DE202009013116U1 - Handgeführtes Werkzeuggerät - Google Patents

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Abstract

Handgeführtes Werkzeuggerät (10), insbesondere Bohrmaschine oder Schrauber, mit einer motorischen Antriebseinrichtung (14), einer Spindel (28), einem relativ zu der Spindel (28) drehbaren Antriebsteil (22) und mit einem mit der Spindel (28) drehfest verbundenen Abtriebsteil (26), sowie mit einer Mitnahme-/Blockiervorrichtung (24), mit welcher in einem Mitnahmezustand bei Antrieb durch die Antriebseinrichtung (14) eine Drehmomentübertragung vom Antriebsteil (22) über die Mitnahme-/Blockiervorrichtung (24) auf das Abtriebsteil (26) und auf die Spindel (28) erfolgt und mit welcher in einem Blockierzustand die Spindel (28) bei einem werkzeugseitigen Antrieb in Drehrichtung blockiert ist, dadurch gekennzeichnet, dass zur Hemmung einer Relativbewegung des Antriebsteils (22) und des Abtriebsteils (26) mindestens ein Reibelement (84) vorgesehen ist, welches unter Umgehung der Mitnahme-/Blockiereinrichtung (24) zwischen dem Antriebsteil (22) und dem Abtriebsteil (26) wirksam ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein handgeführtes Werkzeuggerät, insbesondere eine Bohrmaschine oder einen Schrauber, mit einer motorischen Antriebseinrichtung, einer Spindel, einem relativ zu der Spindel drehbaren Antriebsteil und mit einem mit der Spindel drehfest verbundenen Abtriebsteil, sowie mit einer Mitnahme-/Blockiervorrichtung, mit welcher in einem Mitnahmezustand bei Antrieb durch die Antriebseinrichtung eine Drehmomentübertragung vom Antriebsteil über die Mitnahme-/Blockiervorrichtung auf das Abtriebsteil und auf die Spindel erfolgt und mit welcher in einem Blockierzustand die Spindel bei einem werkzeugseitigen Antrieb in Drehrichtung blockiert ist.
  • Ein solches Werkzeuggerät ist beispielsweise aus der DE 297 15 257 U1 bekannt. Die Mitnahme-/Blockiervorrichtung dient während des regulären Betriebs des Werkzeuggeräts, wenn dieses also mit Hilfe der motorischen Antriebseinrichtung angetrieben ist, dazu, eine Kraftkopplung zwischen dem Antriebsteil und dem Abtriebsteil herzustellen, so dass ein mit Hilfe der motorischen Antriebseinrichtung erzeugtes Drehmoment über das Antriebsteil, die Mitnahme-/Blockiervorrichtung auf das Abtriebsteil und über die drehfeste Verbindung auf die Spindel übertragen werden kann. Hierbei befindet sich die Mitnahme-/Blockiervorrichtung in ihrem Mitnahmezustand.
  • Die Mitnahme-/Blockiervorrichtung weist auch einen Blockierzustand auf, welcher dann eingenommen wird, wenn werkzeugseitig ein Drehmoment auf die Spindel ausgeübt wird. Dieses Drehmoment wird über das Abtriebsteil in die Mitnahme-/Blockiervorrichtung eingeleitet, wobei das Abtriebsteil Blockierelemente verlagert, welche dann üblicherweise zwischen dem Abtriebsteil und einer gehäusefesten Klemmfläche blockiert sind. Auf diese Weise kann ein von außen eingeleitetes Drehmoment in das Gehäuse des Werkzeuggeräts abgeleitet werden, so dass das Werkzeuggerät als Handschrauber verwendet werden kann. Ohne Überführung der Mitnahme-/Blockiervorrichtung in den Blockierzustand würde bei Einleitung eines Drehmoments von der Werkzeugseite her eine Kraftkopplung zwischen dem Abtriebsteil und dem Antriebsteil bewirkt, so dass ein von außen eingeleitetes Drehmoment bis zu der motorischen Antriebseinrichtung übertragen werden würde und dass ein solches Werkzeuggerät nicht als Handschrauber verwendbar wäre.
