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Jäger warten häufig lange, bis ihr jagdbares Wild erscheint. Das Erscheinen des Wildes kann oft nur von kurzer Dauer sein. In der Regel ist ein präziser Schuss erforderlich, daher muss der Jäger aus der günstigsten und bequemsten Position schießen. Dabei sorgt eine 3-Punkt-Auflage für eine möglichst stabile und ruhige Position für den Schuss, was zu einer höheren Treffsicherheit führt.
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Die 3-Punkt-Auflage bezieht sich auf eine Schießtechnik, bei der die Waffe auf drei Punkten abgestützt wird. Dabei wird die Waffe z.B. über zwei Punkte am Vorder- und am Hinterschaft abgestützt, während ein dritter Auflagepunkt durch Auflegen wenigstens eines Armes des Schießenden auf einen festen Gegenstand geschaffen wird.
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Für einen ruhigeren und präziseren Schuss sind zahlreiche tragbare Waffenhalterungen bzw. Schießstöcke im Handel verfügbar, darunter Einbeinstative, Zweibeinstative und Dreibeinstative. Die ursprünglich für fotografische Zwecke konzipierten Waffenhalterungen mit Stativen wurden mit einigem Erfolg angepasst.
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Die mit einer Vielzahl von Stativköpfen ausgestatteten Fotostative können typischerweise in einer im Wesentlichen horizontalen Ebene geschwenkt, nach hinten und vorne sowie seitlich geneigt und vertikal positioniert werden.
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Eine typische Waffenhalterung in Kombination mit einem Dreibeinstativ ist nach dem Stand der Technik aus der Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2020 100 525.1 mit folgenden Merkmalen bekannt. Einem Stativ, bestehend aus drei ein- bzw. ausklappbaren miteinander verbundenen Beinen. Oberhalb des Stativs ist ein mit mehreren Freiheitsgraden verstellbarer Kugelgelenkkopf montiert der oberhalb eine Auflageeinrichtung zum Auflegen einer Langwaffe in zwei voneinander beabstandeten Auflageelemente vorsieht und somit eine 2 Punktauflage darstellt.
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Alle bekannten tragbaren Waffenhalterungen haben den Nachteil, dass diese max. eine 2-Punkt- bzw. 1-Punktauflage bilden. D.h. lediglich die Waffe wird auf zwei bzw. einem Punkt abgestützt. Der 3. Auflagepunkt zur Abstützung des Armes vom Schützen fehlt bei allen bekannten Waffenhalterungen.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine tragbare Waffenhalterung der eingangs genannten Art zu schaffen, mit der eine sichere und stabile 3-Punkt-Auflage für den präzisen Schuss ermöglicht wird. Die Waffenhalterung weist stabile Auflagen für Gewehr und Arme auf und ist sowohl für rechts- als auch linkshändige Schützen geeignet.
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Die erfindungsgemäße Waffenhalterung umfasst eine Auflageeinrichtung zum Auflegen der Waffe, die wenigstens zwei voneinander beabstandete Auflageelemente aufweist, in welche die Waffe einlegbar ist, ein Stativ, das drei in der Höhe verstellbare und zwischen einer eingeklappten und einer ausgeklappten Stellung verstellbare, mindestens über eine Gelenkplatte miteinander verbundene Beine aufweist, sowie einen drehbar gelagerten Gelenkkopf zum Verbinden der Auflageeinrichtung mit dem Stativ, der in mehreren Freiheitsgraden verstellbar und mittels Klemmeinrichtungen klemmbar ist. Dadurch wird eine freistehende, durch das Vorhandensein dreier Beine weitgehend geländeunabhängig wackelfrei stehende Halterung geschaffen. Die in der Auflageeinrichtung befindlichen Waffe kann durch verstellen den Gelenkkopfes relativ zum Stativ gedreht, geschwenkt und geneigt werden. Durch die höhenverstellbare und klappbare Ausführung der Beine sowie des Gelenkkopfes kann die Waffenhalterung in eine leicht handhabbare Transportstellung gebracht werden.
