DE202009007735U1 - Schloß, insbesondere Zentralschloß für eine Schließanlage mit Mehrfachverriegelung - Google Patents

Schloß, insbesondere Zentralschloß für eine Schließanlage mit Mehrfachverriegelung Download PDF

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Abstract

Schloss, insbesondere Zentralschloss (1) für eine Schließanlage mit Mehrfachverriegelung,
mit einem Schlossgehäuse (8) mit zumindest einer Schließzylinderaufnahme (13) für zumindest einen Schließzylinder (14),
wobei der Schließzylinder (14) über ein Zahnradgetriebe (17) auf ein z. B. verschiebbar im Schlossgehäuse (8) angeordnetes Betätigungsglied (18) zum Verriegeln und/oder Entriegeln des Schlosses arbeitet, dadurch gekennzeichnet,
dass das Schlossgehäuse (8) zumindest eine erste Schließzylinderaufnahme (13) für einen ersten Schließzylinder (14) und zumindest eine zweite Schließzylinderaufnahme (15) für zumindest einen zweiten Schließzylinder (16) aufweist,
wobei der erste Schließzylinder (14) und der zweite Schließzylinder (16) über dasselbe Zahnradgetriebe (17) oder zumindest Teile desselben Zahnradgetriebes (17) auf das Betätigungsglied (18) arbeiten.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Schloss, insbesondere ein Zentralschloss für eine Schließanlage mit Mehrfachverriegelung, mit einem Schlossgehäuse mit zumindest einer Schließzylinderaufnahme für zumindest einen Schließzylinder, wobei der Schließzylinder über ein Zahnradgetriebe auf ein z. B. verschiebbar im Schlossgehäuse angeordnetes Betätigungsglied zum Verriegeln und/oder Entriegeln des Schlosses arbeitet. Schließanlage mit Mehrfachverriegelung meint insbesondere ein Treibstangenschloss, welches in seinem grundsätzlichen Aufbau zumindest ein Zentralschloss und eine oder mehrere Zusatzverriegelungen aufweist, wobei die Zusatzverriegelungen (jeweils) über zumindest eine Treibstange mit dem Zentralschloss verbunden sind. Bei einem derartigen Treibstangenschloss ist das Betätigungsglied vorzugsweise als Treibstangenanschlussschieber ausgebildet, welcher einerseits an die Treibstangen angeschlossen ist und andererseits eine Zahnstange bildet bzw. eine Verzahnung aufweist, welche mit dem Letztrad des Zahnradgetriebes kämmt. Der Schließzylinder greift mit seinem Schließbart in der Regel in eine Ausnehmung eines Übertragungsrings mit Außenverzahnung ein, d. h. der Schließbart nimmt den Übertragungsring mit, wobei der Übertragungsring mit seiner Außenverzahnung über das Zahnradgetriebe auf das Betätigungsglied, z. B. den Treibstangenanschlussschieber arbeitet.
  • Ein derartiges Schloss ist beispielsweise aus der DE 20 2007 003 890 U1 bekannt. Wie bei Treibstangenschlössern üblich ist lediglich ein Schließzylinder vorgesehen.
  • Außerdem kennt man ein Einsteckschloss (ohne Mehrfachverriegelung), welches mit zwei Schließzylindern ausgerüstet ist (vgl. DE 297 09 827 U1 ). Ein solches Schloss mit mehreren Profilzylindern soll beispielsweise in zwei voneinander getrennte Schließanlagen einbezogen werden. Ein Beispiel dafür sind z. B. spezielle Türen, die von Mitarbeitern der Stadtwerke und der Energieversorgung getrennt voneinander betätigt werden müssen. Die beiden Schließzylinder greifen mit ihrem jeweiligen Schließbart in eine korrespondierende Ausnehmung des Riegels ein, so dass im Zuge der Betätigung des Schließzylinders der Riegel in an sich bekannter Weise ein- bzw. ausgeschlossen wird.