  • Eine vorstehend beschriebene Mitnahme-/Blockiervorrichtung ermöglicht einen besonders einfachen Werkzeugwechsel, da ein Werkzeughalter (beispielsweise ein Bohrfutter) verwendet werden kann, der ein einteiliges Griffstück aufweist. Dieses Griffstück kann mit einer Hand betätigt werden, um ein Werkzeug aus dem Werkzeughalter zu lösen oder in diesem einzuspannen. Hierbei befindet sich die Mitnahme-/Blockiervorrichtung in ihrem Blockierzustand. Daher ist es nicht erforderlich, Werkzeughalter mit mehreren, gegeneinander verspannbaren Griffstücken zu verwenden, die insbesondere bei Werkzeughaltern mit kurzen Baulängen relativ kleine, schwieriger handhabbare Griffflächen aufweisen.
  • Bei Werkzeuggeräten der eingangs genannten Art sind das Antriebsteil und das Abtriebsteil innerhalb eines vorgegebenen Drehwinkelbereichs relativ zueinander bewegbar. Diese Relativbewegung ermöglicht es, dass die Mitnahme-/Blockiervorrichtung verschiedene Zustände, nämlich mindestens einen Mitnahmezustand und mindestens einen Blockierzustand einnehmen kann. Üblicherweise erlauben die bekannten Mitnahme-/Blockiervorrichtungen zwei Mitnahmezustände, welche einander entgegengesetzten Antriebsrichtungen zugeordnet sind, sowie einen Blockierzustand.
  • Es hat sich herausgestellt, dass in bestimmten Betriebszuständen des Werkzeuggeräts ein unerwünschter Wechsel zwischen verschiedenen Zuständen der Mitnahme-/Blockiervorrichtung stattfindet, welche für eine Bedienperson als störende Klack-Geräusche wahrgenommen werden. Darüber hinaus bewirkt ein unerwünscht häufiger Wechsel zwischen verschiedenen Zuständen der Mitnahme-/Blockiervorrichtung einen Verschleiß des Antriebsteils, von Teilen der Mitnahme-/Blockiervorrichtung und des Abtriebsteils.
  • Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein handgeführtes Werkzeuggerät der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass es einen geräusch- und verschleißarmen Betrieb ermöglicht.
  • Diese Aufgabe wird bei einem handgeführten Werkzeuggerät der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zur Hemmung einer Relativbewegung des Antriebsteils und des Abtriebsteils mindestens ein Reibelement vorgesehen ist, welches unter Umgehung der Mitnahme-/Blockiereinrichtung zwischen dem Antriebsteil und dem Abtriebsteil wirksam ist.
  • Im Rahmen der Erfindung ist vorgesehen, unter Umgehung der Mitnahme-/Blockiervorrichtung einen weiteren Kraftpfad zwischen dem Antriebsteil und dem Abtriebsteil zu schaffen.
  • Hierbei werden das Antriebsteil und das Abtriebsteil mit Hilfe eines Reibelements miteinander gekoppelt, so dass eine Relativbewegung des Antriebsteils und des Abtriebsteils gehemmt wird. Hierdurch kann eine Reibkraft erzeugt werden, welche einer Relativbewegung des Antriebsteils und des Abtriebsteils entgegenwirkt. Eine ”Hemmung” der Relativbewegung bedeutet, dass grundsätzlich, nämlich bei Überschreitung einer mit Hilfe des Reibelements hergestellten Reibkraft, die Relativbewegbarkeit zwischen dem Antriebsteil und dem Abtriebsteil erhalten bleibt. Hierdurch ist gewährleistet, dass die Funktion der Mitnahme-/Blockiervorrichtung nicht beeinträchtigt wird und diese trotz des mindestens einen Reibelements sich weiterhin in ihren mindestens einen Mitnahmezustand und in mindestens einen Blockierzustand überführen lässt. Das Reibelement erschwert also die Relativbewegung zwischen dem Antriebsteil und dem Abtriebsteil, verhindert sie aber nicht.
  • Dadurch, dass das Reibelement zwischen dem Antriebsteil und dem Abtriebsteil wirksam ist, kann während des Normalbetriebs des Werkzeuggeräts mit motorischem Antrieb, bei welchem die Mitnahme-/Blockiervorrichtung einen Mitnahmezustand einnimmt, gewährleistet werden, dass keine Verlustleistung auftritt, da in diesem Zustand des Werkzeuggeräts eine Relativbewegung zwischen dem Antriebsteil und dem Abtriebsteil nicht auftritt. Hierdurch kann einem Verschleiß des Reibelements vorgebeugt werden.
