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Einleitung
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Die Erfindung betrifft eine Bürste für eine Vorrichtung zur Reinigung von Kantenbereichen einer mit einem Umleimer versehenen melaminbeschichteten Möbelbauplatte bzw. eines HPL-beschichteten Plattenelementes, umfassend ein Trägerelement, welches mittels eines Drehantriebes um die Mittelachse der Bürste drehbar ist, wobei an dem Trägerelement wenigstens ein Borstenkranz mit äquidistant angeordneten Borstenbesätzen vorgesehen ist.
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Stand der Technik
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Diese aus dem Stand der Technik bekannten Bürsten werden an Bürstenvorrichtungen angesetzt, die die Aufgabe haben, Reste eines Klebers bzw. eines Leimfilms von der Oberfläche und hier insbesondere im Kantenbereich einer beschichteten Platte zu entfernen. Die Kleberreste würden insbesondere bei hochwertigen Möbeln, wie beispielsweise Küchen, nach dem Austrocknen für einen unschönen Anblick insbesondere im Kantenbereich sorgen. Um diese Leimreste oder Kleberreste zu entfernen, bedarf es dann aufwändiger Reinigungsarbeiten mit Lösemitteln, um diesen Kantenbereich wieder rein zu bekommen.
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Bei der vorgeschlagenen Bürste wird eine Bürstenvorrichtung zugrunde gelegt, wie diese in der
DE 10 2017 113 200 A1 beschrieben wird.
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Die bekannte Bürstenvorrichtung zur Reinigung des Kantenbereichs eines Werkstücks mit zumindest einer Flächenseite und zumindest einer Stirnseite, wobei die Stirnseite mittels eines Klebers mit einem Kantenstreifen beschichtet ist, umfasst eine Borstenhalterung, welche von einem Antrieb um eine Drehachse in Drehrichtung versetzt wird. Die Ebene der Flächenseite schließt mit der Drehachse des Antriebs bevorzugt einen Winkel ein.
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An der Borstenhalterung sind Borsten angeordnet, die mit der Drehachse einen Winkel einschließen, sodass die Borsten auf der Flächenseite im Kantenbereich zur Anlage kommen. Die Bürstenvorrichtung selbst umfasst hierbei eine Borstenhalterung, welche von einem Antrieb um eine Drehachse herum in Drehrichtung versetzt wird. Die Ebene der Flächenseite schließt mit der Drehachse einen Winkel ein. Hierbei sind die Borsten also an der etwa parallel zur Ebene der Flächenseite drehenden Borstenhalterung angeordnet und haben in ihrer Ausrichtung einen zur Drehachse senkrechten Anteil. Durch diese Art der Ausrichtung berühren die Borsten die zu reinigende Flächenseite. So werden die Borsten in einer kreisenden Bewegung über die zu reinigende Fläche geführt.
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Im oben beschriebenen Stand der Technik berühren die Borsten die zu reinigende Flächenseite nur an einer Stelle tangential und entfernen sich dann sofort wieder von der Flächenseite infolge der Drehung der Borstenhalterung in der Winkellage. Somit steht etwa ein Teil eines Viertelkreisbogens auf der Oberfläche der Flächenseite in Eingriff, um die Reinigung zu bewirken.
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Je senkrechter die Drehachse auf der Ebene der Flächenseite steht, desto größer ist der Eingriff des Borstenkreisbogens, weil sich die Borsten dann weniger von der Flächenseite abheben und eine längere Kontaktzeit mit der Flächenseite haben, sodass die Borsten länger auf der Flächenseite einwirken können. Als nachteilig wirkt sich dabei jedoch aus, dass bei einem Eingriff eines Borstenhalbkreises auf der Oberfläche durch die in Eingriff stehenden Borsten auch Kleberreste vom Kantenbereich in die zurückliegende Oberfläche eingerieben werden, was sich auf den Reinigungseffekt ungünstig auswirkt.
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Wie oben beschrieben, dreht sich die Borstenhalterung in Parallelebene zur zu reinigenden Flächenseite. Die Borsten können hierbei in einem geringen Winkel zur Flächenebene angeordnet sein, sodass sie soeben die Fläche berühren.
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Die aus dem Stand der Technik bekannte Bürste für die beschriebene Bürstenvorrichtung hat dahingehend Nachteile, dass eine effektive Reinigung nicht stattfindet, weil insbesondere die Einwirkung der bekannten Borsten auf die zu reinigende Fläche nicht den gewünschten Abtrag von der Oberfläche erbringt. Die bekannten Borsten neigen dazu, die Leimreste in die Oberfläche einzumassieren, sodass ein Leim-Film zurückbleibt. Es ist dann immer noch erforderlich, dass von Hand nachgereinigt werden muss, um insbesondere den zurückbleibenden Leim-Film am Kantenbereich zu entfernen, was oft nicht ohne den Einsatz von lösemittelhaltigen Flüssigkeiten möglich ist.