  • Ein Schloss mit Doppel-Schließzylinder kennt man ferner aus der DE 10 2006 060 450 A1 . Das bekannte Schloss ist als selbstverriegelndes, elektromechanisches Panikschloss ausgebildet. Die Schließnasen der beiden Schließzylinder arbeiten auf das gleiche Schließglied direkt oder indirekt ein. Dabei steuert das translatorisch verschiebbare Schließglied als zentrales Bauteil sowohl den Riegelhub als auch die Fallenbewegung.
  • Die bekannten Schlösser mit Doppelzylinder sind ausschließlich als Einsteckschlösser ausgebildet. Auf die Entwicklung von Schließanlagen mit Mehrfachverriegelung hatten derartige Ausführungsformen keinen Einfluss. Im Übrigen erfordern die bekannten Schlösser mit Doppelzylinder speziell ausgestaltete Schlossgehäuse, welche verhältnismäßig groß bauen.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schloss, insbesondere Zentralschloss für eine Schließanlage mit Mehrfachverriegelung, zu schaffen, welches sich durch einen kompakten und funktionsgerechten Aufbau auszeichnet.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung bei einem gattungsgemäßen Schloss, insbesondere Zentralschloss für eine Schließanlage mit Mehrfachverriegelung, der eingangs beschriebenen, Art, dass das Schlossgehäuse zumindest eine erste Schließzylinderaufnahme für einen ersten Schließzylinder und zumindest eine zweite Schließzylinderaufnahme für einen zweiten Schließzylinder aufweist, wobei der erste Schließzylinder und der zweite Schließzylinder über dasselbe Zahnradgetriebe oder zumindest Teile desselben Zahnradgetriebes auf das Betätigungsglied arbeiten.
  • Dabei geht die Erfindung zunächst einmal von der (bekannten) Erkenntnis aus, dass sich ein Türschloss funktionell verbessern lässt, wenn zwei Schließzylinder bzw. zumindest zwei Schließzylinder vorgesehen sind. Erfindungsgemäß arbeiten diese beiden Schließzylinder nun jedoch über ein und dasselbe (einheitliche) Zahnradgetriebe auf ein Betätigungsglied, z. B. einen Treibstangenanschlussschieber einer Mehrfachverriegelung. Auf diese Weise lassen sich die Vorteile, welche mit dem Einsatz von zwei Schließzylindern verbunden sind, insbesondere auch bei Schließanlagen mit Mehrfachverriegelung realisieren, ohne dass der Aufbau dadurch wesentlich aufwendiger wird. Denn vorzugsweise nimmt der erste Schließzylinder einen ersten Übertragungsring mit Außenverzahnung rotierend mit, welcher über das Zahnradgetriebe auf das Betätigungsglied arbeitet und der zweite Schließzylinder nimmt einen zweiten Übertragungsring mit Außenverzahnung rotierend mit. Besonders bevorzugt arbeitet der zweite Übertragungsring dabei unmittelbar oder über ein oder mehrere Zwischenzahnräder auf den ersten Übertragungsring. Folglich kann auf einen herkömmlichen Schlossaufbau mit Zahnradgetriebe und vorzugsweise Untersetzungsgetriebe zurückgegriffen werden. Für den zweiten Schließzylinder ist kein separates Zahnradgetriebe erforderlich. Vielmehr schlägt die Erfindung vor, dass der zweite Schließzylinder mit seinem Übertragungsring mit Außenverzahnung auf den Übertragungsring mit Außenverzahnung des ersten Schließzylinders arbeitet, so dass sowohl bei Betätigung des ersten Schließzylinders als auch bei Betätigung des zweiten Schließzylinders stets dasselbe Untersetzungsgetriebe für die Kraftübertragung auf das Betätigungsglied und damit vorzugsweise auf die Treibstangen und auch auf die Mehrfachverriegelungen verantwortlich ist. Die Übertragungsringe und die Zwischenzahnräder bzw. Übertragungszahnräder sind in der Nomen klatur dieser Anmeldung nicht Bestandteil des (einheitlichen) Zahnradgetriebes, sie sind jedoch mit dem Getriebe verbunden.