  • Grundsätzlich ist es möglich, dass das mindestens eine Reibelement unmittelbar zwischen dem Antriebsteil und dem Abtriebsteil angeordnet ist und sowohl mit dem Antriebsteil als auch mit dem Abtriebsteil in Berührung steht. Dies ist jedoch nicht erforderlich, es ist auch möglich, dass das Reibelement nur mit einem der Bauteile Antriebsteil und Abtriebsteil in Berührkontakt steht und der Kontakt zu dem anderen der Bauteile über ein zwischengeschaltetes, weiteres Bauteil hergestellt ist. Gleichfalls ist es möglich, dass das Reibelement weder mit dem Antriebsteil noch mit dem Abtriebsteil unmittelbar in Berührkontakt steht, sondern über jeweils zwischengeschaltete Bauteile eine Reibverbindung zwischen dem Antriebsteil und dem Abtriebsteil hergestellt wird.
  • Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Reibelement zwischen dem Antriebsteil und der Spindel angeordnet ist. Dies ermöglicht es, das Reibelement bezogen auf die Spindel radial außen und bezogen auf das Antriebsteil radial innen anzuordnen. Dies führt zu einer besonders kompakten Anordnung, welche außerdem eine besonders gute Einstellbarkeit der Reibkraft ermöglicht.
  • Bevorzugt ist es ferner, wenn das Reibelement mit Reibflächen zusammenwirkt, welche fein- oder feinstbearbeitet sind. Insbesondere handelt es sich bei einer solchen Reibfläche um einen Oberflächenabschnitt der Spindel, welcher schleifend bearbeitet ist, um eine hochgenaue, formschlüssige Verbindung mit einer Durchbrechung des Abtriebsteils herzustellen. Eine weitere Reibfläche kann durch einen Oberflächenabschnitt des Antriebsteils gebildet sein. Vorzugsweise wirkt das Reibelement ausschließlich mit fein- oder feinstbearbeiteten Reibflächen zusammen.
  • Das Reibelement ist vorzugsweise aus einem elastomeren Werkstoff hergestellt, so dass Reibkräfte schonend auf die mit dem Reibelement in Berührkontakt stehenden Bauteile übertragen werden können. Der elastomere Werkstoff ermöglicht darüber hinaus eine zuverlässige Übertragung von Reibkräften in einem weiten Temperaturbereich.
  • Das Reibelement ist vorzugsweise ringförmig, so dass es Reibkräfte entlang einer ringförmigen Übertragungsfläche übertragen kann und lokale Kraftspitzen vermieden werden.
  • Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Reibelement an dem Antriebsteil gehalten ist. Dies ermöglicht eine platzsparende Integration des Reibelements in das Antriebsteil. Gleichzeitig ist es möglich, dass das Reibelement an dem Antriebsteil fixiert ist uns sich relativ zu dem Antriebsteil nicht bewegt. Hierdurch ist es möglich, eine Reibverbindung entlang einer einzigen, vorzugsweise ringförmigen, Wirkfläche auf die Reibfläche eines weiteren Bauteils, insbesondere der Spindel, zu übertragen. Wenn das Reibelement ringförmig ist, kann sich dieses nach radial außen an dem Antriebsteil abstützen und mit einer nach radial innen weisenden Wirkfläche mit einer Umfangsfläche, insbesondere der Spindel, zusammenwirken.
  • Eine besonders zuverlässige Anordnung des Reibelements an dem Antriebsteil wird ermöglicht, wenn das Antriebsteil eine Nut, insbesondere eine Ringnut, zur Aufnahme des Reibelements aufweist.
  • Das Reibelement weist vorzugsweise ein kreisförmiges oder ovales Profil auf, so dass es mechanisch stabil ist und keine verschleißanfälligen Kanten aufweist.
  • Bei dem Antriebsteil handelt es sich vorzugsweise um einen Teil eines Planetengetriebes. Ein Planetengetriebe ermöglicht eine zuverlässige Kraftübertragung von der motorischen Antriebseinrichtung auf das Antriebsteil, wobei die Ausbildung des Antriebsteils als Teil des Planetengetriebes zu einer kompakten Anordnung führt.
  • Insbesondere handelt es sich bei dem Antriebsteil um einen Planetenträger eines Planetengetriebes, welcher in radialer Richtung weniger Bauraum beansprucht als ein Hohlrad eines Planetengetriebes. Der Planetenträger kann auch als Sonnenrad bezeichnet werden.