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Aufgabe
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Bürste für die vorbeschriebene Bürstenvorrichtung derart weiterzubilden, die insbesondere eine Reinigung des Kantenbereichs bereitstellt, die keine Nacharbeit bzw. Nachreinigung erfordert.
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Erfindungsgemäß wird dieses Problem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, wobei sich vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung aus den Unteransprüchen ergeben.
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Die mit der Erfindung erreichten Vorteile bestehen darin, dass die erfindungsgemäße Bürste aus einem Trägerelement besteht, an dem die Borsten an einem Borstenkranz mit einem äquidistant angeordneten Borstenbesatz vorgesehen sind. Dabei bestehen insbesondere die einzelnen Borsten in dem Borstenbesatz aus kurz und dicht gehaltenen Nylon-Filalmenten. Aufgrund der kurzen und äußerst dichten Anordnung der Borsten in dem Besatz wird infolge der Drehbewegung der Bürste eine abrasive Wirkung auf der zu reinigenden Fläche bereitgestellt. Dies führt dazu, dass die Borsten eine reibende und schleifende Wirkung entfalten, wobei die Borsten eine glättende und reinigende Eigenschaft aufweisen, die den gewünschten Effekt hervorrufen.
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Die kurz und dicht gehaltenen Nylon-Filalmente in den einzelnen Borstensätzen haben den Vorteil, dass sie die hinreichende Abriebkraft auf der Fläche bewirken, um auf diese Weise hart anhaftenden Leim bzw. den sich bildenden Leim-Film von der beschichteten Oberfläche abzuschaben, ohne dass sich hier Beschädigungen am Kantenbereich ergeben. Die Nylon-Fäden bestehen hierbei aus elektrostatisch leitendem Kunststoff, der insbesondere auch in der Lage ist, Aufladungen abzuleiten.
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In vorteilhafter Ausgestaltung weisen die einzelnen Nylon-Filamente eine Dicke im Durchmesser von ca. 0,2 - 0,8 mm auf, wobei die aus dem Trägerelement herausragende freie Länge bei den einzelnen Nylon-Filamenten etwa 10 - 30 mm je nach gewünschter Abrasivität aufweist. Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung umfasst die Rundbürste zwei Borstenkränze mit äquidistant angeordneten Borsten. Dabei ist der auf dem Trägerelement innen angeordnete Borstenkranz versetzt zum äußeren am Trägerelement angeordneten Borstenkranz angeordnet. Aufgrund dieser Ausbildung wird erreicht, dass ein breiter ringförmiger Borstenkranz bereitgestellt wird, der einen breit angelegten Bürstenring zur Verfügung stellt, um hier Leimreste und anderen Schmutz von der Kante der Platte abzubürsten.
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Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der einzelne Borstenbesatz des inneren Borstenkranzes in den Zwischenräumen des Borstenbesatzes des äußeren Borstenkranzes angeordnet. In Weiterbildung ist das Trägerelement aus einem aus Kunststoff gefertigten Ringelement hergestellt, wobei in dessen Zentrumsachse eine Öffnung zur Aufnahme der Drehachse für den Antrieb an der Bürstenvorrichtung vorgesehen ist.
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In Weiterbildung sind der Borstenkranz oder die Borstenkränze an dem Trägerelement axial angeordnet, wobei nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung auch der Borstenkranz oder die Borstenkränze an dem Trägerelement radial angeordnet sein können.
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Ausführungsbeispiele
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Die Erfindung ist nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels, das in den Figuren dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigt:
- 1: Eine schematische Darstellung der Möbelplatte in der Seitenansicht mit der
- Bürste in ihrer Winkellage und Stellung zur Möbelplatte im Kantenbereich, 2: Eine weitere schematische Darstellung der Möbelplatte in der Stirnansicht mit der Bürste in ihrer Winkellage und Stellung zur Möbelplatte im Kantenbereich,
- 3: Eine Einzelansicht der Büste in Seitenansicht gemäß 1,
- 4: Eine weitere Ansicht der Bürste in der Unteransicht auf die Borstenkränze, und
- 5: Eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bürste mit radial angeordneten Borstensätzen an dem Trägerelement.