  • So besteht in der ersten, beschriebenen Ausführungsform die Möglichkeit, dass der erste Übertragungsring unter Zwischenschaltung von Zwischenzahnrädern auf das (einheitliche) Zahnradgetriebe arbeitet und dass der zweite Übertragungsring über Zwischenzahnräder mit dem ersten Übertragungsring gekoppelt ist. In einer alternativen Ausgestaltung kann einerseits der erste Übertragungsring unter Zwischenschaltung von Zwischenzahnrädern an das Zahnradgetriebe angeschlossen sein und der zweite Übertragungsring ist ebenfalls unter Zwischenschaltung von Zwischenzahnrädern an das Zahnradgetriebe angeschlossen. So können einerseits die mit dem ersten Übertragungsring kämmenden Zwischenzahnräder und andererseits die mit dem zweiten Übertragungsring kämmenden Zwischenzahnräder jeweils mit ein und demselben Zahnrad, z. B. dem Erstrad des Zahnradgetriebes kämmen.
  • Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, zwei blockierende Zylinder als Schließzylinder vorzusehen. Damit ist es dann erforderlich, beide Schließzylinder zu betätigen, um das Schloss ordnungsgemäß zu öffnen. Es sind folglich zwei Schlüssel erforderlich. Eine solche Ausführungsform bietet sich beispielsweise für Hochsicherheitsbereiche an.
  • Alternativ können aber auch zwei Schließzylinder eingesetzt werden, welche als Freilaufzylinder ausgebildet sind. Damit wird es dann möglich, mit lediglich einem Schlüssel das Schloss zu öffnen. Dabei können die Schließzylinder grundsätzlich auch identisch ausgebildet sein. Dieses kann beispielsweise dann zweckmäßig sein, wenn die Schließzylinder von außen und von innen in unterschiedlichen Einbaupositionen montiert werden sollen. So wird es möglich, dass für das öffnen von außen und von innen jeweils ein eigener Schließzylinder vorgesehen ist, wobei diese beiden Schließzylinder nicht fluchtend, sondern versetzt zueinander angeordnet sind. Dieses ist in bestimmten Einbausituationen zweckmäßig, um eine komfortable Schlüsselbetätigung zu ermöglichen. So kann es beispielsweise vorteilhaft sein, wenn der Schließzylinder auf der einen Seite einen größeren Abstand vom Rahmen aufweist, um die Betätigung zu vereinfachen.
  • Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung, dem selbstständige Bedeutung zukommt, geht die Erfindung von einem Schloss aus, welches ein Schlossgehäuse in Modulbauweise aufweist, welches mehrere Funktionsträger für jeweils ein oder mehrere Bauteile bzw. Komponenten der Schlossmechanik (und/oder Schlosselektrik) aufweist. Derartige Schlösser in Modulbauweise sind bekannt (vgl. DE 20 2007 003 890 U1 ). Die Mehrzahl von Funktionsträgern werden in der Regel zwischen zwei Deckblechen fixiert, nämlich einerseits dem Schlossblech und andererseits der Schlossdecke. Insbesondere ist es bekannt, dass ein Funktionsträger eines solchen Schlosses in Modulbauweise die Schließzylinderaufnahme für den Schließzylinder sowie ggf. das Zahnradgetriebe aufnimmt. Ausgehend von einem derartigen Schloss schlägt die Erfindung nun in einer ersten Ausführungsform vor, dass ein Funktionsträger vorgesehen ist, welcher sowohl eine erste Schließzylinderaufnahme für einen ersten Schließzylinder als auch eine zweite Schließzylinderaufnahme für einen zweiten Schließzylinder aufweist. Es ist folglich ein kombinierter Funktionsträger mit zwei Schließzylinderaufnahmen vorgesehen, wobei ein solcher kombinierter Funktionsträger austauschbar ist gegen einen (herkömmlichen) einfachen Funktionsträger, welcher lediglich eine einzige Schließzylinderaufnahme für einen einzigen Schließzylinder aufweist. Die Erfindung bildet folglich das Modulkonzept von Schlössern weiter, in dem nun der Funktionsträger für einen Einfachzylinder ausgetauscht wird gegen einen Funktionsträger mit Doppelzylinderaufnahme. Die übrigen Komponenten des Türschlosses können unverändert bleiben, so dass eine kostengünstige Konstruktion verwirklicht ist.