  • Insbesondere ist vorgesehen, dass eine Reibkraft des Reibelements derart eingestellt ist, dass diese eine vorgebbare Minimalkraft nicht unterschreitet und dass ein alternierender Wechsel zwischen dem Mitnahmezustand und dem Blockierzustand der Mitnahme-/Blockiervorrichtung zumindest dann verhindert wird, wenn das Werkzeuggerät im Mitnahmezustand der Mitnahme-/Blockiervorrichtung betrieben und die Antriebsgeschwindigkeit der Antriebseinrichtung reduziert wird und/oder wenn das Werkzeuggerät in einem Impulsbetrieb betrieben wird.
  • Beim Betrieb des Werkzeuggeräts im Mitnahmezustand der Mitnahme-/Blockiervorrichtung und gleichzeitiger Reduktion der Antriebsgeschwindigkeit kann es vorkommen, dass aufgrund der Massenträgheit der Spindel und des mit der Spindel verbundenen Werkzeugs die Abtriebsseite schneller dreht als die Antriebsseite. Bei aus dem Stand der Technik bekannten Werkzeuggeräten führt dies dazu, dass die Mitnahme-/Blockiervorrichtung in den Blockierzustand überführt wird, bis die Antriebsseite die Abtriebsseite wieder einholt und die Mitnahme-/Blockiervorrichtung zurück in den Mitnahmezustand überführt. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Reibelements, welches eine genügend hohe Reibkraft aufbringt, wird dieser unerwünschte Wechsel zwischen Mitnahmezustand und Blockierzustand verhindert.
  • Bei Betrieb des Werkzeuggeräts in einem Impulsbetrieb wird die Stromzufuhr zu der motorischen Antriebseinrichtung in aufeinanderfolgenden Intervallen kurzzeitig unterbrochen. Hierdurch können Drehmomentspitzen erzeugt werden, die für bestimmte Anwendungsfälle (beispielsweise das Lösen einer festsitzenden Schraube) gewünscht sind. Auch bei diesem Betrieb des Werkzeuggeräts kann der vorstehend beschriebene, unerwünschte Wechsel zwischen dem Mitnahmezustand und dem Blockierzustand der Mitnahme-/Blockiervorrichtung verhindern werden.
  • In entsprechender Weise ist es vorteilhaft, wenn eine Reibkraft des Reibelements derart eingestellt ist, dass diese eine vorgebbare Maximalkraft nicht überschreitet und dass bei Antrieb durch die Antriebseinrichtung das Antriebsteil unter Überwindung der Reibkraft relativ zu dem Abtriebsteil bewegbar ist, um die Mitnahme-/Blockiervorrichtung in ihren Mitnahmezustand zu überführen und/oder dass bei werkzeugseitigem Antrieb das Abtriebsteil unter Überwindung der Reibkraft relativ zu dem Antriebsteil bewegbar ist, um die Mitnahme-/Blockiervorrichtung in ihren Blockierzustand zu überführen. Die Reibkraft ist also niedrig genug eingestellt, damit die Antriebseinrichtung die Reibkraft überwinden kann, um die Mitnahme-/Blockiervorrichtung im Normalbetrieb des Werkzeuggeräts in mindestens einen Mitnahmezustand überführen zu können. Außerdem ist die vorgebbare Maximalkraft so bemessen, dass bei werkzeugseitigem Antrieb die Mitnahme-/Blockiervorrichtung in den Blockierzustand überführt wird.
  • Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels.
  • In der Zeichnung zeigt:
  • 1 eine Ausführungsform eines Werkzeuggeräts in einem Längsschnitt mit einer Mitnahme-/Blockiereinrichtung.
  • Eine in 1 dargestellte Ausführungsform eines Werkzeuggeräts 10 umfasst ein Gehäuse 12. Das Werkzeuggerät 10 weist eine nicht maßstabsgerecht und schematisch dargestellte motorische Antriebseinrichtung 14, insbesondere einen Elektromotor, auf, welcher von einer Energieversorgungseinrichtung 16 mit Energie versorgt wird. Bei der Energieversorgungseinrichtung 16 handelt es sich insbesondere um einen Akkumulator.
