DE2017367A1 - Bei hohen Temperaturen gesinterter Formkörper - Google Patents

Bei hohen Temperaturen gesinterter Formkörper

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DE2017367A1 DE19702017367 DE2017367A DE2017367A1 DE 2017367 A1 DE2017367 A1 DE 2017367A1 DE 19702017367 DE19702017367 DE 19702017367 DE 2017367 A DE2017367 A DE 2017367A DE 2017367 A1 DE2017367 A1 DE 2017367A1
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Description

Anmelder: Feldmühle Aktiengesellschaft, Düsseldorf
Anlage zur Eingabe vom 9.April 1970 ■ ..
Bei hohen Temperaturen "gesinterter Formkörper
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines für die Verbindung mit Metallkörpern geeigneten, bei hohen Temperaturen gesinterten Formkörpers auf Basis hochschmelzender Metalloxide, insbesondere Aluminiumoxid, mit Zumischungen vorn Schwermetallen, nämlich Wolfram und/oder Molybdän, die einen schichtweisen Aufbau haben, bei dem in Richtung auf den zu verbindenden Metallkörper hin der Metallgehalt der einzelnen Schichten zunimmt.
Für den Einsatz oxidkeramischer Bauteile, insbesondere in der Elektronik ist die Herstellung, einer allen Ansprüchen genügenden Keramik-Metall-Verbindung häufig eine wesentliche.oder unabdingbare Voraussetzung. Die Anforderungen, die von der Praxis an diese Verbindungen gestellt werden, sind Hochvakuumdichtigkeit und hohe Haftfestigkeit sowie die Beibehaltung dieser Eigenschaften bis zu hohen Temperaturen. Bisher hat man versucht, die genannten Bedingungen durch Anwendung geeigneter Metallislerungs- und Lötverfahren einerseits und durch werkstoffgerechte Konstruktionen andererseits zu erfüllen, beispielsweise durch das im Laufe der letzten Jahrzehnte entwikkelte Mangan-Molybdän-Verfahren nimmt die Metallisierbarkeit der Keramik mit steigendem AlpCU-Gehalt ab. Das Mangan-Mo lyb-: dän-Verfahren ist im allgemeinen bis zu einem ΑΙρΟ-,-Gehalt von 97 % und bis zu einer Löttemperatur von HOO0C mit guten Bfolg anwendbar. Die im Durchschnitt.erreichbaren Haftfestigkelten liegen in der Serie zwischen 8 und 10 kp/mm .
ι - ο
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Die so erreichbaren Metall-Kerarnik-Verbindungen genügen aber nicht mehr den steigenden Ansprüchen, die insbesondere auf höhere Betriebstemperaturen und auf den Einsatz sehr AIpO-,-reicher Materialien gerichtet sind.
Man hat versucht, durch geeignete Zusätze zur Metallisierungssubstanz und durch Variation des Lotes das anstehende technische Problem zu lösen, erreicht aber spätestens bei 15000C Löttemperatur eine nicht mehr überwindbare Grenze für das konventionelle Metallisier- und Lötverfahren.
ψ In jüngerer- Zeit wurde deshalb versucht, gänzlich neue Wege einzuschlagen, die darin bestehen, daß man einen aus Schichten unterschiedlicher Zusammensetzung aufgebauten Formkörper auf Basis hochschmelzender Metalloxide verwendet, der in Richtung auf den zu verbindenden Metallkörper hin einen zunehmenden Gehalt an Schwermetallen aufweist, insbesondere an Wolfram oder Molybdän (US.Patent 3 148 98I), und durch den hohen Metallgehalt in "der dem Metallkörper zugewandten Schicht eine sichere Verschweißung bzw. Verlötung ermöglicht.
Daß diese neue Arbeitsweise bisher nicht zum erhofften Erfolg führte, ist darin begründet, daß die Haftung der einzelnen, verschieden zusammengesetzten Schichten aufeinander Schwierigkeiten bereitet . Durch die Unstetigkeit der Schwindung baut sich in diesen Trennflächen eine hohe Schubspännung auf, die ein Ablösen oder Abplatzen der Schichten begünstigt und zumindest zu Rissen führt.
Es wurde nun gefunden, daß sich diese Nachteile durch ein Verfahren zum Herstellen eines für die verbindung mit Metall- ;, körpern geeigneten bei hohen Temperaturen gesinterten Formkörpers auf Basis hocnschmelzender Metalloxide, insbesondere Aluminiumoxid, mit Zumischungen von Schwermetallen, nämlich
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Wolfram und/oder Molybdän, die einen schichtweisen Aufbau haben, bei dem in Richtung auf den damit zu verbindenden Metallkörper hin der Metallgehalt der einzelnen Schichten zunimmt, erfindungsgemäß dadurch vermeiden lassen, daß die Metallkomponente in den einzelnen Schichten im ungebrannten Zustand in Form der betreffenden Metalloxide vorliegt und erst durch einen Brand in reduzierenden Atmosphäre zum Metall reduziert wird.
Wahrscheinlich beruht der überraschende technische Effekt, der durch die Verwendung von Metalloxiden anstelle der bisher zugesetzten Metalle im Rohling erzielt wird, darauf, daß durch Diffusionl'des MoO-, über die Schichtgrenzen hinweg, die Übergänge homogener verlaufen und so Risse vermieden werden. Dabei ist es weiterhin von Vorteil, daß die Metalloxide sich' viel feinteiliger herstellen lassen als die Metalle selbst, so daß das durch Reduktion der Schwermetalle gebildete Metall in dem Sinterkörper sehr feinkörnig anfällt und sich durch zusätzlich ablaufende Diffusionsvorgänge darüberhinaus noch gleichmäßig verteilt. Die feine Verteilung der den Ausgangsmassen zugesetzten Metalloxide und die Diffusion der Metalloxide bzw« später der Metalle in die benachbarten Schichten hinein führen zu einer sehr guten Verwachsung der Schichten miteinander,, so daß sich statt des Schichtaufbaues mit deutlichen Schichtgrenzen und an diesen Grenzen ergebenden Spannungen ein äußerst gleichmäßiger Körper mit fließenden bis stetigen Übergängen hinsichtlich seiner Zusammensetzung ergibt, der diese Nachteile nicht aufweist.
