DE20201723U1 - Brandschutzkabel - Google Patents

Brandschutzkabel

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    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01BCABLES; CONDUCTORS; INSULATORS; SELECTION OF MATERIALS FOR THEIR CONDUCTIVE, INSULATING OR DIELECTRIC PROPERTIES
    • H01B7/00Insulated conductors or cables characterised by their form
    • H01B7/17Protection against damage caused by external factors, e.g. sheaths or armouring
    • H01B7/29Protection against damage caused by extremes of temperature or by flame
    • H01B7/295Protection against damage caused by extremes of temperature or by flame using material resistant to flame

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Description

G 854
• ·
- 1 BESCHREIBUNG
Die Erfindung betrifft ein Kabel mit brandschutztechnischer Ausstattung, insbesondere Koaxialkabel, mit einem sich im Kabel erstreckenden Hohlraum sowie eine Kabelanordnung mit einem solchen Kabel.
Kabel mit brandschutztechnischer Ausstattung sind grundsätzlich bekannt. Das deutsche Gebrauchsmuster DE 200 21 032 Ul beschreibt hierzu eine in den Kabelhohlraum eingebrachte Sperrschicht beispielsweise aus Mineralwolle. Dabei wird die Sperrschicht im Bereich der Wanddurchführung des Kabels angeordnet.
Ohne eine derartige Brandschutzvorkehrung hatte sich gezeigt, daß Kabel mit sich in Längsrichtung erstreckenden Hohlräumen, insbesondere Koaxialkabel, die für Antennen-, Daten- und Kommunikationsanlagen verwendet werden, eine besondere Gefahr im Brandfall darstellen, weil sich ein Feuer auch innerhalb 0 des Kabels ausbreiten und Wände, Decken und andere Raumabteilungen überwinden kann. Diese Gefahr nimmt mit zunehmender Größe des Ringspaltes (Hohlraum) zu und ist bei großvolumigen Antennenkabeln besonders ausgeprägt. Die nach DE 200 21 032 Ul vorgeschlagene Brandabschottungseinrichtung verbessert das Brandschutzverhalten derartiger Kabelinstallationen zwar erheblich, jedoch bedarf es einer sorgfältigen Installation, da die im Hohlraum eingebrachte Sperrschicht genau an den Bereichen der Kabelwanddurchführungen angeordnet werden sein muß. Darüber hinaus ist das Einbringen von zusätzlichen Sperrschichten im Hohlraum des Kabels konstruktiv aufwendig und beeinträchtigt die elektrischen Eigenschaften des Kabels.
G 854 .:
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Kabel der eingangs genannten Art brandschutztechnisch so auszustatten, daß bei relativ einfacher Herstellung des Kabels und Installation eine gute Brandschutzwirkung erreicht wird.
Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß sich im Hohlraum des Kabels ein Löschgas befindet, das geeignet ist, einer Ausbreitung eines Feuers über das Kabel entgegenzuwirken.
Das gemäß der Erfindung verwendete Kabel kann ein Kabel mit elektrischen Leitern sein, wie beispielsweise ein Antennenoder Datenkommunikationskabel. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf ein solches Kabel beschränkt, sondern bezieht sich auch auf alle anderen Kabel, bei denen aus technischen oder anderen Gründen ein ."innenliegender Hohlraum vorgesehen ist. Beispielsweise sind auch Kabel mit optischen Leitern als Brandschutzkabel gemäß der vorliegenden Erfindung 0 verwendbar.
Als Löschgas eignet sich insbesondere ein Halon. Halone sind Halogenkohlen(wasser)stoffe, die als Feuerlöschmittel verwendet werden. Eine besonders gute Feuerlöschwirkung geht 5 unter anderem von Heptafluorpropan aus, das als Löschgas unter der Bezeichnung FM-200 erhältlich ist. Als weitere Löschgase kommen beispielsweise in Frage: Trifluormethan (FE-13), Hexafluorpropan (FE-36), Bromtrifluormethan (Halon 1301), Tetrafluorethan (Halotron 2), Pentafluorethan (FE-25), Octafluorpropan (PFP) , Decafluorbutan (CEA-410) und Trifluoriodmethan (Triode).