  • Die Antriebseinrichtung 14 dient zum Antrieb eines Ritzels 18, welches über ein insgesamt mit dem Bezugszeichen 20 bezeichnetes Getriebe ein Antriebsteil 22 antreibt. Das Antriebsteil 22 ist Teil einer Mitnahme-/Blockiereinrichtung 24, welche auch ein Abtriebsteil 26 umfasst. Das Abtriebsteil 26 ist drehfest mit einer Spindel 28 verbunden. Die Spindel 28 weist ein werkzeugseitiges Spindelende 30 auf, an welchem ein Werkzeug oder ein Werkzeughalter, insbesondere ein Bohrfutter, befestigbar ist.
  • Das Getriebe 20 umfasst drei aufeinanderfolgende Getriebestufen, nämlich eine erste Getriebestufe 32, eine zweite Getriebestufe 34 und eine dritte Getriebestufe 36.
  • Die erste Getriebestufe 32 umfasst das Motorritzel 18, welches ein Sonnenrad für erste Planetenräder 38 bildet. Die ersten Planetenräder 38 kämmen in einem gehäusefesten ersten Hohlrad 40.
  • Die ersten Planetenräder 38 sind an Achsen 42 eines zweiten Sonnenrads 44 der zweiten Getriebestufe 34 gelagert. Die zweite Getriebestufe 34 umfasst ferner mit dem zweiten Sonnenrad 44 zusammenwirkende zweite Planetenräder 46 und ein zweites Hohlrad 48. Das Hohlrad 48 ist mittels eines Schaltrads 49 relativ zu dem Gehäuse 12 fixierbar oder relativ zu dem Gehäuse 12 drehbar.
  • Die zweiten Planetenräder 46 sind auf Achsen 50 drehbar gelagert. Die Achsen 50 sind integral mit einem dritten Sonnenrad 52 der dritten Getriebestufe 36 ausgebildet. Die dritte Getriebestufe 36 umfasst ferner dritte Planetenräder 54 und ein drittes, relativ zu dem Gehäuse 12 drehfestes Hohlrad 56. Die dritten Planetenräder 54 sind auf Achsen 58 drehbar gelagert, welche einstückig mit dem Antriebsteil 22 ausgebildet sind.
  • Das Antriebsteil 22 ist mittels eines Kugellagers 60 an dem Gehäuse 12 drehbar gelagert.
  • Das Antriebsteil 22 weist auf seiner dem Getriebe 20 abgewandten Seite eine Mehrzahl von Antriebsabschnitten 62 auf, welche in einem Mitnahmezustand der Mitnahme-/Blockiereinrichtung 24 an Abtriebsabschnitten 64 des Abtriebsteils 26 anliegen und hierdurch eine Drehmomentübertragung ermöglichen.
  • Die Mitnahme-/Blockiereinrichtung 24 umfasst ferner mindestens einen Klemmkörper 66, welcher in einem Blockierzustand der Mitnahmeblockiereinrichtung 24 eine Klemmung des Abtriebsteils 26 relativ zu einem gehäusefesten Klemmring 68 bewirkt.
  • Hinsichtlich des Aufbaus und der Funktionsweise der Mitnahme-/Blockiereinrichtung 24 wird darüber hinaus Bezug genommen auf den Inhalt der europäischen Patentanmeldung EP 1 410 879 A1 der Metabowerke GmbH (”Automatischer Spindellook”).
  • Die Mitnahme-/Blockiereinrichtung 24 ist in axialer Richtung zum Spindelende 30 hin durch eine Scheibe 70 abgedeckt, mit welcher ein axiales Auswandern der Klemmkörper 66 verhindert wird.
  • Das Antriebsteil 22 und das Abtriebsteil 26 erstrecken sich ringförmig um ein antriebsseitiges Spindelende 72 der Spindel 28. Während das Antriebsteil 22 relativ zu der Spindel 28 frei drehbar ist, ist das Abtriebsteil 26 drehfest mit dem antriebsseitigen Spindelende 72 verbunden. Hierfür weist das antriebsseitige Spindelende 72 Oberflächenabschnitte 74 auf, welche eine formschlüssige, drehfeste Verbindung mit entsprechenden Gegenflächen 76 des Abtriebsteils 26 ermöglichen.
  • Die Spindel 28 weist eine Spindelachse 78 auf, entlang welcher die Spindel 28 mit Hilfe eines optionalen Schlagwerks 80 in axialer Richtung hin- und herbewegbar ist.
  • Die Spindel 28 ist über ein Kugellager 81 in dem Gehäuse 12 drehbar gelagert.