  • In einer alternativen Ausgestaltung schlägt die Erfindung vor, dass ein erster Funktionsträger mit einer ersten Schließzylinderaufnahme für den ersten Schließzylinder und ein zweiter Funktionsträger mit einer zweiten Schließzylinderaufnahme für einen zweiten Schließzylinder vorgesehen sind, wobei der zweite Funktionsträger als separater Funktionsträger an dem ersten Funktionsträger befestigbar ist. In dieser Ausführungsform wird folglich ein zusätzlicher zweiter Funktionsträger zur Verfügung gestellt, welcher an ein herkömmliches Schloss angeschlossen bzw. angeflanscht wird. Auch auf diese Weise wird eine kostengünstige Konstruktion zu Verfügung gestellt wird, da auf bekannte Komponenten und Bauteile zurückgegriffen werden kann.
  • Das Schlossgehäuse weist in an sich bekannter Weise ein (unteres) Schlossblech und eine (obere) Schlossdecke auf, wobei die Funktionsträger zwischen Schlossblech und Schlossdecke fixiert sind. Dabei besteht die Möglichkeit, dass Schlossblech einerseits und Schlossdecke andererseits jeweils einstückig gefertigt sind und sowohl den Bereich des ersten Schließzylinders als auch den Bereich des zweiten Schließzylinders überdecken. Die Erfindung schlägt bei dieser Ausgestaltung folglich vor, dass spezielle Schlossbleche und Schlossdecken vorgesehen werden, welche an die Ausgestaltung mit zwei Schließzylindern angepasst sind. Alternativ besteht die Möglichkeit, dass Schlossblech und/oder Schlossdecke (jeweils) mehrteilig ausgebildet sind und z. B. einen ersten Abschnitt aufweisen, welcher den ersten Schließzylinder überdeckt und einen zweiten Abschnitt aufweisen, welcher den zweiten Schließzylinder überdeckt. Bei dieser Ausführungsform kann folglich mit herkömmlichen Schlossblech und/oder herkömmlicher Schlossdecke gearbeitet werden, welche lediglich den ersten Schließzylinder überdecken. Sofern dann ein Funktionsträger mit zweitem Schließzylinder bzw. ein zusätzlicher Funktionsträger mit dem zweiten Schließzylinder eingesetzt werden, kann ein zusätzlicher Abschnitt eines Schlossbleches bzw. einer Schlossdecke ergänzt werden.
  • Das erfindungsgemäße Schloss kann grundsätzlich als Einsteckschloss ausgebildet sein. Besonders bevorzugt handelt es sich jedoch um ein Zentralschloss für eine Schließanlage mit Mehrfachverriegelung. Die Erfindung betrifft folglich in bevorzugter Weiterbildung ein Treibstangenschloss mit Mehrfachverriegelung mit zumindest einem Zentralschloss der beschriebenen Art und mit einem oder mehreren Zusatzschlössern, wobei die Zusatzschlösser über eine oder mehrere Treibstangen mit dem Zentralschloss verbunden sind. Bei einem solchen Treibstangenschloss schlägt die Erfindung vor, dass die beiden Schließzylinder über das Zahnradgetriebe auf zumindest ein als Treibstangenschieber ausgebildetes Betätigungsglied arbeiten, wobei der bzw. die Treibstangenanschlussschieber einerseits an die Treibstangen angeschlossen ist/sind und andererseits eine Verzahnung aufweist/anweisen, welche mit dem Letztrad des Zahnradgetriebes kämmt.
  • Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
  • 1 ein Treibstangenschloss mit Mehrfachverriegelung in vereinfachter Darstellung,
  • 2 ein Zentralschloss des Gegenstandes nach 1,
  • 3 den Gegenstand nach 2 in einer möglichen Einbausituation,
  • 4a einem Funktionsträger 9' eines herkömmlichen Schlosses mit Einfachzylinder und
  • 4b einen Funktionsträger 9' für ein Schloss gemäß 2 mit Doppelzylinder.
