DE2036601C3 - Lageranordnung für ein Bauwerk - Google Patents
Lageranordnung für ein BauwerkInfo
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- E02—HYDRAULIC ENGINEERING; FOUNDATIONS; SOIL SHIFTING
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Description
Die Erfindung betrifft eine Lageranordnung für ein Bauwerk unter Verwendung einer Drei- oder Mehrpunkt-Lagerung
mit nachstellbaren Hauptlagern, denen regelbare Hubvorrichtungen zugeordnet sind, und
bei der die Steuerung der nachstellbaren Hauptlager sowie der regelbaren Hubvorrichlungen in Abhängigkeit
von einer Meßeinrichtung erfolgt.
Ungleichmäßig setzungsempfindlicher Baugrund und solcher, der etwa aus bergbaulichen Einwirkungen
unterschiedlichen Höhenveränderungen unterworfen ist, führe:· bei Bauwerken häufig zu Nutzungsund
Betriebsgeschwindigkeiten e^wie zu Schäden an
den Bauwerken.
Die Forderungen, die som;t an eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art zur Lagerung von Bauwerken gestellt werden, sind Einhaltung einer Horizontalläge
im Bereich realisierbarer Toleranzen, begrenzte Durchbiegung sowie Wirtschaftlichkeit. Diesen
Forderungen wirken entgegen Baugrundbewegungen, bergbauliche Einwirkungen, thermische und
andere Einflüsse sowie wechselnde Verkehrslast.
Durch die Zeitschrift »Stahl und Eisen«, 77 (1957),
Nr. 15, Seiten 1020 bis 1024, ist eine Dreipunkt-bzw. Vierpunktlagerung für Bauwerke bekannt, bei welcher
für jeden Auflagcrpunkt Pressen vorgesehen sind, die ein Anheben des Bauwerks aus einer Schiefstellung
in eine waagerechte Lage ermöglichen. Diese bekannte Ausführungsform hat den Nachteil, daß sowohl
eine Dreipunkt-Lagerung als auch eine statisch unbestimmte Vierpunkt-Lagerung eine vergleichsweise
aufwendige Oberkonstruktion erfordert, deren elastische Formänderungen, insbesondere bei größeren
Baukörpern, unzulässig groß werden können.
Durch das ältere deutsche Patent 1 917200 ist ein
Abstandhalter für den selbsttätigen Höhenausgleich zur Vermeidung von Setzungsschäden an Gebäuden
in Senkungsgcbictcn geschützt, der zwischen dem untersten
Geschoß und dem Fundament angeordnet, bei Fundamentsetzungen ausfahrbar ist und selbsttätig
mittels Federkraft versghiebbare DistanzkcÜe aufweist;
dabei weist der Abstandhalter eine obere, mit seitlichen Tragstegen versehene Stahlplatte und eine
untere, mit Mittelsteg versehene Stahlplatte auf, zwischen denen vorspannbare, lotrecht wirkende Druckfedern
sowie die waagerecht verschiebbaren Distanzkeile angeordnet sind, deren zur Betätigung dienende
Druckfedern sich gegen den Mittclsteg abstützen. Nach diesem älteren Vorschlag bilden somit die senkrechtwirkenden
Druckfedern sowie die die verschiebbaren Distanzkeile beaufschlagenden horizontalen
Federn jeweils eine Baueinheit. Diese Abstandhalter haben den Nachteil, daß sie eine Rißbildung im Mauerwerk
voraussetzen, in deren Verlauf die Abstandhalter in besondere Nischen eingebracht werden. Dies
führt nicht zu einer Herstellung des früheren Gleichgewichtszustandes, weil lediglich innerhalb de? eingetretenen
Risses punktuelle Kontaktflächen geschaffen werden, nicht aber der ursprünglich im Bauglied
vorhandene Spannungszustand wiederhergestellt wird.
Von dem eingangs erörterten, vorbekannten Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung die Aufgäbe
zugrunde, unter Vermeidung der genannten Nachteile eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art
zu schaffen, welche in einfacher und wirtschaftlicher Weise die selbsttätige Beibehaltung der gewünschten
Lage eines Bauwerks in einer bestimmten Ebene ermöglicht, und zwar unabhängig von den jeweiligen
Veränderungen des Baugrundes.
Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß unabhängig von den Hauptlagern auf Fundamenten,
welche sich im wesentlichen über die Hauptabmessungen des Bauwerks erstrecken, Entlastungsfedern
verteilt angeordnet sind. Die unabhängig von den sog. Hauptlagern vorgesehenen Entlastungsfedern
übernehmen einen wesentlichen, wenn nicht sogar überwiegenden Lastanteil, während nur ein geringer
JO Lastanteil über die Drei- bzw. Mehrpunktlagerung zur
Regulierung und Ausrichtung genutzt wird. Bei Formänderungen der Oberfläche, beispielsweise
durch bergmännischen Abbau, gleichen die Federn bei einem geringen Verlust des Einfederungswegesdie
J5 Absenkungsunregelmäßigkeiten aus. Die Lösung gemäß
der Erfindung ergibt somit folgende wesentliche Vorteile:
a) eine schadlose Anpassung des Fundaments an die Baugrundveränderu.ngen,
•»ο b) ein schnelles Nachrichten der Federkörper unter
Last;
c) erforderlichenfalls eine Beseitigung der Schieflage mit geringster Last an den Festlagern und
d) eine torsionssichere Lagerung.
