Gegenstrom betrieben werden. Die Anwendung des erfindungsgemäßen Lösungsmittels beschränkt sich nicht auf eine bestimmte technologische Ausführungsform, sondern ist im Prinzip für alle an sich bekannten Verfahrensdurchführungen zur Extraktion und bzw. oder Extraktivdestillation geeignet
Die Extraktion mit den erfindungsgemäßen Lösungsmitteln kann bei normaler oder auch bei mäßig erhöhter Temperatur durchgeführt wurden. Tie Wirksamkeit der Extraktion läßt sich in an sich bekannter Weise noch erhöhen, indem durch Rückführung eines Teils der im Prozeß anfallenden reinen Aromaten eine Verstärkung herbeigeführt wird, wodurch sich die f einheit der zu isolierenden Aromatengemische vergrößert. Zur Verbesserung der Extraktionsergebnisse geeignet ist auch der zusätzliche Einsatz eines möglichst deutlich außerhalb des Siedebereiches der zu gewinnenden Aromaten siedenden, mit dem Lösungsmittel nicht mischbaren und sich in ihm wenig oder nicht lösenden Gegenlösungsmittcls oder die Anwendung eines aus Aromaten und Nichtaromaicn bestehenden gemischten Rücklaufs.
Die erhaltenen Extrakte, bestehend aus dem Lösungsmittelgemisch und Aromaten, werden in bekannter Weise destillativ getrennt, wobei das Lösungsmittel stets in den Extraktionsprozeß zurückgeführt wird. Das gewonnene Aromatcngemisch kann durch weitere destillative Behandlung in die reinen Individuen zerlegt werden. Die hauptsächlich aus Nichlaromaten bestehenden Raffinate können nach Entfernung der in geringem Maße gelösten Lösungsmittclmengen, beispielsweise durch eine Wasserwäsche, verschiedenen Verwendungszwecken zugeleitet werden. Es kann auch vorteilhaft sein, daß zur Auftrennung der eingesetzten Gemische aus Aromaten und Nichtaromatcn in prinzipiell bekannter Weise Kombinationen von Flüssig-Flüssig-Extraktion und Extraktivdestillation angewandt werden.
Die erfindungsgemäßen Lösungsmittel zeichnen sich besonders durch eine hohe thermische Stabilität sowie durch eine ebenso große chemische Beständigkeit in Gegenwart von Wasser bzw. Glykol oder anderen Hydroxylgruppen enthaltenden kettenförmigen Verbindungen aus. Gleichzeitig ist die äußerst geringe Korrosionswirkung hervorzuheben.
So konnte z. B. nach einer 28lägigen Einwirkung von N-Methyl-f-caprolactam-Wasser-Gemischen bei 1000C auf Kesselblech (C 15) die linear pro Jahr zu erwartende Korrosion ermittelt und mit den Werten für unter gleichen Bedingungen untersuchte bekannte wasserhaltige Lösungsmittelgemische verglichen werden.
Es wurden folgende Werte gefunden: Exlrakliunsmittel Angriff in mm/jahr Bemerkung
1. N-Methyl-f-caprolactam 25% H2O
2. N-^-CyanäthylJ-i-caprolactam 20% H2O
3. N-Methylpyrrolidon 25% H2O
4. Monomethylformamid 10% H2O
leichte punktförmige Korrosion punktförmige Korrosion starker Flächenangriff
Flächenangriff und starke narbige Korrosion
Die hohe chemische Beständigkeit sowie die damit verbundene außerordentlich niedrige Korrosivität stellen einen wesentlichen Vorteil der erfindungsgemäßen Lösungsmittel dar.
Die physikalischen Eigenschaften z. B.
N-Methyl-e-caprolactam:
K.p.,0 105 bis 1060C bzw. Kp.76o 235°C;
Dichte of 1,0154; Brechung n£ 1,4810;
N-Äthyl-f-canrolactam:
Kp.,5 123 bis 124°C;d?0,986;/7i? 1,4775;
N-Iß CyanäthylJ-e-caprolactam:
K.p.o.4 140 bis 142oC;ni? 1,4895.
Insbesondere ihre hohen Siedepunkte machen sie anpassungsfähig an variable Aufgabenstellungen und ermöglichen eine glatte destillative Abtrennung der extrahierten Aromaten.
Die genannten Substanzen zeichnen sich ferner durch eine hohe Aromatenkapazität und eine in Abhängigkeit vom Hilfslösungsmittelzusatz stark zunehmende Selektivität aus.