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In Längsrichtung der Auflageeinrichtung ist beidseitig jeweils eine weitere Armauflage über Gelenke angeordnet. Die Auflageeinrichtung sowie die Armauflagen sind vorteilhaft aus einem rechteckigem Konstruktionsprofil gefertigt. Dieses Konstruktionsprofil weist längsseitig auf jeder Seite eine Nut auf, in der z.B. Nutmuttern längsverschiebbar eingelassen werden, um weitere Bauteile durch Verschrauben kraftschlüssig mit dem Konstruktionsprofil zu verbinden. Dadurch können weitere Bauteile an beliebiger Stelle und an jeder Seite des Konstruktionsprofils befestigt werden. Vorteilhaft sind flexible Bänder die jeweils zwischen Auflageeinrichtung und Armauflage über Nutmutter und Schraube befestigt sind. Diese flexiblen Bänder begrenzen den maximalen Abklappwinkel zwischen Auflageeinrichtung und Armauflage. Die Befestigungspunkte der flexiblen Bänder sind durch Nutmutter und Schraube in den Nuten der Auflageeinrichtung und Armauflage frei wählbar, dadurch ist der max. Abklappwinkel einstellbar. Die verbindenden Gelenke zwischen Auflageeinrichtung und Armauflage sind vorteilhaft an der Auflageeinrichtung ebenfalls mit Nutmutter und Schraube befestigt. Dadurch ist die längsseitige Position der Armauflagen gegenüber der Auflageeinrichtung frei wählbar bzw. veränderbar. Durch die Gelenke können die Armauflagen an die Auflageeinrichtung parallel an- bzw. im Winkel abgeklappt werden. Durch zusätzliches Verdrehen der Gelenke an der Auflageeinrichtung können die Armauflagen zur Auflageeinrichtung geneigt werden.
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Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen prinzipmäßig dargestellt.
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Es zeigt:
- 1 eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Waffenhalterung in Betriebsstellung zusammen mit einer Waffe aus schräg entgegen der Schussrichtung gelegener Perspektive;
- 2 eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Waffenhalterungung in Betriebsstellung ohne Waffe; und
- 3 eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Waffenhalterung in Transportstellung.
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1 und 2 zeigen eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Waffenhalterung 1 zur Halterung einer Waffe 2 in Betriebsstellung zusammen mit und ohne der Waffe 2. Die Waffenhalterung 1 weist eine Auflageeinrichtung 3 zum Auflegen der Waffe 2, die wenigstens zwei voneinander beabstandete Auflageelemente 4 aufweist, in welche die Waffe 2 einlegbar ist, ein Stativ 5, das drei zwischen einer eingeklappten und einer ausgeklappten Stellung verstellbare, mindestens über eine Kopfplatte 6 miteinander verbundene Beine 7 aufweist, und einen Gelenkkopf 8 zum Verbinden der Auflageeinrichtung 3 mit dem Stativ 5, der in mehreren Freiheitsgraden verstellbar und mittels einer Klemmeinrichtung 9 klemmbar ist. An der Kopfplatte 6 des Stativs 5 sind die Beine 7 schwenkbar angebracht. Der an der Kopfplatte 6 angebrachte Gelenkkopf 8 ist gegenüber der Kopfplatte 6 höhenverstellbar. Der Gelenkkopf 8 kann eine deutlich größere Masse aufnehmen, als sie aus Waffe 2 und Auflageeinrichtung 3 ergibt. Dadurch ist ein gleichmäßiges Schwenken der Waffe 2 möglich und der Schütze kann zusätzlich durch Auflage eines oder beider Arme die Waffenhalterung 1 belasten.