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Die 1 und 2 zeigen in schematischen Darstellungen die Bürste 1 in unterschiedlichen Ansichten in ihrer Arbeitsstellung. Hierbei ist die Drehachse 2 des nicht näher dargestellten Bürstenträgers unter einem kleinen Winkel 3 zum Kantenbereich 4 der Möbelplatte 5 ausgerichtet. So zeigt die 1 die Winkelstellung der Bürste 1 mit der in Pfeilrichtung angedeuteten Drehung in Ansicht auf die Längsseite 6 der Möbelplatte 5. Bei dieser Ansicht würde im Betrieb die Möbelplatte 5 aus der Ansichtsebene herauskommen. Eine andere Ansicht zeigt die 2, in der ebenfalls die Winkelstellung der Bürste 1 mit der in Pfeilrichtung angedeuteten Drehung in Ansicht auf die Stirnseite 7 der Möbelplatte 5 dargestellt ist. Bei dieser Ansicht bewegt sich die Möbelplatte 5 gemäß der Pfeilrichtung unter der drehenden Bürste 1. Infolge der Bürstenstellung und Bürstenlage in Bezug zur Oberfläche der Möbelplatte 5 im Kantenbereich steht ca. ein Viertelkreisbogen der Bürste 1 in Berührung zur Oberfläche.
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Die Drehung der Bürste 1 ist mittels der Pfeilrichtung angegeben, sodass die Bürste 1 über eine Fläche nach hinten weg dreht, um das auf der Oberfläche haftende Material abzubürsten.
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Die Bürste 1 ist für eine Vorrichtung zur Reinigung von Kantenbereichen 4 einer mit einem Umleimer versehenen melaminbeschichteten Möbelplatte bzw. einem HPL-beschichteten Plattenelement 5 bestimmt. Hierbei umfasst die Bürste 1 selbst ein Trägerelement 8, welches um die Drehachse 2 der Bürste 1 drehbar ist. Dabei ist an dem Trägerelement 8 wenigstens ein Borstenkranz 8 mit einem äquidistant angeordneten Borstenbesatz 10 vorgesehen. Der Borstenbesatz 10 ist hierbei näher in den 3, 4 und 5 zu erkennen ist. Wie insbesondere aus den 4 und 5 näher zu erkennen ist, besteht der einzelne Borstenbesatz 10 aus einer Vielzahl von kurz gehaltenen Nylon-Filalmenten 11, wie diese in den 3 und 4 angeordnet sind. Hierbei weisen die einzelnen Nylon-Filalmente 11 eine Dicke von 0,2 - 0,8 mm auf. Die einzelnen Nylon-Filalmente 11 haben hierbei eine Länge, die aus dem Trägerelement 8 mit einer Länge von ca. 10 - 20 mm hinausragen.
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Wie insbesondere aus der 4 aus der Unteransicht der Bürste 1 zu erkennen ist, umfasst die Bürste 1 zwei Borstenkränze 9 und 12 mit äquidistant angeordnetem Borstenbesatz 10, wobei der auf dem Trägerelement 8 innen angeordnete Borstenkranz 12 versetzt zu dem äußeren am Trägerelement 8 angeordneten Borstenkranz 9 angeordnet ist. Dies ist beispielsweise aus den 4 und 5 näher zu erkennen. Dabei versteht es sich, dass der einzelne Borstenbesatz 10 des inneren Borstenkranzes 12 in den Zwischenräumen des Borstenbesatzes 10 des äußeren Borstenkranzes 9 angeordnet ist. Aufgrund dieser Ausbildung wird erreicht, dass eine quasi ringförmig flächige Reinigung am Kantenbereich erfolgt.
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Das Trägerelement 8 besteht aus einem aus Kunststoff gefertigten Ringelement, in dessen Zentrumsachse eine Öffnung 13 zur Aufnahme einer nicht näher dargestellten Drehachse der Bürstenvorrichtung vorgesehen ist. Wie insbesondere in der Gegenüberstellung der 4 und 5, ist in der 4 eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bürste 1 dargestellt, wie sie auch in der 1 im Kantenbereich 4 dargestellt ist. Hierbei sind die Borstenkränze 9 und 12 an dem Trägerelement 8 axial angeordnet, sodass eine im Bogenbereich flächige Reinigung erzielt wird. Die 5 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bürste 1, wobei hier die Borstenkränze 9 und 12 an dem Trägerelement 8 radial angeordnet sind. Bei dieser Ausführungsform versteht es sich, dass dann die Antriebsachse entsprechend parallel und ebenfalls unter einem leichten Winkel zur Flächenebene der Möbelplatte 5 verläuft.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Bürste
- 2
- Drehachse
- 3
- Winkel
- 4
- Kantenbereich
- 5
- Möbelplatte
- 6
- Längsseite Möbelplatte
- 7
- Stirnseite Möbelplatte
- 8
- Trägerelement
- 9
- Borstenkranz
- 10
- Borstenbesatz
- 11
- Nylon-Filalment
- 12
- Borstenkranz
- 13
- Öffnung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102017113200 A1 [0003]