  • In den Figuren ist ein Treibstangenschloss mit Mehrfachverriegelung dargestellt, welches in seinem grundsätzlichen Aufbau gemäß 1 ein Zentralschloss 1 und zwei Zusatzschlösser 2 aufweist. Zentralschloss 1 und Zusatzschlösser 2 sind rückseitig an einem Schlossstulp 3 befestigt. Die Zusatzschlösser 2 sind über verschiebbare Treibstangen 4 mit dem Zentralschloss verbunden. Die Treibstangen 4 sind in der 2 nicht dargestellt. Das Zentralschloss weist gemäß 2 in an sich bekannter Weise einen Zentralriegel 5 sowie eine Schlossfalle 6 auf. Eine Druckernuss 7 für eine Betätigung mittels eines nicht dargestellten Türdrückers ist ebenfalls erkennbar. Das Schlossgehäuse 8 des Zentralschlosses 1 ist an sich bekannter Weise aus einer Mehrzahl von Funktionsträgern 9, 9' zusammengesetzt, wobei diese Funktionsträger 9, 9' zwischen einerseits einem Schlossblech 10 und andererseits einer Schlossdecke 11 fixiert sind. Erfindungsgemäß ist das Zentralschloss mit einem ”Doppelzylinder” ausgerüstet. Das Zentralschloss 1 weist folglich eine erste Schließzylinderaufnahme 13 für einen ersten Schließzylinder 14 und eine zweite Schließzylinderaufnahme 15 für einen zweiten Schließzylinder 16 auf. Sowohl der erste Schließzylinder 14 als auch der zweite Schließzylinder 16 arbeiten über dasselbe Zahnradgetriebe 17 auf ein Betätigungsglied 18 (oder auf mehrere Betätigungsglieder). Dieses Betätigungsglied 18 ist im Ausführungsbeispiel als Treibstangenanschlussschieber 18 ausgebildet. Der Treibstangenanschlussschieber 18 ist einerseits an eine oder beide Treibstangen 4 angekoppelt. Andererseits weist der Treibstangenanschlussschieber 18 eine Verzahnung auf, welche mit dem Letztrad 19 des Zahnradgetriebes 17 kämmt.
  • Der erste Schließzylinder 14 nimmt einen ersten Übertragungsring 20 rotierend mit, wobei der Schließbart 14a des ersten Schließzylinders 14 in eine Ausnehmung des ersten Übertragungsrings 20 eingreift. Der zweite Schließzylinder 16 nimmt einen zweiten Übertragungsring 21 rotierend mit, wobei der Schließbart 16a des zweiten Schließzylinders 16 in eine Ausnehmung des zweiten Übertragungsrings 21 eingreift. Sowohl der erste Übertragungsring 20 als auch der zweite Übertragungsring 21 weisen eine Außenverzahnung 22 auf.
  • Der erste Übertragungsring 20 arbeitet über zwei Übertragungszahnräder 23 auf das Zahnradgetriebe 17. Der Übertragungsring 20 kämmt folglich mit den Übertragungszahnrädern bzw. Zwischenzahnrädern 23 (d. h. er steht mit diesen in Eingriff) und diese kämmen wiederum mit dem Zahnradgetriebe 17, z. B. dem Erstrad 17a des Zahnradgetriebes 17.
  • Bei dem in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel arbeitet nun der zweite Übertragungsring 21 des zweiten Schließzylinders 16 über Zwischenzahnräder 24 auf den ersten Übertragungsring 20. D. h. der zweite Übertragungsring 21 kämmt mit den Zwischenzahnrädern 24 und diese kämmen wiederum mit dem ersten Übertragungsring 20.
  • Insbesondere 2 macht deutlich, dass sich das erfindungsgemäße Türschloss in Anlehnung an ein herkömmliches Türschloss mit Einfachzylinder durch relativ geringe konstruktive Änderungen realisieren lässt. So ist es lediglich erforderlich, einen zusätzlichen Schließzylinder mit zusätzlichem Übertragungsring 21 vorzusehen, welcher dann über die Zahnräder 24 auf den Übertragungsring 20 des ersten Schließzylinders 14 arbeitet.