  • Das Antriebsteil 22 weist eine nach radial innen weisende Nut 82 auf, welche ringförmig ist und im Profil vorzugsweise rechteckförmig. In der Nut 82 ist ein Reibelement 84 aufgenommen, welches an dem Antriebsteil 22 drehfest gehalten ist.
  • Das Reibelement 84 ist ringförmig und umgreift das antriebsseitige Spindelende 72. Vorzugsweise ist das Reibelement 84 in Form eines handelsüblichen O-Rings ausgebildet. Das Reibelement 84 ist vorzugsweise aus einem polymeren Werkstoff, insbesondere aus einem Elastomerwerkstoff, hergestellt.
  • Das Reibelement 84 weist eine nach radial innen weisende, ringförmige Wirkfläche 86 auf, welche mit mindestens einer Reibfläche der Spindel 28 zusammenwirkt.
  • Beispielsweise sind entlang des Umfangs des Spindelendes 72 verteilt drei Reibflächen 88 vorgesehen, welche in Drehrichtung jeweils zwischen zwei Oberflächenabschnitten 74 vorgesehen sind.
  • Die Wirkfläche 86 des Reibelements 84 wirkt jeweils entlang eines Ringsegments mit einer der Reibflächen 88 zusammen. In diesen Bereichen steht das Reibelement 84 unter Vorspannung, so dass eine Drehbewegung der Spindel 28 relativ zu dem Antriebsteil 22 nicht verhindert, aber gehemmt wird.
  • Das Werkzeuggerät 10 funktioniert folgendermaßen:
    Bei Antrieb mittels der Antriebseinrichtung 14 wird das Motorritzel 18 gedreht, welches mit den ersten Planetenrädern 38 der ersten Getriebestufe 32 kämmt. Die ersten Planetenräder 38 wälzen an dem ersten Hohlrad 40 ab, hierdurch werden die Achsen 42 um die Spindelachse 78 herum bewegt und treiben das zweite Sonnenrad 44 an. Von dem zweiten Sonnenrad 44 wird die Drehbewegung über die zweiten Planetenräder 46, welche mit dem zweiten Hohlrad 48 kämmen, auf die Achsen 50 des dritten Sonnenrads 52 übertragen. Von diesem aus wird die Drehbewegung auf die dritten Planetenräder 54 übertragen, welche mit dem dritten Hohlrad 56 kämmen. Durch das Abwälzen der dritten Planetenräder 54 auf dem dritten Hohlrad 56 werden die Achsen 58 um die Spindelachse 78 herum bewegt, so dass das Antriebsteil 22 drehangetrieben wird. Die Antriebsabschnitte 62 des Antriebsteils 22 gelangen in Anlage mit den Abtriebsabschnitten 64 des Abtriebsteils 26, so dass die Spindel 28 in Drehrichtung angetrieben wird und ein an dem werkzeugseitigen Spindelende montiertes Werkzeug oder ein dort montierter Werkzeughalter in eine entsprechende Drehbewegung versetzt wird.
  • Bei Antrieb der Spindel 28 von dem werkzeugseitigen Spindelende 30 her ist die Antriebseinrichtung 14 ausgeschaltet. Ein über ein Werkzeug, beispielsweise einen Schraubendreher, in die Spindel 28 eingeleitetes Drehmoment wird auf das Abtriebsteil 26 übertragen und von diesem über die Klemmkörper 66 in den gehäusefesten Klemmring 68 eingeleitet. Hierdurch wird die Mitnahme-/Blockiereinrichtung 24 in ihren Blockierzustand überführt. Hierdurch kann das Werkzeuggerät 10 bei deaktivierter Antriebseinrichtung 14 als Handgerät, insbesondere als handbetriebener Schrauber, verwendet werden.
  • Wenn das Werkzeuggerät 10 in einem Impulsbetrieb mit kurzfristiger Unterbrechung der Energieversorgung durch die Energieversorgungseinrichtung 16 betrieben wird, oder wenn das Werkzeuggerät 10 bei aktivierter Antriebseinrichtung 14 von einer höheren Antriebsgeschwindigkeit auf eine niedrigere Antriebsgeschwindigkeit abgebremst wird, wird ein unerwünschter Wechsel zwischen einem Mitnahmezustand der Mitnahme-/Blockiereinrichtung 24 und einem Blockierzustand mit Hilfe des Reibelements 84 verhindert. Das Reibelement 84 bremst die Spindel 28 ab, so dass eine Relativbewegung zwischen dem Abtriebsteil 26 und dem Antriebsteil 22 gehemmt wird.