Vorteilhaft ist ferner, daß die erfindungsgemäßen Lösungsmittel auf der Rohstoffbasis von i-Caprolactam, f-Caprolacton, Cyclohexanon sowie Alkohole, Alkylamine, Acrylnitril oder Äthylenoxid leicht -zugänglich und biüig herzustellen sind.
Die Vorteile des N-substituierten f-Capr'; lactams gegenüber dem unsubstituierten t-Caprolactai.i führen zu folgenden Wirkungen im technischen Aromatenextraktionsverfahren:
— Geringere Lösungsmittelverluste, da eine Polymerisation nicht stattfindet und das N-substituierte e-Caprolactam weitaus chemisch stabiler ist
— Vermindertes Verhältnis Lösungsmittel zu Einsatz-Kohlenwasserstoffgemisch, da das System mit dem N-substituierten t-Caprolactam über eine höhere Aromatenkapazität verfügt. Das bewirkt eine deutliche Verminderung der laufenden Betriebskosten und somit eine Verbesserung der Ökonomie des Verfahrens.
— Längere Haltbarkeit der aus Normalstahl konstruierten Anlageteile auf Grund der verminderten Korrosionswirkung.
— Verringerter apparativer Aufwand im Extraktionsieil auf Grund des durch die geringere Viskosität bedingten verbesserten Stoffaustausches.
— Leichtere Handhabbarkeit des Lösungsmittels auf Grund des niedrigeren Erstarrungspunktes.
Beispiel 1
Ein Gemisch, bestehend aus 50 Vol.-% Benzol und 50 Vol.-% η-Hexan, wurde mit dem vierfachen Volumen
eines Gemisches aus 75% N-Methyl-f-caprolactam und 25% Wasser bei Zimmertemperatur intensiv durchgemischt. NfaCh 30minütiger Behandlung wurden die sich rasch bildenden zwei Phasen getrennt und die Benzol- und Hexan-Verteilung auf beide Phasen analytisch ermittelt. Die Verteilung wird in der nachfolgenden Tabelle wiedergegeben.
Wie auch in den folgenden Tabellen bezichen sich die Prozentgehalte unter a) slcls auf d'c eingesetzten Kohlenwasserstoff-Volumina, die Volumcn-Prozentgehalte unter b) geben den absoluten Anteil in den losungsmittelfreien Phasen wieder.
Raffinat Extrakt
Hexan Benzol Hexan Benzol
> Vol.-%b> %a> Vol.-%b> %») Vol.-o/o1') %a> Vol.-%b>
83,4 743 24,6 25,7 16,6 18,1 75,4 82,0
Beispiel 2
Ein Gemisch aus Benzol und η-Hexan gemäß Beispiel I wurde mit dem vierfachen Volumen eines Gemisches aus 60% N-Methyl-f-caprolactam und 40% Glykol bei Zimmertemperaturen geschüttelt.
Die Verteilung der Kohlenwasserstoffe auf Extrakt- und Raffinatphase ergab sich wie folgt:
Raffinat F.xlrakl
Hexan Benzol Hexan Benzol
%·') Vol.-°/oh) %a> Vol.-%h> %■■"> Vol.-°/oh> %»> Vol.-%h>
54.0 84.5 19.8 15.5 46,0 33,3 8C,2 6b,8
Beispiel 3
Ein Gemisch aus Benzol und n-liexan gemäß Beispiel I wurde bei Zimmertemperatur mit der vierfachen Volumenmenge eines Gemisches aus 65% N-Äthyl-f-caprolactam und 35% Wasser geschüttelt. Folgende Verteilung der Kohlenwasserstoffe auf Extrakt- und Raffinatphase wurde gefunden:
Raffinat Extrakt Hexan Benzol Hexan Bcn/ol
%■<) Vol.-%h> %») Vol.-»/ub> %») Vol.%1') %») Vol.-%b>
85.4 63,8 45,6 36.2 14,6 19.5 54.4 80,5
Beispiel 4
Gemische aus Benzol und Hexan mil wechselndem Anteil der beiden Komponenten wurden bei 400C mit dem gleichen Volumen an N-fjo'-CyanuthylJ-^-eaprolactam wie in Beispiel i behandelt. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse:
lünsatzgeinisch
Benzol I lexan
80
50
Raffinat
Hexan
Vol..·*»» Benzol Vol.%h> Hxtrakt
Hexan
Vo..-%b> Benzol Vol.-%b>
20
50
97,1
53.3
91.8
75.3
34,5
17,5
8.2
24.7
2.9
46,7
15,2
36.2
65,6
82,5
84.8
63,8
Aus den Beispielen I bis 4 ist das ausgezeichnete Extraktionsvermögxiit der erfindungsgemäßen Lösungsmittel für aromatische Kohlenwasserstoffe ersichtlich. In allen Fällen zeigt sich bei dieser einstufigen Arbeitsweise eine deutliche Anreicherung des Benzols in der Extraktphase und damit die Möglichkeit, bei Anwendung eines Mehrstufenprozesses aromatische Komponenten aus einem Gemisch mit Nichtatomaten selektiv zu extrahieren.