  • Dieses lässt sich – wie in den 4a und 4b angedeutet – beispielsweise dadurch realisieren, dass ein an sich bekannter Funktionsträger 9' mit einfachem Schließzylinder (vgl. 4a) ausgetauscht wird gegen einen ”neuen” Funktionsträger 9', welcher in 4b dargestellt ist und sowohl eine Aufnahme 13 für den ersten Schließzylinder 14 als auch eine Aufnahme 15 für den zweiten Schließzylinder 16 aufweist. Ein an sich bekanntes Zentralschloss lässt sich folglich durch geringfügige Änderungen auf einfache Weise modifizieren.
  • Optional kann ein separater zweiter Funktionsträger für den zweiten Schießzylinder vorgesehen werden, welcher an den bekannten Funktionsträger mit dem ersten Schließzylinder angeschlossen wird.
  • In 3 ist beispielhaft eine Einbausituation dargestellt, wobei zwei nebeneinander angeordnete Schließzylinder 14, 16 vorgesehen sind. Die Schließzylinder 14, 16 sind im Ausführungsbeispiel als Einsteckzylinder ausgebildet, welche jeweils lediglich von einer Seite betätigbar sind. Es ist ein Türrahmen mit einem Rahmenprofil 25 dargestellt. Außerdem ist ein Türblatt mit einem Türblattprofil 26 dargestellt, wobei das Schloss an dem Türblatt bzw. Türblattprofil 26 befestigt bzw. in dieses integriert ist. Bei der dargestellten Ausführungsform besteht nun die Möglichkeit, dass für die Betätigung von innen und von außen jeweils separate Schließzylinder 14, 16 vorgesehen sind, welche von dem Türrahmen 25 einen unterschiedlichen Abstand aufweisen. Dieses kann beispielsweise dann zweckmäßig sein, wenn aufgrund der Ausgestaltung von Tür und/oder Rahmen auf der einen Seite ein vergrößerter Abstand vom Türrahmen erforderlich wird, um die Betätigung zu vereinfachen.
  • Es wurde bereits erläutert, dass bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 der erste Übertragungsring 20 mit Zwischenzahnrädern 23 in Eingriff steht, welche wiederum mit dem Erstrad 17a des Zahnradgetriebes 17 in Eingriff stehen und dass der zweite Übertragungsring 21 über Zwischenzahnräder 24 auf den ersten Übertragungsring 20 arbeitet. In abgewandelter Ausführungsform, die nicht dargestellt ist, besteht die Möglichkeit, dass sowohl der erste Übertragungsring 20 über Zwischenzahnräder 23 auf das Erstrad 17a arbeitet als auch der zweite Übertragungsring 21 über Zwischenzahnräder 24 auf das Erstrad 17a des Zahnradgetriebes 17 arbeitet. Dazu kämmen dann einerseits die Zwischenzahnräder 23 mit dem Erstrad 17a und andererseits die Zwischenzahnräder 24 mit dem Erstrad 17a des Zahnradgetriebes 17. Bei einer solchen Ausführungsform arbeiten die beiden Übertragungsringe 20, 21 folglich nicht ”in Serie”, sondern gleichsam ”parallel” auf das Erstrad 17a des gemeinsamen Zahnradgetriebes 17. Diese Ausführungsform ist wie erläutert nicht dargestellt.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 202007003890 U1 [0002, 0012]
    • - DE 29709827 U1 [0003]
    • - DE 102006060450 A1 [0004]

Claims (11)

  1. Schloss, insbesondere Zentralschloss (1) für eine Schließanlage mit Mehrfachverriegelung, mit einem Schlossgehäuse (8) mit zumindest einer Schließzylinderaufnahme (13) für zumindest einen Schließzylinder (14), wobei der Schließzylinder (14) über ein Zahnradgetriebe (17) auf ein z. B. verschiebbar im Schlossgehäuse (8) angeordnetes Betätigungsglied (18) zum Verriegeln und/oder Entriegeln des Schlosses arbeitet, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlossgehäuse (8) zumindest eine erste Schließzylinderaufnahme (13) für einen ersten Schließzylinder (14) und zumindest eine zweite Schließzylinderaufnahme (15) für zumindest einen zweiten Schließzylinder (16) aufweist, wobei der erste Schließzylinder (14) und der zweite Schließzylinder (16) über dasselbe Zahnradgetriebe (17) oder zumindest Teile desselben Zahnradgetriebes (17) auf das Betätigungsglied (18) arbeiten.