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Löschgase im Sinne dieser Erfindung können aber auch alle Inertgase wie Argon, Stickstoff oder Kohlendioxid oder Gaszusammensetzungen sein, die geeignet sind, einer Ausbreitung eines Feuers über das Kabel entgegenzuwirken. Geht von dem Löschgas keine feuerinhibierende Wirkung wie beispielsweise im Falle der Halone aus, sondern verdrängen die Löschgase nur den Luftsauerstoff, muß die Konzentration der Löschgase diesem Verdrängungseffekt angepaßt sein. Im Falle von Kohlendioxid sind hierfür beispielsweise 30...50 Volumenprozent erforderlich.
Darüber hinaus lassen sich auch andere Löschgase verwenden, die der Fachmann anhand bestehender Anforderungen auswählen bzw. in der erforderlichen Zusammensetzung kombinieren und einsetzen kann.
In bevorzugter Weise ist der Hohlraum des Kabels vollständig mit Löschgas gefüllt. Je nach Wirksamkeit des Löschgases reicht aber auch schon eine Konzentration des Löschgases im Hohlraum des Kabels von mindestens 3 Volumenprozent aus. In einer Ausgestaltung der Erfindung beträgt die Konzentration des Löschgases 8 ... 20 Volumenprozent.
Um das Brandschutzkabel mit Löschgas befüllen und 5 gegebenenfalls kontinuierlich versorgen zu können, ist das Kabel mit einem Anschlußelement versehen, das mit einer Einspeiseeinrichtung verbindbar ist. Ein derartiges Anschlußelement läßt sich beispielsweise am Kabelende vorsehen. Es kann aber auch in der Seitenwand des Kabels angeordnet sein, je nachdem, an welcher Stelle des Kabels die Löschgaszufuhr gewünscht ist.
G854
Bei der Brandschutzkabelanordnung gemäß der vorliegenden Erfindung ist das Kabel mit einer Einspeiseeinrichtung über eine Zuleitung verbunden. Die Einspeiseeinrichtung sorgt für die Einleitung des Löschgases in den Hohlraum des Kabels. Dabei kann die Einleitung des Löschgases im Falle eines Brandes aktiv ausgelöst werden, wenn als Mittel zur Einleitung des Löschgases eine Einspeiseeinrichtung mit ansteuerbarem Ventil sowie eine Zuleitung zum Hohlraum des Kabels vorgesehen sind.
Die Einleitung des Löschgases kann durch einen Rauchmelder ausgelöst werden. Ein derartiger Rauchmelder kann in dem zu überwachenden Brandschutzbereich angebracht und über eine Wirkleitung mit einem ansteuerbaren Ventil verbunden sein.
Selbstverständlich können auch andere Auslösesensoren verwendet werden. Ferner kann eine Auslösung bei Brandalarm zum Beispiel über Brandmeldezentralen und/oder eine manuelle Auslösung der Gaseinleitung verwirklicht werden.
Um die gewünschte Konzentration des Inertgases im Hohlraum des Kabels zu erreichen und darin gewöhnlich enthaltene Luft ausreichend zu verdrängen, werden die Löschgase druckbeaufschlagt eingeleitet. Darüber hinaus bietet die Druckbeaufschlagung den Vorteil, daß im Falle eines Brandes das aus dem Kabel austretende Löschgas einer Brandausbreitung entgegenwirkt.
Um einen ausreichenden Gasvorrat sicherzustellen, ist entweder in der Einspeiseeinrichtung eine Druckflasche 0 angeordnet oder die Einspeiseeinrichtung ist an einen externen Gasvorrat über eine Versorgungsleitung angeschlossen.