Beispiel 5
In einer Extraktionskolonne üblicher Bauart wurde ein Kohlen Wasserstoffgemisch des Siedebereichs 60 bis 95=C, bestehend aus 58,7% Benzo!, 4,5% Toluol sowie 37,2% paraifinischen und napnincnisehen Niehiäröffiäien, mil einem Lösungsmittelgcmisch aus 70 Vol.-% N-Methyl-f-caprolactam und 30 Vol.-% Wasser extrahiert. Das Einsatzgemisch wurde der Kolonne etwa in der Mitte zugeführt, im oberen Teil der Kolonne trat das Lösungsmittel in etwa vierfacher Volumenmenge ein. bewegte sich im Gegensirom zum aufsteigenden Kohlenwasser- stoff-Gemisch nach unten und reicherte sich dabei mit Aromaten an. Kurz oberhalb der Austrittsstelle für die Extraktphase wurde ein aus einem nichtaromatfrcien Bcnzol-Toluol-Gemisch bestehender Aromatenrücklauf in etwa gleicher Menge wie das Einsalzgemisch zugeführt. Das mit Aromaten beladene Lösungsmittel gelangte in eine Stripperkolonne, in der die Aromaten gemeinsam mit einem Teil des Wassers vom N-Methyl-f-caprolactam abdestilliert wurden. Das durch Kühlung kondensierte Gemisch von Aromaten und Wasser wurde im Abscheider getrennt. Das Aromatengcmisch fiel hierbei in einer Reinheit von über 99% an, es wurde teils durch eine weitere Destillation in Benzol und Toluol aufgetrennt, teils auch als Rücklauf in den Extraktor zurückgeführt. Das aromatenfreie Lösungsmittel wurde durch Zugabe von Wasser wieder auf die ursprüngliche Zusammensetzung eingestellt und gelangte zur erneuten Verwendung zurück in die Extraktionskolonne. Die weitestgehend von den Aromaten befreiten Nichtaromaten wurden am Kopf der Kolonne als Raffinat abgezogen. Das Raffinat enthielt lediglich noch 2% Aromaten und eine geringe Menge (ca. 1 %) an Lösungsmitte!; durch Gegenstroriiwäsche mit Wasser in einer kleinen Exiraktionskolonne wurde das N-Methyl-t-caprolactam herausgelöst und dem in die Kolonne zurückzuführenden Lösungsmittel beigefügt
Beispiel 6
Ein analog wie im Beispiel 5 zusammengesetztes Einsatzgemisch wurde mit der 3,5fachen Volumenmenge eines Gemisches aus 55 Vol.-% N-Methyl-i-caprolactam und 45% Glykol extrahiert, wobei ein aromatenfreies Raffinat entstand. Der Extrakt, welcher noch 14,7% Nichtaromaten enthielt, wurde in eine Destillationskolonne geführt, wobei die noch enthaltenen Nichtaromaten gemeinsam mit einem geringen Teil der Aromaten als Kopfprodukt abgingen, das teils als Rücklauf für die Destillationskolonne diente, teils als Rückfluß in die Extraktionsanlage zurückgeführt wurde. Das Sumpfprodukt der Destillationskolonne war frei von Nichtaromaten und wurde in einer weiteren Kolonne in ein Benzol-Toluol-Gemisch (Kopfprodukt) und aromatenfreies Lösungsmittelgemisch (Sumpf) aufgetrennt. Das Lösungsmittel gelangte zurück in die Extraktionsapparatur, das Benzoi-Toiuoi-Gemisch konnte durch erneute Destination in die reinen Kohlenwasserstoffe zerlegt werden. Bei dieser Verfahrensweise ließ sich praktisch die gesamte Aromatenmenge des Einsatzgemisches in Form der ReinDrodukte isolieren.