  • Die mit Hilfe des Reibelements 84 erzeugte Reibkraft ist jedoch niedrig genug, um bei einem werkzeugseitigem Antrieb die Mitnahme-/Blockiereinrichtung 24 in ihren Blockierzustand zu überführen.
  • Das Werkzeuggerät 10 ermöglicht einen geräuscharmen, verschleißarmen und gleichzeitig komfortablen Betrieb.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 29715257 U1 [0002]
    • - EP 1410879 A1 [0038]

Claims (12)

  1. Handgeführtes Werkzeuggerät (10), insbesondere Bohrmaschine oder Schrauber, mit einer motorischen Antriebseinrichtung (14), einer Spindel (28), einem relativ zu der Spindel (28) drehbaren Antriebsteil (22) und mit einem mit der Spindel (28) drehfest verbundenen Abtriebsteil (26), sowie mit einer Mitnahme-/Blockiervorrichtung (24), mit welcher in einem Mitnahmezustand bei Antrieb durch die Antriebseinrichtung (14) eine Drehmomentübertragung vom Antriebsteil (22) über die Mitnahme-/Blockiervorrichtung (24) auf das Abtriebsteil (26) und auf die Spindel (28) erfolgt und mit welcher in einem Blockierzustand die Spindel (28) bei einem werkzeugseitigen Antrieb in Drehrichtung blockiert ist, dadurch gekennzeichnet, dass zur Hemmung einer Relativbewegung des Antriebsteils (22) und des Abtriebsteils (26) mindestens ein Reibelement (84) vorgesehen ist, welches unter Umgehung der Mitnahme-/Blockiereinrichtung (24) zwischen dem Antriebsteil (22) und dem Abtriebsteil (26) wirksam ist.
  2. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Reibelement (84) zwischen dem Antriebsteil (22) und der Spindel (28) angeordnet ist.
  3. Handgeführtes Werkzeuggerät nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reibelement (84) mit mindestens einer Reibfläche (88) zusammenwirkt, welche fein- oder feinstbearbeitet sind.
  4. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reibelement (84) aus einem elastomeren Werkstoff hergestellt ist.
  5. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reibelement (84) ringförmig ist.
  6. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reibelement (84) an dem Antriebsteil (22) gehalten ist.
  7. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsteil (22) eine Nut (82), insbesondere eine Ringnut, zur Aufnahme des Reibelements (84) aufweist.
  8. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reibelement (84) ein kreisförmiges oder ovales Profil aufweist.
  9. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsteil (22) Teil eines Planetengetriebes ist.
  10. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsteil (22) ein Planetenträger eines Planetengetriebes ist.
  11. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Reibkraft des Reibelements (84) derart eingestellt ist, dass diese eine vorgebbare Minimalkraft nicht unterschreitet und dass ein alternierender Wechsel zwischen dem Mitnahmezustand und dem Blockierzustand der Mitnahme-/Blockiervorrichtung (24) zumindest dann verhindert wird, wenn das Werkzeuggerät (10) im Mitnahmezustand der Mitnahme-/Blockiervorrichtung (24) betrieben und die Antriebsgeschwindigkeit der Antriebseinrichtung (14) reduziert wird und/oder wenn das Werkzeuggerät (10) in einem Impulsbetrieb betrieben wird.
  12. Handgeführtes Werkzeuggerät (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Reibkraft des Reibelements (84) derart eingestellt ist, dass diese eine vorgebbare Maximalkraft nicht überschreitet und dass bei Antrieb durch die Antriebseinrichtung (14) das Antriebsteil (22) unter Überwindung der Reibkraft relativ zu dem Abtriebsteil (26) bewegbar ist, um die Mitnahme-/Blockiervorrichtung (24) in ihren Mitnahmezustand zu überführen und/oder dass bei werkzeugseitigem Antrieb das Abtriebsteil (26) unter Überwindung der Reibkraft relativ zu dem Antriebsteil (22) bewegbar ist, um die Mitnahme-/Blockiervorrichtung (24) in ihren Blockierzustand zu überführen.
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Citations (2)

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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE29715257U1 (de) 1997-08-26 1997-12-04 Atlas Copco Electric Tools GmbH, 71364 Winnenden Mitnahmevorrichtung
EP1410879A1 (de) 2002-10-17 2004-04-21 Metabowerke GmbH Automatischer Spindellock

Patent Citations (2)

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