DE20345C - Thermometer für hohe und niedrige Temperaturen - Google Patents

Thermometer für hohe und niedrige Temperaturen

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DE20345C
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low temperature
temperature
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DENDAT20345D
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Dr. P. schoop in Biebrich am Rhein
Publication of DE20345C publication Critical patent/DE20345C/de
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    • G—PHYSICS
    • G01—MEASURING; TESTING
    • G01K—MEASURING TEMPERATURE; MEASURING QUANTITY OF HEAT; THERMALLY-SENSITIVE ELEMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G01K5/00—Measuring temperature based on the expansion or contraction of a material
    • G01K5/32—Measuring temperature based on the expansion or contraction of a material the material being a fluid contained in a hollow body having parts which are deformable or displaceable

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Investigating Or Analyzing Materials Using Thermal Means (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTA
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. Februar 188a ab.
Das Thermometer ist in seinem Princip ein Luftthermometer. Es besteht aus drei Theilen:
I. Das Gefäfs. Dasselbe kann jede Form besitzen (Kugel, cylinderförmig etc.) und wird aus Glas, Porcellan oder irgend einem Metall gefertigt. Nach dem offenen Ende hin verjüngt sich das Gefäfs zu einer capillaren Röhre. Die Wandstärke richtet sich nach dem Material des Gefäfses, sowie nach der Höhe der Temperatur, die bestimmt werden soll. Der Inhalt des Gefäfses ist mit einem trockenen Gas (Luft, Stickstoff u. dergl.) gefüllt.
II. Die Capillarleitung. Dieselbe besteht aus denselben Materialien wie das Gefäfs. Das -Volumen des Hohlraumes der Capillare beträgt höchstens 0,1 pCt. des Volumens des Gefäfses.
III.. Das Manometer. Dasselbe kann jede der bisher für Manometer verwendeten Constructionen besitzen. Das Manometer von Bourdon ist jedoch für vorliegenden Fall das geeignetste. Eine Metallröhre, welche an ihrem einen Endpunkt an dem Gehäuse des Manometers befestigt ist, kann jede beliebige Form besitzen. Der andere Endpunkt bewegt sich bei Druckveränderungen innerhalb der Röhre Diese Bewegung wird durch ein geeignetes Hebelwerk auf einen Zeiger übergeführt. Die Röhre ist vollständig mit einer Flüssigkeit, welche möglichst geringe Tension besitzt, gefüllt (Glycerin, OeIe u. dergl.). Die Wandstärke der Röhre ändert sich, je nachdem nur niedrigere oder hohe Temperaturen bestimmt werden sollen. Wird nun das mit dem Gase gefüllte Gefäfs einer bestimmten Temperatur ausgesetzt, so würde sich das Gas ausdehnen, wenn das Gefäfs mit der Luft communicirte. Der Inhalt des Gefäfses ist jedoch durch die in der Manometerröhre befindliche Flüssigkeit begrenzt, und es entsteht ein Druck, welcher proportional ist der Volumvergröfserung, wenn der Gefäfsinhalt unter constantem Druck steht. Die Gestaltsveränderung, welche die Manometerröhre durch den auf die Flüssigkeit wirkenden Druck erleidet, wird durch geeignete Hebelübersetzung auf eine Zeigerbewegung übergeführt, aus welcher direct die Höhe der Temperatur abgelesen werden kann.
Auf diese Weise ist das Luftthermometer, welches bisher nur in den Händen erfahrener Physiker seine genauen Angaben machte, so modificirt worden, dafs es auch für die praktische Verwendung geeignet ist.
Bis jetzt konnte aufser dem Quecksilberthermometer, welches nur Temperaturen bis 3500 C. abzulesen gestattet, und dem elektrischen Widerstandspyrometer von Siemens kein anderer Temperaturmesser seiner Bestimmung genügen. Gegen das neue Thermometer aber hat das Siemens'sehe Pyrometer zwei Nachtheile. Erstens ist die Temperaturangabe nicht direct abzulesen, sondern erst nach vorheriger Manipulation erhältlich. Zweitens ist der Preis (550 bis 600 Mark) so hoch, dafs dasselbe kaum grofse Verbreitung finden kann.
Anwendungen des Thermometers. Veranlafst wurde die Construction des neuen Thermometers durch den Wunsch, den erhitzten Gebläsewind, der bei Hohöfen ' angewendet wird, bezüglich seiner Temperatur auf bequeme Weise zu messen. Dies ist mit der beschriebenen Vorrichtung (vorher auch durch Siemens'
Pyrometer) in vollständig sicherer Weise geschehen.
Natürlich' lassen sich auch Generatorgase, Rauchgase, Zimmertemperaturen, ferner die Temperaturen von Dämpfen, Flüssigkeiten, Schmelzen etc. in ebenso bequemer Weise bestimmen. Wie bei Siemens' Pyrometer befindet sich auch hier der eigentliche Mefsapparat aufserhalb der Temperatur, was von grofser Bequemlichkeit -ist.
Die Temperatur-Gradiiirung des Manometers wird in der Weise hergestellt, dafs das Gefäfs, in welchem sich das Gas befindet, zuerst in Wasser von 00C. gestellt wird. Der Standpunkt des Zeigers in diesem Augenblick wird mit 00C. bezeichnet. Nachher wird dasselbe Gefäfs in die Dämpfe von Aether (Siedepunkt 33° C), Holzgeist (Siedepunkt 64°), Weingeist (Siedepunkt ioo°), Wasser (Siedepunkt ioo°), Anilin (Siedepunkt 1840), Napthalin (Siedepunkt 218°), Anthracen (Siedepunkt 3630), Quecksilber (Siedepunkt 360°), Schwefel (Siedepunkt 447,0), Zink (Siedepunkt 10350) gebracht und der jeweilige Stand des Zeigers notirt, d. h. mit der betreffenden Siedetemperatur bezeichnet. Die zwischenliegenden Temperaturintervalle werden graphisch interpolirt. Jedes einzelne Instrument wird auf diese Weise graduirt und hierdurch jede Ungleichmäfsigkeit in der Herstellung desselben entfernt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Thermometer zur Messung von hohen und niedrigen Temperaturen, bestehend aus einem Gefäfs, welches ein trockenes Gas (Luft, Stickstoff oder andere geeignete Gase) enthält und durch eine Capillare, deren Hohlraum höchstens 0,1 pCt. des Volumens des Gefafses beträgt, mit einer Bourdon'schen, mit Glycerin oder OeI gefüllten Röhre in Verbindung steht, und bei welchem die Temperaturanzeige dadurch vermittelt wird, dafs der der jeweiligen Temperatur entsprechende Druck im Gefäfse durch die Capillare weiter gelangt und vermittelst des Glycerins eine Gestaltsveränderung der Röhre bewirkt.
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