  2. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Schließzylinder (14) einen ersten Übertragungsring (20) mit Außenverzahnung (22) rotierend mitnimmt, welcher über das Zahnradgetriebe (17) auf das Betätigungsglied (18) arbeitet und dass der zweite Schließzylinder (16) einen zweiten Übertragungsring (21) mit Außenverzahnung rotierend mitnimmt.
  3. Schloss nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Übertragungsring (21) auf den ersten Übertragungsring (20) arbeitet, z. B. über ein oder mehrere Zwischenzahnräder (24).
  4. Schloss nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Übertragungsring (20) und der zweite Übertragungsring (21) jeweils unmittelbar oder mittelbar, z. B. über Zwischenzahnräder (23, 24) auf das Zahnradgetriebe (17) arbeiten.
  5. Schloss, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit zumindest einem Schlossgehäuse (5) in Modulbauweise, welches mehrere Funktionsträger (9, 9') für jeweils ein oder mehrere Bauteile bzw. Komponenten der Schlossmechanik aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Funktionsträger (9') vorgesehen ist, welcher sowohl eine erste Schließzylinderaufnahme (13) für einen ersten Schließzylinder (14) als auch eine zweite Schließzylinderaufnahme (15) für einen zweiten Schließzylinder (16) aufweist oder dass ein erster Funktionsträger mit einer ersten Schließzylinderaufnahme (13) für einen ersten Schließzylinder (14) und ein zweiter Funktionsträger mit einer zweiten Schließzylinderaufnahme (15) für einen zweiten Schließzylinder (16) vorgesehen sind.
  6. Schloss nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der kombinierte Funktionsträger (9') mit zwei Schließzylinderaufnahmen (13, 15) gegen einen einfachen Funktionsträger (9') mit einer einzigen Schließzylinderaufnahme für lediglich einen Schließzylinder austauschbar ist.
  7. Schloss nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Funktionsträger mit der zweiten Schließzylinderaufnahme (15) als separater Funktionsträger an dem ersten Funktionsträger mit der ersten Schließzylinderaufnahme (13) befestigbar ist.
  8. Schloss nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlossgehäuse (8) ein (unteres) Schlossblech (10) und eine (obere) Schlossdecke (11) aufweist, wobei die Funktionsträger (9, 9') zwischen Schlossblech (10) und Schlossdecke (11) fixiert sind.
  9. Schloss nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass Schlossblech (10) und/oder Schlossdecke (11) (jeweils) einstückig gefertigt sind und den Bereich sowohl des ersten Schließzylinders (14) als auch des zweiten Schließzylinders (16) überdecken.
  10. Schloss nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass Schlossblech (10) und/oder Schlossdecke (11) (jeweils) mehrteilig ausgebildet sind und z. B. einen ersten Abschnitt aufweisen, welcher den ersten Schließzylinder (14) überdeckt und einen zweiten Abschnitt aufweisen, welcher den zweiten Schließzylinder (16) überdeckt.
  11. Treibstangenschloss mit Mehrfachverriegelung, mit zumindest einem Zentralschloss (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, und mit einem oder mehreren Zusatzschlössern (2), wobei die Zusatzschlösser (2) über eine oder mehrere Treibstangen (4) mit dem Zentralschloss (1) verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schließzylinder (14, 16) über das Zahnradgetriebe (17) auf ein als Treibstangenanschlussschieber ausgebildetes Betätigungsglied (18) arbeiten, wobei der Treibstangenanschlussschieber (18) einerseits an die Treibstangen (4) angeschlossen ist und andererseits eine Verzahnung aufweist, welche mit dem Letztrad (19) des Zahnradgetriebes (17) kämmt.
DE200920007735 2009-05-30 2009-05-30 Schloß, insbesondere Zentralschloß für eine Schließanlage mit Mehrfachverriegelung Expired - Lifetime DE202009007735U1 (de)

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