Durch die Meßeinrichtung wird jegliche Abweichung von der vorgegebenen Lage festgestellt, so daß
übercine Regelungdie Hauptlagerund die regelbaren Hubelementc beaufschlagt werden, so daß eine Nachregulierung
in die gewünschte Ebene vorgenommen
>o wird. Die nachstellbaren Hauptlager haben den zweck, einen möglichst geringen Teil der ständigen
Lnsten sowie die Wechsellasten aufzunehmen, und über die Fundamente an den Baugrund weiterzugeben.
Sie sind nachstellbar, um das Bauwerk in seiner vorgeschriebenen Lage nach dem Ausrichtvorgang
neu festlegen zu können. Das Hauptlager ist von üblicher Ausführung, jedoch steht es z. B. auf einem Stellring
auf, der nach Entlastung des Hauptlagers um das Maß des gewünschten Ausgleichs nachgefahren werden
kann.
Die Entlastungsfedern sind für die im Einzelfall festzulegende Last bemessen. Die hierbei auftretende
Einfederung ist berücksichtigt. Die Federkörper sind so anzuordnen, daß ein Nachrichten bei Veränderung
des Federweges aus Korrekturen der Lage an den Regcllagern
bei Erreichen eines bestimmten Grenzwertes möglich ist. Die Veränderungen im Federweg führen
zu Kraftumlagerungen. Diese werden durch das
manuell durchzuführende Nachrichten der Federkörper rückgängig gemacht. Die Federwegverluste sind
begrenzbar und evtl. durch eine Meldeanlage anzuzeigen. Die Federkörper sind wartungsfrei, verursachen
nur geringe Kosten und benötigen keine zusätzlichen Meß- und Regeleinrichtuiigen.
Als Meßvorrichtung findet vorteilhaft ein Schlauchwaagensystem Verwendung, welches eine
extreme Empfindlichkeit aufweist. Ein Fundament oder auch ein außerhalb des Baukörpers gelegener
Punkt wird dabei als Bezugspunkt ausgebildet, während die übrigen Regellager hierauf bezogen in ihrer
Soll-Lage gehalten werden. Zu diesem Zweck ist die Schlauchwaage an den übrigen Auflagerpunkten der
Regellager mit Kontaktgebern ausgestattet, die die automatische Nachstellung auslösen. Anstelle des
Schlauchwaagensystems können auch andere geeignete Meßvorrichtungen, z. B. Laserstrahlen od. dgl.,
verwendet werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Ansicht eines L.aukörpers
mit Fundament,
Fig. 2 die Draufsicht des Fundaments mit der Lagerung,
Fig. 3 einen Querschnitt gemäß der Linie III-III
in der Fig. 2,
Fig. 4 einen Querschnitt gemäß der Linie IV-IV in der Fig. 2,
Fig. 5 eine Variante der Ausführungsform gemäß der Fig. 3, und
Fig. 6 in schaubildlicher Darstellung den Baukörper mit den Hauptlagern.
Der Baukörper 1 ruht unter Zwischenschaltung einer Lageranordnung 3 auf einem Fundament 2. Der
Baukörper 1 verfügt über eine vergleichsweise große Länge und soll zuverlässig in der Horizontallage gehalten
werden. Hierzu dient die Lageranordnung 3, welche aus nachstellbaren Hauptlagern 4, Entlastungsfedern
5 und regelbaren Hubvorriditungen 6 besteht. Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform sind die nachstellbaren Hauptlager 4 mit den re-
gelbaren Hubvorrichtungen 6 kombiniert. In Fig. 5 ist eine Ausführungsform gezeigt, bei der die Hauptlager
4 und die Hubvorrichtungen getrennt angeordnet sind. Die Hauptlager 4 mit den Hubvorrichtungen
bilden eine Dreipunkt-Lagerung, während die Entlastungsfedern auf Fundamenten ? ·; erteilt angeordnet
sind, die sich im wesentlichen über d'.c Hauptabrnessungen
des Bauwerks erstrecken.
In Fig. 6 ist ein Schlauchwaagensystem 7 dargestellt, welches auf das einzelne Hauptlager 4 im rechten
Teil des Bildes ausgerichtet ist. Etwaige Veränderungen werden durch Betätigen der Hubvorrichtungen
6 und Nachregulieren der Hauptlager 4 ausgeglichen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Lageranordnung für ein Bauwerk unter Verwendung einer Drei- oder Mehrpunkt-Lagerung mit nachstellbaren Hauptlagern, denen regelbare Hubvorrichtungen zugeordnet sind, und bei der die Steuerung der nachstellbaren Hauptlager sowie der regelbaren Hubvorrichtungen in Abhängigkeit von einer Meßeinrichtung erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß unabhängig von den Hauptlagern (4) auf Fundamenten (2), welche sich im wesentlichen über die Hauptabmessungen des Bauwerks (1) erstrecken, Entlastungsfedern (5) verteilt angeordnet sind.
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