Der reduzierende Brand des Rohlings, bei dem die feinverteilten Metalloxide ins Metall überführt werden, findet zwischen 600° und 10000C statt, vorzugsweise bei 800 bis 1000°Cj' der sogenannte Scharfbrand, bei dem der Formkörper dicht sintert
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BAD ORIGINAL
oberhalb l400°, vorzugsweise bei l80O --20000C, wobei reduzierende oder neutrale Atmosphäre oder vorteilhaft auch Vakuum Anwendung findet. Vakuum hat den Vorteil/ daß sich mit sehr kurzen Sinterzeiten bereits ein äußerst dichter und mikrokristalliner Sinterkörper ergibt, der hohe mechanische und thermische Festigkeit aufweist*
Eine besonders bevorzugte Arbeitsweise im Rahmen der Erfindung besteht darin, daß rohe Formkörper zunächst einem ersten Brand in oxidierender Atmosphäre bei einer Temperatur unterworfen werden, bei der die zugesetzten Metalloxide noch nicht nennenswert abdampfen; Diese Temperatur soll bei den verwendeten Metalloxiden des Wolframs und Molybdäns unterhalb 600°C liegen, damit nicht bereits erhebliche Mengen der feinteiligen Oxide abdampfen. Zweckmäßig findet der oxidierende Brand bei einer Temperatur von annähernd 5000C statt. Bei dieser Temperatur werden eventuell verwendete Preß- und Spritzhilf smittel zur Verformung der Ausgangspulver vollständig wieder entfernt, so daß sie die Eigenschaften der fertig gesinterten Formkörper nicht nachteilig beeinflussen. Andererseits ist bei dieser Temperatur der Dampfdruck dieser Metalloxide bereits so groß, daß der oben bereits aufgezeigte Effekt der zusätzlichen Verteilung und des Hineindiffundierens in benachbarte Schichten bereits so groß ist, daß der Metallgehalt im fertig gesinterten Formkörper stetig zu- bzw. abnimmt und die Übergänge zwischen den einzelnen Schichten fließend sind.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Arbeitsweise ,liegt
darin, daß die oxidischen Ausgangspulver in ihrem Schwindungs·« verhalten keine so großen Unterschiede aufweisen wie metallisches Wolfram oder Molybdän zu Aluminiumoxid. Außerdem tritt bei der äußerst feinen Verteilung, die die Metalloxide von
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ORIGINAL INSPECTED
Wolfram und Molybdän ermöglichen, ein Unterschied im Schwindungsverhalten nicht so krass in Erscheinung, insbesondere auch nicht zwischen den einzelnen,Schichten. Dabei hat es sich als sehr zweckmäßig erwiesen, wenn die Korngröße "... der hochschmelzenden Metalloxide, unter denen man außerdem bevorzugt verwendeten Aluminiumoxid vor allem noch Magnesiumoxid, Berylliumoxid und Yttriumoxid versteht, und die Korngröße von Wolfram- oder Molybdänoxid weitgehend übereinstimmen. Molybdänoxid ist besonders gut geeignet. Die oben aufgezeigte Übereinstimmung im Schwindungsverhalten und der damit verhinderte Aufbau von Schubspannungen zwischen den Schichten ermöglichen es, daß es nach dem erfindungsgemäßen Verfahren sogar möglich ist, eine Außenschicht im fertigen Sinterkörper zu haben, die zu 100 % aus Molybdän oder Wolfram besteht und auf der anderen Seite eine Schicht, die zu 100 % aus dem hochschmelzenden Metalloxid, vorzugsweise Aluminiumoxid besteht. Damit wird ein solcher Sinterkörper nicht nur gut verlötbar, sondern läßt sich auch mit anderen Metallen, verschweißen.
Da bei Metallgehalten unter 30 Gewichtsprozent und ganz besonders unter 15 Gewichtsprozent der Widerstand solcher Formkörper mit schichtweisem Aufbau sprunghaft zunimmt, ist ein bevorzugtes nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellter Elektroisolierkörper dadurch gekennzeichnet, daß mindestens in der Schicht, die vom zu verbindenden Metallkörper am '■:"..':.■". weitesten entfernt ist, der Metallgehalt weniger als 15 Gew wichtsprozent beträgt. So weist beispielsweise ein nach dem erfindungsgemäflen Verfahren hergestellten Formkörper mit einer Schichtenfolge in Gewichtsprozent Molybdän von 98- 90- 70-'5O- 30- 15- 30- 50»- 70- 90-98 einen Widerstand von 10 XX. cm senkrecht zur Schicht gemessen auf, jeln Formkörper mit einerjSchichtfolge von 100- 90* 8oi 0 -80 -90 -100 / einen solchen von 7*5 . 10 XX. cm· , -.■■■■■■
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BAD
Die metallis chen Stirnflächen werden von kupfer- palladium- und niobhaltigen Loten ausgezeichnet benetzt und bis zu
einer Temperatur
bar angegriffen.
einer Temperatur von 19OO C weder abgelöst noch feststell-
Die erfindungsgemäßen Formkörper können mit Vorteil überall dort eingesetzt werden, wo Metall-Keramikverbindungen hohen thermischen Beanspruchungen ausgesetzt sind, wie beispielsweise bei thermionischen Konvertern für sehr hohe Betriebstemperaturen bis zu 15000C.
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Claims (9)