• ·
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung detailliert beschrieben.
.
Fig. 1 zeigt dabei eine schematisierte Darstellung des erfindungsgemäßen Kabels in einer bevorzugten Kabelanordnung.
In Fig. 1 ist im Längsschnitt ein Kabel 1 dargestellt, das als Koaxialkabel mit einem zentrisch angeordneten Leiter 2 und einem äußeren, den zentrisch angeordneten Leiter 2 koaxial umgebenden zweiten Leiter 3 versehen ist. Zwischen den Leitern 2 und 3 ist ein Hohlraum 4 in Form eines Ringspalts ausgebildet. Die Leiter 2, 3 sind selbstverständlich untereinander isoliert. Ferner weist das Kabel 1 eine isolierende schützende, hier nicht näher dargestellte Ummantelung insbesondere aus Kunststoffen auf. Weiter sind Abstandshalter 13 beispielsweise aus HDPE oder 0 anderen Kunststoffen in Form von Ringen, Spiralen oder
dergleichen vorhanden. Diese Abstandshalter, die in Längsrichtung durchbrochen ausgebildet sein können, zentrieren den innenliegenden Leiter 2 im koaxial darum angeordneten Leiter 3.
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Ferner ist in Fig. 1 im Ausschnitt in geschnittener Darstellung eine Wand oder Decke 16 dargestellt. Die Wand oder Decke 16 weist einen Durchbruch 9 zur Kabeldurchführung 7 auf, durch die das Kabel 1 geführt ist.
0 In der Kabeldurchführung 7 ist eine brandschutztechnische Abschottung 10 zwischen dem Durchbruch 9 in der Wand bzw. Decke 16 und dem Kabel 1 eingefügt. Die Abschottung 10
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besteht bevorzugt aus Brandschutzmörtel oder aus einer . Mineralfaserplatte, die mit einer flammenhemmenden Beschichtung 11 versehen ist und die Kabeldurchführung 7 gegen Durchtritt von Feuer und Rauch abdichtet. Die Abschottung 10 wirkt allerdings nur außerhalb des Kabels 1.
In Fig. 1 befindet sich oberhalb der Wand bzw. Decke 16 der brandgefährdete und zu überwachende Raum X. Entsprechend ist die flammenhemmende Beschichtung 11 auf der nach oben gerichteten Oberfläche der Abschottung 10 ausgebildet. Im Raum Y unterhalb der Wand bzw. Decke 16 ist eine Einspeiseeinrichtung 2 0 angeordnet, die über eine Zuleitung 21 mit dem Hohlraum 4 des Kabels 1 verbunden ist. Entsprechend ist die Zuleitung 21 mit einer geeigneten Anschlußkupplung 22 an dem Kabel 1 angeschlossen.
Von der Einspeiseeinrichtung 2 0 gelangt das Löschgas in den Hohlraum 4 des Kabels 1. Dabei kann das Löschgas in nicht näher dargestellten Druckflaschen beverratet sein. Zur bedarfsweisen Einleitung des Löschgases aus der Einspeiseeinrichtung 20 ist in der Zuleitung 21 ein ansteuerbares Ventil 23 angeordnet. Das ansteuerbare Ventil 23 ist über Wirkleitung 24 mit einem Rauch-/ Brandmelder 25 im brandgefährdeten und zu überwachenden 5 Raum X verbunden.
Nachfolgend wird die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Kabels beziehungsweise der Brandschutzkabelanordnung anhand der Ausgestaltung gemäß Fig. 1 beschrieben. 30
Bei der in Fig. 1 dargestellten Anordnung befindet sich der brandgefährdete und zu überwachende Raum X oberhalb der Wand
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bzw. Decke 16. Bei normalem Betrieb ist der Hohlraum 4 mit Umgebungsluft befüllt. Die Einspeiseeinrichtung 20 enthält einen ausreichenden Gasvorrat, der in regelmäßigen Zeitabständen geprüft wird. Dabei wird ferner die Funktionsfähigkeit der Anlage geprüft.