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Die Beine 7 des Stativs 5 sind mehrteilig, und bestehen vorteilhaft aus bis zu drei ineinander verschiebbaren und arretierbaren Hohlkörpern. Dadurch kann jedes Bein 7 individuell in der Länge eingestellt werden. Außerdem bestehen die Beine 7 des Stativs 5 vorteilhaft aus einem leichten und schwingungsdämpfenden Material. Die Auflageeinrichtung 3 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem rechteckigem Konstruktionsprofil ausgeführt, welches an allen Seiten in Längsrichtung auf der gesamten Länge Nuten 10 aufweisen. Die Nuten10 in der Auflageeinrichtung 3 ermöglichen allseitig eine einfache Montage mittels nicht weiter dargestellten Nutmuttern und Schrauben. Im dargestellten Zustand sind sowohl die Auflageelemente 4 als auch der Gelenkkopf 8 über die Nuten 10 an der Auflageeinrichtung 3 befestigt. Durch Lösen der Befestigungsschrauben ist die Auflageeinrichtung 3 leicht verstellbar gegenüber dem Stativ 5. Die auf der Auflageeinrichtung 3 angebrachten Auflageelemente 4 können in vorteilhafter Weise in ihrer Neigung und Höhe gegenüber der Auflageeinrichtung 3 verstellbar sein. Weiterhin kann der Abstand der Auflageelemente 4 zueinander verstellbar sein. Im gezeigten Beispiel sind die Auflageelemente 4 als Gabeln ausgebildet. Die schützenseitig der Waffe 2 befindliche Gabel weist im gezeigtem Ausführungsbeispiel gebogene Zinken 12 auf, die vorteilhaft zueinander verstellbar sind. Weiterhin ist eine Höhenverstellbarkeit der Auflageelemente 4 gegenüber der Auflageeinrichtung 3 von Vorteil, um verschiedenartige Waffen nutzen zu können.
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Seitlich der Auflageeinrichtung 3 sind beidseitig über Gelenke 11 verbundene Armauflagen 13 angeordnet. Weiterhin ist jeweils eine Armauflage 13 mit einem flexiblen Band 14 verbunden, welches am anderen Ende mit der Auflageeinrichtung 3 verbunden ist. Die Armauflage 13 ist vorteilhaft aus dem gleichen Rechteck-Konstruktionsprofil wie bei der Auflageeinrichtung 3 ausgeführt. Die erste Gelenkhälfte des Gelenks 11 ist an der Auflageeinrichtung 3 über die Nute 10 schraubbar befestigt. Die Armauflage 13 ist stirnseitig mit der zweiten Gelenkhälfte des Gelenks 11 lösbar befestigt. Die Armauflagen 13 können zum einen mittels der Gelenke 11 parallel nah zur Auflageeinrichtung 3 geschwenkt werden, um eine möglichst platzsparende Transportbreite zu haben. Zum anderen können die Armauflagen 13 mittels der Gelenke 11 für den Gebrauch in einem Ausstellwinkel zur Auflageeinrichtung 3 verschwenkt werden. Der max. Ausstellwinkel wird durch flexible Bänder 14 begrenzt. Das flexible Band 14 ist vorteilhaft über die Nuten 10 in Verbindung mit Nutmutter und Schraube jeweils mit Armauflage 13 und Auflageeinrichtung 3 verbunden. Dadurch kann der max. Ausstellwinkel durch verschieben des flexiblen Bandes 14 in den Nuten 10 individuell als 1. Dimension eingestellt werden. Die jeweilige längsseitige Position der Armauflage 13 gegenüber der Armauflage 3 ist ebenfalls über die Nute 10 als 2. Dimension einstellbar. Die Gelenke 11 können vorteilhaft in der Armauflage 3 längsseitig verschoben und begrenzt geneigt werden. Durch die begrenzte Neigungseinstellung der Gelenke 11 kann die jeweilige Armauflage 13 gegenüber der Auflageeinrichtung 3 zusätzlich als 3. Dimension geschwenkt werden. Somit kann der Schütze die beidseitigen Armauflagen 13 individuell in drei Dimensionen auf seine Bedürfnisse einstellen.
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3 zeigt eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Waffenhalterung 1 in einer handlichen Transportstellung. Dabei sind die teleskopierbaren Beine 7 auf eine minimale Höhe eingezogen und nahezu parallel zueinander eingeklappt. Die Armauflagen 13 sind ebenfalls parallel zur Auflageeinrichtung 3 eingeklappt und der Gelenkkopf 8 ist mit der Auflageeinrichtung 3 nahezu parallel zu dem eingeklappten Stativ 5 geschwenkt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 20 2020 100 525.1 [0005]