Beispiel 7
Ein Gemisch aus 86.5 Masse-% n-Tridccan und 13,5 Masse-% I-Methylnaphthulin wurde bei 200C mil der gleichen Masse an N-Methyl-caprolactam (analog wie in Beispiel 1 beschrieben) einstufig extrahiert. Folgende Verteilung auf Extrakt· und Raffinatphase wurde gefunden:
Raff>'ltphase lixtraktphase
n-Tridccan I-Methylnaphlhaün n-Tridccan 1-Mclhylnaphthalin
•to·» Masse-Vo"' %a> Massc-%b) %;1' Masse-"/oh> %·'> Masse-%"'
67,4 88,7 55,4 11,3 32,6 82.4 44.6 17,6
Beispiel 8
In einer Destillationskolonne üblicher Bauart wurde ein Kohlenwasserstoffgcmisch, bestehend aus 80,5 Mas-
Ise-% aromatischen Kohlenwasserstoffen (davon 1.8% CR-Aromaten; 70,1% G)-Aromatcn;8,6% CiuAromaten) und 19,5 Masse-% nichtaromatischen Kohlenwasserstoffen des gleichen ,Siedebereiches, mit dem 5- bis 7fachen Volumen an N-Mcthyi-e-caproiaciam cxirakiiv ucsiiüic-rt. Die Einspritzung des Kchlenwaxserxloifg'jmü-ches
erfolgte im Mittelteil der Kolonne, das Sclektivlösungsmitlcl wurde im oberen Teil der Kolonne zugeführt. Bei einem Rücklaufverhältnis von 2 : 1 wurde die Extraktivdestillation wegen der hohen Sicdelage des Einsal/produktes unter vermindertem Druck (Kopfdruek etwa 80 Torr) durchgeführt. Als Kopfprodukt fiel ein weitgehend entaromatisiertes, zu mindestens 90% aus Nichtaromatcn bestehendes Kohlenwasserstoffgemisch an; im Sumpf der Extraktivdestillationskolonne wurde ein Gemisch aus N-Methyl-f-caprolactam und weitgehend von Nichlaromaten freien aromatischen Kohlenwasserstoffen erhalten. Dieses Gemisch aus dem Selcktivlösungsmiticl und den extrahierten Aromaten wurde in einer weiteren Destillationskolonne bei einem Kopfdruek von 80 Torr durch Rektifikation in ein zu 99,0 Masse-% aus C8- bis Cio-Aromaten bestehendes Kohlenwasserstoffgemisch (Kopfprodukt) und ein aus dem praktisch von Kohlenwasserstoffen freien Selektivlösungsmittel N-Methyl-f-caprolactam bestehendes Sumpfprodukt aufgetrennt. Das so zurückgewonnene N-Methyl-p-caprolactam wurde
im Kreislauf geführt und wieder in den Oberteil der Extraktivdestillationskolonne eingesetzt. Die Ausbeuten der naoi dieser Arbeitsweise gewonnenen Cg- bis Cio-Aromaten lagen — bezogen auf die im Einsatzprodukt enthaltenen Mengen — bei 96 bis 99%.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Gewinnung von reinen Aromaten aus Gemischen mit Paraffinen und bzw. oder Naphthenen durch selektive Extraktion oder Extraktivdestillation unter Verwendung eines selektiven Lösungsmittels. in reiner Form oder gemischt mit einem Hilfslösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß man als selektive Lösungsmittel entweder a) N-Methyl-t-caprolactam oder Cyanalkyl-f-caprolactame allein oder b) N-Alkyl-i-caprolaciame mit einem Alkylrest von 1 bis 4 C-Atomen oder Cyanalkyl-f-caprolactame im Gemisch mit Wasser, Glykol, Diäthylenglykol oder anderen kettenförmigen Verbindungen mit einer oder mehreren Hydroxylgruppen bzw. in Kombination mit Aminogruppen einsetzt
ίο
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Hilfslösungsmittel Wasser in Anteilen
bis zu 50 Vol.-%, vorzugsweise von 15 bis 40 Vol.-%. bezogen auf das Lösungsmittelgemisch, einsetzt
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Hilfslösungsmittel kettenförmige. Hydroxylgruppen enthaltende Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise Äthylenglykol, in Mengen bis zu 70 VoL-1VO, bezogen auf das Lösungsmittelgemisch, einsetzt
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