Im Brandfall wird vom Rauchmelder 25 über die Wirkleitung ein Signal geliefert, womit das ansteuerbare Ventil 23 öffnet. Das in der Einspeiseeinrichtung 20 unter Druck bevorratete Löschgas strömt darauf hin über Zuleitung 21 und Anschlußkupplung 22 in den Hohlraum 4 des Kabels 1 ein. In dem Hohlraum 4 vermischt sich das einströmende Inertgas mit der darin befindlichen Luft bzw. verdrängt diese im Hohlraum 4 befindliche Luft. Das Löschgas durchströmt dabei das Kabel 1 und tritt an einer vorgegebenen Stelle, beispielsweise über ein nicht dargestelltes Ausströmventil, wieder aus, da die im Hohlraum angeordneten Abstandshalter in Längsrichtung durchbrochen ausgebildet sind.
0 Aufgrund der so im Kabelhohlraum 4 gebildeten inerten Atmosphäre kann sich ein Feuer nicht über das Kabel ausbreiten und auf diese Weise durch Wände, Decken und andere Raumabteilungen gelangen.
Vorteilhaft dabei ist insbesondere, daß die Gaszuführung über lange Kabelabschnitte möglich und eine exakte Positionierung einer gesondert einzubringenden Brandsperrschicht nicht erforderlich ist. Es muß lediglich sichergestellt werden, daß bei derartigen Kabeldurchführungen jeweils auf dem ungefährdeten Bereich eine Gaseinspeisung bedarfsweise erfolgen kann.
- 8 Bezugszeichenliste
1 Kabel
2 zentrischer Leiter
3 koaxialer, zweiter Leiter
4 Hohlraum
7 Kabeldurchführung
9 Durchbruch
10 Abschottung
11 flammenhemmende Beschichtung
13 Abstandshalter 15
16 Wand, Decke
20 Einspeiseeinrichtung
21 Zuleitung
0 22 Anschlußelement
23 Ventil
24 Wirkleitung
25 Rauchmelder

Claims (10)

1. Kabel mit brandschutztechnischer Ausstattung, insbesondere Koaxialkabel, mit einem sich im Inneren des Kabels (1) erstreckenden Hohlraum (4), dadurch gekennzeichnet, daß sich im Hohlraum (4) ein Löschgas befindet, das geeignet ist, einer Ausbreitung eines Feuers über das Kabel (1) entgegenzuwirken.
2. Kabel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Löschgas ein Halon verwendet wird.
3. Kabel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration des Löschgases im Hohlraum (4) mindestens 3 Volumenprozent beträgt.
4. Kabel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration des Löschgases im Hohlraum (4) 8. . .20 Volumenprozent beträgt.
5. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Kabel (1) über ein Anschlußelement (22) verfügt, über das das Kabel (1) mit einer Einspeiseeinrichtung (20) verbindbar ist.
6. Kabelanordnung mit einem Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Kabel (1) mit einer Einspeiseeinrichtung (20) zur Einleitung des Löschgases in den Hohlraum (4) des Kabels (1) verbunden ist.
7. Kabelanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Einspeiseeinrichtung (20) über eine Zuleitung (21) mit dem Hohlraum (4) des Kabels (1) verbunden ist und ein ansteuerbares Ventil (23) aufweist.
8. Kabelanordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß in einem zu überwachenden Brandschutzbereich (X) ein Rauchmelder (25) vorgesehen ist, der über eine Wirkleitung (24) mit dem ansteuerbaren Ventil (23) verbunden ist.
9. Kabelanordnung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die eingeleiteten Gase druckbeaufschlagt sind.
10. Kabelanordnung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Einspeiseeinrichtung (20) einen Gasvorrat, bevorzugt in einer Druckflasche, enthält oder an einen externen Gasvorrat über eine Versorgungsleitung angeschlossen ist.
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