Anmelder: Feldmühle Aktiengesellschaft, Düsseldorf Anlage zur Eingabe vom 9.AprIl 1970 f ■■' Patentansprüche
1. Verfahren zum Herstellen eines für.die Verbindung mit Metallkörpern geeigneten bei hohen Temperaturen gesinterten Formkörpers auf Basis hochschmelzender Metalloxide, insbesondere Aluminiumoxid, mit Zumischungen von Schwermetallen, nämlich Wolfram und/oder Molybdän, die einen schichtweisen Aufbau haben, bei dem in Richtung auf den damit zu verbindenden Metallkörper hin der Metall-, gehalt der einzelnen Schichten zunimmt, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallkomponente in den einzelnen Schichten im ungebrannten Zustand in Form der betreffenden Metalloxide vorliegt und erst durch einen Brand in reduzierender Atmosphäre zum Metall reduziert wird*
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper zunächst einem reduzierenden Brand bei 600 - 10000C unterworfen und anschließend oberhalb l400°C, vorzugsweise bei I800 - 20000C in reduzierender oder neutraler Atmosphäre oder im Vakuum dichtgesintert wird.
3· Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper einem ersten Brand in oxidierender Atmosphäre bei einer Temperatur unterworfen wird, bei der die zugesetzten Metalioxide noch nicht nennenswert abdampfen und in einem zweiten reduzierenden Brand bei 600 - 10000C die redüzlerbären Metalloxide .zum Metall reduziert werden und tiajpeli anschließend oberhalb l400°G, vorzugsweise bei J.-8Ö0 - 2000°0 in reduzierender oder neutraler Atmosphäre oder im Vakuum diehtgesintert wird»
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BAD
^ —
4, älelrtrolsollerkörper hergestellt nach dem Verfahren nach eine*n aer Arsprüche 1 bis "5* dadurch gekennzeichnet, -laß mindestens in der Schicht, die vo-n ζυ verbindenden Metallkörper ar weitesten entfernt ist, der "'er all gehalt weT?i~er als 15 Gewichtsprozent ausmacht.
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BAD ORIGINAL
DE19702017367 1970-04-11 1970-04-11 Verfahren zum herstellen eines gesinterten formkoerpers auf basis hochschmelzender metalloxide Granted DE2017367B2 (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4413344A1 (de) * 1994-04-18 1995-10-19 Leybold Materials Gmbh Verfahren zur Herstellung teilreduzierter Indiumoxid-Zinnoxid Targets

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DE4413344A1 (de) * 1994-04-18 1995-10-19 Leybold Materials Gmbh Verfahren zur Herstellung teilreduzierter Indiumoxid-Zinnoxid Targets

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